{"id":1199,"date":"2018-08-20T01:08:27","date_gmt":"2018-08-19T23:08:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/?page_id=1199"},"modified":"2018-08-20T01:10:44","modified_gmt":"2018-08-19T23:10:44","slug":"2008-08-27-kos-leros-mit-wk","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/toernberichte\/2008-2\/2008-08-27-kos-leros-mit-wk\/","title":{"rendered":"2008-08-27 Kos &#8211; Leros mit WK"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/toernberichte\/2008-2\/2008-08-27-kos-leros-mit-wk\/print\/\" title=\"Beitrag drucken\" rel=\"nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"WP-PrintIcon\" src=\"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/wp-content\/plugins\/wp-print\/images\/printer_famfamfam.gif\" alt=\"Beitrag drucken\" title=\"Beitrag drucken\" style=\"border: 0px;\" \/><\/a>  Aktualisierung 20.08.2018 01:52:48 Anzahl Tage: 15<br \/>\n<a href=\"#2008-08-27\">27.08.2008 Kos Nord \/ Marina<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-08-28\">28.08.2008 Kos Nord \/ Marina<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-08-29\">29.08.2008 Kos \/ Marina &#8211; Ps\u00e9rimos \/ O. Vathy &#8211; K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-08-30\">30.08.2008 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-08-31\">31.08.2008 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos &#8211; L\u00e9ros \/ O. Xir\u00f3kampos &#8211; L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-01\">01.09.2008 L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li &#8211; Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 &#8211; Lipsi \/ Hafen<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-02\">02.09.2008 Lipsi \/ Hafen<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-03\">03.09.2008 Lipsi \/ Hafen &#8211; Ark\u00ed \/ Tigan\u00e1ki<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-04\">04.09.2008 Ark\u00ed \/ Tigan\u00e1ki &#8211; M\u00e1ratho<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-05\">05.09.2008 M\u00e1ratho &#8211; Ark\u00ed \/ O. Aug\u00fasta (Hafenbucht) &#8211; M\u00e1ratho &#8211; Patmos \/ O. Melo\u00ef<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-06\">06.09.2008 Patmos \/ O. Melo\u00ef<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-07\">07.09.2008 Patmos \/ O. Melo\u00ef &#8211; L\u00e9ros \/ N. Arch\u00e1ngelos Ankerbucht<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-08\">08.09.2008 L\u00e9ros \/ N. Arch\u00e1ngelos Ankerbucht &#8211; L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-09\">09.09.2008 L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA<\/a><br \/>\n<a href=\"#2008-09-10\">10.09.2008 L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA<\/a><\/p>\n<p>Crew:<br \/>\nT\u00f6tterstr\u00f6m Tom<br \/>\nKickinger Wolfgang<\/p>\n<p>Gesamt T\u00f6rn:<br \/>\nZeit unterwegs: 75:04 Strecke: 77 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 1 Knoten<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-08-27\">27.08.2008 Mittwoch<\/strong><br \/>\nKos Nord \/ Marina<br \/>\nEs dauert nat\u00fcrlich lange, bis das Gep\u00e4ck von Wolfgang auf dem F\u00f6rderband liegt. Aber Hauptsache es ist mitgeflogen. Alle drei und alles Gep\u00e4ck haben gerade noch Platz im Auto. Wir fahren nach Kefalos, ganz im Westen von Kos. Am Programm steht Zeit vertreiben bis Beate abfliegt. Sie ergattert eine der vielen freien und kostenlosen Strandliegen und Wolfgang und ich mieten ein Nacra-Sportkatamaran beim Dirk Trio von Cat Adventures, was ich schon einige Male gemacht habe. Mit Wolfgang im Trapez macht es wieder gro\u00dfen Spa\u00df, vor dem Strand hin und her zu flitzen. Es ist aber recht anstrengend, weil der Wind so b\u00f6ig ist. Nach einer Stunde sind wir direkt m\u00fcde. Dirk lobt uns, weil wir nicht gekentert sind.<br \/>\nAnschlie\u00dfend essen wir ein wenig in der Taverna, die die Liegest\u00fchle zur Verf\u00fcgung stellt und fahren wieder zum Flughafen. Massenhaft Leute warten drau\u00dfen. Ich begleite Beate hinein und sie findet tats\u00e4chlich einen freien Sitzplatz f\u00fcr die Wartezeit bis der Schalter f\u00fcr den Wienflug aufmacht.<\/p>\n<p>Beate erlebt einen recht abenteuerlichen Abflug: Die Maschine ist zur Abflugzeit noch nicht mal gelandet und alles in allem kommt etwa 1,5 Std. Versp\u00e4tung zustande. Die Kontrolle des Gep\u00e4cks f\u00e4llt wegen heilloser \u00dcberf\u00fcllung aus und sie muss die beiden Gep\u00e4ckst\u00fccke mit zusammen 37,8 kg(!) selbst nach dem Einchecken noch zu einem anderen Platz schleppen. Das Handgep\u00e4ck l\u00e4uft zwar durch den Scan, aber sie muss nichts auspacken und es k\u00fcmmert sich auch keiner um den Laptop. Noch ein Hinweis: Am Flughafen sind die Preise im Dutyfree Shop f\u00fcr Alkohol und Zigaretten ausgesprochen g\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Wolfgang und ich beeilen uns zur\u00fcck. Auf dem Weg kaufen wir bei Lidl ein, vor allem Getr\u00e4nke, die hier weniger als die H\u00e4lfte eines normalen griechischen Supermarktes kosten(kleine dose Bier 0,39 statt 0,80 bis 1,00). Dann beeilen wir uns weiter, damit wir die W\u00e4scherei in der Marina vor 21 Uhr erreichen. Das gelingt mit 10 Minuten Reserve. Nun folgt die Schlepperei zum Boot. Wolfgang meint, wir k\u00f6nnten doch ein Wagerl vom Kostas ausborgen aber ich will ihn nicht br\u00fcskieren. Daher schnallen wir die nun leere W\u00e4schetonne auf die faltbare Transportrodel und k\u00f6nnen so alle Getr\u00e4nke mit wenig Anstrengung transportieren. Es folgt die gro\u00dfe Einr\u00e4umaktion, die bis kurz vor dem recht baldigen Schlafengehen dauert.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-08-28\">28.08.2008 Donnerstag<\/strong><br \/>\nKos Nord \/ Marina<br \/>\nIch bringe das Auto p\u00fcnktlich um 9:30h zur\u00fcck und werde vom Stamatis-Schwager wieder zur Marina gebracht. Auf dem Weg kaufe ich beim Marineshop Pavlos einen neuen Elektroschalter, der anschlie\u00dfend den alten kaputten ersetzen darf. Wie \u00fcblich ist es extrem schwei\u00dftreibend, die verwinkelte Montage zu machen. Es gibt wohl kaum etwas auf einem Boot, das leicht erreichbar w\u00e4re. Die Motoren erhalten auch jeder ca. 1\/2 Liter Motor\u00f6l und beim bb-Motor fehlt wieder etwas K\u00fchlfl\u00fcssigkeit. Wolfgang f\u00fcllt die Wasservorr\u00e4te auf und t\u00fcftelt dann aus, wie die gerissene Reffleine wieder eingef\u00e4delt werden kann. Die L\u00f6sung ist einfach: Die Einzuziehende mit Isolierband an der bestehenden Leine festmachen und diese von hinten herausziehen. Sie ist ohnenhin so lang, dass sie dabei nicht ausgef\u00e4delt wird.<br \/>\nDanach folgt die Windinstrumentgeberreparaturaktion. Dazu muss ich in den Masttopp. Zuerst \u00fcben wir mit dem leeren Bootsmannstuhl, dann zieht mich der Wolfgang mit der Ankerwinde hinauf. Die Reparatur gelingt und ein paar Fotos auch.<\/p>\n<p>Dann haben wir eine St\u00e4rkung verdient und ich mache Speck mit Eierspeise und Bohnen. Inzwischen ist es schon 14h geworden und der Wind hat ordentlich aufgefrischt. Wir beschlie\u00dfen abzuwarten. Dabei gehe ich zum Pier E und besuche die gestern angekommenen Hildegard und Yves (Boote Dusty und Spilia), mit denen ich schon \u00f6fter geplaudert habe. Diesmal wird es etwas l\u00e4nger. Sie wollen recht genau wissen, wo ich in den letzten 2 Monaten war.<\/p>\n<p>Um 17h ist der Wind immer noch nicht weniger. Die Vorhersage verspricht Beruhigung erst zur Nacht. Wir beschlie\u00dfen, morgen Fr\u00fch loszufahren und jetzt duschen zu gehen. Am Abend gehen wir in die Taverna Lithrino gleich hinter der Marina und essen sehr gut und sehr g\u00fcnstig &#8211; eine der wenigen Tavernen, die die Speisen auch mit anderen Betr\u00e4gen als mit f\u00fcnfzig oder null Cent endend angeben.<\/p>\n<p>Nach einem Nachtschluck im Cockpit gehen wir kurz vor Mitternacht schlafen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-08-29\">29.08.2008 Freitag<\/strong><br \/>\n14:08 Pserimos \/ O. Vathy <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=36\u00b056'16.4''+027\u00b009'16.6''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n16:35 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b002'31''+026\u00b058'18''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Anlegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 02:26 Strecke: 14 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 5,7 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Nach schnellem Fr\u00fchst\u00fcck und kleinem Einkauf bei Kostas legen wir kurz vor 10h ab. An der Tankstelle wird der Dieseltank aufgef\u00fcllt und dann geht es ab in n\u00f6rdlicher Richtung. Die Ausflugsboote aus Kos haben auch gerade abgelegt. Da ist es nicht schwierig, \u00fcber die Sandbank an der N-Spitze von Kos zu navigieren &#8211; einfach nachfahren.