Aktualisierung 16.07.2026 17:32:14 Anzahl Tage: 55
22.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari
23.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari
24.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari
25.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari
26.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari
27.05.2026 Kos / Kefalos, Kamari – Astypálea / O. Maltezana
28.05.2026 Astypálea / O. Maltezana
29.05.2026 Astypálea / O. Maltezana
30.05.2026 Astypálea / O. Maltezana
31.05.2026 Astypálea / O. Maltezana
01.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
02.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
03.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
04.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
05.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
06.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
07.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
08.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
09.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
10.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
11.06.2026 Astypálea / O. Maltezana – Astypálea / O. Livadia
12.06.2026 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Maltezana
13.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
14.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
15.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
16.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
17.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
18.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
19.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
20.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
21.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
22.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
23.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
24.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
25.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
26.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
27.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
28.06.2026 Astypálea / O. Maltezana
29.06.2026 Astypálea / O. Maltezana – Kos / Kefalos, Kamari
30.06.2026 Kos / Kefalos, Kamari
01.07.2026 Kos / Kefalos, Kamari
02.07.2026 Kos / Kefalos, Kamari – Léros / Lakkí Kuluki
03.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
04.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
05.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
06.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
07.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
08.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
09.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
10.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
11.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
12.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
13.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
14.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki
15.07.2026 Léros / Lakkí Kuluki – Léros / Lakkí Marina
Crew:
Tötterström Tom
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 18:33 Strecke: 112,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten
22.05.2026 Freitag
Kos / Kefalos, Kamari
Im Supermarket Kefalos kaufe ich noch was ein. Die Chefin Adriana begrüßt mich herzlich und wir tauschen Höflichkeitsfloskeln aus.
Trotz meiner in der rechten Schulter gerissenen Sehne, ist es kein Problem, das Schlauchboot ins Wasser zu befördern und den Motor zu starten. Hoffentlich bleibt es so.
Lange bevor ich mich in die Koje lege, sprühe ich die Kajüte voll mit Mückentötungsspray und schließe die Tür. In der Hoffnung, dann unattackiert schlafen zu können.
23.05.2026 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Die Mückentötungsaktion war offenbar erfolgreich und ich kann gut schlafen. In der Früh kommt es aber anders als üblicherweise: Vor Sonnenaufgang werde ich nicht nur von einem dringenden Bedürfnis aufgeweckt, sondern auch von Wellen, Blitz und Donner. Eine veritable Gewitterfront kommt vom Osten daher. Ganz sicher wird es demnächst regnen und ich räume alles, was nicht nass werden soll, vom Cockpit in den Salon. Nicht viel später ist das Gewitter da und ein ohrenbetäubender Knall begleitet den Blitz. Dann kommt der Regen und der Wind. Er bläst vom offenen Meer Richtung West, also auflandig. Zum Glück ist er nicht sehr stark, ca. 20 Knoten, erzeugt aber doch ganz schöne Wellen. Ich beobachte das hinter dem Boot angebundene Schlauchboot. Es scheint die schäumenden Wellenkämme gut zu meistern, aber ich beschließe es sicherheitshalber auf die Heckplattform zu hieven bevor es möglicherweise doch umkippt und der Außenborder kopfüber im Wasser landet. Die Aktion ist nicht ganz einfach, weil ich zuerst den Motor hochkippen muss, um das Boot heraufziehen zu können. In der sich wild rauf und runter bewegenden Konstellation Bootsheck, auf dem ich stehe, und Schlauchboot, das ich zuerst in eine entsprechende Position bringen muss, gelingt es doch den Motor zu fassen und hochzukippen. Wobei ich natürlich nur eine Hand dafür zur Verfügung habe. Mit der anderen halte ich mich fest. Das Boot auf die Heckplattform heraufziehen und sichern ist dann kein Problem.
Nach ein paar Stunden ist der Spuk vorbei. Es bleibt aber bis zum Nachmittag bewölkt und regnerisch. Und kalt! In der Früh zeigte das Thermometer 14°C. Seit Ankunft in Griechenland gab es keine Nacht mit mehr als 17°C und tagsüber kaum mehr als 20°C. In der Sonne natürlich mehr.
Ich schreibe das Blogbuch nach und muss mich zuerst vertraut machen mit den neuen Exportfunktionen aus der neuesten Version von Apple Fotos.
Zum Abendessen gibt es einen griechischen Erdapfel und zwei griechische Würstel an Bord. Das Beste daran: Nach dem Essen kann ich sofort alles unter fließendem Wasser abspülen ohne Sorge um die verbrauchte Menge – watermakerseidank.
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24.05.2026 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Der Kontrast zu gestern früh könnte nicht größer sein. Zwar immer noch Wolken am Himmel und die Luft sehr feucht aber sonst alles komplett ruhig.
Obwohl ich in der abgeschlossenen Kajüte geschlafen habe, schwirrten in der Früh schon wieder Mücken um mich. Haben die etwa einen Brutplatz darin?
Ich schreibe weiter am Blogbuch und räume auf.
Am Abend mache ich mir Hörnchen mit griechischem Pilzen-Sugo aus der Glaskonserve. Total vegan! Macht trotzdem satt.
25.05.2026 Montag
Kos / Kefalos, Kamari
Zum ersten Mal schlafe ich auf den neuen Cockpit-Matratzen. An sich eine Supersache, aber mit einem Nachteil: Durch die Zweiteilung rutschen sie mit jeder Bewegung etwas auseinander und der Spalt wird am Hintern spürbar. Ich hätte sie so bestellen sollen, dass beide Teile auf einer Seite mit einem Stoffstreifen mit einander vernäht sind. Dann könnten sie nicht auseinander driften und die Matratze könnte platzsparend zusammengeklappt werden. Das wird sich nachträglich sicherlich noch machen lassen.
Noch ein Nachteil, der aber mit dem Ankerplatz zu tun hat: Der etwa 160 m entfernte Außenbereich von Kefalos Market, der mit Tischen und Bänken bestückt ist, hat sich offenbar zu einem nächtlichen Jugendtreffpunkt gemausert. Das Kudern und Lachen geht ja noch. Aber als um 2h früh drei Halbstarke mit ihren schweren Motorrädern zeigen müssen, wie laut die sein können, verkrieche ich mich doch lieber in die Kajüte.
Und noch ein Nachteil mit dem Ankerplatz, den ich aber gut kenne, weil es immer schon oft so war: In der Früh kommt der Wind aus Nord und und die Wellen aus Nordost. Sie sind zwar nicht hoch aber lassen das Boot deppert wackeln. Und wie üblich hören sie um 10h auf. Warum, weiß wohl niemand.
Die Taverna Captain John wird noch renoviert. Ein Club Sandwich in der Bravo Bar ist aber auch gut und als Abendessen ausreichend. Und die Aussicht auf die Kefalos Bucht ist genau so gut wie im Captain John.
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_IMG_2550_Aussicht_von_der_Bravo_Bar-_Blodughadda_ziemlich_allein..jpg)
26.05.2026 Dienstag
Kos / Kefalos, Kamari
Gestern habe ich noch im Kefalos Market ein wenig eingekauft, vor allem Mittel gegen Mücken. Heute versuche ich zu eruieren, ob ich auch das richtige Spray gekauft habe. Außer AEROSOL verstehe ich nichts von der Beschriftung. Keine der üblich verdächtigen Übersetzungs-Apps liefert was wirklich Brauchbares. Aber ChatGPT schon als ich das Foto hochlade:
Das ist ein Insektenspray („TAI Aerosol“).
Die griechischen Texte bedeuten:
Άμεση & αποτελεσματική δράση για ιπτάμενα έντομα
→ „Sofortige und wirksame Wirkung gegen fliegende Insekten“
Εξολοθρεύει κουνούπια, μύγες, σκνίπες
→ „Tötet Mücken, Fliegen und kleine Stechmücken/Gnitzen“
10“ δευτερόλεπτα ψεκασμού αρκούν για δωμάτιο 40m³
→ „10 Sekunden Sprühen reichen für einen Raum von 40 m³“
Oben stehen die Wirkstoffe:
Tetramethrin
Phenothrin
Das sind übliche Wirkstoffe in Mücken- und Insektensprays. Nicht direkt einatmen und nach dem Sprühen am besten kurz lüften. Haustiere — besonders Katzen — sollten vorsichtig behandelt werden, weil Pyrethroide für Katzen problematisch sein können.
–> Sensationell! (Allerdings glaube ich nicht, dass irgendwer seine Katze mit dem Spray „behandeln“ möchte.)
Das Foto:
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27.05.2026 Mittwoch
08:45 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfaht
09:31 Stbd. Motor aus
15:05 Astypálea / O. Maltezana Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 06:20 Strecke: 35,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
Wie fast jeden Tag stehe ich vor der Sonne auf, um die Morgenstimmung zu genießen. Heute ist die Stimmung besonders schön, siehe Foto. Dann in der Stille lautlos ins Wasser gleiten ist einfach herrlich.
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Ich fahre los bei praktisch kein Wind. Nach umrunden der Südspitze von Kos ist auch kaum Wind und ich schalte den Stbd-Motor ab. Die Fahrt geht von ca. 7 auf ca. 5,3 Knoten zurück. Ich rechne mir aus, dass ich für die verbleibende Strecke etwa 75 Minuten länger brauchen aber ca. 5 Liter Diesel einsparen werde. Es geht mir nicht so sehr um die 10 damit eingesparten Euros, sondern darum, möglichst lange mit dem Dieselvorrat auskommen zu können. Ohne Watermaker war das nicht so ein Thema. Denn wo man Wasser nachtanken kann, kann man auch Diesel bunkern. Die jetzt noch notwendigen Stopps in Häfen oder Marinas möchte ich auf ein Minimum reduzieren. Außerdem verbraucht der Stbd-Motor aus unerfindlichen Gründen viel Motoröl.
Den zweiten Motor ausschalten lohnt sich aber nur auf eingermaßen glattem Wasser so wie jetzt. Sonst geht es zu langsam voran – außer man segelt natürlich.
Die Fahrt war angenehm, wenn auch nicht ganz frei von Wackelei. Erst kurz vor Astypálea nahm den Wind etwas zu, aber nur auf 10 Kn.
Ich hatte es nicht zu hoffen gewagt. Aber tatsächlich ist mein absoluter Lieblingsanlegeplatz frei! Längsseits ganz am Ende des 85 m langen Fischerpiers mit bester Aussicht und freier Bademöglichkeit direkt vom Boot und auch bei starkem Wind bestens geschützt – außer aus Südwest, was aber praktisch nie vorkommt. Hier werde ich jetzt lange bleiben! Es kostet ja auch nichts.
Es liegt hier nur ein anderes Segelboot weiter zum Land. Der italienische Skipper hilft, die Leinen entgegen zu nehmen – sehr angenehm!
Nach dem Abendessen in Psarotaverna Maltezana (pork chops, was sonst) mit schöner Aussicht auf die Bucht fällt mein üblicher Verdauungsouzo in der Bar Maltesos flach, weil das Lokal noch nicht geöffnet hat. Egal, kaufe ich halt einen im Katerinas Mini Market. Sie erkennt mich sofort und wir freuen uns, einander wiederzusehen. Ihre Enkelin, die natürlich auch so heißt und bald zwei Jahre alt wird, ist unglaublich süß und beobachtet mich mit riesigen Augen.
Zurück auf dem Boot muss ich mir zuerst ein Bad im absolut spiegelblanken Meer nehmen. Dann setze ich mich ins Cockpit und bin überglücklich über die Situation. Absolut kein Wind, so gut wie keine Geräusche außer sehr leises Plätschern des Wassers und gelegentliches der Fische darin sowie ganz weit in der Ferne bisweilen Ziegenglockengeläut und Wasservogelgeschnatter und -rufe – und, naja, Auto- und Flugzeuggeräusche dringen selten aber doch zu mir vor. Es gibt nichts zu meckern, was ich ja üblicherweise gerne mache. Und dann um 22:02h aus heiterem Himmel – im wahrsten Sinne des Wortes – ein ohrenbetäubender Krach. Die griechische Luftwaffe fliegt mit Kampfjets tief über die Insel. Dauert aber nicht lange.
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28.05.2026 Donnerstag
Astypálea / O. Maltezana
Wieder ein herrlich ruhiger Tag. Ein paar geschäftliche Sachen muss ich erledigen, was dank perfekter Internet- und Telefonverbindungen bestens geht. Sonst tut sich nicht viel. Ein paar den wenigen kleinen, schnuckeligen Fischerboote auf der anderen Seite des Piers legen gelegentlich ab und wieder an. Ein weiteres Segelboot kommt an und ankert recht weit draußen in der Bucht. Obwohl groß, hätte es locker Platz am Pier zwischen dem Italiener und mir.
Am Abend esse ich Souvlaki im Rodino. Ist zwar preiswert aber die zwei Spieße eindeutig nicht selbst gemacht, sondern fertig gekauft. Weil die Fleischstücke genau in gleicher Größe quadratisch geschnitten sind.
Zurück auf dem Boot habe ich das Vergnügen, den übertrieben beleuchteten Mast des neuen Segelbootes zu bewundern. Naja, von mir aus soll der Eigner sein Imponiergehabe ausleben, solange er kein Blitz- oder Blinklicht verwendet.
Ich lege mich auf die Cockpitmatratze und schaue mir ZIB 1 im ORF.ON an. Wie daheim, schlafe ich nach ein paar Minuten ein.
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29.05.2026 Freitag
Astypálea / O. Maltezana
Mit dem astybus fahre ich nach Skala. Das funktioniert sehr gut und kostet fünf Euro. Bei Vergoulis miete ich ein 125 cc Scooter für 7 Tage. Das funktioniert sehr gut und kostet zehn Euro per Tag. Dann treffe ich mich mit Andrea und Robert im Café oberhalb ihres Strandliegeplatzes. Sie sind auf Inselhüpfertour und gestern aus Rodos hierher gekommen. Sie werden eine Woche bleiben und dann via Samos für ein paar Nächte auf Samos den Resturlaub zwei Wochen lang auf Ikaria sein. Ich kenne die beiden schon sehr lange und Andrea hat vor vielen Jahren in meiner Firma mitgearbeitet. Wir plaudern viel und verabreden uns zum Abendessen in Maistrali in Skala. Sie wohnen unweit im Aparthotel Vithos.
Die Mopedfahrt von Skala nach Maltezana dauert knappe 20 Minuten. Würde ich mehr Gas geben, könnten ein paar Minuten eingespart werden, aber wozu?
Das Abendessen ist gut und die Gespräche sind sehr gut. Ab 22h fühle ich die Bettschwere und mache mich alsbald auf den Weg. Immerhin bin ich ja schon knapp nach 5h aufgestanden.
Die Anzahl Segelboote hat sich inkl. einem Ankerlieger auf fünf erhöht. Von einem Ansturm kann kann also keine Rede sein.
30.05.2026 Samstag
Astypálea / O. Maltezana
Ausnahmsweise ist heute mehr Wind. Ab morgen soll es eine Woche lang wieder kaum Wind geben – verkehrte Verhältnisse zu früheren Jahren.
Am Abend mache ich einen längeren Spaziergang und esse in der einfachen Taverna Tasos in Schinunta günstig und nicht schlecht. Dabei beobachte ich wie ein riesiger Traktor ein griechisches Motorboot auf einem auch riesigen Trailer zum Sandstrand führt und ins Wasser lässt. In Schinunta gibt es seit ein paar Jahren einen Bootsabstellplatz etwa 100 Meter landeinwärts entlang der Straße, wo einige Boote geparkt sind
Aber auch am Strand stehen zwei Boote, ein Segelkatamaran und ein Arbeitsschiff. Ich wundere mich, wie die dorthin gekommen sind. Auch der große Trailer wäre dafür viel zu klein.
Ich sehe, dass der Katamaran GEA in Basel registriert ist, also Schweizer. Ich klopfe an und gleich geht die Cockpittür auf. Das Ehepaar Isi und Danilo aus Tessin bitten mich, an Bord zu kommen. Sie spricht perfekt Deutsch, aber er nur Italienisch und Französisch. Sie erzählen, dass sie schon seit Oktober hier auf dem Schiff wohnen, weil das Boot in der Livadi-Bucht eine Havarie hatte. Während sie an Land waren, kam ein so starker Wind, dass der Anker nicht gehalten hat und das Boot trieb auf die Felsen. Es wurde dann abgeschleppt und nach einiger Zeit hier auf den Strand mit einem noch größeren Trailer gezogen. Nun sind die Schäden weitestgehend repariert und sie hoffen, demnächst wieder ins Wasser zu können.
Die Leute sind sehr nett. Ich bekomme ein Gläsli Rotwein und eine Führung durchs Boot. Im Vergleich zur Blodughadda ist diese BALI CATSMART enorm groß – und perfekt aufgeräumt…
Na gut, ihr Boot ist erst drei Jahre alt und die Blodughadda demnächst 29. In 26 Jahren sammelt sich schon allerhand an. Aber unglaublich wie viel 70 cm mehr Länge und 50 cm mehr Breite ausmachen können.

