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2012-08-08 Südwärts

Aktualisierung 21.08.2018 20:42:44 Anzahl Tage: 16
08.08.2012 Kos / Marina
09.08.2012 Kos / Marina – Tílos / O. Livádia
10.08.2012 Tílos / O. Livádia – Chalki
11.08.2012 Chalki – Tílos / O. Èristos
12.08.2012 Tílos / O. Èristos – Kos / Kamari
13.08.2012 Kos Süd / O. Kamári (Kefalos)
14.08.2012 Kos / Kamari – Kos / O. Kamári (Kefalos)
15.08.2012 Kos Süd / O. Kamári (Kefalos)
16.08.2012 Kos / O. Kamári (Kefalos)
17.08.2012 Kos / O. Kamári (Kefalos) – Nisyros / Páli
18.08.2012 Nisyros / Páli
19.08.2012 Nisyros / Páli – Gyali
20.08.2012 Gyali
21.08.2012 Gyali – Kos / Kamari
22.08.2012 Kos Süd / Kefalos Kamari
23.08.2012 Kos / Kamari – Kos / Thérma – Kos / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 27:45 Strecke: 164,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten


08.08.2012 Mittwoch
11:55 Kos / Marina Karte
13:45 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 01:50 Strecke: 4 Seemeilen Ø Fahrt: 2,2 Knoten


