Aktualisierung 21.08.2019 00:03:23 Anzahl Tage: 42
06.07.2019 Leros
07.07.2019 Leros
08.07.2019 Leros
09.07.2019 Leros
10.07.2019 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
11.07.2019 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
12.07.2019 Léros / N. Archángelos Ankerbucht
13.07.2019 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Plakouti (Blefuti)
14.07.2019 Léros / O. Plakouti (Blefuti) – Arkí / Tiganáki
15.07.2019 Arkí / Tiganáki – Sámos / Marathókampos
16.07.2019 Sámos / Marathókampos
17.07.2019 Sámos / Marathókampos
18.07.2019 Sámos / Marathókampos
19.07.2019 Sámos / Marathókampos
20.07.2019 Sámos / Marathókampos
21.07.2019 Sámos / Marathókampos
22.07.2019 Sámos / Marathókampos
23.07.2019 Sámos / Marathókampos – Patmos / Livadi Geranou
24.07.2019 Patmos / Livadi Geranou
25.07.2019 Patmos / Livadi Geranou – Patmos / O. Meloï
26.07.2019 Patmos / O. Meloï
27.07.2019 Patmos / O. Meloï
28.07.2019 Patmos / O. Meloï
29.07.2019 Patmos / O. Meloï – Lipsi / O. Lipsi
30.07.2019 Lipsi / O. Lipsi – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
31.07.2019 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
01.08.2019 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / Kuluki
02.08.2019 Léros / Kuluki
03.08.2019 Léros / Kuluki – Kálymnos / Emboriós
04.08.2019 Kálymnos / Emboriós – Astypálea / O. Livadia
05.08.2019 Astypálea / O. Livadia
06.08.2019 Astypálea / O. Livadia
07.08.2019 Astypálea / O. Livadia
08.08.2019 Astypálea / O. Livadia
09.08.2019 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Schinunta
10.08.2019 Astypálea / O. Schinunta
11.08.2019 Astypálea / O. Schinunta – Gyali / Strand
12.08.2019 Gyali / Strand – Nisyros / Páli
13.08.2019 Nisyros / Páli – Tílos / O. Pláka
14.08.2019 Tílos / O. Pláka – Tílos / O. Livádia
15.08.2019 Tílos / O. Livádia
16.08.2019 Tílos / O. Livádia – Kos / Kefalos, Kamari
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 42:13 Strecke: 235,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
06.07.2019 Samstag
Leros
Der Schnellkatamaran Dodakanissos Express aus Kos legt mit 18 Minuten Verspätung um 12:48 in Agia Marina auf Leros an. Herr und Frau Giannakos erwarten uns und übergeben den bestellten Leihwagen unkompliziert wie immer. Am Mittwoch sollen wir ihn mit gleichem Benzinstand vor der Werft mit dem Schlüssel unter dem Fahrerteppich abstellen.
Wir fahren sogleich dorthin, haben aber keine Chance vor 13 Uhr dort zu sein, also bevor die Werft am Samstag zusperrt. Aber auch kein Problem. Die Karte für das Einfahrtstor ist wie vereinbart in der Taverna gegenüber dem Flughafen in einem Kuvert hinterlegt.
Die Blodughadda präsentiert sich sandig. Wir hieven meinen Koffer hinauf, in dem sich neben einigen Unterhosen und Leiberln hauptsächlich Sachen fürs Boot befinden. Auf dem Rückweg zum Hotel Alinda kaufen wir im schönen Supermarkt in Kamára Wasser, Wein, Brot und Käse ein.
Im Hotel begrüßt uns Soula mit Bussi. Ein junger Kellner schleppt Beates 26 kg Koffer wie nix in den ersten Stock zum Zimmer 16. Dieses ist eigentlich ein Appartement mit zwei Schlafzimmern, einem Vorzimmer, einem Badezimmer und einem Balkon, der ideal gegen Nord gerichtet ist, also mit Aussicht auf die Berge und immer im Schatten.
Nach einem ersten Schwimm im Mittelmeer dieses Jahr fahre ich um 18h zum Boot, um Cockpit, Deck und Badeplattform zu schrubben. Das dauert bis zum Sonnenuntergang und dann schmeckt das Abendessen im Hotel ganz hervorragend.
Noch etwas über den gestrigen Anreisetag:
Der Austrian MyHoliday Flug nach Kos hat wie die meisten Flüge eine Stunde Verspätung. Voraussichtliche Abflugzeit 18:10h. Wir müssen im extrem ungemütlichen und viel zu schmal gebauten Terminal F warten. Es ist unmöglich, einen angenehmen Platz in einem der wenigen sauteuren Selbstbedienungslokale zu bekommen. Nicht weil sie voll sind, sondern weil sie allesamt zwar ultramodern aber ultraungemütlich eingerichtet sind. Auf einem Sofa ohne Ablagemöglichkeit fürs Glas oder Kaffeehäferl wollen wir nicht sitzen, wie auch sonst niemand. Zukünftig werde ich versuchen, Flüge zu buchen, die vom alten Terminal C abfliegen.
Der Flug selbst ist dann aber sehr angenehm.
In Kos angekommen ist die Halle für die Gepäckabholung voll von Menschen. Umfallen wäre unmöglich. Wir rechnen uns aus, dass es lange dauern wird, bis unsere Koffer auf dem Förderband erscheinen werden. Die wohlernährte Hüterin des Bereichseinganges erlaubt uns, die Wartezeit draußen vor dem Gebäude, also ca. 10 m entfernt, zu verbringen und die Koffer später abzuholen. Dort gibt es neuerdings einen Kiosk und ein paar Stehtische. Zu unserem Schrecken sehen wir, dass kein einziges Taxi da ist und sicherlich so an die 100 Leute auf eines warten. Der letzte öffentliche Bus in die Stadt ist auch schon abgefahren. Ich versuche mein Glück bei einem der zwei lokalen Autovermieter bei der Tankstelle gegenüber dem Flughafengebäude. Und ich habe Glück: Bei Kosmos gegenüber der Tankstelle ergattere ich einen Wagen, den wir bis morgen früh um 8h haben können. Wir sollen ihn einfach auf dem Hotelparkplatz abstellen und den Schlüssel in das Fahrertürfach legen. Die Miete kostet genau so viel, wie das Taxi kosten würde, nämlich 35 Euro. Gut dazu noch 5 Euro fürs Benzin. Somit ist das Transportproblem gelöst.
Aber das Kofferabholproblem nicht. Als wir wieder in die Ankunftshalle hinein gehen, sind nicht mehr viele Leute drinnen und eine andere wohlernährte Aufpasserin hat Dienst. Sie will uns partout nicht die max. 10 m zum Förderband gehen lassen, auf dem unsere Koffer schon daher kommen. Es sei ihr einziger Job, da niemanden hineinzulassen und dabei bleibt es. Wir sollen zum Airlinebüro gehen oder einen noch drinnen befindlichen Passagier bitten, unsere Koffer mitzunehmen. Zweites gelingt bei der zweiten Anfrage. Der ziemlich perplexe junge Mann holt nach unserer Anweisung die Koffer vom Band, überprüft die Namensschilder drauf und fragt uns dann, nach unserem Namen bevor er die Koffer aushändigt – sehr ordentlich! Bei der Aufpasserin bedanke ich mich und wünsche ihr alles Gute. Sie wird wohl demnächst durch ein Drehkreuz ersetzt werden.
Das Hotel Astron Suites & Apartements liegt zwar nicht direkt am Hafen wie das alte Hotel Astron, sondern etwa 100 m stadteinwärts. Dafür ist es nur zwei Jahre alt und sehr gefällig. Auf dem Balkon trinken wir den auf dem Weg gekauften gekühlten Weißwein und beobachten das Geschehen. Zu Mitternacht sperrt das Geschäft an der Ecke gegenüber zu und dann gibt es nichts mehr zu beobachten.
07.07.2019 Sonntag
Leros
Nach dem Frühstück fahren wir erst um 10:30h zum Boot, aufräumen putzen und die im Salon verstauten Gegenstände an ihre Plätze außen bringen. Es ist fürchterlich heiß und als wir um ca. 14h Schluss machen, beschließen wir, morgen gleich in der Früh aufzubrechen.
Abends fahre ich wieder allein zum Boot, um auch die Bootsseiten zu waschen und die Ankerkette zu wenden und die 10-Metermarkierungen mit Leuchtsprayfarbe zu erneuern. Als ich die Kette einholen will, will die Ankerwinde nicht. Vom Relais hört man, dass es anzieht, aber das wars schon. Dabei habe ich von der Werft ein Ankerwindenservice machen lassen und auf der Rechnung steht „Test OK“.
08.07.2019 Montag
Leros
Heute ist Schleif- und Hafenpolizeitag. Wir sind schon kurz nach 7h am Boot. Beate putzt und ordnet innen, ich schleife das Unterwasser mit dem Extenterschleifer. Das ist die dreckigste Arbeit überhaupt und dauert gute zwei Stunden. Trotz Spusi-Ausrüstung muss ich anschließend den schwarzen Staub in der Dusche abschrubben.
Während ich schleife, kommen zwei Mechaniker und bringen die Ankerwinde in gang. Keine Ahnung, was falsch war, jedenfalls das „Test OK“ auf der Rechnung für die Werftarbeiten während des Winters. Diese darf ich auch zahlen und werde 4.896,45 Euro ärmer.
Obwohl das Frühstück im Hotel zwischen 8 und 10h serviert wird, ist es no problem um 11h auch eines zu bekommen. Dann fahren wir nach Lakkí zur Wäscherei Efraim, in die Alfa-Bank, zum Yachtzubehörhändler Piperis und dann zur Hafenpolizei. Beim Piperis kaufe ich 2 x 2,5 l schwarzes self-polishing Antifouling der Marke Million ein. Im Laden bei der Werft, wo ich immer Plastimo Classic gekauft hatte, gab es nur dunkelblaue Farbe.
Im Mai versicherte mir die Irene in der Werft, dass es kein Problem sein würde, einen Hafenpolizeistempel in mein DEKPA (wichtigstes amtliches Papier für Bootsfahrer in Griechenland) zu bekommen auch nachdem es abgelaufen ist, wenn ich von der Werft ein Schreiben präsentiere, dass das Boot an Land gestanden ist. Nun hat sie mir erklärt, dass sich das geändert hat: Wenn nicht innerhalb eines Jahres ein Verlängerungsstempel drauf kommt, ist das Papier komplett ungültig und man muss sich ein neues ausstellen lassen. Dazu muss man vorher 50 Euro auf der Bank einzahlen und zwar anhand eines im Internet auszufüllenden Formulars (e-Parávolo), in dem sogar die Vornamen des Vaters und der Mutter einzutragen sind. Das hat die Werft freundlicherweise für mich übernommen. Die Bank akzeptiert nur Bargeld und verlangt noch zwei Euro Bearbeitungsgebühr.
