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2011-07-15 Astypalea

Aktualisierung 21.08.2018 20:55:05 Anzahl Tage: 19
15.07.2011 Kos / Kamari – Kos / Marina
16.07.2011 Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy
17.07.2011 Pserimos / O. Vathy
18.07.2011 Psérimos / O. Vathy – Léros / O. Xirókampos
19.07.2011 Léros / O. Xirókampos
20.07.2011 Léros / O. Xirókampos – Lipsi / Hafen
21.07.2011 Lipsi / Hafen – Arkí / Tiganáki
22.07.2011 Arkí / Tiganáki – Léros / O. Parthéni – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
23.07.2011 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Astypálea / O. Schinunta
24.07.2011 Astypálea / O. Schinunta
25.07.2011 Astypálea / O. Schinunta – Astypálea / O. Maltezana
26.07.2011 Astypálea / O. Maltezana
27.07.2011 Astypálea / O. Maltezana – Astypálea / O. Livadia
28.07.2011 Astypálea / O. Livadia
29.7.2011 Astypálea / O. Livadia
30.07.2011 Astypálea / O. Livadia
31.07.2011 Astypálea / O. Livadia
01.08.2011 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Skala (Hafen) – Astypálea / O. Schinunta
02.08.2011 Astypálea / O. Schinunta – Kos / Kamari

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 32:04 Strecke: 177,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten


15.07.2011 Freitag
09:42 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
09:50 Genua dazu
14:22 Bei Kos Marina
14:35 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 04:52 Strecke: 25 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten


Um 9:42 legen wir ab. Zunächst schwacher raumer Wind. Genua zieht, stbd. Motor schiebt und lädt die Batterien mit 40 Ampére :-)
Nach knapp 2 Stunden ist der Wind komplett weg. Öliges Meer, totale Flaute – herrlich! Wir packen das HP-Photosmart B110 Multifunktionsgerät aus. Nach kurzer Zeit ist es installiert und funktioniert bestens über das Blodughadda-WLAN. Es bekommt einen Platz in der nun leeren Stbd-Kajüte. Beate legt sogleich los, ihre Seminare im Herbst zu konzipieren, wofür die ausgedruckten Planungsblätter sehr nützlich sind.
Ab etwa der Therme an der Kos-Südküste kommt der Wind. Die höheren Berge weiter westlich haben ihn aufgehalten. Ab Ag. Fokas, der SE-Spitze von Kos, müssen wir gegen den Wind fahren. Mit nur einem Motor geht das zwar, aber langsam – so zwischen 4 und 4,5 Knoten. Aber um 14:22h erreichen wir Kos Marina. Per VHF erfahren wir, dass alles voll ist und wir sollen in den Stadthafen fahren. Ich hake nach und frage, ob nicht zumindest ein Platz längsseits möglich wäre. Der Marinero sagt, wir sollen vor der Einfahrt ankern und er wird sehen, ob sich ein Platz finden lässt. Kaum haben wir das getan und ich mit Taucherbrille nachgesehen, ob der Anker eh auf Sand und nicht im Seegras liegt (tut er nicht), kommt schon der Spiros (so heißt er, glaube ich) mit dem Pilotboat daher und fordert uns auf, ihn zu folgen. Wir bekommen einen perfekten Platz am Wellenbrecher ganz innen.
Ich rufe den Mechaniker Babis an, um zu sagen, dass wir für die Motorreparatur bereit sind. Er ist aber im Stress und wird uns in einer Stunde anrufen. Beate geht ins Café und ich klappere die 3 Bootszubehörhändler ab, um die Dichtung für die Ölablassschraube des Außenborders zu kaufen. Keiner hat eine. Nur der Pavlos hat eine Teflondichtung, die zwar nicht exakt gleich ist, aber passen könnte – tut sie dann auch.
Die Dame an der Marinarezeption meint, wir müssten 70% Katamaranaufschlag und dazu 80% Längsseitsaufschlag zahlen. Ich sage „certainly not“. Also schlägt sie vor, nur den 70%-Aufschlag zu zahlen. Natürlich bin ich damit einverstanden. Kostet also 36,68 Euro per Nacht, wie auch letztes Mal längsseits. Das Computerprogramm dürfte bei einem Katamaran keinen Längsseitszuschlag berechnen können. Soll mir recht sein.
Um 19:28h rufe ich den Babis an und frage, warum er nicht angerufen hat. Er sei furchtbar im Stress, wolle aber morgen um 10h vorbeikommen. Na gut.
Wir essen an Bord: Vorspeise Mozarella mit Paradeisern und Balsamico-Creme und als Hauptspeise wenig stilgerecht Frankfurter mit Senf, Ketchup und Brot. Schmeckt wie beim Würstelstand daheim, also gut.
Und ich freue mich darüber, dass das WIND-Internet wieder bestens funktioniert seit wir Kamari verlassen haben. Hier in der Marina gäbe es zwar freies WLAN, das aber keine Internetverbundung herstellt. Wir sind wohl zu weit weg vom Sender.


