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2007-07-26 Kos – Patmos

Aktualisierung 20.08.2018 11:20:50 Anzahl Tage: 7
26.07.2007 Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy – Kálymnos / O. Paliónisos
27.07.2007 Kálymnos / O. Paliónisos – Léros / O. Xirókampos
28.07.2007 Léros / O. Xirókampos – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
29.07.2007 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Lipsi / Hafen
30.07.2007 Lipsi / Hafen – Arkí / Tiganáki
31.07.2007 Arkí / Tiganáki – Máratho – Patmos / Hafen Skála
01.08.2007 Patmos / Hafen Skála

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Tötterström Patrick
Lamprecht Harald
Fister Christina

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 13:11 Strecke: 67,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten


26.07.2007 Donnerstag
11:50 Kos / Marina Karte Abfahrt
13:13 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
14:25 Pserimos / O. Vathy Karte Weiterfahrt
16:30 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 03:28 Strecke: 21 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Nach dem Frühstück in der windstillen Marina wird der Proviant bei Kostas eingekauft. Ich besorge noch einen neuen Radarreflektor und eine neue Österreich-Flagge.
Kurz vor 12 fahren wir los und motoren bei sehr wenig Gegenwind in 1:20h in die Vathy-bucht auf Psérimos. Im seichten türkisblauen Wasser werfen wir den Anker und kühlen uns ab im 27° warmen Wasser. Nach einer Jause fahren wir weiter und erreichen nach weiteren 2 Stunden die Nikolas-Bucht Paliónisos. Es sind 2 Segelboote und ein dreimastiger Gulet schon da. Aber der kleine Betonanleger ist noch frei so dass wir mit Buganker und 2 Heckleinen in bequemem Landgangabstand anlegen können. Das Gulet und ein Segelboot legen ab und 2 weitere Segelboote kommen an. Wir beobachten mit schadenfrohem Vergnügen ihre umständlichen Versuche, Landleinen auszubringen.
Alsbald kommt auch der Nikolas zum Strand und begrüßt uns herzlich. Er bringt frische Feigen mit und bekommt einen Kaffee serviert. Die neueste Errungenschaft im Dorf: Seit 3 Monaten gibt es elektrischen Strom, wodurch er seinen Generator endlich nicht mehr betreiben muss. Die Straße ist allerdings noch nicht weiter gekommen. Kurz vor Sonnenuntergang gehen wir zu seiner Taverna auf Getränke und eine Vorspeise.
Danach kocht uns Beate an Bord die Hauptspeise mit Hühnerfleisch und gebratenen Zucchini – köstlich.


27.07.2007 Freitag
12:54 Kálymnos / O. Paliónisos Karte
14:20 Léros / O. Xirókampos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 01:25 Strecke: 9,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten


Der Vormittag vergeht im Zeichen des Nikolas, der wieder mit frischen Feigen kommt. Er bekommt von uns etwas Benzin für den Außenborder und eine Rolle mit nicht mehr benötigtem Seil und natürlich einen Kaffee. Er freut sich sehr über das Seil und erzählt, dass ihm neulich ein 100m-Seil geklaut worden ist.
Um 13h legen wir ab und haben das erste Mal in diesem Sommer so viel Gegenwind, dass das Wasser bis nach hinten spritzt. Nach kurzer Zeit beruhigt sich die See wieder und als wir nach etwas mehr als einer Stunde in die Bucht Xerocampos einlaufen, ist der Wind kein Thema mehr. Wir nehmen eine der gelben Bojen der Taverna Aloni. Als wir abends mit dem Schlauchboot zu ebendiesem hinübersetzen, stellen wir fest, dass eine Menge Wasser im Boot ist. Die Klebestelle zwischen Boden und Schlauch hat sich beim Bug auf einer Länge von 10 cm gelöst.
In Aloni werden wir wirklich professionell bedient und essen gemeinsam eine große gemischte Grillplatte. Zu fünft schaffen wir sie gar nicht. Nachher machen wir einen kurzen Spaziergang entlang des Ufers und dann schwimmen Beate und ich im spiegelblanken Wasser zurück zum Boot.


28.07.2007 Samstag
09:44 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
11:30 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 01:45 Strecke: 9,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten


Zum ersten Mal nach 10 Tagen müssen wir mit Meltémi, und zwar gegenan, rechnen. Daher fahren wir bereits um 9:45h los. Entlang der W-Küste von Léros ist der Gegenwind am Vormittag nicht so schlimm und trotz teilweise großer Wellen erreichen wir die Ankerbucht an der S-Seite der Insel Archángelos gleich N von Léros bereits um 11:30h.
Wir ankern zwischen 3 anderen Eignerbooten.


