Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2009-08-05 4 Burschen nach Patmos

Seite drucken Aktualisierung 21.08.2018 21:32:19 Anzahl Tage: 8
05.08.2009 Kos Nord / Marina
06.08.2009 Kos / Marina – Kálymnos / O. Vathy
07.08.2009 Kálymnos / O. Vathy – Kálymnos / O. Sikatí – Léros / O. Pantéli
08.08.2009 Léros / O. Pantéli – Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Lipsi / O. Katsadiá
09.08.2009 Lipsi / O. Katsadiá – Lipsi / N. Makronísi – Lípsi / O. Lipsi – Lipsi / Hafen
10.08.2009 Lipsi / Hafen – Lípsi / O. Lipsi – Arkí / Tiganáki
11.08.2009 Arkí / Tiganáki – Patmos / Hafen Skála
12.08.2009 Patmos / Hafen Skála

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Matthias
Schillab Lukas
Knobloch Philip
Germani Jakob

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 15:02 Strecke: 72,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten


05.08.2009 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Die Burschen kommen fast pünktlich an, sprich mit 20 Minuten Verspätung. Beate holt sie ab. Beim Warten spricht sie mit einer Deutschen, die hier lebt. Sie erzählt, dass die Grippehysterie hierzulande so arg ist, dass der Schulbeginn um 2 Wochen verschoben worden ist. Das Gesundheitskontrollpersonal neben der Wärmebildkamera ist mit Schutzmasken ausgestattet.

Beate fährt mit Matthias und Philip zum Lidl einkaufen. Es wird eine gewaltige Menge, die gerade noch Platz im Auto und auch im Boot hat – kaum zu glauben, dass das noch unter zu bringen war. Inzwischen gehen Lukas und Jakob eine Runde in die Stadt und Dimitris kommt vorbei. Er lokalisiert binnen weniger Minuten das Ölleck und erklärt, er kann es morgen reparieren vorausgesetzt, es gibt das erforderliche Ersatzteil auf Kos. Wenn nicht, muss er es bestellen und kann dann erst übermorgen reparieren. Ich frage, ob wir in diesem Fall für einen Tag hinaus fahren können. Das empfiehlt er nicht. Das Öl kann jederzeit komplett ausrinnen und dann ist der Motor hin. Ich schlucke. Das zeigt wieder Mal, wie wichtig es ist, den Motor öfter zu checken, als ich es normalerweise mache. Und ich freue mich, dass ich es jetzt gemacht habe, dass ich das Leck entdeckt habe (war nicht schwierig), dass ich den Dimitris angerufen habe (war schon schwieriger ihn zu erreichen) und dass er dann tatsächlich gekommen ist (was ich um 19:30h schon nicht mehr geglaubt habe).

Erst kurz vor 22h ist alles verstaut und alle geduscht. Wir fahren mit dem 7-sitzer der Küstenstraße entlang zur Gyros-Taverna Tasos. Der deutsch sprechende Kellner ist noch da und das Essen schmeckt ganz ausgezeichnet. Danach setzen wir die Burschen in Kos Stadt ab und gehen auf ein Drink in ein Café an der Strandstraße bevor wir zurückfahren und das Auto am Marinaparkplatz abstellen mit dem Schlüssel und 40 Euro unter der Fußmatte. In der Tat ein unkomplizierter Automietvorgang!


06.08.2009 Donnerstag
14:50 Kos / Marina Karte
17:34 Kálymnos / O. Vathy Karte
Zeit unterwegs: 02:44 Strecke: 15,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten


Um 8:30h sehe ich nach dem Auto. Es ist nicht mehr da. Nachdem Stamatis nicht angerufen hat, wird wohl alles in Ordnung gewesen sein. Wir machen Frühstück und kurz nach 9h sitzen schon alle um den Cockpittisch. Gerade als wir fertig sind, kommt auch schon Dimitris mit einem Helfer und macht sich an die Arbeit. Binnen einer Stunde hat er den Motor zerlegt und zeigt einen kaputten Kurbelwellen-Simmerring. Er muss sehen, ob er einen Ersatz in der Werkstätte hat.
Nach ca. einer Stunde kommt er wieder, zeigt, dass er zwei hat und einer wohl passen würde. Dann baut er den Motor in Affentempo wieder zusammen und bittet mich, zu starten. Ich denke schon, dass wir demnächst ablegen können, aber nein. Er hat entdeckt, dass der O-ring einer Einspritzdüse kaputt ist. Einen passenden habe er aber sicher in seiner Werkstatt und komme in einer halben Stunde wieder, sagt er. Es dauert zwar etwas länger bis er wieder kommt, aber dann hat er schnell beide Einspritzdüsen mit neuen O-ringen versehen und ist zufrieden. Ich auch, obwohl acht hundert Euro ärmer. Qualität und Tempo haben eben ihren Preis.