16.07.2011 Samstag
12:09 Kos / Marina Karte
12:45 Logge geht wieder
14:30 Pserimos / O. Vathy Karte
Zeit unterwegs: 02:21 Strecke: 9,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten


Während ich auf Babis warte, nütze ich die gute Internetverbindung (also nicht die der Marina, die gibt zwar volles Rohr WLAN, aber deren Server gibt keine IP-Adresse her), um die GPS-Daten des i-gotU Trackers auszulesen. Import und Anzeige in Google Earth funktioniert prima.
Um 10:29h ruft Babis an: Er kann heute nicht kommen, er hat so viel zu tun. Na dann soll er zumindest die Dieselpumpe bringen. Das tut er. Werde ich halt selbst einbauen. Am Montag/Dienstag/Mittwoch hätte er viel mehr Zeit, weil da keine Charterboote zu servicieren sind. Warum konnte er das nicht am Telefon sagen? Am Dienstag sagte er, Freitag wäre bestens. Ich müsste es bereits wissen: Für einen Griechen ist alles bestens, was morgen oder danach geschehen soll.
Wir holen die Wäsche aus der Putzerei, kaufen ein wenig ein, holen Geld vom Bankomaten, waschen das Deck und legen um 12:09 ab. Gegen ziemlich starken Wind geht es langsam voran. Um 14:30 werfen wir den Anker auf „unserer Stelle“ in Vathy.
Ab 1/2 8 geht das Kochen los. Beate fragt, ob sie den größeren oder kleineren Erdapfel kochen soll. Da es auch Zucchini und Melanzani als Beilage zum Schweinskotlett gibt, befinden wir, dass der kleinere genügt. So ca. 25 bis 30 Deka wird er eh wiegen.
Gerade als wir uns für einen gemütlichen Fernsehabend einrichten, geht der Vollmond über die Lichter von Kos Stadt wie eine riesige Orange auf. Dann gibt es Tatort aus dem Speicher.


17.07.2011 Sonntag
Pserimos / O. Vathy
Ich weiß ja, warum ich ungern den Motor angreife auch wenn nur 4 Bolzen für den Dieselpumpenaustausch zu bewegen sind. Das Abmontieren der alten Pumpe geht ganz leicht. Beim Montieren der neuen Pumpe sind die zwei Bolzen, die die Pumpe mit dem Motorblock verbinden nicht besonders schwierig zu befestigen. Aber dann die motorseitige Treibstoffleitungsschraube! Es dauert fast drei Stunden sie anzuschrauben. Zwischen Pumpe und Leitungsanschluss muss eine Kupferdichtung sein. Die fällt dauernd hinunter, weil die Leitung ein Metallrohr ist, das sich nur minimal bewegen lässt. Ich bräuchte mindestens drei Hände, noch besser vier. Aber diese wären dann einander im Weg. Außerdem stimmt die Position des Rohranschlusses nicht exakt mit dem Anschlussgewinde der Pumpe überein, so dass der durch den Rohranschluss gesteckte Bolzen irgendwo daneben zu greifen versucht. In der Kopfüber-Position besteht keine Chance. Ich räume also alle Motorabdeckungen weg und krieche hinter den Motor. Von hier ist die Montageposition zwar auch ein gebückter, aber man kann mehr Kraft aufbringen und muss die Arme nicht komplett verrenken. Und Beate kann als Werkzeughandlangerin (man beachte die korrekte Genderisierung) fungieren. Nach etlichen Versuchen finde ich die Lösung: Pumpe am Motorblock fixieren, einen Schraubenzieher unter dem Rohranschluss so einsetzen, dass er diesen mit Hebelwirkung durch die Auflage auf einem Kühlwasserablassbolzen millimeterweise in unterschiedliche Positionen bringen kann. Mit der anderen Hand den Dieselbolzen (er ist innen für den Durchfluss aufgebohrt) die ganze Zeit drehen bis dieser das Gewinde der Pumpe tatsächlich trifft und greift – uff. Ein Mechaniker wird wohl diesen Trick oder einen noch besseren kennen.
Der Dieselbolzen auf der anderen Seite der Pumpe ist überhaupt kein Problem, da hier ein flexibler Treifstoffschlauch vorhanden ist. Ich bin in jeder Hinsicht fertig und jede Sauna wäre stolz auf einen so verschwitzten Menschen.

Aber der Motor ist noch nicht fertig. Wenn wirklich Diesel im Motoröl vorhanden ist, muss es raus. Das geht aber sehr bequem mit er elektrischen Ölabsaugpumpe. Auch der Sumpf unter dem Motor und die Bilge werden leer gesogen und ausgewischt. Ich entdecke auch, woher das Öl in die Bilge kommt: Es ist kein Öl, es ist Diesel und kommt vom Wasserabscheider. Das ist zwar auch ein Problem aber minimal im Vergleich zu einem Ölleck aus dem Motor. Werde ich halt einen neuen Wasserabscheider kaufen.