Pünktlich um 8h kommt das für Harald bestellte Taxi zum Flughafen. Ich tretrolle zum Hafen, um im Tax Office 29,35 Euro einzahlen zu dürfen. Ein neues DEKPA = Deltio Kinisis Pliu Anapsichis = Private Pleasure Maritime Traffic Document ist fällig. Darin werden die hochwichtigen Stempel der Hafenpolizei gesammelt und mein altes vom 6.9.2001 ist voll. Gestern hat die Hafenpolizistin in der Marina auf dem Stadplan einen Kreis um die halbe Innenstadt gezeichnet und gesagt „it’s exactly here“. Tatsächlich befindet sich ungefähr in der Kreismitte das Municipal Tax Office. Das ist es aber nicht. Es ist auch nicht der daneben befindliche Zoll, wie mir ein Uniformierter einzureden versucht, sondern “ to the right then to the left then the green door“. Kein Nichtgrieche würde hinter dieser Tür eine übergeordnetes Finanzamt vermuten. Aber im ersten Stock befindet sich tatsächlich etwas dem ähnlich Aussehendes. Ich werde das Geld los und erhalte die Quittung und anschließend bei der Hafenpolizistin das Papier. Kaum eineinhalb Stunden inklusive Wegzeit hat die ganze Prozedur gedauert. Eigentlich nicht wirklich schlimmer Amtsschimmel. Und was auffällt: Jeder, aber wirklich jeder der 6 involvierten Amtspersonen, spricht tadellos und selbstverständlich greek-englisch. Der Kassier halt nur minimal, weil er während der Amtshandlung gerade seine Zweitfrühstückswurstsemmel isst.
Ich bringe die leckende am 22.7. ausgetauschte Kühlwasserpumpe zum Pavlos, der den Mechaniker Stelios in sein Geschäft bestellt hat. Wir besprechen die Vorgangsweise und kommen überein: Wenn er die Pumpe gleich in Ordnung bringen kann, bekomme ich sie gleich wieder. Wenn nicht erst in zwei Wochen, wenn wir wieder nach Kos kommen. Eine ziemlich logische Abmachung.
Beate erledigt die Einkäufe währenddessen und dann kommt der Bootsputz dran. Stelios kommt vorbei und zeigt die zerlegte Pumpe. Keine Chance, sie heute zu reparieren. Er muss erst eine neue Dichtung und neue Lager bestellen. Auch Segelmacher Zlatko kommt vorbei und bringt die gestern bestellte Reparatur des Zipferschlusses am Cockpitschattentuches. Dieses hat außerdem jetzt links und rechts je eine abzippbare 50 cm breite Verbreiterung, womit die Sonne vollkommen ausgesperrt werden kann.
Um 11:30 holen wir die Wäsche und können um fünf vor zwölf ablegen. Nach zwölf müsste man einen halben Tag aufzahlen, obwohl ich nicht weiß, wie genau das hier genommen wird. Wir fahren zur Tankstelle und müssen warten bis drei Boote getankt haben. Während wir so davor manövrieren finde ich das Geräusch von stbd Motor nicht ganz normal. Beim Ablegen nach dem Tanken erst recht. Wir nehmen Törnnamen entsprechend Kurs südwärts. Aber mir kommen Zweifel, ob das jetzt gut ist. Sollte der Motor den Dienst quittieren weit ab von Kos, würden wir in Schwierigkeiten sein. Wir beratschlagen, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es sind nicht viele und die logische ist, wieder in die sauteure Marina zurück zu fahren. Davor probieren wir, vor der Marina zu ankern, um den Motor zu checken. Aber der Wind und die Wellen sind heute nicht unsere Freunde.
In der Marina angekommen rufe ich den Wasserpumpen-Stelios an. Er kommt mit Mechanikerkollegen Petros sogleich zum Boot. Ich erkläre meine Bedenken: Auspuffgeräusch nicht normal, zu wenig Wasser aus dem Auspuff und außerdem weißer Rauch beim ordentlich Gas geben. Letzteres interessiert die Herren am meisten. Sie bauen den Dieselfilter aus und schicken mich, eine neue zu besorgen. Bei Kavas gibt es keinen. Der Pavlos hat nur einen fast passenden. Aber er telefoniert und schickt mich zum Büro von Istion Yacht Charter, die tatsächlich einen haben. Der ist dann schnell eingebaut und nach ein paar Drehungen an den Einspritzdüsen befinden Petros und Stelios das Problem für gelöst: Kein Rauch mehr. Wir können jetzt ohne Probleme los fahren, sagen sie und mit 30 Euro in der Tasche ziehen sie davon.
Ich habe aber noch bedenken. Denn das Geräusch und die etwas zu geringe Wassermenge aus dem Auspuff sind noch da. Was tun? Ich beschließe, weitere Meinungen zum Motorzustand einzuholen und gerade als ich mich auf den Weg mache, ins Marinabüro zu gehen, kommt ein Mann auf dem Fahrrad daher, der vorhin bei Pavlos war, und erkundigt sich nach dem Motorbefinden. Er ist ebenfalls Mechaniker und auch nicht vom endgültigen Erfolg des Filterwechsels überzeugt. In zwei Stunden könnte er sich den Motor ansehen.
Pünktlich um 17h kommt er und stellt fest, dass einer der sechs Flügeln des Impellers abgebrochen und ein weiterer abgeknickt ist. Mein Reserveimpeller passt nicht ganz und so haut er mit dem Hammer darauf, damit er hinein geht. Beim anschließenden Motorstart kommt überhaupt kein Wasser aus dem Auspuff. Das sei auf den nicht passenden Reserveimpeller zurückzuführen. Ich soll einen neuen besorgen und ihn einbauen, dann wird alles gut, sagt er und radelt mit 20 Euro davon.
Also wieder zum Pavlos. Er hat keinen passenden Impeller. Aber im Shop von Babis zwei Mal rechts um die Ecke könnte es einen geben. Gibt es! Und zwar original Yanmar. Ich kaufe gleich drei von diesen fragilen Herzen um je 35 Euro das Stück. Die Pumpe habe ich schnell ausgebaut aber der eingehämmerte Impeller lässt sich nicht von der Achse lösen. Das hatten wir schon Mal, siehe 12.07.2003. Mittlerweile habe ich einen Abzieher. Aber der ist um eine Spur zu groß. Ich gehe wieder zu Babis. Er ist ja auch Mechaniker und wird den Impeller schon abziehen können. Seine sonst bewährte Technik, das Ding mittels zweier Schraubenzieher auszuhebeln funktioniert nicht. Er wird das in seiner Werkstätte machen – hoffentlich – und mir morgen die Pumpe bringen. Na gut, der dritte Mechaniker am Werken an einem einzigen Nachmittag. Eigentlich schon Abend. Denn mittlerweile ist es 19:30h. Es wird Abendessenzeit und Beate kocht die eingekauften Hühnerfilets in köstlicher Gemüse-Honigsauce.


