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2023-08-05 Astypalea mit Andrea

Aktualisierung 12.08.2023 16:43:09 Anzahl Tage: 8
05.08.2023 Kos / Kefalos, Kamari – Gyali / Nsis Àg. Antónios
06.08.2023 Gyali / Nsis Àg. Antónios – Nisyros / Páli
07.08.2023 Nisyros / Páli – Astypálea / O. Maltezana
08.08.2023 Astypálea / O. Maltezana
09.08.2023 Astypálea / O. Maltezana
10.08.2023 Astypálea / O. Maltezana
11.08.2023 Astypálea / O. Maltezana – Kos / Kefalos, Kamari
12.08.2023 Kos / Kefalos, Kamari

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gintenstorfer Andrea

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 13:59 Strecke: 92,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten

05.08.2023 Samstag
11:32 Kos / Kefalos, Kamari Karte
13:15 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
Zeit unterwegs: 01:43 Strecke: 10,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten

Gemütlich und bei wenig Wind fahren wir nach Gyali. Weil einerseits ein großes Lastschiff recht lautstark mit Bims beladen wird und andererseits der Wind aus SW kommt, ankern wir nicht am üblichen Platz sondern beim Strand des Inselchens Ag. Antonios. Ein guter Platz, an dem wir schon lange nicht waren.
Normalerweise gibt es hier nicht viel zu beobachten, diesmal schon: Ein Motorboot mit bärtigem Skipper und drei jungen Leuten kracht auf die Untiefe vor dem Nordhuk beim Ansteuern der Bucht. Der Propeller und die Antriebswelle wurden offenbar schwer beschädigt. Denn nur im Schneckentempo und fürchterlich schwarz rauchend kann das Boot einen Ankerplatz nahe dem Strand erreichen.
Nach dem Abendessen können wir beobachten, wie ein RIB herbeikommt und das Motorboot abschleppt. Das war ein sehr teurer Badeausflug! Vielleicht hat der Skipper dabei gelernt, dass eine Seekarte doch nicht unnötig ist.

2023-08-05 Gyali Ag. Antonios Boot wird abgeschleppt
Gyali Ag. Antonios Boot wird abgeschleppt

06.08.2023 Sonntag
10:33 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
11:03 Bei Hafeneinfahrt
11:19 Nisyros / Páli Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 00:46 Strecke: 3,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten

In der Früh gibt es noch was zu beobachten: Ein Boot kommt herbei und die Männer an Bord laden Unmengen an Sachen inklusive Sonnenschirmen aus. Der Grillplatz am Strand wird für ein Ausflugsboot hergerichtet.
Bevor es ankommt fahren wir ab.

In Pali ist reichlich Platz, auch vor dem Restaurant Afrodite. Die Wirtin nimmt die Leinen entgegen. Meiner Meinung nach der beste Platz, weil sich da kein Boot an die Bb-Seite legen kann, also die Luvseite. Ohne Wind ist das Anlegemanöver einfach und die Ankerkettenlänge passt gut mit 20 m. Bei 3,2 m Tiefe könnte sie sogar kürzer sein, um noch besser vor Ankerkettensalat gefeit zu sein. Denn hier glauben die meisten Skipper, dass eine sehr lange Ankerkette mehr Sicherheit bringt. Tatsächlich kommen dabei die Ketten der Boote mit großer Wahrscheinlichkeit über einander.

Wir trinken was bei Afrodite und mieten ein Auto bei Manos K, der jetzt das Restaurant Captain George als Autovermietungsstelle übernommen hat. George hat sich pensioniert und geht nur mehr fischen, sagt die Vermieterin, die irgendwie mit ihm verwandt oder verschwägert ist. Jedenfalls hat die Tochter von Manos den Sohn von George geheiratet und sie ist ihre Tante oder so.

Mit Andrea fahre ich via Aussichtskirchlein nach Nikiá. An der stimmungsvollen aber heißen Platia trinken wir Soumada – Mandelsaft, der nach flüssigem Marzipan schmeckt. Dann kurzer Besuch unten bei Krater Stefanos, den wir nur von oben betrachten. Um den mittlerweile zu zahlenden drei Euro Eintritt wurde hier einiges getan. Der Pfad, der 27 Höhenmeter hinunter zum Kraterboden führt, wurde flipflopsicher gemacht und unten Geländer aufgestellt, damit die depperten Touristen nicht auf eine heiße Fumerole steigen und sich die Zehen verbrennen.
Der Preis für die kleinen Bimssteine, die am Kiosk verkauft werden, hat sich von einem auf drei Euro erhöht, obwohl die Einstandskosten immer noch Null sind.

