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2014-07-16 Wieder da

Aktualisierung 20.08.2018 01:46:58 Anzahl Tage: 15
16.07.2014 Wien – Kos
17.07.2014 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
18.07.2014 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
19.07.2014 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
20.07.2014 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
21.07.2014 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Levítha / O. Levítha
22.07.2014 Levítha / O. Levítha – Astypálea / O. Livadia
23.07.2014 Astypálea / O. Livadia
24.07.2014 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Skala (Hafen)
25.07.2014 Astypálea / O. Skala (Hafen) – Astypálea / O. Schinunta
26.07.2014 Astypálea / O. Schinunta – Nisyros / Páli
27.07.2014 Nisyros / Páli
28.07.2014 Nisyros / Páli – Gyali
29.07.2014 Gyali – Kos Süd / O. Kamári (Kefalos)
30.07.2014 Kos Süd / O. Kamári (Kefalos) – Kos Nord / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Götz Renate
Obermann Gottfried

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 28:05 Strecke: 149,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten


16.07.2014 Mittwoch
Wien – Kos
Ein ungewöhnlich entspannter Flug mit AUA Ferienflug, sogar mit warmem Essen, zwei Speisen zur Auswahl und gratis Bier und Wien. Verglichen mit Linienflügen mit einem lieblos gereichten halben Sandwich ein unglaublicher Luxus heutzutage. Dann Taxi zum Hotel und anschließend Bummel durch die Stadt. Im ärgsten Touristenlokal im Zentrum des Geschehens essen wir tadellos und mit überbordend freundlicher Bedienung. Auf die Antwort der obligaten Frage „where are you from?“ schwärmt der Kellner von der Fußballmannschaft Admira. Als wir erzählen, dass wir gleich in der Nähe von deren Stadion wohnen, schmilzt er dahin.
Die Nacht im Hotel Kosta Palace ist allerdings weniger angenehm. Die Klimaanlage ist so laut, dass wir sie gleich abdrehen. Aber das hilft wenig. Die Anlagen der Nachbarzimmern brummen fürchterlich in viertelstündig unterschiedlicher Intensität. Um 2:27h werde ich von Säuglichsgeschrei, eigentlich seltsamen Japsen aufgeweckt. Klingt wie ein Findelkind vor der Tür. Ist aber keines da, sondern irgendwo links im einem Zimmer. Nach einer halben Stunde können die Eltern das Kind doch noch irgendwie beruhigen und ich kann weiter schlafen wie die Beate schon die ganze Zeit.


17.07.2014 Donnerstag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Das Frühstück ist üppig und gut wie letztes Jahr. Der Zimmerpreis aber von 55 auf 85 Euro geklettert. Sicher nicht wegen Lärmschutzmaßnahmen.
Während ich zu Fuß gehe, nehmen die anderen ein Taxi zum Fährhafen, eigentlich nur eine Runde um das Hafenbecken. Mit einer Koffergewichtsumme von 98,2kg und noch 32 kg an Handgepäckstücken aber keine blöde Maßnahme.
Ich will die in Juni gekaufte Vodafone-SIMkarte für den Internetzugang in Vodafone-Shop aufladen lassen. Aber siehe da, die Dame an der rechten Kasse (die an der linken ist für anderes zuständig), erklärt mir, dass die Juni-Karte eigentlich fürs Telefonieren sei und Internet mit dieser teuer. Die „Kartointernet“ vom Vorjahr sei billiger – 40 Euro für 5 GB. Ich wundere mich, dann in Juni hörte ich hier, dass die Karte vom Vorjahr nicht mehr aktuell sei und ich deswegen eine neue brauche. Also kaufe ich jetzt die vom Vorjahr bekannte Rubbelkarte. Sie funktioniert dann auch. Weshalb bitte die gegenteilige Auskunft in Juni im selben Geschäft?