Also dann Motor starten. Er läuft sogar und die neue Pumpe ist auch dicht. Aber die Lichtmaschine lädt nicht. Ich verbinde das ominöse rote Kabel mit der Stromversorgung des Betriebsstundenzählers (mit dem AC des Zündschlosses verbunden) und probiere wieder. Jetzt gibt die Lichmaschine alles her, was sie geben kann bei vernünftiger Spannung. Ich schalte ab und bin zunächst zufrieden. Alle Werkzeuge und -koffer werden weggeräumt und Beate macht einen köstlichen Kalymnos-Salat.


18.07.2011 Montag
10:15 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
10:21 BB Motor aus
14:37 Léros / O. Xirókampos Karte
Zeit unterwegs: 04:22 Strecke: 18,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,2 Knoten


Um 10:15 fahren wir los. 6 Minuten später schalte ich den BB-Motor wieder aus. Die Lichtmaschine liefert viel zu viel Spannung. Daher in bewährter Weise mit dem stbd-Motor weiter gegen wenig Wind aber dafür seltsam steilen Wellen. Es ist gut, dass es nicht schneller als max. 4 Knoten vorwärts geht.
Ich schnappe mir die jetzt Reserve-LiMa, die ehemalige von stbd, schraube sie auf und zwicke auch hier den F-Kontakt des internen Reglers ab. Scheint die einzige Methode zu sein, diese Lichtmaschine zur Vernunft zu bringen. Mit dem Umtausch warte ich aber, da es mir zu viel schaukelt, um im Motorraum zu arbeiten.
Um 14:37 erreichen wir Xirokampos und nehmen uns eine gelbe Taverna-Aloni-Boje. Bald darauf mach ich mich ans Werk, tausche die Lichtmaschine und kontrolliere alle Kabel. Sehr gespannt starte ich den Motor. Zunächst liefert die LiMa keinen Strom. Aber dann springt der Sterling Pro Digital an, was man am Geräusch der LiMa deutlich hört. Sie winselt leicht als sie satte 45 Ampére mit „nur“ 13,7 Volt von sich gibt. Hurra! Nach 10 Minuten ist die Ladeschlussspannung mit 14 bis 14,1 Volt erreicht – perfekt für 32° Batterietemperatur (= Lufttemperatur) – und die Ausgleichsladung beginnt. Das Fernbedienungsdisplay zeigt 240 Minuten dafür an, bis die Erhaltungsladung mit 13,6 Volt einsetzen soll. So lange warte ich aber nicht und stelle nach einer halben Stunde zufrieden den Motor ab. Die Spannung ist nicht in die Höhe gerast. Es sieht wirklich so aus, als ob endlich die richtige Stromversorgung gelungen sei. Na gut abwarten.

Am Abend satteln wir den Schlauch mit dem Außenborder und tuckern hinüber zur Mama Veta. Das Essen ist ausgezeichnet, insbesondere der Spinat im Tontopf. Aber der Außenborder will nicht so richtig. Nur im Leerlauf und Gas geben mit dem Choke ist möglich, sonst stirbt er ab. Was wäre das Leben ohne technische Probleme!


19.07.2011 Dienstag
Léros / O. Xirókampos
Wir verbringen einen sehr entspannten Tag. Ich räume auf und mache den Navitisch wieder sichtbar. Beate arbeitet an ihrem ÜFA-Rumänien Projekt. Im Internet finde ich eine Diskussion über die Symptome des Außenborders. Scheint ganz üblich zu sein, dass er abstirbt, wenn man aus dem Leerlauf Gas gibt. Ist ein Vergaserproblem bei sehr kleinen 4-takt Außenbordern – na toll. Darin wird eine Möglichkeit beschrieben, das Problem zu beheben. Aber leider so verworren, dass ich es nicht verstehe (versteckte Düse etwas herausdrehen, aber wo versteckt???). Ich probiere also den Außenborder halt so aus. Er springt sofort an und schnurrt wie eine Katze im Leerlauf. Aber sobald man etwas Gas gibt, röchelt er wie ein Sterbender ist ist auch gleich danach tot. Aber ich finde einen Trick: Im Augenblick des Gasgebens den Choker etwas herausziehen. Dann kommt der Motor auf Touren, der Choker kann wieder hinein geschoben werden und der Motor läuft normal und lässt sich auch regulieren.
Laut Forumsdiskussion soll das auf eine werkseitige Vergasereinstellung zurückzuführen sein, die kaum noch Benzin durchlässt, um ja allen Abgas- und Umweltfreundlichkeitsnormen dieser Welt gerecht zu werden. Wenn da nur die geringste Ablagerung oder Mikroschmutzpartikel hinein kommt, dann ist Schluss mit Lustig. Wirklich toller Fortschritt!

Beate schwimmt zum Strand und ich folge mit dem Schlauch. Der Chokertrick funktioniert. Wir setzen uns ein einem der lässigen Tische am Strand vor der Taverna Aloni, bestgellen was Kühles zum Trinken und eine Kleinigkeit Warmes zum essen – Burekakia und Cesars, beide gebackene Blätterteigtaschen mit irgendeiner Füllung mit Schafkäse.


