Aktualisierung 21.08.2018 20:37:14 Anzahl Tage: 23
08.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Travelliftbecken – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
09.07.2013 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
10.07.2013 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Lipsi / O. Katsadiá
11.07.2013 Lipsi / O. Katsadiá
12.07.2013 Lipsi / O. Katsadiá – Lipsi / O. Kouloúra
13.07.2013 Lipsi / O. Kouloúra
14.07.2013 Lipsi / O. Kouloúra
15.07.2013 Lipsi / O. Kouloúra – Patmos / O. Meloï
16.07.2013 Patmos / O. Meloï
17.07.2013 Patmos / O. Meloï
18.07.2013 Patmos / O. Meloï
19.07.2013 Patmos / O. Meloï – Patmos / Skala „Marina“
20.07.2013 Patmos / Skala „Marina“ – Schinousa / Livadi
21.07.2013 Schinousa / Livadi – Iraklia / Ag. Georgios Hafen
22.07.2013 Iraklia / Ag. Georgios Hafen – Schinousa / Hafen Myrsini
23.07.2013 Schinousa / Hafen Myrsini – Antiparos / O. Despotikó
24.07.2013 Antiparos / O. Despotikó
25.07.2013 Antiparos / O. Despotikó – Páros / O. Alikí
26.07.2013 36°59’49“N,025°07’50“E – Páros / O. Trío
27.07.2013 Páros / O. Trío – Náxos / O. Ag. Prokopios
28.07.2013 Náxos / O. Ag. Prokopios
29.07.2013 Náxos / O. Ag. Prokopios – Ios / Hafen Ios
30.07.2013 Ios / Hafen Ios
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 32:10 Strecke: 168,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
08.07.2013 Montag
11:30 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Abfahrt
13:00 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 1 Knoten
Der Kranführer und sein Helfer bringen die Blodughadda ganz behutsam ins Wasser.

Wir gehen an Bord, kontrollieren, dass nirgends Wasser eindringt und starten die Motoren. Alles bestens. Langsam reversieren wir aus dem engen Becken und nehmen Kurs auf Archangelos. Nach kaum 300m stirbt der bb-Motor ab. Er lässt sich zwar gleich wieder starten, nimmt jedoch kaum Gas an. Bei Vollgas ohne Propeller klettert der Tourenzähler dann zwar auf 3000rpm, geht aber dann wieder zurück auf unter 2000 und dann wieder hinauf. Das ist nicht in Ordnung und ich will das gleich reklamieren. Wir fahren also zurück ins Travelliftbecken, wo die Kranleute noch da sind. Ich erkläre, dass ein Motor unmotiviert abgestorben ist. Zwei telefonisch verständigte Mechaniker kommen sogleich mit dem Moped daher. Sie meinen, es sei noch Luft im System und nach einer Weile, das müsste jetzt erledigt sein. Ich zeige dem leidlich englisch sprechenden der beiden, dass die Drehzahl noch immer fällt und steigt ohne den Gashebel zu bewegen. Er muss mit dem Chef Michalis sprechen und wird gleich wieder kommen.
Das tut er auch. Aber jetzt muss ein anderes Boot gekrant werden. Wir sollen uns an eine Boje legen, aber das Schlauchboot liegt noch verstaut in der Bugkajüte. Ich schlage vor, dass wir in Archangelos testen werden, ob das Problem weiterhin besteht und uns diesbezüglich morgen melden. Es ist natürlich ein guter Vorschlag, wenn etwas auf morgen verschoben werden kann.
Wir fahren also wieder los. Auf der kurzen Strecke funktioniert der Motor klaglos. Hoffentlich bleibt es so. In der Bucht ankern ungewöhnlich viele Boote, so 10-12, aber wir finden einen guten Ankerplatz unterhalb der seit heuer eröffneten Sommertaverna.
Nun richten wir uns so richtig ein und verstauen unsere Habseligkeiten, klopfen und bürsten die Matratze und richten das Bett her. Dann will ich unbedingt überprüfen, ob die neue Windfahne funktioniert, sonst müsste ich noch was reklamieren. Dazu muss ich „nur“ das Kabel vom Ankerkasten nach hinten zum NMEA2000 Stecker ziehen und anschließen. Letzteres dauert keine 15 Minuten. Aber ersteres gute drei Stunden. Ohne viele grobe Flüche und Gewaltanwendung wäre es wohl gar nicht gegangen. Das Kabelrohr ist schon so voll von Kabeln, dass keine Chance besteht, mit der Einziehfeder durchzukommen. Das alte nicht mehr benüzte VHF-Kabel kann ich zwar entfernen und mit ihm eine Schnur durchziehen. Das neue Kabel lässt sich damit fast durchziehen, bleibt aber erbarmungslos irgendwo im Rohr stecken. Ich will schon aufgeben als ich dahinter komme, dass das Kabelrohr gar nicht durchgängig ist, sondern unter der Sitzbank aufhört, wo das Kabelbündel mit Kabelbindern zusammengeschnürt ist. Da lässt sich kein neues Kabel durchziehen. Aber daran vorbei ist es dann ein Leichtes.
Groß ist die Freude, als ich das Garmin GMI 10 einschalte. Alle erdenklichen Windmesswerte und auch Lufttemperatur und Luftdruck werden tadellos angezeigt. Also hat die Blodughadda jetzt zum ersten Mal überhaupt eine funktionierende Windmessanlage. So richtig kann ich das Instrument nicht testen, weil fast totale Flaute herrscht – zwischen 0,4 und 2 Knoten Wind.
Beate brät die morgens gekauften Schweinkotletts und macht dazu einen köstlichen Salat als Abendessen.
Danach will ich auch noch die Kommunikation mit der Welt einrichten, also den Internetzugang. Leider sind sämtliche Beschreibungen der Vodafone KartoInternet nur auf griechisch. Für das nächste Mal, damit ich nicht wieder so lange herumprobieren muss:
1. SIM-Karte in in den 3G USB-Adapter einlegen.
2. Windows starten (unter Mac OSX ginge es vielleicht auch) und USB-Adapter anschließen
3. Mobile Connect starten
4. Web.session als APN eingeben
5. Verbinden
6. Browser starten -> services.vodafone.gr erscheint auf griechisch
7. Oben rechts auf English klicken
8. Code auf der Wertkarte freirubbeln und im Browser rechts unten eingeben -> Jippie!
Dann hänge ich den 3G Adapter um auf den neuen Alfa R36 und damit hat die Blodughadda ein WLAN-Netzwerk mit Internetverbindung wie daheim. Jetzt darf in 15 Tagen 2GB an Daten hin und her gesendet werden. Wir werden sehen, ob das reicht.
Mit dem anderen R36 bin ich weniger erfolgreich. Dieser soll über einen Alfa AWUS036NHR Long-Range USB Adapter offene WLAN Netzwerke und solche, zu denen ich einen Zugangscode habe bzw. bekomme, anzapfen und als zweites Bootsnetzwerk zur Verfügung stellen. Obwohl zu Hause alles bestens funktioniert hat, bringe ich den R36 mit diversen Einstellversuchen so durcheinander, dass ich auf den Resetknopf drücken muss, um alles rückgängig zu machen. Um 2:15h begnüge ich mich dann mit vorläufig nur einem Bootnetzwerk und gehe schlafen.
09.07.2013 Dienstag
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Herrlich gut geschlafen, gut gefrühstückt und geschwommen wird es Zeit für die erste Reparatur. Das Bordklo pumpt zwar ab, saugt aber kein Spülwasser vom Meer herein. Ich gehe auf Tauchstation und stochere mit einem langen Schraubenzieher von außen in das Einlassventil hinein. Da kommt jede Menge Dreck heraus und nach kurzer Zeit fließt auch wieder Wasser durch. Das war einfach.
Einige Boote verlassen die Bucht. Wir nicht. Einige kommen dazu, auch größere Motoryachten. Die größte ist eine Charteryacht insbesondere für Margarineanbeter O’RAMA. Allerdings ist sie deutlich kleiner aber auch deutlich schöner als die gestern hier liegende Force Blue. Wird wohl nicht lange dauern, bis wieder die Jetskis und anderes heulendes Wasserspielzeug herumflitzen werden.
Wir holen den Außenborder und das Schlauchboot heraus aus der Vorderkajüte. Ich zähle 450 Fußtritte auf die Pumpe bis das Schlauchboot wieder prall ist. Beim ersten Ziehen der Anlassschnur springt der Motor an, nicht schlecht. Wir können gleich zur neuen Taverna Stigma hinübersetzen. Sie bietet einen schönen Blick über die Ankerbucht


