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2003-05-26 Christian u. Robert

Aktualisierung 20.08.2018 13:00:32 Anzahl Tage: 8
26.05.2003 Télendos – Kos / Mastichari – Levítha / O. Levítha
27.05.2003 Levítha / O. Levítha – Amorgós / O. Vilakarda – Amorgós / Limáni Egiális
28.05.2003 Amorgós / Limáni Egiális – Amorgós / O. Katápola
29.05.2003 Amorgós / O. Katápola – Amorgós / O. Kalotarítissa
30.05.2003 Amorgós / O. Kalotarítissa – Astypálea / O. Kaminakia – Astypálea / O. Skala (Hafen)
31.05.2003 Astypálea / O. Skala (Hafen) – Astypálea / O. Agrilithi
01.06.2003 Astypálea / O. Agrilithi – Kos / Thérma – Kos / Marina
02.06.2003 Kos Nord / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Proisl Robert
Schermann Christian

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 34:10 Strecke: 227,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten


26.05.2003 Montag
10:40 Télendos / Ort Karte Abfahrt an Boje
13:00 Kos / Mastichari Karte Anlegen
14:20 Kos / Mastichari Karte Ablegen
15:16 segel setzen
15:43 BB Motor dazu
18:39 Beide Motoren an
19:56 Levítha / O. Levítha Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 07:56 Strecke: 51,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Das Wetter bleibt unbeständig. Wir frühstücken kurz und rudern zur Insel hinüber, um den Strand auf der anderen Seite anzusehen. Ist nicht aufregend, aber es gibt nette Wanderwege. Als wir um 10:40 losfahren ist es noch immer fast 100%-ig bewölkt und vom Süden her weht ein kühler Wind. Wir müssen auch Richtung Süden, um den Christian Schermann in Mastichari auf Kos abzuholen.
Nach einem Blick in die Bucht Vlychadia auf Kálymnos erreichen wir Mastichari kurz nach 13 h, legen längsseits an der Innenmole auf 1,4 m Tiefe an und können beobachten, wie die Lauda Air gerade zur Landung ansetzt. Nach einem Einkauf währenddessen Christian schon da ist, legen wir um 14:20 h wieder ab.
Inzwischen hat der Wind auf WSW gedreht. Wir setzen nach 45 Minuten Segel aber bald nimmt die Windstärke auf 7-8 Knoten ab. Um nicht in der Finsternis in Levitha anzukommen, schalten wir den BB-Motor dazu und motorsegeln hoch am Wind mit 6 Knoten.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir O. Levitha um 20 h. Wir entscheiden uns für den östlichen Teil der Bucht, wo schon 9 Yachten an Bojen liegen. Eine Boje ist noch frei und sogleich kommt ein Mann mit einem kleinen Boot herbei und fragt, ob wir die Boje nehmen wollen. Wir bejahen und er hilft uns, den Festmacher anzubringen. Und das erste Mal in Griechenland erlebe ich, dass jemand eine Gebühr für eine Boje haben will. Trotzdem regt es mich nicht auf, denn einerseits ist die Gebühr moderat – 6 Euro – andererseits sehe ich ein, dass es hier auf der gottverlassenen Insel wirklich kaum Einkunftsmöglichkeiten gibt. Und die Bojen machen einen sehr soliden Eindruck. Er erzählt, dass die Bojen seit 4 Jahren da sind und dass es eine Taverna an Land gibt. Wir beschließen trotzdem am Boot zu essen und Robert kocht ein wohlschmeckendes Nudelgericht mit Thunfischsugo.


27.05.2003 Dienstag
09:03 Levítha / O. Levítha Karte Abfahrt
13:10 Amorgós / O. Vilakarda Karte Ankern
14:50 Amorgós / O. Vilakarda Karte Abfahrt
15:40 Amorgós / Limáni Egiális Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:56 Strecke: 32,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten


Die Nacht ist total ruhig und zeitig in der Früh ist es noch absolut windstill bei herrlichem Wetter. Ich schnorchle und sehe, dass die Boje mit einer armstarken Kette an einem riesigen Bojenstein befestigt ist, also wirklich sehr solide.
Wir brechen um 9 h auf und sogleich zieht sich der Himmel zu. Ein leichter Südwind kommt auf aber zu wenig zum Segeln. Wir schauen in die Westbucht “Vathí” hinein, wo es gar nichts zu sehen gibt. Am nächsten Inselchen Kínaros besichtigen wir die enge, fjordähnliche Bucht Pnigós. Dort ankert schon eine Yacht und für mehr ist nicht Platz. An Land können wir ausmachen, dass ein adaptierter Ziegenstall als Behausung dient, der mit einem mächtigen Solarpaneel mit Strom versorgt wird. Also wohnt hier zumindest zeitweise jemand.
Auf der Überfahrt nach Amorgos spielen Christian und ich Schach, Robert liest und hält ein Auge auf den Kurs und die Motoren samt Autopilot machen die Arbeit. An segeln ist bei Wind zwischen 0 und 5 Knoten nicht zu denken. Um 13 h erreichen wir die NE-Spitze von der Insel und sehen uns die imposante Bucht Vilakárda an. Imposant, weil sie fast wie ein Tortenstück aus den hohen Felsen herausgeschnitten ist. Nur bei absolut ruhigem Wetter kann man hier gefahrlos hineinlaufen. Na immerhin einen Vorteil hat die Flaute. Einen anderen allerdings auch: Die Batterien sind mit 13.3 Volt vollgeladen und der Kühlschrank hat mit +2° gerade die richtige Temperatur.
Wir werfen Anker – das erste Mal seit wir unterwegs sind – und essen die übliche griechische Jause. Der Platz ist bis auf Vogelgezwitscher absolut still, das Wasser kristallklar und ziemlich kühl. Inzwischen scheint die Sonne auch wieder und die Temperatur steigt auf angenehme 26° obwohl die Luft noch sehr diesig ist .
Um 14:45 fahren wir weiter und erreichen nach kurzer Zeit den kleinen Hafen Egialis mit einem sehr schönen Sandstrand gleich nebenan. Wir legen uns mit dem Bug voran an die kleine Hafenmole sodass wir im sauberen Wasser schwimmen können.
Frühabends machen wir einen Rundgang durch den netten, anspruchslosen Ort und essen guten Fisch (Zahnbrassen = Fangrí) in der Taverna To Koralli. Die kleine Inselfähre Skopelitis bringt ca. 30 Touristen aber sonst ist im Ort nichts los. Christian und ich spielen noch Schach im Cockpit bei Musik aus dem Computer während Robert sich schon schlafen gelegt hat.


28.05.2003 Mittwoch
10:29 Amorgós / Limáni Egiális Karte Ablegen
12:00 Amorgós / O. Katápola Karte Anlegen Mole a.d. Nordseite
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 12,6 Seemeilen Ø Fahrt: 8,4 Knoten


Also war das Wetter bisher ungriechisch, ist es jetzt finnisch: Vor dem Morgengrauen hat es schon geregnet und um 1/2 12 tröpfelt es noch immer aus einem total wolkenverhangenen Himmel. Die Temperatur hat Mühe, die 20° zu überschreiten. Der Wind passt auch zur trüben Stimmung: kaum bemerkbar. Wir motoren daher entlang der Nordküste von Amorgos in einer trotzdem vorhandenen Kreuzsee. Irgendwo anders gibt es also mehr Wind.
Als wir in die Bucht Katápola einbiegen, sehen wir, dass die Wasseroberfläche stellenweise wie kochend aussieht. Es sind Schwärme von Fischen von 30 bis 50 cm Länge, die wie verrückt an der Oberfläche hin und her hupfen. Ich packe die Angelrute aus und lasse einen Köder nachschleppen. Wir kurven fast eine Stunde lang zwischen den Fischschwärmen aber mit dem einzigen Erfolg, dass sich der Schwarm verzieht, sobald wir in die Nähe kommen. Wir geben das Fischen auf und finden an der Nordseite der Bucht, gegenüber dem Hafen, einen perfekten Anlegeplatz längsseits an einer kleinen Mole, an der keine andere Yacht liegt. Wir liegen so im Windschatten direkt bei den Tavernen ungestört vom Hafenlärm und hektischen An- und Ablegemanövern anderer Yachties.
Wir gehen zum Mopedverleih Thomas und mieten drei Mopeds um je 10 Euro per Tag. Zuerst will das Inselerkundungsvorhaben nicht so recht gelingen. Die Tankstelle hat geschlossen und die Mopeds haben kaum mehr Benzin als was gerade bis dorthin reicht. Robert wird spritlos und während ich an der geschlossenen Tankstelle warte, fahren Christian und Robert zum Verleiher zurück. Er bringt Benzin in einem Reservekanister herbei und so können wir uns auf den Weg machen. Wir besichtigen die 5 km entfernte alte Chora, schlendern durch die uralten weiß gekalkten Treppengassen bis hinauf zur Klippe, die die kykladischweiß-blauen Häuser überragt. In südliche Richtung fahren wir weiter und kommen zum berühmten Kloster Choziviotissa, das ,einem Schwalbennest ähnlich, an einer steil ins Meer abfallenden Felswand klebt. Wir ersparen uns den Aufstieg von der Straße und beobachten, filmen und fotografieren die einzigartige Bauanlage vom Ende der Straße aus. Entlang der kurvenreichen Straße, die einen Blick auf traumhafte Inselpanoramen bietet fahren wir bis zum Dorf Arkessini. Dort Ist uns schon ordentlich kalt und wir wärmen uns mit einem Kaffee im örtlichen Kafenion. Unser Besuch erhöht die Gästezahl um 100% und wir besetzen ein Drittel aller verfügbaren Tische. An den anderen sitzen Pensionisten, die den Eindruck erwecken, als würden sie zum Inventar des sehr einfachen Kaffeehauses gehören. Christian und ich fahren wieder zurück während Robert noch bis zum südlichsten Ende der Insel weiterfährt.
Wir treffen einander wieder auf dem Boot und gehen anschließend zum Bitsentis essen. Es schmeckt hervorragend.
Auf der Suche nach einem passenden Abendlokal gehen wir die Strandpromenade entlang bis zum Hafen auf der anderen Seite. Die Lichter beider Buchtseiten spiegeln sich im kaum bewegten Wasser. Es ist wunderschön und absolut friedlich. Die sich anbietenden Lokale sind entweder menschenleer oder bieten Fußball als Abendunterhaltung. Christian und Robert nehmen das Angebot an, während ich aufs Boot gehe, um diese Zeilen zu schreiben.


