- Blodughadda-Blogbuch - https://blodughadda.lpe.at/blogbuch -

2005-08-16 Bürglers, Martin und Patrick

Aktualisierung 20.08.2018 11:45:26 Anzahl Tage: 7
16.08.2005 Kos / Marina – Platy (bei Psérimos) – Kálymnos / O. Paliónisos
17.08.2005 Kálymnos / O. Paliónisos – Lipsi / Hafen
18.08.2005 Lipsi / Hafen – Patmos / Hafen Skála – Patmos / O. Meloï
19.08.2005 Patmos / O. Meloï – Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / Lakkí
20.08.2005 Léros / Lakkí – Kálymnos / Emboriós – Télendos
21.08.2005 Télendos – Nsis Nerá – Psérimos / O. Vathy
22.08.2005 Psérimos / O. Vathy – Kos / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Patrick
Aschauer Martin
Bürgler Herbert
Bürgler Silvia

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 22:02 Strecke: 139,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten


16.08.2005 Dienstag
12:30 Kos / Marina Karte Abfahrt
14:35 Platy (bei Psérimos) Karte Ankern
16:58 Platy (bei Psérimos) Karte Weiterfahrt
18:18 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 03:24 Strecke: 22,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten


Gestern war Crewwechsel. Beate holt Martin vom Flughafen um 10h ab. Es war der Feiertag am 15.8. und deshalb keine Geschäfte offen. Der geplante Schuheinkauf misslingt daher. Beate und die Burschen fahren in die Therme baden. Um 15:30h fahren alle außer Martin los. Ich bringe Beate, Matthias und Philipp zum Flughafen und fahre mit Patrick weiter nach Kefalos. Dirk Trio (www.catadventures.be)hat bereits einen Nacra 570-Katamaran vorbereitet und bald sausen Patrick und ich bei 4 Bft. Wind mit 20 Knoten hin und her vor dem Strand. Wir haben beide Trapezgurten an uns so können wir abwechselnd Vorschoter und Steuermann sein. Für beide im Trapetz ist der Wind zu schwach und vor allem zu böig für uns Anfänger. Dass wir solche sind, zeigt sich auch daran, dass ich als Vorschoter bei einer Wende so schnell auf die andere Seite hinüberrutsche, dass ich gleich über Bord gehe. Ich kann mich aber noch am Stag festhalten und mich bald wieder hinaufziehen. Meine Schirmkappe sehen wir noch davorschwimmen, können aber nicht rechtzeitig bevor wir sie aus den Augen verlieren, ein gelungenes Kappe-über-Bord-Manöver machen. Nach etwa einer Stunde signalisiert uns Dirk, dass die vorgesehene Zeit vorbei ist. Wir duschen uns in der Pension, zahlen € 50,- und fahren sogleich mit dem Leihwagen zurück. In Mastichari machen wir eine kurze Pause und sehen die Lauda-Air Maschine starten mit der Beate, Matthias und Philipp nach hause fliegen.
Zurück in der Marina lassen wir Martin schlafen und sehen uns alle Boote in der Marina an. Als wir wieder zur Blodughadda zurückkommen, sind Herbert und Silvia schon da.
Heute machen wir während des Frühstücks die Einkaufsliste. Dann kommen Takis und Dimitris an Bord um das Saildriveöl zu kontrollieren. Dimitris stellt fest, dass kein oder kaum Wasser eindringt und das Herausheben daher nicht dringend notwendig ist. Ich bin erleichtert. Dann folgt der Einkauf bei Kostas, ein gescheiterter Versuch, neue Brenner für den Gasherd aufzutreiben und ein letztlich gelungener Einkauf von Wassersandalen für Patrick. Letztlich gelungen, weil der Verkäufer in Kos Market Tourist Shop zwar behauptete, jede Schuhgröße zu führen, aber bei 47 ein verzweifeltes Gesicht gemacht hat. Ein Modell in Größe 46 um heiße 7 Euro passen dann doch.
Um 12:30 legen wir ab und motoren gegen leichten NW-Wind. In Psérimos Ort machen wir eine Hafenrunde ohne stehen zu bleiben. An der E-Küste der gegenüber liegenden Insel Platy machen wir einen Badestopp. Inzwischen kommt der Wind ganz schwach aus W. Wir schwimmen und essen eine Jause. Nach 2,5 Stunden fahren wir weiter über fast spiegelglattem Wasser. E von Kálymnos kommt der Wind aber plötzlich mit über 20 kn aus W. Wir erreichen den Ankerplatz beinahe gleichzeitig mit zwei Segelbooten mit italienischer Besatzung. Der Steg von Nikolas ist bereits von einem Gulet besetzt und so gesehen war das Wettrennen mit den Italienern unnötig. Die vorbereiteten Heckleinen waren aber nicht unnötig, weil wir uns an die kleine Fischermole mit griechischer Flagge an der E-Seite der Bucht mit Buganker und Heckleine (wir brauchen nur eine) legen können. Das Wasser ist hier 2,5m tief und mit dem Anker weit genug im Luw lässt sich hier vortrefflich anlegen. Hoffentlich erfährt kein Italiener jemals davon. Der Nikolas fährt geschaftig mit seinem kleinen Motorboot von Yacht zu Yacht, um Schwämme zu verkaufen und Feigen und Kaktusfrüchte zu verteilen. Bei uns versucht er nicht ein Mal das Erstere.
Erst nach 20h ziehen wir das Boot näher zum Steg und hupfen an Land. Im letzten Tageslicht stapfen wir über den unwegsamen Pfad zur Taverna Paradissos hinauf. Wir sind zunächst die einzigen Gäste. Bevor wir überhaupt über Essen reden, trinken wir Retsina und plaudern mit Nikolas. Die neueste Errungenschaft ist eine Stereoanlage mit der er uns später vertreibt. Der Straßenbau kommt seit 2,5 Jahren nicht vom Fleck und er beschwert sich, dass die Telefongesellschaft die Leitung des einzigen Telefons des Dorfes nach 43 Jahren einfach abgezwickt hat. Wir begnügen uns damit, nur 4 Vorspeisen zu essen und können uns nicht überwinden, die vom Nikolas gepriesene gekochte Ziegenleber zu bestellen. Dafür stellt er uns zwei Krüge Retsina auf seine Kosten hin und kassiert mit 45 € wieder viel zu viel für das Essen. Naja, hier zahlt man halt einen Unterhaltungsbeitrag.


