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2003-06-30 Brenners

Aktualisierung 20.08.2018 12:58:59 Anzahl Tage: 7
30.06.2003 Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy
01.07.2003 Psérimos / O. Vathy – Kálymnos / O. Paliónisos
02.07.2003 Kálymnos / O. Paliónisos – Léros / O. Pantéli
03.07.2003 Léros / O. Pantéli – Lípsi / O. Lipsi – Máratho – Arkí / Tiganáki
04.07.2003 Arkí / Tiganáki – Patmos / Hafen Skála – Patmos / O. Stavrós (Diakófti)
05.07.2003 Patmos / O. Stavrós (Diakófti) – Kos / O. Kamári (Kefalos)
06.07.2003 Kos / O. Kamári (Kefalos) – Kos / Paradise Beach – Kos / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Patrick
Brenner Johan
Brenner Agneta
Brenner Filip
Brenner Sebastian
Brenner Jakob

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 26:03 Strecke: 199,8 Seemeilen Ø Fahrt: 7,7 Knoten


30.06.2003 Montag
15:00 Kos / Marina Karte Ablegen
17:00 Pserimos / O. Vathy Karte
Zeit unterwegs: 02:00 Strecke: 25,6 Seemeilen Ø Fahrt: 12,8 Knoten


Boot ist voll gebunkert, Patrick angekommen, ausklariert und los geht’s. Wir motoren zuerst zum Wrack der “Liberty”, wo Johan, Filip, Jakob und Sebastian schnorcheln gehen während wir auf sie warten. Dann fahren wir weiter in die Bucht und ankern auf 2m Tiefe. Schwimmen, schnorcheln, auf den Berg hinaufgehen, Essen kochen (Kartoffeln mit Fleischsoosse und Salat) und essen. Weil die Fallböen um 20:30 noch immer recht heftig sind, verlegen wir uns entlang der Nordseite der Bucht zu einem etwas geschützteren Platz und ankern auf 6m Tiefe, wo die Kette besser abfedern kann. Alle sind müde und gehen schon um 22h schlafen.


01.07.2003 Dienstag
12:20 Pserimos / O. Vathy Karte Ablegen + Segel setzen
16:17 Buchteinfahrt Ankunft
17:00 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:40 Strecke: 27,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Nach ruhiger Nacht trotz einiger Windböen schlafen alle bis 9 Uhr. Der Wetterbericht verspricht N-NW mit 5-6 bft. Nach Frühstück und Schwimm legen wir um 12:20 ab und setzen sofort die Segel. Der Wind erlaubt uns einen Kurs entlang der türkischen Westküste – nicht unbedingt in unsere Richtung. Aber wir genießen das schöne Segeln mit guter Geschwindigkeit und schauen uns die türkische Küste an. Nach der Wende nördlich des Inselchens Büyükkiremit stellen wir fest, dass wir ein wenig zu viel genossen haben, denn ein Kurs Richtung Leros ist nicht möglich. Der Wind hat noch etwas zugenommen und wir segeln mit gerefften Segeln bei mittlerem Wellengang nördlich von Kalolymnos auf Kurs 260 auf die Ostküste von Kálymnos zu. Um 16:20 erreichen wir die Einfahrt in die 1 Seemeile nach NW einschneidende Bucht Paliónisos und motoren zum Scheitel der Bucht, wo wir auf 4m Tiefe vor 2 Gulets ankern. Die Bucht ist von steilen Berghängen umgeben. Einige Hütten, Ziegen, Hühner und Griechen können wir erspähen hier. Wir erkundigen das Unterwasser und die Brenners gehen zur 150 m entfernten Taverne hinter den Bäumen am Ende der Bucht. Gegen Ende des Tages kommen auch die Passagiere der beiden Gulets von der Taverne zurück und schwimmen sehr fröhlich an der Blodughadda vorbei – alles Österreicher. Am Abend essen wir die gestern vorbereiteten Rosmarin-Hühnerfilets mit Reis und Krautsalat, diskutieren und genießen die Stille bis wir um 22 h schlafen gehen.


