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2008-07-11 Warten auf neue Crew

Aktualisierung 20.08.2018 02:22:02 Anzahl Tage: 4
11.07.2008 Zakynthos / Hafen – Zakynthos / Porto Roma
12.07.2008 Zakynthos / Porto Roma – Zakynthos / N. Marathonisi – Zakynthos / O. Kerí
13.07.2008 Zakynthos / O. Kerí
14.07.2008 Zakynthos / O. Kerí – Zakynthos / Shipwreckbay – Zakynthos / Ag. Nikolaos (Skinari)

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 8:55 Strecke: 46,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten


11.07.2008 Freitag
18:30 Zakynthos / Hafen Karte Ablegen
20:48 Zakynthos / Porto Roma Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:18 Strecke: 9,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten


Vom Flughafen fahre ich zur Sommerakademie nach Vassilikos, um Beate samt Gepäck und die Zana abzuholen. Mit Mühe passt alles in den idiotischen Geländewagen. Wir bringen das Gepäck zur Blodughadda, holen die Schmutzwäsche ab und suchen eine Wäscherei. Diese, eigentlich eine Putzerei, wird unsere Wäsche bis 18h waschen und trocknen. Wir können endlich auf ein Kaffee gehen. Anschließend bringen wir die Zana zurück nach Vassilikos und fahren danach weiter zur Südspitze der Skopos-Halbinsel. Wir sehen uns einige der schönen Strände an, die ideal zum Baden aber als Ankerplätze unbrauchbar sind, weil vollkommen ungeschützt. Daher fahren wir zur Halbinsel gegenüber, also auf der anderen Seite der großen Laganas-Bucht. Auf dieser heißt der zweithöchste Berg mit 413m Höhe „Skopos“, während auf der Skopos-Halbinsel der höchste Berg mit 492m „Skopos“ heißt. Demnach müsste diese Halbinsel „Kakavakia“ (416m) heißen… Sie hat aber keinen Namen. Vielleicht nicht halbinselhaft genug. Leicht verwirrend diese griechische Namensgebung.
Wir sehen uns die Bucht und den Strand von Limni Keriou an und stellen fest, dass es sehr nett aussieht. Am Abend nach der Wäscheabholung wollen wir hierher fahren, um nicht über Nacht im Hafen zu bleiben. Danach fahren wir die Straße weiter Richtung Leuchtturm und als wir um eine Kurve biegen erschrecken wir direkt: Eine gewaltige griechische Flagge weht von einem enorm hohen und dicken Flaggenmast fast schon himmelsfüllend. Die 670 m2 große Flagge steht direkt bei der Taverna „Keri Lighthouse“ und diese direkt oben auf der Felswand, die schätzungsweise 150m senkrecht ins Meer abfällt. Die Aussicht auf das Meer und die zwei spitzen Mizithres-Felsen (auch N. Lampádo) ist atemberaubend schön. Siehe auch http://www.liveris.gr/pages/de-taverna.php Zur Geschichte der Flagge siehe http://www.theflag.gr/de_index.php

Nach einer Erfrischung fahren wir wieder zurück. Unterwegs haben wir einen Lidl-Markt gesehen und da wir ein Auto haben, wollen wir es nützen, um ordentlich und günstig Proviant und Getränke einzukaufen. So ist es dann auch und es hat gerade noch Platz im Auto nachdem es mir gelungen ist, auch den zweiten Rücksitz nach vor zu klappen (kaputter Ziehknopf). Wir haben kaum Zeit, den Einkauf zu verstauen bevor wir das Auto um 17h zurück geben müssen. Ich beschwere mich über den verlotterten Zustand des sauteuren Autos. Die nette Dame erklärt, der Verleiher sei irgendwo oben in den Bergen, falls ich reklamieren möchte, hier sei nur die Agentur und im Übrigen wäre sie auch der Meinung, die Autos seien in schlechtem Zustand und würde es begrüßen, wenn ich das bei Budget vorbringen würde.

Wir erkundigen uns nach den Fährverbindungen zwischen Zakynthos und den anderen Ionischen Inseln, müssen aber feststellen, dass es sie nicht wirklich gibt: Nur nach Kyllini am Peloponnes (siehe http://www.ionianferries.gr/routes.asp) und zwischen Pesáda, einem Kaff auf Kafallinia und Ag. Nikólaos (Skinári), einem vielleicht etwas größeren Ort im N von Zakynthos. Hier verkehrt F/B Angela von Mai bis Oktober von Pesada um 7:45 und 17:30 und von Ag. Nikólaos um 9:45 und 19:15.

