Aktualisierung 19.08.2018 23:45:17 Anzahl Tage: 22
26.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
27.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
28.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
29.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
30.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
31.05.2018 Kos / Kefalos, Kamari
01.06.2018 Kos / Kefalos, Kamari
02.06.2018 Kos / Kefalos, Kamari
03.06.2018 Kos / Kefalos, Kamari – Gyali / Strand – Kos / Kefalos, Kamari
04.06.2018 Kos / Kefalos, Kamari – Kos / Marina
05.06.2018 Kos / Marina
06.06.2018 Kos / Marina
07.06.2018 Kos / Marina – Kálymnos / O. Vlychádia
08.06.2018 Kálymnos / O. Vlychádia
09.06.2018 Kálymnos / O. Vlychádia – Kálymnos / O. Arganó (Argynónta)
10.06.2018 Kálymnos / O. Arganó (Argynónta) – Léros / Kuluki
11.06.2018 Léros / Kuluki
12.06.2018 Léros / Kuluki
13.06.2018 Léros / Kuluki
14.06.2018 Léros / Kuluki – Léros / O. Plakouti (Blefuti)
15.06.2018 Léros / O. Plakouti (Blefuti) – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
16.06.2018 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Crew:
Tötterström Tom
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 19:31 Strecke: 102,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
26.05.2018 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Schlaf nachholen gelingt zunächst nicht so richtig. Erst nach einem 2-Eurokrügerl im Bravo-Café und anschließendem Einkauf schlafe ich auf den neuen Kapokkissen am Cockpitboden bestens.
Abends habe ich vor, ins Santa Barbara essen zu gehen. Daraus wird nichts, weil ein Gewitter aufkommt! Zwar nicht direkt hier, aber draußen über dem Meer donnert und blitzt es mächtig. Hier kommt frischer auflandiger Wind auf und es regnet leicht. Also gibt es Packerl-Spaghetti Carbonara.
Und dann Blogbuchupdate.
27.05.2018 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Sonntag und Arbeitstag. Die Kunden arbeiten also auch. Mir eigentlich egal. Sonst wenig los. Am Abend Gratisessen in Santa Barbara, weil ich verspreche, morgen das alte Schlauchboot zu verschenken.
28.05.2018 Montag
Kos / Kefalos, Kamari
Um 9h holt mich der Angestellte von Manolis Rent a Car bei Sydney ab. Ich verstaue zwei Matratzenteile in den Nissan Micra und hole dann noch zwei Teile der Salonpolsterung und den Überzugstoff ab, der noch seit der letzten Tapetzierung übrig geblieben ist.
Der Dimitris ist nicht da. Sein Neffe nimmt die Sachen entgegen und ich soll in einer Stunde anrufen.
Ich fahre in die Marina Kos, gehe sogleich die Boote an meinem alten Stammsteg E inspizieren. Die Katherina II von Stelio liegt da noch im Winterschlaf ohne Segel. Aber die Dusty ist voll betriebsbereit und die Eigentümerin Hildegard an Bord. Sie freut sich sichtlich über den überraschenden Besuch. Wir plaudern eine Weile im Cockpit. Sie erzählt, dass sie vor einer Woche ihren letzten Törn mit der Familie ihrer Tochter nach Nisyros und zurück gemacht hat und jetzt das Boot verkaufen wird. Ab heute steht also eine bestens gepflegte Bavaria 32 Holiday um 33.000 Euro als Angebot im Internet.
Danach rufe ich Dimitris an. Natürlich kann er die Arbeit nicht bis heute Abend machen. Wird ein paar Tage dauern. Also werde ich dann wieder ein Auto mieten müssen, um die Sachen abzuholen. War eigentlich zu erwarten.
Im Skippers, dem zweiten Lokal neben dem Café in der Marina trinke ich mein erstes und letztes Bier. Fünf Euro für ein Seidel werde ich dort garantiert nicht wieder zahlen.