Kurz nach 14h fahren wir los. Zuerst füllen wir den Dieseltank an der Tankstelle auf. Die Burschen sind schon ganz aufgeregt, dass es dann endlich los geht. Bei anfangs mäßigem, später schwachem, dann wieder frischem Westwind erreichen wir Vathy auf Kálimnos in zwei Stunden und 10 Minuten. Eine halbe Stunde später liegen wir mit Heckanker und Bugleinen in der „Ecke“ des Anlegers. Die Harpunen werden ausgepackt…

Ich setze mich in die Taverna direkt oberhalb des Bootes und komme ins Gespräch mit dem Skipper des Nachbarbootes. Peter Bühl ist seit Januar in Pension und lebt in Fethiye in der Türkei. Wir „klönen“, wie es so schön heißt, eine ganze Weile und er versucht mir die Türkei schmackhaft zu machen, indem er erzählt wo es gute und günstige Restaurants gibt. Er kennt sie alle, weil er schon seit 20 Jahren in türkischen Gewässer als Skipper unterwegs gewesen ist. Ich erzähle von der heutigen Motorreparatur und er bestätigt, dass so ein Service in dieser Gegend sonst nicht zu haben ist. Allerdings schluckt er auch beim Preis.

Abends essen wir in der Taverna Poppy’s am Hauptplatz leider nicht zur Zufriedenheit von irgendjemandem. Der Wirt gibt uns zur Rechnung eine Flasche Rotwein, die wir sogleich aufmachen als wir zum Boot zurück kommen. Der Wein ist eher ein Essig, den die Fische trinken dürfen.


07.08.2009 Freitag
11:29 Kálymnos / O. Vathy Karte
13:06 Kálymnos / O. Sikatí Karte
15:07 Kálymnos / O. Sikatí Karte
16:32 Léros / O. Pantéli Karte
Zeit unterwegs: 03:01 Strecke: 17,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten


Mit frischem Brot vom Bäcker frühstücken alle gemeinsam. Der Abwasch ist vom Team Anker + Ordnung (heute Philip und Jakob) schnell erledigt. Danach folgen waghalsige Sprünge ins Wasser vom 6-7m hohen Felsen. Jakob erkundet den Kletterweg zu einem doppelt so hohen Felsen, der senkrecht ins Wasser fällt. Auch Matthias traut sich anschließend, von dort zu hupfen.

Allmählich kommen neue Boote an und ich möchte schnell ablegen, damit niemand von denen den Anker über unsere Ankerleine legt. Das gelingt auch und um 11:30 fahren wir los. Drei Boote warten schon auf einen Anlegeplatz und mehrere kommen weiter draußen dazu. Eine Sunsail Flotte ist im Anmarsch und auch ein Ausflugsboot aus Kos. Na da wird es im engen Hafen von Vathy lustig zu gehen. Ich bin froh, dass wir nicht mehr dort sind.

Nach 1,5 Stunden ankern wir in der Bucht Sikatí an der NE-Küste von Kálymnos. Alle fünf Männer schwimmen zum Strand und marschieren ca. 80 Höhenmeter hinauf zur Doline, die sich unmittelbar oberhalb der Bucht befindet. Sie hat ca. 30 m Durchmesser mit senkrechten und sogar eingewölbten Wänden, die am unteren Rand ca. 20m, am oberen Rand ca. 30 m hoch sind. Ohne Bergsteigerausrüstung können wir da nicht hinunter. Daher bleiben wir nur eine Weile am unteren Rand und sehen uns das riesige Loch mit vielen schwarzen Stalktiten an.
Ballwasserspiele mit und ohne Schläger folgen bevor die drei Harpunierer in Aktion treten. Matthias gibt bald auf und beteiligt sich lieber am Essen der beim Bäcker gekauften Teigtaschen mit Käse, Schinken und Würstelfüllung. Lukas und Jakob kehren zurück mit 5 Fischen zwischen 7,8 bis 12,4 cm (eigene Angabe)