Der Schnellkatamaran Dodekanissos Pride bringt uns bequem nach Leros. Der über die Werft reservierte Leihwagen ist auch da. Aber leider ein unbrauchbarer Suzuki Jimmy Minigeländewagen. Das ist kein Auto sondern ein extrem unpraktisches und unbequemes Spielzeug. Ich fahre damit zum Verleiher, dem Fünfsternehotel Krithonis Paradise während die anderen am Hafen warten. Es gibt aber kein anderes Auto hier.
Der Verleiher Giannakos kann aber ein Miniauto – Fiat seicento – zur Verfügung stellen mit der Option, dieses am Abend gegen ein Hyundai i10 auszutauschen, also ein wenig größer. Wird abgemacht, und wenig später erreichen alle Personen und alles Gepäck in zwei Fuhren das nette Familienhotel Alinda.

Wir beziehen die Zimmer und fahren dann gleich zum Boot – 8 Minuten entfernt. Alles Bestellte fertig inklusive neuer Persenning für das Schlauchboot und neuer Rollreffanlage für die Genua.

Die Wäsche kommt in die Wäscherei, der Bankomat spuckt Geld, das Auto wird getauscht und wir essen den besten Souvlaki Griechenlands in To Petrino. Der Wirt und Koch erklärt, er mache ihn aus Schweinslungenbraten, so wie er ihn viele Jahre lang in Belgien zubereitet hat. Das erklärt natürlich auch, warum die Pommes Frittes so gut sind.


18.07.2014 Freitag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Die neue Ankerkette wird per Gabelstapler auf Palette geliefert und die alte ebenso entsorgt. Das geht ganz schnell. Beate und Renate fahren einkaufen und Gottfried und ich stürzen uns auf die Montage des neuen Netzes zwischen den Bügen. Ersteres gelingt perfekt, Zweiteres überhaupt nicht. Es gelingt uns einfach nicht, das riesige Netz-Rechteck zu bändigen. Es zieht sich zusammen und rollt sich an den Kanten auf. Nach zwei Einfädelversuchen mit dem längsten der vier ø 12mm Glasfaserrundstäbe, die das Netz an den Kanten umfassen sollen, geben wir um 16h auf. Keine Chance, die Arbeit heute noch fertig zu bekommen und der Segelmacher wird sie während des kommenden Winters sicher viel besser machen können.


Beate und Renate haben inzwischen fleißig eingekauft. Nicht nur Proviant, sondern auch neue Kopfpölster und Plastikkisten für die Bettzeugaufbewahrung.

Nach einem erfrischenden Schwimm am Strand vor dem Hotel hole ich die Wäsche, kaufe eine grüne Leuchtfarbe in der Spraydose und neue Genuaschoten beim Piperis. Dann wieder mit dem Gottfried zum Boot, um die Ankerkette mit der Leuchtfarbe zu markieren – bei 10m eine, bei 20 zwei, bei 30 drei, bei 40 vier und bei 50 wieder eine. Das wird reichen.

Kurz nach Sonnenuntergang sind wir wieder zurück im Hotel und essen ganz hervorragend und günstig.


19.07.2014 Samstag
09:15 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Abfahrt
10:13 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:58 Strecke: 2,8 Seemeilen Ø Fahrt: 2,9 Knoten


Um 7:40h verlassen wir das Hotel mit nur einem Koffer und einigen Taschen. Alles andere ist bereits auf dem Boot. Auf dem Weg kaufen wir beim Bäcker frisches Brot, das wir sogleich zum Frühstück im Cockpit essen. Es geht sich gerade aus, bevor die Blodughadda vom Travellift abgeholt wird. Wenig später schwimmt sie schon im Travelliftbecken.

Weil das Feuerwehrauto entlang der Ladepiste mit Sirenengeheul rast, wissen wir, dass ein Flugzeug im Anflug ist. Die Aktion wird hier immer wieder gemacht, um die Vögel zu verjagen. Die Gelegenheit, die Landung von See aus zu beobachten, wollen wir nützen. Fahren daher so langsam wie möglich in der Fortsetzung der Landebahn. Als wir das gegenüber liegende Ufer erreichen, ist aber noch kein Flugzeug da. Es landet dann doch noch für uns sichtbar, aber wenig spektakulär.