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31.05.2026 Sonntag
Astypálea / O. Maltezana
Andrea und Robert kommen zu Besuch. Wir plaudern lange im Cockpit. Dann gehen sie zum Sandstrand schwimmen. Kurz nachdem sie zurück sind, gehen wir ins ODO zum Abendessen und Weiterplaudern. Alles gut.
Als wir zur Haltestelle von astybus an der Pierwurzel gehen, geht der Mond um 21:12h auf – sehr schön!


01.06.2026 Montag
Astypálea / O. Maltezana
Am 30.9.2021 war ich zuletzt in Vathy. Mit dem Roller fahre ich also dorthin, etwa 12 Straßenkilometer von hier. Zunächst auf einer vor nicht vielen Jahren toll ausgebauten 2-spurigen Asphaltstraße mit tollen Aussichten links und rechts. Nach Überquerung eines 200 m hohen Passes geht es nach Vathy hinunter. Und wie vor fünf Jahren hört die schöne Straße mitten im Nirgendwo auf. Danach kommt eine ca. 2 km lange einspurige fürchterliche Schotterpiste bis man die „Ortschaft“ erreicht. Auch hier ist an den wenigen Gebäuden kaum eine Änderung zu sehen. Alles vielleicht noch ein wenig mehr verlottert. Auf dem „Binnensee“ ankert ein Segelboot, aus der Taverna Galini höre ich Stimmen. Aber ich sehe niemanden und mache mich schnell wieder auf den Rückweg.
Ich fahre etwa 23 km quer über die Insel treffe ich mich mit Andrea und Robert in Livadi. Der Plan war, in Para Thin Alos zu essen. Aber leider hat dieses wunderbare Lokal noch geschlossen. Die vorher schon zaundürre Inhaberin hatte eine Magenoperation und darf nichts heben. Deswegen bleibt das beste Restaurant weit und breit bis 10 Juni zu. Dann kommt ihr Sohn und hilft bei der Arbeit. Das erzählt sie mir im direkt benachbarten Supermarkt.
Andrea und Robert sitzen schon im Allegro. Bei einem Bierchen plaudern wir noch bis wir ins Crocodeilos wechseln. War zuvor eh mein Lieblingslokal in Livadi und der Red Salad und die Symi Shrimps sind genau so gut wie vor Jahren.




02.06.2026 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Ich habe allerhand beruflich zu tun. Am Abend kommen Andrea und Robert mit dem astybus daher. Wir gehen in die Nachbarbucht Schinunta in die Taverna Tasos. Die ist noch befreit von jeglichem Schickimicki und wirklich preiswert und ausreichend gut.
03.06.2026 Mittwoch
Astypálea / O. Maltezana
Der untere Wassertank ist leer. 127 Liter waren drin. Jetzt wird er wieder vom Watermaker bedient und der obere Tank gibt das Wasser fürs Boot her. So werde ich weiterhin wechseln, um den alten Tankwasserrest in jedem Tank allmählich auszuschwemmen. Ich denke, dass es noch ein paar Monate dauern wird bis nur mehr Watermakerwasser in den Tanks ist. Um das überprüfen zu können, werde ich mir einen ppm-Tester besorgen, den Beate mitnehmen darf wenn sie am 14. Juli aufs Boot kommt.
Ich fahre mit dem Roller etwas herum. Sehe mir den vor nicht allzu langer Zeit gebauten Fährhafen Ag. Andreas an. Der ist aber nicht mehr im Betrieb, angeblich wegen Baumängeln. Die Betondecke des Kais sieht tatsächlich ziemlich einsturzgefährtdet aus.
Dann fahre ich zur Chora und setze mich in das einzige offene Café auf ein Bierchen als einziger Gast. Die Chora ist wirklich wie ausgestorben.
Kurz nach 19h treffe ich mich mit Andrea und Robert in der Pizzeria im Hafen. Wieder ein nettes gemeinsames Abendessen, aber ein letztes. Morgen zur Mittagszeit reisen sie mit dem Dodekanissos Seaways Schnellkatamaran weiter nach Samos, um ein paar Tage danach ihre Inselhüpfertour auf Ikaria zu beenden.