Im Hafen von Kos ist von den Erdbebenschäden voriges Jahr nichts mehr zu sehen. Aber das Gebäude, in dem früher auch das Café untergebracht war, ist mit einem Gitterzaun abgesperrt, wahrscheinlich einsturzgefährdet. Nur die Security ist noch dort untergebracht. Aber wie der Name schon sagt, kann denen ja nichts passieren.
Auf dem Rückweg muss ich natürlich bei Lidl einkaufen, hauptsächlich Getränke bereits auf Vorrat für den Sommer. In Kamari angekommen gönne ich mir ein wirklich leistbares 2-Eurokrügerl bei Sebastian’s, eigentlich ein nettes Lokal.
Am Abend bringe ich das alte Schlauchboot zu Romos und Camilla, also dem Besitzer von Santa Barbara und seiner englischen Kellnerin, die irgendwie mit einander verbandelt sind. Fürs Essen zahle ich wieder nichts.

29.05.2018 Dienstag
Kos / Kefalos, Kamari
Ich bleibe den ganzen Tag auf dem Boot, ausgenommen zwei Bäder im Meer.
30.05.2018 Mittwoch
Kos / Kefalos, Kamari
Ich lerne SQL Datenabfragen programmieren.
31.05.2018 Donnerstag
Kos / Kefalos, Kamari
01.06.2018 Freitag
Kos / Kefalos, Kamari
Weil ich meinen Ärger nicht zurück halten und den Verursachern nicht direkt mitteilen kann bzw. will, schreibe ich ihn einfach jetzt nieder:
Ich ankere bei herrlichstem Vollmondschein und versuche ihn zu genießen. Aber alle drei Segelboote zwischen meinem und dem Mond haben Blitzlichter. Zwei zusätzlich zum Ankerlicht, ein anderes ein weißes und ein rotes. Also die absolute Lichtverschmutzung.
Was erwarten sich die Skipper davon? In Zeiten von LED-Lichtern kann es wohl kaum Stromersparnis sein.
Abgesehen davon sind Blink,- Blitz- und Funkellichter nur für Leuchtfeuer vorgesehen und auf Booten verboten.
Aber im Gegensatz zu mir haben alle drei tagsüber vorschriftsmäßig einen Ankerball hoch gezogen…
Ich verstehe nicht, was diesbezüglich in den Köpfen dieser Leute vorgeht. Wahrscheinlich nichts.
02.06.2018 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
Ich rufe bei der Agmar Werft in Leros an, um mit dem Tony einen Termin hinsichtlich Motorenservice nächste Woche zu vereinbaren. Aber er ist nicht zu sprechen, ich soll später anrufen.
Wie vereinbart werde ich um 9:30h bei Sydney abgeholt und fahre dann gleich weiter mit einem Manolis Leihwagen. In Zipári bleibe ich stehen, um Geld vom Bankomaten abzuheben. Wer weiß schon wie viel Dimitris für seine Arbeit verrechnen wird. Ich schätze so um die 200 Euro. Und weil gleich nebenan ein nettes Café ist, genehmige ich mir einen Kaffee und einen Toast.
Mit meiner Schätzung lag ich ganz falsch. 70 Euro ist alles, was er für eine tadellose Arbeit und neuen Schaumstoffeinlagen haben will. Ist mir ganz recht. Er wird wieder einen Auftrag von mir bekommen!
Ich fahre in die Kos Marina und kaufe wieder Seile ein. Man kann davon nie genug haben. Dabei ist eine neue Genuareffleine und auch ein neuer breitkrempiger Skipperhut der Marke Musto – sehr elegant. Der alte ist wirklich nicht mehr elegant. Und weil Kugelfender im Angebot sind und ich auch noch 20% Rabatt erhalte, kaufe ich zwei als Ersatz für die alten mittlerweile unglaublich dreckigen. Gut, nach 17 Jahren kann man die schon erneuern.