<br \/>\nDie Wellen sind auf der anderen Seite der Sandbank sehr unfreundlich aber mit reduzierter Geschwindigkeit spritzen sie weniger. Es dauert aber nicht lange, bis sie wesentlich gem\u00fctlicher werden.<br \/>\nUm 11:55h werfen wir den Anker ins t\u00fcrkisblaue Wasser auf 2m Tiefe in den feinen hellen Sand der E-Bucht von Pserimos. Es sind schon 6 Segelboote hier und dauernd kommen welche dazu, insbesondere Katamarane. Wir schwimmen, putzen das Loggenrad, das nach drei Tagen Stillstand nat\u00fcrlich wieder von irgendeiner kleinen Muschel blockiert wird. Luft- und Wassertemperatur sind perfekt (30\u00b0\/26\u00b0).<br \/>\nUm 14h fahren wir weiter, um 45 Minuten sp\u00e4ter an der W-Seite in die Pserimos Bucht herein zu schauen. Der Ort entlang des Sandstrandes ist praktisch ausgestorben. Keine Ausflugsboote sind da und nur ein einziges Segelboot ankert in der Bucht. Wahrscheinlich deswegen, weil Wind und Wellen direkt aus W herein stehen. Zwar nicht heftig aber doch ausreichend, um weiter zu fahren und ein ruhigeres Pl\u00e4tzchen zu suchen. Das machen wir und setzen die Fahrt fort ohne zu ankern.<br \/>\nUm 16:30h erreichen wir die \u201eNikolas-Bucht\u201c O. Palionisos. Der Betonsteg ist frei und Wolfgang macht ein perfektes Anlegeman\u00f6ver w\u00e4hrend ich den Anker und anschlie\u00dfend die Heckleinen bediene. Kaum haben wir fest gemacht kommt auch der Nikolas daher. Er ist besonders gschaftig. In der Bucht ankern bereits zwei andere Boote und an die 10 Badeg\u00e4ste sind auch noch auf dem Kiesstrand. Die Ente und das Huhn, die dazwischen herumgehen interessieren ihn weniger. Sie werden wohl kaum einen Schwamm abkaufen oder seine Taverne besuchen.<br \/>\nAber er will mit seinem Motorboot mit einigen der Badeg\u00e4ste losfahren, hat jedoch \u201evergessen\u201c das Benzin mit zu nehmen und schnorrt daher erfolgreich 1,5 Liter von mir. Das war nicht das erste Mal und wahrscheinlich nicht das letzte.<br \/>\nWolfgang ist vom Anlegeplatz begeistert. In der Tat ist es hier sch\u00f6n. Wir fotografieren und schwimmen. Ich h\u00f6re heimatliche Sprache von Badeg\u00e4sten und spreche sie an. Es ist aber eine junge Familie aus Rosenheim mit Sohn und Tochter. Der Vater, Harry, kommt auf die Blodughadda und erz\u00e4hlt, dass sie auf Kalymnos zum Klettern sind. Die Berge hier haben ideale Voraussetzungen f\u00fcr Kletterer und besitzen Formationen, die einmalig sind, n\u00e4mlich total verr\u00fcckte Stalaktiten in den Kletterw\u00e4nden. Seine Frau Beate und kleine Tochter Lisa-Marie kommen das Boot noch besichtigen bevor sie abfahren m\u00fcssen, w\u00e4hrend Sohn Simon bevorzugt, bis zur letzten Sekunde zu fischen.<br \/>\nAbends gehen wir die 250m zur Taverna Paradise hinauf. 5 Ziegengatter sind auf dem steinigen Pfad zu \u00fcberwinden. An einem davon wird gerade eine Schafherde durchgelassen, damit sie zur Tr\u00e4nke kommen kann. Der Schafhirte zelebriert das Schauspiel und sagt nach dem letzten Schaf \u201efinish\u201c.<br \/>\nIn der Taverna sind zwei Tische mit G\u00e4sten und ein Tisch mit der Familie besetzt sowie zahlreiche Katzen, die herumtollen. Wir nehmen Platz und warten auf Nikolas. Er kommt nicht. Daher gehe ich hinein und finde ihn in der \u201eK\u00fcche\u201c &#8211; eigentlich m\u00fcsste man Kochnische sagen &#8211; wie er gerade ein Stifado aus dem Kochtopf portioniert, das wir sicher nicht bestellen werden. Wir bestellen Souvlaki mit Pommes und Rets\u00edna. Letzteres kommt sofort, ersteres dauert etwa 1,5 Stunden. Inzwischen schl\u00e4ft Wolfgang ein Weilchen und ich sehe mir die Fotoalben an. Der Griller wird angeworfen. Sohn Leftheris, der ab Herbst in die Touristenhochschule in Rodos gehen wird, grillt unsere Spie\u00dfe und der Vater Nikolas macht die Pommes. Ein kulinarisches Erlebnis ist es nicht, aber sagen wir ein ethnologisches.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-08-30\">30.08.2008 Samstag<\/strong><br \/>\nK\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<br \/>\nIn dieser Bucht schl\u00e4ft es sich besonders gut. Die sanften Wellen brechen am Kiesstrand und erzeugen ein extrem beruhigendes pschsch-pschsch-ger\u00e4usch. Zum Fr\u00fchst\u00fcck mache ich Schinken-K\u00e4se Toasts, die wir alle sofort gar nicht wegputzen k\u00f6nnen.<br \/>\nNikolas kommt wieder vorbei und bekommt Kaffee und Zigaretten. Er erz\u00e4hlt, dass im Laufe des September die Stra\u00dfe bis zum Dorf asfaltiert werden soll! Bereits jetzt ist sie so sch\u00f6n geebnet, dass er in 7 Minuten \u00fcber den Bergr\u00fccken bis zur Westseite der Insel fahren kann. Das bringt auch schon viel mehr G\u00e4ste. Er f\u00fchrt Statistiken und sagt, dass jetzt an einem Tag bis zu 140 Personen Pali\u00f3nisos besucht haben. Fr\u00fcher waren 40 das absolute Maximum. F\u00fcr kommendes Jahr \u00fcberlegt er schon, eine K\u00fcchenhilfe f\u00fcr die Taverna anzustellen, irgend so eine Rum\u00e4nin, die f\u00fcr Kost und Logis praktisch gratis arbeitet.<br \/>\nWir genie\u00dfen den Tag und freuen uns immer wieder \u00fcber den Besuch von Nikolas, also zumindest mehr oder weniger. Boote kommen und fahren wieder ab und als wir um 18:30h zur Taverne aufbrechen, sind nur mehr ein Motorboot und einige Campierer au\u00dfer uns da. Diesmal sind wir gewitzter und bestellen gleich bei der Frau von Nikolas einen Teller mit Feta, Tomaten, Oliven und aufgeweichten Hartbrot zu unserem Rets\u00edna. Es wird auch sehr prompt serviert.<br \/>\nBald kommen andere G\u00e4ste in die Taverna. N\u00e4mlich zwei Campierer vom Ufer, der Inder Sri Venudas und die Pariserin Coraline Naigard. Er ist Professor f\u00fcr s\u00fcdindische Musik und Joga und sie Physiotherapeutin. Wir unterhalten uns zun\u00e4chst locker von Tisch zu Tisch. Wolfgang wird von der M\u00fcdigkeit gepackt und verabschiedet sich. Das will ich auch schon tun aber dann kommt Dynamik in das Gespr\u00e4ch. Innerhalb weniger Minuten haben wir das Konfliktpotenzial der vielen Muslime in Indien und der Restriktionen der arabischen L\u00e4nder gegen\u00fcber Hindus und was f\u00fcr ein Wahnsinn Kriegs- und R\u00fcstungsausgaben in der Welt bedeuten besprochen. Auch andere verwandte Themen werden beleuchtet. Es ist sch\u00f6n mit einem verwandtem Geist aus einer anderen Welt zu sprechen. Inzwischen sitzen wir schon alle an einem Tisch gemeinsam mit Nikolas, der etwas mehr als das bestellte Essen der Zwei bringt und mich mitessen und mittrinken l\u00e4sst. Das Stifado ist doch tats\u00e4chlich genie\u00dfbar.<br \/>\nAuf dem Boot hat sich inzwischen Wolfgang im Trampolinnetz gem\u00fctlich f\u00fcr die Nacht eingerichtet. Eine Lampe am W-Ufer st\u00f6rt dabei die Beobachtung des fulminanten Sternenhimmels. Ein Opfer an die Zivilisation. Vor zwei Jahren gab es hier noch keinen elektrischen Strom.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-08-31\">31.08.2008 Sonntag<\/strong><br \/>\n10:20 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b002'31''+026\u00b058'18''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n12:06 L\u00e9ros \/ O. Xir\u00f3kampos <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b006'25''+026\u00b052'20''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>An Boje<\/em><br \/>\n13:57 L\u00e9ros \/ O. Xir\u00f3kampos <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b006'25''+026\u00b052'20''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n14:58 L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b009'00.42''+26\u00b051'43.92''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>L\u00e4ngsseits anlegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 02:47 Strecke: 11,7 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 4,2 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Geklimper von unz\u00e4hligen Gl\u00f6ckchen, die an den H\u00e4lsen von ebenso vielen Ziegen und Schafen h\u00e4ngen, wecken auch die vielen Campierer am Strand kurz nach Sonnenaufgang auf. Sie kriechen aus den f\u00fcnf Zelten heraus. Es sind haupts\u00e4chlich griechische Familien, die das Wochenende hier verbringen. Daf\u00fcr sind sie erstaunlich wenig laut, wahrscheinlich weil die Kinder noch schlafen. Ich verwende trotzdem erstmals die Ohropax, die in der Kaj\u00fcte schon lange herumliegen. Seltsamerweise werden die Ger\u00e4usche dadurch nicht weniger. Jetzt erst lese ich auf der Verpackung, dass es sich um \u201eOhrst\u00f6psel aus wasserabweisender Wolle zum Schutz beim Baden und bei Wind und Wetter\u201c handelt und gar nicht um Ger\u00e4uschd\u00e4mpfer. Ich kann trotzdem wieder einschlafen.