Nach einem kurzen Spaziergang in Emporios fahren wir via Pali nach Mandraki. Der Fußweg unterhalb des Klosters zum Lavakullersteinstrand ist nach dem letzten Hangrutsch wieder begehbar und schön ausgeführt. Unter den zwei riesigen uralten Bäumen auf der Platia trinken wir was bei Eirini.-

Die einzige Tankstelle der Insel im Besitz von Manos K, der wahrscheinlich geschäftstüchtigste aller Inselbewohner, hat eine Panne. Die Pumpe geht nicht und wann sie wieder funktionieren wird, weiß der junge Tankstellenwart nicht. Also können wir nicht die paar Liter nachtanken, die wir verbraucht haben.

Am Abend essen wir in Afrodite so schlecht wie schon lange nicht aber deswegen nicht günstiger. Die Zucchinibällchen sind außen heiß und innen kalt, das Mussaka ist eine graue Pampe, das Bifteki geschmacklos, das Kaninchenstifado keine Offenbarung und alles sehr lieblos serviert.

Nach dem Essen gelingt es mir an der Tankstelle das Auto und den Außenborderkanister mit Benzin zu versorgen, allerdings mit Hindernissen. Der Tankautomat akzeptiert meine österreichische Bankomatkarte nicht, will eine Kreditkarte, die ich nicht dabei habe. Barzahlung ist auch nicht möglich. Eine Griechin hilft mir aus der Patsche, zahlt mit ihrer VISAkarte und ich gebe ihr die 15 Euro.

2023-08-06 Nisyros Nikiá auf dem Calderarand und Krater Stefanos
Nisyros Nikiá auf dem Calderarand und Krater Stefanos
2023-08-06 Nisyros/Nikiá Die Platia mit zwei Lokalen (blaue und weiße Tische)
Nisyros/Nikiá Die Platia mit zwei Lokalen (blaue und weiße Tische)
2023-08-06 Nisyros/Nikiá Schilder am Weißtischlokal
Nisyros/Nikiá Schilder am Weißtischlokal
2023-08-06 Nisyros/Nikiá Katzenschlaf beim Weißtischlokal
Nisyros/Nikiá Katzenschlaf beim Weißtischlokal
2023-08-06 Nisyros Teure Bimssteine im Kiosk beim Krater
Nisyros Teure Bimssteine im Kiosk beim Krater
2023-08-06 Nisyros/Pali mit Gyali im Hintergrund
Nisyros/Pali mit Gyali im Hintergrund
2023-08-06 Nisyros/Mandraki die 'Bachgasse' - im Winter rinnt hier der Bach durch
Nisyros/Mandraki die „Bachgasse“ – im Winter rinnt hier der Bach durch
2023-08-06 Nisyros/Pali bei Aphrodite 10 Schritte vom Boot in freudiger Erwartung des enttäuschenden Essens
Nisyros/Pali bei Aphrodite 10 Schritte vom Boot in freudiger Erwartung des enttäuschenden Essens

07.08.2023 Montag
09:11 Nisyros / Páli Karte
15:10 Astypálea / O. Maltezana Karte
Zeit unterwegs: 05:59 Strecke: 40,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten

In der Früh gibt es Hafenkino mit Ankersalat, aber nicht mit uns. Ich wundere mich sehr über die Anlegemanöver von zwei riesigen türkischen Segelyachten. Statt vorher das Boot im rechten Winkel zur Kaimauer zu stellen, schmeißen die den Anker während das Boot parallel dazu steht – natürlich sehr weit draußen – und versuchen dann praktisch im Stand das Boot mit Hilfe des Bugstrahlruders zu drehen. Was unmöglich ist, wenn der Anker schon greift. Ohne Hilfe von einem stark motorisierten Schlauchboot, der die Riesenpötte an die richtigen Stellen schiebt hätten diese ahnungslosen Skipper niemals anlegen können.

Gegen etwa 6 bis 8 Kn Wind kommen wir sehr schnell Richtung Astypalea voran. Die Wellen sind gar nicht so klein aber sehr lang und bremsen so die Fahrt nicht. Allerdings rührt die Bootsbewegung das Wasser im großen Tank um, so dass sich der Sand-Bodensatz, der sich noch immer darin befindet, aufgewirbelt wird. Aus dem Bad-Wasserhahn kommt braunes Wasser. Ich entleere den Tank komplett, ca 68 Liter war noch drin. Es dauert 20 Minuten. Zumindest ist da jetzt weniger Sand drin.

