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2017-06-08 Bürglers süd

Aktualisierung 20.08.2018 00:02:54 Anzahl Tage: 14
08.06.2017 Wien – Leros
09.06.2017 Leros
10.06.2017 Leros
11.06.2017 Leros
12.06.2017 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
13.06.2017 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / Lakkí – Kálymnos / O. Vlychádia
14.06.2017 Kálymnos / O. Vlychádia – Gyali / Nsis Àg. Antónios – Gyali / Strand
15.06.2017 Gyali / Strand – Chalki / Hafen
16.06.2017 Chalki / Hafen – Alimiá / Ag. Minás – Tílos / O. Livádia
17.06.2017 Tílos / O. Livádia – Nisyros / Páli
18.06.2017 Nisyros / Páli – Kos / Thérma – Kos / Marina – Kálymnos / O. Paliónisos
19.06.2017 Kálymnos / O. Paliónisos – Léros / O. Xirókampos
20.06.2017 Léros / O. Xirókampos
21.06.2017 Léros / O. Xirókampos

Crew:
Tötterström Tom
Bürgler Herbert
Bürgler Silvia

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 31:07 Strecke: 188,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


08.06.2017 Donnerstag
Wien – Leros
Mit 25 Minuten Verspätung hebt die Aegean Richtung Athen ab. Ich bin sehr froh, das Gepäck bis Leros durchchecken zu können. So können wir in Athen gleich zum Abflugschalter B20 nach Leros gehen. Der Bus vom Flugzeug bringt uns auch fast genau dorthin. Da in der B-Halle für Inlandsflüge ein paar neue Selbstbedienungscafés vorhanden sind, ist die Wartezeit auch recht erträglich.
Die kleine zweimotorige Propellermaschine hebt bei exakt 185 km/h pünktlich ab. Seltsamerweise gibt es viele Wolken und man sieht die Inseln nur teilweise. In ca. 800m Höhe geht es mit 480 km/h Richtung E. Ich lasse das Naviprogramm am iPad die Route aufzeichnen, daher weiß ich diese Daten. Nach 50 Minuten landet die Maschjine in Partheni mit 175 km/h, Maximalgeschwindigkeit war 520 km/h im Landeanflug.
Giannakos und Frau warten schon mit dem Leihwagen. Sie haben für uns „a brand new car“. Der Hunday Picanto hat also nur 53000 Km auf dem Tacho. Mit ein bisschen Verhandeln einigen wir uns auf 85 Euro Miete bis Montag früh. Meine zwei großen Koffer bringen Herbert und ich zur Blodughadda während Silvia mit dem restlichen Gepäck in der Flughafentaverna wartet. Sie muss nicht lange warten. Meine große Reisetasche, zwei große Koffer, zwei Rucksäcke und drei Personen passen gerade noch ins Auto hinein. Ich verliere die Wette um ein Bier, weil ich das nicht für möglich gehalten hatte.

Das Wetter ist seltsam bewölkt und beim Abendessen im Hotel Alinda fallen sogar ein paar Regentropfen. Früher am Tag soll es richtig geregnet haben.


09.06.2017 Freitag
Leros
Nach ausgiebigem Frühstück fahren wir zum Boot. Sehr zufrieden stelle ich fest, dass sich das kleine Solarpanel bewährt hat. Die Batterien sind knallvoll Es folgt Boot waschen und putzen und Verstautes wieder aufs Deck bringen. Mit einer Pause in der Flughafentaverna Archontiko dauert es bis zum Nachmittag.
Nach einem Zwischenstopp mit Schwimm in Hotel Alinda folgen Einkäufe und Abendessen in To Petrino in Lakkí.