29.05.2003 Donnerstag
17:00 Amorgós / O. Katápola Karte Ablegen Mole a.d. Nordseite
17:15 segel setzen
18:15 Segel bergen
18:27 Amorgós / O. Kalotarítissa Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:27 Strecke: 9,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten


Es regnet praktisch den ganzen Tag. Mal mehr, Mal weiniger. Am Vormittag fährt noch jeder von uns eine kleine Runde, bevor wir die Mopeds zurückbringen. Zu Mittag kocht Robert eine tolle Paella mit zwei Zwiebeln, fünf Knoblauchzehen (!!!), Thunfisch, griechisches Gemüse, Mais, Erbsen und Reis, während ich die Scharniere der Tür von der Stb-Heckkabine repariere. Wir lassen es uns munden und fluchen über das Wetter. Es gießt in Strömen. Christian und ich spielen Schach und beenden das erste Match mit 5:2 für ihn während Robert einen Nachmittagsschlaf nimmt. Erst um 16 hört es zu regnen auf und wir machen uns auf den Weg.
Noch in der Bucht setzen wir Segel mit je einem Reff, weil der Wind draußen einiges verspricht. Und in der Tat erwartet uns ein Nordwind mit um die 25 Knoten Stärke mit recht hohen Wellen. Die Blodughadda freut sich mit ihrer Crew über die Abwechslung und alle erhalten einige kräftige Meerwasserduschen. Auch mit noch verkleinerter Genua machen wir locker 8-9 Knoten Fahrt und erreichen bereits nach einer Stunde die Südwestpitze von Amorgos. Entlang der Westküste von der vorgelagerten Insel Gramvousa motoren wir bei wesentlich weniger Wellengang auf die nicht sichtbare Buchteinfahrt an der Nordseite am Westkap. Robert bekommt einen leichten Adrenalinschub als er auf die stürmische Küste zufährt und durch die, erst in letzter Minute sichtbare schmale Buchteinfahrt steuert. Die rundum geschützte kleine Bucht ist mit Fischerbooten und einer Yacht schon recht besetzt. Wir ankern auf 2,5 m Tiefe. Der Wind pfeift mit unverminderter Stärke über die relativ flache Landzunge, die uns vom tosenden Meer trennt aber der Anker hält gut. Kurz bevor sie untergeht zeigt sich die Sonne kurz zum ersten und letzten Mal für heute. Robert steigt ins Schachgeschehen ein.
Die Dämmerung endet mit einem sehr roten Himmel im Westen. Ich schätze, das bedeutet besseres Wetter und viel Wind für morgen. Hoffentlich wird es wenigstens etwas wärmer.
Bevor ich schlafen gehe, bringe ich noch das Blinklicht an und kontrolliere den Anker. Die Nacht ist absolut schwarz und der Wind pfeift noch immer mit 20-25 Knoten.


