Aktualisierung 20.08.2018 00:25:56 Anzahl Tage: 8
16.06.2016 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / Lakkí Marina
17.06.2016 Léros / Lakkí Marina
18.06.2016 Léros / Lakkí Marina – Kálymnos / Emboriós
19.06.2016 Kálymnos / Emboriós – Kálymnos / O. Vlychádia
20.06.2016 Kálymnos / O. Vlychádia – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
21.06.2016 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
22.06.2016 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
23.06.2016 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Crew:
Tötterström Tom
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 7:43 Strecke: 48,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten
16.06.2016 Donnerstag
12:24 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
13:45 Léros / Lakkí Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:21 Strecke: 8,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten
Nach problemloser Fahrt lege ich ein Bilderbuchanlegemanöver hin. Der mithelfende schmächtige Marinero mit langem grauen Haar zeigt seine Anerkennung mit dem Daumen nach oben.
Das Marinagebäude ist komplett neu, oder zumindest komplett umgebaut worden. Die blitzsauberen Duschen und WCs sind mit einer Schlüsselkarte zugänglich. Das Café soll nächstes Jahr wieder eröffnet werden.
Wie immer ist der Souvlaki in To Petrino sagenhaft gut. Aber das Lokal sieht irgendwie kahl aus, weil die umgebenden Bäume radikal zusammengeschnitten worden sind und nur minikleine grüne Zweige an den dicken Stämmen heraus wachsen. Nächstes Jahr soll es wieder schön sein, meint der Wirt.
17.06.2016 Freitag
Léros / Lakkí Marina
Ich räume auf, wasche das Boot, programmiere das Hausverwaltungsprogramm und betreue Kunden. Mit dem neuen Schlauchliterzähler messe ich den Verbrauch. Fürs Boot ausgiebig waschen brauche ich genau 137,6 Liter Wasser.
Eigentlich wollte ich heute schon weiter fahren. Aber das verschiebe ich auf morgen.
18.06.2016 Samstag
10:33 Léros / Lakkí Marina Karte Abfahrt
11:55 Kálymnos / Emboriós Karte Ankunft bei Boje
Zeit unterwegs: 01:22 Strecke: 8,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Eine oder vielleicht zwei Minimücken wecken mich auf. Außerdem brummt eine Fähre und die Autos fahren zahlreich am Boot vorbei. Außerdem war es schon gestern heiß und heute soll es noch heißer werden. Also stehe ich schon um 5 Uhr auf. Da ist es noch nicht heiß. Die Italiener am übernächsten Boot sind auch schon auf.
Beim Kaffeewasserkochen geht das Gas aus. Gut so, hier wird man die leere Flasche gegen eine volle wohl tauschen können. Kann man: Im Delikatessengeschäft (!) neben der Taxistation.
Bevor ich ablege, fülle ich den Dieseltank auf, weil gerade der Minitankwagen vorfährt. Der Diesel kostet hier € 1,26 per Liter.
Bei viel Wind ist es wirklich nicht einfach, allein eine Boje zu nehmen. Mit der Bojenstange klappt es beim zweiten Mal. Ohne wäre es vermutlich nie gelungen. Dann dauert es noch eine Weile, bis die Seile richtig passen. Zusätzlich zur Bojenstange wären 50 cm längere Arme sehr nützlich.
Die Boje trägt eine fürchterlich hingeschmierte riesige Aufschrift „Dreamcatcher“, was auch immer das heißen soll. Wird sich vielleicht im Schlaf ergeben.
Es ist sehr heiß, 34° in der Luft, 39,4° im Salon. Dazu der zeitweise starke Wind mit bis zu 30 Kn, wie ein Fön. Aber das Meer hat knappe 24° und kühlt entsprechend beim Schwimmen.
Am Nachmittag hole ich den fehlenden Morgenschlaf nach bis es auch fürs Schlafen zu heiß wird. Und sonst wird das Hausverwaltungsprogramm neu programmiert – noch immer.
Nach 12 Tagen in der Sonne, also eigentlich hauptsächlich im Schatten, fängt die Haut wieder an, sich auf Griechenland einzustellen. Sie juckt leicht und die oberste Schicht lässt sich abrubbeln, besonders an den Oberarmen und Schultern. Da wächst wohl was UV-beständigeres nach.