<br \/>\nGegen 8:30h sind auch die Campierer-Kinder wach und ein Weiterschlafen unm\u00f6glich. Wir fr\u00fchst\u00fccken gebratenes Brot, hupfen schnell ins Wasser und legen um 10:20h nach fast 42 Stunden am selben Platz ab. Nikolas, Sri und Coraline winken heftig und ich auch.<br \/>\nF\u00fcr Samos Sea wurde NW-Wind mit 6 bis 7 Bft. angesagt. Davon ist noch nichts zu sp\u00fcren. Es ist fast windstill. Aber die Wellen vor der Bucht sind ziemlich gro\u00df. Mit reduzierter Geschwindigkeit geht es aber gut gegenan. Das Wetter aus dem Internet konnte ich nicht abrufen, da in der Nikolas-Bucht nur t\u00fcrkische GSM-Netze zu empfangen sind.<br \/>\nUnterwegs kann ich wieder ins Internet und das Blogbuch aktualisieren bevor wir um 12h eine Boje in der Bucht Xirokampos auf Leros nehmen. Die Tavernen Aloni und To Kima haben hier Bojen ausgelegt, die man kostenlos ben\u00fctzen kann, was sehr n\u00fctzlich ist, weil der Ankergrund mit viel Seegras sehr schlecht ist. Nat\u00fcrlich wird erwartet, dass man ins entsprechende Lokal essen geht, aber wenn nicht, regt sich auch keiner auf. Die gelben Bojen weiter drinnen in der Bucht geh\u00f6ren zur Taverna Aloni, die vieel besser als die andere ist&#8230;<br \/>\nGleich nebenan liegt aber ein Katamaran Type Mah\u00e9 von Fountaine Pajot. Es ist das Nachfolgemodell zu Tobago 35. Der Eigent\u00fcmer, ein \u00e4lterer Franzose, kommt bald daher geschwommen. Wir unterhalten uns von Boot zu Schwimmer. Dann gehe ich ins Wasser und er auf sein Boot, das ich nat\u00fcrlich n\u00e4her ansehen m\u00f6chte. Er bittet mich dann auch an Bord und ich sehe mir das Boot genau an. Das h\u00e4tte ich wohl besser nicht tun sollen, denn es ist viel praktischer und sch\u00f6ner ausgestattet als meine Tobago. Es hat zwar auch \u201enur\u201c drei Doppelkaj\u00fcten und ein \u201eBadezimmer\u201c in den R\u00fcmpfen und ein Salon auf der Br\u00fccke. Jeder Raum f\u00fcr sich macht aber einen viel luftigeren und gr\u00f6\u00dferen Eindruck und vor allem kann man was Wesentliches: Die Motoren kontrollieren ohne ein Bett wegr\u00e4umen zu m\u00fcssen. Nun gut, jetzt wei\u00df ich, was nach der Tobago folgt. Er bietet mir ein Bier und N\u00fcsse an und erz\u00e4hlt, dass er ein optimales Boot f\u00fcr seine Zwecke hat. Sechs Monate im Jahr lebt er allein darauf und ein Monat im Sommer kommt seine Tochter mit Familie dazu. <\/p>\n<p>Wir wollen uns heute noch die Bucht bzw. Ort Panteli ansehen und so brechen wir um 14h auf, ohne die Taverna Aloni besucht zu haben. Um 15h sind wir da und ergattern sogar den besten Platz, n\u00e4mlich l\u00e4ngsseits ganz au\u00dfen an der Mole mit Blick auf den Ort und Badem\u00f6glichkeit, weil hier das Wasser ganz sauber ist. Weiter drinnen im Hafen w\u00fcrde ich mich nicht ins Wasser begeben. Wolfgang f\u00e4hrt das Landeman\u00f6ver langsam und souver\u00e4n. Ich steige einfach am Heck hin\u00fcber und h\u00e4nge den Heckfestmacher \u00fcber den Poller.<\/p>\n<p>Wir schwimmen und machen Siesta. Dann gehen wir um den Hafen zur Taverna Patimenos zum Abendessen. Der frittierte K\u00e4se, die Zucchinib\u00e4llchen, das Huhn in Champignonsauce mit Reis und das traditionelle Gericht \u201eGiulbari\u201c (pork, herbs and 3 cheeses im Papier im Ofen gebacken) schmecken hervorragend. Und teuer ist es auch nicht. Danach gehen wir auf ein Bier und ein Glas Wein in die Bar Castelo. Dort kaufe ich einen gro\u00dfen Sack Eisw\u00fcrfeln um 3 \u20ac, der gerade noch Platz in der daf\u00fcr vorgesehenen Plastikkiste im K\u00fchlschrank hat. Wir machen uns noch einen Abenddrink mit Eis und genie\u00dfen das sich im Meer spiegelnde Panorama der Ortschaft vor uns bevor wir schlafen gehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-01\">01.09.2008 Montag<\/strong><br \/>\n10:07 L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b009'00.42''+26\u00b051'43.92''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n12:07 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b016'56''+026\u00b046'19''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ankern<\/em><br \/>\n16:00 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b016'56''+026\u00b046'19''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n16:45 Lipsi \/ Hafen <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b017'40.3''+026\u00b045'59.4''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n Zeit unterwegs: 02:45 Strecke: 11,5 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 4,2 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Es ist auch in der Fr\u00fch erstaunlich ruhig in diesem Fischerhafen. Nur der Wind pfeift ganz sch\u00f6n direkt aus W. Es ist fast schon kalt bei 27\u00b0 Lufttemperatur. Um 10h legen wir ab und steuern um das Kap Pant\u00e9li herum. Hier kommt der Wind direkt aus N mit ziemlich gro\u00dfen Wellen. Trotz geringer Geschwindigkeit lassen sich die Duschen nicht vermeiden.<br \/>\nNach genau 2 Stunden erreichen wir die S\u00fcdbucht von Lipsi und ankern in der Limni-Einbuchtung auf Sandgrund und 3m Tiefe. Es gibt hier gar nichts au\u00dfer Fallb\u00f6en, die aber nicht wirklich heftig sind. Ich koche Pasta alla Bolognese aus dem Knorr-Packerl. Scheckt gar nicht schlecht insbesondere mit frisch geriebenem Parmesan. Das salznasse Cockpit bekommt eine Reinigung verpasst und Wolfgang wischt die Spuren vom gestrigen Landgang \u00fcber den Bug ab.<br \/>\nIch versuche eine neuerliche Reparatur des Logge- und Tiefeninstrumentes im Cockpit. S\u00e4mtliche Schraubenhalterungen sind inzwischen gebrochen. Die Taste f\u00fcr die Funktionen der Tiefe ist schon lange au\u00dfer Betrieb und ich kann sie auch nicht mit Kontakt 60 reanimieren. Statt Schrauben darf jetzt schwarzes Isolierband das Geh\u00e4use zusammen halten. Es wird Zeit, ein neues zu besorgen, also ein Autohelm ST 50 Plus Tridata wird schon lange nicht mehr gebaut, aber vielleicht finde ich ein g\u00fcnstiges gebrauchtes in Ebay oder sonst wo. Dasselbe gilt f\u00fcr Autohelm ST 50 Wind samt Geber im Masttopp, die jetzt zwar eine Anzeige produzieren aber nicht wirklich das, was tats\u00e4chlich ist, n\u00e4mlich woher der Wind kommt und wie stark. Und wenn ich dann noch das GPS austausche, dann wird die Blodughadda wieder einigerma\u00dfen gut mit Navigationsinstrumenten ausgestattet sein.<br \/>\nUm 16h fahren wir weiter und erreichen den Hafen von Lipsi nach 45 Minuten. An der Innenseite der Hafenmole sind noch gen\u00fcgend Pl\u00e4tze frei und Frank Haidinger steht schon bereit, um die Leinen entgegen zu nehmen. Per SMS habe ich schon vorgestern ausgemacht, dass wir uns hier treffen. Der Wind kommt mit ziemlicher Wucht schr\u00e4g von der Seite und so l\u00e4sst es sich nicht vermeiden, dass wir etwas abtreiben. Aber mit Hilfe einer Spring zur Bugklampe, die auf die Winsch umgeleitet wird, k\u00f6nnen wir den verlorenen Raum wieder gewinnen und liegen danach perfekt neben einer Ferretti Motoryacht unter deutscher Flagge.<br \/>\nIch begr\u00fc\u00dfe Frank sehr herzlich und er kommt gleich an Bord auf ein Glas Rets\u00edna. Nicht viel sp\u00e4ter kommt auch seine Frau Petra dazu. Es gibt einiges zu erz\u00e4hlen. Es gibt auch einiges zu sehen, denn das Hafenkino ist voll angelaufen: Boote kommen und haben die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten, unter diesen Windbedingungen anzulegen. Wir helfen allen Ankommenden mit den Leinen.<br \/>\nAbends gehen wir zu f\u00fcnft &#8211; der 17 j\u00e4hrige Sohn Lorenz ist auch dabei &#8211; in den Ort hinauf zur Taverne, die ich unter dem Namen \u201eLa Nave\u201c kenne, jetzt jedoch \u201eManolis Tastes\u201c hei\u00dft. Das soll \u201eManolis Geschm\u00e4cker\u201c bedeuten. Die Haidingers kennen den sehr sympathischen Manolis schon gut und nach dem wieder hervorragenden Essen setzt er sich zu uns am Tisch und spendiert ein halbes Kilo Hauswein. Es wird ein l\u00e4ngerer Abend an dem sich Wolfgang vern\u00fcnftigerweise fr\u00fcher verabschiedet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-02\">02.09.2008 Dienstag<\/strong><br \/>\nLipsi \/ Hafen<br \/>\nBevor wir gefr\u00fchst\u00fcckt haben, kommt schon Frank an Bord, um die Windprognosen im Internet anzusehen. Sie sind nicht gerade freundlich, obwohl noch nicht so viel Wind da ist. Wolfgang und ich gehen fr\u00fchst\u00fccken ins Calypso und beratschlagen, was wir tun sollen, noch einen Tag bleiben oder abfahren. Wir sind aber vorl\u00e4ufig wenig entschlussfreudig.