und die Terasse ist recht einladend

Besonders preiswert ist sie allerdings nicht, was angesichts der fehlenden Konkurrenz auf dem unbewohnten Inselchen verständlich ist. Wir essen zwei Vorspeisen und danach auf dem Boot Packerlnudeln mit Broccoli als Hauptspeise.
10.07.2013 Mittwoch
16:21 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
17:33 Lipsi / O. Katsadiá Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:11 Strecke: 5,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten KML
Ich beschäftige mich mit dem Blogbuch und mit Google Maps APIs, um im Bericht mit wenig Aufwand eine mitwachsende Karte der Route darstellen zu können. Nicht ganz trivial. Beate beschäftigt sich mit rumänischen Übungsfirmen, auch nicht trivial. Wir ärgern uns abwechselnd.
Zwischendurch fahren wir ein Stückchen weiter und essen zu Abend in der Taverna Dilaila weder besonders gut noch preiswert.

Es gelingt mir, das zweite Bordnetzwerk in Gang zu bringen und die Internetverbindung über das dilaila-WLAN herzustellen.
11.07.2013 Donnerstag
Lipsi / O. Katsadiá
Obwohl der HP Photosmart B110 bis gestern Nachmittag noch bestens gedruckt hat, ist er heute hinüber. Der Druckkopf ist beschädigt. Die alte Tinte dürfte doch nicht so gut gewesen sein. Gemäß Anleitung habe ich den Druckkopf mehrmals gereinigt, zum Schluss mit 95%-igen Alkohol. Jedes Mal dasselbe: Inkompatibler Druckkopf, nicht geeignet oder beschädigt. Dabei würde Beate den Drucker für Ihre Arbeit jetzt dringend benötigen. Auf Lipsi wird man wohl keinen Ersatzdruckkopf bekommen. Einen neuen WLAN-Drucker wohl auch nicht.
Abends gehen wir in 27 Minuten über den Hügel zum Lipsi Ort. Im Supermarkt, wo wir Duschgel einkaufen, fragen wir nach einem Computergeschäft. Gibt es natürlich nicht. Aber da der Computer des Inhabers gestern eingegangen ist, könnten wir seinen HP Tintenstrahldrucker haben oder zumindest darauf ausdrucken. Beide Angebote nehmen wir wegen der Entfernung zum Boot nicht an. Das sieht er ein.
Nach einem Zwischenstopp in der famosen Bäckerei, wo wir einen Kaffee und einen Ouzo trinken (die Bäckerei verkauft übrigens auch Alkoholika und Tabak und hat 24 Stunden offen), essen wir bei Monolis viel besser und günstiger als gestern in Dilaila.
12.07.2013 Freitag
15:12 Lipsi / O. Katsadiá Karte Abfahrt
15:35 Lipsi / O. Kouloúra Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:23 Strecke: 1,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,4 Knoten
Am Vormittag funktioniert das dilaila-WLAN ganz gut. Das nützt Beate für ihre Arbeit, in der sie Dokumente von rumänischen Übungsfirmen herunterladen muss. Ich gehe die verschiedenen Stauräume am Boot durch und notiere, was wo ist und versuche Ordnung zu schaffen.
Wir haben vor, nach Arkí zu fahren. Allerdings bläst der Wind recht heftig und das ist es in Tiganáki nicht so gemütlich. Daher sehen wir uns die nächste Bucht östlich an, wo wir noch nie waren. Ja, sowas gibt es wirklich noch. Ein normales Segelboot und die sehr sonderbare Designeryacht RJ III ankern hier:


Das machen wir dann auch. Die heutige Etappe war ein wenig zu kurz, um die Batterien aufzuladen. Die Motoren brummen daher bis 17:29 weiter.
Es gibt würzige griechische Würsteln mit Erdäpfeln als Abendessen und als Dessert ein Krimi aus der Dose.
13.07.2013 Samstag
Lipsi / O. Kouloúra
Die ganze Nacht pfeift der Wind. Er kommt mit bis zu 27,5 Knoten daher aber angenehmerweise nicht in heftigen Fallböen.
Vom Bäcker im Lipsi Ort hole ich frisches Brot zum Frühstück. Gehzeit eine Richtung knappe 23 Minuten. Auf dem Weg mache ich ein Foto von der Bucht:

Leider bleibt der Wind den ganzen Tag penetrant zwischen 20 und 30 Kn so dass wir keine Lust verspüren, dagegen Richtung Nord anzukämpfen. Noch mehr leider: So soll es bis nächsten Freitag bleiben, laut Windvorhersage. In Österreich ist vermutlich schönstes Sommerwetter angesagt. Das war schon immer so, wenn der Meltémi hier ordentlich orgelt.
Beate arbeitet weiter und ich versuche eine vernünftige Lösung für Lazyjacks und Lazybag zu finden. Von der Werft wurden die alten Lazyjacks abmontiert und durch ein simples Seil ersetzt. So richtig ausprobieren kann ich die neu erdachte Konstruktion nicht, weil der Wind zu stark ist.
Nach nur 4 Tagen haben wir das 2GB Internetguthaben verbraucht. Beate muss sich alle Arbeitsunterlagen aus Rumänien herunterladen. Egal, so lange wir noch Rubbelkarten haben, ist es kein Problem.