Um 15:07 fahren wir wieder weiter und liegen 1,5 Stunden später mit dem Heck zum Kopf des Betonstegs zwischen den Strandtavernen Psaropoula und Zorbas. Die fünf ca. 10-jährigen Badenixen hupfen dann noch eifriger ins Wasser, aber eben an der Seite des Stegs und in der Hoffnung, von den jungen Männern an Bord beobachtet zu werden, was leicht an ihren verstohlenen Blicken abzulesen ist. Dann kommen aber die jungen Buben. Sie sind nicht nur lauter sondern auch penetranter, springen so dass das Wasser auf das Boot spritzt und wollen auch vom Boot aus in Wasser hupfen, was ich ihnen aber verbiete. Sie verwenden aber die Passarella als Sprungbrett, was bei einem Fettwanst dazu führt, dass das Holz bei den Schrauben der Rollen bricht. Ich versuche eine rollenlose Konstruktion aber Jakob meint, er schraubt die Rollen doch gleich am anderen Ende an. Das funktioniert auch und die tobenden Buben sind auch plötzlich verschwunden.

Mit den 4 Bordburschen gehe ich auf ein Drink ins Zorbas, von wo sie sich dann auf den Weg machen, den Ort und die Mopedverleihe zu erkunden. Als sie um 19:30 zurück kommen, kocht Beate das Abendessen – Lidlwürstel mit gebratenen Erdäpfel und Maissalat. Nachher gibt es zuerst harpunierte, dann gebratene Fische.


08.08.2009 Samstag
12:20 Léros / O. Pantéli Karte Abfahrt
13:55 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
16:35 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
18:18 Lipsi / O. Katsadiá Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:18 Strecke: 13,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten


Auf den gestrigen Barbesuch von Matthias, Philip und Jakob wird Rücksicht genommen und das Frühstück erst nach 10h serviert: Leckere Toasts. Beim anschließenden Schwimmen schneidet sich Philip den Fußballen auf einer Glasscherbe am Strand auf. Jakob trägt ihn zum Boot zurück und verarztet ihn. Der geplante Mopedausflug wird verschoben auf Patmos und nach der Tageszielbesprechung legen wir um 12:20 ab.

Um 13:45 erreichen wir den Ankerplatz bei der Insel Archángelos. Ich will eine neue Ankerstelle probieren S des Klippeninselchens. Es braucht drei Versuche bis der Anker hält. Bereits bin ich enttäuscht, dass der neue Anker nicht auf Anhieb hält. Aber als ich schnorchle sehe ich warum: Der Ankergrund ist sehr abschüssig und besteht entweder aus Stein oder Seegras, was viel mehr Kette verlangt. Ein Wunder, dass der Anker beim dritten Mal mit 35 m Kette überhaupt hält. Er steht fast senkrecht auf den zwei Spitzen zwischen den Steinen.

Die Harpunierer gehen auf Jagd und bringen eine ähnliche Beute wie gestern nach Hause. Dann gibt es eine ordentliche Jause mit Serranoschinken und Melone bevor wir um 16:30 wieder weiter fahren. Die 5,8 sm schaffen wir in etwas mehr als einer Stunde mit reduzierter Geschwindigkeit wegen der Gegenwellen. In der Bucht Katsadiá fahren wir diesmal ganz hinein und entdecken was Neues: Ein schöner Sandstrand und einer Taverna, die sich von draußen hinter einem Huk versteckt. An diesem gibt es sogar ein betonierter Kai von ca. 50m Länge. Dort legt gerade ein Schlauchpowerboat der Mega-Klasse ab und hinterlässt eine einladende Lücke. Lukas schwimmt hinüber, um die Tiefe zu erkunden und die Leinen entgegen zu nehmen. Das Wasser geht ihm bis zur Hüfte. Da er fast 2m groß ist, könnte sich ein Anlegen ausgehen. Aber gerade bei einem Abstand von Passarellalänge + 40 cm berührt das Ruder den Boden. Ich überlege kurz, doch da zu bleiben, aber auf entsprechendem Abstand. Doch ist das weder attraktiv noch sicher. Daher fahren wir wieder hinaus und ankern dort wo wir vorher schon waren, also vor dem Strand auf 2m Tiefe.