09.08.2012 Donnerstag
14:48 Kos / Marina Karte
19:20 Tílos / O. Livádia Karte
Zeit unterwegs: 04:31 Strecke: 31,9 Seemeilen Ø Fahrt: 7 Knoten


Babis kommt nicht daher. Kurz nach 11 gehe ich in sein Geschäft, wo sein Vater ihn anruft. Ja er werde zum Boot kommen. Kurz vor eins kommt er endlich. Er hat die Pumpe zerlegt, um den Impeller heraus zu bekommen, und mit neuer Wasserdichtung wieder zusammen gebaut. Den Impeller baut er auch noch ein, wobei der wieder so streng auf die Welle drauf passt, dass auch er ihn nicht ohne Schläge hinein kriegt. Na das wird ja wieder lustig, wenn der auszutauschen ist. Vorläufig jedoch nicht, weil jetzt der Auspuff mit der richtigen Wassermenge schön satt blubbert.
Um 14:45 legen wir ab. Der Marinero Thomas winkt uns zum Abschied und wünscht gute Reise. Vom Aufzahlen wegen Abfahrt nach 12 ist nichts zu bemerken.
Bei immer schwächer werdenden achterlichen Wind motorsegeln wir knapp an der Türkei vorbei und erreichen Tilos in 4,5 Stunden gerade rechtzeitig für ein Bad und einen Spaziergang zum Hafen vor dem hervorragenden Abendessen in To Armenon. Das Wort Bad ist hier wirklich richtig verwendet!



Während wir essen, kommt Wind in die Bucht auf. So viel, dass wir uns schwer tun, mit dem Schlauchboot durch die Brandung vom Ufer weg zu kommen und beim Boot angekommen, ist es bei dem Wellengang nicht so einfach vom Schlauch auf das Boot umzusteigen. Leider kommen Wind und Wellen aus unterschiedlichen Richtungen, so dass das Boot blöd schaukelt. Da nicht nur das Wasser hier üblicherweise am wärmsten ist, ist dieser Wind auch typisch für hier. Ich ärgere mich, dass ich keine Landleine zu einer passenden Straßenlaterne gelegt habe, als es noch ruhig war, um den Bug gegen die Wellen halten zu können. Aber nächstes Mal ganz sicher. Dabei ist der Wind mit 31°C gar nicht kühlend.


10.08.2012 Freitag
12:30 Tílos / O. Livádia Karte
15:11 Chalki / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 02:40 Strecke: 19,2 Seemeilen Ø Fahrt: 7,2 Knoten


Trotz der Fußbodenheizung schlafen wir gut. Ab ca. zwei Uhr ist auch der Wind und die Wellen weg. Um halb eins fahren wir los. Auf der fast windlosen Fahrt steigt die Meerwassertemperatur noch an und erreicht am Schwimmsteg in Chalki einen absoluten Rekord:

Wir legen uns an unserem üblichen Platz innen längsseits an.

Aber diesmal scheint es ein Problem zu sein. Der eine und andere, insbesondere der Hafenschackl Yannis, meint, wir sollen nicht längsseits sondern mit Buganker und Heck zum Steg anlegen. Ich lasse mich aber nicht beirren. Denn ich weiß, das der Ankergrund auf dieser Seite mehr als schlecht ist. Sie steigt dort, wo der Anker zum Liegen kommt, steil an und besteht aus losem Sand. Dort hält kein Anker. Das weiß ich aus früherer Erfahrung. Aber das wissen die Einheimischen offenbar nicht.
Es ist sehr heiß und die Wassertemparatur bringt natürlich keine Abkühlung. Aber ein Bier bei Costas schon. Dort bleibe ich sitzen, bis die Aufregung um unser längsseits angelegtes Boot sich gelegt hat.


11.08.2012 Samstag
09:40 Chalki / Hafen Karte
12:46 Tílos / O. Èristos Karte
Zeit unterwegs: 03:06 Strecke: 19,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten


Die Nacht ist absolut windstill und sehr schwül und ab 5h lässt die Maria uns kaum mehr Schlafen. Maria ist der Name des Wasserschiffes, das seine Pumpen mit lautem Brummen beim Kai ca. 100 m entfernt in Betrieb hat.