04.06.2026 Donnerstag
Astypálea / O. Maltezana
Den fünften Tag in Folge gibt es extrem ungewöhnlichen Südwestwind! Zwar nicht stark aber heute mit 11 Knoten bisher am meisten. Das Boot ruckelt in den kleinen Wellen und im Cockpit sitzen ist recht frisch. Eigentlich sollte ich den Wind nützen, um wieder Richtung Nord zu fahren. Aber ich mag Astypálea noch nicht verlassen. Es ist so schön und ruhig hier. Ab Samstag wird es wieder für längere Zeit Nordwestwind geben aber nicht zu arg. Naja, bis ich Beate am 14. Juli in Leros abholen muss, wird sich schon ein Tag mit guten Windverhältnissen ergeben.
18 Uhr: Der Wind kommt nun aus West und drückt das Boot gegen die Pier. Die Fender knarren. Es ist total bewölkt. Ich gehe zur Fischtaverna Maltezana und esse ein gegrilltes Schweinskotlett – was sonst? Fisch esse ich schon, aber das hiesige Preis-Leistungsverhältnis, finde ich allgemein nicht in Ordnung. Viel zu teuer! Ein Fisch ist ein Fisch und schmeckt im besten Fall nach Fisch. Aber bitte, wer dafür viel mehr als für schmackhaftes Fleisch ausgeben möchte, kann es ja tun.
05.06.2026 Freitag
Astypálea / O. Maltezana
In der Früh wieder mit 17°C ziemlich kalt und total windstill. Um 5h habe ich schon 7 Stunden bestens geschlafen und setze mich ins Cockpit zu meinem täglichen Morgenritual.
Knapp zwei Stunden später kommt Antonis vorbei, der irgendwie sowas wie ein Hafenaufpasser ist. Wie üblich plaudern wir ein wenig und wie gestern ersucht er mich, den Platz für Fischerboote frei zu geben. Er erklärt das jetzt näher: Um diese Jahreszeit werden Thunfische in der Gegend gefischt. Die großen Fischerboote wollen über die Nacht einen Platz an der Pier haben. Das leuchtet mir ein und ich überlege:
1. Egal wohin ich sonst fahren würde, käme nur ein Ankerplatz und damit verbundene Schlauchbootfahrt infrage, wenn ich an Land will.
2. Den bequemen Schritt vom Boot zur Pier und vice versa nütze ich höchstens zwei Mal am Tag. Und Gäste an Bord habe ich seit der Abreise von Andrea und Robert nicht mehr zu erwarten.
3. Auf keinem Fall möchte ich den überaus freundlichen Antonis als Feind haben, wenn ich das nächste Mal hier anlege.
4. Daher werde ich mich am Nachmittag auf die Reede begeben nachdem ich den Roller zurückgebracht haben werde.
Um 11:30h fahre ich also nach Pera Gialos/Skala und bringe den SYM Symphony RS Scooter zu Vergoulis zurück. Ich gehe ins Café Daria auf ein Toast, besser gesagt zwei, und beobachte dabei, dass der kleine blaue öffentliche Bus an der Haltestelle anhält. Ich beobachte wie zwei Ausflugsboote den Hafen verlassen und dass sich im Hafen sonst gar nichts tut. Danach plaudere ich ein wenig mit einer Polizistin, die gerade ihr Elektro-Motorrad besteigt. Sie ist damit sehr zufrieden. An der Bushaltestelle entdecke ist ganz was Neues: Einen Fahrplan!
Um 14h soll der nächste Bus nach Maltezana fahren. Den nehme ich! Eh nur 15 Minuten bis dahin. Ich setze mich auf die niedrige Mauer an der Haltestelle und warte. Es regnet! Zwar nicht viel aber immerhin ungewöhnlich. Es wird 14:20h. Der Bus steht immer noch unten am Hafengelände. Ich gehe dorthin, um nachzusehen, ob sich was tut: Nichts! Auch kein Fahrer weit und breit zu sehen. Ich gehe zurück. Ein Taxi hat gerade angehalten und die Fahrerin plaudert mit einem Mann auf einem Moped. Ich frage sie, was eine Fahrt nach Maltezana kosten würde – 10 Euro. Also das Doppelte von astybus und das Vierfache vom öffentlichen Bus. Trotzdem nehme ich das Angebot an. Auf der Fahrt erfahre ich allerhand, unter anderem, dass es zwar das Taxi Nummer 2 ist, aber es die Nummer 1 nicht mehr gibt und dass die Fahrerin/Unternehmerin einen Sondertarif für den Strom für ihren elektrischen Volkswagen ID4 hat.
In Maltezana angekommen stelle ich fest, dass sich zwei Segelboote dazu gesellt haben. Aber kein neues Fischerboot liegt am ohnehin leeren Platz auf der anderen Seite der Pier. Ich beschließe daher, den Platz vorläufig doch nicht zu verlassen. Sollte ein Fischerboot meinen Platz haben wollen, werde ich ihn sofort frei geben. Aber nicht für ein anderes Vergnügungsboot. Der Antonis wird dafür schon Verständnis haben.




06.06.2026 Samstag
Astypálea / O. Maltezana
Ich gebe dem Lokal Amyra an der Pierwurzel eine Chance und setze mich an den einzigen freien Tisch. Als Menükarte bekomme ich ein einseitig beschriebenes A4-Blatt auf dem nichts ist, was ich gerne essen würde. Nur Fisch und teure Salate und Vorspeisen. Getränkepreise sind auf dem Kaszettel auch nicht drauf. Ich gehe wieder zu Tasos in Schinunta und bestelle diesmal lamb chops (paidakia) statt pork chop (chirini brizola). Das war ein Fehler.
Vorher schaue ich mir den havarierten Katamaran am Strand an. Also einen slippenden Anker in meiner Abwesenheit möchte ich wirklich nicht haben.


07.06.2026 Sonntag
Astypálea / O. Maltezana
Den Antonis stört es offenbar sehr, dass ich schon seit elf Tagen an diesem wunderbaren Platz parke. Dabei ist hier wirklich sehr wenig los. Drei Segelboote an der West- und nur zwei Fischerboote an der Ostseite der Pier. Also Platz noch genug vorhanden. Er versichert mir, dass es ihm nur um die möglicherweise ankommenden Fischerboote geht, die einen Platz zur wohlverdienten Erholung von den schweren Arbeit für die Nacht brauchen. Ich verspreche ihm, dass ich den Platz sofort frei geben werde sobald ein Fischerboot meinen haben möchte. Vor dem Geschäft der Katerina tauschen wir unsere Telefonnummern aus, damit er mich jederzeit erreichen kann, falls es dazu käme. Damit ist er offensichtlich zufrieden und ich auch. Ich glaube, wir könnten Freunde werden. Er bietet mir sogar an, Fisch von einem Fischerboot um fünf Euro das Kilo vermitteln zu können. Naja, vielleicht, mal sehen.
Und nebenbei: Wenn ich das nächste Mal hier anlegen möchte, werde ich ihn anrufen und fragen, ob ein Platz für mich frei ist…
Das Geschäft der Katerina hat sogar am Sonntag Abend um 21:40h offen und hat sogar Bananen. Bei ihr an der Kasse liegt ein Foto von ihrer Familie. Sie erklärt mir voll Stolz, wer wer ist. Das ist total sympathisch! Die kleine Welt hier ist noch schwer in Ordnung.

08.06.2026 Montag
Astypálea / O. Maltezana
Als ich in der Fischtaverna bei meinem chirino brizola sitze darf ich staunen: Der öffentlich Bus fährt! Und das sogar pünktlich um 18:40h die letzte der vier Fahrten des Tages Richtung Chora.
Um die Füße zu vertreten gehe ich anschließend nach Schinunta hinüber. Und wieder eine Überraschung! Wo vor ein paar Jahren das Astifagia war, hat heute ein neues Lokal THE STOLEN LAMB TAVERNA geöffnet. Das dürfte sich herumgesprochen haben, denn es sind gar nicht so wenige Gäste da, unter anderen der Antonis. Einen Verdauungsouzo nach dem fetten Kotlett könnte ich schon vertragen. Es gibt Ouzo aber nur als karafaki, also in 200 ml-Flascherln. Na gut, geht auch. Er wird sehr liebevoll von den überaus bemühten jungen hübschen Kellnerinnen serviert.
Irgendwie wird der Chef, der sich sogar um den Eiswürfelnachschub kümmert, einen Bezug zu Zypern haben. Denn auf der Speisekarte stehen zahlreiche zypriotische Spezialitäten. Auf jeden Fall ist das ein cleveres Alleinstellungsmerkmal. USP wie ja wir Marketingexperten natürlich sagen.



