{"id":1285,"date":"2018-08-20T11:29:47","date_gmt":"2018-08-20T09:29:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/?page_id=1285"},"modified":"2018-08-20T11:29:47","modified_gmt":"2018-08-20T09:29:47","slug":"2003-10-13-kos-patmos-kos","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/toernberichte\/2003-2\/2003-10-13-kos-patmos-kos\/","title":{"rendered":"2003-10-13 Kos &#8211; Patmos &#8211; Kos"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/toernberichte\/2003-2\/2003-10-13-kos-patmos-kos\/print\/\" title=\"Beitrag drucken\" rel=\"nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"WP-PrintIcon\" src=\"https:\/\/blodughadda.lpe.at\/blogbuch\/wp-content\/plugins\/wp-print\/images\/printer_famfamfam.gif\" alt=\"Beitrag drucken\" title=\"Beitrag drucken\" style=\"border: 0px;\" \/><\/a>  Aktualisierung 20.08.2018 12:28:12 Anzahl Tage: 7<br \/>\n<a href=\"#2003-10-13\">13.10.2003 In Marina Kos<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-14\">14.10.2003 Kos \/ Marina &#8211; K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-15\">15.10.2003 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-16\">16.10.2003 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos &#8211; Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-17\">17.10.2003 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 &#8211; L\u00edpsi \/ O. Lipsi &#8211; Patmos \/ Hafen Sk\u00e1la<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-18\">18.10.2003 Patmos \/ Hafen Sk\u00e1la &#8211; L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li &#8211; K\u00e1lymnos \/ Embori\u00f3s<\/a><br \/>\n<a href=\"#2003-10-19\">19.10.2003 K\u00e1lymnos \/ Embori\u00f3s &#8211; Ps\u00e9rimos \/ O. Vathy &#8211; Kos \/ Marina<\/a><\/p>\n<p>Crew:<br \/>\nT\u00f6tterstr\u00f6m Tom<\/p>\n<p>Gesamt T\u00f6rn:<br \/>\nZeit unterwegs: 16:02 Strecke: 94,7 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 5,9 Knoten<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-13\">13.10.2003 Montag<\/strong><br \/>\nIn Marina Kos<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-14\">14.10.2003 Dienstag<\/strong><br \/>\nKos \/ Marina &#8211; K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<br \/>\nAm Vormittag entleere ich die Stbd-Bilge, wo sich 2 K\u00fcbeln S\u00fc\u00dfwasser gesammelt hat &#8211; woher? Ich wische sie noch ordentlich aus. Nach der Hafenpolizeiabmeldung mache ich die Blodughadda startklar und um 14:10 lege ich ab. Das Wetter ist herrlich und der Wind kommt nat\u00fcrlich auf die Nase, allerdings mit nur 12-14 Knoten. Es gen\u00fcgt aber, um das Vorschiff und die Fenster salznass zu bekommen.<br \/>\nBei Ps\u00e9rimos h\u00e4nge ich die Schleppangel hinaus ohne mir etwas dabei zu erwarten. Ich genie\u00dfe die \u00dcberfahrt, das Meer und die Sonne. Ich spiele Musik, r\u00e4ume auf und stelle fest, dass ich mich alleine sehr wohl f\u00fchle.<br \/>\nUm 17:18 h erreiche ich den Scheitel der Bucht. Um 17:38 habe ich alleine bestens mit Buganker und Heckleinen am kleinen Anleger festgemacht &#8211; Katamaran sei Dank. Habe das Boot in die richtige Richtung und die Ruder gerade gestellt und beide Motoren im langsamen R\u00fccklauf geschaltet. Den Anker habe ich wie bei einem normalen Anlegeman\u00f6ver ausgelegt und kurz vor dem Anleger dicht geholt. Somit hat er das Boot abgebremst und ich konnte mit der Heckleine an Land steigen und festmachen. Etwas gemurkst hat es anschlie\u00dfend allerdings schon, weil der Seitenwind das Boot  zur Seite gedr\u00fcckt hat, als ich die zweite Heckleine festmachen wollte. Aber mit BB-Motor im R\u00fcckw\u00e4rtsgang und Stbd-Motor im Vorw\u00e4rtsgang und das Ruder voll nach BB habe ich dann die urspr\u00fcngliche Lage wieder erreicht und konnte die BB-Heckleine festmachen. Ich bin direkt stolz auf mich!