20.07.2011 Mittwoch
11:24 Léros / O. Xirókampos Karte
14:10 Lipsi / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 02:45 Strecke: 15,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten


Um 11:24h verlassen wir die Boje. Mit beiden Motoren düsen wir gegen wenig Wind und Welle in 2:45 Stunden zum Lipsi Hafen. Beide Lichtmaschinen liefern optimale Ladespannung die ganze Zeit. Zwischen Leros und Lipsi erblicken wir den ersten Delfin des Sommers. Er interessiert sich aber nicht für uns und schwimmt gemächlich Richtung Leros.
Der Hafen ist fast leer und wir bekommen unseren Lieblingsplatz längsseits am Kopf der Pier. Hier wackelt es zwar mehr als auf der E-Seite aber dafür braucht man den Anker nicht, hat eine viel schönere Aussicht auf den Ort und das Hafengeschehen vom Cockpit aus und ist vom Mopedlärm am weitesten entfernt.
Dieser hört allerdings am Abend auf, wenn die Straße für den Verkehr gesperrt wird. Ausnahmsweise gehen wir heute nicht zum Manolis hinauf in den Ort sondern zum Yannis an der Wasserfront essen. Auch nicht schlecht mit Zucchinibällchen, Kleftiko und Piperonata. Ein Ouzo im urigen Cafe am Fuß der Pier darf nicht fehlen. Von dort nehmen wir eine gekühlte Weinflasche mit und setzen uns statt vor dem Fernseher daheim zum Hafenkinoschauen in unsere Strandsesseln neben dem Boot. Der Poller dient als Tischchen.

Das Wetter hat sich am Nachmittag verändert. Es ist diesiger geworden und der Wind hat fast aufgehört und gegen Süd gedreht. Es ist kühler und feuchter geworden und als wir schlafen gehen, ist das Deck das erste Mal seit mehr als zwei Wochen wieder ganz nass.


21.07.2011 Donnerstag
11:00 Lipsi / Hafen Karte
12:10 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 01:10 Strecke: 7,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten


Nach Eikauf beim „besten Bäcker Griechenlands“ (Zitat Beate), im Supermarkt, Frühstück und Wasser bunkern legen wir um 11 Uhr ab. Eine Stunde und zehn Minuten später ankern wir in Tiganáki. Schön wie immer aber leider beginnt der Wind, mit 20 – 25 Kn zu blasen. Weil der Platz in der Mitte des Beckens von einem belgischen Motorboot besetzt ist, ankern wir etwas weiter östlich, direkt vor dem Felsinselchen mit höchstens 10m Reserve bis zum Aufsitzen. Gut, dass der Anker bestens hält. Trotzdem ist es ein ungutes Gefühl ohne Reserve für Ankerschlieren zu sein. Aber gegen Abend nimmt der Wind ab.
Beate arbeitet wieder an ihrem Rumänien-Projekt und mich überkommt der Ordnungswahn und fange an, die unzähligen Utensilien in verschiedenen Kisten, Wäschekörben und Werkzeugkoffern zu sortieren, in einer Datenbank zu erfassen und neu zu sortieren. Schon lange weiß ich selbst nicht mehr, was sich alles auf dem Boot befindet.


22.07.2011 Freitag
11:06 Arkí / Tiganáki Karte
12:51 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Boje
14:10 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
14:34 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:09 Strecke: 13,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Um 11h fahren wir los und rasen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,3 Knoten nach Partheni. Wir nehmen eine der großen roten Bojen vor dem Travelliftbecken und ich rudere zum Ufer. Nach kurzem Fußweg erreiche ich das Büro der Agmar Marina. Dort reserviere ich einen Platz für den nächsten Winter mit einer Anzahlung und bespreche die Details mit der Rezeptionistin Irene Dinou. In der Yacht-Chandlery kaufe ich Diesel- und Motorölfilter und gehe wieder zurück. Dabei überhole ich den Travellift, der gerade ein Segelboot zum Wasser bringt. Weil links und rechts kein Platz ist, gehe ich einfach neben dem Segelboot durch den Lift hindurch – ein ungewöhnliches Überholmanöver. Das Auto der Hafenpolizei schafft das nicht.

Dann tuckern wir langsam zum Ankerplatz schräg gegenüber. Hier wäre locker Platz für 50 Boote. Es sind aber nur zwei da. Später kommen noch fünf hinzu. Darunter eine Segelyacht, die bis zum Ankerplatz mit Vollzeug segelt, dann blitzschnell die Segel einholt und den Anker fallen lässt – sehr elegant!
Mittlerweile habe ich im Internet Bilder gefunden, die zeigen, wie man den Außenborder reparieren kann:http://www.boote-forum.de/ Auf der Rückseite des Vergasers ein rundes Metallplättchen, ca. 6mm Ø, aus einem Loch mit einer Ahle heraushebeln und die darunter versteckte Schraube herausdrehen, ca, 2/3 – 3/4 Umdrehung. Ich probiere den Motor sogleich aus und siehe da, jetzt stirbt er nicht mehr ab, wenn man Gas gibt. Die Leerlaufdrehzahl stelle ich auch noch ein.
Wir nützen den wieder verwendbaren Motor und fahren die ganze Ankerbucht ab.
Es ist ein wunderschöner windstiller Abend. Weil hier gute 3G Internetverbindung ist, lade ich die GPS-Tracks in GoogleEarth und stelle sie auf den Server:
Blodughadda Unterwegs 2011