17.08.2005 Mittwoch
13:15 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Abfahrt
18:40 Lipsi / Hafen Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:00 Strecke: 35,1 Seemeilen Ø Fahrt: 8,8 Knoten


Nach einer sehr ruhigen Nacht schlafen wir lange. Nikolas kommt erst um 11:30 in die Bucht und ärgert sich, dass das Gulet schon weg ist und er keine Schwämme verkaufen konnte. Nach ausgiebigem Schwimmen legen wir um 13:15 ab. Inzwischen weht ein lauer Südostwind! Wir motoren über ganz ruhigem Wasser 3 Stunden lang Richtung NW. Herbert meint, er müsste bald wieder ins Meer hupfen und besonders eilig in den Hafen von Lipsi hat niemand. Also biegen wir vorher ab und sehen uns nach einer Bademöglichkeit bei den vorgelagerten kleinen Inseln um. Bei N. Makronisi sehen wir uns die tollen Klippen und grotten an der S-Seite an, können aber nicht ankern. Wir fahren um die Insel herum und ankern in der kleinen Bucht an der N-Seite. Hier gibt es einen fast kreisrunden ”Binnensee”, mit einem niedrigen und schmalen Landstück zum Meer hin und auf der anderen Seite über 10m hohe senkrechte Felswände. Herbert, Patrick und ich schwimmen darin und sehen einen Unterwassertunnel, der zum Meer auf der anderen Seite der Insel führt. Wir trauen uns aber nicht durchzutauchen, da die Entfernung schwer einzuschätzen ist. Stattdessen gehen wir durch einen ganz kurzen Hohlweg und waten über Steine ins Meer. Dann schwimmen wir bei den imposanten Klippen durch einen natürlichen Torbogen und sehen den Tunnel von der anderen Seite an. Hier schaut er viel gefährlicher aus. Ich halte alles auf Handycam fest und hoffe, dass irgendwas brauchbar sein wird trotz des Seeganges.
Nach 1,5 Stunden brechen wir wieder auf und fahren kaum 30 Minuten lang in den Hafen von Lipsi. Hier ist so viel los, dass wir uns per Buganker und Heckleinen an die Außenseite der Anlegemole legen. Beim ersten Mal hält der Anker nicht, beim zweiten dauert es eine Weile, bis er greift.
Abends essen wir in der Taverna an der Platía, dem Platz oben bei der Kirche. Anschließend ein Kaffe in Calypso, Schmähführen und Musikhören im Cockpit bis spät in die Nacht hinein.