Das Hafenwasser hat sich über Nacht zwar etwas abgekühlt, ist aber sonst nicht sehr einladend. Beate geht eine kleine runde im Ort, zum Bäcker und auf einen Kaffee im ersten Café zum Boot. Dort finde ich mich auch ein und anschließend flüchten wir wieder nordwärts von diesem sonst so schönen Ort mit der Erkenntnis, dass wir ihn nie wieder im August aufsuchen werden.
Vor dem Ablegen können wir den Wassertank auffüllen und nach Lösen der 4 Leinen legen wir ab. Nur von diesen wenigen Bewegungen bin ich schweißgebadet. Um die Ecke, wo es einen einsamen Fähranleger und einen kleinen Badestrand gibt, bleiben wir stehen und hupfen nach einander ins Wasser. Es kühlt zwar nicht, aber der Schweißfilm ist weg.
Auf dem Weg beobachte ich wieder, wie die recht starke und um die 31° warme von Ost nach West fließende Meeresströmung sich auswirkt. Der Kompasskurs des Autopiloten muss um bis zu 15 Grad korrigiert werden, um die seitliche Versetzung zu kompensieren und da jetzt die Strömung von schräg hinten kommt, geht es um über 1kn schneller über Grund voran als auf der Hinfahrt. So ein GPS ist ja wirklich ein nützliches Ding auch wenn das Ziel in Sichtweite ist. Außerdem fließt die Strömung genau gegen den Wind und erzeugt damit ungewöhnlich hohe Wellen. Kurz vor Tilos sind die Wellen wesentlich kleiner, der GPS-Kurs passt mit dem Kompasskurs fast überein und die Meerwassertemperatur sinkt schnell um zwei Grad – die Strömung ist also in Landnähe kaum vorhanden.
Um 12:46h ankern wir in der großen Bucht mit dem langen Sandstrand und den zahlreichen Wildcampierern. Die Luft ist kühler und trockener und die Wassertemperatur unter 29°, also nix wie hinein.
Wir bleiben auf dem Boot und genießen die Einsamkeit weit ab von den wenigen anderen Booten und gute 200m vom Strand entfernt. Nach Spaghetti und Salat gibt es wieder Mal einen Filmabend.


12.08.2012 Sonntag
06:28 Tílos / O. Èristos Karte
11:18 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 04:50 Strecke: 29,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Am Nachmittag soll mehr Wind kommen und wir wollen nach Astypálea. Daher stehe ich mit der Sonne auf und fahre um halb sieben los. Nach 20 Minuten kann ich Kurs direkt auf Astypálea, 41 Seemeilen entfernt, aufnehmen. Der Morgen mit bewölktem Himmel über Tilos ist sehr stimmungsvoll

Leider sind die Wellen weniger stimmungsvoll. Nach weiteren 20 Minuten muss ich die Geschwindigkeit reduzieren, weil die Büge in die Wellen krachen. Nach nochmals zwanzig Minuten ist die Gegenwindgeschwindigkeit auf über 15 kn gestiegen – die Prognose lautete 10 kn. Da der Wind sicher nicht abnehmen wird und mit der jetzt erzielbaren Geschwindigkeit noch mindestens sieben Stunden Rüttelfahrt bis Astypálea bleiben, entscheide ich mich für ein anderes Ziel, das näher und nicht genau gegen Wind- und Wellenrichtung liegt, Kamari.
Um 11:18h erreichen wir die bewährte Stelle vor der Taverna Faros. Hier ist es noch windstill aber trotzdem nicht heiß. Bald kommt auch der übliche WNW Wind auf. Nicht nur die örtliche Mobilfunkzelle sondern auch das WLAN von Faros funktioniert heute stotternd, also abwechselnd volles Rohr und gar nicht. Das nervt ein wenig. Aber der Gedanke, jetzt Mal nirgends hinfahren zu müssen, ist sehr angenehm.
Im Schlauchboot liegend kann ich endlich die gebrochene Holzleiste der Heckplattform reparieren und zwar mit einem Holzkochlöffel – Not macht erfinderisch. Lange hatte ich darüber nachgedacht, wie und womit diese an der blödest möglichen Stelle gebrochene Leiste repariert werden könnte. Schön ist die Reparatur nicht, aber künstlerisch wertvoll:

Am Abend gehen wir auf die Suche 1. nach WLAN-Netzen, um womöglich deren Passwörter zu ergattern, 2. nach einer anderen guten Taverna außer Faros und 3. nach Kefir! Seit Astypálea sucht Beate in jedem Geschäft nach dieser seltenen Ware, die so gut erfrischt. Endlich gibt es sie im „Duty paid shop“, trotz des Namens einem gut sortierten Geschäft. Ein WLAN Passwort finden wir nicht aber dafür ein sehr gutes Lokal „Sydney“. Endlich keine Taverna sondern internationale Küche, bequeme Sesseln, normales weißes Tischtuch, aufmerksame Bedienung, ausführliche Speisekarte mit Beschreibung der vielen Hausspezialitäten und kaum höhere Preise als sonst. Ich esse einen Rindsbraten mit englischen Zutaten und Bratensauce, Beate einen Hühnerstreifensalat mit Croutons. Beides köstlich. Als Nachspeise gibt es nicht Wassermelone sondern angenehme Livemusik von einem bis 4 Personen auf der gut ausgestatteten Musikerbühne.