23.07.2011 Samstag
09:15 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
10:39 Genua dazu
10:44 Genua weg
11:25 Genua dazu
13:40 Motoren langsamer
15:01 Genua weg, Motoren schneller
15:46 Astypálea / O. Schinunta Karte Ankern
Zeit unterwegs: 06:31 Strecke: 45,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten


Es ist ein herrlicher windstiller Morgen. Bereits um 9:15h machen wir uns auf den langen Weg nach Astypálea auf. Nach 1,5 Stunden ist der Wind auch so weit aufgewacht, dass es sich lohnt, die Genau auszurollen. Aber nur 5 Minuten später flattert sie vom Fahrtwind statt zu ziehen und wird daher wieder eingerollt.
Beate liest auf ihrem e-book reader und ich setze meine Inventarisierung fort. Um 11:25 darf die Genua wieder mithelfen und wir kommen mit fast 8 Knoten voran. Die Sicht ist ungewöhnlich klar und wir sehen Inseln 40sm entfernt ganz deutlich. Aber Boote sind, bis auf ein Segelboot, auf der ganzen 45sm langen Strecke nicht zu sehen. Auch ungewöhnlich.

Um 13:40 drossle ich die Motoren auf 2000 rpm, weil wir für die mittlerweile größeren Wellen einfach zu schnell unterwegs sind. Um 15h erreichen wir die SE-Spitze von Astypálea, rollen die Genua weg und fahren gegen recht frischen Wind noch 45 Minuten zu unserem Ankerplatz in O. Schinunta. Nur eine große Segelyacht, eine Jongert 2400M – die Zahl steht wohl für die Länge in cm. – und eine ebenso lange Motoryacht liegen da. Unser favorisierter Platz ist also frei.

Die Motoren sind so lange gelaufen, dass die Sterling-Regler auf Erhaltungsladung umgeschaltet haben, Stbd nach 3:15, BB nach 4,5 Stunden. Stbd. liefert dabei 13,58 Volt, BB 13,82V. Mit dem kleinen Poti bei den Dip-Schaltern kann ich diese auf 13,61V herunterregeln. Für eine 31° warme Batterie wäre laut Mastervolt AGM Manual 13,62V perfekt. Das erwische ich nicht. Aber mit 0,01 bzw. 0,04V Differenz zum Idealwert, kann man die Einstellung wohl doch als perfekt betrachten. Ich freue mich so, dass das Kapitel Ladespannungsprobleme nach 10 Jahren nun endlich geschlossen ist – hoffentlich!

Dieser Ankerplatz ist wirklich wunderbar: Viel weniger Wind als weiter draußen und die Aussicht auf die vorgelagerten Inselchen und den Hauptort mit dem diesen überragenden Kastell ist Balsam für das Auge. Nur die kreischenden Kinder am Badestrand stören ein wenig, aber da kann man nichts machen.

Um 19h fahren wir mit dem Schlauch hinüber. Wir gehen über das Hügelchen in den Nachbarort Maltezana (=Analipsi). In dieser Nachbarbucht ankern meistens einige Segelyachten. Bis auf eine ohne Segel, die offenbar immer hier liegt, sind jetzt keine da – auch noch nicht erlebt. Längsseits der Betonpier liegt immer noch der grausliche alte Schlepper sowie einige Fischerboote – wie üblich. Der Schlepper wird aber verschrottet. Der ganze Aufbau und ein Großteil vom Heck fehlen. Mit Schweißbrennern und einem Bagger auf der Pier wird das alte Schiff zerlegt.

Bei einer Runde um das Dorf stellen wir die Veränderungen fest: ein neues Café im Haus, wo ich Mal Zigaretten kaufen wollte, dabei aber ein altes Ehepaar aufgeweckt habe, und am Strand neben dem Hotel Maltezana ein neues Gebäude für drei Restaurants/Cafés. Es steht allerdings leer, was nicht weiter verwundert. Einerseits sind genügend Lokale vorhanden, andererseits aber kaum Touristen.
Wir kehren in das zweite Restaurant bei unserem Strand ein, Asti…fagia. Der Spezialsalat serviert in einem essbaren Korb mit 30 cm Durchmeser und der „Kebab“ (faschierte Röllchen auf Fladenbrot mit Tomatensauce und Joghurt) schmecken vorzüglich. Ebenso die automatisch servierte Nachspeise: Wasser- und Zuckermelonenstücke garniert mit Pfirsich- und Zwetschgenstückchen, dazu eine kleine Karaffe mit einem Honig-Zimt Getränk.