Das Schlauchboot wird erstmals in Betrieb genommen. Jakob probiert, den Motor zu starten und weil Lukas gerade daher geschnorchelt kommt, kann er gleich Powersnorkeling ausprobieren, also vom Schlauchboot geschleppt werden. Ich pfeife sie aber dann zurück als sie zwischen ankernden Segelbooten, fahrenden Schlauchbooten und Schwimmern herumzufahren anfangen.

Ein tolles Beiboot mit Waterjet-Antrieb mit drei jungen Leuten, zwei Mädchen und einem Burschen legt vom Strand ab, kann aber den Motor nicht starten. Lukas sitzt gerade im Schlauchboot und fährt ihnen zu Hilfe. Bevor er los fährt sagt er noch „da kann ich zwei Mädchen abschleppen“. Die Aktion verläuft gut aber mit Hindernissen. Zuerst stirbt der Motor ab, weil er vergessen hat, das Entlüftungsventil des Benzintanks aufzuschrauben. Dann stellt es sich heraus, dass es fast unmöglich ist, in eine bestimmte Richtung zu fahren, wenn etwas mit dem Dinghy abgeschleppt wird. Das belustigt die übrigen Crewmitglieder ganz außerordentlich. Aber er bringt die Abgeschleppten sicher zu einem Riesenkatamaran an die anderen Seite des Huks und wird gleich eingeladen, mit den Italienern zu essen. Vernünftig wie er ist, lehnt er ab und kehrt zu uns zurück, damit wir an Land fahren können, um in der Taverna Dilaila zu essen. Es gibt nicht mehr viel von der Speisekarte aber es ist gut und nicht teuer.

Als wir nach 23h zurückkommen, will Lukas noch nachsehen, ob die abgeschleppten Mädchen wach sind und rudert und fährt um die Ecke. Aber er kehrt gleich wieder zurück, weil alles finster ist an Bord.


09.08.2009 Sonntag
12:50 Lipsi / O. Katsadiá Karte Abfahrt
13:31 Lipsi / N. Makronísi Karte Ankunft
14:00 Lipsi / N. Makronísi Karte Weiterfahrt
14:24 Lipsi / O. Lipsi Karte Ankern
15:25 Lipsi / O. Lipsi Karte Weiterfahrt
16:00 Lipsi / Hafen Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:41 Strecke: 6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,5 Knoten


In der Früh beobachte ich die Ankunft von 2 großen Segelbooten, einem Zweimaster und einem Dreimast-Schoner namens Galileo. Im Internet, das hier wundersamerweise mit HSDPA funktioniert, sehe ich natürlich gleich nach. Als auch der Riesenkatamaran mit Lukas’ Mädchen vorbei fährt, kann ich auch gleich nachsehen: Malandrino. 17.000 Euro per Woche! Da ist dem Lukas eine gute Partie durch die Lappen gegangen.

Heute wollen wir nicht weit fahren. Um 12:50 geht es los, um Matthias, Lukas und Jakob auf der S Seite von Makronísi abzusetzen. Ankern ist hier nicht möglich und so warten wir driftend. An der N-Seite des Inselchens gibt es eine wassergefüllte Doline, die übrigens in Google Earth bestens zu sehen ist: 37° 16’24.42“N 26°44’17,98“E. Sie schwimmen dorthin, steigen auf, springen die 10-12m hinunter und tauchen dann durch den ca. 5-7 m langen Unterwassertunnel zurück zur S-Seite der Insel.

Nach einer halben Stunde fahren wir weiter und ankern für einen Badestopp in O. Lipsi unterhalb des einsamen Kirchleins. Die Burschen toben sich aus. Dann bereiten wir alles vor, um das schwierige Anlegemanöver bei starkem Seitenwind möglichst gut zu meistern. Wir finden einen genau passenden Platz neben der finnischen Segelyacht TIITU, eine Hanse 400. Der Eigner hilft und während die 4 Heckleinen und die Spring fest gemacht werden, kann sich die Blodughadda angenehm an das finnische Nachbarboot in Lee lehnen. So gelingt das Anlegemanöver perfekt. Ich plaudere gleich ein wenig auf finnisch mit Heikki Salo und seiner Frau Terttu, die zuletzt in Kirkkonummi gelebt haben, bevor sie vor 2 Jahren auf ihr Boot übersiedelt und ins Mittelmeer gesegelt sind.