09.06.2026 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Ich gehe in die neue Taverna in Schinunta und bestelle gegrillten Haloumi, Sheftalia und Pitabrot. Vom Hocker reißt es mich nicht. Aber als einziger Gast werde ich bestens bedient.
10.06.2026 Mittwoch
Astypálea / O. Maltezana
Der obere Wassertank ist leer, 134,7 l waren drin. Ich schalte wieder um auf Watermaker in den oberen, Wasser fürs Boot aus dem unteren Tank. Also in 7 Tagen 19,2 l per Tag gebraucht.
Als ich zum Abendessen ins Rodino gehe, sitzt Antonis mit einem italienischen Urlauber auf der Bank vor Katerinas Geschäft. Ich sage ihm, dass ich beschlossen habe, morgen Vormittag nach Livadi zu fahren. Das gefällt ihm sehr gut, denn er erwartet in den nächsten Tagen jede Menge Fischerboote (schon wieder…). Wir plaudern noch eine Weile und unter anderem sagt er, dass Tsipuro viel gesünder als Ouzo wäre, weil es keine Chemikalien enthält. Naja, dass Ouzo Chemikalien enthält, habe ich bisher nicht gewusst.
Ich gehe dann weiter und esse wieder Linguini mit dem sehr guten griechischen Fleischsugo.
Als ich zurück gehe, sitzt Antonis immer noch da. Im Geschäft kaufe ich zwei Karafaki Tsipuro und gebe ihm eines. Er ist sichtlich erfreut und bedankt sich so herzlich, dass er mir seine Visitenkarte überreicht und sagt, dass ich das nächste Mal, wenn ich daher komme, ihn anrufen soll, damit er wenn möglich einen Platz für mich reservieren kann – na bitte, besser gehts nicht!


11.06.2026 Donnerstag
10:18 Astypálea / O. Maltezana Karte Abfaht
10:55 Astypálea / O. Livadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:37 Strecke: 3,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten
Gerade als ich das Ablegemanöver anfange, kommt Antonis daher und „hilft“ mir mit den Leinen. In Anführungszeichen, weil ich eh keine Hilfe brauche, aber nett von ihm.
In Livadia ankern schon sieben Segelboote aber ich bekomme den Platz, der mir vorgeschwebt ist. Nämlich vor allen anderen auf 3,5 m Tiefe. Das erste Mal heuer schnorchle ich zum Anker und stelle zufrieden fest, dass er bestens im weichem Sand eingegraben ist und dass es keine Hindernisse für die Ankerkette gibt, falls der Wind drehen sollte. Was er im Laufe des Nachmittags mehrmals tatsächlich mit wenig Windstärke tut.
Nicht zufrieden stelle ich mit dem Fernglas fest, dass ich alleine praktisch keine Möglichkeit habe, mit dem Schlauchboot anlanden zu können ohne es, mich oder beide zu gefährden. Denn
1. gibt es hier immer eine leichte Dünung, die am Ufer eine Brandung erzeugt, zwar nur eine leichte aber genug um das An- und Ablanden zu erschweren.
2. ist der Schwimmbereich, in dem es einen schönen Sandstrand gibt an dem wir früher immer angelegt haben, durch eine neue gelbe Bojenkette quasi abgeriegelt. Es ist klar, dass man da mit keinem noch so kleinen Boot durchfahren darf.
3. der Rest des Ufers ist so steinig und felsig, dass da ein Anlanden überhaupt nicht in Frage kommt.
4. es gibt nur einen einzigen sehr kurzen und ziemlich hohen hölzernen Steg auf den ich alleine garantiert nicht unverletzt vom kleinen niedrigen Schlauchboot hinaufkraxeln könnte. Auch mit den viel größeren Schlauchbooten der anderen sieht das sehr mühsam aus.
Also obwohl mein Lieblingrestaurant nur 200 Meter entfernt ist, beschließe ich wieder mal selbst zu kochen und morgen in der Früh wieder nach Maltezana zu fahren. Mit dem öffentlichen Bus kann ich dann eh zu Para Thin Alos fahren.
17:21h ruft mich Antonis an und fragt, wie es mir in Livadia geht! Ich erzähle ihm das Obige (kürzer). Er bietet an, seine Boje zu nehmen und wenn ich um 8 Uhr ankomme, kommt er mit einem kleinem Boot entgegen und hilft mir. Ich bin perplex.

12.06.2026 Freitag
07:19 Astypálea / O. Livadia Karte Abfaht
08:00 Astypálea / O. Maltezana Karte
Zeit unterwegs: 00:41 Strecke: 3,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
Ich verlasse Livadia und werde mit dem Boot sicher nicht wieder herkommen solange die Anlandungsmöglicheiten so schlecht bleiben.
Die Morgensonne beleuchtet Chora mit Burgruine und den Hafenort Skala (=Pera Gialos) schön.
Kurz vor 8h nähere ich mich der Mooring von Antonis und er kommt in einem kleinen Motorboot mit seinem Hund entgegen. Schnell fädelt er das Bojenseil durch die Öse der Mooring und reicht es mir wieder herauf. Ich bedanke mich herzlichst und frage, ob die Mooring auch stark genüg ist. Ja natürlich und wenn ich will, könnte ich ein Jahr lang hier problemlos liegen. Na so lange wird es wohl nicht werden.
Es ist gut hier. Die Aussicht ist noch schöner als an der Pier und die Privatsphäre noch viel besser, sodass ich jederzeit nackt baden gehen kann. Was ich gleich für eine ausgiebige Rasier- und Duschgelbehandlung ausnütze. Bei der Gelegenheit schnorchle ich zur Mooring. So richtig vertrauensweckend sieht das Gewirr aus Kette und Tauen nicht aus, da nicht sichtbar ist, wie die am Grund verankert sind. Ich hatte mir einen großen Betonblock erwartet.
Mittlerweile sind die Temperaturen sommerlich geworden. 28°C in der Luft und 25°C im Wasser, in der Nacht kühlt es jetzt nicht mehr auf unter 20°C ab.
Am Nachmittag wird es wärmer, der Wind viel schwächer und kommt aus Süd. Ich traue mich mit der Drohne kurz zu fliegen und mache ein Foto. Wie man sieht, ist an der Pier noch viel Platz für die vielen ankommenden Fischerboote…
Im Blogbuch lese ich meine früheren Aufzeichnungen von hier (war schon an 122 Tagen hier oder in der unmittelbaren Nachbarbucht Schinonta) und lese, dass die bisher links liegen gelassene Imbissbude mal einen guten Club-Sandwich hatte. Also fahre ich um 18h an Land und bestelle einen. Keine Enttäuschung aber schwierig zu essen. Das dritte Drittel der Pommes schaffe ich nicht mehr. Die sind auch nicht besonders.
Dann wieder zum Boot und Kreuzworträtsel mit Martin per TeamViewer und Telefon lösen. Während des Abends frischt der Wind ordentlich auf. Vor dem Schlafengehen ziehe ich das Schlauchboot sicherheitshalber auf die Heckplattform.




13.06.2026 Samstag
Astypálea / O. Maltezana
Weil der Außenborder gestern anfangs gesponnen hat und immer wieder abgestorben ist, montiere ich die Sitzbank im Schlauchboot. Denn ohne ist rudern kaum möglich und alleine paddeln bei mehr Wind geht gar nicht, sollte der Motor während der Fahrt streiken.
Es ist tatsächlich viel Wind als ich an Land fahre. Aber der Motor brummt und der Anlandungsplatz mit Sandstrand ist perfekt ohne Wind oder Wellen – und sogar einer Laterne an der ich das Boot anbinden kann.
Ich nehme den öffentlichen Bus nach Livadi (vielleicht heißt der Ort am anderen Ende der Insel auch Livadia, aber egal). Kostet nun 3 Euro. Ich gehe etwas herum und besichtige die von mir vorgestern verschmähten Anlandungsplätze für Schlauchboote. Naja, ganz unmöglich sind sie nicht, wenn man zumindest zu zweit ist und einander helfen kann. Aber jedenfalls jämmerlich. Ein gscheiter Schwimmsteg wäre hier richtig. Aber wer auch immer für den komplett überdimensionierten Schwimmbereich, in dem eh kaum wer schwimmt, verantwortlich ist, hat sowieso keine Ahnung von den Bedürfnissen der hier ankern wollenden Skippern. Stattdessen gibt es einen tagsüber ständig besetzten hölzernen Baywatch-Turm und ein daneben liegendes jederzeit einsatzbereites Rescue Boat. Davor natürlich eine mit vielen gelben Bojen markierte „Fahrbahn“ für das Boot, damit es keinen Schwimmer überfährt, sollte es jemals ausrücken müssen. Das kostet im Jahr mindestens 100 Mal mehr als ein anlegesicherer Schwimmsteg kosten würde. Aber so sind Politiker eben.
Ich genehmige mir einen Ouzo im Allegro und gehe dann ins Para Thin Alos essen. Wieder supergut und nicht teuer. Der Sohn der hageren magenoperierten Wirtin serviert souverän.
Nach einem Einkauf im benachbarten Supermarkt fahre ich mit dem astibus zurück nach Maltezana als einziger Fahrgast.



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14.06.2026 Sonntag
Astypálea / O. Maltezana
Es orgelt ordentlich auch schon frühmorgens. Am Nachmittag ist es aber kein Problem, mit dem Schlauchboot an Land zu fahren. Ich habe vor, mit dem astibus nach Pera Gialos zu fahren, um mal was anderes zu sehen solange mein 10-Euro-24-Stunden-Pass noch gilt.
Während des Wartens auf den VW BUZZ plaudere ich ein wenig mit Antonis und darf ihn auf seinem Ausflugsboot fotografieren.
In Pera Gialos ist nix los. Im Yachthafen sind sogar noch ein paar Plätze frei. Ich setze mich ins Café Dapia auf ein Bier und fahre alsbald zurück, aber weiter bis nach Schinunta (oder Schinontas, wie es auf der Ortstafel steht).
Antonis sagte, ich müsste in The Stolen Lamb Tavern die Hausspezialität Kleftiko unbedingt probieren. Also bestelle ich das bei der pfiffigen Kellnerin, die schon das Wort „Aschenbecher“ von mir gelernt hat. Was daher kommt, sieht nicht sonderlich appetitlich aus, schmeckt aber sehr gut. 22 Euro für eine Lammkeule und zwei Erdäpfel finde ich aber schon etwas zu teuer.



15.06.2026 Montag
Astypálea / O. Maltezana
Nach zwei Tagen Starkwind ein wunderbarer Tag, den ich trotz ein paar Arbeitsaufträgen voll genießen kann. Ich will auch die Abendstimmung voll genießen und mache mir daher zwei Würsteln und einen Erdapfel statt an Land zu fahren. Ich staune wieder über die griechischen Erdäpfel. Riesengroß und tadellos auch nach einem Monat. Man muss sie nur lange kochen. Und der hiesige rote Zwiebel schmeckt roh dazu absolut köstlich.