10.06.2017 Samstag
Leros
Heute geht es ans Antifouling streichen. Herbert und ich statten uns mit den gestern gekauften SpuSi Schutzanzügen, Schutzbrille und Atemmaske aus. Der alte Anstrich muss angeschliffen werden, damit der neue darauf gut hält. Es zeigt sich, dass die ebenfalls gestern gekauften Schleifscheiben für den Exzenterschleifer viel zu effektiv sind. Da geht gleich der ganze Anstrich runter. Also schleifen wir händisch. Nach ein paar Versuchen erweist sich der schleifpapierummantelte Schumstoffklotz als bestes Gerät. An den wenigen Stellen, wo sich der alte Anstrich gelöst hat, darf der Exzenterschleifer doch alles abtragen. Warum nicht überall: Vor vielen Jahren habe ich um sehr viel Geld eine Epoxi-Dampfsperre auf das Gelcoat auftragen lassen, um das Risiko von Osmose zu minimieren. Die Sperre soll so lange wie möglich dran bleiben.

Den Schleifstaub bürsten und waschen wir dann vom Unterwasserschiff ab. Die Hoffnung, uns selbst vor Staub ausreichend geschützt zu haben, war allerdings zu optimistisch. Der schwarze Staub klebt trotz Schutzanzugs an Armen und Beinen. Eine ausgiebige Dekontaminierungsdusche bringt die Hautfarbe wieder zum Vorschein.

Nach einer Salamijause geht es ans Streichen. Herbert rollt, ich pinsle. Der Wasserpass und die abgetragenen Stellen bekommen einen Doppelanstrich. Wieder zeigt sich, dass Übung den Meister macht. Also fürs nächste Mal: Farbe nicht nur gründlich aufrühren, sondern auch so weit verdünnen, dass sie vom Rührstab wie Sirup abfließt. Rollen mit kurzem Flaum und Rollenhalterung mit langem Stiel verwenden. Der lange Stiel erhöht den Aktionsradius,was insbesondere beim Streichen der untersten Stellen angenehm gewesen wäre – hatten wir also nicht. Und Knieschützer wären auch sehr sinnvoll gewesen.
Ca. 4 Liter Plastimo Classic Antifouling und etwa 1/2 Liter White Spirit Verdünnung werden benötigt.
Noch eine Erfahrung, die wir erst am nächsten Tag machen: Nur ganz frisches Abdeck-Kreppband verwenden und dieses sofort nach dem Anstrich abziehen. Jetzt sind stellenweise Kleberreste übrig geblieben, die schwierig bis gar nicht zu entfernen sind. Aber gut, das Meerwasser wirds schon wegwaschen.


11.06.2017 Sonntag
Leros
Heute ist nicht mehr allzu viel am Boot zu machen und wir können am frühen Nachmittag schon etwas Sightseeing machen. Wir fahren zum Kastell von Panteli. Aus der Ferne sieht es mächtiger als aus der Nähe aus. Es ist eine sehr schön gelegene Ruine mit herrlicher Aussicht.
An der letzten – bzw. ersten, je nach dem, von wo aus gesehen – alten Windmühle am Bergkamm ist eine Bar namens View. Ideal zum Chillen mit schöner Aussicht – no na. Also chillen wir bei Ouzo, Popcorns und adäquater Chillmusik.

Danach mache ich einen misslungen Versuch, bei der Hafenpolizei in Lakkí, den obligaten Abreisestempel ins griechische Bootspapier zu bekommen. Mittlerweile gibt es ein neues, das man erst erhält, wenn man 50 Euro auf der Bank eingezahlt hat. Weil Sonntag ist, hat die Bank aber zu. Aber immerhin bekomme ich ein Papier, das ich bei der Bank bestätigen lassen kann, um nach Zahlung dann doch das neue Papier „DEKPA“ zu erhalten. Wie in Griechenland üblich muss zur Bestätigung des Namens auch die Namen des Vaters und der Mutter drauf stehen. Den Namen meiner Mutter packt die sehr freundliche Hafenpolizistin nicht. Statt Gunlög schreibt sie einfach Martha ins Formular. Passt auch.

Danach machen wir einen misslungenen Versuch, Proviant in Lakkí einzukaufen. Laut Auskunft der Hotel Alinda Inhaber sollten der Obstmarkt und ein kleiner Supermarkt am Sonntag offen haben. Das stimmt. Aber nur am Vormittag. Das ist ein wenig blöd, weil wir morgen keine Zeit für einen Einkauf haben werden. Glücklicherweise hat der Vretos Market an der Hauptstraße gleich beim Hotel offen. Der hinter dem Kassenpult einbetonierte und wortkarge Inhaber macht mit uns ein gutes Geschäft.