02.07.2003 Mittwoch
12:30 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Ablegen
15:23 Léros / O. Pantéli Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 02:53 Strecke: 16 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten


Tagwache um 9h. Wetterbericht verspricht etwas weniger Wind als gestern. Während des Frühstücks kommt der Wirt von der Taverna herübergerudert. Wir bitten ihn, auf einen Kaffee an Bord zu kommen. In perfektem Englisch erzählt er über sich (Lehrer in der Hauptstadt) und seiner Familie. Früher wohnten hier 8 große Familien aber nach dem Krieg sind es nur mehr 2. Den ältesten seiner 3 Söhne habe ich vorigen Oktober bei seinen Schwiegereltern in Argionta auf der Westseite kennengelernt (siehe 11.10.2002).
Nikolas Makarounas
P.O. Box 307
85200 Kalymnos Greece
Tel.: +30-6932-998 963
Dann beginnt die große Abwasch, bei dem alle mithelfen bevor die Schnorchelpartie beginnt. Wir fahren los und motoren südwärts entlang der Westküste von Kálymnos. Wir fahren in die malerische Bucht Pezonta hinein, an deren Ende wir vor einem Kiesstrand ankern. Unser Vorhaben, hier eine Jause zu essen wird von den Bienen vereitelt. An Land befinden sich zig Bienenstöcke. Als wir nach kurzem Aufenthalt ablegen wird Patrick am Kopf von einer Biene gestochen. Der Abschiedsschmerz von diesem schönen Plätzchen wird alleine von ihm übernommen.
Gegen einem lauen Lüfterl motoren wir zum Dorf Panteli auf Leros. Um 15:20h legen wir längsseits an der Mole an, hupfen ins hier saubere Wasser und essen die längst fällige Jause. Agneta und Johan gehen zur Burg hinauf während wir anderen noch ein Mal entlang des Wellenbrechers schnorcheln. Viel zu sehen gibt es nicht. Abends essen wir gegenüber in der Taverna Patimenos. Dann beobachten wir noch vom Cockpit aus die Ortschaft mit den, sich im öligen Wasser spiegelnden Lichtern, bevor wir uns schlafen legen.


03.07.2003 Donnerstag
06:50 Léros / O. Pantéli Karte Ablegen
09:01 Lipsi / O. Lipsi Karte Ankunft
10:50 Lipsi / O. Lipsi Karte Weiterfahrt
12:20 Máratho Karte Ankunft
15:32 Máratho Karte Weiterfahrt
15:55 Arkí / Tiganáki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:03 Strecke: 21,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten


Unser Liegeplatz ganz außen an der Mole ist zwar ideal, weil wir vom Boot aus schwimmen können. Aber um 5h in der Nacht legen die örtlichen Fischer ein Netz direkt am Heck aus, um Kleinfische zu fangen. Sie nahmen natürlich keine Rücksicht auf eventuell schlafende Bootstouristen und schreien durch die Gegend. Als um 6h früh ein anderer Fischer den absolut windstillen Hafen mit “türkischer” Musik aus einem plärrenden Transistorradio beglückt, ist es mir endgültig zu viel. Wir legen um 6:30 ab und motoren über spiegelglattem Wasser Richtung Lipsi. Unseren Morgenschwimm machen wir am offenen, noch immer windhauchlosem Meer. Um 9h erreichen wir den Hafen von Lipsi. Wir legen längsseits an der großen Mole an und gehen in den Ort. Nach kurzem Panoramablick an der Kirche setzen wir uns unter die Bäume am “Hauptplatz”, wo sich einige Lokale befinden. Frisch gepresster Orangensaft und Nescafé Frappé begleiten die Kartengrüße nach Finnland. Dann suchen wir die Bäckerei auf, in der jedes Kind eine Semmel geschenkt bekommt. Anschließend machen wir Einkäufe in 4 verschiedenen Läden. Um 10:50h legen wir frisch proviantiert ab mit dem Ziel Máratho mit den 2 Tavernen am herrlichen Strand. Wir legen uns längsseits am Anleger vor der “Piratentaverne”, schwimmen und gehen Mittagessen.
Um 15:30h fahren wir weiter zum seichten Tiganáki-Strand, ankern auf 2,5m Tiefe und schwimmen und schnorcheln, was sonst? Das Wetter ist bestmöglich: 30° in der Luft mit 40% Luftfeuchtigkeit und schätzungsweise 25° im Wasser bei einer leichten, kühlenden Brise.
Wir feiern den Geburtstag von Johan. Der dafür eingekaufte Sekt erweist sich als total oxidiert aber es findet sich noch eine eingekühlte Weißweinflasche zum anstoßen.
Nach dem Thunfischspaghetti ist es finster genug, um glitzerndes Plankton erkennen zu können. Ich springe ins Wasser während die anderen die aufblitzenden Punkte rund um mich vom Boot aus beobachten. Der Sternenhimmel ist großartig und die Blitze um den Körper erquickend.