Erfahrungsgemäß dauert es länger bei der Hafenpolizei, weshalb Beate ins Café Morano geht. Ein neues DEKPA wird nur in einem bestimmten Zimmer der Hafenpolizei ausgestellt und kann nur von zwei der vielleicht zwanzig herumschwirrenden Beamten erledigt werden. Vor mir ist ein Mann in diesem Zimmer und ich warte daher vor der geöffneten Tür. Nach einer Stunde bringt mir ein Hafenpolizist einen Sessel aus einem anderen Zimmer. Nach einer weiteren Stunde ist der Mann endlich expediert. Der ist ohne DEKPA und ohne die neue Freizeitbootsteuer TEPAI zu bezahlen von der Küstenwache erwischt worden und hat jetzt 2.500 Euro Strafe aufgebrummt bekommen. Dabei hat er selbst die Küstenwache gerufen, nachdem jemand bei Ankern in der Nacht sein Boot touchiert hatte. Wie blöd kann man nur sein!
Da alle meine Papiere in Ordnung sind, dauert es nur 30 Minuten, ein neues DEKPA ausgestellt zu bekommen. Ich muss nur zusätzlich ein Formular ausfüllen (mit Vor- UND Nachnamen meiner Eltern), dass ich das alte verloren habe.
Danach schmeckt ein Krügerl im Morano besonders gut.
Der große Supermarkt an der Einfahrtsstraße nach Lakkí, der im Mai fast leer war, hat volle Regale, einen neuen Besitzer und heißt jetzt Kritikos. Wir schauen rein und kaufen Dinge ein, die nicht verderblich sind, darunter einen Strohhut für die Beate, eine Schirmkappe für mich und einen Fußabstreifer fürs Boot.
Abends fahre ich zum Boot, den Schleifstaub abwaschen und die Utensilien für den morgigen Anstrich vorbereiten.
09.07.2019 Dienstag
Leros
Heute ist Antifouling- und Einkaufstag. Wieder früh beim Boot. Das Anbringen des Maskierungstapes entlang der Antifoulingkante geht zu zweit leichter und die fitzelige Arbeit dauert so nur 45 Minuten. Dann geht es ans Rollen. Nach 1,25 von 4 Bootsseiten ist die alte Plastimo Farbe aufgebraucht und es wird Zeit, ins Hotel frühstücken zu fahren.
Dann holen wir die Wäsche ab und kaufen weitere Malutensilien im schönen neuen Hartwarengeschäft beim Supermarkt ein. Im besten Obst- und Gemüsegeschäft weit und breit füllen wir einige Plastiksackerln.
Auf dem Weg zurück bleiben wir bei der Elin Tankstelle stehen, um eine neue Zündkerze für den Außenborder zu kaufen. Dabei sieht Beate, dass dort ein Diesellieferwagen steht und meint, dass ich doch fragen soll, ob er auch ans Boot in Partheni liefert. Ja, tut er schon, aber wenn es weniger als 100 Liter werden, verlangt er 15 Euro Liefergebühr. Damit bin ich einverstanden und wir vereinbaren 13:15h als Lieferzeitpunkt.
Wir haben also noch Zeit genug, ins Hotel zu fahren, das Auto von der Hoteleigentümerin Soula auszuborgen, um damit die vom Tapezierer neu überzogenen Matratzen für die Stb Kajüten abzuholen und zum Boot zu bringen. Unser Leihwagen ist dafür zu klein. Im Mai habe ich die Matratzen mit Soulas Opel Mariva zum Tapezierer gebracht.
Um 12h sollte Soula wieder zum Hotel kommen. Aber als sie um 12:50h noch nicht da ist, fahre ich zum Boot während Beate in der Freilufthotelbar nach Soula Aussicht hält. Kaum bin ich 3 km gefahren ruft sie schon an: Wir können jederzeit das Auto ausborgen. Zu spät jetzt, bis 13:15 geht sichs nimmer aus. Während ich auf den Dieselwagen warte, rühre ich die neue Antifoulingfarbe auf. Nach 20 Minuten hat sie endlich eine homogene Konsistenz. Nach weiteren zehn Minuten ärgere ich mich schon darüber, dass ich mir die Telefonnummer der Tankstelle nicht aufgeschrieben habe und gehe zur Rezeption. Irene hat sie und ruft an. Ja, der Fahrer ist gerade losgefahren. Tatsächlich parkt er um 13:55h bei der Blodughadda und ich kann 73 Liter á 1,33 + 15 Euro bezahlen. Bisher habe ich immer vor dem Winter den Dieseltank knallvoll gemacht und kam weder im Mai noch bereits vor ein paar Tagen auf die Idee, im Dieseltank nachzusehen. Also das passiert nie wieder.
Und jetzt also zum Hotel, zum Tapezierer, zum Boot, zum Blumenhandel für ein Dankeschön fürs Auto ausborgen und wieder zum Hotel. Soula verrechnet pro Person und Tag 25 Euro inklusive Superfrühstück. Besser geht es nicht.
Nach einer Verschnaufspause fahren wir wieder los. Auf dem Weg kaufen wir im Supermarkt Asteras in Kamára recht ordentlich ein.
Während Beate die Einkäufe verstaut, fange ich mit dem Rollen der Antifoulingfarbe an. Als sie dann mitmacht, geht es flott. Insgesamt haben wir ca. 8,5 Mann-/Fraustunden für die Antifoulingarbeiten am Rumpf und 4,5 Liter Farbe für einen Anstrich gebraucht. Dazu noch ca. 30 Minuten für das Schleifen und streichen des Stb Propellers mit Metall-Antifouling. Der Bb Propeller hat noch volle Farbe drauf.
10.07.2019 Mittwoch
10:20 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
10:48 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 00:28 Strecke: 1,7 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten
Heute ist Krantag. Wir fahren wieder früh zum Boot mit dem ganzen Gepäck, um alles um 8 Uhr fertig zu haben, wie es die Werft verlangt, egal wann man dann tatsächlich drankommt. Wir haben noch Zeit, gemütlich zu frühstücken bevor der Travellift um 9:30h kommt. Kurz darauf schwebt die Blodughadda schon und ich kann die Stellen mit Antifouling streichen, auf denen das Boot aufgelegen ist.
Im Travelliftbecken starten die Motoren zwar zaghaft aber doch. Insbesondere der Stb Motor will nicht so richtig. Dabei wurde auch an dem alles neu eingestellt. Naja, vielleicht wirds besser nach einigen Starts.
Bei Archangelos werfen wir den Anker auf einen Sandfleck mitten in der südlichen Einbuchtung. Es sind einige Charterboote hier, die alle wieder abfahren.
Ich montiere die letzten Herbst angeschafften zwei Solarpanele auf dem Biminidach so wie Patrick und ich es im September austüftelten. Sie liefern sofort ordentlich Strom, je so 80-90 Watt. Bin neugierig, ob es ausreicht, um die Motoren nicht starten zu müssen.
Am Nachmittag ankert ein riesiger türkischer Zweimaster GETAWAY neben uns mit Landleine zum Buchtscheitel hin. Der Skipper fragt zuerst, wo unser Anker liegt und dann ob wir vielleicht auch eine Landleine legen könnten, damit bei Winddrehung die Boote nicht zusammenkrachen. Er würde uns dabei eh helfen. Ich bin einverstanden und ein paar Stunden später bringen drei Mann in einem Schlauchbeiboot unsere Landleine ans Nordufer. Weil unser Anker so gut im Sand liegt, mag ich nicht neu ankern, sondern lasse die ganze 70m lange Kette hinaus. Das reicht für eine 30m lange Landleine.
Noch ein Nachtrag zum DEKPA:
Als ich in der Früh im Werftbüro die Einfahrtskarte zurück gebe und für Wasser und Strom zahle, treffe ich den sympathischen und sehr gut englisch sprechenden Italiener, der vorgestern in derselben Angelegenheit bei der Hafenpolizei nach mir dran gekommen ist. Er erzählt, dass er der Hafenpolizistin mit den graublau gefärbten Haaren „ehrlich“ gesagt hat, dass er sein abgelaufenes DEKPA doch gefunden hat und bekommt darauf den ultrawichtigen Stempel! So ist halt Griechenland. Charme schlägt Gesetz.
11.07.2019 Donnerstag
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Um 9:58h erhalte ich eine SMS von Anton, einem Bekannten vom Wiener Stammtisch des Mittelmeerskipperforums. Er sei mit seinem Zweimaster SANA auf Dodekaneserkundungstour und gerade nach Leros unterwegs. Das trifft sich so gut, dass er mit Sohn Stefan und dessen Lebensgefährtin Birgit um ca. 13h parallel zu uns mit Landleine ankert. Er verholt das Boot längsseits zur Blodughadda, so dass sie einfach über die Relinge zu uns herüber steigen können – mit fünf Flaschen Bier bewaffnet. Es wird ein sehr netter Nachmittag mit interessanten Gesprächen in unserem Cockpit.
12.07.2019 Freitag
Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Es ist ziemlich kühl und ein „eisiger“ Wind bläst ins Cockpit. Das Hecknetz hält ihn zwar größtenteils ab, aber trotzdem ist es sehr frisch. Dabei hat es eh 26°C im Cockpit.
Die SANA fährt weiter nach Lakkí und wir wünschen einander alles Gute und hoffen auf ein nochmaliges Treffen irgendwo im Dodekanes.
Das schon lange an Bord befindliche neue Bordklo RM69 wird montiert, nachdem das alte endgültig nicht mehr gut funktioniert. Es ist weder einfach, das alte ab- noch das neue anzumontieren. Weil der Platz sehr eng ist und die Befestigungsschrauben unter der Muschel denkbar idiotisch angeordnet sind, wird daraus eine schweißtreibende Verrenkungsorgie. Immerhin kann ich die bisherigen vier M6 Bolzen, die mit je einer so gut wie nicht erreichbaren Gegenmutter unter der Standfläche fixiert waren, durch M5 Bolzen ersetzen, die nur von oben in neue Neopren-Blindnietmuttern verschraubt werden.
13.07.2019 Samstag
16:15 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
17:02 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
Zeit unterwegs: 00:47 Strecke: 3,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,2 Knoten
Der Wind lässt nach und es wird wärmer. Seit 72 Stunden liegen wir vor Anker ohne die Motoren zu starten. Die Solarpanele bewähren sich. Auf Stb hat die Kühlschrankbatterie fast 100% Ladung und der Kühlschrank ca. 6°C. Auf Bb hat die Batterie 181 von max. 220 Ah.
Ich schreibe das Blogbuch nach.
Bevor wir ablegen schwimme ich mit dem iPhone in der voriges Jahr gekauften wasserdichten Hülle und mache ein paar Fotos. Die Hülle ist tatsächlich wasserdicht, habe ich vorher mit einem Knaufschraubenzieher getestet. Mit nassen Fingern ist es gar nicht so einfach, die Fotofunktion heranzustreichen, insbesondere weil ich im grellen Sonnenlicht ohne Brille durch das Plastik kaum sehe, was ich tue. Trotzdem wirds was.


