Aktualisierung 20.08.2018 01:48:08 Anzahl Tage: 11
07.06.2014 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
08.06.2014 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Levítha / O. Levítha
09.06.2014 Levítha / O. Levítha – Astypálea / O. Livadia
10.06.2014 Astypálea / O. Livadia
11.06.2014 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Schinunta
12.06.2014 Astypálea / O. Schinunta – Nisyros / Páli
13.06.2014 Nisyros / Páli – Gyali
14.06.2014 Gyali – Télendos / Boje N vom Ort
15.06.2014 Télendos / Boje N vom Ort – Kálymnos / Emboriós
16.06.2014 Kálymnos / Emboriós – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
17.06.2014 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Crew:
Tötterström Tom
Bürgler Herbert
Bürgler Silvia
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 25:14 Strecke: 158,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten
07.06.2014 Samstag
09:30 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
10:00 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 00:30 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3 Knoten
Ziemlich pünktlich um 8h sind wir bei der Blodughadda. Zu unserer Überraschung sind wir auch das erste Boot für den Travellift. Wir haben gerade noch Zeit, das nicht im Hotel genossene Frühstück mit dem unterwegs von Bäcker frisch eigekauften Brot zu essen. Dann ist schon der Katamaran vor uns wo anders hingebracht worden und wir an der Reihe.
Die Blodughadda wird sanft und langsam den weiten Weg ins Travelliftbecken getragen und alsbald in ihr Element entlassen. Alles läuft professionell und entspannt ab, obwohl der Wind mit über 20 Knoten hereinbläst. Aber hinaus fahren ist wesentlich einfacher als bei dem Wind hinein zu treffen.
Wir tuckern langsam zur Archangelos-Bucht und lassen den Anker hinunter. Herbert und ich setzen die Genua auf der wirklich schon ausgedienten Rollreffanlage.
Um 18:30 fahren wir mit dem Schlauchboot zur einzigen Taverna Stigma, wo wir die einzigen Gäste sind. Die Wirtsleute sind extrem freundlich und die Tochter, die uns in perfektem Englisch bedient, erzählt, dass ihre Eltern den ganzen Winter hier verbracht haben. Die Taverna also immer offen war. Wir essen gut. Herbert ist vom Oktopus-Stifado total begeistert, die Silvia von den gebratenen Fischen ebenso. Mein Souvlaki ist ok, gewinnt aber keinen Preis.
Als die Crew der großen grauen namenlosen Segelyacht, die drei Ankermanöver gemacht hat, eintrifft, machen wir uns alsbald auf den Rückweg. Im Cockpit lösen wir das Kreuzworträtsel der Zeit
08.06.2014 Sonntag
12:00 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
15:00 Levítha / O. Levítha Karte
Zeit unterwegs: 03:00 Strecke: 20,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten
Der erste Köpfler des Jahres ist herrlich. Herbert macht ein ebensolches Frühstück. Nach dem Schwimm und Genuss der schönen Umgebung fahren wir los. Der vorausgesagte Wind mit ca. 4 Beaufort ist nicht da. Erst kurz vor Levitha kommt er segeltauglich daher – zu spät.
Unterwegs stelle ich fest, dass die BB-Batterien nicht geladen werden, weil der Sterling PDAR Hochleistungsladeregler gar keine Leistung bringt. Ich checke die Sicherungen, die alle in Ordnung sind. Bevor ich mich ärgere, drehe ich den Diesel ab und starte ihn wieder. Siehe da, funktioniert wieder. Naja, ist ja auch nur ein Computer, der PDAR.
Nach drei Stunden angenehmer Überfahrt nehmen wir die erste Boje des Bojenfeldes. Einige weiter hinten sind auch noch frei. Um 16h kommt der Bauer und kassiert seine 7 Euro Bojengebühr, die hier sicher jeder gerne zahlt. Ja, die Taverna ist auch offen, wir werden um 18h kommen, ok drei Personen.