<br \/>\nUm 18:30 kommt Nikolas daher, hektisch wie immer. Er bevorzugt einen Kaffee, den ich sogleich in der Espressokanne mache. Als wir ausgetrunken haben, gehen wir gemeinsam zu seiner Taverna. Er erwartet noch ein deutsch-griechisches Paar, das bei ihm wohnt und sich gerade in den Bergen herumtreibt. Wir holen einige Sachen von seinem Auto w\u00e4hrend in der Zwischenzeit die Pommes kochen. Dann serviert er die Pommes mit einer k\u00f6stlichen Sauce, gef\u00fcllte Weinbl\u00e4tter und Gigant\u00e9s zusammen mit selbstgebackenem Brot seiner Mutter. Wir essen aus gemeinsamen Tellern und lassen es uns herrlich schmecken. Als wir fertig sind, kommen auch schon Michael und Olympia von ihrer Bergtour zur\u00fcck. Sie haben auch Hunger und bekommen das gleiche plus Stifado (!) serviert. Die beiden sind aus in Boulder, Colorado und seit \u00fcber einem Monat in Griechenland unterwegs, weil sie als Computerfachleute arbeitslos geworden sind. Um 21h m\u00fcssen sie aufbrechen, um die F\u00e4hre nach Athen zu erreichen. Nikolas bringt sie nach Pothia und ich gehe zur\u00fcck zur Blodughadda. Er wollte diesmal gar kein Geld von mir!<br \/>\nEs ist pechschwarz und windstill. Ich h\u00f6re nur den sanften Wellenschlag am Kiesstrand, eine Glocke  und vereinzeltes Bl\u00f6cken eines Schafes und eine kleine Nachtmusik der Grillen, bis ich selbst die Musik aufdrehe&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-15\">15.10.2003 Mittwoch<\/strong><br \/>\nK\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos<br \/>\nIch schlafe lange, bis 1\/2 11. Das macht 12 Stunden Schlaf. Die absolute Ruhe weckt mich erst als ich ausgeschlafen bin. Bei herrlichem Wetter fr\u00fchst\u00fccke ich drau\u00dfen. Dann fange ich an, die Salonfenster und die grauen Rinnsale von den Fensterdichtungen zu putzen. Ich lege mich ordentlich ins Zeug und behandle die Fenster mit dem High-Tech-Mittel, \u201cStar Brite Rain View\u201d, das angeblich Wassertropfen nur so zum Abperlen  bringen soll. Na da bin ich neugierig. Jedenfalls war das eine ganz sch\u00f6ne Arbeit.<br \/>\nDann darf die Blodughadda wieder Mal als Fotomodell auftreten. Ich fotografiere das Boot au\u00dfen und innen, um die endg\u00fcltigen Bilder zum Herzeigen zu haben.<br \/>\nGestern hat Nikolas gemeint, er w\u00fcrde um 13:30h kommen und wir k\u00f6nnten gemeinsam Fische und Kraken harpunieren  gehen. Als er um 16h noch nicht da ist, gehe ich das erste Mal schwimmen. Das Wasser hat 22\u00b0, ist herrlich klar und beherbergt jede Menge Fische, darunter auch gro\u00dfe Goldstriemen und Brassen. Eine Harpune w\u00e4re vielleicht doch nicht so schlecht. Jetzt begn\u00fcge ich mich damit, das Schaufelrad der Logge zu putzen, damit es wieder dreht und die Logge wieder funktioniert.<br \/>\nBeim Abduschen bem\u00fche ich mich, m\u00f6glichst viel Wasser zu verschwenden. Denn ich habe vollgetankt und in f\u00fcnf Tagen m\u00fcssen die Tanks wieder leer sein. Ein wirklich au\u00dfergew\u00f6hnliches Gef\u00fchl!<br \/>\nAnschlie\u00dfend schmeckt die griechische Jause mit Feta, Oliven und Rets\u00edna bestens.