Wir tuckern die 3,3 Seemeilen nach Blefuti und ankern unterhalb der schönen Villa am Westufer. Das Schlauchboot wird aufgeblasen und der Außenborder in Betrieb genommen. Er startet mit dem ersten Zug an der Startschnur. Die neue Zündkerze dürfte in Ordnung sein.
Der Abend ist herrlich, 27° im Cockpit, 25°C im Wasser und fast kein Wind. Wir fahren zum Ufer und essen in Artemis.




14.07.2019 Sonntag
15:41 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
17:29 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 01:48 Strecke: 11,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
Um 6 Uhr ist es absolut windstill und die Sonne geht gerade auf – wunderschön. Um 9 Uhr setzt der angesagte Südwind ein, aber nicht stark. Das schwache Tief über Athen bringt auch Wolken, aber keine Wolkendecke.


Wir fahren zum Ufer, um die Füße zu vertreten. Es ist nicht einfach, einen Platz zum Anlanden zu finden. Die kleinen Stege der Fischerboote sind besetzt bzw. schwimmen mehrere Leinen parallel zum Ufer. Der Badestrand ist voll von Leuten, auch im Wasser. Da will man nicht stören. Aber weiter weg bei einem Slipsteg gehts dann. Die überall auf Leros beschilderten „Wine roads“ wollen wir uns ansehen. Da geht man ein Stückchen einer holprigen Staubpiste entlang bis zur vermutlich letzten Abzweigung Richtung Hügel hinauf, wo man sowas wie Weingärten ausmachen kann. Die Piste hinauf ist aber mit einem Gittertor versperrt. Man fragt sich, wozu der Aufwand für die zahlreichen Schilder dorthin gut sein soll, wenn man eh nicht hinkommt.
Wir gehen zurück und setzen uns auf ein Kaltgetränk in die Strandbar von Artemis.
Für heute Abend ab 21 Uhr ist Flaute und fast Vollmond vorausgesagt, also ideal für Tiganáki. Als wir aber um 21h griechische Landwürstel mit Erdäpfel und Riesenbohnen bei wenig Wind verspeist haben, kommt nicht die Flaute sondern ordentlich viel Wind. Ich bin enttäuscht. Aber immerhin hat der Mond Wort gehalten.
15.07.2019 Montag
10:28 Arkí / Tiganáki Karte
14:03 Sámos / Marathókampos Karte
Zeit unterwegs: 03:35 Strecke: 21,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Bevor die Ausflugsboote kommen und das Wasser rund um uns mit Schwimmern voll ist, fahren wir los. Der Wind ist noch immer recht stark und zwar aus Ost! Nach Umrundung der SE Spitze von Arkí kommt er aus Nord und nach einer Stunde beruhigt er sich sehr.
In Marathokampos bekommen wir den Wunschplatz am Kopf des Anlegers des neuen Yachthafens. Neue anscheinend funktionierende Versorgungssäulen gibt es auch. Sie sind noch mit Plastikfolie umwickelt.