Nach dem Ankern richten wir uns auf dem Boot ein. Sachen ordnen, verstauen, aussortieren zum Wegwerfen, putzen, Betten machen und vor allem schwimmen! Der neue Cockpitteppich wird verlegt, also zurecht geschnitten. Leider verliert das Schlauchboot Luft. Gottfried findet das Leck schnell mit Seifenlösung aus der Sprühflasche. Und ich finde das Flickzeug auch. Laut Anleitung, soll das Kleben nicht in der prallen Sonne erfolgen. Also warten wir damit bis zum Abend. Ein runder Fleck wird auf die minimal aufgesprungene Naht aufgeklebt. Dann gibt es ein von Renate und Beate zubereitetes köstliches Abendessen mit gestern eingekauften Kotletts und Gemüse. Die neue Bratpfanne bewährt sich auch.


20.07.2014 Sonntag
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Während ich die Berichte der vergangenen Tage schreibe, reinigen und polieren die drei anderen alle Edelstahlteile mit glänzendem Resultat. Ohne Flugrost sehen die Relingstützen, Biminiträger, etc. schon viel besser aus.

Die bereits total verrosteten Rollen am Ende der Passarella werden abgeschraubt. Mit geübter Hand bohrt Gottfried neue Löcher in die neue Zweirollenhalterung „Kallax“ von IKEA. Blöderweise sind die 8mm Torbandschrauben, die ich beim Hornbach für die Montage gekauft habe, um 5 mm zu kurz. Hätten doch 60mm Länge haben sollen. In Reserve habe ich natürlich einige 8mm Maschinenschrauben, aber keine in passender Länge. Also entweder ein neues, dünneres Brett kaufen, was mir lieber wäre, oder neue Schrauben, was billiger wäre.

Am Abend sind die vielen Tagesausflügler aus Leros wieder weg und weil die gestrige Schlauchbootreparatur erfolgreich war, können wir uns in der Taverna Stigma einen freien Tisch aussuchen.

Dabei kommen sonntags üblicherweise mehr Gäste, sagt die herzliche Tochter des Hauses. Aber bei dem „schlechten Wetter“, also starkem Wind, kommen weniger. Nach dem Essen erzählt sie, dass ihr Freund unterwegs sei, chochlías zu sammeln, also Meeresschnecken. Sie zeigt welche und fragt, ob wir sie probieren möchten. Gottfried möchte zwei, die anderen halten sich zurück. Nach einiger Zeit kömmen die gekochten Schnecken, allerdings mehr als zwei, gemeinsam mit einer Injektionsnadel, mit der man das Tierchen am besten aus dem Gehäuse herausstochern kann. Dem Gottfried schmeckts.

Ich probiere auch eine und spüle mit Ouzo nach. So soll man sie auch essen, sagt die Tochter.


21.07.2014 Montag
11:40 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
11:55 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Boje
12:36 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Abfahrt
13:16 S. von Archangelos Segel setzen
15:50 motoren dazu
16:27 Levítha / O. Levítha Karte An Boje
Zeit unterwegs: 04:06 Strecke: 22,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten


Wir fahren wieder zur Werft. Einerseits, um drei Säcke Müll los zu werden. Andererseits in der Hoffnung, das Paket aus Deutschland doch noch abholen zu können. Bei der Paketverfolgung von DHL steht Status vom Freitag: Zustellversuch um 10:25 aber Empfänger nicht angetroffen, nächster Versuch am nächsten Werktag. Das ist ein vollkommener Schwachsinn. Denn natürlich war jemand in der Werft, auch ich. Außerdem stellt DHL hierzulande gar nichts zu. Das Paket wird bei der Post hinterlegt. Von Agmar Marina ist aber niemand auf die Post gefahren.
Ich kaufe die Bolzen für die Montage der Passarellarollen und ein paar Decksaugen, die ich für eine neue Schlauchbootbefestigung verwenden werde.

