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2009-09-05 Kos – Leros

Aktualisierung 21.08.2018 21:28:31 Anzahl Tage: 5
05.09.2009 Kos / Marina – Platy (bei Psérimos) – Kálymnos / O. Vlychádia – Télendos
06.09.2009 Télendos / Ort
07.09.2009 Télendos – Léros / O. Lakkí – Léros / Marina Leros Evros SA
08.09.2009 Léros / Marina Leros Evros SA
09.09.2009 Léros / Marina Leros Evros SA

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Patrick

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 7:18 Strecke: 30,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,2 Knoten


05.09.2009 Samstag
12:20 Kos / Marina Karte
14:05 Platy (bei Psérimos) Karte
14:26 Platy (bei Psérimos) Karte
15:42 Kálymnos / O. Vlychádia Karte
16:45 Kálymnos / O. Vlychádia Karte
18:10 Télendos / Ort Karte
Zeit unterwegs: 04:26 Strecke: 22,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten


Wir wollen im Marinacafé frühstücken. Das wollen andere auch. Der Kellner sagt „you must wait“. Ich frage „why?“ er: „we have so many orders“. Ich bin sauer. Wir gehen zum Kostas einkaufen. Als ich zum Boot zurück komme, wartet dort ein Mann auf mich. Es ist Ole, ein Däne, der seit 30 Jahren auf Kos lebt und mit Dimitris gut befreundet ist. Er hilft öfter, weil Dimitris kaum englisch kann und bringt mir den Kostenvoranschlag für die notwendige Reparatur des Saildrives: 1.647 Euro, darunter 700 für die Arbeit (!) und 750 für die Gummidichtung (!!!) und zwar per Motor, also schlappe 3.294 für beide Motoren. Ich bin fassunglos. Außerdem verlangt er 400 Euro für die gestrige Reparatur, die ich aber auf 300 herunter handle, weil sie meiner Meinung nach hauptsächlich eine Garantiereparatur war und ich andererseits nur mehr 325 Euro habe. So toll ich den Dimitris als Mechaniker finde, kann ich nicht umhin, ihn jetzt auch unverschämt zu finden. Er hat also jetzt und voriges Mal zusammen 1.100 Euro bekommen für insgesamt etwa 5 Stunden Arbeit. OK, ein anderer hätte dafür sicher mehr als doppelt so lange gebraucht. Aber ich denke, ich werde ein Gegenoffert in Leros einholen. Das Service der Saildrives hat schließlich 10 Monate Zeit. Da kann es ruhig länger dauern.

Jetzt brauche ich dringend Geld. Der Bankomat beim Kos-Hotel tut so als ob er in Betrieb wäre, kann aber doch kein Geld hergeben. Der nächste Bankomat ca. 300 m stadteinwärts sagt es gleich, aber der dritte, etwa 100m entlang der Querstraße macht uns dorch wieder flüssig. Wir gehen zurück und frühstücken in einem der Lokale. Ich bin hungrig und durstig und trinke gleich den Orangensaft auf, der zuerst serviert wird. Das hätte ich nicht tun sollen. Kurz darauf verkrampft sich mein Magen auf das schmerzhafteste. Aber ein Glas Wasser löscht den Brand recht schnell wieder.

Dann wird es endlich Zeit, abzulegen. Um 12:20 fahren wir los. Ganz wenig Wind und kaum Welle. Bei der Insel Platy machen wir einen 20-minütigen Badestopp, weil ich dem Patrick diesen schönen Platz zeigen will, den ich mit Beate entdeckt und erschwommen habe.

Um 15:40 ankern wir in der Bucht Vlychadia neben den Haidingers, wie verabredet. Wir schwimmen und essen einen Schinken-Käse Toast. Um 16:45 holen wir den Anker wieder herauf, aber nicht allein. Ein kaputtes Fischernetz hat sich um die Ankerkette gewickelt. Es gelingt Patrick, das Netz anfangs abzuwickeltn, dann entlang der Kette zu schieben und einen nicht als Kettenwickel verwendeten Teil abzuschneiden. So kann ich den Anker per Hand herauf holen und befestigen so dass wir mit einem Anker-Netzhaufen im Trampolinnetz los fahren können. Es dauert seine Zeit, bis Patrick das Netz mit der Wellenklinge des Leathermans abgeschnitten hat.