<br \/>\nUm 18h kommt Nikolas als ich gerade das Unterwasser mit der B\u00fcrste vom Algenbewuchs befreie. Wir fahren gemeinsam mit seinem Boot hinaus, Thunfische fangen. Er legt eine lange Leine mit vielen Plastikk\u00f6dern aus, die er mit relativ hoher Geschwindigkeit hinten nachschleppt. Sein Fischergl\u00fcck ist allerdings identisch mit dem Meinigen. Also trinken wir eine halbe Stunde sp\u00e4ter Kaffee mit Metaxa an Bord. Aber nur so lange bis sich das franz\u00f6sische Ehepaar vom inzwischen angekommenen Boot mit dem Schlauchboot ans Ufer kommt. Da muss er als Gastwirt ausr\u00fccken und beeilt sich zu seiner Taverna.<br \/>\nIch folge bald darauf, setze mich zum Tisch der Franzosen. Er ist Bootsbauer und hat das Segelboot gebaut, mit dem im Sommer eine Familie unterwegs war und in Ark\u00ed neben uns gelegen ist. Nikolas organisiert Fische, Pommes und gef\u00fclltes Gem\u00fcse. Wir essen und plaudern. Die Franzosen verabschieden sich um 22h und ich eine halbe Stunde sp\u00e4ter.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-16\">16.10.2003 Donnerstag<\/strong><br \/>\n06:15 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b002'31''+026\u00b058'18''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n09:20 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b016'56''+026\u00b046'19''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ankern<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 03:05 Strecke: 20,3 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 6,6 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Hahnengeschrei weckt mich um 5h auf. Habe ich gestern gar nicht geh\u00f6rt. Ich schlummere aber noch bis kurz vor 6. Dann stehe ich auf, mache einen Tee und esse ein Molto-Kipferl. Um 6:15h, lange vor Sonnenaufgang,  lege ich ab. Der 3\/4-Mond beleuchtet aber alles bestens solange ich kein Licht mache. Sogar der Computerbildschirm ist zu hell um anschlie\u00dfend was zu sehen. Ich steuere aus der Bucht hinaus und nehme Kurs auf Leros. Ab 7h wird es hell und um 7:25h geht die Sonne hinter den t\u00fcrkischen Bergen auf. Der Wind kommt ohne nennenswerte Geschwindigkeit aus Nord.<br \/>\nIch motore entlang der E-K\u00fcste von Leros, genie\u00dfe den Sonnenaufgang und das angenehme Schaukeln in den sanften Wellen, lese \u201cStupid White Men\u201d und telefoniere lange mit Beate, die im Stau auf der S\u00fcdautobahn steckt.<br \/>\nKurz nach 9 erreiche ich die S\u00fcdspitze von Lips\u00ed. Ich sehe mir die weite Bucht Kouloura von der Ferne an &#8211; sieht nicht besonders aus und setze die Fahrt in W-Richtung am Kap Koraki\u00e1 vorbei, an dem ich in die Bucht Katsadi\u00e1 einbiege. Es gibt hier einige Seitenbuchten mit Sandboden, die alle recht einladend aussehen. Ich entscheide mich f\u00fcr eine kleine Einbuchtung in der Mitte, direkt innerhalb eines Inselchens, das die Bucht in zwei H\u00e4lften teilt. Nach dem Ankerman\u00f6ver lege ich mich um 1\/2 10 wieder hin und schlafe ca. eine Stunde. Dann gehe ich schwimmen &#8211; besser gesagt mich waschen, denn mir kommt das Meerwasser eiskalt vor. Ich messe nach und lese 22\u00b0 ab, also gleich warm wie gestern. Die Umgebung ist lieblich, das Meer kristallklar und t\u00fcrkis, es ist fast windstill und ger\u00e4uschlos bis auf zwei Arbeiter, die in der Ferne hin und wieder Steine zurecht klopfen. Ich lege mich ins Cockpit und lese weiter. Es wird ein absolut fauler Nachmittag und ich lese, d\u00f6se, schlafe, schaue die Umgebung an. Um 16h ziehen langsam