Aktualisierung 17.09.2021 08:05:21 Anzahl Tage: 38
07.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari
08.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari
09.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari – Gyali / Strand
10.08.2021 Gyali / Strand
11.08.2021 Gyali / Strand
12.08.2021 Gyali / Strand – Kos / Kefalos, Kamari
13.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari
14.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari
15.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari – Einbuchtung zw. Kefalos und Camel Beach – Kos / Kefalos, Kamari
16.08.2021 Kos / Kefalos, Kamari – Kálymnos / Pothia Tankstelle – Kálymnos / O. Vlychádia
17.08.2021 Kálymnos / O. Vlychádia – Léros / Lakkí Kuluki
18.08.2021 Léros / Lakkí Kuluki – Lipsi / O. Katsadiá Limni
19.08.2021 Lipsi / O. Katsadiá Limni
20.08.2021 Lipsi / O. Katsadiá Limni – Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
21.08.2021 Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
22.08.2021 Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
23.08.2021 Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
24.08.2021 Lipsi / O. Kulúra Koklakura – Arkí / Tiganáki
25.08.2021 Arkí / Tiganáki – Sámos / Marathókampos
26.08.2021 Sámos / Marathókampos
27.08.2021 Sámos / Marathókampos – Sámos / Limnionas
28.08.2021 Sámos / Limnionas – Ikaría / Fáros
29.08.2021 Ikaría / Fáros – Foúrnoi / Thymenaki – Furni / Thimena
30.08.2021 Furni / Thimena
31.08.2021 Furni / Thimena – Patmos / O. Meloï
01.09.2021 Patmos / O. Meloï
02.09.2021 Patmos / O. Meloï – Patmos / Agriolivadia
03.09.2021 Patmos / Agriolivadia
04.09.2021 Patmos / Agriolivadia
05.09.2021 Patmos / Agriolivadia – Lipsi / O. Lipsi
06.09.2021 Lipsi / O. Lipsi
07.09.2021 Lipsi / O. Lipsi – Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
08.09.2021 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
09.09.2021 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / Lakkí Kuluki
10.09.2021 Léros / Lakkí Kuluki
11.09.2021 Léros / Lakkí Kuluki – Kos / Kefalos, Kamari
12.09.2021 Kos / Kefalos, Kamari
13.09.2021 Kos / Kefalos, Kamari
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 40:58 Strecke: 227,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
07.08.2021 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Als die Wassertanks wieder voll sind (277 Liter verbraucht = knappe 10 Liter per Person und Tag), wasche ich das mittlerweile ziemlich grindige Schlauchboot. Mit dem sauteuren (€ 18,80 für 1 Liter) „Blue Marine NEW MAGIC Nano technology“ Schlauchbootreiniger geht das wirklich sehr gut. Ich spritze auch die Heckplattform, das Deck und das Netz ab, wobei die zwei letzteren nicht besonders gut. Der Seitenwind ist nämlich so stark, dass der Wasserstrahl sich nach ca. einem Meter waagrecht Richtung Pier verabschiedet.
Wir ankern dann etwa 150 m N der Pier und essen an Bord.
08.08.2021 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Nach Sonnenaufgang fängt die Schaukelei allmählich wieder an. Wir verlegen den Ankerplatz in den NW-Teil der Bucht, wo die kleinen depperten seitlichen Wellen kaum vorhanden sind und essen ein gutes Sonntagsfrühstück.
Nach dem seltsamen Tag vorgestern mit flauem Südwind und Sonne hinter Wolkenschleier ist die arge Hitze hier zumindest vorläufig vorbei. Dafür ist der Meltémi seit gestern Mittag da. Heute am Ankerplatz bläst es die ganze Zeit ganz ordentlich, Spitzenwert 37,2 kn – immerhin fast 70 km/h. Und so soll es die ganze Woche bleiben. Den Windsurfern gefällt es. Sie rattern mit sagenhafter Geschwindigkeit so knapp am Boot vorbei, dass man sich nicht traut, ins Wasser zu hupfen, das mittlerweile 29°C hat, also mehr als die Luft.
Kurz vor 20h fahren wir gegen den mittlerweile schwächeren Wind an Land, kaufen in einem Supermarkt was ein und setzen uns wieder in die Taverna Kastri. Die hat viel mehr Gäste als die zwei Mal bisher und das merkt man. Ungefähr eine Stunde nach der Bestellung frage ich den Kellner, warum es so lange dauert. Weil in der Küche nur sein Vater und seine Frau arbeiten und so viele Leute da sind, sagt er. Na gut, dann bringe zumindest Brot und Olivenöl, sage ich. Kommt auch prompt und dazu Oliven. Dann dauert es kaum 20 Minuten bis endlich das Essen serviert wird, das wir in einem Bruchteil der Wartezeit verspeisen. Schmeckt wirklich gut und mit Hilfe meiner Stirnlampe sehen wir auch was wir essen (Féta fúrnu, Kolokithákia tiganitá und Kotobeïkon suvláki).
09.08.2021 Montag
12:47 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
12:57 Genua setzen, Motoren aus
14:48 Genua bergen, Motoren an
15:03 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:16 Strecke: 10,4 Seemeilen Ø Fahrt: 4,6 Knoten
Beate hat die Idee, unsere Wäsche waschen zu lassen. Und zwar so, dass wir sie zum Autovermieter Manolis bringen und die Wäscherei sie dort abholt und wieder hinbringt. Nach zwei Telefonaten ist das gebongt. Mit drei Lidl Einkaufstaschen fahren wir zum Strand und gehen zur Autovermietung. Marja Riitta ruft nochmals den Yannis von der Wäscherei an und erklärt auf griechisch, zu welcher Manolis Filiale er kommen soll. Übermorgen oder am Donnerstag können wir die Wäsche dann wieder da abholen.
Um punkt zwölf Uhr startet der Wind durch. Wir eine Dreiviertelstunde später. Bei 20 – 25 kn Rückenwind zieht uns die die Genua mit Ø 5 kn voran.
In Gyali nehmen wir den üblichen Ankerplatz auf 2m Tiefe. Die anderen 4 Boote ankern natürlich viel weiter draußen in tieferem Wasser.
Nach dem Abendessen gibt es einen Tatort von der Festplatte.
10.08.2021 Dienstag
Gyali / Strand
Als ich mich rasiere sehe ich hinter uns ein Segelboot ankern mit dem Namen Coco Loco ganz groß auf der Seite geschrieben. Kommt mir bekannt vor. Und ganz richtig, Im Mittelmeer-Skipper-Forum gibt es diesen Nickname und die dazu gehörigen Namen Bernd und Conny. Ich schwimme die ca. 150 Meter zum Boot und ganz richtig, Bernd und Conny sind an Bord zusammen mit einer Freundin, deren Namen ich vergessen habe. Es ergibt sich eine sehr nette Plauderei bei einem Bierchen.
Gegen 19h fahren Beate und ich mit dem Schlauch zum Strand, um die Füße etwas zu vertreten. Wir umrunden den ganzen mittleren niedrigen sandigen Teil der Insel. Bis auf drei Leute bei den armseligen Gastarbeiterbehausungen sehen wir niemanden. Wie voriges Jahr wundern wir uns darüber, dass die beidseitig herrlichen und langen Sandstrände komplett menschenleer sind zumal es ja sogar einen Hafen gibt, an dem Ausflugsboote bestens anlegen könnten. Naja, vielleicht will die Bimsabbaugesellschaft nicht, dass Leute sehen, wie sie die Natur verschandelt.
Als wir um 19:45h zurück kommen, legt die KAAN DEVAL endlich mit Ziel Ashdod in Israel ab. Seit unserer Ankunft ist sie mit Perlit an der 1,5 km entfernten Verladestelle beladen worden und hat dabei bis hierher zwar schwach aber doch deutlich hörbar vor sich hingebrummt. An der nur 330 m entfernten Verladestelle für Bims ist hingegen Ruhe.



11.08.2021 Mittwoch
Gyali / Strand
Was ich gestern geschrieben habe, wird heute um 13 Uhr obsolet: Ein Boot legt im Hafen an und heraus quillt eine Horde Badegäste, die sich eiligen Schrittes entlang des Strandes verteilt. Um 16:15 ist der Badespaß vorbei und das Boot dampft nach Nisyros Mandraki ab.
Die Plattfische sind lustig! Einerseits tummeln sie sich zu fünfzehnt auf dem Sandgrund bei der Ankerkette, hauptsächlich dort, wo diese sich vom Grund zum Boot erhebt und durch die Hin- und Herbewegungen des Bootes etwas Sand aufwühlt bzw. schiebt. Sie lassen sich geradezu von der Kette schubsen. Als ich etwas weiter strandwärts die vom Sandgrund aufsteigenden Luftblasen an einer Stelle beobachte (und mich von ihnen kitzeln lasse), wo ich stehen kann, kommt einer daher, der meine Füße inspiziert. Er umrundet sie in ca. 10 cm Entfernung und legt sich dann auf die Lauer. Er ist aber sehr aufmerksam und duldet keine Annäherung meinerseits. Sobald ich den Fuß in seine Richtung bewege, macht er einen „Hupfer“. Aber er braucht offenbar die Nähe (vielleicht riechen meine Füße so gut???). Denn kaum gehe ich einige Schritte , kommt er mir schon nach und legt sich wieder auf den Sandgrund dicht bei meinen Füßen. Eigentlich ist das ein hässlicher Fisch mit Stielaugen, die er unabhängig von einander bewegen kann. Hat aber ein hübsches Fleckenmuster auf der Oberseite.
Zurück auf dem Boot muss ich lange suchen, bis ich finde, was das für ein Fisch ist: Ein Weitaugenbutt, siehe Wikipedia. Es sind nur solche hier, zwischen 5 und 15 cm lang. Naja bis auf die paar Schermesserfische, die es überall gibt, wo sie sich kopfüber in den Sandgrund hineinbohren können und natürlich einige Sandgrundeln, die meist im Miniformat vorkommen und blitzschnell von einer kleinen „Sanddüne“ zu nächsten wechseln. Rotbarben, die im Sand wühlen, habe ich hier keine gesehen.