Am Fischerpier ist noch Platz für zwei Boote – hurra! Für die kommenden zwei Starkwindtage liegen wir sicher und bequem und werden vor der Abfahrt auch die Wassertanks auffüllen können.

Paul, den ich vom Wiener Stammtisch des Mittelmeer-Skipper-Forums kenne, mit Sohn Valentin ankert mit seinem Segelboot „Patricia“ in der Bucht. Er holt mich mit dem Schlauchboot ab. Ich bekomme hervorragenden griechischen Kaffee und er von mir Tipps zu Ankerbuchten im Dodekanes. Er segelt auf seiner Dofour 385 schon lange in der Adria und in griechischen Gewässern, war aber noch nie östlich von Astypalea.

Gemeinsam essen wir am Abend im neuen Restaurant Odo am Maltezana Strand (ok. Straße dazwischen) sehr gut. Das Lokal wurde erst vor ca. zwei Monaten eröffnet, sagt der Kellner.

08.08.2023 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Am Abend wollen wir mit dem ASTYBUS nach Livadi fahren. Obwohl ich 3,5 Stunden im Voraus die Abholung für 18 Uhr bestellt habe, erscheint erst um 17:45 h die voraussichtliche Zeit: 19:35 h !!! Bald darauf 19:55 h. Wir verschieben die Fahrt auf morgen und gehen nach Schinontas ins Astifagia.

09.08.2023 Mittwoch
Astypálea / O. Maltezana
Heute bestelle ich den ASTYBUS für 17:22 h. Abholzeit: 18:35, wechselt dann auf 19:24. Über die App rufe ich in der Zentrale an und frage, was das soll. Der Mann ist sehr bemüht und sagt, dass er sofort ein Auto senden wird. Um 19:04 h kommt es. Der Fahrer erklärt, dass vorbestellen keinen Sinn macht, weil das System sowieso erst 15 Minuten vor der bestellten Zeit anfängt, einen Wagen zu suchen.

Wir essen sehr gut in Parathinalos und fahren anschließend zur Chora hinauf. Diesmal ohne Problem. Nach einem kurzen Spaziergang – ich kaufe dabei zwei neue Lesebrillen – und einem Absacker im Café Meltémi fahren wir wieder problemlos zu8rück.

10.08.2023 Donnerstag
Astypálea / O. Maltezana
Wie fast immer schlafe ich im Cockpit auf der schmalen Bank, für mich bisher immer ausreichend bequem und breit. Heute Nacht jedoch nicht. Im Schlaf auf der Seite liegend habe ich wohl die Knie angezogen und mich selbst auf den Boden befördert. Die Apple Watch fragt mich sofort, ob ich gestürzt sei und ob es mir gut ginge oder ob sie die Notrufnummer anrufen soll. Es geht mir schon gut, so gut es halt gehen kann nach Prellung der Hüfte und Rippen.

Den 24-Stunden ASTYBUS-Pass für 6 Fahrten nützen wir voll aus. Am Vormittag zur Chora, wo wir im „Archipelagos“‚ mit schöner Aussicht auf den Ort und das Meer frühstücken. Andrea besichtigt die Kastellruine während wir im „Notos“ warten. Dann mit ASTYBUS hinunter zum Hafen, danach wieder zurück nach Maltezana. Am Abend essen wir an Bord und spielen Smart 10.

11.08.2023 Freitag
11:54 Astypálea / O. Maltezana Karte
17:25 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 05:31 Strecke: 38 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten

Obwohl der Wind kaum nachgelassen hat, müssen wir heute nach Kos Kefalos fahren, weil Andrea morgen um 14 h am Flughafen sein muss. Nachdem die Wassertanks aufgefüllt sind, warten wir noch eine Stunde bis das Ausflugsmotorboot vor uns ablegt. Die Lücke, in dem wir parken, ist extrem eng und da mag ich nicht vorher ablegen.