12.06.2017 Montag
10:02 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
10:24 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 00:22 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten


Auf dem Weg zum Boot kaufen wir Brot bei der sehr gut gelaunten Bäckersfrau ein. Ich lasse ich den Leihwagen vor dem Marinator mit Schlüssel unter dem Fahrerteppich stehen. Wasserschlauch und Stromleitung werden eingerollt und alsbald sind wir bereit für den Travellift ins Wasser. Diesmal sind wir aber nicht das erste Boot. Der Katamaran Fromo vor uns wird natürlich zuerst ins Wasser getragen. Aber dann sind wir schon dran. Blodughadda wird gehoben und die Stellen, an denen sie aufgelegen ist, streicht Herbert mit dem Pinsel während das Boot schwebt. Auf dem Weg zum Wasser hat das Antifouling genug Zeit zu trocknen.
Alles verläuft perfekt entspannt und alsbald ankern wir in Archangelos. Die Segel werden gesetzt und das Schlauchboot aufgeblasen. Damit fahren wir am Abend in die Taverne Stigma. Wieder sensationell: Der Außenborder startet nach fast 10 Monaten wie fast immer am ersten Zug.


13.06.2017 Dienstag
09:33 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
11:05 Léros / Lakkí Karte
13:51 Léros / Lakkí Karte
16:10 Kálymnos / O. Vlychádia Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 03:51 Strecke: 24,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Wie mit der Hafenpolizistin am Sonntag vereinbart, fahren wir nach Lakkí, um die 50 Euro auf der Bank einzuzahlen und das neue Papier zu erhalten. Und außerdem, um unsere Vorräte zu komplettieren.
Die Bankeinzahlung gelingt. Das neue Papier erhalten nicht. Es ist gerade (oder wann auch immer) ausgegangen. Ich soll bei der nächsten Hafenpolizei vorsprechen und es ausgestellt bekommen. Das dauert nur fünf Minuten. Ohne jeglichen Stempel verlasse ich wieder die Hafenpolizei. Gewaltig, wie sich die Zeiten verändern!

Herbert und Silvia waren beim Einkauf erfolgreicher. Bevor wir ablegen, gönnen wir uns ein gutes Getränk in Café Morano. Die Kellnerin ist wie immer superfreundlich und serviert leicht gesalzene Salatgurken aus dem Garten ihres Vaters kostenlos dazu.

In Vlychadia sind beide Bojen besetzt. Der Anker will auf dem sehr harten Grund nicht halten und wie üblich kommen starke Windböen daher, mal von da, mal von dort. Ich beschließe, was Neues zu probieren. Nämlich mit dem Heck zum Minikai an der Straße anzulegen. Dass dies in der Kurve möglich ist, habe ich früher schon anhand von Ausflugsbooten beobachtet. Herbert schwimmt an Land, um die Leinen entgegen zu nehmen. Nicht elegant aber doch sicher vertäuen wir die Blodughadda mit 5 davon.

Es folgt ein fulminantes Abendessen in Paradisio. Talagani , Flogeres und Paradisio-Salat als Vorspeisen und eine herrlich in Papier gebackene Goldbrasse als Hauptspeise. Viel besser gehts nicht.

Während wir essen, fängt es zu regnen an. Zunächst vermute ich die üblichen paar Tropfen. Aber nein. Es regnet richtig ordentlich zwei Stunden lang!


14.06.2017 Mittwoch
11:28 Kálymnos / O. Vlychádia Karte
12:06 Segel setzen
15:57 Segel bergen
16:22 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte An Boje
18:24 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
18:36 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 05:06 Strecke: 31 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Ohne Hast legen wir ab. Vom Regen keine Spur mehr, dafür ein perfekter Segelwind. Also setzen wir volle Segel und kommen bis Gyali besser als unter Motor voran. Herbert möchte gerne das Kirchlein auf dem Inselchen Ag. Antonios ansehen. Wir nehmen die Mooring für die Ausflugsboote an der Windseite. Allerdings ist der Wind recht heftig und die Schwimmstrecke vom Boot zur Insel von Wellen aufgewühlt. Wir verlassen die Mooring und ankern vor dem Sandstrand. Das ist fürs Anlandschwimmen angenehmer. Herbert und Silvia machen sich auf den Weg und müssen feststellen, dass die Insel Möwenhoheitsgebiet ist. Beim Besuch des Kirchleins oben auf der Insel werden sie ärgstens von den hier nistenden Möwen attackiert, kommen aber verletzungsfrei wieder aufs Boot.