Um 19h gehen wir in den netten ruhigen Ort. Nach einer Runde setzen wir uns zum Abendessen ins Lekatis. Bald setzt sich ein etwa gleichaltriges Paar an den Nebentisch und ich höre meine Muttersprache Finnlandschwedisch! Es sind Nina und Nils Hellström, die zur Hochzeit der Cousine zweiten Grades der Nina angereist sind. Natürlich entwickelt sich ein angenehmes Gespräch mit ihnen, insbesondere als sich sich zu unserem Tisch setzen.
Der Abend ist kühl mit nur 23°C, windstill und der Mond hat es auch geschafft, voll zu werden. Es ist sehr schön hier. Einige Fotos:










16.07.2019 Dienstag
Sámos / Marathókampos
Wie genau heute vor zwei Jahren verlegen wir einen neuen Cockpitteppich, diesmal mit graublauem Kieselsteinmuster. Dann werden die Segel angeschlagen. Erst um 17h ist alles fertig, ich auch.
Um 19h kommen Nina und Nils aufs Boot auf ein Glaserl Roséwein und danach gehen wir gemeinsam zum Abendessen ins Lekatis. Es wird ein sehr angenehmer Abend. Wir plaudern bis kurz vor Mitternacht.

17.07.2019 Mittwoch
Sámos / Marathókampos
REGEN! Von drei Uhr früh bis um 10 regnet es und zwar ordentlich. Ein richtiger Landregen. Ich schaue nach in den Aufzeichnungen. Zuletzt hatten wir in Griechenland vor 11 und vor 17 Jahren Regen im Juli. Aber jeweils nur einige Tropfen, mit der heutigen Regenmenge gar nicht vergleichbar.
Mit Regenjacke gehe ich zum Autoverleiher Dimitris. Der junge Mann dort sagt, er hätte im Juli in Marathokampos überhaupt noch nie einen Regen gesehen, also seit ca. 35 Jahren.
Mit dem Leihwagen fahren wir nach Pythagorion und treffen Anton. Nach kurzer Visite auf seinem Boot setzen wir uns ins Café Corner. Also Anton und ich während Beate shoppen geht. Es ist wieder sehr nett mit ihm und wir tauschen uns über schöne Ankerplätze an den griechischen Inseln aus.
Dann müssen wir zum Lidl, dem begehrtesten Geschäft aller Segler in Griechenland. Offenbar ist es auch bei türkischen Touristen begehrt. Ein Sightseeingbus hat hier Station gemacht und im Geschäft wimmelt es von Türken. Insbesondere im Gang, wo die Alkoholika verkauft werden.
Zurück fahren wir über die Nordküste von Samos und machen jeweils eine Pause bei einer Café-Bar mit grandioser Aussicht und in Karlovasi im Café Zefyra am Hafen. Was bei der Fahrt insbesondere auffällt: Die Insel ist sehr grün mit vielen verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Besonders imposant sind riesige Zypressen. Auf der Fahrt sehen wir auch viele kleine Weingärten (Samos-Wein), deren Weinstöcke max. ein Meter hohe Büsche sind, keine hochgezogenen Weinranken wie bei uns. Ich glaube, sie müssen sich selbst Schatten spenden.
Kurz nach 20h sind wir wieder zurück und verstauen den Großeinkauf. Verwunderlich, dass es rückstandslos gelingt.




18.07.2019 Donnerstag
Sámos / Marathókampos
Heute wird der westliche Teil von Samos besichtigt. Zuerst fahren wir der Küste entlang durch die Ortschaft Kampos, die eigentlich ein lang gestreckter Badestrand mit mäßigem Tourismus ist, nicht unsympathisch. In Limnionas würde der Weg noch 3 km weiter zur „Taverna am Ende der Welt“ führen, aber der ist eine Schotterpiste, die wir dem neuen Leihwagen nicht antun wollen. Also machen wir eine Pause im Limnionas Strand-Café-Restaurant, das wir zwar schon öfter vom Boot aus beim Ankern in der Bucht gesehen haben, aber noch nie aufgesucht haben. Ist voll in Ordnung, jedenfalls die Aussicht und der Neskaffee.

Weiter geht es zum Marathokampos Ort, ca. 200 Höhenmeter über dem Hafen. In der stylishen Apotheke kaufe ich Tropfen und Salbe für meine brennenden Augen. Sonst ist in dem Ort nichts stylish und auch nicht wirklich sehenswert.

Der nächste Ort Kastaniá hinter dem Bergsattel ist wohl das verschlafenste Nest überhaupt. Sogar der einzige Dorfwirt hat zu. Aber der Ort macht einen gepflegten Eindruck und die Aussicht vom Dorfplatz ist grandios.

Das nächste Dorf Leka oder Lekka (die Griechen nehmen es nicht so genau) etwas weiter unten am Berg ist eine Perle, wo sogar beide Lokale am Dorfplatz (Platía) offen haben. Obwohl das Café den größten Teil des Dorfplatzes einnimmt und eine wunderbare Aussicht bietet, setzen wir uns ins „the nest of taste – traditional restaurant“ auf eine Vorspeisenplatte. Alles passt und das Ambiente ist Griechenland pur von der allerbesten Seite. Sogar die Toilettenanlage ist perfekt und liebevoll geschmückt. In den 1,5 Stunden, die wir im Ort verbringen sehen wir ganze vier andere Touristen. Viel mehr Einheimische aber auch nicht.

Der nächste Höhepunkt 200 m tiefer ist gehen, waten und schwimmen zu einem Wasserfall: Von der Straße bei Potami Beach gehen wir in knapp 20 Minuten zuerst auf einem betonierten schmalen Weg zur halb verfallenen Metamorfosis Kapelle und dann auf einem Urwaldpfad entlang eines Baches bis zur Stelle ab der ein Weiterkommen nur in Badebekleidung möglich ist. Dank Patricks und meiner Erkundung am 7.9.2018 haben wir alles dabei und ziehen uns um. Wir waten im Bach in einer schmalen sich windenden Felsspalte. Bevor wir nach vielleicht 35 Metern den Wasserfall erreichen, wird es so tief, dass Beate schwimmen muss. Mir geht das Wasser bis zum Kinn. Der Wasserfall selbst ist nicht besonders hoch, vielleicht so 3,5 Meter, macht aber mächtig Krach. Angeblich könnte man da auch hochklettern und mehrere solche erleben. Uns genügt das bisher Erlebte aber vollkommen und wir kehren um. Ein wirklich tolles Erlebnis!





Erreicht:
Rückzug:
Wie gestern setzen wir uns im Karlovasi Hafen ins Café Zefyros auf ein Glas Wein. Diesmal können wir die Abfahrt der Fähre Nisos Mykonos beobachten. Zurück geht es über die Bergdörfer Konteika und Plátanos auf einer absolut herrlichen Straße. Diese Dörfer müssen wir nächstes Mal genauer ansehen, insbesondere das 500 m hoch gelegene von Weingärten umgebene Plátanos, wo wir mit dem Auto knapp an Tischen und Stühlen vorbei durch die Taverna auf der Platía fahren.