Sehr entspannend so eine Fischverhaltensforschung, insbesondere wenn das Wasser 29,8°C hat!
Zum Abendessen gibt es Kathirákia mit Keftedákia und dann Fernsehen ebenfalls aus der Konserve.
P.S.: Vor fünf Jahren bekamen wir Schermesserfische an die Angel, siehe 17.8.2016
12.08.2021 Donnerstag
09:48 Gyali / Strand Karte Abfahrt
11:46 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:58 Strecke: 11,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Wir motoren gegen nicht allzu viel Wind nach Kefalos. Die gewaschene Wäsche ist bei der Manolis Autovermietung abgeliefert worden und wir holen sie alsbald ab. Vierzig Euro! Voriges Jahr waren es dreißig für etwa die gleiche Menge. Aber gut, da haben wir sie in die gut versteckte Wäscherei oben im Ort gebracht und wieder dort abgeholt.
Das Abendessen im Restaurant Argo strapaziert unsere Geduld sehr. Wie zuletzt in Kastri müssen wir ewig warten bis wir was bestellen können und bis wir das Essen bekommen. Denn auch hier ist zu wenig Personal für die Anzahl Gäste. Der Wirt Michalis und seine Tochter servieren und wahrscheinlich sind nur seine Frau und Schwägerin in der Küche oder so. Wir vermuten, dass die Gastbetriebe pandemiebedingt kaum Saisonaushilfskräfte bekommen können, bzw. gar nicht damit rechnen konnten, dass dieses Jahr doch so viele Touristen kommen würden.
Aber der Absacker in der Bravo Bar passt in jeder Hin- und Aussicht.





13.08.2021 Freitag
Kos / Kefalos, Kamari
Der ganze Tag vergeht damit, die Blodughadda Website zu bearbeiten. Auslöser war, dass ich seit einigen Tagen nicht wie üblich mit Safari darauf oder auf irgend eine lpe.at Seite zugreifen konnte, sondern nur mit Firefox. Nach Recherchen und vielen erfolglosen Versuchen die Ursache zu finden, komme ich endlich drauf, dass in der Datei /etc/hosts noch ein Umleitungs-Eintrag vorhanden ist, der notwendig war, als der Domainhoster den Server im Jänner gewechselt hat. Offenbar hat er jetzt die angegebene IP-Adresse aufgegeben und offenbar ignoriert Firefox diese Umleitung – was ich gar nicht kapiere. Sonst wäre ich sicherlich früher draufgekommen, in der hosts Datei nachzuschaun. Und dann musste ich noch reparieren, was ich mit meinen Versuchen in der .htaccess Datei kaputt gemacht hatte…
Am Abend kaufen wir in Kefalos Market ein und essen Pizza und Prosciutto-Sandwich in der Bravo Bar – mal was anderes und ohne lange Wartezeit.
14.08.2021 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Wieder beschäftige ich mich mit der Webseite von Blodughadda. Heute allerdings mit Erfreulicherem. Ich finde nämlich heraus, wie Videos direkt auf der Webseite abgespielt werden können. Im Grunde eh ganz einfach: Video auf den Server kopieren und im Quelltext die Anweisung. Hatte ich eh schon früher probiert, allerdings ohne eine Kleinigkeit: Die Endung .mov muss in .m4v geändert werden.
Ein Testobjekt muss her. Und da kommt es schon: Ein Charterboot mit Italienern, die natürlich auf Kuschelabstand auf unserer Backbord Seite ankern:
An Stbd wäre mehr als 1 km freier Platz mit bestem Ankergrund…
Zu der Mondovela Segelbootflottilie gehören 4 weitere Boote, die alle vollbesetzt mit Italienern in der Nähe ankern. Wir bereiten uns schon geistig vor, den Ankerplatz weiter weg zu verlegen, bevor sie nach einigen Aperol sprizz oder ähnlich inspirierenden Getränken zu singen anfangen (Erfahrungswert). Aber o Wunder, das ist nicht notwendig. Denn sie alle heben den Anker und sammeln sich auf einen Haufen 300 m von uns Richtung Hafen.
Der angekündigte Starkwind für den Abend kommt nicht. Trotzdem fahren wir nicht an Land sondern essen an Bord.
15.08.2021 Sonntag
10:12 Kos / Kefalos, Kamari Karte Anker auf
10:51 Einbuchtung zw. Kefalos und Camel Beach Ankern
16:30 Anker auf
16:59 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:08 Strecke: 4,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten
Heute machen wir einen „Ausflug“. Schon lange interessieren wir uns, ob sich östlich der kleinen Felseninsel ein guter Ankerplatz für die Nacht befindet. Wir finden eine sehr nette Badebucht, in der schwimmen wunderbar ist. Aber die Fallwinde, die am Nachmittag aufkommen, sind weniger wunderbar. Man könnte zwar hier schon übernachten aber wir wollen wieder ein Tavernenessen und fahren daher wieder zum Ankerplatz im NW der Kefalos Bay.
Die Taverna Kastri wollen wir heute nicht, die Nachbartaverna Antonio sieht zwar nett aus, ist aber ziemlich voll und offenbar warten die meisten Leute darauf, bedient zu werden. Am Strand gibt es in der Nähe sonst keine Taverna. Also gehen wir zur Hauptstraße und probieren Hippokrates. Volltreffer! Unsere Vermutung, dass die unattraktive Lage und der fehlende Außenbereich durch Qualität kompensiert werden muss, erweist sich als vollkommen richtig. Es ist keine Taverna, sondern ein gepflegtes Restaurant mit allem, was eine Taverna zu bieten hat und noch viele Speisen, die man sonst kaum wo findet. Schmeckt sehr gut, die Bedienung ist auch gut und die Preise sind nicht höher als in einer Taverna.



16.08.2021 Montag
09:59 Kos / Kefalos, Kamari Karte Anker auf
10:16 Kos / Kefalos, Kamari Karte Längsseits anlegen
11:49 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
15:35 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte Längsseits zum Tanken
15:53 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte Abfahrt
16:45 Kálymnos / O. Vlychádia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:55 Strecke: 29,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Endlich verspricht die Windprognose erträglichen Wind für die Fahrt nordwärts. Eigentlich eh schon seit vielen Tagen für heute, weshalb wir abgewartet haben.
Zuerst geht es zum Hafen, wo die Wassertanks aufgefüllt werden (275 l = ca. 15 l/Tag/Person) und das Boot und das Schlauchboot die lang ersehnte Dusche bekommen. Sagenhaft, wie viel Staub sich auf dem Deck sammelt, obwohl wir ja nie nahe am Ufer geankert haben. Eine braune Brühe rinnt ab.
Gegen mäßigen Wind und ebensolchen Wellen fahren wir zuerst an die Revoil-Tankstelle bei der Einfahrt nach Pothia. Keiner da, aber ich habe ja die Telefonnummer von Giogios. Nach Vorbringen meines Anliegens sagt er nur kurz „wait a minute“ und legt auf und wir legen an. Alsbald kommt sein Bruder Kostas mit dem Moped und wir können 110 Liter Diesel à € 1,53 tanken. Wird wohl für die nächsten 2,5-3 Wochen ausreichen. Der dritte Bruder Nikolas kommt auch dazu. Der sehr sympathische Kostas erzählt, dass das ein Familienunternehmen sei (hatte ich irgendwie vermutet), das zudem zwei Autotankstellen betreibt.
Nach einer kurzen Hafenrunde in Pothia fahren wir nach Vlychadia. Hier ankern schon drei Segelboote, darunter ein wirklich heftiger Trimaran mit französischer Flagge. Wenn man ein merkwürdiges Segelboot sieht, hat es mit 99%-iger Sicherheit eine solche. Also Platz genug für uns. Zwei bis drei weitere Ankerplätze wären kein Problem bei dem schwachen Wind.
Abends essen wir natürlich im Paradisio und natürlich wieder sensationell gut. Der Avocadosalat und dazu die Käselukumades, das dunkle Brotweckerl frisch aus dem Ofen und dazu Olivenöl mit einem Schuss Balsamico und marinierte schwarze Oliven mit Oregano bestreut bereiten Gaumenfreuden sondergleichen.






17.08.2021 Dienstag
10:22 Kálymnos / O. Vlychádia Karte Abfahrt
13:00 Léros / Lakkí Kuluki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:38 Strecke: 16,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten
Die Fahrt mach Leros ist wie die gestrige, also gegen nicht viel Wind, 10 bis 13 Knoten, aber trotzdem ziemlich schaukelig. In Kuluki ankern wir neben zwei Segelbooten.
Abends fahren wir mit Schlauchi zum Betonsteg bei Café Morano, holen Geld vom Bankomaten (€ 2,50 Abhebegebühr), kleine Köstlichkeiten von Konditorei Rapapitis und eine Flaschenbürste vom Haushaltswarengeschäft.
Dann treffen wir uns mit Mario im Morano. Ihn kenne ich vom Mittelmeer-Skipper-Forum und von einem Treffen auf Kos vor drei Jahren. Er und seine Frau Sibylle haben ihr Haus in Miesbach / Bayern verkauft und leben nur mehr auf dem Segelboot. Sie ist aber heute dorthin zurück gereist, um vier Wochen bei ihrer Tochter und deren neues Baby zu verbringen.
Es wird ein langer netter Abend und Mario schenkt mir zwei leere Gasflaschen, die er nicht mehr braucht (ich weiß ja mittlerweile, dass sie kostbar sind und die zum Umtausch stehende Rostbeule wird die BP Tankstelle wahrscheinlich nicht akzeptieren).