Der Wind ist hier nicht angenehm. Wir verlegen uns daher zum Strand von Gyali und ankern auf bisheriger Rekordtiefe, äh -seichte, nämlich 88cm. Wieso ich das so genau weiß: Vom Bootsheck spaziere ich zum Anker und dort stehend merke ich mir den Wasserpegel am Körper. Nachher messe ich nach.

Vom Bimssteinabbau ist kein Geräusch zu hören und der Wind kaum mehr vorhanden. Wir können in Ruhe köstliche Thunfischspaghetti genießen.


15.06.2017 Donnerstag
10:07 Gyali / Strand Karte
15:38 Chalki / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 05:31 Strecke: 37,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten


Eine lange Strecke liegt heute vor uns. Fast die gesamte vor dem Wind, der allerdings im Gegensatz zu gestern kaum vorhanden ist.
In Chalki wird uns ein Platz an der E-Seite des Schwimmstegs zugewiesen. Alles kein Problem. Beim anschließenden Schnorcheln entdecke ich aber doch ein Problem: Der 40m entfernt liegende Anker liegt genau auf einer dort vollkommen unmotiviert herumliegenden Mooringkette, die an ein ebenso sinnlosem Betonblock befestigt ist – in 10m Tiefe. Beim Ablegen morgen wird es also ein Problem geben.

Herbert und Silvia besichtigen die pittoreske Ortschaft und nachher essen wir Chalki Shrimps in der Taverna Valantis.


16.06.2017 Freitag
12:15 Chalki / Hafen Karte
13:16 Alimiá / Ag. Minás Karte
14:36 Alimiá / Ag. Minás Karte
17:57 Tílos / O. Livádia Karte
Zeit unterwegs: 04:22 Strecke: 26,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


Nach dem Frühstück gehen wir durch die engen Gehwege zur Hafenpolizei am Ende des Ortes. Ein äußerst freundlicher Hafenpolizist wird mir gerne das neue DEKPA ausstellen. Allerdings wird es etwas länger als 5 Minuten dauern. Mit Herbert und Silivia vereinbare ich daher einen Treffpunkt im Café Costas und stelle mich den Anforderungen der griechischen Bürokratie. Zuerst muss ein Antrag ausgefüllt werden. Das macht mir der freundliche Hafenpolizist und ich muss nur unterschreiben. Er spricht übrigens nicht nur Englisch sondern auch fast perfekt Deutsch und hat einen guten Sinn für Humor. Das dürfte bei seinem Job sehr hilfreich sein.
Dann kommt das eigentliche Papier der Begierde dran. Hier wird dasselbe wie im Antrag eingetragen. Aber mehrfach damit es nicht zu einfach ist. Als er nach ca. 40 Minuten zum letzten Eintragsposten kommt, sagt er „und jetzt haben wir nur noch 5 Minuten und dann sind wir fertig“.
So ist es auch und ich kann als Besitzer eines neuen DEKPAs auf ein wohlverdientes Bier ins Costas gehen. Das nächste Mal will mich die Hafenpolizei erst in einem Jahr sehen und was ich dazwischen mache, ist ihr schnurzegal.

Wir legen ab. Ich habe mir überlegt, wie der Anker eventuell doch nicht die Mooringkette fangen würde. Statt wie üblich die Ankerkette einfach während des Hinausfahrens heraufzuholen, drehe ich das Boot um 180° und fahre dann rückwärts. Damit es möglicherweise den Anker von der Mooringkette weg zieht. Das bringt gar nichts. Im Gegenteil. Der Anker ist so richtig von der Mooringkette eingewickelt. Glücklicherweise lässt er sich bis zur Wasseroberfläche herauf ziehen. Herbert darf sich als Ankerbefreier im Wasser betätigen. Mit äußerster Kraftanstrengung und Anweisungen für mich, wie ich das Hebeseil und die Ankerkette betätigen soll, gelingt es ihm tatsächlich, den Anker zu befreien. Hurra!