24.07.2011 Sonntag
Astypálea / O. Schinunta
Wieder ein herrlicher fast windstiller Morgen mit sehr angenehmer Temperatur und trockenes Deck. Während Beate weiter arbeitet, fahre ich mit dem Schlauch zum Strand und gehe nach Maltezana einkaufen. Brot gibt es erst morgen aber Gurke, Erdäpfel und Wein schon heute. Auf dem Rückweg mache ich vom Hügelchen zwischen Schinunta und Maltezana ein Panoramafoto:

Der Außenborder rennt jetzt prima. Aber ich stelle fest, dass man nur dann Vollgas fahren kann, wenn man sehr stark nach Backbord lenkt. Ich versetze also den Motor recht weit nach Stbd, um den Propellereffekt auszugleichen. Da lässt sich das Mini-Schlauchi jetzt sehr zügig fahren, es kommt sogar ins Gleiten.

Habe jetzt einen Weg gefunden, wie man mittels GREP die unnötigen Wegpunkte am Ende des Tages (weil vergessen den Tracker abzuschalten) löscht und die aktualisierte Version von Blodughadda Unterwegs 2011 auf den Server gestellt. Damit ich es nicht vergesse: gpx-Datei in TextWrangler öffnen, Grep-Suche nach .*\r.*\r.*2011-07-08T17:11:40(?s).*?, ersetzen durch
Ab der eingetragenen Uhrzeit werden alle Wegpunkte gelöscht. Damit Google Earth die richtige Zeit anzeigt, muss die Zeitkorrektur +02:00 durch -01:00 überall ersetzt werden.

Um 19h nehmen wir den öffentlichen Bus nach Chora. Eine schöne und interessante Fahrt mit dem sicher 30 Jahre alten 20-Sitzer. Für die 9,4 km benötigt er 45 Minuten. Macht im Schnitt 12,5 Kmh oder 6,8 Knoten, schafft die Blodughadda auch. Aber der Bus hat Sicherheitsgurten an jedem Sitz, hat die Blodughadda nicht. Der Bus muss immer wieder bei Gegenverkehr in Engstellen oder, weil der Fahrer mit jemandem kurz plaudern will, stehen bleiben. Mit 2 Euro pro Person ist die Fahrt nicht billig aber den Preis wert. Die Aussicht ist atemberaubend schön, insbesondere an der schmalsten Stelle der Insel, wo man das Meer direkt unterhalb der Straße auf beiden Seiten sieht.
Bei den Windmühlen in Chora steigen wir aus und spazieren den direkten aber steilen Weg hinunter zum Hafen. Nach kurzer Begutachtung der Lokale an der Wasserfront setzen wir uns ins La Luna auf ein Ouzo bzw. Glas Wein.
Im Bus:

Warten auf den Bus:

Mit dem 20:30h Bus geht es wieder zurück. Diesmal essen wir im Restaurant Astakos, Nachbar zu Asti…fagia. Auch hier ist das Essen hervorragend, vielleicht sogar noch besser. Das Brot ist sensationell: Geröstet und mit Kräutern gewürzt, dazu ein Schälchen Olivenpaste und Gorgonzolaaufstrich. Der sympathische junge Wirt lässt uns nicht bezahlen, bevor wir eine XL-Wassermelonenportion erhalten haben. Auch der Rechnungsbetrag ist erfreulich: 21,50 alles zsam für Brot, einem Liter Wasser, ein halber Liter Wein, eine Vorspeise und zwei Hauptspeisen. Besser geht’s eigentlich nicht.

Beate geht bald ins Bett aber ich bleibe noch lange auf und garniere die bisherigen Berichte mit Fotos.


25.07.2011 Montag
08:25 Astypálea / O. Schinunta Karte
08:33 Astypálea / O. Maltezana Karte
Zeit unterwegs: 00:08 Strecke: ,3 Seemeilen Ø Fahrt: 2,3 Knoten


Absolute Windstille in der Nacht ist zwar schön. Aber das finden die Mücken auch. Manchmal verirrt sich ja eine Mücke ins Boot, aber diesmal sind es so viele wie noch nie. Ohne Leintuch über den Kopf gezogen ist an Schlaf nicht zu denken.
Wir stehen früh auf, schließen alle Luken und sprühen reichlich Raid in die Kajüte. Das überlebt keine!
Nach dem ausgiebigen Morgenschwimm fängt jemand am Ufer an, mit einem Abbruchhammer oder Ähnlichem zu arbeiten. Das nervt. Wir fahren in die Nachbarbucht. Da liegt tatsächlich doch eine Segelyacht vor Anker, und zwar auch eine Tobago 35. Sie hat eine englische Flagge und heißt Shecat.

Wir ankern viel näher beim Ufer und ich fahre mit dem Schlauch zum Strand, um frisches Brot zu kaufen. Das Geschäft und der Bäckereishop sollen laut Anschlag beide um 9h öffnen. Um 9:02 ist davon keine Rede. Ich schlendere eine Weile davor hin und her. Eine Frau steht vom Tisch des Cafés gegenüber auf, kommt zu mir und fragt „Psomi?“ (=Brot), ich „ne“ (=ja). Sie sperrt die Tür zum Bäckerladen auf und reicht mir eines der Brote im Korb. Bis auf ein paar Zwiebacksackerln im fast leeren Regal, gibt es hier sonst nichts zu kaufen. Ich gehe und fahre wieder zum Boot endlich frühstücken und sie wieder ins Café, vermutlich weiter frühstücken.