Wolken vom Westen her auf. Es wird k\u00fchler und es sieht nach Regen aus. Inzwischen habe ich Hunger bekommen und koche mir Spaghetti mit Barilla-Arrabiata-Sugo. Es schmeckt abscheulich. Gut, dass ich zuerst nur einen L\u00f6ffel voll auf die Spaghetti gebe &#8211; war mir schon suspekt. Es wird daher Spaghetti mit Oliven\u00f6l und Basilikum, das geht. Die Fische bekommen das Sugo, das im Wasser so aussieht, als h\u00e4tte es den Darm und die Klosp\u00fclung schon passiert. Ein geb\u00fchrender Anblick f\u00fcr dieses Geschmackserlebnis. Zum Dr\u00fcberstreuen bekommen die Fische auch noch einige Spaghetti, die ich nicht mehr aufessen kann.<br \/>\nIch lese weiter und lasse die Abendd\u00e4mmerung in der absoluten Windstille und Ruhe auf mich wirken. Als es zu finster zum Lesen wird, gie\u00dfe ich mir einen Gin Tonic ein und sehe zu, wie die Nacht hereinbricht. Was f\u00fcr ein Tag! Sowohl den Beginn wie das Ende voll bewusst miterleben zu k\u00f6nnen ist so selten der Fall. Meine Augen gew\u00f6hnen sich derart stark an das wenige Licht, dass ich im spiegelglattem Wasser Fische beobachten kann, die fosforisierendes Licht aussenden. Zuerst glaube ich an eine Spiegelung eines Sterns. Aber der Himmel ist nach wie vor bedeckt und sternenlos. Dann sehe ich, wie blau-lila Streifen in Fischbewegung so 50 cm lang durchs Wasser ziehen &#8211; also was kann das nur sein wenn nicht Fische mit eingebauter Laterne?<br \/>\nNachdem ich die vorigen Zeilen geschrieben habe, gehe ich wieder hinaus in die inzwischen stockfinstere Nacht. Nach einiger Zeit gew\u00f6hnen sich die Augen wieder an die Finsternis und ich kann wieder zwischen Land, Himmel und Wasser unterscheiden. Die Wolken verziehen sich und die Sterne kommen hervor. Es ist zum Heulen sch\u00f6n und das einzige, was zu meinem Gl\u00fcck fehlt, ist, dass Beate diese Eindr\u00fccke nicht mit mir teilen kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-17\">17.10.2003 Freitag<\/strong><br \/>\n10:34 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b016'56''+026\u00b046'19''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n11:17 Lipsi \/ O. Lipsi <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b017'50''+026\u00b045'17''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Anlegen<\/em><br \/>\n12:10 Lipsi \/ O. Lipsi <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b017'50''+026\u00b045'17''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ablegen<\/em><br \/>\n14:05 Patmos \/ Hafen Sk\u00e1la <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b019'31''+026\u00b032'44''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Anlegen<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 02:38 Strecke: 13,5 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 5,1 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Heute weckt mich kein Hahn und ich wache erst um 9:45h nach 12 Stunden Schlaf auf. Der Morgenk\u00f6pfler ins k\u00fchle Wasser weckt die Lebensgeister sofort auf. Ich fr\u00fchst\u00fccke ein wenig und lege dann ab. 2 Seemeilen sp\u00e4ter mache ich l\u00e4ngsseits an der leeren Hafenmole von Lips\u00ed an. Es herrscht auch hier absolute Ruhe. Ich gehe hinauf, kaufe Tomaten und Bier und setze mich am Hauptsplatz in ein Kaf\u00e9nion auf Kaffee und Toast, beobachte die wenigen Leute und lese weiter.