30.05.2003 Freitag
08:17 Amorgós / O. Kalotarítissa Karte Ablegen
08:45 segel setzen
14:00 Astypálea / O. Kaminakia Karte Ankern
18:38 Astypálea / O. Kaminakia Karte Weiterfahrt
19:45 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 06:48 Strecke: 45,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten


Na endlich! Als wir aufstehen scheint die Sonne! Der Wind hat zwar etwas abgenommen, ist aber noch frisch. Trotzdem gönnen sich alle einen kurzen Hupfer ins Wasser und vor allem die längst fällige Körperwäsche. Das Wasser ist wärmer als die Luft, die 19° hat. Wir bereiten alles vor: Reff im Segel, Kurs, Wegpunkte und verstauen Gegenstände, die durch den Wellengang herumfliegen könnten. Nach kurzer Motorfahrt setzen wir Segel im Lee einer kleinen Insel und segeln los. Der achterliche Wind kommt mit 25 bis 30 Knoten daher und schiebt uns schnell von der Insel weg. Wir machen einen kleinen Bogen, um einen ausreichenden Respektabstand von den Fallwinden vom 607 m hohen Berg an der Südspitze zu bekommen. Der Wetterbericht um 9 h verspricht NNE-Wind mit 6 Beaufort und genau das haben wir. Für unseren Kurs Richtung Südost genau das Richtige.
Nach 5 1/4 Stunden kommen wir nach Astypalea. Mit 9,6 Knoten rauschen wir in die SW-Bucht Kaminakia ein. Wir ankern im östlichen Teil, wo der Ankergrund weniger steinig ist. Das Wasser ist zu kalt zum Baden aber Christian und insbesonders Robert ignorieren das. Der kühle Nordwind kommt in Böen von den Hängen Astypaleas herunter aber immerhin scheint die Sonne schon den ganzen Tag. Wir essen und ruhen uns aus. Außer 7 Badetouristen ist sonst niemand in der Bucht. Auch die Taverna ist noch geschlossen.
Um 1/2 7 fahren wir per Motor ostwärts weiter zum Hafenort Skala wo wir eine Stunde später eintreffen. Der Hafen ist bis auf ein Ausflugsboot und einem Fischerboot leer. Wir legen uns mit Buganker und Heckleinen an die E-Seite des kleinen Anlegers im inneren des Hafens. Obwohl kaum bemerkbar, ist noch Schwell im Hafen, der das Boot hin und her bewegt und manchmal ein Knarren der Festmachertrossen verursacht.
Wir begeben uns zum Abendessen durch den noch sehr touristenfreien Ort. In der Taverna Australia essen wir frisch zubereitete Zucchini, deren Lieferung in einem Bastkorb die Wirtin uns stolz zeigt als wir dort ankommen. Sie schmecken vorzüglich.


31.05.2003 Samstag
16:40 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte Ablegen
17:35 Astypálea / O. Agrilithi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:55 Strecke: 5,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten


Die Nacht verläuft leicht schaukelnd aber sonst friedlich. Wir schlafen lang – bis 9h. Nach dem Frühstück gehe ich, wie aufgefordert, zur Hafenpolizei, um den Papierkram zu erledigen. Wir mieten zwei Mopeds. Robert will den ganzen Nachmittag fahren, während Christian und ich das zweite teilen. Nach 1,5 Stunden komme ich zum Boot zurück und halte meinerseits Bootswache. Der Platz ist zwar ziemlich windgeschützt, sollte sich aber an der Windrichtung etwas ändern, ist es gut wenn das Boot nicht allein gelassen wird. Aufgrund der Schaukelbewegungen haben wir die Festmacher und Ankerkette möglichst wenig gestrafft.
Die Touristensaison fängt in Astypalea eindeutig später an. Die meisten Lokale haben noch geschlossen und die kurze “Hafenpromenade” ist menschenleer. Dafür ist das Wetter schon fast sommerlich: Sonnenschein, 25° und ein ordentlicher Nordwind.
Kurz vor 17h legen wir ab und motoren in die kaum 5 sm weit entfernte Bucht Agrilithi, wo wir in der westlichen Einbuchtung zwischen Wrack und ehemaliger Kalkbrennanlage vollkommen einsam ankern. Es gibt Spaghetti al Pesto und die Spitzbuben als Dinnermusik und anschließend wird das Schachturnier fortgesetzt.