Erst recht spät gehe ich heute schnorcheln und bin sehr schnell wieder zurück auf dem Boot. Wir liegen viel zu nahe am Schiffswrack. Bei einer Winddrehung könnte der Kiel die Aufbauten des etwa 15m langen Lastkahns treffen. Die Blodughadda kommt in tieferes Wasser.

Am späten Nachmittag fahre ich wieder Zum Geschäft. Diesmal hat es offen. Ich leiste mir den Luxus, Bier einzukaufen. Ein Sixpack = 2 Liter kostet 5,70 dagegen 1,5 L Wein 2,50!


26.07.2011 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Nach dem Frühstück spricht uns ein schwimmender Engländer an. Es ist der Eigentümer der anderen Tobago 35. Wir vereinbaren, einen Besuch. Nachdem er und seine Frau den Ort besichtigt haben, rudern sie an der Blodughadda fast vorbei. Ich winke ihnen zu, uns zu besuchen. Das machen sie auch. Es folgt ein langes Gespräch über die Bootstype, dessen Vor- und Nachteile (eh fast keine), Reviere und Erlebnisse. Patrick und Sheila heißen die beiden etwa unsaltrige sehr sympathische Leute. Seit 6 Jahren leben sie nur mehr auf dem Boot. Von der Miete eines Hauses in Greenwich, 200m vom Meridian entfernt, leben sie. Letzen Winter haben sie in Israel verbracht.
Um 18:30h nehmen wir die Gegeneinladung an und fahren auf einen Sundowner zur Shecat. Diese ist Baunummer 17 aus dem Jahr 1993, die Blodughadda 80 aus dem Jahr 1997. Der wesentliche Unterschied: Die Innenverkleidung der Shecat ist Teppich an allen Decken und Wänden, nur nicht am Boden. Wir plaudern sehr angeregt zwei Stunden lang und verabschieden uns mit der Vereinbarung, uns in der Livadia-Bucht zu treffen, morgen oder übermorgen.

Nach dem griechischen Salat pfeift philippi, dass die Batterie 2 leer ist. Also dürfen die Motoren vor dem Schlafen gehen eine Stunden lang laufen. Dann verkriechen wir uns in die nach Raid riechendende hoffentlich mückenfreie Kajüte. Die ungewöhnliche Mückenplage hängt vielleicht mit der sehr ungewöhnlichen Wetterlage zusammen: Seit Sonntag entweder kein Wind oder ganz schwacher Wind aus Südost bis Südwest. Trotzdem kommen ganz kleine Wellen in die Bucht herein, die ziemlich nervig sind, weil sie das Boot zwar nur minimal ins Schaukeln bringen aber dafür mit unangenehm hoher Frequenz.


27.07.2011 Mittwoch
11:00 Astypálea / O. Maltezana Karte
11:45 Astypálea / O. Livadia Karte
Zeit unterwegs: 00:45 Strecke: 2,9 Seemeilen Ø Fahrt: 3,9 Knoten


Um 11h tuckern wir möglichst langsam die 2,9 sm zur Livadia-Bucht. Die Batterien müssen aufgeladen werden. Wir schmeißen das Eisen in den Sand und genießen die tolle Aussicht auf den Ort, aus dem das Kastell herauswächst.
Beate arbeitet weiter an ihrem Projekt und ich baue die elektrische Ölabsaugpumpe so um, dass ich damit vom Boden des Dieseltanks eine Probe nehmen kann. Der Engländer Patrick, der eigentlich Kanadier ist, hat mich auf die Idee gebracht. Zu meinem Erstaunen und großer Freude, saugt die Pumpe nur reinen Diesel herauf. Ich hatte mir zumindest ein wenig Schlamm erwartet. Na vielleicht habe ich den Dreck nicht erwischt. Werde das gelegentlich wiederholen.

Am Abend gehen wir zuerst essen in ein Lokal auf dem Sandstrand – nix besonderes – wo wir mit einem Urlauberpärchen aus Athen ins Gespräch kommen, auch nix besonderes. Dann kaufen wir bei der sehr netten Inhaberin des Supermarktes Gefira ein und kehren aufs Boot zurück. Der heutige Abendfilm heißt „Der Saustall“ und spielt in Afrika. Den stimmungsvollen Hintergrund liefert nicht der Mond sondern das beleuchtete Kastell.


28.07.2011 Donnerstag
Astypálea / O. Livadia
Die Tage des sonderbaren Windes sind vorbei. Als ich frisches Brot zum Frühstück einkaufen fahre, weht der NW mit frischer Kraft. Für Sheila und Patrick, die gestern auch in diese Bucht gekommen sind, nehme ich auch eines und bringe es ihnen bevor unser Frühstück beginnt.