Das machen wir auch so und gehen um 18h die zehn Minuten hinauf zum Bauernhof. Damit sind wir die ersten Gäste. Es kommen aber viele Crews der Boote in der Bucht nach und als wir kurz nach Sonnenuntergang wieder aufbrechen, sind alle acht Tische besetzt.
Wieder an Bord erklärt uns Herbert, wie man Herzerln spielt, also ein Kartenspiel. Er erklärt es so gut, dass er unbarmherzig letzter wird.
09.06.2014 Montag
10:54 Levítha / O. Levítha Karte
13:18 36°46’49“N,026°20’29“E Badestopp
17:20 Astypálea / O. Livadia Karte
Zeit unterwegs: 05:58 Strecke: 38,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Nach sehr ruhiger und feuchtkalter Nacht frühstücken wir wieder ein köstliches Herbert-Frühstück. Der Wind hat sich so wie wie komplett verabschiedet und als wir drei Stunden später auf dem offenen Meer Richtung Astypalea tuckern, kommt nur gelegentlich eine „Windbö“ mit bis zu drei Knoten daher.
Mitten im Meer machen wir einen Badestopp. Es gibt zwar lange, langsame Wellen aber keinen Wind. Das 500m tiefe Wasser hat fast 25°C an der Oberfläche. Die Luft ist deutlich kühler mit 22°C.
In Livadia können wir natürlich an meinem Stammplatz ankern. Obwohl sogar noch ein Segelboot in der Bucht schon da ist. Andererseits sind alle Boote der Einheimischen nicht da an den Bojen. Wissen die vielleicht etwas von einem bevorstehenden Sturm, was wir nicht wissen? Das Internet weiß auch nichts von Sturm: bis Donnerstag Flaute und sonst nix.
Der freundliche französische Segelbootnachbar hält an bei der Schlauchbootfahrt zum Land und fragt, ob wir den Ort besichtigen wollen und wenn ja, ob er wen mitnehmen soll. So war das wahrscheinlich gemeint, denn sein Minischlauchboot kann unmöglich 5 Personen tragen. Wir wollen aber eh erst später zum Ufer.
Das gelingt so ca. um 19h. Ich stelle fest: in der Vorsaison (warum ist Anfang Juni noch Vorsaison?) ist hier so gut wie nichts los. In der Strandbar Allegro nehmen wir einen Aperitif, in der Taverna To Gerani essen wir gut aber nicht überragend gut, und in der Strandbar Astropelos nehmen wir einen Digestif.
Mit den entsprechenden WLAN-Passwörtern bestückt fahren wir wieder zurück zur Blodughadda. Aber die jeweiligen WiFi Netzwerke sind trotz guter Erreichbarkeit so gut wie nicht brauchbar. Es bleibt also bei Vodafone 3G, welches auch nur mit Macken funktioniert.
Zurück auf dem Boot wieder ein Herzerl-Kartenspiel. Diesmal gewinne ich haushoch und die gestrige Gewinnerin Silvia muss ihre Niederlage eingestehen.
10.06.2014 Dienstag
Astypálea / O. Livadia
Herbert und ich holen frisches Brot, Bacon und Eier fürs Frühstück vom Supermarkt Gefira. Nach dem Frühstück gehen wir die 20 Minuten zur Chora. Während Silvia und Herbert zur Burg hinauf gehen, labe ich mich mit einem Bier auf einer Tavernenterrasse. Dann gehen wir zum Hafen Skala hinunter, heben Geld vom Bankomaten ab, trinken einen Frappee im Café Daria und gehen wieder zurück zum Schlauchboot.
Das anschließende Meeresbad tut gut. Überhaupt bei dieser Flaute und mit 25°C im Wasser. Die Luft ist ein paar Grad kühler.