01.06.2003 Sonntag
07:31 Astypálea / O. Agrilithi Karte Ablegen
07:50 segel setzen
15:08 Kos / Thérma Karte Ankern
16:10 Kos / Thérma Karte Ablegen
18:50 Kurz vor Marina Segel bergen
19:10 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 10:36 Strecke: 69 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Der frühe Morgen ist sehr schön. Robert ist bereits um 6 h auf und bemüht sich nicht, leise zu sein. So sind wir alle schon um 1/2 7 auf. Nach Aufwachschwimm und Frühstück lichten wir um 1/2 8 den Anker. Noch in der Bucht setzen wir die Segel. Die Windprognose von OIympia Radio auf VHF Kanal 23 verspricht Nordnorwestwind mit 6 Beaufort, später weniger. Das Großsegel bekommt das 2. Reff eingebunden und wir brausen los mit 8 Knoten Richtung Kos.
Um 11:40 erreichen wir die SW-Spitze von Kos nach angenehmer Überfahrt. Etwa halbwegs schalten wir den BB-Motor dazu, weil die Batterien nicht mehr genügend Strom für den Autopiloten hat. Kurz nachher nimmt der Wind beträchtlich ab, sodass die Motorhilfe auch noch willkommenen Zusatzschub bietet. Inzwischen hat die Temperatur auch die 20°-Grenze überschritten.
Wir reffen aus und nehmen Kurs auf die Therme, um uns endlich richtig aufzuwärmen. Die See bietet kaum Wellengang und der Wind ist gut. So segelt die Blodughadda per Autopilot über 9 Knoten während wir das Schachturnier weiter spielen. Die letzten 5 Meilen geht sich sogar Schmetterlingsegeln aus – der Wind hat hier auf WSW gedreht. Um 15 h werfen wir den Anker außerhalb der Therme und schwimmen zum Natursteinpool, der mit heißem Quellwasser versorgt wird. Es sind vergleichsweise wenig Leute da und das Wasser im “Pool” nicht heiß, weil die Wellen das noch kühle Meerwasser stark mit dem Thermalwasser vermischt. Wir bleiben fast eine Stunde bevor wir zurückschwimmen und sogleich den Anker lichten. Vom unruhigem Wellengang am Ankerplatz werde ich fast seekrank. Auf der Weiterfahrt Richtung Kos verwerte ich die restlichen verderblichen Speisen und bringe einen riesigen griechischen Salat sowie Eierspeise mit Feta und Speck zusammen. Währenddessen setzen Robert und Christian die Segel und wir gleiten wieder ostwärts entlang der Südküste von Kos. Ab dem Kap Fouka (SE) kommt der Wind wieder von NW, also von genau gegenan. Ich bin müde, überlasse Robert das Kommando und gehe schlafen. Erst kurz vor der Marina wache ich davon auf, dass die Segel geborgen werden. Robert hat in der Meeresstraße zwischen Türkei und Kos aufgekreuzt und nach fast 12 Stunden Tagesfahrt können wir an der Tankstelle 87 Liter Diesel (8,7 l/Tag) tanken bevor wir in die Marina weiterfahren. Auch hier macht Robert seine Arbeit als Steuermann bestens. Diese 10 Tage hat er gut genützt, um viel über Bootshandhabung dazu zu lernen und ich habe mehr vom Urlaub gehabt.
Wir öffnen eine Flasche Prosecco in der windstillen Marina und stoßen auf den gelungenen Törn an. Nach einem Spatziergang in die Stadt und Besuch des netten Cafés mit Innenhof sind wir um Mitternacht absolut bettreif.


02.06.2003 Montag
Kos Nord / Marina
Wir wollten lange schlafen. Zur Sonnenaufgang um 6 h weckt uns aber ein gewaltiges Gewitter mit Blitz und verzögerungslosem Donner. Der Regen donnert auch auf das Boot. Weiterschlafen ist trotzdem möglich und um 9h ist das Wetter wieder fein. Wir frühstücken im Marinacafé. Anschließend fangen wir an, das Boot zu säubern und “einzupacken”. Robert ist vom Putzdienst befreit, da er einerseits während der letzten 10 Tage immer wieder geputzt hat und andererseits, weil er schon um 11h ein Taxi zum Flughafen nehmen muss. So putzt hauptsächlich Christian während ich die Segel ordentlich einpacke, alle Leinen versorge, damit sie nicht auf dem Deck aufliegen (darunter sammelt sich sonst hartnäckiger Schmutz), das Gas abdrehe, die Festmacher kontrolliere, die Flaggen herunternehme, die wertvollen Gegenstände (Fernglas, Kamera und Mobil-VHF) verstecke, die Motoren für das in meiner Abwesenheit notwendige Motorservice (Ölwechsel und Motoraufhängung austauschen) frei zugänglich mache,