Um 17:29, nach exakt 24 Stunden, starte ich die Motoren wieder. Die Kühlschrankbatterie hat zwar noch ca. 70% aber die Bordbatterie nur mehr 50% Ladung. Stromverbrauch vor allem für die zwei MacBooks daher 81 Ah in 24 Stunden. Um die 81Ah wieder in die Batterie zu pumpen, muss der Motor ca. 2,5 Stunden mit 1.600 rpm laufen, was derzeit etwa 3 Euro Dieselkosten bedeutet. In der Saison wird es vielleicht 30-40 Mal der Fall sein, dass die Motoren nur laufen, um die Batterien aufzuladen und nicht um außerdem vorwärts zu kommen. Solarpaneele oder Windgenerator würden sich für uns daher nie und nimmer amortisieren.
Am Abend gehen wir wieder die 1,6 km hinüber zum Lipsi Ort. Es zahlt sich aus. Zuerst setzen wir uns in unser Lieblingslokal an der Pierwurzel

dessen Name wir endlich an der nunmehr vorhandenen Speisekarte erfahren: Stis wasos tou asparaki… – was auch immer das heißen mag. Zwischendurch inspizieren wir die hier liegenden Segelboote und stellen fest, das wir froh sind, nicht bei diesem verrückten Wind da angelegt zu haben. Die Boote schaukeln ganz schön und der Wind pfeift laut in den Riggs und bläst direkt ins Cockpit hinein. Wir stellen auch fest, dass hier ein Stromverteilungsspezialist für die Boote gewerkt hat:

Für morgen wollen wir noch was in der famosen Bäckerei kaufen. Das machen wir auch. Aber vorher beteiligen wir uns an der 10-Jahresgeburtstagsfeier indem wir üppig essen und trinken. Der Chef persönlich ermuntert uns, am Buffet und an den Getränken ordentlich zuzuschlagen. Gut, dass wir heute eigentlich das Abendessen auslassen wollten und es doch nicht tun.

14.07.2013 Sonntag
Lipsi / O. Kouloúra
Nach dem Morgenschwimm verkündet Beate, dass wir heute unmöglich irgendwohin fahren können. Sie hat sich an der Badeleiter festhalten müssen, weil das Boot im heftigen Wind hin und her schwojt.
Also bleiben wir. Beate liest. Ich sammle alle aktuellen Computerdokumente der Blodughadda betreffend auf einen USB-Stick, der auf dem Boot bleiben wird. Verbraucht weniger Platz als ein paar Ordner. Im Laufe des Sommers werde ich auch noch alle Papiere einscannen. Das geht ja noch mit dem HP.
Ansonsten beobachten wir, dass das einzige Nachbarboot am Vormittag abfährt und ein anderes am Nachmittag dessen Ankerplatz nimmt. Mindestens 20 Boote könnten hier locker ankern. Aber die sind alle in der Nachbarbucht, wie wir vorgestern gezählt haben.
Und wir beobachten den Wind, der zwischen 10:30 und 18:30 so geblasen hat:

15.07.2013 Montag
08:28 Lipsi / O. Kouloúra Karte Abfahrt
11:11 Patmos / O. Meloï Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:43 Strecke: 14,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten KML
Gleich nach dem Frühstück fahren wir sogar ohne Morgenschwimm los. Es geht gut ohne gröbere Wellen bei 15-20 Knoten Wind. Wie üblich nimmt er um 10 Knoten zu, sobald wir die Leeseite von Patmos erreichen.
Kein Boot ankert in Meloï und wir können den Anker auf „unseren“ Sandfleck setzen, wo er bombenfest hält. Das tut er sonst nirgends in dieser Bucht. Die am Nachmittag ankommende Bavaria 46 „Eisvogel“ demonstriert das eindrucksvoll: Sie ankert westlich von uns. Der Skipper überprüft nicht, ob der Anker hält, sondern fährt mit dem Schlauchboot zur Taverna. Als ich mich rasiere, sehe ich, dass das Boot schon gute 50m abgetrieben ist. Der Skipper hat das auch entdeckt, aber der uralt Außenborder seines Schlauchbootes springt nicht an. Er köpfelt vom Anleger ins Wasser, schwimmt wie ein Weltmeister zum Boot und erreicht es bevor es das Felsenufer erreicht. Dann ankert er nochmals auf der anderen Seite von uns mit der gesamten Kettenlänge, aber wieder ohne Ankerhalt durch Rückwärtsfahrt oder Schnorcheln zu kontrollieren.
Das andere hier angekommene Segelboot hat das gleiche Problem und muss einen Platz suchen, wo der Anker hält. Ich schnorchle wieder zu unserem Anker, der sich nicht von der Stelle gerührt hat, wo er vollkommen im Sand eingegraben liegt.
Am Abend können wir endlich unsere zwei vollen Mistsäcke in eine Mülltonne werfen. Auf Lipsi gibt es solche nicht, weil die Insel „Mülltrennung“ betreibt. Es handelt sich dabei eher um Müllvermeidung als um Trennung, vermute ich.
Wir gehen ein wenig spazieren, um die nächste Bucht Koumána mit dem Fischrestaurant KYMA zu inspizieren. Abgesehen davon, dass wir sowieso in die Campingplatztaverna gehen wollen, bläst der Wind hier sehr unangenehm. Unterwegs fotografiere ich Meloï und dann die Campingplatztaverna, deren Wirtin mich tatsächlich wieder erkennt. Wir essen wieder sehr gut und preiswert.