Dann streune ich etwas herum und treffe Pierre, der wie üblich auf einem Fahrrad daher kommt. Wir plaudern etwas und ich frage ihn, ob er einen guten Mechaniker fürs Motorenservice empfehlen kann. Kann er. Nämlich den Vaggelis, der gerade am Boot „Bendi“ auf Steg E arbeitet. Also nichts wie hin. Aber er ist nicht da, sagt der deutsche Skipper Dirk, soll aber gleich wieder kommen. Bis er kommt plaudern wir zwischen Steg und Boot. Vaggelis kommt nicht und ich sehe, dass Hildegard weiter innen am Steg mit jemanden plaudert. Es ist der Hamburger Fitti vom Boot „Auszeit“. Auch denen erzähle ich, dass ich auf Mechanikersuche bin. Sie kennen nur den Babis, der eigentlich Charalabos Markou heißt. Und in dem Augenblick fährt er gerade mit seinem Auto daher. Ja natürlich könne er ein Service machen. Ich solle ihn nur anrufen +30 694 4841964. Allerdings ist das für mich wenig attraktiv. Denn schon 2011 und 2012 hatte ich mit ihm zu tun und in meinen Blogbuchnotizen steht der Satz „Babis kommt nicht daher.“ fast jeden Tag.
Dann winkt mir der Dirk, dass Vaggelis zurück ist. Er hat den Generator erfolgreich repariert und macht einen so griechisch untypisch bescheidenen Eindruck, dass ich ihm sofort vertraue. Als ich ihn frage, was es kosten soll, ist er komplett überfordert, wahrscheinlich weil er der Hausmechaniker von Pierre ist und immer von ihm die Aufträge und Bezahlung bekommt. Ich schätze daher, dass es weniger als die von der Agmar Werft veranschlagten 1.260 Euro kosten wird und gehe in die Rezeption, einen Platz für zwei Tage ab Montag reservieren. Der Preis für die Marina wird hoffentlich noch drin sein. Also gebongt, zwischen Montag Nachmittag und Mittwoch Mittag hat er Zeit, das Service zu machen und die ausgebaute festgefressene Impellerpumpe zu reparieren. Werma sehn ob er besser und günstiger als die Agmar Werft ist. Hab ich dann nicht mehr angerufen.
Auf dem Rückweg muss ich natürlich wieder bei Lidl einkaufen. Und kaufe gleich mehr ein, damit ab Juli noch mehr an Vorräten schon an Bord sind. Das Auto ist gerammelt voll und der Transport des ganzen Zeugs mit dem Schlauchboot ist extrem mühsam. Es geht sich aber mit zwei Mal fahren aus, weil ich die zwei Kugelfender hinten nachschleppe.
Weil ich den Schwimmsteg von Sydney heute so ausgiebig genutzt habe, gehe ich dorthin auf ein Rumpsteak und erst danach auf ein Ouzo ins Santa Barbara. Romos hat den Steg vor seiner Taverna wieder montiert und das Schlauchboot ausprobiert. Dabei haben sich die Verleimungen einer Ruderdollenhalterung und einer Sitzbretthalterung gelöst. Ich übergebe ihm ein Reparaturset inklusive Klebstoff und Klebeanleitung und behaupte, die Reparatur sei kein Problem. Aber insgeheim bin ich froh, dieses Scheißding los zu sein.
03.06.2018 Sonntag
08:59 Kos / Kefalos, Kamari Karte
10:47 Gyali / Strand Karte
15:18 Gyali / Strand Karte
17:28 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 03:58 Strecke: 22,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
Auf der jetzt weicheren Matratze schlafe ich bestens und wache endlich ohne Schmerzen auf. Um kurz nach halb neun hole ich Camilla und Romos mit dem Schlauchi ab und es geht los nach Gyali. Sie sind ziemlich begeistert. Ich bin von der grauweißen Rauchentwicklung aus den Motoren wenig begeistert. Insbesondere der Stbd. Motor betätigt sich als Nebelkanone sobald ich ihn auf 2600 Touren beschleunige. Das hört dann nach etwa 10 Minuten zwar auf, ist aber ein sicheres Zeichen dafür, dass das Motorenservice wirklich schon überfällig ist, auch wenn eine gewisse Rauchentwicklung normal ist, wenn die Motoren längere Zeit nur auf niedrigen Touren zum Batterieaufladen gelaufen sind.