<br \/>\nIch suche im Internet nach Transportm\u00f6glichkeiten zwischen Leros und Kos und finde sowohl passende Flug- wie Tragfl\u00fcgelbootverbindungen. Wir entscheiden uns aber noch f\u00fcr keine, weil heute nicht der Tag der Entscheidungen ist. Aber stattdessen der Tag der Kommunikation. Mehr als die H\u00e4lfte aller Boote im Hafen haben deutschsprachige Crews und eine finnische ist auch dabei auf der Penelope. Ich bekomme den Wasserschlauch von netten deutschen Nachbarn auf einer Ferretti 48 als er mit dem Auftanken fertig ist und kann auch unseren Tank auff\u00fcllen.<br \/>\nFrank und Familie d\u00fcrfen das Auto vom Manolis ausleihen. Gestern hat er es ihnen praktisch aufgedr\u00e4ngt. In zwei Stunden haben sie die ganze Insel abgefahren. Nachmittags wird das Hafenkino wieder ge\u00f6ffnet als die Yachten hereinkommen. Heute ist das innere Becken mit gutem Ankergrund schon um 15:30 praktisch voll. Das \u00e4u\u00dfere mit dem Wind schr\u00e4g auf die Nase und schlechtem Ankergrund bietet gr\u00f6\u00dfere Erlebnisse &#8211; Anker h\u00e4lt pl\u00f6tzlich nicht &#8211; bis ich dem verzweifelten Skipper den Tipp vom Frank gebe, an den Schwimmsteg im Luv zu gehen.<br \/>\nWir helfen wieder den Ankommenden mit den Festmacherleinen, wie viele andere hier auch. Das ist eine Sache besonders der Deutschen\/\u00d6sterreicher\/Schweizer, meistens auch der Skandinavier\/Engl\u00e4nder\/Franzosen, nicht so oft der Griechen und kaum jemals der Italiener. Ein gro\u00dfer Katamaran, eine Belize von Fountaine-Pajot mit nur einem Mann und einer Frau an Bord legt auch an. Auch hier h\u00f6re ich die Lipsi-Hafensprache deutsch obwohl er ein T-shirt mit dem Aufdruck \u201eAustralia\u201c tr\u00e4gt. Es sind Hans Schubert und Kerstin Pieper auf ihrer S\/Y Cinderella. Sp\u00e4ter gehe ich auf ihr Boot, weil Kerstin vorschl\u00e4gt, B\u00fccher und Zeitschriften zu tauschen &#8211; komisch dass bis jetzt sonst niemand auf diese Idee gekommen ist. Dann darf ich endlich wieder jemandem, den es interessiert, erz\u00e4hlen, wohin ich gerne fahre. Sie haben vor, von hier s\u00fcdw\u00e4rts zur\u00fcck nach Marmaris zu ziehen. Also verrate ich alle meine Lieblingspl\u00e4tze und anschlie\u00dfend kommen sie die Blodughadda ansehen. Wir unterhalten uns im Cockpit und bald kommt auch der Frank dazu.<br \/>\nDie Entscheidung, in Lipsi zu bleiben ist mittlerweile von selbst gefallen und wir verabreden uns, alle gemeinsam am Abend zum Manolis essen zu gehen. Er und sein auch sehr sympathischer iranischer Kellner Omid Beheshty (bedeutet himmlische Hoffnung!!) freuen sich \u00fcber den Zuwachs und wir scherzen schon \u00fcber die zuk\u00fcnftige Anzahl der Leute, die Frank herauf schleppen wird.<br \/>\nDas Essen dauert zwar lange aber die Wartezeit \u00fcberbr\u00fccken wir locker mit netter und interessanter Unterhaltung. Es stellt sich heraus, dass Hans meinen Freund Andr\u00e9 Leers sehr gut kennt und die Eltern von Kerstin in M\u00f6dling wohnen! Au\u00dferdem haben sie schon Leute an Bord gehabt, die aus dem Seewinkel stammen, wo Wolfgang lebt und arbeitet. Klein ist die Welt! Sie bieten auf ihrem Boot Kojencharter und \u201eBlauwasserseminare\u201c an, also Vorbereitung auf eine Weltumsegelung, die sie schon hinter sich haben (siehe http:\/\/www.cinderella-yachting.de\/). Nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich mich freuen, die beiden in M\u00f6dling wieder zu treffen wenn sie die Kerstin-Eltern besuchen und eine entsprechende Einladung zu uns wiederhole ich zwei Mal.<br \/>\nEs wird wieder sp\u00e4t. Diesmal verabschiedet sich der Wolfgang nicht fr\u00fcher. Aber so wirklich viel sp\u00e4ter als Mitternacht wird es auch nicht. Fast h\u00e4tte ich es vergessen: Das Essen hat wieder herrlich geschmeckt. Der Wein auch.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-03\">03.09.2008 Mittwoch<\/strong><br \/>\n10:25 Lipsi \/ Hafen <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b017'40.3''+026\u00b045'59.4''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ablegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 22:15 Strecke: 7,5 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: ,3 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Fr\u00fchmorgens, also kurz nach 8, bin ich schon auf und inspiziere die Umgebung. Vor allem hole ich vom B\u00e4cker frisches Brot und Leckereien zum Fr\u00fchst\u00fcck. Aber auch der Frank ist eine Inspektion wert: Er hat sein Laptop auf der Sprayhood seiner Charivari platziert und surft im Pyjama total konzentriert im Internet, sich \u00fcber den guten WLAN-empfang freuend.<br \/>\nIch tausche mit Hans und Kerstin die Adressen aus. Dem deutschen Motoryachtnachbarn erz\u00e4hle ich wo die gro\u00dfen Yachten auf Ithaka sich sammeln zum Diesel tanken, wor\u00fcber er sich sehr freut. Er will n\u00e4mlich nach Korfu. Dann legen wir ab mit vorl\u00e4ufig unbekanntem Ziel.<br \/>\nEs zeigt sich, dass der Wind bzw. insbesondere die Welle nicht schlimm ist und da fahren wir um die W-Ecke von Lipsi nach Arki. Tigan\u00e1ki begr\u00fc\u00dft uns herrlich t\u00fcrkisfarben wie immer. Den Anker werfen wir auf 2m Tiefe. Aber er h\u00e4lt nicht gut. Wir sind ca. 40m weiter \u00f6stlich als \u00fcblich und hier d\u00fcrfte eine Felsplatte knapp unter dem Sand sein. Ich tauche zum Anker hinunter und versuche ihn in den Sand zu dr\u00fccken, aber es geht nicht. Also verlegen wir den Ankerplatz. Diesmal allerdings noch etwas weiter nord\u00f6stlich direkt oberhalb &#8211; also windm\u00e4\u00dfig gesehen &#8211; des kleinen Felsinselchens wo das Wasser ganz klar t\u00fcrkisfarben ist auf 3m Tiefe. Hier h\u00e4lt er bombenfest.<br \/>\nEinige Ausflugsboote kommen, die G\u00e4ste hier schwimmen lassend, und fahren wieder. Ein sehr kleines deutsches Segelboot ankert ebenfalls im Swimmingpool. Aber dann kommt ein Segelboot und ankert vor der Durchfahrt zwischen Arki und Avapisto. Es ist eine Bavaria 44 namens Archi Six von Ecker Yachting, dessen Skipper auf die geniale Idee kommt, die Durchfahrt mit Landleinen komplett zu versperren, also eine zu Arki, die andere zu Avapisto. Diese sind zwar mit Fendern deutlich gekennzeichnet aber aus fr\u00fcheren Aufenthalten wei\u00df ich, dass Fischerboote in der Nacht hier durchfahren und in der Finsternis sicher nicht sehen, dass sie das jetzt gar nicht k\u00f6nnen. Au\u00dferdem wei\u00df ich, dass viele Boote hierher kommen, um die sch\u00f6ne Umgebung zu genie\u00dfen und sich dabei unweigerlich in die Landleine zu Avapisto verheddern m\u00fcssen. Als das zum ersten Mal geschehen ist, schwimme ich zur Charteryacht hin\u00fcber und frage nach dem Skipper. Es ist ein \u00d6sterreicher, Salzburger oder Ober\u00f6sterreicher, der sich auf meine Warnungen hin extrem \u00fcberheblich zeigt und einfach sagt \u201ewir lassen eh jeden durch\u201c und \u201eich vertrau meinem Anker nicht\u201c. Ich fasse diese Bl\u00f6dheit nicht. Wer seinem Anker nicht vertraut, der f\u00e4hrt das Ankerman\u00f6ver so lange, bis er ihm vertraut. Aber er sperrt doch deswegen keine Durchfahrt ab! Das versuche ich ihm klar zu machen aber er wei\u00df alles besser. Ich schnorchle zu seinem Anker, der absolut bestens liegt ohne mehr als eine Landleine brauchend &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211;  und wieder zur Blodughadda zur\u00fcck.<br \/>\nSelten rege ich mich im Urlaub auf und noch seltener \u00fcber \u00d6sterreicher. Aber diese Kombination von R\u00fccksichtslosigkeit, \u00dcberheblichkeit, Bl\u00f6dheit und Unerfahrenheit ist ziemlich einmalig. Nach kurzer Zeit k\u00f6nnen wir aber doch beobachten, dass meine Warnungen gefruchtet haben und die Landleine zu Avapisto umgelegt wird zur Arki so dass eine Durchfahrtsm\u00f6glichkeit vorhanden ist. Wozu sie bei etwa 7kn Wind zwei Landleinen direkt im Luv brauchen, wird aber wohl f\u00fcr immer ein R\u00e4tsel bleiben.<br \/>\nInzwischen ist wieder die Zeit vergangen und unsere Entschlussfreudigkeit, woanders hin zu ziehen, nicht aufgekeimt. Also bleiben wir da und ich koche Thunfischspaghetti.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-04\">04.09.2008 Donnerstag<\/strong><br \/>\n17:33 Ark\u00ed \/ Tigan\u00e1ki <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b022'01.8''+026\u00b044'48.6''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n17:55 M\u00e1ratho <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b021'60''+026\u00b043'36''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>L\u00e4ngsseits anlegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 00:21 Strecke: 1,2 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 3,4 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>In Tigan\u00e1ki ist es wirklich sch\u00f6n. Wir verbringen den Tag mit lesen, schwimmen, Toasts essen und aufr\u00e4umen und putzen. Als wir um 17:30 aufbrechen, sieht der Salon und v.a. die Naviecke wieder zivilisert aus.