Wir fahren wieder los und beim Ankerplatz von Archangelos setzen wir die Segel. Die Mastrutscher wollen nicht richtig rutschen. Aber Gottfried hat eine gute Idee: Die restliche Seifenlösung vom Schlaubootleckfinden aufsprühen. Das wirkt Wunder! Auch auf dem Traveller.
Es folgt eine herrliche Segelfahrt nach Levitha. Halb- bis Raumwind mit ca. 20 Knoten und moderate Wellen. Die neue Genaurollreffanlage funktioniert bestens. Die Crew liest, schläft und lässt sich schaukeln.

In Levitha sind nur vier von dreizehn Bojen belegt. Wir nehmen eine recht weit innen in der Bucht. Der Wind ist hier angenehm lau und die Temperatur mit 26° in Luft und Wasser absolut perfekt.

Um 19:15h setzen wir mit dem Schlauchi zum Ufer über und stapfen den steinigen Weg hinauf zur Taverna im einzigen Bauernhof der Insel. Es gibt eine bescheidene Speisenauswahl, die der hagere Bauer/Wirt schnell aufzählt. Das Imam hat als Hauptbestandteil Zucchini statt Malenzani, was nicht so schlecht ist, und das Bifteki ist aus Lammfleisch zubereitet, was mit Ketchup und Pfeffer auch erträglich ist. Aber die Zimtsoße auf der Reisbeilage will mir nicht so richtig munden.
Der von Renate mitgenommene Mückenschutz Autan Tropical bewährt sich auch als Schutz gegen die beißenden Fliegen. Gut zu wissen, wenn ein Schwarm das Boot wieder Mal überfallen wird.

Wir schaffen den Weg zurück noch im letzten Abendlicht ohne Taschenlampen und sehen uns dann im Cockpit die DVD „Für alle Fälle Fitz“ Erste Staffel „Mord ohne Erinnerung“ an. Bis zum Schluss nur ich. Alle anderen verabschieden sich schon vorher. So schlecht war der Film aber nicht, wenn auch maßlos übertrieben.

Hier noch die Fotos zum Tag:





22.07.2014 Dienstag
11:20 Levítha / O. Levítha Karte Abfahrt
11:50 S. von Levitha segel setzen
12:11 ausreffen
13:43 36°50’30“N,026°22’36“E Wind weg, Motor an
17:58 Astypálea / O. Livadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 06:38 Strecke: 37,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten


Als letztes Boot verlassen wir die Bucht. Die Windprognose verspricht wenig bis sehr wenig Wind. Aber ca. 12 Knoten sind ausreichend zum Segeln. Nach knapp zwei Stunden stimmt die Prognose doch. Mit Wind unter 5 Knoten macht die Blodughadda gerade Mal 2 Kn. Fahrt. Also Segel gegen Motor tauschen und bei minimalen Wellen gemütlich nach Lavidia tuckern. Erstaunlich: Mit uns liegen hier ganze neun Boote vor Anker. So viele waren es noch nie.
Unterwegs beobachte ich Marinetraffic.com und stelle fest, dass die Darstellung auf der Karte doch recht ungenau ist. Darauf hätten wir mit dem deutschen Segelboot Mani kollidieren sollen. Aber in Wirklichkeit ist es kaum sichtbar weit weg. Wenn es so ist, passts ja, aber umgekehrt? Ersetzt also weder Ausguck noch Radar.

Wir essen in der Strandtaverna ohne Namen aber mit Krokodillogo ganz köstlich. Roter Rübensalat, Tabuleh, Symi Shrimps und Zucchinibällchen passen ausgezeichnet zusammen obwohl es vielleicht nicht danach klingt.

Deutlich mehr Leute hier als in Juni und wärmer ist es auch, aber wirklich angenehm und nicht heiß. Im Café Allegro bekommt Renate endlich ihr heiß ersehntes Eis. Wäre die Musikanlage weniger penetrant, würden wir noch länger bleiben. Aber die miserablen Lautsprecherboxen und die daraus strömende ebensolche Musik vertreiben uns schnell zurück aufs Boot.