Nach einem Getränk und einem Bummel durch die wegen Mittagspause bis 18h noch geschlossenen Geschäftsstraßen finden wir auch wieder in die Straße Foskolou zurück. Wir staunen nicht schlecht als wir auf Nummer 71 eine weitere Putzerei finden. Unsere auf Nummer 65 sperrt gerade auf als wir ankommen. Eine preiswerte Wäscherei, wie es die Bootsfahrer bräuchten, gibt es also in dieser Hafenstadt nicht. Dafür gibt es zwei sündteure Putzereien gleich neben einander. Wofür wir in der Wäscherei in Kos 8 Euro bezahlt hätten, kostet hier ganze 35, aber die Lein- und Handtücher mussten gewaschen werden.

Wir sind froh als wir um 18:30h endlich diese Bootsfahrerausbeuterstadt verlassen können. Nach O. Kerí wird es etwa 2,5 Stunden dauern so dass wir ausrechnen, dass wir gerade zur Dämmerung dort eintreffen werden. Daher sehen wir uns kurz den Ankerplatz bei Porto Roma an, befinden ihn aber zu wellig und fahren weiter. Als wir jedoch zum Kap Geráki kommen, also etwa auf der halben Strecke, haben wir plötzlich scharfen Wind auf die Nase mit entsprechenden Spritzwellen. Darauf habe ich absolut keine Lust und drehe daher um. Gleich N des Kaps ist eine schwache Einbuchtung mit ganz ruhigem Wasser. Auch die Tiefe würde für den Anker passen. Aber als wir diesen hinunter lassen, merken wir schon, woraus der Grund besteht: Felsen. Nix wie sofort wieder herauf mit dem Anker, damit er sich nicht verfängt und zurück nach Porto Roma. Auch hier unterhalb eines anscheinenend menschenleeren Hotelkomplexes sehen wir Steine am Grund. Aber näher zum Schwimmstrand und Taverne ist der Ankergrund perfekt mit weichem Sand.

Noch immer kommer hier leichte Wellen aus N herein. Aber das kümmert uns jetzt wenig und wir können schwimmen und Melone mit Prosciutto essen und einen guten Wein trinken.


12.07.2008 Samstag
11:49 Zakynthos / Porto Roma Karte Abfahrt
13:26 Zakynthos / N. Marathonisi Karte Ankern
14:31 Zakynthos / N. Marathonisi Karte Weiterfahrt
15:00 Zakynthos / O. Kerí Karte
Zeit unterwegs: 02:04 Strecke: 9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,3 Knoten


Die ganze Nacht werden wir sanft geschaukelt. Wir schlafen lange und fahren erst kurz vor 12h weiter. An der S-Seite der Insel Marathonísi befindet sich ein Schotterstrand und daneben zwei Wassergrotten. Das Seekartenbuch warnt vor gefährlichen Felsen für Anker und Kette und diese sehen wir auch deutlich auf 8m Tiefe. Wir wollen trotzdem dazwischen auf einem Sandfleck ankern und binden daher eine Trippleine und eine Boje an das Kreuz des Ankers, um im Fall der Fälle den Anker den Anker mit dieser herausziehen zu können.

Ich packe die Videokamera in das Sportgehäuse und schwimme zuerst durch einen großen Fischschwarm und dann in die Grotten hinein. Ich hoffe, dass die Aufnahmen was werden, weil ich wirklich nicht sehen kann, was ich eigentlich unter Wasser filme. Als ich zurück komme, sehe ich aber deutlich, dass sich die Ankerkette um einen Stein geschlungen hat während der Anker recht unbeteiligt im Sand daneben liegt. Weil Wind aufkommt, dränge ich auf Abfahrt obwohl Beate gerade dabei ist, die Grotten zu aquarellieren. Ich richte Fender, Taucherbrille und Bootshaken her, um notfalls die Ankerkette händisch zu befreien. Sie sitzt tatsächlich bombenfest. Aber es genügt, zum Anker vorzufahren und diesen mit der Trippleine einige Meter zu heben, um den Ankerkettenknoten um den Stein zu lösen. Wir nehmen sehr erleichtert Kurs auf den Strand von Keriou auf.

Weil diese die einzige Bucht auf Zakynthos ist, wo man sicher und komfortabel ankern kann bzw. darf, gibt es hier viele Boote. Aber es gibt auch genügend Platz. Zunächst will der Anker wieder nicht halten und erst als wir es direkt vor dem Badestrand versuchen, haben wir guten Sandgrund. O. Keríou ist eigentlich der südlichste Teil der großen Laganas-Bucht. Aber wegen der Schutzzone für die Wasserschildkröte Caretta Caretta darf man in dieser sonst nirgends ankern. Die Schildkröten könnten es sich nämlich überlegen, nachts an Land zu schwimmen und ihre Eier in den Sand zu vergraben. (siehe http://www.nmp-zak.org/)

Wir fangen an, Ordnung zu schaffen. Beate verstaut ihre Sachen und ich fange von vorne an, also beim Ankerkasten. Die vielen Leinen, die sich angesammelt haben, müssen auf Verwendungszweck und Notwendigkeit überprüft werden. Ich messe und beschrifte alle Enden.