Die vier tüchtigen Bootsburschen entwickeln einen Riesenhunger und Beate kocht fast ein Kilo Spaghetti. Ein Tellerchen ist für mich auch dabei. Der Wind ist wirklich penetrant und obwohl die Wellen sich nur auf ca. 200 m aufbauen können, schaukeln die Boote HINTER der schützenden Mole ganz fürchterlich. Außerdem pfeift es in den Wanten der Boote und besonders die Windgeneratoren erzeugen einen penetranten Lärm. Dabei ist der Wind gar nicht so stark, so um die 20 Knoten manchmal 10 mehr, selten 5 weniger. Ab 23h soll es ruhiger werden, hoffentlich.

Am Abend essen wir wieder bei Manolis oben im Ort. Wie immer ist es unvergleichbar viel besser als die normale Tavernenkost. Als wir nach Mitternacht zurück kommen, pfeift der Wind noch immer wie verrückt. Die anderen können schlafen. Matthias und ich nicht, weshalb wir auf ein Bier/Ouzo zum Lokal direkt an der Mole gehen.


10.08.2009 Montag
13:18 Lipsi / Hafen Karte
13:36 Lipsi / O. Lipsi Karte
15:15 Lipsi / O. Lipsi Karte
17:23 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 02:26 Strecke: 9,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten


In der Früh ist der Wind so mäßig wie gestern Morgen. Die Bäckerei und der Supermarkt werden um Waren erleichtert. Auch die Tankstelle gibt ab 12h Benzin für den neuen 5l-Außenborderkanister. Die Wassertanks können wir auch um 5 Euro auffüllen. Mit den finnischen Nachbarn plaudere ich noch ein wenig über woher und wohin bevor wir um 13:15h abfahren. Allerdings nur 18 Minuten lang bis wir in der großen Bucht ankern, um wieder schwimmen zu können. Ich merke, dass Montag ist, weil das Telefon häufig läutet und ich Softwaresupport geben darf.
Um 15:15h fahren wir weiter, umrunden Lipsi in E-Richtung und nehmen dann Kurs auf Arkí. Der Gegenwind ist stark und die Wellen anfangs arg. Wir können nur langsam fahren und daher dauern die 3 Seemeilen fast eine Stunde.
Um 17:30 ankern wir im Drive-In-Swimmingpool Tiganáki S von Arkí auf 37°22.052N 026°44.846E (bitte kopieren und in Google Earth bei „Anfliegen“ einsetzen – ein Hammer! Funktioniert perfekt sogar nur mit GPRS). Beate wischt das klitschnasse Cockpit auf und die Harpunierer rücken aus. Sie erwischen diesmal einen Oktopus, der anschließend an Land richtig traktiert wird. Bei der Ruderpartie mit dem Schlauchboot bricht die Halterung des Ruders auf der bb-Seite.

Ich wundere mich über Asche auf dem Tisch und der Sitzbank im Cockpit und wische sie weg. Kurz darauf ist sie wieder da. Ich verdächtige schon, dass die Leute in Luv am Strand grillen. Aber dann sagt Lukas „was wird das, ein Gewitter?“ und zeigt auf eine große dunkle Wolke. In der Tat zieht sie über uns hinweg und macht die Sonne ganz rot. Da wird es klar: Irgendwo weiter nördlich brennt es ordentlich, also wahrscheinlich auf Furni.

Beim Schnorcheln sehe ich, dass der vermeintlich in den Sand eingefahrene Anker überhaupt nicht eingefahren ist, sondern wie ein Stativ auf einer flachen Felsplatte steht. ein Wunder, dass er so überhaupt hält. Also nochmals ankern. Jetzt hält der Anker und ein altes, armdickes Stromkabel hält den Anker.

Abends gibt es in Lipsi eingekaufte Köstlichkeiten, Saganakikäse und Hühnerspieße. In Tiganaki schmeckt der Saganaki.