18.08.2021 Mittwoch
12:16 Léros / Lakkí Kuluki Karte Abfahrt
14:20 Lipsi / O. Katsadiá Limni Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:04 Strecke: 13,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
Als wir um 0:30h ins Schlauchboot einsteigen, ist es komplett nass und unsere Hintern auch. Die Blodughadda trieft ebenfalls. Die Luft steht, hat 89% relative Feuchtigkeit und 23°C. Sogar die Sitzpölster im Cockpit unter dem Bimini sind nass.
Noch um 8 Uhr in der Früh ist das Deck mit Wassertropfen bedeckt bevor die Sonne wieder alles trocknet.
Wir fahren wieder zum Betonsteg bei Morano. Beate geht zum Hendlfleischhauer (er hat nur Hühnerfleisch in jeder Variation) und zum Obst- und Gemüsehändler (er hat einfach alles, sogar Eisbergsalat). Ich tausche bei der BP Tankstelle eine der gestern erhaltenen leeren Gasflaschen gegen eine volle und lasse drei Liter Benzin für den Außenborder in den Kanister füllen. Beim Piperis kaufe ich ein neues Seil fürs Schlauchboot. Das alte ist vom Salz schon komplett steif.
Dann treffen wir uns zum Frühstück in Morano bevor wir abfahren.
Nach angenehmer Fahrt fällt der Anker in Limni auf perfekten Sandgrund in 2,3 m Tiefe – reicht ja für uns. Ein kleines Segelboot ankert weiter draußen, fährt aber alsbald ab. Bis auf ganz wenige Badegäste bleiben wir in der schönen Bucht allein. In der unmittelbaren Nachbarbucht Katsadiá ums Eck tummeln sich die Ankerlieger. Wahrscheinlich, weil sie es dort kürzer zur einzigen Taverna Dilaila haben. Das ist uns sehr recht. Wir essen abends köstliche mit Feta gefüllte Hendlfleischlaberln vom Hendlfleischhauer.
Einer der Badegäste ist vierbeinig und groß:


19.08.2021 Donnerstag
Lipsi / O. Katsadiá Limni
Den ganzen Tag suche ich die Ursache dafür, dass sich die Frischwasserpumpe immer wieder einschaltet, obwohl niemand Wasser verbraucht. Das Geräusch stört, besonders in der Nacht. Ist zwar schon lange so, aber in den letzten Tagen nervt die Häufigkeit doch sehr. Ca. alle 20 Minuten läuft sie sehr hörbar ca. 20 Sekunden lang. Nachdem ich die möglichen Ursachen im Druckwassersystem lt. Anleitung gecheckt habe, Wasserleck irgendwo, Druckventil der Pumpe kaputt, Drucktank hat zu wenig Druck oder Rückschlagventil der Pumpe undicht, bleibt nur die letzte Möglichkeit übrig. Das hatte ich eh schon lange vermutet und deshalb letzten Winter ein zusätzliches Rückschlagventil in die Ansaugleitung einbauen lassen. Offenbar war das wurscht, leider. Nun bleibt nur noch der befürchtete Austausch der ganzen Pumpe gegen ein neues Modell übrig, was ich schon am 12.8.2008 voraussagte.
Wie gestern kommt der Wind abends stoßweise kräftig aus Richtung Buchtscheitel daher. Ist ein Nachteil dieser Bucht. Aber der größere ist, dass die Internetverbindung auch so funktioniert. Morgen werden wir schaun, wie es in der Nachbarbucht Kouloúra ist.

20.08.2021 Freitag
12:52 Lipsi / O. Katsadiá Limni Karte
13:33 Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra) Karte
Zeit unterwegs: 00:41 Strecke: 1,6 Seemeilen Ø Fahrt: 2,3 Knoten
750 m Luftlinie zum neuen Ankerplatz. 5 Segelboote ankern schon hier. Aber wir finden einen guten Platz in der NE Ecke auf bestem Sand in 4,5 m Tiefe. Der Wind kommt kräftig aber nicht stoßweise, wie die 4G Datenverbindung zum Provider Cosmote. Am Strand sind einige Badegäste und an den zur Bucht sanft abfallenden Hängen einige schöne Häuser. Auch die weite Aussicht aufs Meer ist schön.
Gegen halb acht fahren wir zum Kieselstrand und gehen die ca. 3 km zum Lipsi Ort. Unterwegs gibt es was zu sehen und zu fotografieren. Zum Essen gehen wir ziemlich schnurstracks ins „To Pefko“, weil es da immer recht gut windgeschützt ist und das Essen auch immer gut und nicht teuer war. So ist es jetzt auch und gut, dass wir so früh dran waren, denn als wir gehen, ist das Lokal voll.
Wir gehen in den Supermarkt, um Butter, Wasser und Lipsi-Wein (die Weingärten unterwegs haben Gusto gemacht) einzukaufen. Dann in die Bäckerei, die leider von italienischen Horden total okkupiert ist. Dabei haben die Italiener angeblich 1948 die Besatzung des Dodekanes aufgegeben. Der Lärmpegel ist unbeschreiblich und natürlich kein Platz an den Tischen frei für ein Verdauungsouzo. Eh gut so. Weniger gut, dass es natürlich um die Zeit kein normales Brot mehr gibt.
Wir haben keine Lust, den Einkauf zu schleppen und nehmen ein Taxi. Kostet 4 Euro bis nach Chochlakúra (wie Kouloura hier offenbar allgemein genannt wird. Google nennt die Gegend Hohlakora). Das ist weniger als die Hafengebühr, würde die Blodughadda in Lipsi Hafen liegen. Haben wir uns angesehen. Bei dem Wind extrem ungemütlich mit Schwell und argen Wind von hinten ins Cockpit. Am Boot angekommen schätzen wir das vergleichsweise viel entspanntere Ankern umso mehr.
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21.08.2021 Samstag
Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
Während es draußen stürmt, sitze ich wie gestern gemütlich im Salon und optimiere die Blogbuch-Datenbank, damit die Fotos einfacher zu handhaben sind. Das war bisher schon etwas zu mühsam. Ist noch immer mühsam, aber weniger:
1. Fotos in Adobe Lightroom Classic importieren (vom Canon EOS M100 direkt per Kabel oder Speicherkarte, von Beates und meinem iPhone die ausgewählten Fotos per AirDrop auf den Mac übertragen und dann importieren).
2. Fotos aussuchen, bewerten, evtl. verbessern, IPTC Metadaten Titel und evtl. Beschreibung und evtl. Stichwörter eingeben.
3. Die ausgewählten Fotos (mindestens 3-Sterne-Bewertung) aus Lightroom auf die Festplatte mit Vorgabe exportieren. Dabei werden sie auf max. Seitenlänge 1.920 Pixel und max. Dateigröße 250 kb im JPG-Format reduziert.
4. Fotos im Blogbuch beim Tagesbericht -> Fotos des Tage einfügen. Der Bildtext kommt dabei aus den ITPC Metadaten, kann natürlich noch ergänzt bzw. geändert werden.
5. Sind alle Fotos des Tages fertig, diese mit Klick auf [FTP alle Upload] an den Web-Server senden.
6. Den HTML-Text für die Darstellung im Internet per Klick ans Ende des Tagesberichtstextes einfügen.
Damit muss man weder die Medien-Funktion von WordPress noch ein FTP-Programm bemühen und werden durch 4. bis 6. ersetzt.
Ja und dann
7. Den Berichttext fertig schreiben
8. Klick auf [Törnberichttext für WordPress kopieren]
9. Im Browser die Törnseite im Bearbeitungsmodus Text aufrufen, den gesamten Text auswählen und durch den kopierten ersetzen.
10. Klick auf [Aktualisieren] -> fertig
Das habe ich mit dem Törn 2008-08-08 Egina-Kos ausgetüftelt, bei dem ich 54 Fotos hinzugefügt habe. Kommt Zeit und Muße, werde ich auch andere alte Törns mit Fotos versehen.
Die meiste Zeit geht drauf, die Fotos auszusuchen und zu entscheiden, welche endgültig gelöscht werden sollen und herauszufinden, wo sie überhaupt aufgenommen wurden, wenn keine GPS-Daten dabei sind. Bei diesen lese ich im Blogbuch nach und vergleiche dann das Datum.
Und draußen?
Der Wind orgelt immer noch mit 20 bis 30 Knoten. „Orgelt“ ist schon das richtige Wort, denn „singt“ wäre untertrieben. Durch die Windschutzscheibe einigermaßen windgeschützt liest Beate im Cockpit bei erträglichen 28°C.
Und nun hupfe ich heute doch noch ins Wasser. Hat eh 25,4°C.
Obwohl das Boot leicht wackelt gelingt mir ein Foto vom Mondaufgang mit vollem Teleobjektiv. In Photoshop habe ich den Mond herunter geholt, damit es so richtig kitschig aussieht.
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22.08.2021 Sonntag
Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
Die Windprognosen versprechen noch für heute und morgen Starkwind, aber ab Dienstag soll es vier bis fünf Tage lang ruhiger werden. Also bleiben wir auf Lipsi noch bis zumindest Dienstag. Für morgen habe ich vorhin ein Leihauto bei MOTO RENT GEORGE reserviert.
Um 19h vertreten wir unsere Füße eine Stunde lang nach Toukomnia und zurück. Der teilweise betonierte und teilweise staubige Weg führt an einigen weit verstreuten sehr schönen Häusern vorbei und ist kurvig und mehr als hügelig.