In Gayli ist das Schwimmen wieder eine Wonne. Romos und Camilla schwimmen zum Strand und gehen dann die Gegend erkunden. Nach einer Stunde kommen sie mit zwei 1/4-Liter Orangensaftpackungen und fünf Bananen zurück! Hat ihnen der Betreiber der Werkskantine des Bimssteinabbaus geschenkt. Neugierig sein plus Griechisch sprechen können zahlt sich halt aus.
Jetzt will Romos einen griechischen Salat mit seinen dafür mitgebrachten Zutaten machen. Er hat aber keine mitgebracht, sondern sie in seiner Taverna vergessen (dafür Fischerzeug in einem Plastiksackerl mitgenommen, das er eh nicht verwendet hat). Kein Problem, weil ich gestern eben dafür auch Zutaten gekauft habe. Im Nu schnipselt er einen Choriatiki zusammen und übergießt ihn mit schon mitgebrachtem Olivenöl und Essig. Ganz entzückt ist er, dass es sogar Feta und Oregano an Bord gibt.

Die Rückfahrt ist weniger gemütlich genau gegen 20-24 Knoten Wind mit ordentlichen Krachern in die Wellen.
04.06.2018 Montag
08:46 Kos / Kefalos, Kamari Karte
13:20 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 04:34 Strecke: 26 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Ich tuckere der Kossüdküste entlang. Eigentlich ist es mir sehr recht, wieder mal in die Kos Marina zu fahren. Nicht nur wegen des Motorservices. Auch die Batterien benötigen wieder eine Vollladung mit Landstrom, Salz und Staub kann ich mit Leitungswasser abspülen, Wasser und Diesel nachbunkern und Wäsche in der Wäscherei waschen lassen.
In Kos Marina fahre ich zuerst zur Tankstelle und lasse 112 Liter hinein rinnen. Ist wieder teurer geworden, kostet jetzt 1,52 Euro per Liter. Dann bekomme ich einen guten Platz auf Steg D für zwei Nächte fast ganz außen – gut so, werde ich in der Nacht weniger von der Cafébarmusik hören. Der Platz ist auch teurer geworden. Kostet jetzt 51 Euro per Nacht. Ganz schön happig. 272,50 schnell verprasst.
Ich will den Mechaniker Vangelis anrufen und mitteilen, dass das Boot fürs Service bereit ist, stelle aber fest, dass die in seinem Beisein ins iPhone eingetippte Nummer verschwunden ist. Wie kann das sein? Es dauert eine Weile bis ich Pierre erreiche und von ihm die Telefonnummer bekomme, und dann ist es schon zu spät für heute. Also morgen, werma sehn.
Wasser und Strom sind angeschlossen und die Blodughadda bekommt nach den vielen Salzwasser- wieder eine Süßwasserdusche.
Mit Hildegard und Martin, ihrem Kaufinteressenten für ihr Boot, gehe ich am Abend essen. Kein besonderes Lokal aber der Martin wollte dorthin. Natürlich plaudern wir über die Aspekte, ein Gebrauchtboot zu kaufen, aber meisten über was anderes. Martin, ca. 40 Jahre jung, ist Maschinenbauer in der Ölindustrie und ein Techniker durch und durch. Ich hoffe, er wird das Boot kaufen.
05.06.2018 Dienstag
Kos / Marina
Fast die ganze Nacht schlafe ich bei Windstille im Bugnetz. Um ca. 5 Uhr fällt der Tau aber doch so stark, dass es ungemütlich wird und ich in die Kabine übersiedle.