13.08.2012 Montag
Kos Süd / O. Kamári (Kefalos)
Wir bleiben den ganzen Tag am selben Platz. Am Abend hole ich Brot und Retsína vom Geschäft.


14.08.2012 Dienstag
15:10 Kos / Kefalos, Kamari Karte
17:24 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 02:14 Strecke: 8 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten


Ich arbeite von sieben bis 14h an der neuen Beschreibung des Hausverwaltungsprogrammes. Dann müssen die Bordbatterien frisch geladen werden. Mittlerweile ankern Charterboote mit Italienern auf beiden Seiten von uns. Daher fahren wir mit dem Boot spazieren entlang der Küste und werfen den Anker ein paar hundert Meter weiter nördlich von unserem vorigen Platz. Die Motoren dürfen noch eine Stunde laufen und nach drei Stunden sind die Batterien wieder ziemlich voll. Wir liegen fast genau außerhalb des guten Duty paid shops, den wir anschließend aufsuchen.

Das Abendessen beim Captain John mit schöner Aussicht über die Bucht ist gut. Aber wir werden das Gefühl nicht los, so um die 4 Euro zu viel auf die kurz vorgelegte Rechnung bekommen zu haben, aber egal.
Ein großer Vorteil des neuen Platzes: Das Internet funktioniert perfekt.


15.08.2012 Mittwoch
Kos Süd / O. Kamári (Kefalos)
Das normale Griechische Sommerwetter hat sich endgültig eingefunden: Die Luft hat tagsüber um die 30°C und in der Nacht ca. 25° bei geringer Luftfeuchtigkeit, das Wasser unter 26°C. Auch der Wind ist normal: In der Nacht und in der Früh sehr schwach aber zu Mittag richtig ordentlich auffrischend mit guten 5 bis 6 Windstärken. So soll es laut Prognose noch bis Dienstag bleiben.
In der Früh hole ich Brot und Eier vom Shop aber sonst bleiben wir den ganzen Tag auf dem Boot.


16.08.2012 Donnerstag
Kos / O. Kamári (Kefalos)
Um 9h wollen wir irgendwo frühstücken gehen. Das ist gar nicht so einfach. Denn um diese Zeit ist kaum ein Mensch schon auf den Beinen und die meisten Lokale geschlossen. In der Snackbar Acropol erhalten wir aber ein sehr gutes englisches Komplettfrühstück.
Tagsüber arbeiten wir an unseren Computern und hupfen zwischendurch ins Wasser. Weil ich die Motoren zum Batterienaufladen laufen lasse, hänge ich das Schlauchboot so um, dass es nicht vom Auspuffwasser umspült wird. Dabei mache ich einen schlechten Knoten, der sich alsbald löst und das Schlauchboot davon treibt. Glücklicherweise sehe ich das rechtzeitig, hechte ins Wasser und schwimme wie ein Weltmeister hinterher. Nach ca. 50m habe ich das im Wind treibende Boot wieder eingefangen.
Abends gehen wir zur Ortschaft Kefalos hinauf. Mit Fotostopps dauert es eine halbe Stunde. Der Stadtrundgang nochmals so lange bevor wir uns in ein Café setzen.
Wieder unten am Wasser gehen wir nochmals ins Sydney essen. Wieder eine gute Erfahrung. Als wir zurück auf dem Boot sind, herrscht absolute Flaute, aber trotzdem kommen sanfte Wellen daher, die aber gar nicht so angenehm sind.