Zu Abend essen wir in der Taverna mit Tischen auf dem Sandstrand. Das Tabuleh und der Rote Rübensalat sind sensationell gut. Die Hauptspeisen tadellos, bis auf die Sauce zum Thunfischsteak. Sie wurde als Grüner Pfeffersauce angepriesen, besteht aber zu 80% aus Knoblauch.
11.06.2014 Mittwoch
10:24 Astypálea / O. Livadia Karte
11:25 Astypálea / O. Schinunta Karte
Zeit unterwegs: 01:01 Strecke: 3,2 Seemeilen Ø Fahrt: 3,1 Knoten
Gemeinsam mit vier anderen Segelbooten – ungewöhnlich viele hier – verbringen wir eine sehr ruhige und absolut windstille Nacht. Herbert und ich machen den Morgenschwimm schon vor 7h. Ich hole wieder frisches Brot vom Supermarkt während Herbert das Frühstück vorbereitet.
Allmählich machen wir uns auf den kurzen Weg in die Bucht Schinunta. Die Batterien werden zwei Stunden Laden benötigen, also haben wir es nicht eilig. In Schinunta wie üblich kein anderes Boot. Aber was Neues: Ein Kanister mit der Aufschrift „Boats Mooring“. Wir werfen trotzdem den Anker und sehen uns die Installation später per Taucherbrille an: Ein ordentlich großer betongefüllter Tiefkühlschrank oder so ähnlich mit einer Kette rundherum und ein stabiles Tau zum Anhängen am Boot. Sieht durchaus brauchbar aus.
Um ca. 17:30 fahren wir zum kleinen Betonpier und gehen eine Runde in Maltezana bevor wir uns in Astifagia zum Abendessen hinsetzen.
12.06.2014 Donnerstag
08:10 Astypálea / O. Schinunta Karte
14:15 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 06:05 Strecke: 41,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten
Die Windprognose hat idealen Wind mit ca. 20 Knoten für die Überfahrt nach Nisyros versprochen. Aber nur bis ca. 15h. Dann soll er auf 30 und mehr zunehmen. Also sind wir früh auf, frühstücken schon um 7h und kurz nach acht holen wir den Anker auf. Die Segel werden gleich gesetzt mit je einem Reff.
Entlang der Leeseite der Insel hält sich der Wind nicht an die Prognose, wie üblich. Der Fallwind kommt mit über 30kn daher. Aber als wir am offenen Meer ankommen, passt er wieder und treibt uns mit 20-25kn zügig vorwärts. Es geht wirklich anständig voran mit mindestens 7kn, meistens mehr und mit einem Spitzenwert von 11,6kn. Südlich von Kos nimmt der Wind auf 17-18kn ab und unsere Geschwindigkeit auch. Der 6,9kn Durchschnitt für die Gesamtstrecke ist trotzdem beachtlich.
Pali ist um 14h schon ziemlich voll. Wir können aber noch in Ruhe einen Platz aussuchen. Ab 16h gibt es aber definitiv keinen mehr. Das soll jeden Tag außer Freitag und Samstag so sein, weil dann die Charterboote auf Kos sind, sagt die Frau von Captain George im „Captain’s House“, wo wir ein wohlverdientes Ankunftsbier trinken.
Obwohl hier offenbar die Saison voll eingesetzt hat, ist der Strand alles andere als hergerichtet. Keine Liegen, die Dusche funktioniert nicht und das ganze angeschwemmte Seegras ist nicht weggeräumt. Das Badevergnügen hält sich somit in Grenzen.