Kurz vor 18h erreichen wir das windstille Telendos. Weil schon bekannt, legen wir uns per Buganker und Heckleinen in Passarellaabstand an den Kopf des südlichsten der vielen kleinen Betonstege. Die Charivari (Bootsname der Heidingers) ankert direkt nebenan und liegt entlang unserer bb-Seite mit einer Leine zu einem vergammelten Poller am Steg. So können sie bequem über unsere Passarella gehen. Das tun wir alle nach der obligaten Ankerbeschnorchelung (hohes Gras aber perfekter Halt – juhuu!!) als wir die motorverkehrfreie Insel besichtigen. Wir gehen an den vielen Tavernas vorbei entlang der mittlerweile wieder verlängerten schönen Gehweges bis zu einem breiten Anleger aus Stahl und Holz über dessen Zweck wir rätseln. Dann gehen wir wieder zurück und entscheiden uns für George’s Taverna, weil wir auf der Kreidetafel interessante Speisen und unter dem Bambusdach bequeme Sessel am Hinweg gesehen hatten.

Es dauert zwar lange, bis wir das Essen bekommen aber es ist ganz ausgezeichnet und außergewöhnlich zubereitet. Allein der mit Ouzu flambierte Saganaki schmeckt wie schneidbare Käsefondue.


Mein Hühnerfilet in Brandy-Aprikosen Sauce, Patricks Huhn-Schwein-Röllchen mit Speck und Käse in pikanter Sauce, Franks Schweineripperln und Petras marinierte Thunfischsteaks, alles mit gekochten Kartoffeln, Zucchini und Lauch als Beilage schmecken hervorragend. Und mit 17,50 Euro pro Person inklusive alles ist es wirklich preiswert. Hier bekommen wir allerdings keine kostenlose Digestifs. Patrick und ich setzen uns daher in ein Café und holen diese nach während Frank und Petra zu müde sind und schlafen gehen. Wir genießen die herrliche Aussicht auf die beleuchtete Ortschaft Myrties auf Kalymnos gegenüber und beschließen, den morgigen Tag auch noch auf dieser schönen Insel zu verbringen (und wieder bei George’s zu essen).


06.09.2009 Sonntag
Télendos / Ort
Die Entscheidung, hier zu bleiben war goldrichtig. Das finden offenbar die Haidingers auch und bleiben auch da. Das Wetter und die Ruhe im straßenlosen Ort ist herrlich. Ich schreibe Blogbuch, räume mit Patrick den Ankerkasten auf, bringe die gekauften Leinenaufhänghaken an, fette die Kontakte des Ankerwindenrelais und der Funkfernsteuerung mit Vaseline ein und fixiere den Ketteleitbolzen mit einer Schlauchklemme!
Mit Frank tüftle ich den optimalen Platz für die vorgesehenen Heckspringklampen aus und auf seinem neuen Boot einen für eine Klampe für den Ankerwindenentlastungshaken. Dann gehen wir mit Petra und Frank zum Hohlakia-Strand auf die andere Seite der Insel. Die neuen Sesseln nehmen wir mit und sie bewähren sich hervorragend auch am Kiesstrand.
Abends essen wir wieder ganz hervorragend im George’s Taverna. Frank erzählt sehr interessante Sachen von seiner faszinierenden Arbeit. Er ist verantwortlich für das Haupttriebwerk der Ariadne-Rakete, einem Motor, der etwa 1,3 Millionen PS leistet und eine Lebensdauer von 10 Minuten hat.
Heute ist der Wirt etwas gesprächiger, weil viel weniger Gäste da sind. Als wir erzählen, dass wir morgen unterschiedliche Ziele haben, kombiniert er sofort, dass wir von den zwei Katamaranen sein müssen. Er erzählt, dass er bis Ende Oktober da bleibt aber dann zu seiner Familie in der Hauptstadt Pothia übersiedelt, wo seine zwei Kinder in die Schule gehen. Da frage ich ihn, ob er den Nikolas Makarounas kennt. Natürlich kennt er ihn und nennt ihn „talking mashine“ – recht treffend. Auf die Rechnung gibt er heute einen Rabatt zusätzlich zu den köstlichen Weintrauben, die er als Nachspeise hinstellt. 60 statt 64 Euro will er haben. Er bekommt aber 65 und ist sichtbar erfreut über die Aussage „if you give us discount we pay more“.
Nach einem Abschlussouzo im Café verziehen wir uns schon vor Mitternacht in die Kojen.