19.07.2019 Freitag
Sámos / Marathókampos
Wir ordnen und putzen auf dem Boot und essen abends in Trata.
Fürs nächste Mal hier Telefonnummern von Auto- und Mopedverleiher:
In Ormos Marathokampos direkt an der Uferstraße neben Restaurant Trata:
Dimitris +30 69771 98921, +30 22730 37800 bringt auch gerne Diesel zum Boot mit dem Tankwagen
In Kampos ein paar Kilometer westlich entlang der Uferstraße:
Star +30 6546 766 643, +30 22730 37544
A.R.M.A +30 6932 700 276, +30 22730 37097
Action +30 6976 306 555, +30 22730 37177
Mirto +30 6942 200 959, +30 22730 37226
Galaxy +30 6932 424 995
20.07.2019 Samstag
Sámos / Marathókampos
Eigentlich wollten wir heute weiter, aber der Wind will das nicht. Es ist warm geworden. Das Thermometer im Masttopp zeigt 32°C, im Cockpit haben wir 36°C. Bisher waren es jeweils ca. 8° weniger. Auch die Meerwassertemperatur steigt von 21 auf 23°C, kühlt also noch.
Abends machen wir einen Spaziergang entlang der Küste nach E und essen danach in Lekatis.
21.07.2019 Sonntag
Sámos / Marathókampos
Eigentlich wollten wir heute weiter, aber der Wind will das nicht. Er ist heute sogar stärker als gestern und soll die kommenden 7 Tage so bleiben. Hmm, wohin mit uns? Südwärts mit dem Wind ginge natürlich schon, aber einen besseren Platz als wir hier haben, gibt es eigentlich nicht, einen gut windgeschützten schon gar nicht ausgenommen die türkische Südwestküste. Aber dorthin wollen wir nimmer.
Die Ägäis hat am meisten Wind im ganzen Mittelmeer, eigentlich: Nur die Ägäis hat Starkwind.
Beate liest, ich stelle die Blogbuch-Webseite um auf https und neuem Layout.
Am Abend kommen wir auf die Idee, ein Moped zu mieten. Tatsächlich hat Dimitris eines, mit dem wir nach Kampos zum Abendessen in Chesters fahren. Noch nie in Griechenland so ein gutes Steak gegessen.
22.07.2019 Montag
Sámos / Marathókampos
Den ganzen Tag arbeite ich am Computer. Um 17:30h fahren wir mit dem Leihmoped 500 Höhenmeter und 14 km hinauf nach Plátanos. Ein herrliches Bergdorf! Wir streunen herum durch die sehr schmalen verwinkelten Gassen bevor wir uns ins „Orizontas Creative Restaurant“ setzen. Von der verglasten Terrasse hat man eine fantastische Aussicht. Das Lokal ist ziemlich neu und geschmackvoll eingerichtet, hat mit einer griechischen Taverna nichts gemeinsam außer einige Speisen. Wir essen gefüllte Zucchiniblüten, gegrilltes Hühnerfilet und ein XXL-Schweinskotlett. Schmeckt alles wunderbar.
Nach einem Ouzo im „Leon“ an der kleinen stimmungsvollen Platia fahren wir im letzten Sonnenlicht wieder zwischen Weingärten und durch Pinienwäldern zurück.









23.07.2019 Dienstag
14:17 Sámos / Marathókampos Karte
18:07 Patmos / Livadi Geranou Karte
Zeit unterwegs: 03:50 Strecke: 22,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Nach getaner Arbeit legen wir ab und erwarten einen heftigen Ritt nach Patmos. Obwohl es mit bis zu 30,9 Knoten in Marathokampos geblasen hat (gestern 36,4, vorgestern 34), ist die Fahrt total gemütlich. Ich rolle die Genua aus. Nach 20 Minuten ist der Wind komplett weg. Ich rolle die Genua ein. Nach einer Stunde kommt der Wind wieder mit knappe 20 Kn, diesmal nicht aus N sondern aus NW. Ich rolle die Genua aus. Nach 20 Minuten sinkt die Windgeschwindigkeit auf 10 Kn. Ich fühle mich gefrotzelt, lasse das Segel aber stehen und wir Motorsegeln weiter. Ca. 10 Seemeilen vor Patmos bleibt er dann stetig bei ca. 17-18 Knoten bis wir um die Ecke biegen und er wie erwartet als Fallwind mit 10 Kn mehr entgegen kommt.
In Livadi Geranou ankern zwei Boote, die beide bald abfahren und wir wieder mal alleine in der Bucht sind. Eines dieser Boote ist eine mehr als seltsame Freizeityacht.


24.07.2019 Mittwoch
Patmos / Livadi Geranou
Wir bleiben in der Bucht. Es bläst kräftig den ganzen Tag. Am Nachmittag fahren wir eine Runde mit dem Schlauchboot bevor ich in die Taverna auf ein Bier gehe und Beate zur Blodughadda zurück schwimmt.
25.07.2019 Donnerstag
12:09 Patmos / Livadi Geranou Karte
13:16 Patmos / O. Meloï Karte
Zeit unterwegs: 01:07 Strecke: 2 Seemeilen Ø Fahrt: 1,8 Knoten
Noch immer viel Wind aber Zeit für einen Ortswechsel. In Meloi will der Anker nicht halten. An der Stelle vor dem kleinen Anleger, wo dies bisher gut funktioniert hat, probieren wir es zwei Mal, danach „in der Ecke“ auf der anderen Seite. Beim zweiten Mal hier funktioniert es endlich als der Anker auf einem Sandfleck zu liegen kommt. Glücklicherweise haben wir Platz genug für die Manöver, weil nur ein anderes Boot bereits da ist. Als dann noch ein Segelboot kommt, hat es die selben Probleme wie wir. Der Ankergrund in Meloi ist wirklich sauschlecht. Dabei ist es so schön hier und so praktisch, mit dem Schlauch zum Anleger zu fahren und dann in 30 Minuten über den Bergsattel nach Skala zu promenieren.
Das machen wir am Abend. Bei Blue Fin kaufe ich eine neue Taucherbrille und einen neuen Schnorchel. Nach einer Runde in der „Innenstadt“ müssen wir uns wie immer ins Arion auf ein Kaltgetränk setzen und das lebhafte Geschehen beobachten bevor wir ins I Netia essen gehen. Die Wirtin erkennt uns wieder und begrüßt uns mit Bussi.



26.07.2019 Freitag
Patmos / O. Meloï
Arbeitstag für LAUFEN. Am Abend essen wir in der Meloi Taverna. Der grüne Salat besteht hauptsächlich aus Zwiebel und grünen Paprika.
Abends sehen wir uns einen Film am Computer an und müssen dabei den Bb Motor laufen lassen. Den stundenlangen Stromverbrauch vom 27″ Monitor und Computer derpackt das Solarpanel doch nicht.
27.07.2019 Samstag
Patmos / O. Meloï
Wieder Computerarbeit. Zwischendurch versuche ich den Außenborder so einzustellen, dass er nicht abstirbt, wenn man den Vorwärtsgang einlegt. Dabei kommt ein Segelboot mit österreichischer Nationale in die Bucht. Ich schleudere ein lautes herzhaftes Seawas hinüber, aber keine Reaktion.
Später aber doch eine: Manfred und Nora Müller von der CADORO kommen im Beiboot herbei und erkundigen sich, ob der Ruf von uns stammte. Dann sitzen sie schnell bei uns im Cockpit bei einem Glaserl Wein. Es ist nett mit Ihnen zu plaudern und die Plauderei setzen wir am Abend in der Meloi Taverna fort. Wie wir haben sie viel vom Mittelmeer mit dem Boot erkundet und den Dodekanes als ihr Lieblingsrevier erkoren. Gegenseitige Beteuerungen, wie schön es hier ist, kommen leicht über die Lippen.
28.07.2019 Sonntag
Patmos / O. Meloï
Schon wieder Computer-Arbeitstag. Der Wind hat sich komplett beruhigt.
29.07.2019 Montag
11:49 Patmos / O. Meloï Karte
14:06 Lipsi / O. Lipsi Karte
Zeit unterwegs: 02:17 Strecke: 9,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten
Es wird Zeit für einen Ortswechsel. Bei ganz schwachem Südwestwind! fahren wir nach Lipsi und ankern in der Badebucht nördlich des Hafens, auf Google Maps Lientou genannt. Sieht nett aus.
Als die Anzahl Badegäste am Abend abnimmt, fahren wir mit dem Schlauch zum Strand, gehen eine kleine Runde im Ort und dann ins To Pefko essen.



Zurück beim Schlauch zeigt es sich, dass dieser Ankerplatz doch nicht so gut ist. Obwohl praktisch kein Wind vorhanden ist, kommen doch recht ungemütliche Wellen herein. Das Einsteigen ins Schlauchboot am Strand ist nicht ganz einfach.
30.07.2019 Dienstag
11:40 Lipsi / O. Lipsi Karte
13:12 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 01:32 Strecke: 7,2 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Die Nacht ist windstill und extrem feucht. Noch in der Früh ziehen Nebelschwaden herum. Weil schon Ende Juli, sind die herrlich trockenen Nächte am Anfang des Törns wohl für dieses Jahr vorbei – außer bei Starkwind natürlich.


In Archangelos ankern wir wieder in der Südbucht fast alleine. Bis der griechische Zweimaster Michele mit riesigem Getöse kaum 30 Meter hinter uns einparkt. Es dauert bis die zwei Anker und die Landleine passen, aber dann ist es wieder ruhig. Auch die italienischen Gäste an Bord machen keinen Wirbel.