18.08.2005 Donnerstag
12:53 Lipsi / Hafen Karte Abfahrt
15:13 Patmos / Hafen Skála Karte Anlegen
17:05 Patmos / Hafen Skála Karte Abfahrt
17:30 Patmos / O. Meloï Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:44 Strecke: 12,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten


Herbert und ich sind schon vor 8h auf den Beinen und machen einen Spatziergang. Die ganze Nacht war ruhig und sehr feucht. Auch in der Früh ist das Boot noch triefnass und am Himmel sind viele Wolken. Wir machen eine Runde durch den Ort und bestaunen das private italienische Kreuzfahrschiff Ariston. Motoryacht kann man die Grüße nicht mehr nennen. Als wir an der Kirche ankommen sehe ich, dass auf der Blodughadda alle schon auf sind, verdächtig früh! Ich vermute irgendein Problem und gehe zum Boot zurück. Herbert geht noch in die Bäckerei. Tatsächlich gibt es ein Problem: Wind aus NW ist aufgekommen und das Bb-Heck hat gegen die Molenmauer geschlagen und alle aufgeweckt. Patrick hat schon die Motoren gestartet im Vorwärtsgang und die Ankerkette nachgespannt aber ohne Propeller treibt das Heck trotzdem dauernd zur Mole. Es scheint als ob der Anker nicht halten würde, obwohl wir ihn gestern beim zweiten Ankermanöver ordentlich eingefahren haben. Als Herbert zurückkommt legen wir daher gleich ab und tuckern in die Badebucht gleich um die Ecke. Dort hält der Anker beim zweiten Versuch.
Wir schwimmen und frühstücken. Herbert verwöhnt die “früh aufgestandene Familie” mit Spiegeleier und gebratene Paradeiserstücken. Um 12:45 fahren wir weiter Richtung Patmos. W von Lipsi kommt der Wind mit 15 kn aus NW. Wir setzen Segel und nach einiger Zeit haben wir die Segelstellung gefunden, die uns mit immerhin 4 kn in Zielrichtung bringt. Patrick betätigt sich als Seemann in allen Funktionen und auch Herbert fängt an, seine Nautischen Kenntnisse zu erweitern.
Um 15h legen wir im Hafen Skala auf Patmos an. Herbert und Silvia nehmen den Bus zur Chora hinauf während Martin, Patrick und ich in ein Café gehen. Mich packt die Müdigkeit ganz fürchterlich und ich gehe zum boot zurück, um ein Nickerchen zu machen. Dieser misslingt aber weil die Italiener am Nachbarboot im Cockpit sitzen und lautstark quatschen während ein Mechaniker versucht, ein Motorproblem zu lösen und den Motor immer wieder ein- und ausschaltet. Bald darauf legt ein anderes Charterboot mit Italienern an der Stbd-Seite an…
Übrigens kann ich jetzt von Weitem feststellen, ob ein Charterboot mit Italienern besetzt ist, auch wenn sie keine italienische Flagge führen: Beim Einlaufen in den Hafen oder zum Ankerplatz haben sie zwei bis drei, höchstens vier, superschlanke, dunkelbraun gebräunte Frauen in Minibikinis, die mindestens 2 Nummern zu klein sind, als Dekoration auf dem Deck aufgestellt und die entsprechende Anzahl + 1 bis 2, dunkelbraun gebräunter, superschlanker junger Männer rennen und schreien hektisch dazwischen.
Als Herbert und Silvia wieder zurückkommen, legen wir sofort wieder ab. Der Lärm an dieser Anlegemole wird durch die ununterbrochen vorbeifahrenden Mopeds unerträglich, abgesehen von den Italienern. Ca. 20 Minuten später ankern wir um 17:30h in der Nachbarbucht Meloï per Buganker und Heckleine zum letzten Baum am Badesandstrand direkt vor der Esel- und Kuhlandwirtschaft. Die Ruhe ist trotzdem herrlich.
Um 20h ziehen wir uns im Schlauchboot an der Landleine an Land und gehen zur Taverna am anderen Ende des Strandes.