<br \/>\nZur\u00fcck auf dem Boot stelle ich fest, dass die Hafenbauarbeiten wieder im Gange sind und unn\u00f6tig L\u00e4rm machen. Ich beschlie\u00dfe nach Patmos zu fahren &#8211; wenn schon L\u00e4rm, dann ordentlichen Mopedl\u00e4rm! Um 12:10 lege ich bei fast null Wind ab. Der seit dem Morgen klare Himmel tr\u00fcbt sich wieder zu. Die \u00dcberfahrt verl\u00e4uft problemlos und schnurgerade nach Skala.<br \/>\nObwohl leichter Seitenwind herrscht, gelingt das Anlegeman\u00f6ver bestens. Damit ich beide Heckleinen mitnehmen kann, wenn ich an Land springe, habe ich sie mit einem Seil miteinander verbunden. Die Ballonfender habe ich hinten angebunden, f\u00fcr den Fall, dass das Boot zu nahe am Pier getrieben wird. Nach einigen Justierungen liegt die Blodughadda perfekt. Ich verwende die Passarella gar nicht, sondern lege ein Zusatzseil, mit dem ich das Boot n\u00e4her zum Ufer heranziehen und damit hin\u00fcberhupfen kann. Das hat auch den Vorteil, dass das Boot lockerer liegen kann und daher \u00fcberhaupt nicht in den Seilen ruckelt. Ehrlich gesagt bin ich hierher gefahren, um mir selbst zu beweisen, dass ich auch hier alleine anlegen kann&#8230;<br \/>\nDann lese ich noch die \u201cStupid White Men\u201d zu Ende. Der Michael Moore ist ja wirklich ein Paradegr\u00fcner. Ich wundere mich, dass es solche in Amerika \u00fcberhaupt gibt. Eine verschwindend kleine Minderheit d\u00fcrfte ihr Gehirn dort doch von der W\u00e4sche ferngehalten haben.<br \/>\nUm 17h begebe ich mich in den Ort. Ich flaniere herum und sehe mir den Hafenort ausf\u00fchrlich an, trinke einen Frappee und gehe H\u00fchnersouvlaki essen ins Rastaurant mit dem meisten Verkehrsl\u00e4rm, wenn schon denn schon! Der Ort ist noch nicht ganz touristenfrei, aber fast. Auf dem Heimweg schaue ich noch ins \u201cArion\u201d auf einen Gin Tonic vorbei. Das Lokal ist wirklich genauso nett wie immer, obwohl menschenleer &#8211; wahrscheinlich war ich zu fr\u00fch dran.<br \/>\nAuf der Blodughadda zur\u00fcckgekehrt f\u00fchle ich mich wieder \u201cwie zu Hause\u201d und schreibe diese Zeilen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-18\">18.10.2003 Samstag<\/strong><br \/>\n09:35 Patmos \/ Hafen Sk\u00e1la <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b019'31''+026\u00b032'44''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ablegen<\/em><br \/>\n10:00  <em>segel setzen<\/em><br \/>\n12:00  <em>Segel bergen<\/em><br \/>\n13:42 L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b009'00.42''+26\u00b051'43.92''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Anlegen<\/em><br \/>\n15:12 L\u00e9ros \/ O. Pant\u00e9li <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b009'00.42''+26\u00b051'43.92''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ablegen<\/em><br \/>\n16:35 K\u00e1lymnos \/ Embori\u00f3s <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b002'42''+026\u00b055'42''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>An Boje<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 05:30 Strecke: 29,8 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 5,5 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Der Mopedl\u00e4rm hielt sich in Grenzen und ich kann bis 8:30h schlafen. Um 9:35h lege ich ab, es klappt wieder bestens ohne Hilfe. Es weht ein angenehmer Wind aus Nord mit 12-14 Knoten. Kurz nach der Hafenausfahrt setze ich Segel und nehme Kurs auf Leros. Es sind perfekte Segelbedingungen. Mit dem Autopiloten ist es wirklich kein Problem, alles selbst zu machen. Und die neue Travellerleinenwinsch macht das Verstellen des Travellers zum Kinderspiel &#8211; was f\u00fcr eine Erleichterung! Ich komme mit ca. 7 Knoten gut voran.