Eigentlich wollte ich mit dem Abendessen warten, bis die Temperatur unter 30° gesunken ist. Um 21h hat es aber immer noch 31° und ich rudere zum Strand. Vom Wagen des Obst- und Gemüsehändlers kaufe ich Bananen, Nektarinen, Karotten und Eier. Dreamcatcher ist eines der vielen Tavernas hier aber ich setze mich ins Capitan Kostas, weil der einen so schönen Holzkohlegrill hat. Mein gegrilltes Pork Steak wird schön serviert, erweist sich aber als ein flachsiges Schweinskotlett an dem nicht viel essbares Fleisch dran ist.
Auf dem Boot zurück um 23h ist es immer noch nicht kühler. Ich lege mich splitternackt auf die Kapokkissen im Cockpit und schlafe bestens ein.
19.06.2016 Sonntag
11:24 Kálymnos / Emboriós Karte Abfahrt
12:55 Kálymnos / O. Vlychádia Karte An Boje
Zeit unterwegs: 01:31 Strecke: 9,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Um 3:20h machen die Hähne zum ersten Mal Krach. Es hat immer noch 30° und es ist windstill. Ca. eine Stunde später kommt viel Wind auf und es kühlt endlich ab. Ich kann in der Koje bestens weiter schlafen. In der Früh ist es wieder windstill aber nur mehr 25°. So könnte es bleiben.
Bleibt es natürlich nicht. Als ich in Vlychadia ankomme, hat es wieder 34°. Von den zwei Paradisio-Bojen existiert nur mehr eine. Aber mit dem von mir voriges Jahr montierten Schwimmseil daran. Es ist ganz easy, dieses mit dem Bootshaken zu fangen und das Auge auf die Klampe zu hängen. Also habe ich auch einen Nutzen von meiner Mühe. Ich inspiziere die Boje. Sieht alles tadellos aus inklusive meiner Seilkonstruktion.
Auf der Fahrt über sehr ruhiges Wasser habe ich was Seltenes gesehen: Ein Schwertfisch, ca. 1 m lang, springt nicht weit vom Boot drei Mal hoch in die Luft. Ich frage mich, ob er der Jäger oder der Gejagte war oder ob er einfach nur seine Lebensfreude zeigen wollte. Ich konnte ihn nicht fragen und keine Hinweise auf das eine oder andere erkennen.
Ich kann mich gar nicht auf die Arbeit konzentrieren. Es ist entsetzlich heiß. Das Boot wird von den immer wieder wechselnden Windrichtungen im Kreis gedreht. Von überall her schreien im Wasser tobende Kinder. Nur nicht aus dem Süden. Dort ist das offene Meer. Ein Paddelkanu kracht gegen die Blodughadda. Eine Wespe interessiert sich für meine Nase. Ein Jetskibesitzer mit Skibrille und abwechselnden Damen auf dem Sozius saust immer wieder am Boot vorbei und macht weiter draußen lautstarke Kunststücke. Vor allem scharfe Kurven, wohl hauptsächlich damit sich die Dame fest an ihn drücken muss. Als Abschiedsvorstellung für die jeweilige Dame gibt es dann eine rasante Ehrenrunde um die Blodughadda. Wirklich super!
Der MacBook Pro ist so heiß, dass ich eh nicht darauf arbeiten kann ohne die Hände zu verbrennen (ok, das war übertrieben). Ich schalte ihn aus und mache die schon lange notwendige Reinigung der Tastatur und des Bildschirms. Als ich ihn wieder einschalte, geht fast gar nix. D.h. es geht alles aber extrem langsam. Mit Mühe gelingt mir ein Backup der zuletzt bearbeiteten Dateien – beruhigt. Als ich ihn im Restaurant Paradisio wieder einschalte, ist alles wie immer. Er ist auch lange nicht so heiß. Eventuell gibt es eine Leistungsdrosselung ab einer gewissen CPU-Temperatur.
Der Talagani (gebratener Schafskäse mit gebratenen Zucchini, karamellisierten Zwiebeln und Balsamicocréme) ist hervorragend, Der Special Hamburger überzeugt aber nicht. Vor allem, weil er in einer Holzsteige serviert wird und schwierig zu essen ist.
20.06.2016 Montag
09:25 Kálymnos / O. Vlychádia Karte Abfahrt
12:30 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:05 Strecke: 20,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
Eigentlich wollte ich hier bis Dienstag bleiben und das gute Essen in Paradisio genießen. Aber so gut es auch sein mag – hier schwirrt mir zu viel Ungenießbares herum. In der Nacht Gelsen, nach Sonnenaufgang Wespen, Fischer- und Motorboote und dann hunderte Badegäste. Außerdem liegt das Boot von den Häusern rund herum einsichtig wie auf der Szene eines Amphitheaters. Also fahre ich ab.