31.07.2019 Mittwoch
10:31 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
10:52 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
Zeit unterwegs: 00:21 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,3 Knoten
Weil die Motoren seit dem großen Service jedes Mal schwerer zu starten sind als jemals zuvor, habe ich mit der Werft einen Termin ausgemacht, damit die Mechaniker die Sache in Ordnung bringen können. Immerhin habe ich € 3.603,60 für das Service der Motoren hinsichtlich Starten und Betrieb bezahlt.
Auch heute ist der Stb Motor sehr schwer zu starten. Es ist wie jedes Mal: Beim Betätigen des Strartknopfes passiert 4-5 Sekunden lang nichts. Dann beginnt der Startermotor die Maschine ganz langsam zu drehen. Man muss Vollgas geben, damit der Motor überhaupt startet und dann nach weiteren 4 bis 5 Sekunden mit einer riesigen schwarzen Wolke aus dem Auspuff. Der Bb Motor reagiert zwar sofort, kommt aber auch nur sehr schwer in Fahrt.
Als wir längsseits außen am Travelliftbecken liegen, kommt der Juniortechnikchef Tony und Mechaniker Yannis an Bord. Natürlich starten die Motoren jetzt anstandslos! Wir vereinbaren, über Nacht hier zu bleiben, um morgen früh nochmals zu testen wenn die Motoren kalt sind.
Der Wasserhahn hat keine Startschwierigkeiten und so können wir die Tanks auffüllen und das Deck waschen. Auch den Dieseltank können wir auffüllen, weil gerade ein bestellter BP-Tankwagen vorfährt. Nach 200 in das eine und 650 Liter in das andere wartende Boot sind unsere 47 Liter recht bescheiden. Der Literpreis ist mit 1,30 auch bescheiden im Vergleich zu Samos, wo er 1,50 kostete. So hat das Anlegen hier auch was Gutes und wir werden mindestens 14 Tage lang keinen Hafen anlaufen müssen.
Am Abend gehen wir zur Flughafentaverna Archontiko. Kaum Betrieb hier, gutes Essen aber etwas zu teuer.
01.08.2019 Donnerstag
10:14 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
12:03 Léros / Kuluki Karte
Zeit unterwegs: 01:49 Strecke: 9,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten
Tony, Yannis und ein Helfer kommen wie vereinbart in der Früh um 8:30 h. Die Motoren starten nicht anstandslos aber besser als sonst immer. Trotzdem sehen sie ein, dass etwas nicht in Ordnung ist. Yannis schraubt und klopft und entfernt eine Menge Russ aus dem stb Auspuff. Nach vielen Versuchen starten die Motoren tadellos. Möge es so bleiben!
Wir fahren in die große Lakki-Bucht und ankern in der Kuluki-Einbuchtung. Gegen Abend fahren wir mit dem Schlauch am Fähranleger vorbei bis zum Betonsteg im „Zentrum“ von Lakkí. Drei Lidl-Säcke mit Wäsche bringen wir in die Putzerei Efraim und gehen dann in den Supermarkt Pirovolikos bei der alten Markthalle einkaufen. Das ist der, dessen Gänge so eng und mit Waren verstellt sind, dass man mit dem eh kleinen Einkaufswagen kein Fortkommen hat.
Im Ecklokal I Thraka beim Monument und dem Betonsteg essen wir gut, günstig und ausreichend viel. Beate schafft kaum die Hälfte vom Club-Sandwich, den Rest nehmen wir mit.
02.08.2019 Freitag
Léros / Kuluki
Heute fahren wir nur zum Kuluki-Strand und gehen dann die 10 Minutenzum Café Morano, wo uns die Kellnerin wieder mit Bussi begrüßt. Nach einem kleinen Frühstück kaufen wir Obst und Gemüse beim Grünzeughändler und anderes im Kritikos Supermarkt ein. Außerdem erstehe ich einen Minidraggen aus Edelstahl und 1 m Kette im neuen Baumarkt daneben. Das müsste als Heckanker fürs Schlauchboot genügen, damit es an einem Steg angebunden nicht mit dem Wind herumschwojt.
Entsprechend der Beschreibung der Morano-Kellnerin finden wir das kleine Beautiful-Geschäft, das auch Hand- und Fußpflege macht. Beate bekommt für die Fußpflege einen Termin in einer Stunde. Ich setze mich ins Morano auf ein Bier und warte. Bier trinken ist in Griechenland wirklich teuer geworden. Für eine 1/2-Literflasche zahle ich vier Euro. Die gleiche Menge Wein kostet meist gleich viel, gelegentlich fünf.
Am Abend holen wir die Wäsche ab und ich ergattere beim Yachtzubehörhändler Piperis einen kleine Kübel als Aufbewahrung für den neuen Mini-Anker, passt perfekt. Dann essen wir die mitgenommenen Reste vom gestrigen Club-Sandwich. Mit ein paar Leckerlis aus der Patisserie Repapis als Nachspeise genügt das vollkommen.
03.08.2019 Samstag
11:58 Léros / Kuluki Karte
13:40 Kálymnos / Emboriós Karte
Zeit unterwegs: 01:42 Strecke: 8 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Die Motoren sind wieder kaum zu starten, alles wieder wie gehabt! Zweifel an den Mechanikerfähigkeiten sind angebracht. Ich werde ab jetzt Protokoll führen.
In Emborios sind jede Menge Bojen frei. Die erste passt nicht, weil man nur an einem recht langen Seil festmachen kann. Bei Winddrehungen, die hier oft vorkommen, würde die Boje an die Rümpfe schlagen. Die zweite hat oben eine Befestigungsmöglichkeit aber kaum haben wir mühsam festgemacht, kommt ein Mann mit einem kleinen Motorboot daher und sagt, die Boje sei eventuell nicht sicher. Ein großes Motorboot habe vor ein paar Tagen an dieser bei viel Wind gezerrt und er möchte das Bojengeschirr sicherheitshalber von einem Taucher kontrollieren lassen. Er weist uns eine andere Dreamcatcher-Boje zu, die ganz neu sei. In die Taverna Dreamcatcher wollen wir am Abend ohnehin mit Anton, Kasimir und Piroschka essen gehen. Mit ihnen haben wir uns gestern für heute hier verabredet. Die SANA liegt auch schon an einer Boje als wir ankommen.
Nach einiger Zeit kommen sie zu uns rudernd und schwimmend zum Plaudern. Das anschließende Essen in Dreamcatcher schmeckt allen bestens und die absolute Windstille trägt zur guten Stimmung bei. Um 22:46h wird sie allerdings gestört als in der Nachbartaverna Captain Kostas eine 3-Mannkombo anfängt, griechische Tanzmusik zu spielen. Zumindest ich empfinde dieses fast variationsfreie Wechselspiel zwischen wenigen aber eindringlichen Geigentönen und Leidensgesang als Lärmterror. Für Griechen wahrscheinlich nur deshalb erträglich, weil sie den Text verstehen und nach dem ewig gleichen Rhythmus ihren wirklich variationsfreien Ringeltanz tanzen können.
Also brechen wir auf. Weil der Außenborder von Anton streikt, schleppen wir sein Schlauchboot zurück zur SANA. Und weil was Wasser spiegelglatt ist, trägt es die „Musik“ locker die 200 m zum Boot. Ich überlege schon sogleich abzufahren, aber mit Ohrenstöpseln ist schlafen doch möglich.

04.08.2019 Sonntag
10:15 Kálymnos / Emboriós Karte
13:35 Segel setzen
16:40 Segel bergen
17:04 Astypálea / O. Livadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 06:49 Strecke: 40,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Der Morgen ist immer noch windstill. Entsprechend herrlich ist das Morgenbad. Das finden auch drei Delfine, die am Ufer entlang die Buchten gemächlich ausschwimmen.
Während wir frühstücken fährt die SANA los und wir wünschen einander gute Fahrt und schöne Bootstage. Alsbald fahren wir auch los. Ab genau der Hälfte des Weges wird aus dem Lüftchen ein Segelwind. Weil er sicher noch zulegen wird, erhält das Großsegel das zweite Reff. Und gut so, denn kurz danach bläst der Wind mit 16 bis 20 Knoten. Auf genau Halbwindkurs kommen wir mit ca. 7 Knoten voran. Der Autopilot steuert die ganze Zeit den Wegpunkt an der Südostspitze von Astypalea ganz genau an mit einer maximalen Kursabweichung von 17 Metern. Das würde kein menschliches Wesen zustande bringen. Und dann geht es entlang der Südküste wie erwartet wesentlich heftiger zu als am offenen Meer. Bei 25 bis 30 kn Wind segeln wir bis unterhalb der Chora, wo immer ein kleines fast windstilles Platzerl fürs Segelbergen ideal ist.
In der Livadia Bucht kommt der Wind wieder sehr frisch daher. Aber es ist so schön wieder hier zu sein. Der Anblick der Chora ist nach bisher 74 Tagen an dieser Stelle immer noch faszinierend.
Heute genug Boot gefahren also essen wir an Bord und machen uns gemütlich beim „Fernsehen“ im Cockpit. Der Denon Lautsprecher muss auf ganz laut gestellt werden, damit er die Windgeräusche übertönt. Diese sind mir aber wesentlich lieber als die gestrigen.