16.06.2026 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Auch heute ein herrlicher praktisch windstiller Tag bevor morgen der Nordwind für mindestens 10 Tage ordentlich kommen soll.
Ich frühstücke an Land und kaufe bei Katerina was ein, unter anderem 1 kg Erdäpfel, also 3 Stück. Einen davon koche ich mir zum Abendessen. Mit ein paar Oliven dazu reicht er vollkommen aus.


17.06.2026 Mittwoch
Astypálea / O. Maltezana
Der untere Wassertank ist leer, 155,9 l waren drin. Ich schalte wieder um auf Watermaker in den unteren, Wasser fürs Boot aus dem oberen Tank. Also in 7 Tagen 22,3 l per Tag gebraucht gegenüber zuletzt 19,2 l. Also ich lerne schon langsam, Wasser zu verschwenden. Wobei ja der Watermaker bei jedem Rückspülvorgang ca. 6 l nach Beendigung des Betriebes benötigt. Daher ca. 16 l für mich per Tag. In Vorwatermakerzeiten waren es so um die 10 l.
Mit dem öffentlichen Bus fahre ich um 16:40h nach Livadi, um wieder hervorragend gut im Para Thin Alos zu essen. Um 19:30h fahre ich wieder zurück als einziger Fahrgast auf der ganzen Strecke. Ich genieße diese Fahrten im alten Bus mit dem sympathischen rundlichen Fahrer sehr. Eine Fahrt kostet mit drei Euro nicht viel mehr als eine Grottenbahnfahrt im Wiener Prater, dauert aber länger und ist viel spannender. Und die Aussichten sind natürlich viel schöner.
Öffentlicher Bus begegnet astybus
Ankunft in Pera Gialos
Ankunft in Chora
Ankunft in Livadi durch die Straße, die auch ein Flussbett ist
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Zurück bei Sonnenuntergang
Astypalea Busfahrt die schmalste Stelle, zuerst Meer links dann rechts
18.06.2026 Donnerstag
Astypálea / O. Maltezana
Nanu? Was ist da los! Nach dem Morgenschwimm kommt das Wasser aus der Dusche nur stoßweise und die Druckwasserpumpe kann den Abschaltdruck nicht erreichen und läuft dauernd mehr oder weniger.
Nach telefonischer Beratschlagung mit Patrick ist der Fehler gefunden: Beim Umschalten gestern habe ich den Kugelhahn für den unteren Tank nicht vollständig geschlossen. Ist auch eine ziemlich fizelige Angelegenheit, weil der Hebel so klein und schwergängig ist. In der Nacht ist also das Wasser langsam vom oberen in den unteren Tank geronnen und die Pumpe saugt zwar etwas Wasser aus dem unteren aber auch Luft aus dem oberen Tank. Nach sorgfältiger Umstellung auf Wasser aus dem unteren und Absperrung des oberen Tanks am 3-Wege-Ventil funktioniert wieder alles bestens. Was nicht alles eine nicht erfolgte Einmillimeterdrehung des Hebels bewirken kann!
Am Abend esse ich wieder im Rodino. Es gibt endlich Moussaka! Schmeckt himmlisch.

19.06.2026 Freitag
Astypálea / O. Maltezana
Der Tag fängt nicht gut an. Nach dem Morgenschwimm haue ich mir meine rechte Großzehe an der Kante der Heckplattform an. Aber ordentlich. Unter dem Nagel schießt Blut heraus. Ich bleibe eine Weile am Cockpitsüll sitzen und dusche immer wieder das Elend ab. Ist ja eh so gut wie keimfreies Wasser aus dem Watermaker. Als der Gusto nach einem Morgenkaffee überwältigend wird, wickle ich den Fuß in ein Handtuch, damit ich nicht das Boot versaue wenn ich zum Herd humple.
So weit so schlecht.
Als ich mir aber die zweite Tasse Nescafé machen will, geht das Gas aus. Ich bin echt sauer und habe keine Lust, die leere gegen die volle Gasflasche sofort zu tauschen. Ist ja auch nicht ganz einfach.
Natürlich hört die Blutung im Laufe des Vormittags auf und ich kann die Handtuch-Bandage entfernen. Die Zehe in irgend eine andere Art Bandage einzuwickeln scheint mir unmöglich und auch nicht notwendig. Ich sprühe sie halt mit octenisept ein und schmiere Betafusin drauf. Wird schon werden. Seltsamerweise tut die Zehe nach dem anfänglichen entsetzlichen Schmerz gar nicht mehr weh. Außer ich streife mit der Zehe irgendwo an. Ich bewege mich daher so wie sich die Stachelschweine vermehren – äußerst vorsichtig. Ich gehe auch nicht schwimmen und fahre nicht an Land.
Aber am Computer sitzen und was für LAUFEN arbeiten geht gut. (@Sarah: spätestens am Montag kommt das neue Preisblatt).
Ich versuche auch noch ein paar Mal meine vor einigen Tagen gestorbene Apple Watch wiederzubeleben. Leider vergeblich, das Display ist und bleibt schwarz.
Also ein echter „Black Friday“.
20.06.2026 Samstag
Astypálea / O. Maltezana
Die Zehe sieht zwar immer noch furchtbar aus, aber es scheint ihr schon besser zu gehen. Um 12:40h nehme ich den Bus nach Pera Gialos. An den Füßen jetzt die „Dr. Jürgens Antistress“- Sandalen, in denen die Zehen frei sind. (Nach meiner Erfahrung viel besser als die hochgelobten und teuren Teva-Sandalen.)
Damit geht es gut – im wahrsten Sinn des Wortes. Allerdings ist der steile Hatscher hinauf zur Apotheke in Pera Gialos, etwa halbwegs zur Chora, echt anstrengend und die Zehe rebelliert ein wenig. Ich kaufe Nachschub für octenisept und Betafusin sowie ein Hansaplast Sprühpflaster. Damit werde ich wohl über die Runden kommen.
Dann wieder um 14h mit dem Bus zurück. Dem erstaunten Fahrer erkläre ich, dass ich was in der Apotheke kaufen musste und seine Neugier ist gestillt.
Am Nachmittag mache ich ein FaceTime Telefonat mit meinen Freunden in Finnland. Sie feiern wie jedes Jahr in großer Runde „Midsommar“ mit „Sillis“. Midsommar ist wohl klar. Sillis = saloppe finnland-schwedische Bezeichnung für ein Essen mit verschiedenen Zubereitungen von Sill = Hering. Also Heringsschmaus auf „nordische Art“. Nordische Art = es werden jede Menge Schnäpse dazu getrunken und jeder Schluck wird bei allen gleichzeitig eingenommen und mit einem kurzen lustigen gemeinsamen Gesang eingeleitet.
Also sind sie sehr gut drauf und ich proste ihnen mit Ouzo zu. Sehr gerne wäre ich bei ihnen. Wir kennen einander und können miteinander schließlich schon seit 59 Jahren sehr gut.
Noch eine Anmerkung zum Sillis: Dazu gehört unbedingt „Nypotatis“, also einheimische heurige Erdäpfel. Die sind winzig klein, etwa von Kirschen- bis maximal Erdbeergröße, und schmecken wahnsinnig gut. In ganz Finnland gelten sie im Frühsommer als Saisonspezialität – zurecht. Die heurigen Erdäpfel in Österreich können ihnen nicht das Wasser reichen.
Am Abend gibt es Moussaka auch im Maltezana Mam. (Dass das Lokal den Zusatz „Mam“ hat, hatte ich bisher nicht am Radar.) Schmeckt lange nicht so gut wie vorgestern im Rodino. Dürfte nicht besonders frisch und mehrmals aufgewärmt worden sein, weil viel zu trocken. Aber der aufgeschnittene Paradeiser und die Oliven, die ich dazu bestelle, sind saftig und sehr gut.
21.06.2026 Sonntag
Astypálea / O. Maltezana
Um die Geburt des längsten Tages des Jahres beobachten zu können, stehe ich schon um 5 Uhr auf. Mit 21°C ist es nicht zu kalt. Der Wind ist mäßig. Die Farben verdrängen allmählich das Grau. Die Göttin Eos sendet ihre wunderschöne Morgenröte. Bis auf das sanfte Plätschern des Schlauchbootes in den kleinen Wellen und Möwenschreie weit entfernt ist kaum was zu hören. Sogar die Gockeln verzichten heute ausnahmsweise auf ihr Morgenkikerikikonzert. Was will man sonst mehr genießen?
22.06.2026 Montag
Astypálea / O. Maltezana
Gestern und heute von hier nichts zu berichten. Außer vielleicht, dass es hier überhaupt nicht heiß ist. Im Gegensatz zu Österreich wie ich lese und höre.
23.06.2026 Dienstag
Astypálea / O. Maltezana
Um 16:40h fahre ich wieder mit dem Bus, diesmal zur Chora. Das war unnötig. Denn ich will nicht in der prallen Nachmittagssonne ins Häusergewirr bzw. zur Festungsruine hinaufhatschen. Was anderes kann man um diese Zeit eigentlich nicht tun. Alle Geschäfte und fast alle Lokale haben geschlossen. In einem ergattere ich doch ein Bier. Ein paar wenige Touristen sind unterwegs, die Einheimischen machen offenbar Siesta. Dafür ist der Wind sehr wach und extrem lästig.
Als um ca. 18:30h ein paar Lokale am Hauptplatz langsam aufsperren, setze ich mich in eines, das mit „traditional Moussaka“ wirbt. Und was bekomme ich? – Moussaka in einem Tontopf, das im Ofen oder in der Microwelle glühend heiß aufgewärmt worden ist. Das mag ich überhaupt nicht. Nach 15 Minuten hat das Ding eine essbare Temperatur. Schmeckt fad und ist fetttriefend, reiner Touristennepp.
Um 19:40h fahre ich wieder mit dem Bus zurück als einziger Fahrgast. Es ist wieder der neue jüngere und schlankere Fahrer, der den alten OTOKAR Bus ohne Rücksicht auf Straßenschäden zu Höchstleistungen bringt und dabei ständig telefoniert – immerhin mit Freisprechfunktion.
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24.06.2026 Mittwoch
Astypálea / O. Maltezana
Ich ändere meine Watermaker-Strategie: Im oberen Tank müssten jetzt so an die 150 Liter sein. Die lasse ich als Reserve. Watermaker liefert nur mehr an den unteren größeren Tank und von dort wird auch das Wasser fürs Boot entnommen. Also nix mehr umstellen. Aber vor Inbetriebnahme am Wasserzähler nachschauen, wie viel seit der letzten Füllung verbraucht worden ist und mindestens die entsprechende Menge nachproduzieren.
25.06.2026 Donnerstag
Astypálea / O. Maltezana
Ich darf wieder für meine Kunden arbeiten, „Badezimmer“ putzen und Nägel schneiden. Der Nagel der Großzehe wackelt, scheint langsam abgestoßen zu werden. Ich bin neugierig, wie der Körper das reparieren wird. Der Schmerz bei irgendwo damit anstreifen – was im Schlaf unvermeidlich ist – ist erträglich geworden.
26.06.2026 Freitag
Astypálea / O. Maltezana
Ein sehr schöner Tag mit wenig Wind. Ich bleibe an Bord und esse Feta mit Oliven und einen halben Erdapfel der Sorte „Megalo“. Mehr schaffe ich nicht. Am Abend Kreuzworträtsellösen mit Martin.
27.06.2026 Samstag
Astypálea / O. Maltezana
Wieder mal Wasser im Boot! Zwar nicht viel aber wenig ist auch zu viel. Beim Ablesen des Wasserzählers sehe ich eine kleine Lacke. An der Unterseite der Kupplung zwischen Pumpe und Wasserzähler spüre ich Nässe – aha! Zum Glück ist die Stelle leicht erreichbar und der Wasserzähler einfach abzunehmen. Die Dichtungen sind wirklich schon sehr eingedrückt. Nach Austausch montiere ich den Wasserzähler wieder und tunke das Lackerl auf. Erledigt! denke ich. Aber nein, nach einer Stunde ist das Lackerl wieder da. Jetzt tausche ich auch die Kupplung und die Dichtungen auf der anderen Seite des Wasserzählers aus und hoffe, dass jetzt alles dicht ist. Als Tröpfchendetektiv lege ich ein Blatt Haushaltspapier unter dem Ensemble und warte. Nach einer weiteren Stunde ist das Papier immer noch trocken. Also geschafft.
Und wenn ich schon auf Wasserjagd bin, schaue ich in die Bilgen – uiuiui, in beiden ist Wasser! Ich tunke es mit einem Schwamm auf, bb ca. ein halber Liter stbd 2,5 Liter. Das Wasser bb war wahrscheinlich von meinem Badputzen, aber stbd ist nicht so klar. Ich vermute, dass es Kondenzwasser vom Kühlschrank ist, das in die Bilge geleitet wird. Jedenfalls mache ich den Stopfen im Kühlschrankboden zu. Wenn sich genügend Wasser im Kühlschrank gesammelt hat, werde ich den Stopfen wieder ziehen und in der Bilge nachschaun.
Als ein Optimist am Boot lautlos vorbei segelt, muss ich daran denken, wie friedvoll es hier im Vergleich zu Kefalos ist, wo die Surfer knapp am Boot vorbei rattern und die Wasserspaßmotorboote Krach und Wellen machen.