<br \/>\nS\u00fcdlich von Lips\u00ed wird der Wind deutlich schw\u00e4cher und die Geschwindigkeit ebenso. Ich lasse mich nicht von der langsamen Fahrt beirren, sondern lege die Angelk\u00f6der aus, jawohl &#8211; DIE Angelk\u00f6der. Denn ich verwende gleich zwei. Leider ist das Ergebnis gleich wie bei einem. Aber es ist recht lustig. Dann h\u00f6rt der Wind \u00fcberhaupt auf und ich hole die Segel herunter.<br \/>\nIch erreiche Pant\u00e9li auf L\u00e9ros um 13:40h und lege mich l\u00e4ngsseits an einem freien Platz zwischen einigen Eignerbooten. Das Ehepaar von der \u201cKleinen Brise\u201d meint, die Fischer w\u00fcrden mich sicher verjagen, denn das h\u00e4tten sie gestern auch getan. So weit lasse ich erst gar nicht kommen, denn um 15:10h lege ich wieder ab. Laute Mopeds gehen ja noch aber permanent bellende K\u00f6ter und dauernd hin und herfahrende Fischerboote veranlassen mich, einen ruhigeren Platz zu suchen. Au\u00dferdem gibt es hier \u00fcberhaupt keinen Blick aufs Meer, weil die Molenmauer zu hoch ist.<br \/>\nDen ruhigen Platz finde ich in Empori\u00f3s an der NW Seite von K\u00e1lymnos. Es ist wieder eine \u201cneue\u201d Bucht (dass es sowas hier noch gibt!). Zuerst schaue ich in die bis auf eine Hausruine und Telefonmasten unber\u00fchrte Westeinbuchtung hinein. Landschaftlich ziemlich \u00f6de aber dagegen h\u00e4tte ich nichts. Was mich zum Verlassen dieses Platzes bewirkt, sind die vielen Kr\u00e4hen. Sie scheinen hier \u00fcberall zu sein und machen einen irren Krach &#8211; ein neues L\u00e4rmerlebnis in Griechenland.<br \/>\nWeiter \u00f6stlich liegt die amerikanische Yacht \u201cBrilliant\u201d an einer Boje, die zur Taverna \u201cMbarba Nikolas\u201d hoch am Ufer geh\u00f6rt. Es gibt noch eine freie Boje. Ich \u00fcberlege, ob ich diese nehmen soll, denn ich habe keine Lust in die Taverna zu gehen. Der Ami versichert, dass die Bojen in Ordnung sind, also nehme ich sie und \u00fcberpr\u00fcfe noch mit Vollgas r\u00fcckw\u00e4rts, ob sie wirklich h\u00e4lt. Soll der Onkel Nikolas nur kommen, dann kaufe ich ihm gerne etwas ab.<br \/>\n\u00dcberhaupt gibt es hier viele Bojen, die verschiedene Tavernen ausgelegt haben. Offensichtlich ist die n\u00f6rdlichste Ortschaft von K\u00e1lymnos doch abseits der Hauptrouten und sie wollen damit Yachties anlocken. Kein schlechter Platz, soweit ich das mit dem Fernglas feststellen kann.<\/p>\n<p>Ich wurde entf\u00fchrt! Nicht vom Onkel Nikolas, sondern vom aller Leute Freund Nikolas aus Poli\u00f3nisos himself. Ich h\u00f6rte ein Hupen am Strand und jemanden rufen \u201cHallo Thomas, bist es du?\u201d Es war ich und es war Nikolas, der hier in der Taverne Freunde hat. Also rudere ich mit dem Schlauch hin\u00fcber und werde herzlichst empfangen vom Nikolas, Pavlos (dessen Vater Nikolas hei\u00dft und nach ihm die Taverne benannt ist) und Ulf, einem Schweden, der hier ein Haus hat und sich offensichtlich seither wichtig macht.<br \/>\nEs wird ein recht vergn\u00fcglicher Abend, sprich feuchtfr\u00f6hlicher. Gut, dass ich anfangs Bier bestellt habe, denn es wird immer wieder eine Flasche auf den Tisch gestellt, den irgendjemand bezahlt hat. Die anderen sind schon l\u00e4ngst bei Rets\u00edna und alsbald ziemlich hin\u00fcber. Kurz nach 22h habe ich dann genug, darf hei\u00dfe 8 Euro zahlen (inklusive Lammkoteletts), erhalte noch 2 kleine Schw\u00e4mme vom Nikolas (eins f\u00fcr Beate und eins f\u00fcr Eveline oder Maria, je nachdem, wen ich vorher treffe&#8230;ganz sch\u00f6n cool der Bursche) und rudere zum Boot zur\u00fcck.