Der Schildermaler Nostos schreibt KOKLAKURA auf dem Richtungsweiser zu unserer Ankerbucht. Also werde ich diese Schreibweise übernehmen. Auf Griechisch schreibt sie sich Χοχλακούρα. Aber wie diese zwei X ausgesprochen und für Nichtgriechen lesbar geschrieben werden sollen, dürfte umstritten sein, K, CH oder nur H. Laut Langenscheidts Wörterbuch sollte X vor a, o und u wie bei uns ks ausgesprochen werden und Χοχλαδι (Kiesel) tatsächlich xoxladi ausgesprochen werden. Aber das geht ja nicht. Dazu kommt ja noch, dass es im Griechischen noch einen Buchstaben für X gibt, nämlich Ξ, der immer ks ausgesprochen wird. Ich weiß ja, warum ich es aufgegeben habe, diese Sprache zu erlernen. Koklakura bedeutet übrigens „Kieselkur“. Ja, die kann man hier wirklich machen.
Und HIER kann man auf Griechisch über die Strände auf Lipsi was lesen, wenn man kann.
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23.08.2021 Montag
Lipsi / O. Kouloúra (Chochlakúra)
Wir marschieren nach Lipsi Ort und bekommen einen Fiat Panda für satte 40 Euro für den Tag. Egal, wir wollen mal das Inselinnere sehen. Nach Broteinkauf in der Bäckerei einem schnellen Sandwich- und Toastfrühstück im Café Kalypso (die Bäckerei war voll mit akustisch sehr dominanten Italienern…), nehmen wir die Hauptroute der Insel in Angriff. Die nach griechischen Verhältnissen sehr schön asphaltierte zweispurige Straße führt auf die Nordseite der Insel, dann am schönen Badestrand Platys Gialos vorbei und endet nach 6 Kilometern in Moschato, einer Kleinboothafenbucht mit einem kleinen Betonanleger. Sonst ist da nichts, nicht einmal eine Sitzmöglichkeit. Entlang der Straße ist auch nichts außer dem erwähnten Badestrand samt Taverna und einigen komplett steinigen Ziegenkoppeln. Die Landschaft gibt auch nichts her.
Na gut, wir kehren um und trinken Sodawasser in der Platys Gialos Taverna. Dort schaue ich auf Maps Me an, welche Straßen es in der Gegend noch geben könnte (dafür sind Google Maps und Apple Karten völlig ungeeignet). Es gibt eine, die auf die Südseite zur Bucht Kimisi führt. Nichts wie hin! Die Abzweigung nach rechts kommt nach etwa einem Kilometer. Sieht aber seltsam aus mit einem Gittertor, das zwar geöffnet ist, aber deswegen eher nicht nach einer öffentlichen Straße. Egal, wir fahren hinauf und erreichen nach einigen Serpentinen den Bergsattel. Da staunen wir nicht schlecht: Ein von Ziegen bewachtes, von einer soliden Mauern umgebenes großes Gelände mit zahlreichen Kirchen und Gebäuden befindet sich da. Was ist denn das?
Zunächst fahren wir aber weiter vom Sattel hinunter auf einer steilen betonierten Serpentinstraße, die an einem Miniparkplatz endet, wo ein Suzuki Geländewagen abgestellt ist. Zu Fuß ginge es noch einige Hundert Meter weiter extrem steil hinunter zum Meer. Machen wir nicht, das Meer kennen wir schon. Aber das Ding oben am Sattel nicht. Wir sehen einige marmorne Gedenksteine und auch Büsten von irgendwelchen Helden (wie wir vermuten), zählen fünf Kirchen/Kapellen, einige Häuser und Behausungen für Hühner, Tauben und Pfaue. Ein Hund bellt aber kein Mensch ist zu sehen. Als die Pfaue plötzlich laut schreiend los fliegen, ergreift Beate die Flucht. Ich folge ihr und wir fahren wieder hinunter.
Dann fahren wir praktisch alle befestigten Straßen von Lipsi ab . Der Ostteil der Insel ist definitiv schöner als der bergige Westteil. versuchen auch eine Schotterstraße nach Monodendri und Kamares. Da der Fiat Panda aber kein Geländewagen ist, kehren wir nach ein paar Hundert Metern wieder um.
Nach einer kleinen Jause im Café des schönen Hotels Aphrodite wollen wir die Lipsi Vinery besuchen. Auf der Homepage sehr einladend präsentiert, erweist sie sich aber als Flop. Geschlossen, ein paar Arbeiter begrüßen uns zwar, aber nichts mit Weinverkostung und -verkauf . Naja, liegt schon etwas abgelegen und um diese Tageszeit werden die Touris eher am Strand sein.
Wir nützen das Auto, um den Transport von Trinkwasser und Wein (in 1,5L Plastikflaschen im kleinen Supermarkt sicherlich billiger als in der Weinkellerei gekauft) zu erleichtern. Nach ein paar Stunden auf dem Boot bringen wir den Leihwagen zurück. Dabei lese ich am Tageskilometerzähler ab, dass der Weg von Koklakura bis zum Lipsi Hafenbecken genau 2 km lang ist (insgesamt haben wir ganze 34,8 km geschafft). Die Autovermieterin erzählt auf meine Frage hin, dass das Ding auf dem Kimisi-Sattel ein Kloster ist. Fünf göttlichen Märtyrern (Osiomartires) gewidmet, weshalb auch fünf Kirchen – für jeden eine. Aber wie in keinem Kloster auf Lipsi lebt dort wer. Es gibt keine Mönche mehr auf der Insel. Deshalb fährt jemand von Lipsi Ort täglich dorthin, um die Tiere zu füttern und mit Wasser zu versorgen.
Wie schön, denke ich mir. Aber wundere mich, dass es vor nicht allzu langer Zeit Geld gegeben hat, so eine riesige Anlage mitten im Nirgendwo zu bauen, die jetzt nur mehr von Tieren bewohnt wird.
Wir essen wieder in To Pefko. Ich diesmal die Spezialität des Tages: Katsikaki. Schmeckt besser als es klingt, ist aber auch nicht überwältigend (Lamm im Ofen mit Erdäpfeln), mit € 14 außerdem teuer.
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24.08.2021 Dienstag
17:33 Lipsi / O. Kulúra Koklakura Karte Abfahrt
18:53 Arkí / Tiganáki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:20 Strecke: 6,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Aeolus ignoriert die drei Windprognosen und wacht wie die letzten Tage um 12 Uhr so richtig auf. Für uns nicht schlimm, denn wir haben vor, erst so gegen 18 Uhr nach Arki Tiganaki aufzubrechen, um dort im Vollmondschein einen schönen windlosen Abend ohne andere Leute zu verbringen. Natürlich könnten wir damit auch bis morgen warten. Denn da ist für die ganze Ägäis Flaute angesagt. Aber bald eine andere Umgebung wäre mittlerweile schon fein.
Um 15h lässt der Wind etwas nach. Sieht gut aus.
Um 17h sieht es noch besser aus, die Abfahrt ist beschlossene Sache. Auf der Überfahrt kommt der Wind aber doch mit bis zu 20 Knoten entgegen – opitimistisch bleiben! In Tiganaki Drive-In-Swimmingpoolk ankert nur mehr ein Badegastboot, das sicherlich nicht über Nacht bleibt. Wir können den perfekten Ankerplatz nehmen. Aber etwas außerhalb, genau 96 m entfernt, ankert ein Segelboot, das wohl auch über Nacht bleiben wird. Und dann kommt noch ein großer Katamaran mit jungen italienischen Chartergästen, der dazwischen ankert. Also ohne andere Leute wirds nicht. Windlos auch nicht, aber mit 10 bis 15 Knoten ist der Nordwind nicht schlimm.
Wie geplant, macht Beate ein Taboulé mit der gestern extra dafür gekauften frischen Petersilie. Köstlich mit gebratenem Halumi und getrockneten Tomaten in Olivenöl. Der Lipsi Wein Ageriko schmeckt danach hervorragend gut.
Als der Mond um 21:30h aufgeht, hat sich der Wind auf unter 10 Knoten eingependelt. Alles wäre gut, würden die Italiener leiser sein. Was aber nur möglich wäre, würden sie die Musikanlage abdrehen. Aber immerhin übertönen sie fast den inzwischen furchtbar dröhnenden Wechselrichter.
Ich bin halt etwas lärmempfindlich.
25.08.2021 Mittwoch
10:35 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
14:18 Sámos / Marathókampos Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 03:43 Strecke: 22 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Als die ersten Badeboote in Tiganaki eintrudeln machen wir uns auf den Weg. Alle drei Windprognosen versprechen max. 10 Kn Wind in der ganzen Umgebung. Gutte Bedingungen für eine Fahrt dagegen nach Samos. Aber auch heute scheißt der Aelus auf die Prognosen. Kaum sind wir um die SW-Ecke von Arkí gekommen, haben wir 15 Kn Wind auf die Nase und ziemliche Wellen. Na gut, bis 15 Kn gehts immer einigermaßen bequem. Aber natürlich nimmt der Wind noch auf 22 Kn zu und die Wellen schütteln uns wirklich unangenehm.
Ich muss mich ärgern. Wozu studiere ich täglich die Prognosen, wenn sie eh nicht stimmen? Antwort ist klar: Weil sie meistens schon stimmen, zumindest für den und den nächsten Tag.
Erst 3 Seemeilen vor Marathokampos nimmt der Wind ab, der mittlerweile fast genau aus W kommt. Im Hafen sind noch viele Plätze frei, aber leider nicht unser Stammplatz. Ganz am Ende der Ostmole finden wir einen noch besseren zum längsseits anlegen. Mit dem Heck zur Hafeneinfahrt haben wir einen schönen Blick aufs Meer, sind abseits der anderen Boote und können wie am Stammplatz jederzeit vom Boot aus schwimmen gehen. Die Säule für Wasser und Strom ist 4 m entfernt und nach wie vor dürfte man dafür nichts zahlen müssen. Allerdings funktioniert der Strom erst an der nächsten Säule, was mit der 50m Kabeltrommel kein Problem ist. Eigentlich bräuchten wir keinen Landstrom, aber es gut, den Wechselrichter abdrehen zu können. Heute bekam ich Mitteilung, dass ein Austauschgerät in Bremen versendet wurde.