Als ich an Land fahre entdecke ich was Neues. Eine hochmoderne Versorgungssäule für Wasser und Strom ist auf der Pier errichtet worden. Daher also der Krach und die Staubwolke vorgestern. Eine stark kurvige Bikinischönheit duscht sich mit dem Wasser aus der Säule. Beides hier zuvor noch nie gesehen…

Die Säule funktioniert der Beschreibung nach nur mit RFID-Karten, die man wohl irgendwo kaufen und mit einem Guthaben aufladen kann. Ich teste das, indem ich einen Wasserhahn aufdrehe. Ohne Karte kommt auch Wasser heraus. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis das Ding wie vorgesehen funktioniert (wie alles in Griechenland). Wer am Ende der Pier liegt, braucht dann schon an die 70 Meter Schlauch bzw. Stromkabel. Mir aber egal, denn Wasser oder Strom brauche ich ja nicht aus einer Säule solange ich den Hochdruckreiniger nicht in Betrieb nehme.

Das Rodino wird mir immer sympathischer. Das Ambiente hat viel von einer traditionellen Taverna, die Wirtsleute sind wirklich nett und das Essen gut. Heute „nur“ ein Pork Souvlaki Pita. Schmeckt, reicht aus und kostet heiße 4 Euro. Und bargeldlos zahlen geht auch.
28.06.2026 Sonntag
Astypálea / O. Maltezana
Ein letzter wunderbarer Tag in Maltezana. Am Abend esse ich wieder mal in Maltezana Mam ein chirini brizola.
Dann kaufe ich bei Katerina eine Flasche Tsipouro. Nicht für mich, sondern für Antonis als Dank für die Benützung seiner Mooring. Er selbst ist nicht da. Aber Katerina verspricht, ihm die Flasche zu geben. Das wird schon gut ankommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich wieder irgendwann an seiner Mooring willkommen bin. Garantiert wird das wieder sein. Denn so rundum wohl wie ich mich hier gefühlt habe, hatte ich in Griechenland noch nie. Sogar komplett mücken- und fast fliegenfrei die ganze Zeit.

29.06.2026 Montag
09:30 Astypálea / O. Maltezana Karte Abfahrt
14:47 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:17 Strecke: 36,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten
Obwohl mäßiger Wind vorhergesagt war, ist er gar nicht so mäßig. Er kommt aus NW mit 20 und mehr Knoten, zeitweise bis zu 27. An sich ein idealer leicht achterlicher Segelwind. Aber bei dem doch recht hohen Wellengang traue ich mich nicht, Segel zu setzen. Sollte dabei irgendwas nicht perfekt funktionieren oder ich auf dem Deck das Gleichgewicht verlieren würde, möchte ich schon eine zweite Person an Bord haben, die zumindest das Boot steuern kann. Man wird halt vorsichtiger mit dem Alter. Also düse ich mit den Motoren dahin und erreiche Kefalos mit einer sensationellen Durschnittsgeschindigkeit von 6,8 Knoten. Mit Segeln wäre es nicht schneller gegangen, hätte aber Diesel gespart. Nun wurden 19 Liter verbraucht. Na gut, habe sowieso vor, am 15. Juli in der Lakki Marina nachzutanken, und bis dahin habe ich genug.
Ich ankere jetzt 250 m vor dem Hafen direkt vor der Autovermietung Dimitris und dem Café Sunlight. Vor dem Kefalos Market war es mir zuletzt zu laut und zu viele Mücken.
Der Grund, warum ich jetzt nach Kefalos gefahren bin, ist Vasilis, ein Grieche etwa in meinem Alter, der in Thessaloniki lebt, in Graz Bauingenieur studiert hat und den ich vor 12 Jahren hier kennen gelernt habe. Wir haben uns dann jedes Jahr hier getroffen, weil er im Sommer Dienst am Flughafen Kos hatte. Aber seit 6 Jahren nicht mehr, weil er pensioniert wurde. Nun macht er hier 10 Tage alleine Urlaub.
Wir treffen uns um 17:30h in der Taverna Kamari, angeschlossen an des kleine Geschäft der Imkerfamilie, die hier auch den berühmten Thymianhonig verkauft, wie auch an der Straße zum Flughafen. 5.000 kg Honig produzieren ihre Bienen im Jahr, sagt Vasilis.
Die Unterhaltung ist wieder gut wie auch das Essen. Vasilis – obwohl Grieche – beklagt sich über die extrem unbequemen traditionellen griechischen Sesseln. Also verlegen wir uns ins Sunlight für weitere Diskussionen. Um 21h machen wir Schluss und verabreden uns für morgen.
Auf dem Heimweg mache ich ein Foto vom mir sympathischen Cavos, das Vasilis aber aus irgend einem Grund nicht mag.

30.06.2026 Dienstag
Kos / Kefalos, Kamari
Um 19h treffe ich mich mit Vasilis im Sunlight. Ich habe Hunger aber er hat schon gegessen und hat für später hier ein Treffen mit seinem Freund Babis vereinbart. Also bestelle ich ein Club Sandwich Tuna. Wir unterhalten uns gut auf Deutsch. Auch über das Santa Barbara Restaurant, das seit dem vorigen Jahr geschlossen ist. Romos, eigentlich Prodromos, der Inhaber ist angeblich in Amerika. Vasilis schreibt ihm eine Mitteilung auf Facebook. Keine 30 Sekunden später meldet sich Romos via Facebook Videocall! Großes Hallo und Romos bestätigt, dass er in New York ist, wo er ein Lokal betreibt und auf eine bessere Betreuung seines behinderten Sohnes als in Griechenland hofft. Naja, wird wohl nicht der einzige Grund gewesen sein, warum er Griechenland und sein an sich gut gehendes Restaurant verlassen hat.
Als ich fast fertig gegessen habe, kommt Babis daher. Ein sehr netter und rüstiger 85-jähriger Einheimischer, der ein paar Häuser weiter wohnt. Der aber leider nur Griechisch spricht. Die Unterhaltung wechselt die Sprache. Ein paar Mal übersetzt Vasilis was, aber mir wird es zu mühsam und langweilig und die Müdigkeit packt mich. Ich verabschiede mich daher um 20:30h und fahre zurück zum Boot.
Nach einem erfrischenden Meeresbad kann ich den Abend bei einem wunderbaren Vollmondaufgang ausklingen lassen.