23.07.2014 Mittwoch
Astypálea / O. Livadia
Die Blodughadda bekommt eine neue, größere finnische Flagge und eine neue Schlauchbootbefestigung. Aus Gurtband, dem kaputten Decksbesenstiel und den neuen Decksaugen basteln wir eine Art Halterung:

Es wird sich zeigen, ob sie wirklich gut funktioniert.

Zumindest funktioniert sie auch mit der neuen Schlauchbootpersenning.

Das Rätsel der vielen Boote hier gestern ist gelöst: Die 51 Aegean Rally, die bedeutendste internationale Segelregatta in Griechenland, macht Zwischenstation in Astypalea. Am Vormittag laufen die Boote aus. Natürlich war da kein Platz mehr frei im Hafen. Aber ein neues Rätsel: Am Nachmittag kommt die Flotte zurück, aber kein anderes Boot ankert in unserer Bucht. Wie das?

Bevor wir uns mit dem Bus in die Chora hinauf bringen lassen wollen, gibt es köstliche Thunfischspaghetti. Aus dem Bus wird aber nix. Der fährt nicht mehr stündlich, sondern zweistündlich. Um 20h fährt der nächste. Eine Stunde wollen wir aber nicht warten. Der vife Taxler von Taxi Nr. 2 hat seine Visitenkarte neben den Busfahrplan geheftet. Er antwortet aber nicht. Ich frage im Geschäft nach – dort hängt seine Visitenkarte auch. Eine Kundin, eine Urlauberin aus Athen, bietet sich an, uns zur Chora hinauf mit zu nehmen. In ihr Fiat seicento passen aber nicht alle hinein. Beate und Gottfried fahren, Renate und ich gehen. Das dauert 22 Minuten inklusive Fotostopps bis zum Hauptplatz, wo wir uns im Café Meltémi treffen.


Drei Griechen bester Bauart mit einheitlichen Leiberln offenbar vom Segelteam „Dragon“ setzen sich zum Tisch neben dem unserem. Auf meine neugierigen Fragen erhalte ich folgende Antworten:
– Heute wurde nur um das Inselchen westlich von Astypalea und zurück gesegelt, ca. 22 Seemeilen.
– Ca. 30 Boote nehmen an der Regatta teil und der Hafen ist wirklich voll, ab morgen aber wieder leer, weil dann geht es wirklich ab nach Ios.
– In ihrer Klasse haben sie bis jetzt den ersten Platz inne.
– Die 110 sm lange Etappe von Milos nach Astypalea haben sie in 12 Stunden abgesegelt. Der langsamste kam allerdings in die Flaute und deshalb erst 16 Stunden später an.

Im Gegensatz zu den anderen muss ich mir unbedingt die Ragattaboote aus der Nähe ansehen. Ich stapfe daher die sehr unbequemen Stufen (eine jede mit individueller Höhe und Tiefe) zum Hafen hinunter. Stelle fest:
– Von schittigster Rennziege bis zum lahmsten Kahn nehmen teil.
– Das Kanonenboot P61 der griechischen Marine anscheinend auch – als Regattabojenaussetzer. Zumindest sind Bojen an Bord, die nach Regattabojen aussehen. Das Ding dürfte auch Minen hinten rausschmeißen können, nach den Schienen an Deck zu schließen.
– Die 5 Nichtregattaboote haben es weniger gemütlich: 4 in Zweierpäckchen entlang des Kais in der Dünung schaukelnd und eines noch mehr schaukelnd unter Anker in der Hafenbucht. Aha! vielleicht deshalb keine anderen Segelboote in unserer Bucht. Aber ganz schön deppert, unter diesen Umständen auf einen Platz im Hafen zu beharren und nicht bei uns zu ankern. Denn zum Wellengang und Zweierpäckchen kommt noch dazu, dass eine Bühne für die Livemusik aufgebaut ist. Aber vielleicht gefällt den Yachtis die Musikberieselung eh.

