Aktualisierung 20.08.2018 11:56:55 Anzahl Tage: 8
09.07.2005 Kos Nord / Marina – Gyali
10.07.2005 Gyali – Tílos / O. Pláka
11.07.2005 Tílos / O. Pláka – Tílos / Ágios Antónios
12.07.2005 Tílos / Ágios Antónios – Chalki
13.07.2005 Chalki – Alimiá / O. Tigáni
14.07.2005 Alimiá / O. Tigáni
15.07.2005 Alimiá / O. Tigáni – Chalki
16.07.2005 Chalki – Rodos / Fánes – Rodos / “Marina”
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 22:34 Strecke: 117,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
09.07.2005 Samstag
14:55 Kos / Marina Karte Abfahrt
19:00 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:05 Strecke: 22,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
Beate und ich verlassen Kos um 15h mit Ziel Gyali. Lasse und Outi haben sich gestern verabschiedet und verbringen die restliche Woche im Hotel Atlantis.
In der Straße zwischen Kos und Türkei bläst der Wind ordentlich aus N aber nach Umrunden von Ag. Fokas hört er plötzlich auf. Dafür haben wir eine unangenehme Welle gegenan. Unter Motor erreichen wir die Bucht um 19h. Kein anderes Boot weit und breit.
10.07.2005 Sonntag
10:47 Gyali / Strand Karte Abfahrt
13:59 Tílos / O. Pláka Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:11 Strecke: 16,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Gegen 3/4 11 verlassen wir Gyali, motoren zum Strand N von Ak. Mavros/Nisyros (von Takis empfohlen). Er erweist sich aber als unbrauchbar bei dem vorhandenen NW-Wind und so fahren wir nach Tilos weiter. Um 14 h werfen wir den Anker vor dem Plaka-Strand an der N-Spitze von Tilos. Der W-Wind stört uns nicht, aber die umlaufende Dünung schon.
11.07.2005 Montag
16:11 Tílos / O. Pláka Karte Abfahrt
16:35 Tílos / Ágios Antónios Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 00:23 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,8 Knoten
Um 16h machen wir die enorme Tagesetappe von 1,5 sm hinüber zum kleinen Hafen bei Ag. Antonios. Trotz des starken W-Windes können wir problemlos längsseits der Mole anlegen. Wir gehen die ca. 2 km zum Ort Megalo Chorio in der Hoffnung, Brot kaufen zu können. Ist aber ausverkauft uns so wird es ein Ouzo me Meze. Dann gehen wir wieder zurück zum Boot. Ich entdecke an der Mole eine Versorgungssäule mit Wasser und Stromanschlüssen, ca. 60m vom Boot entfernt. Ich messe die Spannung – 230 V und beschließe daher, die Kabel auszurollen. Es geht sich genau aus und unser inzwischen gewärmter Kühlschrank kann sich wieder mit Landstrom abkühlen. Abends gehen wir in die einzige Taverna und essen gut und sehr günstig, beobachten eine italienische Großfamilie, die hier Urlaub macht, und fallen anschließend todmüde ins Bett.
12.07.2005 Dienstag
13:41 Tílos / Ágios Antónios Karte Abfahrt
17:15 Chalki / Hafen Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 03:33 Strecke: 24 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten
Der Hafen ist sehr sympathisch – nicht nur Strom sondern auch Wasser ist vorhanden. Ich verwende alle Schläuche, die sich an Bord befinden und kann den Wassertank und die Wasserflaschen mit gutem Wasser nachfüllen. Auch das Hafenwasser ist perfekt sauber und wir können uns schwimmend abkühlen. Um 13:40 legen wir ab. Der Wind ist für die Jahreszeit noch immer seltsam: W-Sw und schwach. So motoren wir nach Chalki, wo wir um 17:15 ankommen. Wir legen uns längsseits am äußersten Ende des Schwimmstegs. Beate erkundet den lieblichen Ort. Ich erkunde schnorchelnderweise die Schwimmstegbefestigung – Ketten an riesigen Betonblöcken. Dann – o-Wunder – kommen noch ein paar Segelboote an, die wir beim Einlaufen beobachten. Das Größte – Simeron aus Bále/Schweiz, 80 Fuß lang – legt am Kopf des Schwimmstegs an. Ich darf mit den Leinen mithelfen.