Ich bringe die Wäsche in die Wäscherei und werde dann schon langsam nervös, ob der Mechaniker heute noch kommen wird. Um 9:30h schreibe ich ihm per SMS, dass ich auf ihn auf Steg D, Platz 430 warte. Um 11:30h kommt er. Der kränkelnde Steuerbordmotor startet natürlich jetzt auf Anhieb tadellos. Er verabschiedet sich kurz darauf wieder, um Öl, Filter und Keilriemen zu besorgen und nimmt die kaputte Ersatzwasserpumpe zur Reparatur in seine Werkstatt mit. Er wird wiederkommen und heute, spätestens morgen fertig sein, sagt er. Werma sehn.
Um 18:30h gehe ich die Wäsche holen. Martin sitzt bei einem Bier im Marina Café und ich setze mich dazu. Er hat jetzt das Boot der Hildegard gekauft und den Preis ordentlich herunter gehandelt. Beim Herausheben hat es sich nämlich herausgestellt, dass es beginnende Osmose hat. Die Instandsetzung wird mehrere Tausender kosten.
Während wir da sitzen kommt Vangelis mit dem Fahrrad daher. Ja er hätte jetzt alle Teile, die für das Service benötigt werden und wird morgen um 9 Uhr mit der Arbeit beginnen. Werma sehn.
Am Abend esse ich in Lithino und hole danach 400 Euro vom Bankomaten.
06.06.2018 Mittwoch
Kos / Marina
Um 8:30h kommt Vangelis auf seinem Elektroroller und bringt diverse Sachen, verschwindet dann wieder. Er scheint es zumindest ernst zu meinen mit der Arbeit heute.
Der Wind kommt heute mit 13 Kn. aus Südost und soll bis Donnerstag Abend generell aus südlichen Richtungen kommen, aber nicht zu heftig. An sich gut für die Fahrt nach Nord, aber Kalymnos Vlychadia und das gute Essen im Paradisio werde ich wohl leider auslassen müssen.
10:14h Vangelis wieder da und fängt zu schrauben und den Stbd-Motor zu säubern an.
10:33h Vangelis wieder weg auf seinem E-Moped. Auch auf den Dimitris warte ich, der die Steuerbord Matratzen seit gestern abholen hätte sollen, um sie neu zu machen. Wer nicht gelassen warten kann, soll nicht nach Griechenland fahren. Mir gelingt das mittlerweile ganz gut.
10:45h Vangelis wieder da. Hat Küchenrollen und Müllsäcke geholt.
11:30h Vangelis wieder weg.
12:29h der Wind ist wieder weg, zwei Küstenwacheboote legen gegenüber an.
12:38h die Passarella fällt ins Wasser. Ergibt Gelegenheit, sie zu waschen.
12:45h Dimitris kommt. Ich sage ihm, er soll an den stbd-Matratzen ein Service machen, so wie wenn sie auf seinem eigenen Boot wären. Die Sonnenschutznetze vor den Salonfenstern kann er auch neu machen. Er nimmt alle mit, um sie in exakt gleicher Größe neu machen zu können. Eine Woche bevor ich Ende Juli wieder nach Kos komme, soll ich anrufen.
13:00h jetzt müsste ich die Marina verlassen, um nicht für einen weiteren Tag 51 Euro zahlen zu müssen.
13:19h ist es wärmer geworden, 30° im Masttop, 32° im Salon. Wind kommt jetzt aus Südwest und streicht über Kos.
13:43h Vangelis wieder da.
14:18h Vangelis wieder weg.
14:38h Vangelis wieder da.
15:15h Vangelis ist fertig. Die Ursache für die Spompanadeln des Stb-Motors waren defekte Einspritzdüsen, sagt er. Ansonsten hat er Öl, Filter und Riemen gewechselt und die Motoren und Bilgen schön gesäubert und die Ersatzkühlwasserpumpe repariert. 800 Euro will er haben. 300 für die Einspritzdüsenreparatur, 350 für Ersatz- und Verbrauchsteile und 150 für sich, sagt er. Da muss ich zum Bankomaten. Vangelis borgt mir sein E-Moped, damit ich nicht gehen muss. Es fährt sich ganz klass und komplett lautlos damit. Schafft 40 km/h und angeblich 60 Kilometer mit einer Akkuladung.