17.08.2012 Freitag
12:07 Kos / Kefalos, Kamari Karte
14:00 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 01:52 Strecke: 12,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten


Schön langsam könnten wir einen Ortswechsel vertragen. Die seit gestern Abend vorhandenen von der Seite herkommenden Wellen unterstützen den Wunsch. Um 12h werden die Motoren angeworfen und knappe zwei Stunden später liegen wir wie letztes Mal vor den Tavernen Afrodite und Ellinis. Der beste Platz in Pali, weil da kein Boot mehr Platz hat auf unserer Backbord- und Schlafseite.
Wir mieten ein Moped beim Captain und fahren am Abend damit nach Mandraki, setzen uns in ein Café am malerischen Hauptplatz, schlendern durch die Gassen und sehen uns endlich wieder Mal einen gscheiten Sonnenuntergang ins Meer an. Zu Abend essen wir direkt gegenüber dem Boot bei Ellinis. Die riesige und in Griechenland sonst fast unbekannte Pfeffermühle finde ich sensationell. Der Grillteller schmeckt natürlich entsprechend hervorragend.








Achja: Das Internet via Ellinis funktioniert prima. Deshalb die vielen Bilder.


18.08.2012 Samstag
Nisyros / Páli
Als Frühstücksfernsehen beobachten wir, wie schon gestern beim Abendessen, die 4 italienischen Pärchen vom Nachbarboot. Sie sind stundenlang damit beschäftigt, entweder sich oder irgendwelche Wäschestücke zu waschen, immer wieder in neuem Outfit zu erscheinen und einander zu fotografieren.
Als wir genug der Show haben, fahren wir mit dem Moped nach Nikiá. Der Blick hinunter auf den Vulkankrater und der schöne Hauptplatz faszinieren auch nach so vielen Besuchen immer noch.


Nach einem Kaffe auf dem Boot fahren wir auf dem Strandweg entlang der Ostküste, um einen Badeplatz zu finden. Aber die schattenlosen Stände hier sind nicht sehr einladend. Der Strand direkt neben dem Hafen ist viel schöner und wir finden auch einen schattigen Platz unter einer Tamariske.

Am Abend essen wir beim Captain. Die Schweden Kerstin und Sune, die mit ihrem Boot aus Schweden ins Mittelmeer gekommen sind und seither darauf leben, setzen sich zu uns. Sie erzählen sehr interessant vor allem über ihre Fahrt durch die französischen Kanäle im Winter 2010-2011.


19.08.2012 Sonntag
12:46 Nisyros / Páli Karte
13:41 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 00:54 Strecke: 3,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,8 Knoten


Entweder war die Waterlady mit ihrem Moped gar nicht da oder wir haben sie verpasst. Es gibt aber einen aufgesperrten Wasserhahn an der Versorgungssäule direkt beim Boot, den ich für die Wassertanks anzapfen kann. Strom haben wir sowieso die ganze Nacht in die Batterien einfließen lassen und nach ein paar Einkäufen können wir um 12:45h bestens gebunkert ablegen. Nach kurzer Fahrt ankern wir am Gyalistrand und können endlich wieder vom Boot ins Wasser hupfen. Das tut gut!
Weniger gut tut die Erkenntnis, dass mein 30 Euro Ladebon mit dem 16-stelligen Code nicht für das mobile Internet verwendet werden kann. Man muss eine „Mobile Broadband scratch card“ verwenden, kommt als Antwort-SMS. Na fein, und typisch: Eine Information, dass der normale Bon nur für normale Telefonwertkarten verwendet werden kann, habe ich bisher weder gesehen noch gehört. Auch nicht von der Tussi im Wind-Shop, die zuletzt die Gültigkeit der Karte verlängert hat, aber keine Scratch Card verkaufen konnte. Ich vermute, dass es solche Karten gar nicht gibt.
Also sind wir jetzt in der modernen totalen Einöde: Kein Internet! Aber immerhin können wir uns einen Sonntagabend -Tatortkrimi ansehen.


20.08.2012 Montag
Gyali
Wir bleiben in Gyali und arbeiten auf unseren Computern. Der laute Rückwärtsfahrpiepser einer Baumaschine vom Bimssteinabbau stört gelegentlich. Aber sonst passt alles.


21.08.2012 Dienstag
10:49 Gyali / Strand Karte
12:20 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 10,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten


Zwei Tage ohne Internet sind genug. Nach Frühstück, Geschirrabwaschen und Schwimmen fahren wir um 10:50h los. Bei der windlosen Fahrt über öliges Wasser spüle ich den Staub vom Deck mit Meerwasser ab. Nicht mehr grau, nur noch salzig. Nach 1,5 Stunden ankern wir wieder vor der Taverna Faros und können uns per WLAN mit der Welt verbinden.
Ich fahre mit dem Schlauch an Land, um die benötigte Rubbelkarte für die Internetwertkarte zu kaufen. Wie erwartet gibt es eine solche nicht bzw. ist die Existenz einer solchen überall unbekannt. Für die normale Telefonwertkarte schon, für die spezielle Internet-SIM-Karte nicht. Mein Vorurteil, dass die Griechen nichts, aber wirklich gar nichts, ordentlich machen können, verstärkt sich direkt proportional zu meinem Ärger.
Aber auf dem Weg gibt es ein frisch gezapftes Magnus Magister Bier aus Rodos um magere 1,50 per Krügerl. Das besänftigt meinen Ärger.