<br \/>\nKaum 20 Minuten sind wir unterwegs nach Marathi. Wir legen das Boot l\u00e4ngsseits an der E-Seite des holzbelegten Betonstegs der Taverna Pantelis. Wolfgang f\u00e4hrt, ich hupfe an Land. Ein \u00e4lterer Mann deutet zwar auf die vielen leeren Bojen und sagt \u201emoorings\u201c. Ich frage ob wir nicht da bleiben k\u00f6nnten. Eine Frau die ihrer auf den Steg hinausrennenden ca. 4-j\u00e4hrigen Tochter nachrennt, best\u00e4tigt, das wir das d\u00fcrfen.<br \/>\nIch schaue mir den Platz mit der Taucherbrille an. Die Blodughadda hat genau Platz. Breiter d\u00fcrfte sie nicht sein, weil dort Felsen sind und mehr als 1,60cm Tiefgang w\u00e4re auch sehr knapp. Aber so liegen wir sehr gut im Windschatten mit gelegentlichen leichten B\u00f6en w\u00e4hrend die Boote an den Bojen heftig schwojen und stampfen. Am Steg kommt zwar auch eine leichte D\u00fcnung herein, die aber mit losen Festmachern kaum wahrzunehmen ist, weil der Wind uns vom Steg weg bl\u00e4st.<\/p>\n<p>Vom Cockpit aus haben wir einen herrlichen Ausblick auf ein von der Abendsonne beleuchtetes Panorama, das mit den vielen kleinen Inselchen und blauen Durchfahrten zwischen ihnen kaum sch\u00f6ner sein kann.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gehen wir in die Taverna. Sie ist ausgesprochen sch\u00f6n. Die gediegenen braunen Holztische stehen in Gruppen auf verschiedenen Ebenen unter gro\u00dfen B\u00e4umen. Die dunkelbraunen massiven Holzsesseln haben alle eine helle Polsterauflage und sind wesentlich bequemer als die \u00fcblichen Kareklas. Also ist es keine Taverna sondern ein Restaurant. Man sieht, dass diese Stelle mit viel Liebe gepflegt wird. Auch die Wirtin, die Tochter des Hauses, ist elegant und \u00fcberreicht uns ebensolche Speisekarten, die erwartungsgem\u00e4\u00df auch elegante Preise enthalten. Weil mich seit der Fr\u00fch eine leichte \u00dcbelkeit plagt, will ich sowieso wenig essen und begn\u00fcge mich daher mit einem Pastitsio und einem Eistee. Wolfgang bestellt frittierte Kalamari und einen kleinen Salat sowie einen Viertel Hauswein. Alles schmeckt vorz\u00fcglich. Wolfgang glaubt, noch nie so gute Kalamrari gegessen zu haben. Aber 30,50 ist daf\u00fcr schon zu viel. Gut, der Platz am Steg oder an der von der Taverna gepflegten Bojen kostet nichts. Wenn man daf\u00fcr 10 Euro abzieht, dass passt der Preis wieder.<br \/>\nDer Inhaber kommt zu unserem Tisch, der zweite, der besetzt ist. Er erz\u00e4hlt, dass die Saison beginnt, vorbei zu sein. Das kann man leicht erkennen. Daf\u00fcr best\u00fcnde vom Wetter her allerdings gar kein Grund, muss eher daran liegen, dass Leute ganz allgmein immer weniger auf Urlaub fahren. Das h\u00f6rt und sieht man hier immer wieder.<br \/>\nEr hat diese Taverna vor 30 Jahren aufgemacht. Da war an diesem wundersch\u00f6nen Sandstrand gar nichts. Er stammt aus der Nachbarinsel Ark\u00ed (die mit 45 Bewohnern auch nicht sehr gro\u00df ist). Die zwei anderen Tavernen werden von \u201eEinheimischen\u201c betrieben, die inzwischen nach Rodos ausgewandert waren aber zur\u00fcckgekommen sind, um ebenfalls Tavernas aufzumachen und im Winter die Tiere zu betreuen, also Ziegen, Schafe, H\u00fchner usw.<br \/>\nEs wohnt aber nur eine Familie st\u00e4ndig auf diesem Inselchen, das nicht mal 1km2 gro\u00df ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-05\">05.09.2008 Freitag<\/strong><br \/>\n09:52 M\u00e1ratho <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b021'60''+026\u00b043'36''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n10:43 Ark\u00ed \/ O. Aug\u00fasta (Hafenbucht) <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b022'51''+026\u00b044'10''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n13:25 Ark\u00ed \/ O. Aug\u00fasta (Hafenbucht) <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b022'51''+026\u00b044'10''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n13:42 M\u00e1ratho <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b021'60''+026\u00b043'36''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n16:54 M\u00e1ratho <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b021'60''+026\u00b043'36''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n17:10  <em>Segel setzen<\/em><br \/>\n17:20  <em>Mototen aus<\/em><br \/>\n18:20  <em>Segel bergen<\/em><br \/>\n18:40 Patmos \/ O. Melo\u00ef <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b019'50.2''+26\u00b033'22.1''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a><br \/>\n Zeit unterwegs: 02:52 Strecke: 9,6 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 3,3 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Nach einem kurzem Morgenschwimm bei dem ich glaube im Aquarium zu schnorcheln &#8211; jede Menge Fische unterschiedlichster Gr\u00f6\u00dfe und Bauart, die sich um das ins Wasser geworfenen Brot streiten &#8211; legen wir kurz vor 10h ab. Die Ausflugsboote werden demn\u00e4chst eintreffen. Pantelis verabschiedet sich freundlich von uns und wirft die Leinen los. Er ist ein wirklich sympathischer Mann, der perfekt Englisch spricht und genau das darstellt, was ich an sehr vielen Griechen so mag: Freundlich aber absolut nicht \u00fcbertrieben, dienstbereit aber keineswegs aufdringlich oder unterw\u00fcrfig, diskussionsbereit und interessiert am Gespr\u00e4chspartner auf gleicher Augenh\u00f6he ohne jeden Versuch sich selbst niedriger oder h\u00f6her einzustufen. Also in Summe das, was f\u00fcr mich die Grundbedingungen einer Freundschaft darstellen. Wahrscheinlich gibt es das auch in anderen L\u00e4ndern. Aber als Segler im Mittelmeer habe ich das nur in Griechenland erlebt. In der T\u00fcrkei werde ich es vielleicht nochmals vorurteilsvoll versuchen in der Hoffnung, ich h\u00e4tte mich get\u00e4uscht. Aber viel Hoffnung darauf habe ich nicht. Andererseits haben die Griechen auch Eigenschaften, die ich nicht mag.<br \/>\nNach nicht Mal einer Seemeile treffen wir im Hafen von Ark\u00ed ein. Ein Segelboot ist uns gerade entgegen gekommen und ein weiteres legt gerade ab und l\u00e4sst eine gro\u00dfe L\u00fccke frei. Ideale Bedingungen! Ich zwinge Wolfgang, das Anlegeman\u00f6ver so lange zu wiederholen, bis es perfekt passt und wir es ohne die hilfsbereiten Leuten am Kai meistern. Ein paar Wiederholungen sind schon dabei&#8230;<br \/>\nWir gehen an Land und machen einen Spaziergang zum geschlossenen Mini-Markt. Dahinter sehen wir, dass hier das Dieselkraftwerk durch eine riesige Menge an Sonnenkollektoren unterst\u00fctzt wird &#8211; sehr lobenswert.<br \/>\nEs ist zu hei\u00df. um gr\u00f6\u00dfere Wanderungen zu machen und so gehen wir zur\u00fcck und trinken ein Bier in Tripas Tavern&#8230;Soul Resort. Die Musik ist wirklich gut. Vom deutschen, extrem l\u00e4ssigen Kellner mit nacktem Oberk\u00f6rper und T\u00e4towierung am Arm erfahren wir, dass die Ausflugsboote zwischen 11:30 und 16h eintreffen. Am besten kommt man zwischen 15 und 16h, wenn man hier \u00fcbernachten m\u00f6chte. Sp\u00e4ter kommen viele Yachten.<br \/>\nWir gehen zum Boot zur\u00fcck. Ich versuche den Funkthermometersensor, der immer im K\u00fchlschrank liegt aber vor zwei Tagen ins Eisw\u00fcrfelwasser gefallen ist, mit Kontakt 60 zu reparieren. Es gelingt. Der K\u00fchlschrank hat wieder eine Temperatur. Damit diese m\u00f6glichst positiv ausf\u00e4llt, lege ich den Sensor neben die mit frischen Eisw\u00fcrfeln aufgef\u00fcllten Plastikbox.<br \/>\nWir ordnen und tauschen Digitalfotos als die n\u00e4chsten Ausflugsboote eintreffen. Ich habe keine Lust, mich auf Diskussionen oder Platzstreitigkeiten einzulassen und beschlie\u00dfe, den Ort sofort zu verlassen, obwohl eh noch Platz da ist. Aber was wir tun, k\u00f6nnen wir an einer der Bojen in Marathi genau so tun und daher nehmen wir eine von ihnen nach wenigen Minuten Fahrt.<br \/>\nDem Wolfgang \u00fcberkommt das Hungergef\u00fchl und er macht eine Jause, scheint mir. Aber er meint, er h\u00e4tte eine depressive Phase und m\u00fcsste sofort was essen. Das glaube ich ihm nicht.<br \/>\nWir essen und schwimmen und machen danach die Segel klar. Es ist aber nicht ganz klar, ob wir das erste oder zweite Reff im Gro\u00dfsegel brauchen werden. Also bereiten wir beide vor. Gleich nach dem Kap setzen wir die Segel mit zwei Reff im Gro\u00df und einem in der Genua. Nach dem n\u00e4chsten Kap geht\u2019s ab. Der Wind passt mit ca. 24-25kn und wir segeln eine ganze Stunde lang bis zur Einfahrt in die Bucht Meloi. Immerhin, das erste Mal bei diesem T\u00f6rn, wo bisher nur wind auf die Nase war.