Am Abend essen wir wieder beim Captain. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wie üblich in Ordnung. Auf dem Weg dorthin passiert mir aber ein Fehler: Mein linker Fuß verhängt sich in der Sicherungsleine der Passarella und ich falle bäuchlings auf diese als ich an Land gehen will. Ich rutsche ab und kann mich gerade noch davor retten, ins Hafenwasser hinein zu plumpsen. Nur die Schuhe werden nass. Silvia und Herbert helfen mir wieder hoch zu kommen. Minimale Blessuren an Ellbogen und Händen werden gewaschen und desinfiziert. Der potenzielle blaue Fleck am Oberschenkel bekommt eine Kältebehandlung mit einem Kühlakku aus dem Kühlschrank. Wäre ich ins Wasser gefallen, hätten meine Sachen in der Bauchtasche, iPhone, Kamera, Brieftasche, Pass…, das wahrscheinlich weniger gut überstanden.
13.06.2014 Freitag
18:45 Nisyros / Páli Karte
19:28 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 00:43 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Von Manolis K mieten wir ein kleines Auto. Ich zeige Silvia und Herbert alle Sehenswürdigkeiten von Nisyros. Das dauert sechs Stunden.
Der Wassertank wird gefüllt, ein paar Einkäufe erledigt und dann legen wir schon ab. Der Schwimm in Gyali tut gut.
Dann kommt der Thufischsalat und danach das Kartenspiel. Heute gewinnt Herbert.
14.06.2014 Samstag
12:44 Gyali / Strand Karte
17:35 Télendos / Boje N vom Ort Karte
Zeit unterwegs: 04:51 Strecke: 31,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Der Frachter ORLA wird die ganze Nacht mit Bimssteinsand beladen. Im Cockpit hört man das Brummen, in der Kabine nicht.
Bugnetzbefestigungsseilreparatur steht am Programm. Herbert und ich erledigen das vom Schlauchboot aus.
Nach Schwimmen mit Luftbläschenbeobachtung fahren wir allmählich los. Das Wetter ist ideal für die Fahrt nach Nord. Ganz wenig Wind und Welle. Es geht daher spritzfrei und flott voran.
Unterwegs suche ich im Internet nach einer Erklärung oder eine Bezeichnung für die aus dem Meeresboden aufsteigenden Luftbläschen in Gyali. Finde aber nichts. Dürfte ein viel zu unbedeutendes Phänomen des Vulkanismus sein.
Ich finde aber, wie die eine Karte mit der aktuellen Position der Blodughadda bei den Törnberichten gezeigt werden kann und baue sie ein. Die Position wird angezeigt wenn die iPad App mAIS gestartet ist und das Internet erreichen kann, um die Positionsmeldung an den Marinetraffic-Server senden. Das funktioniert zumindest so lange das Boot unterwegs ist. Allerdings mit einer Verzögerung von 10 bis 30 Minuten. Trotzdem kann sich die Blodughadda ziemlich beobachtet fühlen.
In Telendos gibt es noch eine Boje für uns nördlich der Ortschaft vor dem Café „On The Rocks“. Das ist gut. Wir paddeln zum Strand und gehen in die Ortschaft. Sie ist schön und idyllisch wie immer, vielleicht noch etwas mehr herausgeputzt. Aber leider essen wir in der Taverna Rita, Nachfolgerin von der famosen George’s Taverna. Der Wirt ist der Schwager von George, der seit einigen Jahren aus Australien nicht mehr nach Telendos zurückgekehrt ist. Leider, weil das Essen grottenschlacht ist und die Abgase der Taxiboote zu Kalymnos fürchterlich stinken.
15.06.2014 Sonntag
09:36 Télendos / Boje N vom Ort Karte
10:08 Kálymnos / Emboriós Karte
Zeit unterwegs: 00:32 Strecke: 2,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Der Platz hier wäre schön, würden nicht die Verbindungs- und Ausflugsboote und dazu vorbeifahrende Yachten mehr oder weniger dauernd Lärm und Wellen machen. Nach dem Frühstück beschließen wir daher, nicht mehr an Land zu fahren, sondern gleich weiter nach Emborios.
Eine Boje der Taverna Artistico wartet auf uns im fast spiegelblanken Wasser. Sie trägt nicht mehr den Schriftzug „Artistico“, ist aber an den gelb aufgemalten Gitarren und Notenschlüsseln leicht identifizierbar.