19.08.2005 Freitag
11:11 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
13:50 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
16:15 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
18:03 Léros / Lakkí Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:26 Strecke: 25,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten


Wieder sind Herbert und ich als erste wach und machen den Morgenschwimm. Der gute Smutje bereitet uns ein köstliches Obstjoghurt als Frühstück. So langsam wird der Wind stärker und weht direkt ins Cockpit. Wir machen uns daher um 11:11h auf den Weg. Gleich nach der Bucht setzen wir beide Segel und können Schmetterling segeln. Der Wind kommt mit etwa 20 kn ziemlich genau von hinten.
Nach 2,5 Stunden erreichen wir die schöne, weite und großflächig 4m tiefe Ankerbucht S von der Insel Archangelos N von Leros. Es sind schon 8 Boote da und wir suchen uns einen Platz, der weniger fallwindbelastet ist. Nach einer ausgiebigen Schnorchelpartie macht uns der Smutje einen herrlichen griechischen Salat, den wir mit Brot und Retsina im Salon verspreisen. Inzwischen sind nämlich die Fallböen auch hier mehr als unangenehm und die Temperatur ist eher kühl (28°).
Nach 2,5 Stunden brechen wir wieder auf und rasen per Motor die W-Küste von Leros Richtung SE. Der Wind hat noch zugenommen und kommt genau von hinten, was ein Segelsetzen sinnlos macht. Wir kommen auch so mit über 7kn über Grund voran. Um 18h erreichen wir Lakkí. Vom ersten Platz, den wir ansehen, werden wir vom daneben liegenden Rettungsboot verjagt. Wir finden aber noch einen Platz am Bug des Küstenwachebootes, direkt neben dem “gelben Bereich” (=Anlegen verboten). Das Anlegemanöver wird vom Seitenwind erschwert, gelingt aber trotzdem bestens. Das auf der anderen Seite längsseits liegende Motorboot ärgert uns, weil es den Platz von drei Booten wegnimmt. Schließlich liegen wir trotz des Seitenwindes ruhig mit total gespannter Ankerkette und fünf Landleinen. Später hören wir von einem vorbeikommenden Griechen, der sein Hund Gassi führt, dass das Motorboot von der Küstenwache mit mehreren Flüchtlingen aufgegriffen worden ist.


20.08.2005 Samstag
12:15 Léros / Lakkí Karte Abfahrt
13:44 Kálymnos / Emboriós Karte An Boje
16:01 Kálymnos / Emboriós Karte Weiterfahrt
16:40 Télendos / Ort Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 02:08 Strecke: 13,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Trotz Moped- und Bootslärmes im Hafen können wir schlafen, zumindest ausreichend. Herbert holt in der Früh ein frisches Brot und macht wieder ein feines Frühstück. Dann gehe ich zur Marina Evros, um mich wegen Liegeplatzmöglichkeiten zu erkundigen. Diese wären zwar vorhanden und ungefähr halb so teuer wie in Kos, aber die ganze Marina ist im Umbau, weil ein Hafenbecken gebaut wird. Es staubt fürchterlich zur Zeit.
Um 12:15 legen wir ab. Unterwegs bauen wir das Radio aus und stellen fest, dass der Antriebsriemen des Kassettenspielers gerissen ist, was der Grund ist, weshalb wir keine Musik mehr vom Computer mit dem Adapter machen können. Wir bauen den ganzen Kassettenteil aus dem Radio aus, sodass zumindest das Radio ohne Piepstöne funktioniert.
Um 13:45 nehmen wir eine Boje vor der Taverna Barba Nikolas. Wieder steht schwimmen und schnorcheln auf dem Programm. Wir sehen sehr viele kleine Fische. Es folgt Fischfütterung mit altem Brot. Aber die Fische wollen nicht an der Oberfläche fressen. Martin und Patrick beobachten mit dem Taucherglas, was sich abspielt. Ich rühre einen Paatz zusammen mit dem Fischfuttermehl. Die Fische sind ganz narrisch darauf. Es kommen aber keine großen daher. Daher betätigen sich Patrick und Herbert als Delfine, die im Wasser Brotstücke mit dem Mund auffangen. Gelingt nicht so gut wie bei den Delfinen.
Um 16h fahren wir wieder weiter und erreichen Telendos 40 Minuten später. Wir legen längsseits an der N-Seite des Steges am nächsten zum sehr seichten Fischerhafen. Dann gehen wir in die nächste Café-Bar direkt am Wasser und beobachten Touristen und Einheimische bei Bier, Ouzo Frappee und Cola für Patrick.
Nach einer kurzen Verschnaufspause, bei der wir auch eine lange Leine zum befestigten Ufer legen, um das Boot vom Steg wegzuziehen, gehen wir in die letzte Taverna am anderen Ende des Dorfes zum Abendessen. Nachher sitzen wir noch lange im Cockpit und führen Schmäh.