Das gestrige Stottern des Computers war keine Hitzeleistungsdrosselung, sondern ein Festplattenfehler. Die Datei /private/var/netuserd/netusage.sqlite-wal war auf einem defekten Sektor. Nach dem Löschen dieser Datei (die eh wieder automatisch erstellt wird, was immer sie bewirkt) läuft der Mac wieder wie gewohnt. Wie man das bei 2.056.844 Dateien findet? Ganz einfach: Indem man einen kompletten Klon der Festplatte auf eine andere mittels Carbon Copy Cloner macht. Es meldet dann, welche Datei es nicht lesen konnte. Das Programm kann ich jedem Mac Benützer nur wärmstens empfehlen. Allerdings dauert ein erstes Voll-Backup von 892 GB schon so an die 7 Stunden. Danach gehts natürlich viel schneller.
Aber OK, ich habe schon überlegt, ob ich eine neue Festplatte kaufen soll oder gleich einen neuen Mac – wegen EINER schadhaften und anscheinend unwichtigen Datei. Naja, wenn das öfter passiert, muss wohl eins von beiden her. Andererseits wird das wohl eine Datei sein, in der bei jedem Netzwerkzugriff gelesen wird, ob was Wichtiges drin steht. Nach einigen Millionen Lesezugriffen kann schon so der Festplattensektor, auf dem die Datei gespeichert ist, kaputt gehen. Das betrifft sicher andere Dateien auch. Muss aber nicht heißen, dass die Festplatte deswegen unbrauchbar wird.
Ich ankere in der Südeinbuchtung von Archangelos. Kein Mensch hier, total ruhig. Ich hupfe gleich nackert ins Wasser, herrlich! Um 13:30 kommt ein kleines Segelboot mit deutscher Flagge mit zwei Personen an Bord. 20 Minuten später ein schwedisches größeres mit Familie mit 4 Kindern an Bord, gleich danach ein Motorboot mit griechischer Familie mit drei Kindern und dann noch ein paar Motorboote mit Badegästen. Bin also wieder umzingelt. Und was machen Kinder, die im Wasser toben? Seltsamerweise toben die schwedischen Kinder nicht annähernd so viel wie die griechischen, eigentlich gar nicht.
18:17: Die letzten Schreikinder verlassen die Bucht. Endlich wieder keine Geräuschverunreinigung in der Luft. Apropos Luft: Die ist wieder 10° kühler und daher gut genießbar.
Ich bleibe auf dem Boot und koche mir fürstliches Omelett.
21.06.2016 Dienstag
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Hier ist eigentlich der bessere Ankerplatz als direkt unterhalb der Taverna Stigma. Ab 11:30h bin ich wieder allein und kann wieder unbekümmert nackt schwimmen gehen. Für den Nachmittag / Abend ist Starkwind prognostiziert und daher fahre ich mit dem Schlauchboot bereits zum Mittagessen hinüber zur Taverna. Davor ankern 12 Boote, hauptsächlich Charter- und große Motorboote und Italienersegelboote, igitt.
Zurück am Boot gibt es ein neues Nachbarsegelboot, das sich aber alsbald verabschiedet. Ich muss wieder einen Kunden betreuen und ein Prospekt layoutieren. Als ich um 18:35h fertig bin, ist noch kein Starkwind, sondern ein laues Lüfterl da und die Temperatur ist mit 27° sehr angenehm.
Aber jetzt muss ich endlich Geschirr waschen…
Ich überlege, was ich morgen an Land erledigen muss und komme darauf, dass ich das Schlauchboot kaum auf der Heckplattform waschen und zusammenlegen kann. Ich hieve es daher mit Hilfe des Großfalls auf das Vordeck. Geht ganz gut obwohl die blöde Gummischeuerliste natürlich schwarze Spuren hinterlässt. Auf Land wäre das alleine kaum zu machen gewesen.
22.06.2016 Mittwoch
06:44 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
07:08 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Boje
Zeit unterwegs: 00:24 Strecke: 1,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten
Seltsamerweise schaukelt das Boot die ganze Nacht leicht, obwohl ganz wenig Wind vorhanden ist. Muss doch irgendwo in der Nähe mehr geben. Aber insgesamt ist der Platz gut. Hätte ich doch eigentlich gleich nach dem Einkauf in Lakkí hierher fahren können.