01.07.2026 Mittwoch
Kos / Kefalos, Kamari
Vasilis und ich essen am Abend im Sebastians und unterhalten uns gut aber etwas mühsam, weil Vasilis ziemlich schwerhörig geworden ist und sich weigert, Hörgeräte anzuschaffen. Von der Patisserie hat er mir zwei Spezialitäten mitgebracht, die ich den kommenden Tagen essen soll. Ich revanchiere mich indem ich das Essen bezahle.
02.07.2026 Donnerstag
06:59 Kos / Kefalos, Kamari Karte
12:17 Léros / Lakkí Kuluki Karte
Zeit unterwegs: 05:18 Strecke: 34,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Sämtliche Prognosen sagen für heute Wind bis max. 10 Knoten für die ganze Etappe voraus. Kaum habe ich den Ankerplatz verlassen, kommt aber der Wind aus NW mit bis zu 20 Knoten daher während ich südwärts zur Südspitze von Kos fahre. 20 Minuten später ist der Wind weg. Ich bin sehr neugierig, wie der Wind sein wird, nachdem ich die Südspitze umrundet habe.
Nach exakt 40 Minuten erreiche ich die Südspitze. Am Horizont sind keine großen Wellen zu sehen. Nur hier und da ein kleiner weißer Wellenkamm. Der Wind kommt mit 13 Knoten entgegen und macht moderate Wellen. Die Fahrgeschwindigkeit verringert sich um 0,5 Knoten auf etwas über 6. Wenn es zumindest so bleibt, bin ich glücklich.
Es bleibt nicht so, sondern wird besser. Die Windprognosen hatten doch recht. Ich komme gut voran und kann mit der gestrigen Abendtätigkeit fortsetzen, nämlich die gehackte Firmenwebsite reparieren. Dabei unterhalte ich mich bestens mit chatGPT und bekomme jede Menge Ratschläge.
In Kuluki ankern schon viele Segelboote. Der Stammplatz ist nicht frei, aber ein Platz ganz im Westen vor dem Segelklub ist auch gut. Obwohl ich nicht den Anker auf 7m Tiefe mit der Taucherbrille kontrollieren kann. Das Wasser ist zu trüb.
Aus einem vollständigen Backup vom 22. Juni kann die die WordPress-Site wiederherstellen. Aber nervig, weil die Down- und Uploadgeschwindigkeiten per FTP extrem langsam sind.
Am Abend nehme ich mir einen Ouzo me Meze in La Palma bevor ich ein Pita Souvlaki in I Thraka esse.
03.07.2026 Freitag
Léros / Lakkí Kuluki
Ich muss sagen, dass Kuluki nicht mehr mein Lieblingsankerplatz ist. Lieber wäre ich wieder im beschaulichen, ruhigen und wenig frequentierten Maltezana an der Mooring von Antonis. Hier ankern jetzt 10 Segelboote, d.h. es ist voll. Alle Boote wackeln etwas in den kleinen Wellen, die vom Westen daherkommen auch wenn der Wind nicht stark ist. Und wenn ein größeres Motorboot, insbesondere eines der Küstenwache, vorbeifährt wackeln alle sehr. Was mindestens jede Stunde der Fall ist. Von der Blue Star Fähre gar nicht zu sprechen, die jetzt wieder in Lakkí anlegt, aber nicht täglich.
Der Wind war heute tagsüber auch sehr nervig. Er hat ständig Richtung und Stärke gewechselt und hat die Boote Karussell fahren lassen.
Als sich ein türkisches Gulet noch dazu klemmt und direkt neben mir ankert, bin nicht wirklich begeistert. Es fährt mit seinen johlenden englischen Gästen aber für die Nacht in den Hafen. Und apropos Johlen: Der 120 m entfernte kleine Stand vor dem Segelklub dürfte auch für Kleinkinder ideal sein…
04.07.2026 Samstag
Léros / Lakkí Kuluki
Wieder ein Problem mit meinen Webseiten: Statt sie im Browser anzuzeigen, kommt nur „File not found“. Ja, gestern habe ich für die Blodughadda Website, also dieser, ein neues Plugin installiert, das die Darstellung beschleunigen soll. Vielleicht hat das damit zu tun. Aber warum sind dann auch meine beiden Firmen-Websites betroffen? Ich schreibe ein Ticket an den Provider hosttech und unterhalte mich mit chatGPT. Von hosttech höre ich vier Stunden lang nichts und chatGPT schwafelt nur und tut so als ob er alles wüsste. Was er aber nicht tut.
Auf der Administrationsseite für Websites & Domains von hosttech ändere ich dann nur die PHP Version von 8.3.31 auf 8.5.7 und siehe da: Alles funktioniert wieder! Die Idee hätte chatGPT auch haben können.
05.07.2026 Sonntag
Léros / Lakkí Kuluki
Der normale Sommerwind aus NNW ist schon seit ein paar Tagen da und wird laut Prognosen zumindest die nächsten 14 Tage anhalten: Bis ca. 15 Uhr moderater Wind und dann ein starker bis nach Sonnenuntergang, manchmal die ganze Nacht. Da ist Kuluki wieder gut. Es kommen keine Wellen herein und der Platz bekommt weniger Wind ab. Allerdings auch nicht wirklich wenig.
Zum Abendessen fahre ich an Land und esse – nach einem Ouzo me Meze in La Palma – in SouVlakki eine Kotobeikon Pita. Ist gut, günstig und ausreichend. Aber das Ambiente und die Bedienung sind nicht so gut.
Als ich fertig gegessen habe, sehe ich Flammen auf der anderen Buchtseite gleich links vom Flüchtlingscamp. Es ist offenbar ein kleiner Waldbrand. Im starken Wind frisst er sich schnell nach unten und nimmt mächtig zu. Zum Glück in eine Richtung, in der es keine Bebauung gibt. Ein größeres und ein kleines Feuerwehrauto sausen mit Sirenen vorbei. Und offenbar gehören die 5 – 6 Männer auch zur Feuerwehr, die auf ihren Moppeds hupend vorbeirasen. Allerdings wird diese Truppe den Brand niemals löschen können. Aber der Wald dort ist nicht groß und der Brand wird bald keine Nahrung mehr finden.

06.07.2026 Montag
Léros / Lakkí Kuluki
Fast den ganzen Tag programmiere ich das Hausverwaltungsprogramm 1bisX, nämlich die PDF-Ausgabe aus dem Modul AbrechnungPlus.
Dazwischen beobachte ich eine neue hier noch nie gesehene Fähre. Internet gibt Auskunft: Die Reederei ist normalerweise im Ionischen Meer unterwegs. Die Blue Star Ferries, die in dieser Gegend unterwegs sind, dürften die SMYRNA DI LEVANTE ausgeborgt haben, wie auch deren Buchungsportal bestätigt.
Am Abend mache ich mir wieder einen Erdapfel und eine Wurst, aber diesmal mit einem guten Paradeiser-Zwiebel-Salat.
Dann kommt eine extrem starke Windbö, die das Solarmodul an der Reling wieder mal mit einem Krach herunter klappen lässt. Jetzt egal, die Sonne scheint heute sowieso nicht mehr.

07.07.2026 Dienstag
Léros / Lakkí Kuluki
Ich programmiere wieder den ganzen Tag und bin danach sehr zufrieden. Jetzt darf Thomas testen und dann Feedback geben.
Dazwischen verschnüre ich das Solarmodul an der Reling auf neue Weise in der Hoffnung, dass es jetzt „sturmfest“ ist.
Am Abend gehe ich wieder ins Café La Palma. Ich mag dieses Lokal sehr. Alles passt, nettes Ambiente, gute Bedienung und günstige Preise. Bestellt man ein Glas Ouzo mit Eis um 3 Euro, bekommt man ein ganzes Menü, siehe Foto. Mit einem guten Club-Sandwich danach habe ich genug gegessen.


08.07.2026 Mittwoch
Léros / Lakkí Kuluki
Die Boote der Küstenwache fahren wieder hin und her. Insgesamt gibt es davon fünf in Lakkí, allesamt mächtige Wellenverursacher. Ich fotografiere das größte davon, auf dem ich schon aufgefischte Flüchtlinge beobachtet habe. In dem Fall hat die Besatzung Masken vor Mund und Nase.
Im Gegensatz dazu hat die Hafenpolizei kein einziges Boot, nicht mal ein winziges, sondern nur Autos. Muss ihrer Meinung nach ein ankerndes Boot den Platz wechseln (weil im Weg für die Fähren oder zu nahe am Strand), stellt sich also ein Auto am Ufer bzw. auf dem Fähranleger hin und versucht mit Blaulicht, Hupen und Tröten die Aufmerksamkeit der betroffenen Yacht auf sich zu lenken. Und dann gestikulieren und schreien die Beamten entsprechende Anweisungen. Schon oft beobachtet und voriges Jahr auch selbst betroffen. Wahrscheinlich versuchen die auch per VHF Kontakt aufzunehmen. Aber wer hat schon den Funk beim Ankern eingeschaltet.
Mit einem Böötli ginge das einfacher. Aber der Griechische Staat wird es sich wahrscheinlich nicht leisten können, alle Hafenpolizeistationen mit Booten auszustatten. Es gibt ja unzählige davon. Andererseits könnte zumindest hier die Hafenpolizei die Küstenwache um Amtshilfe bitten, deren Boote ja ohnehin dauernd hin und her fahren. Vermutlich wäre aber dafür ein Antrag in dreifacher Ausfertigung und dessen Genehmigung nach drei Wochen notwendig. Die griechische Bürokratie ist wahrscheinlich die ärgste in Europa, weil sicherlich auch die älteste.
Der Wind ist nicht mehr stark. Ich lasse die Drohne wieder mal fliegen und mache einige Fotos.
Am Abend esse ich Bifteki mit Ei im I Thraka. Finde ich besser als das SouVlakki mit praktisch identischer Speisekarte. Man sitzt nicht auf dem Gehsteig und die Bedienung ist aufmerksamer.