Wir machen einen Badestopp in Alimia und motoren danach nach Tilos. Nach kurzer Ortsbesichtigung essen wir in To Armenon. Den köstlichen Linsensalat gibt es nicht mehr. Der Wirt erklärt, den hätten zu wenige Leute bestellt und er hätte immer viel davon wegschmeißen müssen.


17.06.2017 Samstag
12:45 Tílos / O. Livádia Karte
15:45 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 03:00 Strecke: 19,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten


Nachdem wir genug geschwommen haben, fahren wir los. Kaum Gegenwind und nach angenehmer Fahr erreichen wir Pali, wo uns der Afrodite-Vater beim Anlegen mit den Leinen hilft. Als Dank gehen wir dann auch gleich in die Taverna seiner Tochter, naja, nicht nur als Dank.
Zum Abendessen schleichen wir an Captain George hinten vorbei und essen eine fulminante Grillplatte in Salonikios. Am Rückweg lässt sich die Fremdgeherei vor Captain George aber nicht verheimlichen. Er wird es verkraften.


18.06.2017 Sonntag
09:30 Nisyros / Páli Karte
11:52 Kos / Thérma Karte
12:25 Kos / Thérma Karte
13:31 Kos / Marina Karte Tankstelle
13:40 Kos / Marina Karte
17:22 Kálymnos / O. Paliónisos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 07:10 Strecke: 37,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten


Herbert holt von Pali Bäcker frisches Brot und versucht ein paar andere Einkäufe zu tätigen. Die drei Minimärkte haben aber nur Minisortimente in Miniqualität.
Nach dem Frühstück fülle ich die Wassertanks auf. Gerne hätte ich dafür den üblichen Obulus gezahlt. Aber die Wassertante war noch nicht da. Also legen wir ab.
Da praktisch kein Wind vorhanden ist, ankern wir vor der Therme in Kos und schwimmen ins Warmwasserbecken, das mit großen Steinen vom Meer getrennt ist. Es ist wirklich warm! Ich glaube, 40° ist nicht übertrieben. Allzu lange suhlen wir uns nicht darin.

Es geht weiter Richtung Kos Marina. An der SE-Spitze von Kos kommt uns plötzlich ein starker Wind entgegen. Der hält bis Polionisos an und beschert uns eine unangenehme Fahrt. Aber dazwischen machen wir einen Tankstopp an der Tankstelle in Kos Marina.

In Palionisos nehmen wir die letzte der weißen Bojen der Taverna Kalidonis. Wie es sich gehört, gehen wir abends dorthin essen. Alles bestens.

Als wir zurück am Boot sind, fängt es wieder zu regnen an. Zum dritten Mal in 10 Tagen – verrückt!


19.06.2017 Montag
09:45 Kálymnos / O. Paliónisos Karte
11:30 Léros / O. Xirókampos Karte
Zeit unterwegs: 01:45 Strecke: 10 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten


Eigentlich dachte ich, diesmal den Nikolas gar nicht zu besuchen. Schon vor dem Frühstück höre ich aber dann die Silvia mit jemanden reden. Es ist Nikolas in seinem Boot, keine 10m hinter der Blodughadda. Natürlich begrüße ich ihn freundlichst und bitte ihn, auf ein Kaffee zu kommen. Natürlich tut er das und natürlich redet er wieder wie ein Wasserfall. Er hat jetzt einen weißen Vollbart, einen neuen 15PS Außenbordermotor und sein Sohn Leftheris kocht in seiner Taverne. Letzteres macht mich neugierig und wird mich in diesem Sommer wahrscheinlich doch wieder nach Palionisos locken.

Jetzt lockt Xirokampos, wohin die Fahrt zwar kurz aber gegenwindmäßig ungünstig ist. Im Vergleich zu gestern allerdings nicht so wild.