Der NW-Wind weht den ganzen Tag. Der neue Cockpitteppich, diesmal in blau, wird verlegt.


29.7.2011 Freitag
Astypálea / O. Livadia
Nix zu berichten.


30.07.2011 Samstag
Astypálea / O. Livadia
Am Nachmittag will die Internetverbindung über WIND GR nicht mehr funktionieren trotz bester Signalstärke. Ich übersiedle wieder die SIM-Karte in die Huawei-Datenkarte und starte Windows, damit ich eine Abfrage des Guthabens per SMS machen kann. Sofort erhalte ich ein SMS auf griechisch und englisch: „You are about to exceed your FUP, please reload.“ Das wundert mich außerordentlich, denn vorgestern hatte ich das SMS an 1228 mit Text BAL gesendet und als Antwort erhalten, dass noch 1.511 Megabyte traffic bis zum 6.8. zur Verfügung stünde. Es ist absolut undenkbar, dass wir diese Menge, mehr als die Hälfte des Monatsguthabens, in zwei Tagen hätten verbrauchen können. Aber bitte, was soll’s, muss ich halt die Wertkarte einen Woche früher mit 30 Euro aufladen.
Aber wie? Auf der Rückseite der Rubbelkarte steht das. Aber nur auf Griechisch. Das Bedienungshandbüchlein für WIND Mobile Broadband ist auch nur auf Griechisch. Im Internet gibt es Informationen darüber auf Englisch, jedoch ist die Verbindung zum freien WLAN des Cafés Allegro hier draußen auf der Reede zu schwach, um vernünftig nach den Informationen suchen zu können.
Also fahren wir am Abend zum Strand mit Computer, Huawei, Rubbelkarten etc. und setzen uns ins Café Allegro. Wir bestellen uns was zu trinken und ich suche im Internet nach Informationen auf Englisch, wie man die Wertkarte mit der Rubbelkarte aufladen kann. Da gibt es aber absolut nichts. Also frage ich einige junge Leute am Nachbartisch, die sogleich übersetzen: SMS mit der Rubbelkartennummer an 1268 senden und dann erhält man eine Antwort-SMS. Das ist alles. Und das können die Idioten weder auf der Karte noch im Internet auf Englisch schreiben?
Bevor ich das aber bewerkstelligen kann, geschieht das Unglück: Ich fuchtle herum und kippe mein Ouzo-Glas über die Computertastatur. Nicht wirklich viel und nicht wirklich über die ganze Tastatur aber immerhin genug. Ich halte sofort den Laptop verkehrt, damit die Flüssigkeit heraus rinnt und drücke dabei den Netzschalter zum Abwürgen des Stroms, damit ja kein Kurzschluss auf der Platine entsteht. Dann wische ich die Tastatur noch mit einem Papiertaschentuch ab und weiß, dass ich das Gerät erst aufdrehen darf, wenn es wieder absolut trocken ist.


31.07.2011 Sonntag
Astypálea / O. Livadia
Nachdem der Computer den halben Tag in der Sonne gelegen ist, muss er trocken sein. Ich drehe ihn also auf. Er klingt ganz normal und schein bestens zu funktionieren. Aber so ist es nicht. Er zeigt den grauen Apfel und das rotierende Zahnrad. Nach 15 Minuten würge ich ihn ab und rufe Martin in Wien an. Er beruhigt mich, nach einem plötzlichen „Stromausfall“ kann es Stunden dauern, bis die Daten wieder geordnet sind.
Als wir schlafen gehen, sind sie es immer noch nicht.


01.08.2011 Montag
11:10 Astypálea / O. Livadia Karte
11:41 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte
15:25 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte
16:05 Astypálea / O. Schinunta Karte
Zeit unterwegs: 01:11 Strecke: 4 Seemeilen Ø Fahrt: 3,4 Knoten


Der Morgen begrüßt uns mit einem nicht gebooteten Computer. Ohne Installationsdisk besteht also keine Chance. Die habe ich aber nicht mitgenommen.
Um 11:10 fahren wir zum Hafen Skala zum Diesel und Wasser bunkern. Der Dieselmann kommt mit seinem Minitankwagen sogleich. Aber der Wassermann kann erst um 15h kommen.
Dann fahren wir sogleich weiter in die Bucht Schinunta. Abends essen wir in Astakós wieder sehr gut.


02.08.2011 Dienstag
10:46 Astypálea / O. Schinunta Karte
16:35 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:49 Strecke: 34,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Um 10:46 verlassen wir den Ankerplatz, setzen nach kurzer Zeit beide Segel und haben eine herrliche Segelfahrt auf Halbwindkurs mit 7 bis 8 Knoten Fahrt bei Wind zwischen 16 und 20 Knoten. Nach 4 Stunden, etwa 4 sm vor Kos ist der Wind zu schwach und wir fahren mit den Motoren bis nach Kamari.
Wir wollen lieber ankern als anlegen. Nach einer griechischen Jause in der Taverna Faros machen wir uns einen gemütlichen Filmabend an Bord.