22.08.2012 Mittwoch
Kos Süd / Kefalos Kamari
Zum Frühstück hole ich frisches Brot und beobachte dabei die noch immer andauernden Sandarbeiten. Ein riesiger Frontlader holt Sand von einem Haufen nördlich des Hafens, lädt es auf ein LKW. Drei Schaufeln passen drauf. Dann kippt der LKW den Sand ca. 35 Meter auf der andere Seite des Platzes vor der Pier, wo er Sandhaufen produziert, die das Schaufelmonster anschließend platt macht. Der Sinn der seit zeitig in der Früh laufenden entsprechend lauten Aktion ist nicht zu erkennen.

Wir arbeiten wieder mit unseren Computern den ganzen Tag und kühlen uns zwischendurch im fast spiegelglatten Meer ab. Am späten Nachmittag kommt wie vorhergesagt Wind auf und wir fahren an Land. Im Dutypaidshop kaufen wir Kefir und Wein und anschließend testen wir Cavos, eine neue Taverna. Sie lockt mit Gyros Plate including Beer um 6,50. Beate begnügt sich mit einem Gyros Pita, also im Fladenbrot, um 2 Euro. Beide bestens und völlig ausreichend. Als Draufgabe gibt es noch einen Ouzo vom Haus. Das nenne ich preiswert.


23.08.2012 Donnerstag
09:05 Kos / Kefalos, Kamari Karte
11:42 Kos / Thérma Karte Ankern
12:44 Kos / Thérma Karte Weiterfahrt
14:22 Kos / Marina Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 04:14 Strecke: 24,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten


Schon wieder Lärm in der Früh! Im Dreiviertelschlaf denke ich, dass Wind aufgekommen ist. Aber die Wanten scheppern nicht. Muss also was anderes sein. Die Neugier wirft mich aus dem Bett. Es ist eines dieser griechischen Tankschiffe, die mit Treibstoff von Insel zu Insel fahren, um die Tankstellen zu beliefern. Das Schiff hat eigene TankLKWs an Bord, die vom Schiff zu den Tankstellen fahren.

Nach Morgenköpfler und Frühstück fahren wir um 9:05h los. Der Wind ist „metawliti“, also veränderlich, sprich entweder gar nicht oder schwach mal von da mal von dort kommend.
Um 11:42 ankern wir vor dem Naturtermalbad und schwimmen an Land. Es tut gut, sich im heißen Schwefelwasser zu suhlen. Merh als 15 Minuten hält man es aber nicht aus. Der ins Meer rinnende Bach wird wohl so um die 50°C haben. Trotzdem findet sich immer wieder ein Wagemutiger, der sich dort kurz umspülen lässt. Praktisch hier: Wie bei der Sauna in Finnland kann man sich anschließend im Meer abkühlen. Naja, mit 28° ist das Meer doch um 10° wärmer als in Finnland.

Nach einer Stunde setzen wir die Fahrt fort und erreichen die Tankstelle in einer Stunde. Fast 102 Liter passen hinein, 171 Euro! Nach einer weiteren halben Stunde liegen wie am Pier D in der Marina. Endlich kann das Boot so richtig gewaschen werden.
Anschließend gehe ich zum Wind-Shop, um endlich die SIM-Wertkarte zu verlängern. Das gelingt jetzt aber auch nicht, weil auch der Shop keine Rubbelkarten für Internet hat und weil der Shop erst morgen Nachmittag wieder Online sein wird. Es wird ein Softwareupdate gemacht und das dauert offenbar 24 Stunden und konnte ja unmöglich gestern Nachmittag gemacht werden, wenn der Shop sowieso geschlossen ist.
Damit hat Provider Wind bei mir ausgedient und ich kaufe eine Vodafone KartoInternet. Kostet auch 1 Euro per Tag und funktioniert eh besser als Wind.