16.07.2013 Dienstag
Patmos / O. Meloï
Die Position der am Heckkorb zum Trocknen aufgehängten Badebekleidung ist meistens eine waagrechte. Das gilt heute auch.
Am Vormittag machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Skala. Über den Hügel erreicht man die jämmerliche „Marina“ in zehn Minuten. Nach weiteren zehn Minuten den Supermarkt beim Yachtkai. Noch immer der Hauptanlegeplatz, weil die 2006 gebaute „Marina“ nach wie vor vor sich hingammelt und fast vollständig von den Booten der Einheimischen belegt ist. Und nach wie vor funktioniert keine einzige der 32 Stromversorgungssäulen, geschweige denn eine der 19 Fäkalientankabpumpstationen. Jedes Jahr muss ich diese furchtbare Geldverschwendung erwähnen, obwohl es nichts bewirken kann.
Die Boote am Yachtkai haben mit dem Seitenwind ganz schön zu kämpfen. Eine Erholung ist es wirklich nicht, da zu liegen.
Wir gehen noch ein paar Minuten weiter und erreichen des Zentrum von Skala. Das einzige Computergeschäft finden wir auch und darin einen kleinen Laserdrucker mit WLAN, den wir um 80 Euro erstehen. Das Computergeschäft ist sehenswert. Nicht wegen der Produkte, sondern wegen des unglaublichen Durcheinanders. Jeder Gebrauchtcomputermarkt in Österreich ist ordentlicher als dieser Laden und das will was heißen.
Beim Imbiss im Café Arion überprüfe ich sicherheitshalber die Bedienungsanleitung des Druckers. Gut so, denn es ist nicht das Modell mit WLAN, sondern nur mit USB-Anschluss. Den können wir an Bord nicht gebrauchen. Zurück im Geschäft ist der Besitzer ganz konsterniert – auf der Verpackung steht doch „Wireless“. Ja, aber mit „(W model)“ als Zusatz und dieses Modell hat kein W. Im Internet wird bestätigt: Dieses Modell, Samsung ML-2160, hat kein WLAN, das Modell ML-2165W schon. Er bekommt den Drucker und ich das Geld zurück. Denn einen anderen Drucker hat er nicht.
Ich kaufe bei Blue Fin neue Genuaschoten und eine Leine für die LazyJacks während Beate beim Bäcker und im Supermarkt einkauft. Dann gehen wir zurück und freuen uns auf einen kühlenden Schwimm.
Im Internet recherchiere ich, was noch an Druckern in Frage kommen könnte bzw., was ein neuer Druckkopf kosten würde. Wie vermutet kostet der Druckkopf fast 59 Euro. Ein neuer Tintenstrahl-Multifunktionsdrucker mit WLAN ist für weniger zu haben – verrückte Welt!. Da werde ich sicher keinen Kopf kaufen, der womöglich nicht funktioniert, weil der Fehler eventuell am Gerät selbst liegt.
Aber ich stelle auch fest, dass es sehr gut war, dass wir nicht mit einem Laserdrucker am Boot angekommen sind. Den hätten wir niemals betreiben können. Er verbraucht nämlich 310 Watt 230 Volt Wechselstrom im Betrieb. Unser Wechselrichter liefert max. 300. Dabei ist dieser Samsung ohnehin der mit der geringsten Leistungaufnahme aller Laserdrucker.
17.07.2013 Mittwoch
Patmos / O. Meloï
Wölkchen! Ein seltener Anblick. Das war’s auch schon, was es heute an Außergewöhnlichem gibt. Wir bleiben das einzige Boot in der Bucht und der Wind bleibt uns treu mit meistens um die 20 Knoten.
Beate arbeitet. Ich ergänze die GPS Positionen der Plätze im Blogbuch mittels Google Earth. Es funktioniert gut, würde aber wesentlich schneller gehen, wenn die Koordinaten der Cursorposition irgendwie in die Zwischenablage kopiert werden könnten. So muss ich diese aufschreiben und dann im Blogbuch manuell eintragen.
Zwischendurch mache ich auch 1bisX-Support über TeamViewer und Telefon. Funktioniert bestens.
Am Abend essen wir wieder in der Campingplatztaverna.
18.07.2013 Donnerstag
Patmos / O. Meloï
In der Früh hole ich frisches Brot und ein paar Leckereien vom Bäcker in Skala. In weniger als einer Stunde bin ich wieder am Boot zurück.
Die erdachte und gestern beim Abendessen noch theoretisch behandelte Konstruktion der Lazyjacks wird in die Praxis umgesetzt. Sie funktioniert gut: Ein einziges Seil geht über Blöcke von vorne nach hinten und hinauf-hinunter. Am Ende des Baumes ist es befestigt. So wird der Lazybag an vier Punkten gehoben, wenn vorne an dem Seil nach unten gezogen wird, und gesenkt, wenn am Seil nachgelassen wird. Und das Seil kann in jeder Position an der Baumklampe fixiert werden. Jetzt fehlt nur noch das Segel auf dem Baum…

Beate arbeitet wieder den ganzen Tag an den neuen österreichischen Bildungsstandards für Entrepreneurship in Handelsakademien. Und ich ergänze wieder die GPS-Positionen der Plätze im Blogbuch, mache kleine Korrekturen am Hausverwaltungsprogramm und betreue zwei Kunden.
Am Abend sehen wir uns im Cockpit wieder einen Krimi am Laptop an. Dabei ist zeitweise der Wind so laut, dass man gar nicht hört, was da gesagt wird.
19.07.2013 Freitag
11:45 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
12:20 Patmos / Skala „Marina“ Karte Anlegen am Schwimmsteg
Zeit unterwegs: 00:35 Strecke: 1,6 Seemeilen Ø Fahrt: 2,8 Knoten KML
Endlich! Nach acht Tagen praktisch ohne Pause hat sich der Wind beruhigt. Wir können die Genua anschlagen ohne dabei erschlagen zu werden.
Die Wind- und Wellenprognose der kommenden drei Tage ist auch recht günstig: Nördlich von Amorgos max. 6 Beaufort und Wellenhöhe nur bis 1,5m. Die für morgen geplante, mindestens 10 Stunden dauernde Überfahrt in die Kykladen sollte also klappen.
Als wir in Meloi abfahren, fängt der Wind wieder an. Wir wollen nach Skala, um Wasser und Diesel zu tanken. Der Wind kommt heftig mit an die 30 Knoten, was ein Anlegen am Yachtkai äußerst mühsam macht. Der Kopf des Schwimmstegs ist frei und ich überlege, dort mit Anker arschlings anzulegen. Ein Mann auf dem Steg deutet, dass weiter innen ein Platz frei wäre. Wir reversieren in die Lücke, die gerade groß genug für die Blodughadda ist, gegen den ätzenden Wind. Der Mann, ein Franzose von der Segelyacht am Ende des Steges auf derselben Seite, hilft mit den Leinen.

Ich freue mich darauf, kostenloses Wasser bunkern zu können. Zu früh gefreut. Denn es kommt zwar Wasser aus der mit Schutzhaube abgedeckten Versorgungssäule, aber mit so wenig Druck, dass es nicht reicht, das Wasser etwas mehr als einen Meter durch den Schlauch hinauf zu befördern, was notwendig ist, um den Einfüllstutzen zu erreichen.
Noch gefasst gehe ich um die Bucht in die Stadt. Am Yachtkai frage ich einen Frischwasserlieferanten, ob er uns am Schwimmsteg beliefern könnte. Nein, kann er nicht. Der Wasserschlauch seines Tankwagens ist nicht lang genug, ich soll zum Yachtkai kommen. (Damit er bequemer seine 10 Euro verdienen kann, denn Schlauchlängen hätten wir ja genug.) Nachdem ich neue Arbeitshandschuhe gekauft habe, setze ich mich auf ein Ouzo ins I Netia, die Taverna am nächsten zum Boot. Da kommt mir ein zündender Gedanke: Die Wolfcraft-Impellerpumpe! Und tatsächlich, diese bringt mit Hilfe des Akkuschraubers das Wasser in den Tank.