Das gute Abendessen genießen wir in der Taverna H OMONOIA TOY NOYPH.
13.07.2005 Mittwoch
13:51 Chalki / Hafen Karte Abfahrt
15:51 Alimiá / O. Tigáni Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:59 Strecke: 7,7 Seemeilen Ø Fahrt: 3,9 Knoten
Nach Frühstück an Land, Karten auf die Post getragen, Einkäufen und zwei Aquarellen verlassen wir Chalki kurz vor 14h. Um den Kühlschrank zu kühlen tuckern wir langsam zur 5 sm entfernten unbewohnten Nachbarinsel Alimiá. Wie erkunden die große Südbucht und beschließen im SE-Teil, Tigáni genannt, zu bleiben. Zwei Versuche per Heckanker und Bugleinen an den kleinen Anleger anzulegen scheitern zuerst wegen nichthaltenden Heckanker und dann wegen zu viel Seitenwind und so legen wir uns mit Buganker davor.
Das Wasser ist hier sehr klar und 26° Grad warm.
Das Abendessen besteht aus frischen, von den Chalki-Fischern gekauften, kleinen Garnelen. Wir kochen sie 25 Minuten lang in Salzwasser und essen sie mitsamt der ganz dünnen Schale mit Zitronenöl und Brot. Schmeckt sehr gut aber nicht nach viel. Macht aber bald satt.
14.07.2005 Donnerstag
Alimiá / O. Tigáni
Den ganzen Tag am selben Platz geblieben. Beate lernt schwedisch und ich versuche erfolglos die Ursache für die spinnerten Instrumente – Windrichtungsanzeige und Seewassertemperatur zu finden. Dazu Mache ich alle Kontakte auf und besprühe sie mit Kontakt 60. Dann versuche ich am Verbindungskasten unter dem Mast irgendeinen Fehler zu finden. Beides ohne Resultat. Zwar zeigt die Seewassertemperaturanzeige plötzlich doch mit 27° einen sinnvollen Wert aber nachdem ich den Motor zum Batterieladen und Kühlschrank kühlen gestartet habe, springt sie wieder zwischen -50° und +965°. Ich muss wohl doch den Autohelm Importeur in Österreich anrufen.
Auch stelle ich fest, dass die Fische ganz wild auf die ungekochten Garnelen sind – ein paar haben wir dafür aufgehoben – aber die gekochten in Zitronenöl mögen sie gar nicht. Jedenfalls sind die Fische sehr geschickt, den Köder vom Angelhaken herunterzuholen ohne jemals in Gefahr zu kommen, aufgehakt zu werden. So benenne ich mein Fischen in “Fische füttern” um, was die Sache in Griechenland wohl besser beschreibt.
Dann stelle ich noch fest, dass der Modus-Wahlschalter am Sony Handycam kaputt ist. Der Apparat lässt sich nicht ausschalten somit der Akku nicht aufladen. Auch bewirkt ein Druck auf die Aufnahmetaste daneben, dass die Kamera in den Wiedergabemodus wechselt statt aufzunehmen. Nach etwas Kontakt 60 scheint der Fehler wieder behoben zu sein.
Noch was habe ich zu reparieren versucht: Die Algenbildung in der Heckdusche. Was anderes als den Duschkopf mit Benzin sehr gründlich zu reinigen ist mir nicht eingefallen. Ich habe zwar beim Absperrventil das Rohr abmontiert und mit einer Einziehfeder soweit es in beide Richtungen ging hin und her gezogen, aber da war von Grünem nichts zu sehen. Vermute also doch, dass sich die Algen direkt im Duschkopf bilden.
15.07.2005 Freitag
13:30 Alimiá / O. Tigáni Karte Abfahrt
14:53 Chalki / Hafen Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:23 Strecke: 5,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten
Um 1/2 2 machen wir uns auf den Weg Richtung Chalki. Nach 1,5 Stunden liegen wir wieder am selben Platz längsseits am Schwimmsteg und gehen in den Ort, um Brot zu kaufen. Der Bäcker hat aber für den Tag geschlossen und so beschließen wir über Nacht zu bleiben. Wir gehen in eine Snack-Bar und erfahren von der eingewanderten englischen Besitzerin, dass nur 180 Personen in Chalki leben.