Der vermutete Nachteil unseres Liegeplatzes bewahrheitet sich um 19:30h. Ein Auto reversiert die 70m lange Mole bis zu uns. Heraus steigt ein 4-köpfige Hobbyfischerfamilie, die es sich direkt neben dem Boot gemütlich macht und ihre Fischköder unmittelbar daneben baden. Dagegen kann man nichts machen außer einen Spaziergang durch den netten Ort und in der Taverna Lekatis gut essen.
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26.08.2021 Donnerstag
Sámos / Marathókampos
Wir mietet einen knallblauen VW Polo um 45€ bei Dimitris und fahren damit nach Karlovasi. Seit ca. einer Woche habe ich eine Schwellung im Oberkiefer, weshalb ich bei Kotaki Dental Clinic einen Termin um 12h vereinbart habe. Die junge perfekt Englisch sprechende Zahnärztin in der sehr eleganten und modernen Ordination diagnostiziert einen Abszess und verschreibt Penizillin (Augmentin 875/125 mg) und enzündungshemmende Kapseln (Niflamol 250 mg). Damit werde der Abszess sicher verschwinden, aber die Ursache dafür soll ich später in Österreich beseitigen lassen. 30 Euro darf ich für den Besuch zahlen und für die in der Apotheke geholten Medikamente 11,81. Kann man lassen.
Ohne diesen Zahnarztbesuch hätten wir wohl nie das Zentrum von Karlovasi gesehen. Dabei ist es viel netter als man vermuten würde.
Nach dem Cafébesuch am Hauptplatz streunen wir ein wenig durch die Gassen. Beate kauft sich eine Rucksack-Handtasche und dann fahren wir zum Hafen, wo wir vor zwei Jahren das Treiben und die Fähre von einem der vielen Lokale beobachtet haben. Jetzt ist aber gar nichts los. Also weiter nach Potami, um wieder das Naturwunder Wasserfall in Griechenland zu sehen. Wir gehen den Urwaldpfad entlang des Baches bis zum Pfadende. Beate verzichtet auf die Fortsetzung zum Wasserfall. Ich packe das iPhone in die wasserdichte Hülle und wate mit Teva-Sandalen und Badehose bekleidet los. Sofort merke ich einen Unterschied zu letzten Mal. Es wird schnell so tief, dass man schwimmen muss. Auch die restlichen ca. 50 m zum Wasserfall muss man größtenteils schwimmen bis dann plötzlich eine Stufe kommt, wo man auf Steinen ein Stück waten kann. Die Teva-Sandalen sind perfekt dafür. Vor zwei Jahrenmusste man auch schwimmen, jedoch viel weniger. Auch war damals weniger los. Heute geben sich viele junge Leute dieses einzigartige Vergnügen. Vier klettern sogar mühsam den ersten Wasserfall hinauf. Bachaufwärts kommen noch zwei, die ich aber nie sehen werde.
Nach einem erfolglosen Versuch, die Taverna Archontissa oberhalb der Wasserfälle mit dem Auto zu erreichen (die Staubstraße ist nur für einen Geländewagen geeignet) fahren wir zum Bergdorf Leka hinauf auf eine Jause. Die Aussicht ist herrlich und die ruhige Stimmung wohltuend.
Am Abend nach einem Aufenthalt und Schwimm am Boot fahren wir zum westlichen Ortsteil Kampos, der ein lang gestreckter Badeort ist. Beate findet ein nettes Souvenirgeschäft und ich die sehr nette Bar.
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27.08.2021 Freitag
17:31 Sámos / Marathókampos Karte Abfahrt
18:18 Sámos / Limnionas Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:47 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Windstille! Schon seit wir hier angekommen sind und so soll es bis Dienstag bleiben. Hätte halt einen Tag früher kommen sollen…
Beate wäscht etwas Wäsche, ich fülle die Tanks mit 284 Liter auch hier kostenloses Wasser (14,2 L /pers/Tag). Boot und Schlauchboot werden auch gewaschen, wobei ich fürs letztere die optimale Konstruktion finde.
Weil es einfach im Sitzen geht, poliere ich endlich die Rinnsalspuren unter den Relingstützen an der Stbd Seite weg. Die sind so hartnäckig, dass ich noch auf ein Bier gehen muss bevor wir abfahren. Dabei sehe ich mir an, was aus dem 2015 neu errichteten Yachthafenbecken außerhalb des Fischerbootbeckens geworden ist. Wie vermutet ist er von Booten der Einheimischen und Fischer erobert worden, weil es hier absolut niemanden gibt, der sich um die wirklich tollen Hafenanlagen kümmern würde. Es ist schade um den Ort. Denn wäre hier ein gutes Marinamanagement, würden die Lokale und Geschäfte enorm profitieren. Andererseits wäre dann nicht alles gratis…
In Limnionas ankern zwei Boote, eines davon, Pappengo uns aus früheren Zeiten bekannt, siehe 18.7.2009. Der Grieche dürfte allein an Bord sein und wir wollen ihn nicht stören. Er erkennt uns sicher nicht wieder.
Als Abendessen gibt es gebratene Hühnerbrüste mit Kochgemüse und dann einen langen Kreuzworträtsellösungsabend mit Martin, der in Wien im Café Dreier sitzt. Die „Um die Ecke gedacht“ Rätsel von der ZEIT haben es wirklich in sich.
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28.08.2021 Samstag
10:15 Sámos / Limnionas Karte Abfahrt
12:37 Ikaría / Fáros Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:22 Strecke: 14,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Wie jeden Morgen macht Beate ein gutes Frühstück, heute ein besonders gutes mit geröstetem Brot und Käse-Eierspeise mit der Restpetersilie.
Die Überfahrt nach Ikaria ist eine besondere. Hier ist meist sehr viel Wind, aber heute zwischen 1 und 6 Knoten. Entsprechend angenehm geht es zum Ankerplatz vor Faros. Wir ankern direkt vor dem kleinen Betonsteg an dem wir wohlweislich nicht anlegen, obwohl das möglich wäre. Wir wissen warum: Es wird nicht lange dauern, bis die Jugend sich darauf einfindet und mit entsprechenden Schreien immer wieder ins Wasser hupfen. So ist es dann auch.
Als gegen 15h Südwind mit gar nicht so kleinen Wellen aufkommt, fange ich schon an, einen Ausweichplatz zu überlegen. Nach Studium aller Windprognosen scheint es aber nicht wahrscheinlich, dass der Wind so stark zunimmt, dass wir hier weg müssten. Um 17:30h schläft der Wind wieder ein.
Ein zweites Segelboot, die Belle Amie ankert. Es hat auch die finnische Flagge, ist in Oulu registriert und an Bord sind Sakari Pekkala und Riitta Vesikukka. Gestern in Marathokampos haben wir kurz mit einander geplaudert und ich habe erzählt, dass wir heute hierher fahren würden. Also sind sie jetzt auch da.
Ich rufe sie an und wir verabreden uns für ein gemeinsames Abendessen. Sie holen uns um 19:30h mit ihrem sehr stabilen Schlauchboot angetrieben von einem kaum hörbaren Torqueedo Elektro-Außenborder ab. Nach einem kurzen Spaziergang zum inzwischen wirklich einladenden und gut sortierten Geschäft haben wir einen sehr vergnüglichen Abend in der östlichsten der drei Strandtavernen.
Sie haben ihre Sunbeam 44 in Agios Nikolaos auf Kreta stationiert und verbringen seit sechs Jahren mindestens sechs Monate darauf. Trotzdem waren sie noch nie hier (wir das achte Mal). Die Konversation ist sprachlich durchmischt, Finnisch, Schwedisch, Englisch. Ich mit Sakari hauptsächlich Finnisch, Beate mit Riitta hauptsächlch Schwedisch und dazwischen eben Englisch. Macht direkt Spaß.
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29.08.2021 Sonntag
11:55 Ikaría / Fáros Karte Abfahrt
12:57 Foúrnoi / Thymenaki Karte Buchtrunde
13:25 Furni / Thimena Ankern
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 8,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Der mäßige Südwestwind bringt zwar keine gefährlichen aber unangenehme Wellen. Also woandershin. Zuerst schauen wir uns Thymenaki auf Furni an, wo wir am 7.8.2017 waren, fahren aber gleich weiter. Beim Hauptort bzw. einzigen Dorf der Insel Thimena gibt es eine kleine nur nach N offene Bucht. Die erweist sich als Volltreffer bei dieser Wetterlage. Wir ankern auf 3m Sandgrund mit je 40m Abstand zu den steilen Ufern im W und E. Der etwa 200m entfernte Ort, der so heißt wie die Insel, besteht aus (von links nach rechts gesehen), einem kleinen mit vielen Plastikblumen geschmückten Friedhof, einer Minikirche, vielleicht 40 Häusern, die sich den Berghang entlang bis hinunter zum kleinen Fischerhafen an einander reihen. Der hat außen eine Anlegestelle für das Verbindungsboot Megalochari, das täglich nach Ikaria, Samos und Furni fährt.
Es ist herrlich ruhig. Man hört Ziegenglockenklimpern in der Ferne, gelegentlich den Motor eines Fischerbootes oder eines Autos, Rufe von Vögeln und von Kindern, die am Dorfstrand schwimmen, schwaches Plätschern der kleinen Wellen an den Ufern und, wenn größere Wellen von einem Boot herein kommen, ein seltsames Gurgeln aus der kleinen Höhle am Ostufer.
Die ist quasi ein zwei bis drei Meter langer Trichter mit Kieselgrund, wie ich schnorchelnderweise feststelle. Was weniger Schönes stelle ich auf dem Grund fest: Er ist ziemlich voll von allerlei Müll. Auch die zwei kleinen Sandstrände im Scheitel der Bucht sind mit Treibgut vermüllt. Sogar in 5-6m Höhe auf den Felsen hängen Fischernetzbojen. Bei Nordsturm muss es hier gewaltige Wellen geben. Aber gut, wir schauen eh in die andere Richtung.