Allerdings sind beide Akkus leer bevor beide Tanks voll sind. Die Black&Decker Bohrmaschine hilft auch nicht, weil sie mehr Strom braucht als der Wechselrichter liefern kann. Ich ärgere mich wieder, dass ich vor zwei Jahren das 300 Watt und nicht das 600 Watt Modell gekauft habe. Obwohl sinnlos, schaue der Versorgungssäule trotzdem unter die Haube. Ja, da wären drei Steckdosen. Sie sind aber erstens hinter einem abgesperrten Deckel und zweitens riesige 3-polige CEE-Stecker für 63 Ampére, also ausgelegt für bis zu 14.000 Watt. Kein Boot hier würde das jemals benötigen, käme jemals Strom da raus. Ich kann es nicht glauben und schaue noch ein paar Säulen unter die Haube. Ja, überall dieselben Monsterdinger und bei keiner Säule je Strom durchgeflossen laut Stromzähler. Und das seit sieben Jahren. Dieses Paradebeispiel für Verschwendung von EU-Fördergeldern kann mich wirklich aufregen.
Während der Schrauberakku aufgeladen wird, hole ich Diesel im Kanister von der Tankstelle. Auch der Dieseltankwagen hat keinen ausreichend langen Schlauch. Vor der dritten und letzten Tankstellenbesuch kaufe ich bei Blue Fin einen neuen 25 Liter Kanister. 1,554 Euro kostet der Liter Diesel.
Das Großsegel wird angeschlagen und jetzt ist der Lazybag prall.

Nachdem alles kurz nach 21h erledigt ist, gehen wir ins I Netia essen. Sehr freundliche Leute, schöne Aussicht auf den Hafen und preiswert.
20.07.2013 Samstag
07:10 Patmos / Skala „Marina“ Karte Abfahrt
08:08 37°16’04“N,026°33’46“E Segel setzen
08:31 37°15’38“N,026°32’47“E Motor aus
09:11 37°15’29“N,026°27’50“E Wind 8 Kn
09:16 37°15’33“N,026°27’25“E Wind 15 Kn
09:58 37°14’37“N,026°24’02“E Wind weg, Motor an
16:11 36°54’10“N,025°35’50“E Wellen weg Wind 29->19 Kn.
16:46 36°51’10“N,025°33’03“E Segel weg
17:14 36°50’16“N,025°31’19“E Schwertfisch gesichtet
17:40 Schinousa / Livadi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 10:30 Strecke: 64,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten KML
Der Wecker läutet um 6. Nach dem Frühstück legen wir ab. An der Südspitze von Patmos setzen wir die Segel. Es geht super dahin mit 7,5 Knoten bei 18 Knoten Wind, Kurs 235 auf die Nordspitze von Naxos. Ich freue mich. Vielleicht erreichen wir Paros rechtzeitig, um zur Vernissage und 10-jährigen Jubiläumsfeier in der Kunstgalerie Apothiki unserer Freunde Dirk und Hilde zurecht zu kommen. Aber zu früh gefreut. Der Wind schläft ein, kommt wieder, schläft wieder ein, kommt dann wieder aber um fast 30° westlicher und frischt ordentlich auf. Also Paros heute nicht erreichbar und Kurs auf Schinousa. In der Höhe Donousa dreht der Wind wieder nach rechts und frischt auf über 30 Knoten auf. Gut, dass wir die Blodughadda nicht gewaschen haben. Sie befreit sich selbst von der Sandschicht auf dem Deck.
Es ist nicht warm, 21°C und der Wind, die Gischt der ziemlich großen Wellen macht die Fahrt ziemlich rau. Beate liest auf ihrem Stammplatz gut eingehüllt.


Dann plötzlich südlich von Koufonísi sind Wind und Wellen weg. Es wird deutlich wärmer und gemütlicher. Wir sehen uns die namenlose Südbucht an. Hier ankern 3 große Motoryachten und ein riesiges. Macht aber sonst keinen einladenden Eindruck. Als wir um die Ecke fahren, sehe ich etwas, was ich noch nie gesehen habe: Ein Schwertfisch steckt seinen Kopf senkrecht aus dem Wasser ca. 30 m vor uns. Das Schwert ist etwa so lang wie mein Unterarm.
Wir erreichen eine sehr nett aussehende Bucht und lassen den Anker 4m hinunter. Kein Wind, Luft- und Wassertemperatur 26°. Einige Leute am Badestrand. 3 Andere Segelboote schon vor uns da. Wir waschen uns und schwimmen, räumen auf nach der Überfahrt. Beate wäscht nicht nur das Geschirr, sondern das ganze Cockpit.
Apropos Temperatur: Wärmer als 27° war es bis jetzt nicht, laut Thermometer im Masttop. Meistens so um die 24-26°.
Hinter dem netten Strand ist eine nette Taverna, die so heißt wie die Bucht: Livadi. Wir essen normal gut.


21.07.2013 Sonntag
14:06 Schinousa / Livadi Karte Abfahrt
15:02 Iraklia / Ag. Georgios Hafen Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:56 Strecke: 3,8 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten KML
In 15 Minuten gehen wir auf einer Staubstraße zum Ort hinauf. Sehr bescheiden aber verhältnismäßig viele Lokale. In der Supermarket-Bäckerei To Emporio kaufen wir was ein.



Nach einem Getränk in einem der Lokale gehen wir wieder zurück und kühlen uns im Meer ab bevor wir spazieren und Buchten erkunden fahren. Die Nachbarbucht Tsigouri macht auch einen sympathischen Eindruck. Auch die Hafenbucht Myrsini bietet einen netten Ankerplatz vor dem Sandstrand und sauberes Wasser. Derzeit ist sie aber von zwei riesigen Motoryachten verschandelt.
In die Bucht Livadi auf Iraklia bläst der inzwischen aufgekommene Wind direkt hinein. Die Hafenbucht Ag. Giorgios ist fast abgesperrt durch das Wasserschiff Olympic. Trotzdem ankern wir hier, um den Ort zu inspizieren. Er ist noch verschlafener als Schinousa, hat aber auch Lokale und einen sehr gepflegten Supermarkt. In diesem kaufen wir Wasser, Kaffee und Kapern und fragen, wie lange das Wasserschiff da bleiben würde. „Who knows?“ war die Antwort. Trotzdem beschließen wir über Nacht da zu bleiben, weil die Pumpen nur sehr dezent brummen.