Wir nehmen eine weiße Mama Veta Boje. Herbert steuert und ich fische die Mooring mit dem Bootshaken. Klappt auf Anhieb. Wir sind jetzt schon am Ziel des Törns. Übermorgen werden Herbert und Silvia von Leros wieder nach Wien fliegen. Den einen Reservetag werden wir hier verbringen. Gut so, starker Nordwind ist vorausgesagt.

Natürlich müssen wir am Abend bei Mama Veta einen Spinat im Tontopf essen. Ist wieder köstlich, wie alles andere auch.


20.06.2017 Dienstag
Léros / O. Xirókampos
Als ich so um die Mittagszeit mit einem Kunden telefoniere, höre ich Herbert und Silvia rufen „da treibt ein Boot auf uns zu“! Das ist nicht übertrieben. In der Festmacherleine des etwa 10m langen Segelbootes hängt eine weiße Mama Veta Boje und an der anderen Seite der Boje ist nichts. Das türkische Charterboot hat schon das Boot im Luv fast gerammt und kommt quer im starken Wind langsam auf uns zu. Offenbar hat die Mannschaft gedacht, die 5mm Leine zwischen Boje und Mooringseil würde ausreichend stark sein. Wahrscheinlich hat sie gar nichts gedacht und ist vollkommen leichtsinnig an Land gefahren. Wir nehmen Fender in die Hand, um den Aufprall abzufedern. Aber das Boot treibt doch an der Blodughadda vorbei. Ich blase in Sekundentakt in die Trillerpfeife und zeige auf das Boot, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Das wirkt. Ein Motorboot mit zwei Männern an Bord kommt recht bald daher. Sie schleppen das Segelboot ab und befestigen es an einer gelben Aloni-Boje, sicherlich richtig, nämlich mit der Festmacherleine durch die Öse des Mooringseils.

Um 13h treffen wir wie vereinbart den Giannakos, der uns einen Leihwagen bringt. Wir fahren gleich los und lassen ihn bei seinem Geschäft in Lakkí aussteigen. In der Café-Abteilung des Restaurants Paradison in Vromolithos gelingt es gerade noch zwei kleine Bier und einen Orangensaft zu bestellen. Die junge Kellnerin hat keine Ahnung vom Geschäft und würde locker einen Wettbewerb um die unfähigste Bedienung gewinnen.

In Zefyros am Badestrand mit Blick auf die Alinda Bucht und Panteli Burg ist es kein Problem, eine gute Jause zu bestellen bevor wir wieder zum Boot zurückkehren. Auf dem Rückweg fahren und gehen wir zum Kirchlein oberhalb von Xirokampos.

Am Abend essen wir in Skippers, dem Restaurant in der Evros Marina sagenhaft gut. Wir bestellen, was Kellnerin empfiehlt: Spinatrisotto, Meeresfrüchterisotto und Picanha (Lungenbratenspitzen auf Pilzmousse mit Whiskysauce) und als Vorspeisen Velvet (Roter Rübensalat) und Flogeres (mit Schafkäse gefüllte Blätterteigröllchen dazu Tomatenmarmelade). Alles sehr schön und professionell serviert und mit 55 Euro mehr als preiswert. Zum Wasser und Wein kommt sogar automatisch ein Kübelchen Eiswürfeln. Einziger Kritikpunkt: Die Kellnerin serviert etwas zu schnell ab! Also insgesamt sehr ungriechisch.
Den Verdauungsouzo nehmen wir danach in Café Morano.


21.06.2017 Mittwoch
Léros / O. Xirókampos
Wie jeden Tag macht Herbert für uns ein herrliches Frühstück. Heute schon um 7 Uhr. Dann folgt Koffer packen und und an Land führen. Im Schlauchboot haben ein Koffer und zwei Personen Platz. Also geht es sich mit zwei Mal Fahren bestens aus. Mit dem Leihwagen kommen wir um 9:30 am Flughafen an. Herbert und Silvia checken ein, können die Koffer bis Wien durchchecken und bekommen auch schon die Bordkarte für den Anschlussflug.
Wir haben noch gut Zeit, einen Kaffee in Archontiko zu trinken. Dann folgt ein herzlicher Abschied und ich fahre nach Lakkí zurück.