Herbert und ich paddeln aber zuerst zur Taverna Captain Kostas, weil deren WLAN am stärksten zu empfangen ist. Das Passwort hätten wir aber auch erraten können. Voriges Jahr war es „emporios2013“, heuer „emporios2014“. Die nette Kellnerin bekommt einen LPE-Kugelschreiber mit Licht geschenkt und revanchiert sich mit einer großen Meze-Platte zum Bier und Ouzo.
Am Abend gehen wir aber doch zu Artistico. Nur ein anderer Tisch ist besetzt und es bleibt auch so. Nach dem Essen spendieren die Wirtsleute Irini und George einen halben Liter Hauswein und setzen sich zu uns zum Plaudern. Als ich frage, warum keine Bojen mit dem Tavernennamen beschriftet sind wie früher, erfahren wir, wie sehr sich die Wirte im Ort einander neidisch sind und welcher Aufwand es ist, die Bojen in Schuss zu halten, aber nicht wirklich, warum sie nicht beschriftet sind. Aus der langen Erzählung der Irini, die perfekt englisch spricht, weil sie viele Jahre in den USA gelebt hat, könnte man ableiten, dass es eigentlich verboten ist, Bojen ohne Genehmigung der Hafenpolizei auszulegen und im Falle, dass es deswegen zu Schwierigkeiten kommt, sind die Bojen eben da und keiner weiß wem sie gehören.
Wir erfahren auch, dass sie im Winter in Pothia leben und Ende April die Taverna hier geöffnet haben. Der Mai Monat war aber furchtbar kalt, regnerisch und stürmisch.
Bevor George zur Gitarre greift und wir nicht mehr auskommen – wie ich aus früherer Erfahrung weiß – brechen wir auf. Eine Partie Herzerln geht sich noch aus bevor wir schlafen gehen. Wieder gewinnt Herbert.
16.06.2014 Montag
12:34 Kálymnos / Emboriós Karte
14:43 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 02:09 Strecke: 14 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Die Nacht und der Morgen sind absolut windstill. Wären nicht einige Hähne in der Gegend, wäre sie wirklich sehr ruhig. Zum Frühstück wollen Herbert und ich frisches Brot vom Minimarkt holen. Es wird aber erst um 10h geliefert und es ist halb neun. Also paddeln wir wieder zurück. Das Paddeln geht zu zweit gut, aber alleine geht es gar nicht.
Das nicht mehr so frische Brot schmeckt am besten geröstet. Und Knäckebrot gibt es auch noch.
Um 11h paddeln wir wieder zum Minimarket. Jetzt ist Brot da. Nach einem frisch gepressten Orangensaft bei Captain Kostas fahren wir bei mittlerweile ganz schwachem Wind los.
In Archangelos ankern schon ein paar Boote. Wir platzieren uns direkt vor dem Steg der Taverna. Herbert macht zuerst den Steuermann und dann den Wurstsalat. Beides sehr gut!
17.06.2014 Dienstag
06:58 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
07:23 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
Zeit unterwegs: 00:25 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten
Wieder ein total windstiller und extrem taufeuchter Morgen. Wir sind früh auf und fahren alsbald los. Vor dem Travelliftbecken nehmen wir eine Boje und genießen dann in aller Ruhe Herberts köstliches Frühstück.
Die Bürglers packen während wir darauf warten, an die Reihe zu kommen. Es dauert länger. Wir beobachten, wie andere Boote herein- und herausgehoben werden und spielen dabei Herzerln. Bis etwa 11h ist noch alles ganz entspannt. Ich rufe bei der Rezeption an und erkundige mich was ein Taxi bzw. ein Leihwagen kostet. Bei zwei Fahrten nach Lakkí, Bürglers heute, ich morgen, zahlt sich ein Leihwagen aus. Ich bestelle eines für 13:30h und erfahre, dass wir eh schon das nächste Boot sein werden, das herausgehoben wird. Also alles kein Problem.