04.07.2003 Freitag
10:25 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
12:17 Patmos / Hafen Skála Karte Anlegen
16:09 Patmos / Hafen Skála Karte Weiterfahrt
17:49 Patmos / O. Stavrós (Diakófti) Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 24 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten


Der Morgen ist großartig, der Morgenschwimm ebenso. Für die Abwasch werfe ich alles nacheinander über Bord. Die Kinder tauchen die Teller, Töpfe und das Besteck herauf und bringen es dem Johan, der auf der Badeleiter die Abwaschbürste schwingt.
Um 10:30 fahren wir los. Das Meer ist nach wie vor absolut ruhig. Bei der Einfahrt in die Hafenbucht von Patmos liegt das große Segelschiff “Sea Cloud” vor Anker. Wir legen am Yachtkai mit Buganker und Heckleinen an und eilen zum Bus. Gerade noch kommen wir um 12:30 mit. Der Bus fährt via Grikos hinauf zur Chora. Eine seltsame Nebelbank hat sich an der NW-Seite von Patmos gebildet und zieht über die niedrigsten Stellen bis in die Hafenbucht hinein. Sogar der Busfahrer wundert sich und bleibt an einer Aussichtsstelle stehen.
Das Kloster erreichen wir 40 Minuten bevor es schließt. Zeit genug, um alles anzusehen. Dann gehen wir zur Taverna Vagelis, die ich diesmal ohne Probleme finde. Es sieht fast so aus, als ob sie wieder geschlossen wäre aber als wir unseren Essenswunsch erklären, werden wir doch in den Garten hineingelassen. Der Garten ist wirklich eine schöne grüne Oase mitten im Häuserlabyrinth. Durch diesen schlendern wir anschließend bevor wir den Fußweg zur Skala bei sengender Hitze hinunter gehen.
Am Boot angekommen ist sogleich der Wassermann zur Stelle und wir können die leeren Wassertanks auffüllen. Verzögerungslos legen wir um 16:10h ab. Die Bucht Stavrós an der SW-Küste lockt uns. Nach einer Stunde Motorfahrt erreichen wir sie. Außer einem sehr schönen Strand Psíli Ámmos, an der wir zuerst vorbeifahren, bietet die Bucht aber keine Reize. Wir ankern vor dem Sandstrand mit Tamarisken und einer bescheidenen Taverna. Allerdings ist der Platz zum Meer hin sehr offen und trotz des nicht vorhandenen Windes, steht eine Dünung hinein. Die Kinder haben ihren Spaß an der Brandung und toben herum. Auf dem Boot ist es allerdings nicht so gemütlich und als wir um 20h wieder ablegen, haben Johan, Sebastian und ich ein flaues Gefühl im Magen. Wir motoren hinaus, um endlich den Sonnenuntergang so richtig beobachten zu können. Sie versinkt goldgelb um 20:20h hinter der Westspitze von Ikaria. Für die Nacht werfen wir Anker im Nordteil der Bucht, wo ein warmes Lüfterl vom Patmos, bzw. Kloster oberhalb herunterweht.