05.08.2019 Montag
Astypálea / O. Livadia
Der Wind orgelt den ganzen Tag so, dass weder schwimmen noch an Land fahren empfehlenswert ist. Spitzenwert bis 20:30h: 39,7 Knoten, also Windstärke 8. Ich muss die Solarpanele auf dem Biminidach mit noch einer Schnur befestigen, weil sie drohen, davon zu fliegen. Zumindest heben sie ordentlich ab, wenn der Wind drunter fährt.
Warm ist es mit 23°C auch nicht gerade.
06.08.2019 Dienstag
Astypálea / O. Livadia
Der Tag vergeht mit Arbeit und Lesen. Nach 68 Stunden betreten wir wieder Land. Der Wind hat sich auf normal beruhigt. Im neuen eleganten Strandrestaurant Para thin alos (=Vor allem) links vom Supermarkt essen wir sehr gut und nicht zu viel. Red Salad und Tabulé war diesmal nicht möglich, weil das Korkodilo voll war.



07.08.2019 Mittwoch
Astypálea / O. Livadia
Wieder Arbeit am Computer und Lesen. Am Abend zuerst ein Ouzo im Allegro Café und dann Red Salad und Tabulé im Korkodilo. Noch 21h gibt es wieder einen freien Tisch. Der rote Salat enthält nicht den Portulak wie früher. Wahrscheinlich bleibt nicht mehr Zeit, um diesen zu pflücken und putzen bei so vielen Gästen.
08.08.2019 Donnerstag
Astypálea / O. Livadia
Tagsüber wie gestern. Abends mit dem öffentlichen Bus hinauf zur Chora. Dort eine Runde um das Kastell mit anschließendem Ouzo im Café Meltémi am Hauptplatz. Auf dem Weg zurück entdecken wir einen hervorragenden perfekt englisch sprechenden Fleischhauer gleich rechts an der Straße nach Livádia. Wie kaufen 2 große Fleischlaberln, 2 Hauswürste und 2 Tascherln mit Lammfleisch, die aussehen wie Saumeisen. Ins Designgramurishop nebenan müssen wir natürlich auch hineinschauen. Der Einkauf ist heuer aber günstiger als voriges Jahr, da er nur ein Vorratsgeschenk beinhaltet.
Ein Laberl und die Lammmeisen verspeisen wir anschließend mit Tomatensalat und Kritharaki (Nudeln in Reisform), alles köstlich.
Heute viel fotografiert.





















09.08.2019 Freitag
13:04 Astypálea / O. Livadia Karte
14:10 Astypálea / O. Schinunta Karte
Zeit unterwegs: 01:06 Strecke: 3,6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,3 Knoten
Es wird Zeit für einen Ortswechsel. Zuerst sehen wir uns den Hafen an, aber keine Chance da einen Platz zu ergattern. Also weiter nach Schinunta, wo bereits 2 Segelboote und 2 Motoryachten ankern aber unser Stammplatz noch frei ist. Die eine potthässliche Motoryacht mit US-Flagge haben wir schon früher bei Lipsi gesehen. So ein Ungetüm prägt sich ein. Heute beglückt er ca. 40 m hinter uns mit lautstarker türkischer Popmusik aus seiner tollen HiFi Anlage. Zum Glück fährt er bald ab.
Am Abend dann wieder ein Spaziergang und Essen in Astakoukos. Das köstliche geröstete Brot mit Kräutern wird hier nicht mehr gereicht. Das scheint überhaupt aus der Mode gekommen zu sein, bzw. macht zu viel Arbeit.
10.08.2019 Samstag
Astypálea / O. Schinunta
Früher hat in Schinunta praktisch niemand geankert, sondern in der viel größeren Nachbarbucht Maltezana. Jetzt ist es plötzlich umgekehrt. In Maltezana ankert überhaupt niemand, aber hier gleich fünf Boote. Darunter ein richtig sympathisch aussehender Trawler mit Stützrigg.
Am Nachmittag mache ich Entdeckung, die mich in höchste Wut versetzt. Ich fange an, die Lichtmaschinen zu checken. Die stbd Lichtmaschine hat ja seit der Montage des Solarreglers in September nicht mehr funktioniert, was weiter nicht tragisch ist, weil ein Solarmodul für die Kühlschrankbatterie bestens ausreicht. Täglich ist sie um ca. 14 Uhr voll geladen. Ich hatte die Werft im Herbst zwar gebeten, sich die Lichtmaschine anzusehen, aber die haben nix gemacht. Ich kann die LiMa auch jetzt nicht in Gang bringen. Alle Kabelanschlüsse sind richtig und fest.
Auf der Bb Seite wundere ich mich schon die ganze Zeit darüber, dass der Hochkleistungsladeregler so schlecht arbeitet, also die Ladeleistung der Lichtmaschine nicht wie früher ordentlich in die Höhe treibt. Ich dachte, dass eventuell irgend ein Kabel einen schlechten Kontakt hat oder dass das Solarpanel vortäuscht, dass die Batterie eh fast voll ist. Bis ich sehe, dass die sauteure „Reparatur“ der (falschen) Lichtmaschine den HLR komplett außer Dienst gestellt hat. Die unbedingt notwendige und irrsinnig schwierig anzubringende, innen anzulötende Steuerleitung ist einfach weg! Irgend ein Superspezialist, der offenbar noch nie einen HLR gesehen hat, hat die Installation kaputt gemacht. Am meisten ärgert es mich, dass niemand von der Werft mich kontaktiert hat, bevor mit diesem unnötigen Blödsinn begonnen wurde.
Am Abend machen wir eine Runde durch Analipsi mit Zwischenstation am Wendepunkt am Hügel oben im sehr netten Café des gepflegten Appartementhotels. Zurück am Boot gibt es die Würstel und das zweite Bifteki.