09.07.2026 Donnerstag
Léros / Lakkí Kuluki
Das erste Mal heuer schlafe ich die ganze Nacht im Cockpit auf den neuen Matratzen. Zeitig in der Früh ist es komplett windstill. Aber von Stille kann keine Rede sein. Um 3:40h legt die Blue Star Fähre aus Piräus an. Eine Stunde später macht ein Mordstrum von Kriegsschiff ein irres Getöse bevor es in der Bucht ankert. Dann kommt das Tankstellenversorgungsschiff EKO 2 mit kaum weniger Geräuschentwicklung. Also hier werde ich nur mehr wieder in der Kajüte schlafen.
Um 17h fahre ich zum Dinghy-Steg in Lakki, gehe mit einem Lidl-Sack Wäsche zur Wäscherei Dimitris und hole die zwei, die ich vorgestern hingebracht habe, ab. 19 Euro darf ich zahlen. Obwohl es nicht weit ist, ist es nett von Dimitris, die zwei Säcke mit dem Moped zum Steg zu bringen.
In fünf Minuten gehe ich zum famosen Obst- und Gemüsegeschäft TA KORÁKIA (FRUIT MARKET OF LEROS steht auf der Rechnung, die man auch perfekt mit Karte zahlen kann, wie fast schon überall). Um € 10,54 bekommt man ganz schön viel.
Nachdem ich auch diesen Lidl-Sack (ich habe fünf Stück aus Österreich mitgebracht) auf dem Schlauchboot verstaut habe, kommt schon Paul auf dem Mopped daher. Er hat sein Segelboot PATRICIA auch in Partheni bei Moor & Dock über den Winter stehen gehabt und ist gestern um 18:45h mit dem Flugzeug aus Athen in Leros ein paar Hundert Meter von seinem Boot gelandet. Sehr praktisch, wenn der Wind das Landen möglich macht, was ziemlich oft nicht der Fall ist.
Wir kennen einander schon lange und haben ausgemacht, dass er mich chauffiert, damit wir in Dimitris o Karaflas in Spilia essen können – zu Fuß ist mir der Weg zu weit. Im Gegensatz zu vorigem Jahr bin ich nicht begeistert. Ohne Reservierung bekommt man keinen Tisch auf der schönen Terrasse mit der tollen Aussicht obwohl dort so früh am Abend praktisch alles frei ist. Das Bedienungspersonal ist komplett neu und statt der zwei älteren, sehr kompetenten und lustigen Kellnern schwirren jetzt junge Burschen herum, die kaum Englisch sprechen und überhaupt keinen Schmäh drauf haben. Sie können nicht einmal erklären, was ein Bekri Meze ist. Aber das Essen ist sehr gut und nicht überteuert.
Wir unterhalten uns bestens und natürlich ausführlich über Watermaker. Aufgrund von Pauls Erzählungen voriges Jahr über den seinen, habe ich mich überhaupt entschlossen, auch einen anzuschaffen. Wir sind uns einig, dass ein Watermaker die Lebensqualität auf dem Boot enorm verbessert.
Er bringt mich wieder zurück, wobei ich gestehen muss, dass ich mich auf dem Sozius nicht besonders wohl fühle. Ich war zuvor noch nie in der passiven Rolle auf einem Zweirad. Es geht aber gut indem ich einfach die Augen schließe und mich wie ein Mehlsack verhalte.
Zurück auf dem Boot stelle ich fest, dass mein Stamm-Ankerplatz frei ist. Also verlege ich das Boot etwa 100 Meter Richtung Nordost, wo der Wind und die Wellen etwas geringer sind.
10.07.2026 Freitag
Léros / Lakkí Kuluki
Weil ich mir gestern eine kleine aber schmerzende Schürfwunde auf dem rechten Fußballen zugezogen habe, mag ich heute keine Schuhe anziehen. Also bleibe ich auf dem Boot und desinfiziere und schmiere sie immer wieder mit Betafusin ein. Der beschädigte Nagel an der großen Zehe tut nicht mehr weh, steht aber leicht in die Höhe und wackelt.
Da alle meine Kleidungsstücke jetzt gewaschen sind, mache ich Inventur und überlege, was ich wirklich auf dem Boot brauche und packe die restlichen in einen Lidl-Sack zum Mitnehmen nach Hause.
11.07.2026 Samstag
Léros / Lakkí Kuluki
Die Gwandinventur wird mit Beates Sachen fortgesetzt. Ich schreibe ihr eine Liste, damit sie weiß, was sie nicht mitnehmen muss, wenn sie am Dienstag hierher kommen wird (falls die kleine Propellermaschine auf Leros landen kann – es sieht nicht danach aus, weil der Wind am Dienstag um 18-19 Uhr sehr stark sein soll).
In meiner Kiste mit warmen Sachen befindet sich eine ganze Menge, die ich in den letzten 10 Jahren nicht verwendet habe. Bis auf einen schönen Pullover, den ich nach Hause mitnehmen werde, packe ich alles in einen Müllsack zum wegschmeißen. Na gut, die vier Paar Socken werden verschont. Vielleicht krieg ich doch noch irgendwann kalte Füße.
12.07.2026 Sonntag
Léros / Lakkí Kuluki
Ich räume weiter auf. Am Abend esse ich ausnahmsweise eine kleine Pizza in Kuluki Pizza. Schmeckt gut und ist ausreichend.
13.07.2026 Montag
Léros / Lakkí Kuluki
Die Innenreinigung beginnt mit Pantry inklusive Herd putzen. Leider ist der Rost auf dem Herd schon so verrostet, dass er sich nicht einmal mit der Drahtbürste wieder glänzend zeigt. Dann die schon sehr staubigen Fußböden, bei denen sich der Swiffer-Wischer mit nassen Wischtüchern wieder bewährt. Wo der nicht hinkommt bzw. nicht ausreichend reinigt wische ich mit einem Schwammtuch nach. Dabei zeigt sich wieder wie nützlich der Watermaker ist: Sobald das Wischwasser im kleinen Kübel grau wird, tausche ich es gegen frisches. Es gibt ja jetzt genug davon.
Um 18:25h beobachte ich auf Flightradar24 ob das kleine Flugzeug aus Athen auf Leros landen kann obwohl der Wind recht stark ist. Es kann. Hoffentlich morgen auch obwohl der Wind noch zunehmen soll.
Dann bringe ich wieder einen vorläufig letzten Sack Wäsche in die Wäscherei Dimitris und hole den vorletzten ab. Bei Piperis kaufe ich 10m gelbes Schwimmseil fürs Schlauchboot, weil das bisherige vom Salz schon sehr steif geworden ist. Ja gut, könnte man waschen. Aber die 7 Euro ist es mir für ein neues wert und es ist außerdem länger als das bisherige. Einen Teleskop-Bootshaken um 13 Euro kaufe ich auch. Ist wahrscheinlich unnötig, aber einen in Reserve bzw. im Schlauchboot zu haben, ist mir den Preis auch wert.
Nach einem Essen in I Thraka treffe ich mich mit Paul in La Palma auf ein Ouzo-Menü. Es werden zwei und wieder eine sehr angenehme Plauderei. Er war noch nie in La Palma. Es gefällt auch ihm gut und er wird wieder kommen. Sein Sohn Valentin wird später mit der Fähre aus Kos ankommen. Bevor die Fähre um 22:30h ankommen wird, verabschieden wir uns auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.
14.07.2026 Dienstag
Léros / Lakkí Kuluki
Um 10h treffe ich mich mit Inge und Toni zum Frühstück in La Palma. Den Hochdruckreiniger habe ich auch dabei, damit sie ihr Boot damit abspritzen können. Dann kaufe ich was ein für den Abend.
Mit Spannung beobachte ich den Flug OA32 auf Flightradar24, mit dem Beate unterwegs ist. Der Wind ist auch heute gnädig und das Flugzeug kann landen, Hurra!
15.07.2026 Mittwoch
14:20 Léros / Lakkí Kuluki Karte
14:40 Léros / Lakkí Marina Karte
Zeit unterwegs: 00:20 Strecke: ,3 Seemeilen Ø Fahrt: ,9 Knoten
Wie die Nacht ist der Morgen stürmisch. Das Solarmodul ist wieder heruntergeklappt. Also war meine neue Verschnürung doch nicht sturmfest. Wir beobachten, dass ein nahe bei uns ankerndes Segelboot jetzt weit draußen ankert. Der Anker hat offenbar nicht gehalten und erst in der Einfahrt zum Hafen wieder gegriffen. Wir wundern uns darüber, dass es nicht den Anker lichtet und wieder näher zum Ufer ankert. Als der Marinero Kiriakos einen Taucher mit dem Schlauchboot hinbringt, wird es klar: Der Anker sitzt fest. Ich vermute, dass er sich im Wrack der Vassilissa Olga verhakt hat, das hier irgendwo auf Grund liegt.
Das Leihauto von Giannakos, das Beate gestern am Flughafen übernommen hat, soll gegen ein anderes getauscht werden. Um 10h ruft er an, dass er in 10 Minuten da sein werde. Ich fahre mit dem Schlauch zum Kuluki Strand und wir tausche die Autoschlüssel. Den neuen Fiat Panda soll ich nicht im Hafenbereich, sondern auf dem Parkplatz davor abstellen. Die Hafenpolizisten seien in der Hinsicht ganz streng („crazy“) geworden.
Kurz vor 12h kommt Kiriakos vorbei und sagt, dass es noch etwas dauern wird, bis wir in der Marina anlegen können. Es muss zuerst ein Boot ablegen. Kurz nach 14h bekomme ich einen Anruf, dass der Platz jetzt frei wäre. Wir fahren sogleich los und können problemlos gegen den doch starken Wind einen guten Platz bekommen. Marinero Giorgios hilft dabei.
Beate fährt zum Einkaufen los und ich lege los mit dem Hochdruckreinigen des Decks.
Um 19h treffen wir uns mit Inge und Toni und deren englischen Bekannten Paul und Ann im La Palma. Sie haben ihr Boot JACANDA auch bei Moor&Dock. Gerade als ich bezahlt habe, sehe ich schon die Diagoras in die Bucht herein fahren. Wir verabschieden uns schnell und eilen zum Fähranleger, um Vivienne und Florian in Empfang zu nehmen, die aus Samos ankommen. Wir gehen zum Boot und dann ins I Thraka essen. Beate und ich haben schon gegessen, aber die jungen Leute haben Hunger.
Zurück auf dem Boot packt mich die Müdigkeit und Beate darf die Gäste in die Geheimnisse des Bootslebens (Klo!) einweihen.
2 Kommentare Empfänger "2026-05-22 Tom"
#1 Kommentar Von Robert am 2026-07-19 um 12:07 Uhr
Man merkt, du bist beschäftigt. Die letzten 5 Tage keine neuen Einträge im Blog. ;-)
Μια υπέροχη στιγμή.
Παππούς Σκαντζόχοιρος
#2 Kommentar Von Tom am 2026-07-19 um 15:38 Uhr
Servus Robert.
Das liegt vermutlich am Cache. Mit erzwungenem Seite-Neu-Laden sollten die neueren Törnberichte auch in der Inhaltsspalte aufscheinen.
LG Tom