<br \/>\nIch peile wie \u00fcblich den letzten Baum rechts an, werfe den Heckanker, nehme die Landleine und schwimme zum besagten Baum w\u00e4hrend Wolfgang das Boot am Platz gegen die Fallb\u00f6en h\u00e4lt. Die heuer neue Idee, die Landleine auf Slip zu legen, ist aber hier doch nicht so gut. Der Wind und der Zug des Heckankers treiben das Boot sofort r\u00fcckw\u00e4rts sobald Wolfgang den Steuerstand verl\u00e4sst, um die von mir herauf gereichte Leine entgegen zu nehmen. Erst als er dabei die Motoren im Vorw\u00e4rtsgang bel\u00e4sst, gelingt das. Nun liegen wir bestens. Die Fallb\u00f6en kommen zwar daher, aber nicht so heftig wie im W-Teil der Bucht.<br \/>\nWir machen das Schlauchboot startklar. Will hei\u00dfen, waschen und das erste Mal bei diesem T\u00f6rn verwenden. In Kos haben wir es sch\u00f6n gewaschen. Heute ist es salzverkrustet.<br \/>\nDann rudern wir die 200m zum Steg bei der Taverna, gehen zum Mopedverleiher Stefanos und unterhalten uns mit zwei \u00d6sterreichern, die das von ihnen ausgeliehene Moped zur\u00fcck geben wollen, w\u00e4hrend wir auf ihn warten. Er verspricht f\u00fcr morgen zwei oder sogar vier oder f\u00fcnf Mopeds f\u00fcr uns bereit zu halten, wenn wir wollen. Dann gehen wir in die Taverna am Strand essen und rudern zum Boot zur\u00fcck.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-06\">06.09.2008 Samstag<\/strong><br \/>\nPatmos \/ O. Melo\u00ef<br \/>\nWie gestern mit dem Mopedverleiher Stefanos vereinbart, holen wir um 10h griechische Zeit, also ca. 10:30h die Mopeds. Es gibt gr\u00f6\u00dfere und kleinere, um 15 und um 10 Euro pro Tag. Wir nehmen zwei kleinere. Zuerst sehen wir uns den S\u00fcdteil der Insel an mit Kloster, Chora, Petra und Grikos. Es macht Spa\u00df, wieder ein anderes Gef\u00e4hrt zu haben und wir fahren sehr langsam, um die Umgebung und die D\u00fcfte so viel wie m\u00f6glich wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Wir besuchen sogar das Museum im Kloster &#8211; sehr lohnend. Bei Grikos sehen wir eine Menge junger dunkelh\u00e4utiger M\u00e4nner, die aus dem Fenster eines gro\u00dfen Hauses mit einem Polzisten darunter sprechen. Es ist klar, das ist ein Fl\u00fcchtlingsquartier. Auf der Au\u00dfentreppe vom Flachdach zum Turm des Polizeigeb\u00e4udes in Skala sitzen jede Menge weitere im Schatten. Es wird klar, dass Patmos ein Fl\u00fcchtlingsproblem hat. Das Boot habe ich wie \u00fcblich zwar abgeschlossen aber den Schl\u00fcssel versteckt und die Motorenschl\u00fcssel unter der Steuerkonsolenabdeckung stecken lassen. Da beschlie\u00dfen wir, eine Besichtigungspause einzulegen und fahren zur\u00fcck zum Boot, damit es kein Fl\u00fcchtlingsboot wird. Und gut war das. Nicht, weil es von dieser Seite her gef\u00e4hrdet w\u00e4re, sondern, weil zwischendurch der Gurt der Ankerrolle \u00fcber die Klampe gerutscht ist und das Boot mehr oder weniger frei in der Landleine schwojt. Diese hat in der Rinde des Baumes bereits eine Spur erzeugt und ist selbst etwas aufgeraut und r\u00f6tlich gef\u00e4rbt. Der neue Klampenschlag mit dem sehr glatten Gurt muss jetzt halten. Er sieht aus wie eine Bandage.<br \/>\nIch schneide ein ca. 1,5m langes St\u00fcck Schlauch ab und f\u00e4dle es mit Hilfe von Wolfgang, einer Einziehfeder und Geschirrsp\u00fclmittel auf das Seil. Dann bringe ich es zum Baum und versuche es richtig zu positionieren. Die von einem Bug zum anderen auf Slip gelegte Leine verrutscht aber recht leicht.<br \/>\nNach ca. einer Stunde fahren wir abgek\u00fchlt vom Schwimmen in den n\u00f6rdlichen Teil der Insel: Lampi, V\u00e1gia, Liv\u00e1di\/Gerano\u00fa, sogar bis zum nichtssagenden Ostzipfel Alyki und \u00fcber eine Staubpiste hinauf zu den Kapellen Panteleiimonas und Dimitrios. Wir bestaunen auch einen gro\u00dfen Staudamm, der fast leer ist.  Auf dem R\u00fcckweg wollen wir in George\u2019s Place am Kampos Beach was trinken und essen aber da wird gerade f\u00fcr eine gro\u00dfe Feier Vorbereitet. Oben in Kampos Ort vermuten wir zu wissen, was f\u00fcr Feier: Die Kirche ist gesteckt voll mit sehr feuerlich gekleideten Menschen, drinnen singt der Pope, drau\u00dfen stehen noch mehr Leute und auf dem Weg zur Kirche liegen Mistelzweige. Ein Auto mit einem gro\u00dfen Blumenstrau\u00df steht bereit. Geheiratet wird hier um 19h. Fr\u00fcher w\u00e4re es eh zu hei\u00df.<br \/>\nIn der Bucht Merika sehen wir uns den Sonnenuntergang ins Meer an. Leider gar nicht so toll. Danach suchen wir das Lokal Hiliomothi auf, eine Ouzerie, die vom Inself\u00fchrer hoch gelobt wird. Es ist ziemlich urig und es gibt nur Vorspeisen und Fisch. Wir bestellen eine gemischte Vorspeisenplatte und eine gemischte Fischplatte. Bei den Vorspeisen sind auch frittierte Shrimps dabei, die ganz lecker sind. Wolfgang zeigt mir, wie man sie mit Messer und Gabel essen kann. Ich beschwere mich n\u00e4mlich, dass die Finger so grauslich fettig werden bei dieser Zubereitungsart. Ziemlich grauslich finde ich auch die kleinen gegrillten Fische. Ich esse trotzdem einen davon. Die Rechnung mit 20 Euro inkl. drei Flaschen Bier ist daf\u00fcr gar nicht grauslich.<br \/>\nAber wir erleben etwas Grausliches anderer Art: Ich m\u00f6chte gerne Mitbringsel kaufen. \u00dcber zwei Stunden lang gehen wir von einem Gesch\u00e4ft ins n\u00e4chste und sehen unglaublichen Ramsch dicht an dicht gereiht, so viel nur Platz vorhanden ist. Mehrmals wiederholen sich die Angebote. Etwas Brauchbares zu finden ist fast unm\u00f6glich und alles, was irgendwie mit Design zu tun hat, ist \u00fcbertrieben teuer. Aber um 22:30h haben wir doch was beisammen. <\/p>\n<p>Bis wir die Mopeds zur\u00fcck gegeben haben und zum Boot marschiert und mit der Schlauchbootf\u00e4hre \u00fcbersetzt haben, ist es schon 23:30h. Die M\u00fcdigkeit macht sich bemerkbar. Trotzdem diskutieren wir noch eine Weile im Cockpit \u00fcber Sinn und Unsinn von pedantischen Flughafenkontrollen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-07\">07.09.2008 Sonntag<\/strong><br \/>\n10:40 Patmos \/ O. Melo\u00ef <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b019'50.2''+26\u00b033'22.1''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 40:00 Strecke: 13,5 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: ,3 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Als wir aufstehen, bemerkt Wolfgang, dass der Heckankergurt verd\u00e4chtig lose h\u00e4ngt. Er zieht ihn nach und es sieht gut aus. Aber w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks sieht er, dass wir fast schon am Strand sind. Also nix fertig fr\u00fchst\u00fccken, Motoren an und in den R\u00fcckw\u00e4rtsgang, Heckanker heraufholen (er l\u00e4sst sich tats\u00e4chlich mit der Hand bis zum Boot ziehen und hat einen Wuschelkopf aus Seegras mit Wurzeln), Landleine einholen und abfahren. Fazit aus Ormos Meloi: So schlechter Ankergrund, dass der Britany-Anker sich nicht tief genug eingraben kann; Landleine auf Slip nicht gut; besser Hauptanker und eine Leine vom Heck zum Baum, obwohl der Wind dann direkt ins Cockpit weht und die Aussicht auf die Eselsfarm statt aufs Meer ist. Das n\u00e4chste Mal probiere ich Landleine zum Hahnepot am Bug und den Hauptanker nach hinten unter dem Boot. Wenn dieser nicht zu stark angezogen ist, m\u00fcsste die Kette unter den Kielen pendeln k\u00f6nnen.<br \/>\nNeben dem Ankergrund sind die Eseln die zweite Krux an dieser Bucht. In der Fr\u00fch m\u00fcssen sie unbedingt mit den Gockeln um die Wette schreien. Das ist Mark und Bein durchdringend.<br \/>\nWir nehmen Kurs auf den sch\u00f6nen Ankerplatz bei der Insel n\u00f6rdlich von L\u00e9ros. Der Anker h\u00e4lt bombenfest in 5m Tiefe und wir k\u00f6nnen endlich schwimmen. Ich koche Ham and Eggs und \u00fcberpr\u00fcfe die Checkliste f\u00fcr die Einwinterungsarbeiten w\u00e4hrend Wolfgang abw\u00e4scht.<br \/>\ndie Einwinterungsarbeiten beginnen damit, dass wir das Gro\u00dfsegel abschlagen und zusammenfalten. Das dauert immerhin \u00fcber eine Stunde zu zweit und ist recht anstrengend. Aber wir k\u00f6nnen ja noch schwimmen. In der herrlichen Abendstimmung ist es besonders sch\u00f6n.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-08\">08.09.2008 Montag<\/strong><br \/>\n13:34 L\u00e9ros \/ N. Arch\u00e1ngelos Ankerbucht <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b011'56.2''+026\u00b046'20.2''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n15:05 L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b007'44.4''+026\u00b051'27''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Anlegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 7,9 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 5,2 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Am Vormittag wird die Genua herunter geholt und verstaut sowie die Bildgen kontrolliert und geputzt. In der bb-Bilge ist etwas Salz aber kaum Wasser. die Notausstiegsluke d\u00fcrfte ein wenig undicht sein.