Um 19h fahren wir zum Kieselstrand des Dorfes. Darüber per Stufenweg erreichbar eine sehr einfache „Kantina“, wo es zumindest Bier gibt, was man anhand der Bierkistenstapeln unschwer erkennen kann. Nach weiteren vielleicht 15 Stufen erreichen wir die „Hauptstraße“, also den kurzen Fußweg ins „Zentrum“ oberhalb des Hafens. Die wenigen Leute, die wir sehen begrüßen uns freundlich und eine alte Frau lässt Beate an den Blumen riechen, die sie zum Friedhof bringt.
Wir sehen ein Schild „Mini Market 10m“ und gehen neugierig den Treppenweg hinauf. Nach 50 Metern drehen wir ohne das Geschäft gesehen zu haben um und setzen uns an einem der drei runden Tische des Kafenions, das offenbar wirklich das Zentrum ist. Denn hier versammeln sich mit der Zeit alle acht Touristen der Insel, uns und das Paar vom anderen ankernden Segelboot mitgerechnet. Und ein paar Einheimische müssen den Platz vor dem Kafenion überqueren, um irgendwohin zu kommen.
Der nette und tatsächlich Englisch sprechende Wirt bringt uns Bier, Wein, Feta, Oliven und Brot. Also griechischer könnte eine Idylle nicht sein.
Bevor es ganz finster wird, fahren wir zurück und essen die Hauptspeise an Bord, den Rest von vorgestern und einen gebratener Käse.
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30.08.2021 Montag
Furni / Thimena
Wir schlafen bestens. Der Morgen ist wunderschön. Der Wind soll erst morgen wieder auf Nord drehen. Wir beschließen, heute noch da zu bleiben.
Am Nachmittag dreht der Wind, pardon: das Lüftchen, auf Nord und damit das Cockpit Richtung Sonne. Es wird spürbar wärmer, eigentlich zu warm. Aber den Fliegen gefällt es. Bis jetzt hatten wir im Vergleich zu früheren Jahren sehr wenig Fliegen. Heute haben wir dauernd einen Pracker zur Hand. Zumindest sind sie hier nicht von der beißenden Sorte.
Um 18:30h machen wir uns auf den Weg zur die Bucht überragenden Kirche Agios Dimitrios. Keine 30 Minuten später können wir die herrliche Aussicht genießen.
Zurück gehen wir auf der asphaltierten Straße oberhalb des Ortes bis wir einen Treppenweg hinunter finden. Er schlängelt sich zwischen den einfachen und teilweise nicht bewohnten Häusern, kommt (wie könnte es anders sein) an an einer Kirche vorbei und auch an einer Schule mit angrenzendem Haus mit einem roten Kreuz darauf, wahrscheinlich die Erste Hilfe Station. Nach ein paar Hundert Stufen erreichen wir die Platia mit dem Kafenion, wo wir gestern waren. Wir setzen uns an den gleichen Tisch und bestellen das gleiche wie gestern. Viele Leute gehen vorbei, die meisten mit irgend einem Gepäckstück auf dem Weg zu einem Boot, das um 20h ablegt. Wir schließen daraus, dass sie gegenüber nach Furni gebracht werden, um die Fähre Diagoras nach Piräus zu nehmen, die dort um 21h ankommen soll.
Wir fahren zur Blodughadda zurück und können gerade noch ein Bad im stillen Meer nehmen bevor der Nordwind plötzlich einsetzt. Im Gegensatz zur Diagoras kommt er zu früh, jetzt schon statt wie vorhergesagt morgen Nachmittag. Er ist zwar nicht stark, 10 bis 15 Knoten, und die Wellen sind nicht hoch, aber doch recht unangenehm besonders in dieser engen Bucht. Die jeweils 40m entfernten Ufer sieht man in der Finsternis nicht. Dafür hört man den Wellenschlag gegen die Felsen sehr deutlich und hat das Gefühl, sie wären viel näher. Ich schalte den Windalarm auf 22 Kn, den Flachwasseralarm auf 2m und den Alarm der App Anchor Sentry, die per GPS die Bootsposition laufend überwacht, auf 30m von der derzeitigen Ankerposition ein. Sollte einer dieser Alarme in der Nacht los gehen, müssen wir sofort abfahren.
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31.08.2021 Dienstag
09:03 Furni / Thimena Abfahrt
09:53 Genua setzen, Motoren aus
12:12 Genua weg, Motoren an
13:07 Patmos / O. Meloï Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:04 Strecke: 20,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten
Der Anker hat gehalten (was eigentlich eh klar war) und der Wind ist nicht stärker geworden. Anchor Sentry zeigt anhand der gelben Spur, wie sich das Boot während der Nacht bewegt hat.
Mit dem Nordwind fahren und segeln wir nach Patmos Meloi. Ganze 6 Segelboote ankern bereits hier. Unser letzter Ankerplatz ist von einem anderen Katamaran besetzt. Wir nehmen einen Platz direkt außerhalb des kleinen Betonsteges, wo der Anker schon früher gehalten hat, und hinter dem Segelboot CARA MIA. Bereits bevor das Ankermanöver fertig und der Ankerhalt mit Rückwärtsfahrt überprüft ist, kommen zwei Leute mit einem Dinghy daher, begrüßen uns freudig und hupfen an Bord. Wir wundern uns. Der Mann fragt „na kannst di net erinnern?“, äh vorläufig nicht, bis ich die Aufschrift CADORO auf ihren uralt Dinghyaußenborder lese. Dann dämmert es so langsam. Ich schlage im Blogbuch nach und werde fündig: Am 27.7.2019 haben wir Manfred und Nora Müller ebenfalls hier getroffen und einen Abend gemeinsam verbracht. Nun haben sie ein neues Segelboot. Wir plaudern eine Weile in unserem Cockpit bevor sie nach Archangelos aufbrechen.
Am Abend essen wir außergewöhnlich gut in der Taverna Meloi: Einen riesigen Tomaten-Gurken-Zwiebel-Paprika-Salat garniert mit schwarzen Oliven und Blattsalatstreifen, dazu geröstetes Brot und als Hauptspeisen gegrilltes Schweinskotlett mit wirklich knusprigen Pommes und Suzukakia (griechische Cevapcici) aus Hühnerfleisch mit Käsesauce und Reis. Alles sehr gut gewürzt.
Danach auf dem Boot bestelle ich zwei neue Strandsesseln bei Amazon zur Lieferung an die Werft. Bin neugierig, ob sie jemals ankommen werden, bzw. wenn ja, wann. Die zwei alten aus dem Jahr 2017 sind nur mehr mit äußerster Vorsicht als bequeme Fernsehsesseln im Cockpit zu gebrauchen.
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01.09.2021 Mittwoch
Patmos / O. Meloï
Wie mit Stefanos vereinbart, kommt er um 10h mit einem 125cc Moto nach Meloi. Leihvertrag und 20 Euro sind schnell getauscht. Am Abend sollen wir den Roller einfach stehen lassen. Der erste Stopp ist obligat: Das Café Arion in Skala beim Hafen, wo wir frühstücken. Nach einem Spaziergang auf der noch recht leeren Hauptroute der Touristen, Mitbringseleinkauf in einem Geschäft, das gerade aufsperrt und Broteinkauf beim Bäcker fahren wir via Grikos hinauf zur Chora. Auf dem Ortsschild steht unter der griechischen Bezeichnung die englische Version „Hora“, was auf Schwedisch „Hure“ bedeutet. Besonders pikant mit dem zweitheiligsten Kloster der griechisch-orthodoxen Kirche im Hintergrund.
Die Aussicht über Patmos ist grandios, aber der Wind will uns wohl von dort vertreiben. Also hinunter über die Serpentinenstraße durch schöne und gut riechende Pinienhaine. Bei einem kleinen Supermarkt beim Yachtkai erkundigen wir uns, ob eine Lieferung nach Meloi möglich wäre. Ja, wenn wir für mehr als zwanzig Euro einkaufen und dann kostet die Lieferung auch nichts. Das Einkaufslimit schlagen wir um mehr als das Dreifache. Der junge schmächtige Liefermann mit Zigarettenstummel im Mund holt sein Moped! Es hat zwar hinten eine kleine Ladefläche, auf die die vier 6er-Tragerln 1,5 L Wasserflaschen genau passen, aber die restlichen drei Einkaufssackerln, darin auch 6 L Wein und 1 L Ouzo? Kein Problem, sagt er und fädelt sie auf seinen dünnen linken Arm. Mit der rechten Hand zündet er sich noch eine Zigarette an bevor er hinter uns nach Meloi fährt. Wir bedanken uns und geben ihm zwei Euro „for the next cigarettes“, also nicht Trink- sondern Rauchgeld. Er grinst zufrieden.
Zufrieden sind wir auch, dass der ganze Einkauf mit uns Platz im Schlauchboot hat. Und dass die Blodughadda nicht auf Drift gegangen ist wie das Nachbarboot. Das bemerken wir allerdings erst als der Nachbar mit Vollgas im Schlauchboot vom Steg hinaus fährt. Sein Segelboot befindet sich schon weit außerhalb der Bucht. Mit dem Fernglas beobachte ich, wie er an Bord geht, den nicht haltenden Anker herauf holt und Richtung Skala abfährt. Glück im Unglück, dass das Boot nicht die Uferfelsen der Bucht gerammt hat.
Am Abend nützen wir noch den Roller für eine Fahrt nach Skala, flanieren auf dem Haupttrampelweg, trinken ein Bier und einen Eistee in der Bar des Sushi Restaurants während wir die Griechenland Zeitung lesen, wollen noch eine Kleinigkeit essen und landen in den bequemen Sesseln der Bäckerei beim Hafen wo uns ein Club- und ein Putensandwich serviert wird.