21.08.2005 Sonntag
09:35 Télendos / Ort Karte Abfahrt
10:45 Nsis Nerá Karte Anlegen
15:15 Nsis Nerá Karte Abfahrt
17:30 Pserimos / O. Vathy Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:25 Strecke: 21 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Herbert ist wieder früh auf. Ich folge um 8h. Martin und Patrick werden auf eigenen Wunsch noch vor 9 geweckt. Es kommt ein scharfer Wind von N auf, der das Boot gegen den Betonsteg drückt. Daher wird nichts aus dem geplanten Schwimmen auf Telendos und nur Herbert organisiert noch ein Brot und schaut sich den Hohlaki-Strand an.
Um 9.35 lösen wir alle 5 Leinen und verlassen den Platz durch das Eindampfen-in-die-Vorspring-Manöver.
Wir versuchen, das Radio so umzubauen, dass der Computer direkt an die Platine des Radios angeschlossen werden könnte. Das gelingt aber nur bedingt, weil der Ton durch ein starkes Rauschen gestört wird.
Nach einer Stunde per Motor haben wir die SW-Spitze von Kálymnos umrundet und ankern in der Minihafenbucht der Insel Néra. Was folgt ist klar: Schwimmen und schnorcheln und anschließend eine Jause mit Speck mit Ei und Baked Beans, herumhängen und Kartenspielen (Kasino ist ein Hit).
Um 15:15 legen wir wieder ab. Der Wind ist noch immer stark. Im Wellenschatten des Inselchens setzen wir die gerefften Segel und nehmen Kurs Richtung 95° auf. Mit Wind zwischen 20 und 30 kn segeln wir mit 8-9 kn nach Psérimos. An der SE-Spitze von Psérimos bergen wir die Segel und kämpfen uns gegen den hier noch stärkeren Wind in die Bucht hinein. Da erscheint plötzlich Martin und gibt die Meldung “Wassereinbruch in meiner Kajüte durch die Notausstiegsluke!”. Dieser kommt daher, dass der Anpresszapfen eines Verriegelungsgriffes gebrochen ist. Es sieht spektakulär aus als das Wasser herein spritzt, wenn eine Welle gegen die Luke schlägt aber es ist nicht viel mehr als dass es ausreicht, die daneben hängende Kleidung von Martin nass zu machen.
Keine 10 Minuten später liegt die Blodughadda ganz ruhig an einer sehr starken Boje, die normalerweise von Ausflugsbooten verwendet wird. Den Reservegriff finde ich schnell und fast genau so schnell ist der kaputte Griff ausgetauscht. Ich erkläre den Neulingen am Boot, dass alles Wasser, das hereinkommt, sich in der Bilge unter den Bodenbrettern sammelt. Das veranlasst Herbert zu der Aussage “ich hab eh schon die ganze Zeit das Gefühl, dass ich auf einer Wasserader schlaf”. Von den vielen Bonmots im Laufe der Woche ist das mein Favorit für den ersten Preis. Jedenfalls befindet sich keine zwei Kübel Wasser in der Bilge. In der Bb-Bilge hat sich nicht einmal ein Kübel voll vom tropfenden Seeventil gesammelt.
Herbert und Silvia nehmen die letzten Reste und machen einen griechischen Salat und Nudeln mit Thunfischsauce. Nach dem abendlichen Plaudern und Schmähführen im Cockpit machen Patrick, Herbert und ich noch ein Nachtschnorcheln. Wir sehen zwar wenige schlafende Minifische aber das um den Körper aufblitzende Plankton fasziniert.


22.08.2005 Montag
09:42 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
11:35 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:53 Strecke: 9,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten


Nach Morgenschwimm und Restefrühstück legen wir um 9.45 ab. In etwas mehr als einer Stunde sind wir schon an der Tankstelle. Beim Ablegen bremsen die Fender so dass das Boot kaum wegkommt. Patrick hupft an Land und schiebt uns weg. Wir bekommen nur einen Platz längsseits, da alle anderen Plätze voll sind. Die Marineros werden das Boot später an eine anderen Platz verlegen.
Das Einpacken beginnt.