Am Kamm gegenüber steht der zweite antike öffentliche Autobus der Insel. Sicherlich, weil er nach so ca. 50 Dienstjahren endgültig kaputt ist. Das erklärt natürlich, warum der Busfahrplan um die Hälfte reduziert ist. Dürfte kein Geld da sein, einen neuen zu kaufen und der noch fahrende pfeift sicher aus dem letzen Loch. Jammerschade! Wir haben diese Busverbindungen immer ganz toll gefunden und sicher nicht nur wir. Wäre ich ein reicher Mann, würde ich der Insel zwei brauchbare Autobusse schenken, denke ich. Die würden nicht Mal so viel kosten wie 20 cm der riesigen Motoryacht, die vor dem Hafen ankert. Die Welt ist so ungerecht.

Ich gehe die fürchterlichen Stufen zur Chora wieder hinauf und treffe die anderen am gleichen Tisch. Angeblich haben sie sich in der letzten Stunde doch ein wenig bewegt, naja. Wir wollen den letzten Bus um 21:35 nach Livadi nehmen. Er kommt aber nicht. Dafür ein Taxi, der uns um vier Euro transportiert. Der Bus wäre teurer gewesen.


24.07.2014 Donnerstag
13:19 Astypálea / O. Livadia Karte
13:55 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte
Zeit unterwegs: 00:36 Strecke: 1,3 Seemeilen Ø Fahrt: 2,2 Knoten


Wir fahren nur Mal um die Kurve in die nächste Bucht und erhalten einen Platz im Hafen. Wir wollen die neuen Passarellarollen montieren, stellen aber fast, dass das Brett zu schmal und verworfen ist. Es wackelt und die Metallhalterung der Rollen verbiegt sich. Beim nächsten Tischlerbetrieb, den ich entdecke, werde ich ein neues Brett kaufen, das dünner und breiter ist.

Es ist schön und ruhig hier. Am Abend essen wir in der guten Taverna Akrogiali direkt beim Badestrand gegenüber dem Hafen



25.07.2014 Freitag
11:42 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte
12:15 Astypálea / O. Schinunta Karte
Zeit unterwegs: 00:33 Strecke: 2,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten


Die Wassertanks werden aufgefüllt und wir verlegen uns in die Schinunta Bucht. Kein anderes Boot hier aber im laufe des Nachmittags treffen zwei Charterboote ein. Dem zweiten will der Anker nicht halten und es verabschiedet sich wieder in die Nachbarbucht.

Was wirklich ärgerlich ist: Der Wechselrichter für 230 Volt geht endgültig kaputt und das neue Gerät liegt in Leros auf der Post! Ich hoffe nur, dass die Werft das Paket abholen wird, bevor es womöglich zurückgeschickt wird.
Aber die zwei Tischinverter funktionieren und geben genug Strom her für WLAN, iPhones, iPads und Computer. Halt nicht alle auf ein Mal und nur solange die Batteriespannung über 12,6 Volt ist.

Am Abend machen wir wie üblich einen Spaziergang zum Nachbarort Maltezana und essen danach sehr gut in der Taverna, die früher Astakos (Hummer) hieß, jetzt Astakoukos (kleiner Hummer).


26.07.2014 Samstag
09:30 Astypálea / O. Schinunta Karte Abfahrt, Segel setzen
09:57 Motoren aus
16:13 NW von Nisyros Segel weg Motoren an
17:06 Nisyros / Páli Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 07:36 Strecke: 40,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten


Wir holen den Anker auf und setzen gleich die Segel. Das Groß mit zwei Reffs, denn Wind um die 25 Knoten in den Böen ist vorausgesagt. Die Überfahrt ist angenehm und recht langsam. Kaum mehr als 20 Knoten Wind aber ich bin zu faul zum ausreffen. Außerdem wäre der Wind sicherlich angesprungen, hätten wir ausgerefft.

Bei Afroditi trinken wir einen Ankunftsdrink. Renate wird von Gottfried auf eine Dusche in der Taverna eingeladen. Kostet ganz drei Euro.

Vor dem Abendessen beim Captain reservieren wir einen Leihwagen für die morgige Inselbesichtigung. Das inzwischen übliche Herzerlnspiel schließt den Abend ab. Ich verliere, obwohl ich kaum je einen Stich mache. Gottfrieds verschärfte Regeln sind gemein!