<br \/>\nDer letzte K\u00f6pfler des Jahres, eine Fischf\u00fctterung und um 13:30h Abfahrt. 1,5 Stunden sp\u00e4ter erwarten und die beiden \u201eMarineros\u201c Bob und Thomas am Kai der Marina Evros. Sie sehen aber eher wie Werftarbeiter aus, was sie ja auch sind. Aber sie sind auch sehr freundlich. Bob ist Engl\u00e4nder, Thomas Deutscher.<br \/>\nIch gehe ins B\u00fcro mit den Papieren. Die Sekret\u00e4rin Irene Paraponiari bringt mir gleich ein Glas Wasser. Der Vertrag ist vorbereitet genau so wie ausgemacht und wird unterschreiben. 17% Rabatt konnte ich aushandeln und will die knapp 2000 Euro mit Kreditkarte zahlen. Aber hier haben sie keine H\u00e4ndlervertrag! Der Sohn vom Besitzer, Nikolas kommt herbei. Es ist alles kein Problem, wir gehen einfach morgen auf die Bank und holen das Geld. Er meint nicht Bank\u00fcberfall sondern, dass ich es von meiner VISA-Karte abheben soll und auf das Bankkonto der Werft einzahlen soll. Gut, das ist also morgen und somit in Griechenland nie ein Problem.<br \/>\nER kommt mit zu einer Versorungss\u00e4ule und aktiviert sie f\u00fcr uns mit einem Funkschl\u00fcssel, den ich mit 10 Euro aufgeladen habe. Ich wundere mich schon, dass Wasser und Strom nicht im Preis inbegriffen ist, aber der Preis ist wirklich in Ordnung: 6 Euro pro Kubikmeter Wasser und 30 Cent pro Kilowattstunde.<br \/>\nWir fangen sogleich an, Schlauchboot, cockpitteppeich, Lazybag und Bimini zu waschen. Der Platz ist ideal daf\u00fcr: Der Kai ist so breit und menschenleer, dass wir alles auf dem Beton ausbreiten k\u00f6nnen und in der Arbeitsteilung ein Spritzer und ein Schrubber den Dreck ganz ordentlich aus den St\u00fccken austreiben k\u00f6nnen. Ich bin der Schrubber. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen wir die Teile auf eine dahinter verlaufende Mauer zum Trocknen aufh\u00e4ngen, bzw. das Schlauchboot dagegen aufstellen.<br \/>\nNach dem Duschen gehen wir in ca. 15 Minuten in die Stadt Lakki. Der Hunger treibt uns gelich in das Restaurant To Petrino, wo wir wirklich gut essen. Anschlie\u00dfend will ich den Ankunftsstempel bei der Hafenpolizei holen. Es ist sehr schwierig diese \u00fcberhaupt zu finden &#8211; in einer Seitengasse gar nicht am Wasser. Es ist aber noch schwieriger, den Stempel zu bekommen: Wenn das Boot auf Land gehoben wird, muss daf\u00fcr eine Lizenz um \u20ac 5,88 erworben werden aber der zust\u00e4ndige Kollege ist nur von Mo-Fr. 8:30-2:30h im Dienst. Ich m\u00fcsse morgen kommen und beides holen. Unverrichteter Dinge ziehen wir wieder ab. Wolfgang isistiert auf ein Taxi, weil er schon so m\u00fcde ist. An der Taxistation finden wir eines, das uns in kaum zwei Minuten zur Marina bringt. Wir fallen totm\u00fcde in die Kojen obwohl es noch nicht 22h ist. <\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-09\">09.09.2008 Dienstag<\/strong><br \/>\n09:58 L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b007'44.4''+026\u00b051'27''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n10:03 L\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b007'44.4''+026\u00b051'27''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Beim Travellift<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 00:05 Strecke: ,1 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 1,2 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Wir sind fr\u00fch auf, um die Arbeiten vor dem Herausheben rechtzeitig fertig zu haben, also alles, was wir gestern gewaschen haben zusammenlegen und am Boot verstauen. Besonders unm\u00f6glich verh\u00e4lt sich dabei wieder Mal das Schlauchboot.<br \/>\nUm 10h fahren wir die 100m zum Travlliftbecken. Die Gr\u00f6\u00dfe vom Kos gewohnt, habe ich viel zu kurze Leinen an den vier Ecken des Bootes angebracht. Dieses Becken ist fast 14m breit. Der Wind kommt auch recht bl\u00f6d von er Seite aber mit etwas Verz\u00f6gerung werden wir bestens aus dem Wasser gehoben. Erst als wir \u00fcber dem Boden schweben, k\u00f6nnen wir \u00fcber eine Leiter hinunter steigen. Wir organisieren einen Wasserschlauch, h\u00e4ngen mit einem Y-St\u00fcck zwei Schl\u00e4uche daran und bearbeiten jeder f\u00fcr sich einen Rumpf. Der minimale Bewuchs l\u00e4sst sich bestens mit Wasser und Schwamm abwischen und nach einer Stunde sieht das Boot wie nach dem ersten Antifoulinganstrich aus. Ich freue mich riesig dar\u00fcber, weil so die Arbeit Anfang Juni n\u00e4chstes Jahr sehr vereinfacht wird.<br \/>\nDie Blodughadda wird auf ihren Winterplatz zwischen Travelliftbecken und Einfahrtstor vor zwei anderen Katamaranen gelegt. Der Eigenbau-Katamaran in der Mitte sieht aus wie ein graues UFO.Auch hier schlie\u00dfen wir Strom und Wasser an der 50m entfernten Versorgungss\u00e4ule &#8211; man muss einfach lange Schl\u00e4uche und Kabeln haben. Die W\u00e4scherei, soll hei\u00dfen die Waschmaschine, wird von uns in Beschlag genommen. Das funktioniert so, dass man den Schl\u00fcssel f\u00fcr den Raum und eine Waschmittelbox bekommt. Dann kann man werken und wenn man fertig ist,bringt man beides zur\u00fcck, sagt wie viele Maschinen man gewaschen hat und zahlt f\u00fcnf Euro pro St\u00fcck. Klingt viel und ist es auch. Aber mir es das egal, weil ich endlich die M\u00f6glichkeit habe, die Leinen wirklich zu waschen und nicht nur irgendwie im Wasser zu schwenken. Es werden vier Maschinen: eine mit W\u00e4sche, drei mit Leinen. Erst nach 19h ist die Letzte fertig und wir h\u00e4ngen die Leinen auf die Reling zum Trocknen. Die W\u00e4sche h\u00e4ngen wir auf eine eigens aufgespannte W\u00e4scheleine Want-Genuafall-Want. Es passen gerade alle W\u00e4schest\u00fccke drauf. In zwei Stunden sind sie in der Hitze und mit dem Wind trocken. Die Hitze setzt uns \u00fcberhaupt zu bei den vielen notwendigen Handgriffen und den unz\u00e4hligen Klettereien zwischen Boden und Boot. Am meisten setzt uns allerdings ein Fischer zu, der 4 Meter vor der Blodughadda sein Boot abschleift. Klingt wie beim Zahnarzt. Mit einer halben Stunde Mittagspause, in der wir k\u00f6stliche Tortellini mit Parmesan und Oliven\u00f6l essen, arbeiten wir knappe elf Stunden. Der K\u00fchlschrank ist gl\u00fccklicherweise noch kalt und der Wasserkonsum enorm.<br \/>\nNach Sonnenuntergang gehen wir duschen und anschlie\u00dfend essen in die Braterei gegen\u00fcber der Marinaeinfahrt &#8211; H\u00fchner und Stelzen vom Drehspie\u00df! Wir essen ein ganzes Hendl und einen griechischen Salat und kehren wieder sehr m\u00fcde zum Boot zur\u00fcck.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2008-09-10\">10.09.2008 Mittwoch<\/strong><br \/>\nL\u00e9ros \/ Marina Leros Evros SA<br \/>\nEs gibt viel zu tun und wir sind fr\u00fch auf den Beinen. Das obwohl meine rechte Ferse beleidigt ist vom vielen stehen, gehen und Badeleiter ab- und aufsteigen in den Plastikschlapfen.<br \/>\nJetzt m\u00fcssen wir innen alles fertig machen und r\u00e4umen um, damit die Motoren frei zug\u00e4nglich sind, die Matratzen gel\u00fcftet werden, die P\u00f6lster staubgesch\u00fctzt, etc. Wolfgang putz Pantry und K\u00fchlschrank, ich die Nasszelle. Auch alle inzwischen getrockneten Festmacher, Schlauchboot, Segel, Lazybag, Teppich, Life-Slingbags und Fender finden Platz in der stbd. Bugkabine und dem Ankerkasten. Um 11h erh\u00e4lt die Blodughadda eine letzte Dusche und anschlie\u00dfend wir.<br \/>\nIch besuche den Marinabesitzer, Constantin, der heute da ist. Mit nacktem Oberk\u00f6rper, kurzen Hosen und Schlapfen sieht er nicht besonders repr\u00e4sentativ aus. Aber er ist sehr freundlich und verspricht, den Ankunftsstempel bei der Hafenpolizei zu besorgen und das DEKPA-Papier aufzuheben. Er bestellt auch ein Taxi f\u00fcr uns, das um 13h p\u00fcnktlich neben dem Boot h\u00e4lt. Wir heben das Gep\u00e4ck direkt hinunter ohne es im Staub abstellen zu m\u00fcssen.<br \/>\nIn einer Viertelstunde sind wir am Flughafen ganz im N von Leros. Nach kurzer Wartezeit d\u00fcrfen wir einchecken. Dann haben wir noch 20 Minuten Zeit, die wir f\u00fcr einen sehr guten Frappee in der Taverna gegen\u00fcber n\u00fctzen. Die zweimotorige Propellermaschine Type Dash 8 landet, 2 Personen steigen aus, die Gruppe mit 8 Personen, die abfliegen wird von einer Hostess zum Flugzeug begleitet und kurz darauf hebt die Maschine wieder ab und hinterl\u00e4sst ein leeres Flugfeld. Elf Minuten sp\u00e4ter landen wir in Kos. Das Gep\u00e4ck der 4 ausgestiegenen Passagiere ist gleich da. Wir gehen in die \u00fcberf\u00fcllte Abflughalle hin\u00fcber.