Wieder bin ich zu Sonnenaufgang um 6h auf. Nach Frühstück und letztem Schwimm fahre ich zur Boje vor dem Travelliftbecken. Es ist praktisch windstill und daher Null Problem, die Boje zu nehmen.
Heute komme ich um 10h als erstes Boot zum kranen dran. Kein Wunder, weil sonst keines da ist. Die Blodughadda bekommt ihren Stammstellplatz, mir sehr recht. Dabei sehe ich, dass an BB-Seite etwas nicht in Ordnung ist: Der Rumpf ist trocken, aber en einer Stelle tritt Flüssigkeit aus! Ich bekomme fast die Panik, weil das ein deutliches Zeichen dafür ist, dass Wasser dort eingedrungen ist, wie es nicht eindringen soll. Sprich: Da ist unter der Unterwasserfarbe ein kleiner Riss in der Bootshaut. Führt, wenn nicht behandelt, zum einzigen Zerstörungsfaktor für GFK-Boote, nämlich Osmose. Ich gehe gleich zum Tony, dem Servicemanager und er sieht sich das bald danach an. Auch er erkennt die Situation und wird dort alles entfernen, um den Schaden zu finden und zu reparieren. Das ist ziemlich aufwendig, muss aber sofort gemacht werden. Auch einige sonstige Sachen, die bis zum 19.7. zu machen sind, werden besprochen.
An Land ist es wirklich heiß und ich schwitze wie beim Saunaaufguss bei den vielen Tätigkeiten, das Boot für die 4 Wochen „landfähig“ zu machen. Am meisten Zeit brauche ich für die Vogelnesterabwehr. Die Spatzen nützen jede erdenkliche Möglichkeit, um Nester zu bauen und dann alles zu versauen. Vielleicht ist es jetzt eh zu spät im Jahr für Vogelnester, aber ich will kein Versauungsrisiko eingehen.
Die etwa 200m entfernte Taverna Archontiko besuche ich gleich zwei Mal, zu Mittag und am Abend. Obwohl die einzige weit und breit, ist sie nicht schlecht. Nach dem Mittagsbesuch muss ich eine Stunde im Cockpit schlafen. Es ist einfach zu heiß, um irgendwas zu machen. Dann kommt aber ein kühlender Wind auf.
23.06.2016 Donnerstag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Also früher haben mir Mücken- und Gelstenstiche nichts gemacht, höchstens einen kleinen roten Punkt. Aber seit heuer bekomme ich davon richtige Blodern (wie heißt das auf Hochdeutsch?), die furchtbar jucken. Davon wache ich um 3 Uhr auf und weiß nicht so recht, was ich tun soll. Alles dicht machen und mit Spray die Biester abtöten geht nicht, weil es ohnehin bei offenen Fenstern 29,4° hat. Schlafen wäre danach genau so wenig möglich. Glücklicherweise finde ich eine Flasche Autan Tropical, womit ich mich einschmiere und ins Cockpit in den Campingstuhl setze. Das Mittel wirkt wirklich und auch der Juckreiz verschwindet recht bald. Also kann ich doch noch ein paar Stunden im Stuhl und dann in der Koje schlafen.
Außerdem: In Griechenland hat es noch nie so viele Stechbiester gegeben wie heuer! Sie werden die Hauptursache für den Untergang der Menschheit werden, wenn es so weiter geht.
Obwohl nicht mehr viel zu tun ist und ich nur zwischendurch frühstücke, wird die Zeit knapp. Erst als das Flugzeug, mit dem ich abfliegen soll, gelandet ist, gehe ich vom Boot weg. Aber alles kein Problem. Die 35 Passagiere werden professionell wie auf einem Riesenflughafen behandelt und marschieren dann hinter der Groundhostess zur 37-sitzigen Propellermaschine., die fast pünktlich abhebt und eine Stunde später in Athen landet.
Ich stelle fest, dass ich bis gerstern kein einziges Foto bei diesem Törn gemacht habe – alles schon mehrmals fotografiert worden. Aber dann doch ein paar Bilder:








2 Kommentare Empfänger "2016-06-16 Tom 2016"
#1 Kommentar Von Johan Brenner am 2016-06-20 um 21:27 Uhr
jasså det blev tydligen hett !!
det var väl den där svärdfisken som Filip och Packe försökte fånga ??
#2 Kommentar Von Tom am 2016-06-21 um 6:54 Uhr
Det var väl inte just den svärdfisken. Men antagligen farfadern.