11.08.2019 Sonntag
13:14 Astypálea / O. Schinunta Karte
14:10 Segel setzen
18:22 Segel bergen
19:24 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 06:10 Strecke: 39,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
An die Werft schreibe ich eine Beschwerde-E-Mail betreffend der „Reparatur“ der LiMa. Ich fordere den ganzen Betrag der Teilrechnung für die Arbeiten an den Lichtmaschinen und Startermotoren, € 737,10, zurück. Wird wohl eine Diskussion geben.
Die Überfahrt ist recht schaukelig und langweilig. Die Segel ziehen nicht so richtig, weil der Wind zu weit achterlich kommt. Die Tobago 35 segelt nur gut mit Windeinfallswinkel zwischen 60 und 120 °. Der Bb Motor darf zeitweise mithelfen, die Geschwindigkeit auf mindestens 6 Kn zu halten. Dabei beobachte ich wie die Lichtmaschine die Hauptbatterie kaum lädt. Jetzt weiß ich ja auch warum.
In Gyali herrscht Hochbetrieb. Ganze 14 Boote ankern bereits hier, wahrscheinlich neuer Rekord. Nach uns kommen dann noch zwei. Aber Platz ist genug vorhanden und auf 2m Tiefe ankern niemand außer wir. Das ist 130m entfernt vom nächsten Boot.
Das Wasser wird schon sehr knapp. Um möglichst wenig Geschirr zum Abwaschen anzupatzen gibt es Schinken-Käse Toasts im Kelomat Blitzgrill gemacht. Schmeckt vorzüglich.
12.08.2019 Montag
12:30 Gyali / Strand Karte
13:11 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 00:41 Strecke: 3,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Der Wind ist so gut wie komplett weg. Auch als wir in Pali Hafen einlaufen. Ein Platz schräg vor Captain’s House bietet sich an. Der Captain Junior kommt und hilft mit den Leinen. Zum ersten Mal in diesem Jahr kommt die Passarella zum Einsatz.
Sogleich schließe ich den Strom an, funktioniert. Auch ein Wasseranschluss ist fre.i Funktioniert zwar, aber der Wasserdruck ist so schwach, dass er nicht ausreicht um Wasser durch den Schlauch in den Tank zu befördern. Das ist blöd aber ich denke, dass es später besser werden wird. Wird es aber nicht. Als der Hafenschackl kassieren kommt, sagt er, dass es dieses Problem seit einer Woche gäbe. Er müsse den Bürgermeister anrufen, damit dieser das Problem löst. Das glaube ich ihm nicht, also beides. Sonst wäre es ja schon gelöst.
Weil genug Strom vorhanden ist, gibt es eine Premiere: Der Kühlschrank wird zwischendurch abgetaut. Der Verdampfer hat schon eine dicke Eisschicht. Ohne Solarpanel war der Kühlschrank früher auf wärmer und weniger stromfressend eingestellt, wodurch sich kaum Eis bildete aber dafür das Kondenzwasser auf die Plastikboxen tröpfelte.
Wie viele andere Lokale bietet der Captain jetzt auch eine Dusche um zwei Euro für Bootsfahrer an. Beate testet das Angebot und berichtet, dass die Dusche zwar nicht schön ist, aber funktiioniert. Aha! vielleicht kann man da was mit einem langen Schlauch machen? Offenbar betrifft die Wassermisäre nur die Versorgungssäulen für die Boote.
Nach dem Abendessen fragen wir, ob ein Wasserkauf per Schlauch möglich wäre. Ja natürlich morgen früh, wenn wir einen ausreichend langen Schlauch haben. Haben wir. Alle Schläuche zusammen würden durchs halbe Dorf reichen.
13.08.2019 Dienstag
11:14 Nisyros / Páli Karte
13:18 Tílos / O. Pláka Karte
Zeit unterwegs: 02:04 Strecke: 12,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
In der Früh um 8 ist der Ort noch ziemlich verschlafen. Captain George und Sohn sind aber schon in ihrem Lokal. Wie versprochen bekommen wir Wasser von ihnen. Sie rollen sogar einen so langen Schlauch aus, dass ich die an Land geschleppten Verlängerungen gar nicht brauche. Kaum sind die Wassertanks voll kommt der Dieselwagen daher. Ich winke dem Fahrer, dass er zur Blodughadda kommen soll und schnell wird auch der Dieseltank aufgefüllt.
Nach einem guten Frühstück beim Captain kaufen wir Tomaten, Zucckini und vor allem Trinkwasser im Minimarkt Franzis gegenüber ein. Das Geschäft ist wirklich mini, hat aber eine überraschend große Auswahl. Und natürlich Preise, die nicht gerade zu einem Großeinkauf verlocken.
Mit vollen Batterien und Tanks legen wir zufrieden ab und tuckern südwärts über für das bisschen Wind ungewöhnlich unruhiges Wasser. In der NW-Ecke der Plaka Bucht ankern bereits zwei Segelboote. Wir werfen den Anker dazwischen auf 10m Tiefe, etwa 100m vom Nordufer entfernt. Später kommen noch 3 dazu, darunter die JAZZ, also das sympathische Boot, das wir schon in Schinunta gesehen haben.
Wie schon früher kommt auch jetzt eine recht ordentliche umlaufende Dünung herein. Die stört beim Krimischauen im Cockpit unter fast Vollmond aber kaum. Viel mehr stört, dass hier absolut kein griechischer Handyempfang ist. Mit den türkischen Mobilfunkabzockern wollen wir uns nie wieder einlassen.
14.08.2019 Mittwoch
10:25 Tílos / O. Pláka Karte
12:01 Tílos / O. Livádia Karte
Zeit unterwegs: 01:36 Strecke: 9,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Nicht nur Wellen und Handyempfangmangel stören hier. Ein gewisses sehr tiefes Grundbrummen wie von einem weit entfernten Schiff ist zu hören. In der Nacht komme darauf, was es ist, denn da ist recht deutlich ein wusch-wusch-wusch zusätzlich zu hören: Das riesige Windrad genau 364 m westlich von uns.

Die Gasflasche ist leer, hat seit 28.8.2018 Dienst gemacht, also genau 50 Tage auf See.
Wir fahren zuerst den kleinen Hafen Agios Antonios auf der anderen Seite der Bucht anschaun. Platz wäre hier schon für 1 – 2 Boote längsseits, aber auch kein Mobilfunknetz. In Livadia ist es hingegen bestens. Wir ankern 150 m vor der Hafeneinfahrt und 100 m vom Strand auf einem Sandfleck auf 5 m Tiefe. Scheint ein guter Platz zu sein. Das finden alsbald andere auch, insbesondere die Boote einer italienischen Mondovela- Flottilie, die sich östlich von uns aufreihen, nicht wirklich auf Kuschelabstand aber fast.
Nach dem Abendspaziergang essen wir im Restaurant Kritikos, vor dem wir ankern, ganz gut. Danach mache ich eine Kreuzworträtsel-Session mit Martin, der im Café 3-er im dritten Bezirk sitzt. In 1:35 h haben wir das Zeit-Rätsel gelöst.






15.08.2019 Donnerstag
Tílos / O. Livádia
Wieder ein herrliches Morgenbad bei absoluter Windstille beim Sonnenaufgang. Mit knapp 29° hat das Meer fast schon Badewannentemperatur. Die anschließende Dusche ist frischer. Eigentlich ist der Sonnenaufgang schöner als der Untergang, nämlich vom leuchtenden Resultat her.

Am Abend probieren wir ein neues Lokal aus, das Gorgona im ersten Stock oberhalb des Mini Markets bei der Hafeneinfahrt – Volltreffer! Alles wirklich bestens inklusive Aussicht und Aufmerksamkeit des adretten Personals
16.08.2019 Freitag
10:37 Tílos / O. Livádia Karte
15:08 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 04:31 Strecke: 28,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Bei wenig Wind und Welle steuert der Autopilot punktgenau die Wegmarke an der NE Spitze von Gyali an und macht dann eine sanfte Kurve Richtung Kamari. Da kommen doch so viel Welle entgegen, dass ich den 27″ Bildschirm wegräumen muss, auf dem ich während der ganzen Fahrt gearbeitet habe. Nach einer halben Stunde beruhigt sich die See wieder.
Kurz vor Kamari fische ich eine Art Luftmatratze auf, die genau auf unserem Kurs entgegendriftet. Es ist ein Luftschlauchoval mit einem Netz in der Mitte, quasi eine Wasserhängematte.
Vor Santa Barbara werfen wir am gewohnten Platz den Anker in den feinen Sand. Der Restaurantsteg ist verbessert worden und ist jetzt nicht mehr so hoch wie früher, angenehmer aus dem Schlauchboot auszusteigen. Ein Besuch im Kefalos Market muss sein. Die Chefin und Tochter sind freundlich wie immer und haben ihre Deutschkenntnisse wieder verbessert. Die Tochter studiert jetzt Sport in Athen, will Lehrerin oder Trainerin oder so ähnlich werden.
In Santa Barbara ist der Chef Romos sichtlich erfreut, uns wieder zu sehen und das Essen gut, wenn auch etwas teurer als in Tilos.




4 Gedanken zu “2019-07-06 B&T”
Lieber Tom,
die seltsame Freizeityacht in Livadi Geranou find ich cool. Schaut aus wie ein alter Trawler für Schleppnetz fischen.
Wünsche euch noch schönen und geruhsamen Urlaub !
Stimmt, könnte aber auch ein umgebauter Schlepper sein. Das tuk-tuk-tuk vom Motor war auch außergewöhnlich. Klang nach einem sehr langsam drehenden Motor, der die Propellerwelle direkt antreibt. Sehr nostalgisch. Aber den Komfort auf dem Boot stelle ich mir nicht so besonders vor.
Lieber Tom, ich genieße Deine Bildbeschreibungen ! einfach köstlich !!!
Liebe Grüße auch an Beate !
Heinrich
Servus Heinrich, ja manchmal fällt mir was ein bzw. drängt sich auf.
Liebe Grüße zurück