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02.09.2021 Donnerstag
11:15 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
11:46 Patmos / Agriolivadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:31 Strecke: ,9 Seemeilen Ø Fahrt: 1,7 Knoten
Bis auf den gefühlt dauernd bellenden Hund und den für die kommenden Tage vorhergesagten Starkwind etwas ungünstigen Ankerplatz gefällt uns Meloi sehr gut. Der Hund macht schon Bellpausen und der Anker hat bisher gut gehalten. Trotzdem wechseln wir in die nächste Bucht, in der wir bisher nur zwei Mal übernachtet haben.
Viel Platz und nur ein anderes Segelboot vor Anker. Recht nahe dem Nordufer scheint etwas Windschatten zu sein. Aber als der Anker unten ist, höre ich, dass die Kette an Steinen schleift – nicht gut. Also nochmals etwas weiter zum Buchtscheitel hin probieren. Diesmal keine Steine sondern Sand mit kurzem Seegras. Der Anker hat sich nur mit einer Flunke eingegraben, was nicht so toll aussieht. Aber er besteht die Rückwärtsfahrtprobe mit 2200 RPM ohne sich zu bewegen. Dann hält er auch bei Wind bis 40 Knoten.
Um 18:30h fahren wir zum langen Sandstrand, auf der unzählige recht elegante Holzliegen mit Sonnenschirmen stehen. Sieben Euro pro Person und Tag kostet die Benützung. Recht happig für Griechenland. Aber dafür bekommt man außerdem gereinigte und desinfizierte weiße Polsterauflagen, wie wir feststellen. Auch dürften die Betreiber eingesehen haben, dass die letztes Mal dröhnende BummBumm-Musik doch nicht mehr Einkünfte generiert.
Wir essen Dakos und Bifteki in der Taverna neben der Strandbar bevor wir noch in der Dämmerung zum Boot zurück kehren. Die Lokale schließen ohnehin bei Einbruch der Dunkelheit.
03.09.2021 Freitag
Patmos / Agriolivadia
Die jährliche Arbeit für die LAUFEN Bildpreislisten fängt an. Wird mich die nächsten 6 Wochen mehr und sehr beschäftigen.
Beate bringe ich zum Strand, wo sie eine Liege mietet.
04.09.2021 Samstag
Patmos / Agriolivadia
Heute ist es deutlich kühler geworden. Im Salon hat es um 11 Uhr nur 25°C, gegenüber bisher immer so um die 30. Der Temperaturfühler an der Mastspitze zeigt gar nur 22°C.
Auch das Meer hat sich von 28 +/- 1 Grad auf 25°C abgekühlt. Und der Nordwind soll bis mindestens Montag Nachmittag praktisch durchgehend mit 20 bis 25 Knoten blasen.
05.09.2021 Sonntag
12:50 Patmos / Agriolivadia Karte Abfahrt
14:33 Lipsi / O. Lipsi Karte Ankern
15:10 Lipsi / O. Lipsi Karte Anker auf
15:19 Lipsi / O. Lipsi Karte Ankern
19:10 Lipsi / O. Lipsi Karte Anker auf
19:31 Lipsi / O. Lipsi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:13 Strecke: 11,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
Der Tag fängt eigentlich ganz gut an. Vor Sonnenaufgang ist es zwar ziemlich kühl mit 22°C aber der Wind ist schwach. Ein erfrischendes Morgenbad tut gut. Der Sonnenaufgang um 7 Uhr ist schön und wenn die niedrige Sonne dann so richtig blendet, kann man ruhig noch ein paar Stunden in der Koje schlafen.
Es wird langsam Zeit, wieder eine andere Gegend zu sehen. Wir fahren nach Lipsi bei mittlerweile wieder ziemlich ordentlichem Wind von schräg hinten. Mitten in der Bucht vor dem Badestrand ankert ein blauer Trimaran „Bravo Romeo“ MMSI: 227252610 – natürlich mit französischer Flagge. Wir nehmen daher den Ankerplatz vor dem Kampos Strand. Keine gute Wahl, denn die Böen sind extrem unangenehm und kommen mal von der einen mal von der anderen Seite und wirbeln das Boot herum. Also was machen? Ich studiere die Windprognosen – keine Besserung bis morgen zu erwarten. In Koklakura auf der SW-Seite von Lipsi haben wir vor zwei Wochen keine so schlechte Erfahrung bei viel Wind gehabt. Also ab dorthin. Aber daraus wird nix. Denn als wir Fahrt aufnehmen, kommt aus dem Auspuff vom Stbd Motor kein Kühlwasser = Impellerpumpe kaputt. Mit nur dem Bb Motor steuern wir einen anderen Ankerplatz gleich südlich der Kirche Christos an. Scheint eh kein schlechter Platz zu sein, denn hier ist der Wind nicht so verrückt.
Nachdem der Motor abgekühlt hat, fange ich mit der Reparatur an, die ich schon oft gemacht habe. Diese Pumpe ist einfach die Sollbruchstelle des Systems. Am 31.8.2019 habe ich diese neu installiert, also keine reparierte, sonder eine nigelnagelneue, die ich im Mai 2019 gekauft hatte. Die hat nachgerechnet nur erbärmliche 138 Stunden in Bertrieb funktioniert! Bei der Suche nach der Ursache muss ich echt staunen: Abweichend von den original Yanmar Waserpumpen hat diese einen Impeller, der mit einem quer hindurch laufenden Schraubbolzen und nicht mit einer seitlichen Feder angetrieben wird. Dieser Bolzen hat sich fast komplett heraus geschraubt und statt den Impeller zu drehen, blockiert er ihn am Kamm des Gehäuses. An sich wäre es möglich, das Ding wieder an die richtige Position zu schrauben aber es fehlt auch ein Flügel des Impellers (der sich jetzt irgendwo im Kühlsystem befindet). Einen beschädigten Impeller will ich nicht verwenden. Also nehme ich eine meiner zwei Reservepumpen. Auch nicht so einfach, weil diese um 180° gedreht am Halteblech befestigt ist und also das Wasser in die andere Richtung pumpt und der druckseitige Schlauch dafür zu kurz ist. Der Versuch, die Pumpe zu drehen scheitert daran, dass die zwei Bolzen, mit denen die Pumpe am Halteblech befestigt ist, komplett verrostet und festgefressen sind. Glücklicherweise habe ich einen längeren passenden Schlauch in Reserve. Dann spuckt der Auspuff wieder Wasser.
Während meiner Reparaturarbeit hat der Wind offenbar ein wenig die Richtung geändert. Mit dem Effekt, dass ein Bleiben an diesem Ankerplatz unmöglich wird. In mehr oder weniger Sekundentakt wechselt der Wind von 4 auf 40,6 Knoten als Höchstwert. Dabei fährt das Boot wie ein Jojo vor und zurück und das Wasser kocht und fliegt in den Böen, die alles am Boot flattern und zittern lassen. Es ist mehr als extrem unangenehm, es ist echt oasch.
Wir fahren ab und ankern nur ein paar hundert Meter weiter weg vor dem Trimaran und vor dem Badestrand. Es ist deutlich besser obwohl natürlich auch nicht ohne Wind. Aber der kommt hier recht stetig ohne extreme Böen. Das geht.
Es ist schon recht finster als wir dann mit dem Schlauch zum Strand fahren. Nach Broteinkauf in der famosen Bäckerei (es gab noch welches – die Italiener sind nimmer da) essen wir wieder gut in To Pefko im perfekten Windschatten.
Gar nicht so einfach danach, gegen Wind und Wellen vom langseichten Strand mit dem Schlauch abzulegen. Den Außenborder kann man erst nach ca. 10-15 Metern anwerfen (und dann will er nicht so richtig). Bis dorthin heißt es paddeln und staken. Ganz trocken schaffen wir das nicht.
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06.09.2021 Montag
Lipsi / O. Lipsi
Was für ein Unterschied zu gestern! Der Wind ist angenehm, das Boot schaukelt sanft, die Luft ist lau. Wir beschließen, bis morgen noch da zu bleiben.
Am Abend essen wir bei Yannis. Ist nicht teurer als To Pefko aber eigentlich noch besser, man könnte sogar von kreativer Küche sprechen.
Der Absacker in der Kaktus Bar ist weniger gelungen. Meine Standardbestellung Ouzo mit Eis ist zwar wie immer in Ordnung (und am billigsten). Aber Beates Strongbow Apple Cider „Red Berries“ ist praktisch ungenießbar ebenso wie die laute und entsetzlich einfallslose Computermusik. Soll halt Jugendliche ansprechen. Aber davon gibt es auf Lipsi derzeit wenige. Drei sitzen an einem anderen Tisch in der ansonsten leeren Bar.
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07.09.2021 Dienstag
11:04 Lipsi / O. Lipsi Karte Abfahrt
12:16 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Ankern
13:02 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
13:25 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 01:35 Strecke: 8,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
Unser Ankerplatz ist anziehend. In der näheren Umgebung ankern fünf weitere Boote als wir abfahren.
In Partheni haben wir keine Chance, längsseits am Travellisftbecken anzulegen, also nix mit Wasser nachtanken. Statt mühsam eine der Bojen zu nehmen, geht der Anker daneben auf 3,5m auf trotzdem nicht sichtbaren Grund und das Schlauchboot darf wieder Dienst machen. Ich hole das Paket mit dem Ersatz-Wechselrichter im Marinashop ab und kaufe einen Ersatzimpeller für die vorgestern ausgebaute Kühlwasserpumpe.
In Archangelos angekommen muss ich den neuen Wechselrichter natürlich testen, sicherheitshalber zunächst nur mit provisorischer Montage. Und was ist? Nach 10 Minuten Betrieb macht der genau so einen Krach wie der vorige. Was für Schrott baut Mastervolt denn jetzt? Ich montiere den Krachomaten sofort wieder ab und schreibe ein entsprechendes Mail an SVB.
Geräusch des Wechselrichters:
Die restlichen Thunfischspaghetti von vorvorgestern schmecken heute sogar noch besser.