Der Hafenpolizist kommt auch zum Boot und möchte, dass ich zur Hafenpolizei mit der Crewliste komme. Ich sage, ich würde morgen nach dem Broteinkauf vorbeikommen.
16.07.2005 Samstag
09:30 Chalki / Hafen Karte Abfahrt
11:00 Bei E-Spitze von Alimiá Segel setzen
13:25 Segel bergen
17:26 Rodos / “Marina” Karte Anlegen
14:00 Rodos / Fánes Karte Angesehen
Zeit unterwegs: 07:56 Strecke: 39,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten
Nach dem Broteinkauf “vergesse” ich zur Hafenpolizei zu gehen und wir legen um 9:30 ab. Wir motorsegeln bis zur S-Spitze von Alimiá. Die Insel hat 3 Buchten nach Rodos hin, die wir erkunden. Die mittlere würde sich auch für eine Übernachtung eignen. Dann setzen wir Segel und segeln bis kurz vor dem Kleinen Hafen Fánes auf Rodos. Gemäß Sea Guide ist die Einfahrt versandet und weist nur knapp beim Bb-Molenlicht 1,5 m Tiefe auf. Ich fahre extrem langsam genau dort wo diese Tiefe vorhanden sein soll. Ist sie aber nicht, und wir bleiben stecken. Der sofortige Rückwärtsschub bringt nichts aber der Wind dreht das Boot um 180°. Wir stecken trotzdem noch fest und der Bb-Motor wird abgewürgt. Er lässt sich wieder starten und mit entsprechend viel Gas schieben wir uns wieder hinaus. Der Bb-Motor klingt aber seltsam und dann sehe ich, dass er schwarz statt Kühlwasser ausspuckt! Ich stoppe ihn sofort und tuckere mit dem Stbd-Motor weit genug hinaus. Dann sehe ich mir den Propeller mit der Tauchermaske an: Alles in Ordnung außer, dass die Ansauglöcher für das Kühlwasser mit schwarzem Seegras verstopft sind. Ich reinige sie. Am Motor selbst ist nichts ungewöhnliches zu sehen und ich wundere mich, dass es keinen Seewasserfilter gibt, der mit Seegras verstopft sein müsste. Der Motor springt wie üblich an und spuckt klares Kühlwasser aus. Offensichtlich haben einige Kilo Seegras den Kühlkreislauf erfolgreich durchgewandert. Unglaublich erleichtert setzen wir die Fahrt Richtung Rodos-Stadt fort. Schade, dass Fánes nicht möglich war. Hier wäre es näher zum Flughafen und viel ruhiger als in Mandraki gewesen.
Wir erreichen Mandraki. Schon bei der Einfahrt schreit uns einer zu, der Hafen sei voll und wir sollten zur “Marina” fahren. Am Windmühlenkai sind zwar noch einige freie Lücken aber offensichtlich wollen die Chartergesellschaften die Plätze für ihre Kunden frei halten. An der anderen Seite in Mandraki ist alles voll. Wir fahren also weiter, umrunden die zwei großen Hafenbecken für Dickschiffe und erblicken einige Segelbootmasten in einem weiteren Hafenbecken.
Wir finden einen großen und ruhigen Platz zwischen zwei Wohnsegelbooten, die offensichtlich schon länger da liegen. Die Umgebung ist aber befremdlich: Direkt beim Landungssteg türmen sich gewaltige Betonblöcke wie sie für Wellenbrecherkonstruktionen verwendet werden. Am Ende des desolaten Anlegestegs steht ein vollkommen verrostetes Lastschiff auf Land. Weiter entlang des Beckens sind noch ein Tragflügelboot, ein Kaïki und ein nicht näher zu definierendes Schiff an Land, um irgendwann repariert zu werden. Außerdem sind noch einige Arbeitsplattformen in der “Marina” vertäut. Das riesige Gelände wirkt total verwahrlost und man muss gute 5 Minuten auf einer Staubstraße gehen, um zur befestigten Straße zu kommen. Dort finden sich aber ein paar nette Lokale und Geschäfte.
Wir plaudern noch mit den Nachbarn, die zumindest einen Vogel haben – einen Papagei der fürchterlich schreit, in bester Schrebergartenatmosphäre und gehen dann recht bald schlafen. In der Nacht werden wir von Mückenschwärmen überfallen.