07.09.2009 Montag
10:30 Télendos / Ort Karte
13:00 Léros / O. Lakkí Badeplatz Karte
16:57 Léros / O. Lakkí Badeplatz Karte
17:20 Léros / Marina Leros Evros SA Karte
Zeit unterwegs: 02:52 Strecke: 8,1 Seemeilen Ø Fahrt: 2,8 Knoten


In der Nacht kommen zuerst etwas Wellen, dann Wind auf. Die Boote ruckeln hin und her und weil mit einander vertäut, auch aneinander. Ich stehe auf, um zu sehen, dass alles in Ordnung ist und dann schlafe ich kaum weil die Fender zwischen den Booten so quietschen. Ich höre ein neues Geräusch und sehe nach. Der Frank ist aufgestanden und legt zwei weitere Festmacherleinen. Ich mache auch eine neue auf der Leeseite, wohin es unsere Boote drückt. Patrick wacht von den Aktivitäten auch auf. Den Anker spanne ich nach und gehe dann wieder ins Bett. Die neuen Leinen machen zusätzlichen Krach und ich übersiedle ins Cockpit. Hier hört man zwar das Hahnengeschrei lauter aber dafür die Leinen und Fendergeräusche kaum. Außerdem kann ich jederzeit im Vollmondschein einen Kontrollblick auf die Anlegesituation werfen. Der Anker dürfte nämlich doch nicht so gut halten. Also schlafe ich kaum.
In der Früh bestätigt sich meine Vermutung: Der so tolle Jambo-Anker hat auf diesem Grund mit extrem langen Seegraswurzeln nicht gehalten sondern hat einen ganzen Haufen davon aufgesammelt bevor er doch halt gemacht hat. Eine interessante Sinnestäuschung verwirrt mich zunächst: Der Anker wandert hin und her! Es dauert eine Weile, bis ich kapiere, dass nicht der Anker sondern das so weit das Auge reicht vorhandene Seegras in der Dünung, die doch bis über 3m tief reicht, hin und her „weht“. Dasselbe passiert mit einem etwa 3x2m großen Stein. Es sieht wirklich so aus, als würde er sich widerstandslos schaukeln lassen.
Draußen in der Meeresstraße zwischen Telendos und Kalymnos hat der Wind schon ordentlich zugelegt und wir beeilen uns, abzufahren, bevor er unseren Platz erreicht. Zuerst legt die Charivari ab, dann die Blodughadda. Wir fahren parallel gegen den doch nicht so starken Wind, machen eine Besichtigungsrunde in der Emporios-Bucht (viele Bojen, noch einige frei, ruhige See), fotografieren das jeweils andere Boot und trennen uns vor der Einfahrt in die Lakkí-Bucht. Da sagt Patrick, er kann plötzlich nicht mehr gerade aus fahren. Ich kann das schon allerdings nur kurze Zeit. Dem Autopiloten geht es besser. Da ist mir klar, was zu reparieren ist: Der Bolzen muss nachgezogen werden, der die Schelle an der Ruderstange hält, wo das Kabel vom Steuerrad greift. Gesagt und sehr bald danach getan funktioniert die Ruderanlage wieder bestens.
Wir wollen noch schwimmen und werfen den Anker um 13h vor einem Sandstrand am N-Ufer der großen Lakkí-Bucht. Wir schwimmen zu einer Grotte und entdecken, dass sie einen Hinterausgang hinter dem am Ende der Grotte vorhandenen Minikiesstrand hat. Man muss sich nur etwas bücken und kommt in der nächsten Bucht heraus. Von dort schwimmen wir wieder zum Boot zurück, machen einen guten griechischen Salat und bauen anschließend das Schlafdefizit etwas ab.
Kurz vor 17h geht es weiter in die Evros Marina, wo wir kurz danach eintreffen. Ein Helfer weist uns einen Platz am ersten Schwimmsteg zu und hilft mit den Festmacher- und Mooringleinen. So mächtige Mooringleinen habe ich noch nie gesehen, Durchmesser sicherlich 4 cm! Sie passen gerade noch auf die Bugklampen. Inzwischen ist Patrick schon recht geübt darin, die Anlandemanöver zu fahren. Auch jetzt klappt es bestens trotz Seitenwinds.
Nach einem Inspektionsrundgang nehmen wir das Bimini herunter und waschen es ganz ordentlich zusammen mit der neuen Windschutzscheibe, die sich mittlerweile ganz hervorragend bewährt hat und dementsprechend salzig ist.
Aber es wird schon finster und wir gehen zum Kiosk neben dem Fußballplatz zum Bier kaufen. Eines leeren wir als Zuschauer des gerade beginnenden Spieles. Es dürfte sich um einen Outdoor-Hallenfußballplatz handeln. Er hat Kunstrasen und ist rundherum mit 5m hohen Zäunen umgeben. Trotzdem gelingen neben einigen Toren auch einige Schüsse über den Zaun. Kein Wunder, so klein wie der Platz ist.
Wir gehen wieder zum Boot zurück und beginnen mit den Vorbereitungen für das Reste-Abendessen, nämlich mit Erdäpfel kochen während wir Casino spielen. Es wird eine Zwiebel-Zucchini-Erdäpfel-Wurst-Schinken-Käse-Tomaten-Ei Pfanne aus den Resten, geschmacklich völlig in Ordnung befinden wir und essen alles auf.