29.07.2007 Sonntag
09:41 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
11:25 Lipsi / Hafen Karte Ankern
15:50 Lipsi / Hafen Karte Abfahrt
16:10 Lipsi / Hafen Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 02:03 Strecke: 9,2 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten


Auf der Fahrt nach Lipsi versuchen wir S der Grotte auf Makronisi zu ankern. Patrick beobachtet den Anker mit der Taucherbrille, kann aber nur feststellen, dass er auf dem Felsgrund rutscht. Nach zwei Versuchen geben wir es auf. Auf der N-Seite bläst der Wind direkt in die kleine Ankerbucht und so können wir leider nicht im „Binnensee“ schnorcheln und durch den Tunnel tauchen.
Den Badestopp machen wir außerhalb des Hafens in der großen Bucht vor einem Sandstrand bevor wir um 16:10h im Hafen anlegen. Wir gehen auf ein Getränk ins Kalypso.
Die Versorgungssäulen auf dem Anleger sind im Betrieb und so erhalten wir Landstrom, um den Kühlschrank wieder richtig kalt zu bekommen.
Abends machen wir einen Spaziergang in den Ort hinauf und essen herrlich in La Nave wo uns der sympathische Kellner aus Iran bedient. Auf dem Rückweg sehen wir kurz der Volkstanzaufführung auf der Bühne beim Hafen zu. Es ist aber weder ein Sitzplatz frei noch besonders interessant. Also landen wir wieder in Kalypso, wo wir die Musik, wie im ganzen Hafen, auch bestens hören können. Um Mitternacht hört sie Gott sei Dank auf.


30.07.2007 Montag
13:00 Lipsi / Hafen Karte Abfahrt
14:26 Arkí / Tiganáki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:26 Strecke: 7,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten


Für einen Hafen lässt sich hier gut schlafen. Erst um 9:30h wird es merkbar lauter und wir kriechen aus den Kojen. Harald und Christina kaufen Köstlichkeiten beim Bäcker, die wir zum Frühstück mit Genuss vertilgen (Nutellakrapfen!).
Dann versuchen Patrick und ich das Schlauchboot zu reparieren. Die aufgerissenen Nähte im Bug werden ordentlich mit Azeton gesäubert und dem Reparaturleim eingestrichen und anschließend zusammengepresst. Zumindest scheint es zu funktionieren aber die alte Festigkeit haben wir sicher nicht erreicht.
Nach einem Frappee in Kalypso, der Bezahlung der Hafengebühr (€ 4,32) bei der Hafenpolizei und des Landstroms (€ 5,-) legen wir um 13h ab. Eine Stunde später erreichen wir Tiganáki. Der Wind geht heftig gegenan und zwei Segelboote blockieren mit ihren Schwojen die Einfahrt gemeinsam mit einem Schnorchler. Ganz knapp am Land mit Vollgas als das eine Boote gerade wegschwojt kommen wir durch. Die Kappe von Patrick fliegt dabei allerdings davon.
Wir ankern im 2m tiefen türkisblauen Becken.
Abends gibt es Hühnernuggets mit Gemüse und anschließend spielen wir DKT bis 1h in der Früh.


31.07.2007 Dienstag
12:35 Arkí / Tiganáki Karte
12:57 Máratho Karte An Boje
14:45 Máratho Karte Abfahrt
15:01 Máratho Karte segel setzen
16:02 Segel bergen
16:30 Patmos / Hafen Skála Karte Ankunft
17:24 Patmos / Hafen Skála Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 03:02 Strecke: 11,2 Seemeilen Ø Fahrt: 3,7 Knoten