Sind wir aber nicht. Und die halbstündige Mittagspause mit berechnet ist es klar, dass wir es unmöglich rechtzeitig schaffen, aus dem Wasser gehoben zu werden, damit die Bürglers noch den Katamaran nach Kos um 14:30h schaffen. Also machen wir das Schlauchboot klar, fahren zwei Mal zwischen Boje und Land mit Koffern und Leuten und marschieren zur Marinarezeption. Ich mache zwar meinen Unmut kund, dass es eine Frechheit ist, uns für 8h zum Herausheben zu bestellen und uns dann 5 Stunden warten zu lassen. Aber wie immer ist es völlig sinnlos. Um welche Zeit der Kran für welches Boot bereit ist, kann in diesem Land einfach nicht vorhergesagt werden. Das ist viel zu schwierig zu planen, obwohl diese Aktion sicherlich mehrere tausend Mal erfolgt ist.
Immerhin ist der Leihwagen da und um 13:25h fahren wir los. Ich bringe Silvia und Herbert zum Hafen nach Lakkí und wir verabschieden uns nachdem wir uns vergewissert haben, dass der Schnellkatamaran nach Kos tatsächlich von hier abfahren wird. Es gibt nämlich noch den Hafen Agia Marina, an dem er auch anlegen könnte.
Als ich beim Autoverleiher bin, um das Auto zu zahlen und die Papiere zu machen, ruft die Irene von der Marinarezeption an und sagt, dass der Kran auf mich wartet und ich solle mich zurück beeilen. Ich verhalte mich griechisch: Verspreche es zu tun, kaufe aber unterwegs noch ein paar Dosen Beruhigungsbier ein. Trotzdem können die Kranführer fast pünktlich um 15h ihren wohlverdienten Feierabend machen, nachdem sie die Blodughadda an ihrem üblichen Platz abgestellt haben.
Also wäre die Marina imstande gewesen, zu sagen, dass das Boot ca. um ca. 14h herausgehoben werden wird und dass wir nach dem Boot vor uns um ca. 12:30h ins Travelliftbecken hätten hereinfahren können, hätten wir das gemacht, keinen Stress mit dem Schlauchboot gehabt und der Kran hätte nicht warten müssen. Alles wäre bestens gewesen. Aber so eine unheimlich schwierige Logistik ist hierzulande unbewältigbar. So war es immer und so wird es immer sein. Nach so vielen Jahren Griechenlanderfahrung für mich leider immer noch etwas, worüber ich mich maßlos ärgern kann. Denn ich sehe das nicht als südländische Lebensart, sondern als totale Intelligenz- und Respektlosigkeit dem Kunden gegenüber.
Eventuell – im Nachhinein gedacht – könnte Herberts Vermutung vielleicht doch richtig sein. Nämlich, dass derjenige besser behandelt wird, der Bestechungsgeld zahlt. Nur: Wem? Wie? Wieviel? Wann? Völlig unlösbare Fragen für mich. Andererseits: Würde ich die Antworten wissen, würde ich mich lieber ärgern, wahrscheinlich noch mehr.
Ich räume auf dem Boot auf, checke noch einige Sachen, die zu machen sind, während das Boot an Land steht, und fahre zur famosen Taverna Mylos essen. Bestelle ein Filet-Steak medium und werde schwer enttäuscht. Vor dem Durchbraten war es sicher ein gutes Stück Fleisch und es wird mit Chapignoncrémesauce serviert. Aber immerhin wird es mit dem Preis der bestellten Madeira-Sauce verrechnet. Sich beschweren? Sicher sinnlos. Eher nicht mehr hingehen.
Bevor ich zum Boot zurück fahre, mache ich noch einen Abstecher zum Hotel Alinda und reserviere die Hotelzimmer für Juli