08.09.2009 Dienstag
Léros / Marina Leros Evros SA
Der Kranmann kommt bereits vor neun. Wir sollen uns auf den Weg ins Travelliftbecken begeben. Das machen wir auch sogleich obwohl noch schlaftrunken und ohne Frühstück. Jetzt sollen wir rückwärts in das Becken einfahren, vielleicht weil unlängst einer beim rückwärts hinausfahren den falschen Gang eingelegt hat. Das Boot wird jetzt problemlos herausgehoben und auf einen Platz in dritter Reihe mit dem Bug nach N gebracht. Der Kranführer misst sorgfältig mit Meterschritten, wo die Blodughadda parken soll, links 8, rechts 16, damit beiderseits noch andere Boote hingestellt werden können. Der CIMOLAI -Riesenkran kann tatsächlich auch seitwärts fahren! Eine Stunde nach Abfahrtsanweisung ruht die Blodughadda schon auf zwei Holzpflöcken. Mehr braucht sie nicht, weil sie ja dafür gebaut ist, auf den zwei Kielen zu stehen, allerdings leicht nach vorne geneigt.

Patrick legt sofort den Wasserschlauch zur nächsten Versorgungssäule und bürstet das Unterwasser mit der Hand-Durchflussbürste ab. Nach kurzer Zeit sieht es fast so aus, als wäre es neu gestrichen! Ich bin sehr zufrieden. Nächstes Jahr muss nicht neu gestrichen werden sondern nur mit nassem Schleifpapier geschliffen, damit die Antifoulingeigenschaften wieder aktiviert werden. Das spart Zeit und Geld. Mittlerweile mache ich ein Toast-Eierspeisefrühstück. Dann folgen die üblichen zahlreichen Tätigkeiten, vor allem wegräumen, Salz abspritzen, wischen und Seile waschen. Diesmal werden es zwei Maschinen voll mit Seilen. Weil die Marina jetzt kein Waschpulver zur Verfügung stellt, verwende ich Rei in der Tube. Mit der Dosierung bin ich unsicher und angesichts des wilden Schäumens werde ich verunsichert, ob ich nicht doch zu viel erwischt habe. Ich beobachte, wie hoch der Schaum in der Trommel steigt und warte bis ich sicher bin, dass er nicht zu viel wird.

Zwischendurch essen wir vorgestern abgelaufene Fertigtortellini, die aber immer noch gut schmecken, sonderbar. Dann arbeiten wir wieder die Liste ab bis wir kurz vor Sonnenuntergang aufhören, uns duschen und rasieren und dann in die Taverna To Petrino essen gehen. Für 22 Uhr hat der Windfinder Regen vorausgesagt. Aber er kommt natürlich nicht weil wir vorsorglich alle zum Trocknen aufgehängte Seile in den Ankerkasten verstaut haben. Aber er hätte gute Chancen gehabt, bei den vielen Wolken, die den ganzen Tag durchgezogen sind und das Arbeiten sehr erträglich gemacht haben.