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#top\"><\/a><strong id=\"2003-10-19\">19.10.2003 Sonntag<\/strong><br \/>\n10:10 K\u00e1lymnos \/ Embori\u00f3s <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=37\u00b002'42''+026\u00b055'42''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Abfahrt<\/em><br \/>\n13:34 Pserimos \/ O. Vathy <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=36\u00b056'16.4''+027\u00b009'16.6''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ankern<\/em><br \/>\n17:05 Pserimos \/ O. Vathy <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=36\u00b056'16.4''+027\u00b009'16.6''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ablegen<\/em><br \/>\n18:30 Kos \/ Marina <a href=\"https:\/\/maps.google.at\/maps?f=q&#038;source=s_q&#038;hl=de&#038;geocode=&#038;q=36\u00b053'35''+27\u00b018'01''&#038;z=15\" target=\"_blank\">Karte<\/a> <em>Ankunft<\/em><br \/>\n Zeit unterwegs: 04:49 Strecke: 31,1 Seemeilen  \u00d8 Fahrt: 6,5 Knoten <\/p>\n<hr \/>\n<p>Um 10:10 mache ich mich nach Ps\u00e9rimos auf. Es ist total diesig, absolut windstill und recht schw\u00fcl mit 27\u00b0. Hoffentlich braut sich da nicht ein Unwetter zusammen. Der Wetterbericht um 13h bringt Sturmwarnung f\u00fcr S\u00fcdadria und das Ionische Meer und verschont eigentlich nur diese Ecke vor Starkwind, Regen und Gewitter. Ich hoffe, es stimmt. Andererseits habe ich ja von Vathy nur mehr einen Hupfer bis zur Marina Kos.<br \/>\nZum letzten (?) Mal habe ich jetzt vergebens versucht, herauszufinden, wieso der Steuerbordmotor zu viel Spannung an die Batterie liefert. Ich habe ein Mail mit der Bitte um Hilfe an die Werft geschrieben. Na werma sehn.<br \/>\n13:30h &#8211; bin in Vathy \/ Ps\u00e9rimos angekommen und ankere tief in der Bucht auf 2m. Gerade hier weht ein laues L\u00fcfterl &#8211; in die Bucht hinein. Zumindest gibt es keine Fallb\u00f6en.<br \/>\nIch schreibe ein Mail an Beate. Dann koche ich mir ein k\u00f6stliches Beacon Omelett. Das Wetter scheint sch\u00f6ner zu werden. Dann mache ich Bootsputz. Bis morgen muss ich 200 l Wasser verbraucht haben. Seit Patmos ist das Deck total dreckig, staubig, russig. Ich sch\u00e4tze, die Schuld daf\u00fcr tr\u00e4gt das Elektrizit\u00e4swerk, das Tag und Nacht rennt und genau in Windrichtung die Dieselabgase hinausbl\u00e4st.<br \/>\nUm 17h mache ich noch einer letzte Schnorchelrunde f\u00fcr dieses Jahr rund um die Blodughadda. Das Wetter hat sich wieder verschlechtert, der Himmel ist ganz tr\u00fcb und der Wind steht in die Bucht hinein. Bei gr\u00f6\u00dferen Wellen und stockfinsterer Nacht m\u00f6chte hier nicht den Anker hieven m\u00fcssen, schon gar nicht allein. Also mache ich mich auf den Weg nach Kos. Der Wind kommt mit 11 Knoten direkt auf die Nase und es sieht sehr nach Regen aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktualisierung 20.08.2018 12:28:12 Anzahl Tage: 7 13.10.2003 In Marina Kos 14.10.2003 Kos \/ Marina &#8211; K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos 15.10.2003 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos 16.10.2003 K\u00e1lymnos \/ O. Pali\u00f3nisos &#8211; Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 17.10.2003 Lipsi \/ O. Katsadi\u00e1 &#8211; L\u00edpsi \/ O. 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