11.08.2009 Dienstag
14:35 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
14:40 segel setzen
16:20 Segel bergen
16:25 Patmos / Hafen Skála Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 01:50 Strecke: 10,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten


Alle schlafen lange und der Wind bläst regelmäßig mit ca. 20 Knoten. Das ist jedenfalls viel angenehmer als Fallböen. Das gemeinsame Frühstück findet daher erst um 10:30h statt. Nach den weiteren Morgenaktivitäten, ein wenig Schnorcheln und Vorbereitung auf das Segeln, fahren wir um 14:40 ab. Gleich danach setzen wir die Segel im 3. Reff und nehmen Kurs auf Patmos. Zunächst sieht es aus als ob wir mehr Segelfläche vertragen würden aber wie erwartet wird der Wind immer stärker und bei Patmos kommen die Böen schon mit fast 40 Knoten daher. Ganz salznass erreichen wir den Hafen Skala um 16:20 und begeben uns auf Parkplatzsuche. Der Ausbau der Kaimauern im NE-Teil der Bucht ist fertig und auch ein zusätzlicher Anleger ist gebaut worden so dass jetzt sicherlich doppelt so viele Yachten Platz finden. Trotzdem gibt es nur mehr einen freien Platz längsseits, in den wir ganz genau hineinpassen. Hier haben sie aber vergessen, Poller oder Bügel für die Festmacher zu bauen und so müssen wir die Heckleine gute 12m weiter anbinden.

Dafür gibt es hier splitterneue Strom- und Wasserversorgungssäulen und Fäkalientank-Abpumpstationen. Ich zähle 33 der ersten und 19 der zweiten Sorte, keine einzige davon war bis jetzt im Betrieb. Der Strom wird wohl als erster kommen. Das dieselbetriebene Kraftwerk ist ja nur 250 m entfernt. Das Wasser wird wohl erst dann kommen, wenn die Wassertankwagenbetreiber, die das Wasser für die Boote teuer verkaufen, ihren Protest beim Bürgermeister nicht mehr aufrecht erhalten können. So meine Vermutung. Aber die Fäkalientank-Abpumpstationen werden siecherlich nie in Betrieb gehen. Zumindest nicht so lange die Einheimischen die Plätze davor mit ihren kleinen Boote besetzen. Abgesehen davon, hätte es genügt, EINE Abpumpstation zu machen und davor einen Anlegeplatz nur dafür zu reservieren. Aber Hauptsache die EU hat wieder 75% zur Investition von 3,5 Millionen Euro beitragen dürfen.

Die Burschen wollen sich Mopeds ausborgen. Das ist schwierig. Sie versuchen es zunächst in Skala aber da hat keine Verleiher etwas. Dann gehen sie die 1,5km über den Bergsattel in die nächste Bucht Meloi, wo der Campingplatzbetreiber auch einen Mopedverleih hat. Lukas und Jakob ergattern ein Moped aber als ich kurz nach 20h dorthin komme, sitzen Matthias und Philip da und warten darauf, dass ein Moped zurückgebracht werden könnte. Ich spreche den Besitzer Stefanos an und frage, wie es denn aussieht, wie lange es noch dauert. Es stellt sich heraus, dass eh ein Moped frei ist, aber er diesen nicht an Jugendliche (Burschen verstehe ich) verleiht, weil er schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber weil ich auf den Plan getreten bin, ist er doch bereit ein Moped, das herumsteht um satte 20 Euro bis morgen zu verleihen.

Wir treffen uns in der Taverna Meloi am Strand und essen zwar nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut und ziemlich chaotisch. Brot nachbestellen kann man zwar, bekommt aber keines und ich bekomme meine Hauptspeise (Veal in tomato sauce) erst als alle anderen fertig sind.


12.08.2009 Mittwoch
Patmos / Hafen Skála
Die Burschen haben Philips letzten Abend in zwei Bars verbracht und schlafen daher etwas länger als sonst. Das Frühstück im Cockpit wird in den Salon verlegt, weil der Wind von schräg hinten zu penetrant ist. Matthias bringt Beate mit dem Moped zum Zentrum, wo sie aber kein passendes Malmotiv findet. Dafür einige Kleinigkeiten einkauft.
Um 13:15 fahren wir los, um den Philip rechtzeitig zum Hafen zu bringen, die 4 Burschen samt Koffer auf den Mopeds und ich hinterher mit dem Scooter. Der Dodekanissos Pride ist fast pünktlich und kurz vor 14 Uhr verabschieden wir uns vom Philip, dessen Heimreise via Kos gleich darauf beginnt.

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