27.07.2014 Sonntag
Nisyros / Páli
Nach dem Frühstück fahren wir los. Zuerst zum Vulkan, um den um 11h eintreffenden Touristenbussen zuvor zu kommen. Dann zum Kirchlein am schönsten Aussichtsplatz, dann Nikiá mit der schönen Platia, also Hauptplatz. Das übliche Besichtigungsprogramm wird abgeändert: Zurück zum Boot und Badepause!

Nach Besichtigung von Mandraki essen wir am Abend in der Taverna Balcony in Emborios mit Blick über die Caldera. Ich bringe das Auto zum Verleiher zurück und gehe Boote zählen: Ganze 43 Stück, davon 7 Katamarane. Der Hafen ist knallvoll. Den Absacker nehmen wir beim Captain.









28.07.2014 Montag
10:00 Nisyros / Páli Karte
10:49 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 00:49 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten


Nach Frühstück beim Captain und Einkauf für das Abendessen an Bord tuckern wir an den Strand von Gyali hinüber. Schwimmen, Haare schneiden, faulenzen und Karten spielen.


29.07.2014 Dienstag
11:45 Gyali / Strand Karte Abfahrt
14:00 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:15 Strecke: 10,4 Seemeilen Ø Fahrt: 4,6 Knoten


Gemütlich frühstücken, schwimmen und dann bei kaum Wind nach Kamari motoren. Langsam, damit ich den Computerakku aufladen kann, was nur unter Motor möglich ist. Zum zweiten Mal Wolken am Himmel innerhalb einer Woche. Der Wind aus Südwest mit 6 Kn ist auch nicht normal für Ende Juli. Aber angenehm!

Am Abend fahren wir mit dem Schlauchi zum Strand und essen in der Santa Barbara Taverna. Der Kellner macht ein Foto von uns fünf (wir 4 + Blodughadda links im Hintergrund):

Das Essen ist gut, die Stimmung auch und alsbald kommen wir ins Gespräch mit dem Schweizer Hans-Peter und seinem griechischen Bekannten Vasilis ein paar Tische weiter. Sie setzen sich zu uns und es entwickelt sich eine lebhafte und interessante Diskussion. Vasilis, der sonst in Thessaloniki lebt, arbeitet im Sommer in der Leitung des Flughafens von Kos. Hans-Peter ist mit dem Super-Maramou (Zweimaster auch im Hintergrund) Tamango 2 von Fethye nach Naxos unterwegs und macht hier Zwischenstation.


30.07.2014 Mittwoch
09:36 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
14:10 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:34 Strecke: 27,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Wir gemütlich fahren los. Aber ab Kardamena ist es nicht mehr gemütlich. Der Fallwind von Kos kommt mit bis zu 41,8 Knoten den Berg herunter. Die See ist furchtbar aufgewühlt. Ich fahre ganz nah zum Ufer und siehe da – viel weniger Wind und keine Wellen mehr. Es geht auch viel schneller voran.
Nach einem Zwischenstopp bei der Tankstelle bekommen wir einen Platz längsseits in der Marina. Der bei Stamatis bestellte Leihwagen ist da. Beate und ich setzen Renate in Kos Stadt ab und bestellen in der Holzhandlung eine neue Passarella. Sie muss noch vom Tischler von 50 auf die gewünschte Stärke von 30mm gehobelt werden und wird morgen früh abholbereit sein. Insofern blöd, als wir den Leihwagen nur heute haben. Aber es wird sich eine Lösung ergeben. Auf dem Weg zum Lidl kaufen wir vier große Plastikkisten ein, die das Plastiksackerllager für Bettwäsche, Hand- und Badetücher, selten benötigtes Gewand etc. ablösen soll. Beim Lidl bunkern wir ordentlich ein für die nächsten Wochen und holen Renate auf dem Rückweg in der Stadt ab.
Ein Kaffee im Marinacafé geht sich noch aus bevor wir zum Flughafen aufbrechen, wo wir uns von Renate und Gottfried verabschieden.