08.09.2021 Mittwoch
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Am Vormittag verlassen alle 14 andere Ankerlieger die Bucht. Ab Mittag kommen etwa gleich viele neue. Darunter die Cara Mia mit Manfred und Nora. Im Vorbeifahren verabreden wir uns für den Abend in der Taverna Stigma.
Dort essen wir wieder sehr gut und plaudern lange.
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09.09.2021 Donnerstag
11:50 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Anker auf
13:05 Léros / Lakkí Kuluki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:15 Strecke: 7,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Kurz nach dem Ankern fahren wir die 700 m vom Ankerplatz zum Betonsteg bei Café Morano mit zwei Lidleinkaufstaschen Wäsche und einer mit Plastikmüll. Den werden wir gleich los – in einer Tonne für Papier- und Kartonmüll, die halbvoll mit Plastikflaschen ist. Die Wäscherei Efraim hat aber schon um 13:30 h geschlossen und öffnet erst um 17:00 h wieder. Die Taschen dürfen wir im Mopedverleihgeschäft nebenan abstellen und gehen auf Kaffe und kleine süße Schmankerln in die Konditorei Rapapitis drei Häuser weiter.
In einem kleinen Geschäft bei der alten Markthalle kaufen wir ein wenig ein und ich bekomme Gusto auf ein frisch gezapftes Bier. Im Café Kinezos mit herrlich bequemen Sesseln und Ausblick auf die Bucht gibt es Amstel vom Fass, das passt. Beate begnügt sich wie üblich mit einem Icetea Lemon. Nun überlegen wir, wie wir die Wäsche in die Wäscherei hinüber kriegen. Die Telefonnummer der Wäscherei +30 2247 301914 habe ich zwar notiert, bezweifle aber, dass sich das telefonisch erledigen lässt, zumal die nette Wäscherin kaum Englisch spricht. Statt zum Boot zurück zu fahren und am Abend essen gehen, bestellen wir daher gleich je ein Club Sandwich, der mit so viel Pommes daher kommt, dass sich das Abendessen erübrigt. So gestärkt gehe ich wieder zur Wäscherei. Übermorgen um 10h soll die Wäsche fertig sein.
Der Rückweg zum Boot wird schwierig. Gleich nach dem Anwerfen des Außenborders will dieser kein Gas annehmen und wir fahren vielleicht 100 Meter mit Standgas bevor der Motor abstirbt und sich nicht wieder starten lässt. Benzin habe ich vor der Fahrt nachgefüllt, also kann der Tank nicht leer sein. Wir müssen paddeln, leider nicht ohne Gegenwind, und erreichen mühsam die grüne Hafentonne. An der hängen wir uns an und ich versuche nochmals den Motor zu starten, aber keine Chance. Ich denke, dass rudern besser als paddeln gehen könnte und montiere die Riemen auf die Dollen, Beate setzt sich ganz nach vor und ich knie hinten in exakt Unterschenkelabstand zum Heckspiegel. Dann geht es auch sehr langsam und mühsam in Richtung Fähranleger. Wäre das Sitzbrett montiert, wären längere Ruderschläge und mehr Kraftübertragung möglich. Beim Fähranleger muss ich eine Pause machen. Noch ca. 280 Meter gegen den Wind zum Boot – nicht lustig! Da kommt mir die Idee, dass der Motorstreik mit dem lädierten Benzintankdeckel zu tun haben könnte und Bingo! Kaum habe ich den Deckel aufgeschraubt, läuft der Motor wieder. Also kein Vergaser- oder Zündkerzenproblem.
Mit noch immer schmerzenden Knien untersuche ich den Deckel. Der ist so konstruiert, dass eine kleine Spiralfeder die hutartige Entlüftungsschraube nach unten zieht. Diese hat ein kurzes Gewinde, das in den Plastikdeckel greift. Das Gewinde im Deckel ist aber ausgeleiert. Und deshalb bleibt die Entlüftungsschraube nicht oben, sondern versperrt die Luftzufuhr. Keine Luftzufuhr in den Tank > Unterdruck entsteht > Benzin kann nicht fließen. Ich entferne die kleine Spiralfeder und hoffe, so den Motor verwenden zu können bis der am Dienstag bestellte Ersatzdeckel bei der Werft angekommen und abgeholt ist.

10.09.2021 Freitag
Léros / Lakkí Kuluki
Heute ist es so kühl, dass wir zum ersten Mal in diesem Jahr gar nicht baden gehen. Man hat sich schon an die hohen Temperaturen gewöhnt und wenn sie sich jetzt zwischen 21 und 24 Grad bewegen, kommt einem das eben sehr kühl vor.
Am Abend gehen wir mit Peter und Gudrun Schmitz vom Nachbarboot Aiolos auf Intitiative von Manfred und Nora Müller von der Cara Mia, die gestern ebenfalls in Kuluki eingetroffen sind, ins I Thraki essen.
11.09.2021 Samstag
11:38 Léros / Lakkí Kuluki Karte Anker auf
12:09 Genua dazu, Motoren langsamer
14:28 Motoren aus
16:40 Genua weg, Motoren an
17:36 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:58 Strecke: 34,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Nach Abholung der Wäsche und Einkauf für den Abend fahren und segeln wir mit dem Wind nach Kefalos. Ein paar Stunden lang ist es etwas ungemütlich, weil die Wellen NW von Kos unnötig hoch sind.
Kurz vor Kefalos kommt der Wind mit über 30 Knoten entgegen, 8-10 Kn mehr als am offenen Meer. Wir ankern nicht weit vom Ufer vor der Taverna Sebastian und tatsächlich ist der Wind hier nicht so stark wie weiter draußen.
12.09.2021 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Das Wasser geht zu Ende. Die letzte Wasserflasche ist fast verbraucht und im Tank ist nur noch ca. 20-30 Liter übrig. Dieses ist, was wir schon die letzten Tage beobachtet haben, durch Sandstaub leicht bräunlich. Beim Bau des neuen Wassertanks muss dieser ohne Deckel eine Zeitlang im Freien gestanden sein.
Wir fahren zur Pier und lassen das restliche Wasser aus dem Tank ins Waschbecken pumpen. Als es aus ist, fülle ich mit dem Schlauch vom Wasserhahn zwei Mal frisches Wasser nach zum Durchpumpen. Wirklich frei von Sandstaub wird der Tank damit natürlich nicht, aber zumindest hat es einen positiven Effekt: Die Pumpe läuft weniger oft unmotiviert an. Vermutlich waren die Membranen verkalkt und wurden durch die lange Laufzeit jetzt etwas gereinigt.
Da beide Tanks so leer sind, dass kein Wasser mehr aus ihnen kommt, kann ich mit dem Gardena Literzähler die praktisch nutzbaren Tankinhalte messen: Großer neuer Tank 225, kleiner Tank 161 Liter = 386, was für ca. 25 Personentage ausreichen müsste.
Natürlich werden Bootsdeck und Schlauchboot auch gereinigt und den Mist und diverse andere ausgemusterte Sachen können wir hier bequem los werden. Nach Einkauf einer 6-er Packung Trinkwasserflaschen legen wir ab und ankern vor dem Kefalos Market.
Das Abschiedsabendessen für Beate bei Captain John ist leider ein Reinfaller. Wir sitzen zwar mit herrlicher Aussicht, erhalten gutes Brot sogar mit Butter und die Getränke werden perfekt serviert. Aber der grüne Salat mit Avocado hat Knoblauchdressing und die Grillplatte ist mickrig und schlecht. Einigermaßen gesättigt stoßen wir danach an Bord mit dem letzten Wein aus Lipsi an.
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13.09.2021 Montag
Kos / Kefalos, Kamari
Beate packt ihre Koffer. Das Wetter ist perfekt, nicht mehr so kühl wie die letzten Tage mit sanftem Wind und es ist absolut ruhig bis ein nervöser Hund an Land ein größeres Mitteilungsbedürfnis bekommt.
Kurz vor 15h fahren wir zum Hafen und legen das Boot längsseits wieder am bewährten Platz. Ich gehe in 23 Minuten zur Autovermietung Manolis und hole das bestellte Auto ab. Ohne Hast und bequem können wir dann Beates Gepäck ins neben dem Boot parkenden Auto verladen. Die erste Fahrtstrecke ist kurz, gerade mal bis zum Minimarket MAVRI gleich beim Hafen. Dessen Inhaber sind auch Imker und betreiben das Honiggeschäft an der Hauptstraße etwa halbwegs von hier zum Flughafen. Aus einem riesigen Edelstahlbehälter füllt die Chefin 6 Halbkilodosen und sichert die Deckel anschließend mit Packtape, damit sie den Flug unbeschadet überstehen mögen. Leider keine Fotos gemacht.
Die Chefin kennt auch die Telefonnummer des Dieselwagens und ruft dort an. Mit dem Mann vereinbare ich die Lieferung von 100 Liter Diesel zum Boot zwischen 19 und 19:30 Uhr.
Ich bringe Beate zum Flughafen und kaufe anschließend im Kritikos ein. Als ich dabei bin, die Sachen einzuräumen kommt der Diesel tatsächlich. Dann brauche ich ein Meeresbad und fahre zum Ankerplatz gleich N des Hafens.
3 Kommentare Empfänger "2021-08-07 B&T"
#1 Kommentar Von Heinrich am 2021-08-15 um 8:00 Uhr
Hi Tom ! Die Idee mit den Videos ist genial ! Super !!!!
Liebe Grüße und weiterhin schönen Urlaub !
Heinrich
#2 Kommentar Von Herbert am 2021-08-24 um 10:57 Uhr
Ich will nicht mit meinen (eher spärlichen) Griechischkenntnissen prahlen, aber Katsikaki ist definitiv kein Lamm. Und auch kein Schaf. Ratet einmal!
#3 Kommentar Von Tom am 2021-08-24 um 11:32 Uhr
Ja, hast recht, ein anderes hier üblicheres Jungtier…