Um 20h legt es im absoluten Schneckentempo ab. Wir sind froh über die Show und über das Verschwinden des Brummens. Andererseits ist jetzt der verlängerte Wellenbrechen weg, wodurch die Blodughadda in der Dünung schaukelt. Außerdem ist das Brüllen der auf dem Strand spielenden Kinder viel deutlicher zu hören.
22.07.2013 Montag
11:35 Iraklia / Ag. Georgios Hafen Karte Abfahrt
12:00 Schinousa / Hafen Myrsini Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:25 Strecke: 2,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten KML
In der Nacht und in der Früh beobachten wir, wie die riesige Blue Star Fähre „Paros“ an der Mole anlegt. Sie bleibt jeweils nur kaum 10 Minuten da und lässt einige Autos und Leute aus- und einsteigen ohne einen einzigen Festmacher.

Der Ankerplatz wird am Vormittag ganz schön schaukelig. Wir fahren wieder nach Schinousa zurück. Heute ist mehr Wind. Aber im Hafen Myrsini bläst er kaum. Wir ankern vor dem Sandstrand. Mit dem Schlauch fahre ich an Land, um die zwei Tavernen und die zwei 50m-Megayachten zu inspizieren. Also zweitens zuerst: Für Finnen interessant, dass die „Athina II“ eine Targa 32 als Beiboot für Tagesausflüge hat. Sieht direkt putzig aus daneben.

Die Blodughadda links dahinter übrigens auch.
Ja und die zweite Megayacht „Inspiration“ (wem dieser Name einfiel, hatte keine) ist in Helsinki registriert!

Das macht mich besonders neugierig. Ich kann aber nichts entdecken, was sonst auf Finnland hindeuten würde. Die philippinische Mannschaft sitzt in Overalls am Kai und putzt die Netze, die der Chef des abends ins Meer zu werfen pflegt.

Die philippinische Frauschaft in Uniform deckt den Esstisch. Und der Chef selbst sieht absolut nicht aus wie ein Finne, obwohl bekleidet mit einem schäbigen T-Shirt, als er einem Gast entgegen geht, der per Hubschrauber dahergeflogen wird.
Beide Yachten werden sich von hier nicht so bald weg bewegen. Der Finne hat ein gurkendickes Stromkabel zu einer Stromquelle hinter einer kleinen grauen Tür in der Straßenmauer, das permanent verlegt erscheint und die andere etwas, was die Welt noch nicht gesehen hat: Einer der beiden Anker liegt knapp beim Ufer gegenüber und ist mit zwei dicken Seilen gegen Schlieren abgesichert, indem diese vom Anker weg jeweils zu zwei gewaltig großen Steinen verspannt sind. Sozusagen Landleinen für den Anker.
Wir witzeln, dass die Treibstoffpreise mittlerweile auch den Superreichen zu hoch sind. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Yachten hier kostengünstig geparkt sind und vom Eigner als Sommerresidenz benützt werden, weil um 175.000,- Euro pro Woche derzeit niemand so ein Böötli mieten möchte.
Die zwei Tavernen befinde ich für nicht gut. Schlechte Bedienung, teuer und – besonders NICOLAS – Schickimickitreffpunkt für die Reichen und Schönen dieser Insel und seiner Megayachten. Zum Abendessen gehen wir daher in den Ort hinauf. Besser gesagt halbwegs. Denn dann werden wir von einer Frau am Steuer eines staubfarbenen Autos gefragt, ob wir mitfahren wollen. Wollen wir und gehen dann auf die Terrasse des Restaurants Margarita. Die Aussicht auf die Buchten Livadi und Tsigouri ist wunderbar.

Auch das Essen ist sehr gut und sehr preiswert. Ganze 25 Euro werden wir los. Daher geht sich noch ein Cocktail auf der Terrasse des Nachbarlokals mit Happy Hour bis 23h aus. Auch hier herrliche Aussicht auf das im Vollmondschein glitzernde Meer.
23.07.2013 Dienstag
10:29 Schinousa / Hafen Myrsini Karte Abfahrt
15:28 Antiparos / O. Despotikó Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:59 Strecke: 24,4 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten KML
Heute soll es ein Stückchen Richtung Mílos gehen. Geht auch, aber ziemlich brutal schräg gegen Wind und Wellen. Langsam kommen wir mit gerade noch erträglicher Schaukelei vorwärts und erreichen Despotikó problemlos aber nicht trocken. Gegenwind mit bis zu 38,9 Knoten (Windstärke 8) ist nichts für Zuckerpüppchen. Mit 22°C ist der Wind außerdem wirklich kühl.
Wir ankern nicht am selben Platz wie 2004 sondern weiter SE davon auf 36°58’18“,025°02’10“ unterhalb der Ortschaft, oder das, was so ähnlich aussieht. Es ist eher eine lockere Ansammlung von Ferienhäusern. Der Wind ist auch hier brutal.
Ab 18h nimmt er nach und nach ab, so dass ich noch vor Sonnenuntergang den Anker beschnorcheln kann. An eine Schlauchbootfahrt an Land ist aber immer noch nicht zu denken. Ich esse aber eh am liebsten, was die Beate kocht.
24.07.2013 Mittwoch
Antiparos / O. Despotikó
Also dieser Dauerwind mit mindestens 20 Knoten fängt wirklich an, am Nerv zu gehen. Es ist das beherrschende Thema. Ich rufe immer wieder die Windprognoseseiten ab in der Hoffnung, eine Beruhigung für die kommenden Tage zu sehen. Ja, morgen soll es weniger Wind geben. Aber danach bis nächsten Mittwoch wieder volle Pulle. Also vielleicht sieht es morgen besser aus mit unserer geplanten Überfahrt nach Milos und spätestens Montag retour nach Ios, um Harald und Lisbeth abzuholen.
Ich ergänze wieder die GPS Koordinaten unserer bisher aufgesuchten Plätze und inspiziere die Genua Rollreffanlage. Bei der Überfahrt von Patmos ließ sich die Genua fast nicht einrollen. Leider muss ich feststellen, dass sie kaputt ist. Das Lager ist so ausgeschlagen, dass die Trommel hin und her wandert und dabei an den seitlichen Metallbügeln ankommt und von diesen gebremst wird. Außerdem gibt es bei jeder Umdrehung einen Punkt zu überwinden, der ein deutliches Klackgeräusch von sich gibt. Vermutlich eine deformierte Kugel im Lager. So richtig leicht hat sich die Trommel in den letzten Jahren nicht drehen lassen und das voriges Jahr gerissene Vorstag dürfte der Mechanik den Rest gegeben haben.
Am Abend fahren wir an Land, gehen auf der schnurgeraden Staubstraße oberhalb des Ufers zu dem, was das Zentrum der Agios Georgios genannten Ortschaft sein könnte. Zwei Tavernen, ein Café, einige kleine Boote an Bojen davor, ein kleiner Betonanleger und eine Bushaltestelle sind zu sehen. Wir setzen uns in die Taverna Akrogiali und essen gut aber nicht besonders günstig.
25.07.2013 Donnerstag
14:04 Antiparos / O. Despotikó Karte
15:17 Páros / O. Alikí Karte Ankunft
15:27 36°59’49“N,025°07’50“E Ankern
Zeit unterwegs: 01:23 Strecke: 8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten KML
Ja, heute ist weniger Wind, zwischen 10 und 20 Knoten, statt zwischen 20 und 30 Knoten. Aber die neueste Vorhersage bestätigt die gestrige: Ab Freitag Mittag bis Mittwoch wieder volles Rohr. Die acht Stunden heute nach Milos wären wohl keine Qual. Aber die 9 Stunden von Milos nach Ios bei Windstärke 6 bis 7 will ich weder uns noch dem Boot antun.
Dem Hersteller der Rollreffanlange, facnor, will ich ein E-Mail schicken, um zu fragen, was sie empfehlen, um die Trommel wieder leicht gangbar zu machen. Ein Foto will ich beilegen.