Eigentlich könnte ich jetzt abfahren. Aber gegenüber hat mittlerweile die Segeljacht Nessaja angelegt, dessen Eigner Mario Rauch ich vom Mittelmeerskipperforum kenne. Also bisher nicht persönlich. Er ist mit seiner Frau Sibylle unterwegs. Wir gehen auf ein Bier ins Marinacafé.
Weil wir vereinbaren, abends mit einander essen zu gehen, fahre ich doch nicht mehr heute ab.
Es wird ein sehr angenehmer Abend bei absoluter Windstille mit gutem Essen und guten Gesprächen im Restaurant Mavromatis, wo wir an einem Tisch direkt beim Wasser sitzen und bestens bedient werden.
07.06.2018 Donnerstag
10:35 Kos / Marina Karte
13:35 Kálymnos / O. Vlychádia Karte
Zeit unterwegs: 03:00 Strecke: 18,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Nach ein paar kleineren Einkäufen lege ich bei absoluter Windstille ab. Trotz Service und Reparatur startet der Std-Motor wieder erst wenn man fast Vollgas gibt. Dann meldet er mit einem Pfeifton, dass er nicht mehr läuft. Der Propeller hat die Holeleine für die Mooring gefangen und den Motor abgewürgt. Ich überlege kurz, was ich nun tun soll. Es ist klar, ich muss den Propeller von der Leine befreien, aber alleine? Bei dem Nichtwind riskiere ich doch, das Boot mit Taucherbrille und Schnorchel zu verlassen und kann das Seil schnell vom Propeller befreien, weil kein Zug darauf ist.
Es geht nach Vlychadia, weil die Windprognose mittlerweile doch dafür günstig ist. Die beiden „Bojen“, also die unsäglichen Kugelfender sind wieder da. An einem liegt das Segelboot ENA mit holländischer Flagge am anderen niemand. Ich schicke mich an, das fast unerreichbare Mooringseil unterhalb des Fenders irgendwie zu erwischen. Da schwimmt der Skipper der ENA dorthin und bietet sich an, ein Seil entgegen zu nehmen. Mit seiner Hilfe geht es dann ganz easy.
Am Abend rudere ich das erste Mal mit dem neuen Schlauchi zum Strand. Geht auch ganz gut, aber wäre das Boot länger, ginge es besser. Jetzt sitze ich so weit vorne, dass das Heck aus dem Wasser schaut und nicht mehr den Geradeauslauf unterstützt. Rückwärts rudern geht besser.
In Paradisio muss ich natürlich Talagani und Flogeres essen. Beides köstlich wie immer, nur hätten die neuerdings bei Talagani mit servierten gebratenen Paprikaschoten meinetwegen wie früher lieber Zucchini sein können.
08.06.2018 Freitag
Kálymnos / O. Vlychádia
Ich habe keinen besonderen Grund, Vlychadia heute zu verlassen. Also bleibe ich. Auch der Lärm vom Volksschulklassenausflug an den Strand legt sich bereits zu Mittag als ein wild hupender Autobus die brüllende Kinderschar abholt.
Mehrere Stunden verbringe ich damit, das Bugnetz, bzw. die Bugnetze in Ordnung zu bringen. Gelingt mir beim unteren alten ganz gut, beim neuen oberen immer noch nicht.
09.06.2018 Samstag
08:54 Kálymnos / O. Vlychádia Karte
10:30 Kálymnos / O. Arganó (Argynónta) Karte
Zeit unterwegs: 01:36 Strecke: 9,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Der Stbd-Motor startet schon wieder ganz mühsam und spuckt jede Menge grauen Rauch und Russ heraus. Also was der Vangelis da wirklich repariert hat, ist mir nicht klar.