09.09.2009 Mittwoch
Léros / Marina Leros Evros SA
Nach „kalter“ Nacht stehen wir früh auf, sprich um 8:30h. Nach dem Frühstück legen wir gleich mit den Arbeiten los. Jetzt geht es um die Kleinigkeiten, die zaachen. Wir sind aber pünktlich um 12:45h fertig. Ich gehe zum Büro mit dem Bootsschlüssel und 2l Haltbarmilch. Sie nehmen beide an und bestellen ein Taxi, das nach 10 Minuten kommt. Außer dem Fahrer sitzt eine ältere Dame im Auto. Das stört nicht weiter, weil alles Platz hat. Wir fahren zuerst zur Hafenpolizei, um den notwendigen Ankunftsstempel abzuholen und dann weiter zur Anlegestelle der Katamaranfähre. Es dauert 15 Minuten bis der Fahrkartenkiosk aufsperrt und wir die Fahrkarten nach Kos um je 21,50 kaufen können. Dann gehen wir in das erste Café auf ein eiskaltes fast kohlensäurefreies Bier bis die Fähre 25 Minuten später ankommt. Am Achterdeck ergattern wir zwei Plastiksesseln und schon treibt der Jetantrieb das 40m lange Boot ordentlich an. Wir freuen uns über eine Bootsfahrt der anderen Art.
Nach einigen Minuten Fahrt erblicken wir in einiger Entfernung hupfende Delfine – schon wieder! Offenbar gibt es mehr davon als früher. Nach einem Zwischenstopp in Kalymnos / Pothia, wo das Boot mit 6.480 Liter Treibstoff innerhalb von ca. 15 Minuten betankt wird, erreichen wir Kos pünktlich um 16:10. Ich rufe den Autovermieter AutoBank an und sage, dass wir angekommen sind. Wie vereinbart schickt er einen Angestellten, um uns abzuholen und zum Büro zu bringen. Da machen wir den Vertrag und die Zahlung, 50 Euro.
Jetzt haben wir ca. 7 Stunden Zeit. Zuerst fahren wir die Straße Richtung Therme, drehen aber um ohne anzuhalten. Das machen wir an der E-Küste, um unsere schmutzigen Schuhe im Meer zu waschen. Danach verfahren wir uns beinahe im weitläufigen und sehr gepflegten Villenviertel S von Kos Stadt. Die in der Rudimentärkarte eingezeichnete Durchfahrtstraße ist nicht zu finden. Wir finden trotzdem nach Platani, wo wir in einem der drei türkischen Lokale einen (miesen) Ouzo me (gutem) Meze bzw. Cola für den Fahrer zu uns nehmen und im Internet checken, ob der Rückflug wie geplant stattfinden soll – soll er. Also Ouzo in einem türkischen Lokal zu bestellen ist wohl eine Schnapsidee.

Danach will ich dem Patrick die „Ranchtaverna“ Koniario an der Bergstraße zwischen Zia und Pyli zeigen und dort im Sonnenuntergang zu Abend essen. Zeigen kann ich sie ihm schon aber aus dem Essen wird nichts. Die Stelle ist geschlossen, alle Tiere sind weg ausgenommen einige Enten in einem Hühnerkäfig, oder war es umgekehrt? Also fahren wir Mal zur verlassenen Stadt Palio Pyli oben in den Bergen, wo der Kiefernwald und der spärlich aber doch rinnende Bach eher wie Österreich als wie Griechenland aussehen. Dann finden wir doch eine Taverna mit Aussicht auf den Sonnenuntergang: Taverna Old Pyli an der Straße eben dorthin. Der Wirt George spricht sogar in paar Brocken Deutsch, will unbedingt Fisch verkaufen (mit 45 € per Kilo nicht teuer) aber wir nehmen Moussaka und Kaninchensftifado, und serviert absolut köstlich Weintrauben als Nachspeise. Diese schneidet er einfach an der Decke der Terrassenpergola ab. Sie ist voll davon.

Es ist finster und sehr kühl geworden. Wir fahren wieder zum Meer hinunter. Zuerst wollen wir den Hafen von Kardamena ansehen, finden ihn aber nicht vor lauter Pubs und Bars. Daher geht es zur Nordküste von Kos, wo wir ein Strandlokal in Mastichari finden mit Blick auf das dunkle Meer. Immerhin hört man die Brandung und sieht die Schaumkronen der am Sandstrand brechenden Wellen obwohl praktisch kein Wind ist. Wir spielen Karten und bekämpfen die Müdigkeit bis wir um 23:15h zum Flughafen aufbrechen.

Patrick stellt sich in die Eincheckschlage und ich bringe den Leihwagen zurück an die Flughafenfiliale des Autovermieters gegenüber dem Flughafengebäude. Das klappt reibungslos. In der Warteschlange vor uns frage ich einen jungen Mann, ob er alleine reist – ja tut er, er muss den Urlaub für einen Tag unterbrechen um in Wien an einer Besprechung teilzunehmen und hat nur Handgepäck dabei. Er hat nichts dagegen, gemeinsam mit uns einzuchecken, um unser Übergepäckzuschlagsrisiko zu vermindern. Das gelingt auch. Unsere 47 Kilo gehen anstandslos durch.

Bereits vor der geplanten Abflugzeit um 1:15h hebt die Freddie Mercury der Lauda Air ab. Vom Fensterplatz aus erkennen wir die Inseln bis hinauf nach Chios aber dann ist Schluss.

Und so ist der Bootsommer 2009 auch. Resümee: Angenehmstes Klima bisher, viel Wind aber leichter damit umzugehen dank guten Internetprognosen, wieder neue schöne Plätze gefunden obwohl nur im bestens bekannten Heimrevier unterwegs, viele nette Segler kennen gelernt, viele nette Gäste an Bord aber insgesamt doch etwas zu viele, Bootfahren ohne Internet möchte ich nicht mehr!