Aber als ich Aperture öffnen will, geht am Computer fast nichts mehr. Es ist nicht Mal möglich, das Programm sofort zu beenden. Nach ein paar Stunden komme ich darauf, dass die Library.apbd zerstört ist. Nach Brutalneustart stelle ich sie auf den Desktop und nach einer weiteren Stunde, in der eine neue angelegt wird, funktioniert wieder alles.
Während dessen mache ich Winschenservice. Eigentlich kein richtiges. Ich schraube sie nur auf, entferne altes hartes Fett und besprühe die Zahnräder ordentlich mit WD40. Das macht sie wieder schön schnurrend.
Der direkte Weg nach Aliki führt durch die kleine Inselgruppe Pantieronissia. Auf der Seekarte ist nicht zu erkennen, ob eine Durchfahrt zwischen den drei Inseln möglich ist. Ist sie, aber mit Herzklopfen durch grell türkises Wasser mit 1,4m Tiefe. Die südliche Durchfahrt ist definitiv zu seicht. Sieht man an der bräunlichen Wasserfarbe mit der Polariod Brille ganz deutlich.
Wir ankern in der Bucht vor Aliki. Hier ist von weniger Wind nichts zu bemerken. Dafür ist er wärmer mit 30°C. Er wird wohl von der Westflanke von Paros gewärmt und beschleunigt.
Abends trotzen wir dem Wind und fahren mit dem Schlauch an Land. Dabei macht sich die umgedrehte Schuhkiste als Sitzbank nützlich. Wir kommen mit trockenen Hintern an.
Der Ort ist recht hübsch mit tollem Sandstrand und vielen Lokalen. Nach der Besichtigung setzen wir uns in die Taverna Akrogiali beim Strand mit Aussicht auf das ausnahmsweise ruhige Meer, die einheimischen Boote und eine holländische Gruppe (ausnahmsweise keine Franzosen).

26.07.2013 Freitag
15:50 36°59’49“N,025°07’50“E Abfahrt
17:15 Páros / O. Trío Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:25 Strecke: 7,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten KML
Wir wollen zwar zum gestern ausfindig gemachten Supermarkt. Aber das Rollreffproblem lässt mich nicht los. Ich recherchiere im Internet, studiere die Montageanleitungen, telefoniere mit Tony von Agmar und versuche die Ursache für die beim Rollen hin und her wackelnde Trommel zu eruieren. Und werde fündig! Nicht an der Trommel selbst, sondern am Vorstag. Der Bolzen, mit dem die zwei Verbindungseisen am Beam befestigt sind, ist nicht ganz fest verschraubt, wodurch sie sich ganz wenig verwinden und damit die Trommel exzentrieren. Ich ziehe ihn mit aller Kraft nach und siehe da, die Trommel lässt sich wieder leicht drehen. Das hätte ich nicht gedacht und hoffe, dass das die einzige Ursache war.
Gegen halb eins machen wir uns doch auf den Weg. Zuerst sehen wir uns das nette Folklore Museum of Cycladic Civilization an, eine Art griechisches Minimundus. Dann folgt der Einkauf beim Bäcker und im Supermarkt Proton.
Der Wind hat zwar diese Nacht auch geschlafen, aber um 10h ist er mit frischen Kräften wieder aufgewacht. Die griechische Wetterkarte zeigt in SE von Paros einen bauen Fleck = weniger Wind und der Greece Sea Guide von Elías sagt zu O. Trio „“Very good shelter from NW winds (especially during summer).“ Also nichts wie hin. Aber beides falsch. Der Wind pfeift hier genau so mit 5 bis 6 Beaufort und keine Sekunde lang weniger. Unser zuerst ins Auge gefasste Ankerplatz mit ein wenig weniger Wind hat leider kleine Wellen, die quer zum Wind kommen. Das ist nervig. Der zweite auch, aber weniger und nicht direkt von der Seite. Wir ankern weit ab vom Strand auf 4m Tiefe. Die Ganze Bucht hat nur 4 bis 5 m Tiefe. Dass hier der Windsurferstrand von Paros ist, deutet eher darauf hin, dass hier selten wenig Wind ist. Egal, heute Abend wollen wir eh nicht an Land, sondern die im Supermarkt gekauften Hühnerspieße essen.
27.07.2013 Samstag
14:31 Páros / O. Trío Karte
16:00 Náxos / O. Ag. Prokopios Karte
Zeit unterwegs: 01:29 Strecke: 8,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten KML
Was uns auf Paros nicht gelungen ist, gelingt auf Naxos: Einen Leihwagen zu mieten. Zumindest verspricht uns die Dame von Moto Power Naxos, Tel. 0030 22850 42046 in Agios Prokopios ein Fiat Panda für heute Abend. Wir sollen ihn zwischen 20 und 21 Uhr abholen. Das ist auch insofern gut, als wir den schrecklichen Hafen von Naxos dadurch vermeiden können. Ob ein Ankern vor dem Strand möglich und sicher ist, wissen wir allerdings nicht.
Also machen wir uns am Nachmittag auf den Weg nach Naxos. Der Strand ist voll von Menschen und eine Bojenkette markiert den Schwimmbereich. Mit gehörigem Abstand ankern wir auf 6m Tiefe auf Sandgrund. Der Abstand ist uns sehr recht. Denn dann finden sich weniger junge Blödmänner, die zum Boot heraus schwimmen und an der Ankerkette herumturnen. Und erfreulich: Hier ist viel weniger Wind als im NW-Teil des Strandes, den wir zuerst angesehen haben UND viel weniger Wellen als am vorigen Ankerplatz – zumindest in der ersten halben Stunde.
Beate arbeitet weiter mit den Guidelines von ACT EU-Litauen-Projekt und ich ergänze alle Anker- und Anlegeplätze der letzten 12 Jahre mit GPS Koordinaten. Das sind immerhin 252 unterschiedliche. Damit kann ich die Törnberichte mit jeweils einer Routenkarte vorangestellt neu erstellen. Allerdings nicht exakt die Route. Sonst müsste die Blodughadda fliegen können.
Am Abend holen wir das Auto ab. Um 50 Euro plus 5 für Selbstbehaltversicherung bekommen wir einen nagelneuen Fiat Panda. Wir fahren damit in den Nachbarort Agios Anna. Jede Menge Lokale direkt am Sandstrand. Alle für uns zu touristisch und die meisten gerammelt voll. Agios Prokopios ist auch eine Touristenhochburg. So viele Leute wie an diesem Abend haben wir schon lange nicht gesehen. Hat aber auch Vorteile, die Preise sind recht günstig. Wir nehmen die Nikos Taverna direkt vor dem Ankerplatz. Keine schlechte Wahl.
28.07.2013 Sonntag
Náxos / O. Ag. Prokopios
Von Wackelfreiheit kann auch auf diesem Ankerplatz nicht gesprochen werden. Von Gelsenfreiheit auch nicht. Und gelegentlich hängt ein seltsamer Geruch in der Luft. Bei unserer Inselerkundung per Auto sehen wir den Verusacher. Hinter dem langen Sandstrand ist eine fast ebenso lange Senke, in der dunkelbraunes, seichtes Wasser vor sich hinstinkt.
Sonst entdecken wir nichts Unappetitliches. Das Venezianische Haus in der Burg von Naxos Stadt ist sehr interessant und die junge Führerin souverän und fesch. Das Haus:

Die Aussicht vom Balkon:

Wir fahren über kurvige Straßen durch karge Landschaften zum Ort Halki. Hier gibt es eine uralte Schnapsbrennerei zu besichtigen. Der holzbeheizte Destillationskessel aus dem Jahr 1862 wird immer noch verwendet:

Es wird ein starker Likör Kitro hergestellt. Wir dürfen kosten und sollten dann auch kaufen. Machen wir aber nicht. Ist uns den hohen Preis nicht wert.
Nach einer Pause unter riesigen Weintrauben in einer idyllischen Taverna

geht es weiter über das Bergdorf Moni

(links ein Feuerwächterstand, ganz links unser Auto) zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Kouros von Flerio. Die vielen Marmorsteinbrüche hoch oben an den Berggipfeln finde ich aber interessanter.

Und der Goldfischteich im urigen Café „Paradies Garten“ unterhalb der unvollendeten Statue ist nicht weniger selten auf den sonst wasserarmen Inseln.

Ohne Geschäftsabschluss können wir als einzige Gäste das nette Betreiberehepaar nicht verlassen und kaufen je eine kleine elegante Flasche Raki und Retsína und eine Weintraube aus dem wegen der Wasserquelle wirklich üppigen Garten. Zwei frisch geschälte Feigen erhalten wir als Draufgabe.

Zurück in Naxos Stadt setzen wir uns in die Taverna Relax mit Blick auf den Hafen und die Portara das Wahrzeichen der Insel, das Beate malt und ich fotografiere. Wäre als Logo für eine Fensterfabrik ganz gut geeignet.

Bevor wir das Auto zurückgeben und die Wäsche aus der Wäscherei Mr. Bean abholen, sehen wir uns das für die nächste Hochzeit geschmückte Kirchlein mit dem ungewöhnlichen Namen Agios Nikolaos an.

Die Lage auf einem Halbinselchen gegenüber von Agios Anna ist sehr schön und bietet eine ebensolche Aussicht.

29.07.2013 Montag
13:05 Náxos / O. Ag. Prokopios Karte
13:34 Genua dazu
15:55 36°46’17“N,025°14’24“E Wind weg, Genua weg
16:46 Ios / Hafen Ios Karte Ankunft
17:46 36°43’20“N,025°16’25“E Leinen fest
Zeit unterwegs: 04:41 Strecke: 24 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten KML
Mit dem Wind fast genau von hinten motorsegeln wir stressfrei nach Ios. Die Genua lässt sich ganz leicht aus- und wieder einrollen.
In Ios Hafen ist zwar ein Platz für uns, aber mit Schwierigkeiten verbunden. Am Ostkai sind Muringleinen ausgelegt, weshalb ich keinen Anker verwenden will. Die Gefahr ist groß, dass sich dieser in einer Kette auf dem Grund verfängt. Aber die zwei dicken Seile auf Poller 13 und 14 sind beide bereits in Verwendung. Auf stbd Seite von einem RIB, auf bb Seite von der Sun Odyssey 54 „Scotfree“, obwohl dieses Boot längsseits liegt. Es verwendet die Muring nur, um den Bug leicht nach außen zu halten. Es dauert eine Stunde lang, bis wir einigermaßen ordentlich liegen. Auf stbd Seite binde ich zwei dünnere Leinen mit Stopperstek auf die Muring. Auf bb Seite geht die Muring jetzt von unserer Bugklampe auf die des Nachbarbootes und dann ins Wasser. Wenn kein starker Wind aufkommt, sollte das reichen.
Als wir fertig sind, legt das übernächste Segelboot ab. Da hätten wir auch Platz gehabt. Und eine eigene Muring noch dazu und wir hätten uns das Improvisieren ersparen können.
Es gibt hier funktionierende Versorgungssäulen! Vom Acteon Travel hole ich einen Schlüssel. Strom und Wasser fließen beide mit ausreichendem Druck. Dann gehe ich auf das wohlverdiente kühle Bier in die Taverna Enigma gleich auf der anderen Seite der Straße.
Diese Jugendpartyinsel hat natürlich viele Imbiss- und Pizzabuden. Das nützen wir gleich aus. Beate holt eine Pizza, die wir uns im Cockpit schmecken lassen. Mal was anderes.
30.07.2013 Dienstag
Ios / Hafen Ios
Beate nimmt den Bus in die Chora und findet ein schönes Malmotiv. Ich nutze das Frischwasser, um auch das Schlauchboot zu waschen. Der Dieseltankwagen kommt herbei. 86 Liter passen in den Tank. Volle Wasser- und Dieseltanks und knallvolle Batterien wirken sich angenehm auf das Wohlbefinden aus.
Die Hafenpolizei will die Papiere sehen und vor allem kassieren. 12,34 Euro ist aber ein erträglicher Beitrag zur griechischen Schuldenkrise. Es könnte sogar sein, dass damit etwas mehr als die Arbeitszeit des Hafenpolizisten für die langwierige Prozedur bezahlt ist.