Es gibt leichten Wind aus SW, soll gegen Abend zunehmen. Da fällt mir ein, dass ich statt wie geplant nach Emborios nach Arginonta fahren könnte, eine nach NW offene Bucht, in der ich zuletzt vor 16 Jahren war, weil bei den üblichen NW-Winden normalerweise nicht als Ankerplatz brauchbar. Ich brauche drei Ankermanöver, bis der Anker auf einen Sandfleck fällt und hält. Sonst gibt es viel Seegras auf anscheinend harten Grund, wie die Schnorchelkontrolle ergibt. Es gibt auch jede Menge Müll, Autoreifen, Kanister, ein ca. 7m langes Rohr und sogar einen Sonnenschirmständer. Man fragt sich, wie die dorthin gekommen sind.
Es gefällt mir hier gut. Sehr mäßiger Badebetrieb am Strand. Dahinter eine einfache Taverna. Ringsum spärlich verstreut Häuser. Ein anderer Katamaran ankert, fährt aber bald wieder ab. Ich schwimme, lese den STANDARD, schlafe ein wenig, versuche die Batterie im Handsender für die Ankerwinschfernbedienung zu tauschen. Geht nicht, weil die Schraube verrostet ist. Na gut, hab ja noch einen in Reserve.
Gegen 19h rudere ich an Land und schaue mich ein wenig um. Die Ortschaft besteht hauptsächlich aus Tavernen, nämlich in Summe vier. Ich wundere mich über einen modernen großzügigen Neubau, der wie ein Museum moderner Kunst anmutet inklusive Vortragssaal mit Sitzreihen, die ich durch das Fenster erkennen kann. Aber die Anlage ist total verlottert. Auf einem Schild sehe ich, dass es 2012 um 1.099.981,82 Euro gebaut worden ist, natürlich mit 85%-iger EU-Förderung. Ich setze mich in die Taverna Teo genau gegenüber und erfahre, dass es das Taucherzentrum von Kalymnos hätte werden sollen. Ist aber nie in Betrieb gegangen oder genutzt worden. Ich will jetzt nicht „typisch griechisch“ sagen, sage es aber trotzdem. Nämlich auch dafür, hier ein Taucher- und nicht ein Kletterzentrum zu bauen. Das würde in die andere Richtung gehen. Eine Umwidmung und Belebung wäre immer noch möglich, wenn es nicht in Griechenland wäre.
Ich bestelle Bier und Souvlaki. Das Bier kommt sofort, für die Souvlaki muss der Wirt zuerst den Holzkohlengrill anwerfen. Dann kommt eine Partie Salzburger Kletterer im Einheits-T-Shirt der Taverna. Wir kommen gleich ins Gespräch und alsbald sitze ich bei denen am Tisch. Sie fratscheln mich aus und ich sie. So an die 3.000 Kletterrouten gibt es auf Kalymnos und in jedem Schwierigkeitsgrad. Sie zeigen mir spektakuläre Kletterfotos.
Wider Erwarten schmecken meine Souvlaki richtig gut, die Pommes sind gut gewürzt und einen echten Salat gibts auch noch dazu. Der Wirt stellt immer wieder Platten mit Vorspeisen from the House auf den Tisch. Die Dolmades sind besonders köstlich. Als die anderen dann irgendwann ihre Hauptspeisen bekommen, verabschiede ich mich.







Auf dem Heimweg setze ich mich in die Strandtaverna auf ein Ouzo und ein Raucherl. Ouzo ist aus! Aber es gibt Tsipouro, auch ok. Kaum habe ich den ersten Schluck und Zug gemacht, stellt dieser Wirt auch was auf den Tisch: Einen ordentlichen Teller mit köstlichen Mezedes. Ich denke mir, dass ich das nie im Leben aufessen kann. Geht aber doch mithilfe eines weiteren Tsipouros. Vier Euro kostet das alles. Ich gebe dem Wirt fünf und er strahlt.