05.07.2003 Samstag
11:30 Weiterfahrt
16:11 Kos / Kefalos, Kamari Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:41 Strecke: 52,1 Seemeilen Ø Fahrt: 11,1 Knoten


Um 8:30h fahren wir bei absoluter Windstille los Richtung Kos. Eine Tagesetappe von 48sm bis Kefalos auf Kos liegt vor uns. Das Meer präsentiert sich noch immer fast windlos mit einer schwachen, trägen Dünung. Unterwegs machen wir einen 30-minütigen Badestopp auf 37°02,32’ N und 26°41,07’E. Das Wasser ist kobaltblau, kristallklar, warm und 340m tief.
Wir fahren weiter bei gleichbleibender Windlosigkeit bis wir um 16:11 am Anleger in Kamari längsseits festmachen. Der Hunger treibt uns sofort in die Taverna Faros. Gesättigt spatzieren wir entlang des Strandes bis zum Club Med und wieder zurück (5km). Bei Dirk Trio kündigen wir unseren Katamaransegelwunsch für morgen an. Nach einem Einkauf legen wir wieder ab und werfen den Anker direkt vor den Nacras. Der Abend klingt mit Ouzo und Diskussionen und Aussicht auf die Strandlichter aus.


06.07.2003 Sonntag
14:00 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ablegen
14:33 Kos / Paradise Beach Karte Ankern
16:48 Kos / Paradise Beach Karte Weiterfahrt
20:30 Kos / Marina Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 04:15 Strecke: 32,5 Seemeilen Ø Fahrt: 7,6 Knoten


Wir wachen um 9h auf und stellen erfreut fest, dass der Nordwestwind wieder da ist. um 10:30 schwimmen und fahren wir mit dem Schlauchboot zum Strand, wo Dirk bereits die Boote segelklar macht. Patrick, Jakob und ich nehmen das erste Boot. Der Wind ist wirklich ideal, wenn auch etwas böig. Jakob und Patrick hängen im Trapetz, während ich beide Hände voll zu tun habe, um die Böen sanft abzufangen. Die Geschwindigkeit der Nacra 570 ist berauschend. Wir werden voll geduscht und haben riesigen Spaß dabei. Johan, Filip und Sebastian segeln mit dem anderen Boot und es geht ihnen genau so. Zum Schluss tauschen Sebastian und Agneta Platz, sodass sie auch zum Trampolinsegeln kommt.
Um 14:30 fahren wir weiter zum Paradise Beach, wo wir Ankern, Schnorcheln und mein Seemannsmittag essen (Speck, Eierspiese, Heinz Baked Beans…).
Um 16:48h fahren wir weiter, setzen sofort Segel und machen auf der Raumschot zwischen 8,5 und 9,5 Knoten bei 20-25kn Wind. Unterhalb der Berge nimmt die Windgeschwindigkeit auf 30 Knoten und die Bootsgeschwindigkeit auf über 10 Knoten zu. Zuerst denke ich, dass es sich um regionale Fallböen handelt und lasse die Segel ungerefft. Als die Böen aber dann an die 40 Knoten erreichen, rollen wir die Genua zur Hälfte ein. Das Groß firen wir aber nur auf. Dann geht die Post ab. Wir segeln fast eine Stunde lang mit mehr als 10 Knoten und erreichen einen neuen Geschwindigkeitsrekord mit 13,7 Knoten nach einer 40 Knoten-Bö. Heute haben also doppeltes Speed-Katamaransegeln und werden wieder geduscht. Nach einer Kursänderung am Wind und einer Wende kommen wir bis kurz vor die Tankstelle ohne Motorhilfe um 20:15 an.
Stamatis hat schon das Auto in der Marina bereit gestellt, das Taxi wird von der Rezeption bestellt und wir alle freuen uns, die Salzkruste abduschen zu können.
Um 23h begleiten wir die Brenners zum Flughafen mit dem Leihwagen.