<br \/>\nW\u00e4hrend wir in der Schlange zum Check-In stehen, kommen Frank, Petra und Lorenz daher. Sie sind schon fr\u00fcher von der Marina losgefahren obwohl sie erst 1,5 Stunden nach uns den Flug nach M\u00fcnchen haben. Nach qu\u00e4lenden 50 Minuten in der Warteschlange d\u00fcrfen wir unser Gep\u00e4ck wie alle anderen eigenh\u00e4ndig in den Aufgabegep\u00e4ckscanner schieben und k\u00f6nnen auf ein Abschiedsbier gegen\u00fcber dem Flughafen gehen.<\/p>\n<p>Ein langer Segelsommer ist zu Ende, ein etwas zu langer. 85 Tage und ca. 1.300 Seemeilen. Res\u00fcmee: Die Ionischen Inseln kann man im Sommer nicht besuchen. Das machen zu viele andere. Der Golf von Korinth gibt f\u00fcr Bootsfahrer kaum was her. S\u00fcdlich von Athen sind auch sehr viele Boote unterwegs aber Ermioni und der Argolische Golf sind nicht so schlecht. Monimvasia muss man einfach gesehen haben, Milos dagegen nicht. Die Kykladen sind immer sch\u00f6n aber im Sommer oft zu windig. Ab Astyp\u00e1lea ostw\u00e4rts beginnt f\u00fcr mich der sch\u00f6nste Teil Griechenlands und davon der sch\u00f6nste Teil ist Patmos-Arki-Lipsi. Da gibt es mindestens so viele sch\u00f6ne Buchten wie auf den Ionischen Inseln mit einem Bruchteil der Anzahl Yachten und wenn der Wind zu lange zu arg ist, kann man zur Erholung ein paar Tage in die T\u00fcrkei fahren. Das wusste ich zwar vorher schon aber eine Best\u00e4tigung war notwendig. N\u00e4chstes Jahr werde ich nicht in die Ferne schweifen.<\/p>\n<p>Merklisten:<br \/>\nZu besorgen\/machen f\u00fcr Blodughadda:<br \/>\n&#8211; Autohelm ST50 Plus Tridata<br \/>\n&#8211; Autohelm ST50 Plus Wind + Geber im Masttopp<br \/>\n&#8211; Neues GPS, Handinstrument, per Laptop oder Einbau (Platz vorhanden 20cm breit, 15 cm hoch)<br \/>\n&#8211; Neuer Akku Type Li-Ion Battery Pack BP-2315 f\u00fcr ICOM VHF Sprechfunkger\u00e4t<br \/>\n&#8211; Finnland-Flagge H\u00f6he 60-65cm<br \/>\n&#8211; Zus\u00e4tzlichen Spannungswandler 12V -> 230V, mind. 300W Dauerleistung mit reiner Sinuswelle<br \/>\n&#8211; evtl. neue, etwas kleinere Propeller<br \/>\n&#8211; Gleitfl\u00e4chen f\u00fcr Passarella<br \/>\n&#8211; \u201eAbschalter\u201c f\u00fcr Starterbatterie, also laden ja, Stromabgabe nur an Startermotoren<br \/>\n&#8211; Ma\u00dfband<br \/>\n&#8211; Eierpiekser<br \/>\n&#8211; Heckklampen samt Edelstahl-Halteklammern<br \/>\n&#8211; Cockpit-Ablauf umleiten, Platz 15mm<br \/>\n&#8211; Einf\u00e4delschienen f\u00fcr \u201eBimini-Windschutzscheiben\u201c<\/p>\n<p>Winterservice bestellt von Pierre\/Bob:<br \/>\n&#8211; \u00d6l- und Filterwechsel<br \/>\n&#8211; Reinigung Stbd-Motor<br \/>\n&#8211; Tischlackierung<\/p>\n<p>Und hier die Arbeitsliste f\u00fcr kommenden Juni:<br \/>\n1. Au\u00dfen waschen: Deck + Cockpit mit Sp\u00fclmittel und B\u00fcrste schrubben<br \/>\n2. Alle Beschl\u00e4ge, Winschen, Klemmen, Rollreffanlage, Travellerwagen, Mastrutscher gr\u00fcndlich abspritzen<br \/>\n3. Im Salon alle Fl\u00e4chen abwischen &#8211; auch Decke<br \/>\n4. Salonp\u00f6lster aus bb-Kabine auspacken, klopfen, an ihre Pl\u00e4tze bringen<br \/>\n5. Detto mit Kapok-Kissen<br \/>\n6. Leint\u00fccher, Matratzen\u00fcberz\u00fcge und Schmutzw\u00e4sche waschen<br \/>\n7. Matratzen ausklopfen, neu \u00fcberziehen und auf die Pl\u00e4tze<br \/>\n8. Werkzeugkisten unter bb-Koje zum Stauraum \u00fcber bb-Motor<br \/>\n9. Logge unter bb-Koje ausbauen und gr\u00fcndlich reinigen<br \/>\n10. Bl\u00f6cke montieren und Gro\u00dfschot (schwarz wei\u00df) einf\u00e4deln<br \/>\n11. Dirk (gelb wei\u00df) mittels roter Sorgeleine einf\u00e4deln<br \/>\n12. Genuareffleine (blau\/schwarz wei\u00df) einf\u00e4deln<\/p>\n<p>T\u00fccher:<br \/>\n&#8211; Segel aufziehen, mit Frischwasser abspritzen, im Wind trocknen lassen, herunter holen, von den Mastrutschern abschrauben, Segellatten herausziehen, zusammenlegen und unter Salontisch verstauen<br \/>\n&#8211; Lazybag waschen, trocknen, abmontieren und verstauen im stbd-Bug (kleine Reparatur des Zipferschlusses von Takis sofort gemacht)<br \/>\n&#8211; Gro\u00df- und Genuaschoten + Lazyjacks abmontieren<br \/>\n&#8211; Alle Leinen ausgiebig mit Frischwasser waschen (im Schlauchboot), trocknen lassen, aufschie\u00dfen und im Ankerkasten verstauen<br \/>\n&#8211; Bimini waschen, abzippen, zusammenfalten, verstauen<br \/>\n&#8211; Fensternetze und Steuerstandabdeckung waschen und wieder montieren<\/p>\n<p>Schlauchboot:<br \/>\n&#8211; waschen, auslassen, zusammenfalten, einpacken, im Salon verstauen<br \/>\n&#8211; Au\u00dfenborder mit Frischwasser sp\u00fclen und durchsp\u00fclen und unter stb. Koje verstauen<br \/>\n&#8211; Paddel sp\u00fclen u im Ankerkasten verstauen<\/p>\n<p>Fl\u00fcssigkeiten:<br \/>\n&#8211; Dieseltank auff\u00fcllen, Biodiesel dazugeben<br \/>\n&#8211; Wassertanks und -leitungen mit Chlorwasser durchsp\u00fclen, leeren<br \/>\n&#8211; Bilgen trocken wischen<br \/>\n&#8211; Gasflasche absperren<\/p>\n<p>Anker:<br \/>\n&#8211; Ankerkette hochbinden, damit sie nicht auf dem Trampolin liegt<br \/>\n&#8211; Kettenschutznetz abmontieren, waschen, trocknen, verstauen<\/p>\n<p>Waschen\/wischen und hereinholen:<br \/>\n&#8211; Gro\u00dfschotbl\u00f6cke<br \/>\n&#8211; Flaggen<br \/>\n&#8211; Cockpitteppich<br \/>\n&#8211; Lifesling- S\u00e4cke<br \/>\n&#8211; Winschkurbeln<br \/>\n&#8211; Heckduschenkopf<br \/>\n&#8211; Wassersportkiste<br \/>\n&#8211; Landstromkabel<\/p>\n<p>Au\u00dfen:<br \/>\n&#8211; Baum mit Plastiks\u00e4cken verstopfen (gegen Vogelnester) und gegen Schlagen sichern<br \/>\n&#8211; Niro-Teile waschen und mit NevrDull behandeln (Relingst\u00fctzen, Bug- und Heckk\u00f6rbe, Biminigestell, Wantenbeschl\u00e4ge, GPS-Stange, Sitzfu\u00df, Lenkrad, Steckdosenklappe)<br \/>\n&#8211; Luken auf Dichtheit pr\u00fcfen, s\u00e4ubern, absperren<br \/>\n&#8211; Befestigungskn\u00f6pfe f\u00fcr Fensternetze und Steuerstandabdeckung schmieren<\/p>\n<p>Mit Frischwasser gr\u00fcndlich sp\u00fclen:<br \/>\n&#8211; Rollreffanlage<br \/>\n&#8211; Mastrutscher<br \/>\n&#8211; Winschen, Klemmen, Genuaschottraveller, Gro\u00dfschottraveller<br \/>\n&#8211; Deck, Fenster, T\u00fcr, Cockpit, Holzplattform<br \/>\n&#8211; Anker, Ankerkette, Fender, Bugnetz<br \/>\n&#8211; Ankerkasten innen<br \/>\n&#8211; Fallen und Reffleinen<\/p>\n<p>Salon:<br \/>\n&#8211; K\u00fchlschrank + T\u00fcr waschen und offen lassen<br \/>\n&#8211; Pantry putzen und aufr\u00e4umen, Herd, Sp\u00fclbecken und Wasserhahn polieren<br \/>\n&#8211; Boden wischen<br \/>\n&#8211; Sitzbankp\u00f6lster klopfen, Auflagefl\u00e4chen wischen<br \/>\n&#8211; B\u00fccher wegr\u00e4umen, Ablage wischen<br \/>\n&#8211; Tisch + Kartentisch aufr\u00e4umen, wischen<br \/>\n&#8211; Verderbliche und abgelaufene Lebensmittel entsorgen (auch unter Sp\u00fclbecken!)<br \/>\n&#8211; Eingangsteppich s\u00e4ubern, trocknen<br \/>\n&#8211; Fernglas, Icom-Hand-VHF und Kurzwellenradio verstecken<br \/>\n&#8211; Batterien aus allen Ger\u00e4ten entfernen (Fernglas, Radio, Thermometer, Taschenlampen) <\/p>\n<p>Nasszelle:<br \/>\n&#8211; Spiegel, W\u00e4nde, T\u00fcren, Waschbecken, Toilette, Boden mit Reinigungsspray behandeln und abduschen<br \/>\n&#8211; Armatur und Handdusche polieren<br \/>\n&#8211; Toilette mit Toilet bowl cleaner and lubricant durchsp\u00fclen<br \/>\n&#8211; Seeventil unter Waschbecken schlie\u00dfen<br \/>\n&#8211; Bodenrost beidseitig waschen<\/p>\n<p>Kaj\u00fcten:<br \/>\n&#8211; Matratzen + Kopfp\u00f6lster klopfen, trocknen, in stbd-Kaj\u00fcte hochkant stellen bzw. was darunter legen<br \/>\n&#8211; Teppiche klopfen<br \/>\n&#8211; Boden wischen<br \/>\n&#8211; Bettw\u00e4sche, Handt\u00fccher, Geschirrt\u00fccher putzen lassen und in entsprechende S\u00e4cke schlichten<br \/>\n&#8211; Detto f\u00fcr Bekleidung<\/p>\n<p>Motorraum<br \/>\n&#8211; Sachen in Kaj\u00fcten umschlichten, damit Motorr\u00e4ume f\u00fcr Service u Inspektion zug\u00e4nglich sind<br \/>\n&#8211; Stromversorgung abschalten: Alle Schalter senkrecht<\/p>\n<p>Zum Schluss:<br \/>\n&#8211; Fender, Mooring- und Festmacherleinen kontrollieren, auf Heckkorb aufschie\u00dfen<br \/>\n&#8211; Ersatzfestmacher in Backskiste legen<br \/>\n&#8211; Ankerkasten versperren mit Niroschloss<br \/>\n&#8211; T\u00fcr versperren<br \/>\n&#8211; Passarella auf Holzplattform legen<br \/>\n&#8211; Schl\u00fcssel bei der Rezeption hinterlegen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktualisierung 20.08.2018 01:52:48 Anzahl Tage: 15 27.08.2008 Kos Nord \/ Marina 28.08.2008 Kos Nord \/ Marina 29.08.2008 Kos \/ Marina &#8211; Ps\u00e9rimos \/ O. 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