13.07.2008 Sonntag
Zakynthos / O. Kerí
In dieser Bucht verändert der Wind seine Richtung oft aber seine Stärke bleibt mäßig bis zur absoluten Flaute. Wir faulenzen und machen Ordnung abwechselnd.
Am Nachmittag schwimmen wir an Land mit dem Trockenbeutel, gehen etwas herum und dann auf eine Jause ins Café. Der Ort ist wirklich nett.


14.07.2008 Montag
10:57 Zakynthos / O. Kerí Karte Abfahrt
14:10 Zakynthos / Shipwreckbay Karte Anschaun
15:30 Zakynthos / Ag. Nikolaos (Skinari) Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:32 Strecke: 27,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Weil laut Prognose der heutige Tag windfrei bleiben wird, beschließen wir, die SW-Küste von Zakynthos entlang zu fahren. Diese ist unheimlich schroff mit steil abfallenden Felswänden und die Wasserlinie mit Grotten durchlöchert. Wir kommen auch unten an der größten Flagge Griechenlands vorbei uns sehen die Taverna Lighthouse weit oben auf der Felskante.
Die Bucht mit dem Schiffswrack erreichen wir um 14h. Das haben sehr viele Leute kurz vorher ebenfalls getan. Das Wetter würde zwar einen kurzen Aufenthalt erlauben aber der Strand ist voll mit Ausflugsbooten und Leuten. So begnügen wir uns mit einem Blick auf die sensationell schöne Bucht vom Boot aus und setzen die Fahrt fort.
Auch die berühmten blauen Wassergrotten können wir uns nur von der Entfernung ansehen. Es sieht aber witzig aus, wie die Ausflugsboote einfach in den Berg verschwinden und plötzlich wieder herauskommen.
Auf der Fahrt beende ich mein Leinenservice. Ergebnis: 33 Stück, Gesamtlänge 484,9 Meter! Es handelt sich also nur um Leinen, zum Festmachen des Bootes oder zum Verzurren des Schlauchbootes oder für die Ankerboje, oder…. Ich könnte den Katamaran also ca. 14 Mal damit einwickeln. Also völlig übertrieben. Aber welche soll ich denn wegschmeißen?
Um 15:30 legen wir in Ag. Nikolaos (Skinari) an. Wir wählen einen Platz am N-Ende des langen, entlang des Ufers bogenförmig angelegten Kais. Weil der Wind inzwischen recht frisch von der Seite kommt, legen wir längsseits an. Das Wasser ist absolut klar und ladet direkt zum Schwimmen ein.
Um 17h kommt ein Ausflugsboot (Blue Caves – Shipwreckbay) herbei und entlädt seine Touristenfracht direkt hinter uns. Der Bootsführer, ein junger Bursch, ruft mir zu, wir würden so liegend Probleme mit den Wellen bekommen. Er vertäut sein Boot und kommt nochmals vorbei. Er heiße Dimitris, sei 23 Jahre alt und betreibe mit seiner Familie die erste Taverna und die Tankstelle und wenn ich seine Hilfe benötige, solle ich ihn nur holen. Mit dem Delta-anker würde es hier überhaupt keine Probleme geben. Aber weil ich die Internetwindprognose für heute Nacht gelesen habe, vermute ich sowieso keine Probleme.
Bald kommt ein weiteres Segelboot mit zwei jungen Leuten, das sich anschickt, zwischen Blodughadda und dem Ausflugsboot anzulegen. Ich vermute, dass es sich um die italienischen Freunde handelt, von denen Dimitris gesprochen hat. Ich helfe ihnen mit den Leinen und sie bestätigen meine Vermutung. Als Dank bietet mir der Bursch einen Aperitivo aus Genua an: Asinello.
Natürlich gehen wir in die Taverna von Dimitris, wohin auch die Nachbarbootpärchen gehen, also die zwei jungen netten Italiener und und die zwei älteren netten Tschechen von der anderen Seite. Auch die Schwester von Dimitris, Katerina, ist sehr kommunikativ und so entsteht bald eine sehr nette Stimmung in der Taverna. Ich schenke dem Dimitris eine Schachtel mit alten Fischfangutensilien, die schon lange im Weg herumliegen und bis auf Zeitvertreib für junge Burschen nichts gebracht haben. Er schenkt uns dafür eine Flasche Retsína. Dazwischen legen neue Segelboote an und der junge Italiener und ich eilen hinunter, um mit den Leinen zu helfen. Das ist hier sehr kniffelig, weil es keine weiteren Poller gibt, als die zwei an denen wir festgemacht haben. Die restlichen Festmachmöglichkeiten bestehen aus Eisenrohren, die in Ritzen in der Betondecke des Kais eingesteckt sind und sich ganz leicht herausziehen lassen. Nur wenn die Leine ganz knapp am Beton darum herumgewickelt wird, hält das Rohr den horizontalen Zug darauf aus. Man kann sich nur wundern. Aber die Leute hier sind wirklich sehr freundlich und das Essen ist gut und günstig.