Als Tiganáki voll mit Badegästen wird, fahren wir um 12:30 ab. 20 Minuten später nehmen wir eine Boje in Maráthi. Wir setzen das reparierte Schlauchboot zum ersten Mal wieder ins Wasser und rudern an Land. Es kommt kein Wasser herein, also ist die Reparatur vorläufig als gelungen zu bezeichnen. Allerdings wird die Festigkeit der Klebestelle sicher nicht so toll sein.
Nach einer Jause in der Piratentaverna fahren wir wieder weiter und ziehen sogleich die Segel hinauf. Eine Stunde lang segeln wir Richtung Pátmos bis der Wind endgültig zu schwach wird.
Im Hafen Skala ist kein Platz mehr zu finden. Zwischen zwei deutschen Segelyachten wäre zwar Platz genug, wenn sie jeweils um 1,5 m auf die Seite rücken würden. Aber auf einer Yacht ist niemand an Bord und auf der anderen weigert man sich – ungewöhnlich unkollegial. Sie werden aber später dafür bestraft: Eine fette Motoryacht presst sich in die Lücke hinein. Wir schleichen uns also weiter entlang der Boote. Der Mooring Man lässt uns nicht anlegen am einzigen Platz, der groß genug wäre, weil gerade eine große Motoryacht hereinkommt. Wir fahren eine große Hafenrunde und kommen auf die andere Seite des Hafens, wo ein Versorgungspier ist. Dort weist der Mooring Man gerade eine andere große Motoryacht ein und deutet uns, wir sollen uns weiter nach vorne verzupfen. Das tun wir auch und legen uns längsseits am N-Ende des Piers. Aus einer Intuition heraus, nehme ich einen 20€-Schein, gehe ihm entgegen und drücke ihm diesen in die Hand und bedanke mich herzlich. Er ist ganz überrascht und sagt nur „You can stay here“. Dass das ein Machtwort ist, erfahren wir später als die Hafenpolizei alle anderen Yachten verjagt, die ebenfalls an diesem Pier festgemacht haben außer die von ihm eingewunkenen, also uns und der ersten Motoryacht namens Eleni. Diese wird noch zwischen uns und einem dort längsseits liegenden Boot verlegt, um einem Tankschiff Platz zu machen.
Mit dem Kapitän dieser 24m Maiora Yacht unterhalte ich mich dann recht ausführlich. Er bestätigt das System mit dem Mooring Man, der eigentlich keine offizielle Funktion aber eine große praktische Macht in jedem Hafen hat, weil er die Hafenpolizei „entlastet“: Man zahlt ihm 20 Euro und alles ist bestens. Bei 10€ schaut er blöd und bei 0€ kann man kein Wohlwollen erwarten. Die großen Motoryachten kennen das System und halten sich daran, die Segelyachten kennen es meistens nicht. Deshalb werden die Motoryachten in jedem Hafen vom Mooring Man bevorzugt. „It is a dirty system“ sagt der sympathische Kapitän.
In der Zeitschrift Boat International finden wir eine Verkaufsanzeige für die gleiche Type wie seine Yacht: Baujahr 2006 um 3,7 Mio Euro.
Patrick und ich machen uns auf um einen Leihwagen zu organisieren. Beim vierten Versuch klappt es bei AVIS: € 45 für einen nagelneuen Opel Corsa bis morgen ca. 13h – passt. Wir holen Harald und Christina ab und machen eine kurze Rundfahrt über den Südteil der Insel. Dann holen wir Beate ab und fahren zum Abendessen nach Skala. Anschließend gehen wir noch auf einen Drink ins Café Aegean und kaufen um 22:30h im Supermarkt ein bevor wir zum Boot zurückkehren.


01.08.2007 Mittwoch
Patmos / Hafen Skála
Mich weckt der Nachbar mit „Käptn, Käptn“ auf. Es ist Wind aufgekommen und seine Motoryacht droht auf das Nachbarboot gedrückt zu werden, weil der Anker nicht hält. Er will eine Spring zu meiner Vorderklampe legen, um den Bug abzustützen. Mache ich auch und lege noch eine weitere Leine vom landwärtigen Bug zum Poller, um den Zug abzufangen. So hängt die Sicherheit einer 24m Motoryacht an der Bugklampe der Blodughadda.
Der Wasserwagen bringt dem Tankschiffchen vorne am Pier eine Nachfüllung und ich kann mich gleich anmelden, um auch die Tanks von der Blodughadda aufzufüllen. Kostet wie üblich 7 Euro.
Mit dem Leihwagen fahren Beate, Harald und Christina zur Chora hinauf und besichtigen das Kloster. Inzwischen kontrollieren Patrick und ich die Motoren. Ich fülle noch die 20 l vom Reservekanister in den Treibstofftank und als sie zurück kommen, fahre ich mit dem Auto zur Tankstelle, um den Reservekanister aufzufüllen. Anschließend wiederhole ich die Prozedur so dass das Boot wieder so gut wie voll getankt ist.
Um 13h fahren wir alle mit dem Auto zum Fähranleger auf der anderen Seite der Bucht und bringen den Schlüssel an den Autovermieter zurück. Wir setzen uns auf ein Abschiedsgetränk ins Café Arion und warten auf die Ankunft des Katamarans der Dodekanissos Seaways. Ziemlich pünktlich um 13:40h legt er auch an und wir verabschieden uns von Harald und Christina, die mit ihm nach Kos zurückfahren.