Der Wind ist wie erwartet stark, hat aber die richtige Richtung. Bevor wir aufs offene Meer kommen will ich die Genua setzen, aber nicht voll. Beim Ausrollen des Segels ist der Winddruck so stark, dass das gesamte Segel in einem Sekundenbruchteil draußen ist. Wahrscheinlich hätte ich es auch so stehen lassen können, aber bei mehr als 30 Knoten Wind will ich das Tuch doch etwas kleiner machen. Es ist unmöglich, die Rollrefftrommel zu drehen, auch mit der Winsch geht es kaum. Um den Druck zu reduzieren drehe ich das Boot um 90°, fahre mit dem Wind mit Vollgas und fiere die Schot. Das geht. Nur leider mache ich einen großen Fehler: Ich fahre genau vor dem Wind und achte nicht genug darauf, dass das Segel auf der stbd-Seite bleibt. Es schlägt plötzlich auf die andere Seite. Nach Kursänderung schlägt es nicht zurück sondern es bildet quasi einen Tunnel um das Vorstag und flattert wie wild. Erst nach vielleicht 10 Minuten gelingt es, dieses Ungetüm zu bändigen. Da haben wir zwar etwas gerefft aber auch eine Segelbeschädigung. Zwischen UV-Schutz und Segeltuch ist auf einer Länge von etwa vier Metern ein Riss. Trotzdem zieht das Segel ganz schön und ich lasse es einfach so stehen.

Die 26 Seemeilen offenes Meer zur Kos Südspitze haben es in sich. Wind mit bis zu 33,3 Knoten und gewaltige Wellen. Man kann in den vier Stunden eigentlich nur am Platz sitzen bleiben und sich festhalten. Ich sitze auf meinem Platz im Salon und beobachte immer wieder auf Marinetraffic und durch die Fenster, ob andere Boote/Schiffe zu sehen sind. Nur eine südwärts fahrende Fähre und ein nordwärts fahrendes Lastschiff kreuzen unseren Weg, beide recht nahe. Dafür bilde ich mir mehrmals ein, kleinere Boote vor uns zu sehen, aber das sind nur riesige weiße Schaumkronen der Wellen. Gelegentlich sind diese so groß, dass ich den Horizont gar nicht sehe. Draußen sitzt Beate auf der Bank und liest, Andrea auf dem Steuermannstuhl und ist seekrank. Der Autopilot steuert sehr gut und auf Responselevel 2 auch die von leicht achterlich kommenden Wellen perfekt ausgleichend auf den GPS-Wegpunkt zu.

Da angekommen heißt es das kurze Stück auszunützen, vielleicht 50 Meter, an dem es Windschatten gibt, um die Genua einzurollen. Kaum haben wir die Südspitze umrundet, kommen auch schon die Fallböen vom Berg im Luv oft extrem daher. Die Wellen sind aber nicht mehr groß und so erreichen wir nach einer weiteren knappen Stunde den Ankerplatz recht gemütlich.

Paul und Valentin ankern schon seit Dienstag hier und warten auf weniger Wind, um nordwärts fahren zu können. Sie wollen nicht zu Santa Barbara mitkommen. Nach dem Essen besuche ich sie auf der Patricia und wir erzählen einander bei einem Ouzo unsere Erlebnisse der letzten Tage.

2023-08-11 Blodughadda Technisch Genua gerissen
Blodughadda Technisch Genua gerissen
2023-08-11 Route Astypalea - Kefalos
Route Astypalea – Kefalos

12.08.2023 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Wie gestern mit Romos von Santa Barbara besprochen, kommen wir kurz nach 13 h bei ihm an. Er versucht ein Taxi anzurufen, was nicht gelingt. Aber er bietet sich an, Andrea zum Flughafen zu bringen um fast den Preis der Taxifahrt, also 30 statt 33 Euro. Andrea nimmt das Angebot gerne an und nach Verabschiedung rauschen sie ab.

2023-08-12 Kos Kefalos Andrea steigt am Sydney Steg aus
Kos Kefalos Andrea steigt am Sydney Steg aus
2 Kommentare (Öffnen | Schließen)

2 Kommentare Empfänger "2023-08-05 Astypalea mit Andrea"

#1 Kommentar Von Ralph von Opua am 2023-08-18 um 13:14 Uhr

Hallo Tom, das hört sich ja nach einer abenteuerlichen Überfahrt nach Kefalos an!
Vg, Ralph

#2 Kommentar Von Tom am 2023-08-18 um 13:36 Uhr

Ja, das war heftig, aber zum Glück die Wellen aus der bestmöglichen Richtung. Während drei Tagen mit Starkwind waren sie echt groß geworden.