10.06.2018 Sonntag
08:37 Kálymnos / O. Arganó (Argynónta) Karte
10:35 Léros / Kuluki Karte
Zeit unterwegs: 01:58 Strecke: 10,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
In der Nacht kommt der Südwestwind so richtig in Fahrt. Aber hier kommt er aus Nordwest, also direkt auflandig, und das nicht zu knapp mit Böen bis über 30 Knoten. Zumindest sind die Wellen nicht groß. Die kommen erst um drei Uhr als sich der Wind wieder beruhigt. In der Früh ist es wieder friedlich, wenngleich sehr diesig. Also doch nur dann eine gute Ankerbucht, wenn keine allgemeine Flaute herrscht.

Bei kaum Wind aber doch ansehnlicher Dünung tuckere ich nach Leros und freue mich auf den voriges Jahr entdeckten Ankerplatz direkt W vom Fähranleger. Die Dünung steht aber auch hier herein und Wind aus SSW kommt auf. Auch das Wasser ist recht trüb. Egal, ich bleibe trotzdem da.
Abends rudere ich die 50m zum Strand und gehe in weniger als 15 Minuten in die Stadt. Die nette Kellnerin von Café Morano fängt mich natürlich ab. Ich muss aber noch Geld und Zigarillos besorgen, bevor ich mich auf ein Clubsandwich wieder einfinde. Bei der Beobachtung der Leute fällt mir auf: Viel mehr Flüchtlinge als je zuvor hier gesehen. Sehr viele davon junge Familien mit Kleinkindern. Was wird aus ihnen werden?
Entlang der Standpromenade versammeln sie sich in Gruppen, quasseln und glotzen auf ihre Smartphones. Einen anderen Zeitvertreib werden sie wohl nicht haben.
Gerade rechtzeitig bin ich zurück, um das Anlegemanöver der Blue Star 1 beobachten zu können. Immer wieder faszinierend, mit welcher Präzision und Leichtigkeit so eine Riesenfähre anlegt. In 20 Minuten ist die Ent- und Beladung erledigt, inklusive eines Mähdreschers!
11.06.2018 Montag
Léros / Kuluki
Der Morgen ist kühl und sehr feucht. Dann wird es komplett bewölkt. Das Meer ist nicht blau sondern silbergrau. Es fallen sogar ein paar Regentropfen. In weiter Ferne grummelt ein Gewitter. Das Morgenbad lasse ich aus. Der kaum vorhandene Wind, kann sich nicht entscheiden, aus welcher Richtung er kommen soll.
Ich erledige Arbeiten für die Firma und bestelle eine Abdeckplane für das Schlauchi. Hätte ich schon früher tun sollen. Kaum zu erwarten, dass sie aus Bremen bis Freitag in der Werft eintrifft.
Nach dem letzten Mini-Regenguss kommt um 14h die Sonne wieder. Ich hole meinen Morgenschwimm nach. Das Wasser ist heute klarer bei 24,6°C und der Anker liegt perfekt.
So grau der Vormittag so schön der Nachmittag. Ich versuche nochmals das vamaledeute Dyneema Bugnetz zu bändigen. Geht nicht. Ich nehme es ab und beschließe, den letzten Versuch mit Patrick im September zu machen. Bis dahin muss das alte noch halten.
Am Abend wieder Stadtbesuch. Mit einer nicht erfolgreichen Verlängerung des DEKPA – des griechischen PLEASURE CRAFT TRAFFIC DOCUMENTs, das noch bis zum 16.6. gilt. Die Hafenpolizistin hat nur Notdienst und weiß nicht, welche Papiere ich dafür vorweisen muss. Ich soll morgen zwischen 8 und 15 Uhr wieder kommen. Mit einem erfolgreichen Umtausch der leeren Gasflasche gegen eine gefüllte im Delikatessengeschäft. Mit einem guten aber nervigen Abendessen im To Petrino. Nervig, weil die Bedienung miserabel ist. Als ich fast fertig gegessen habe, fängt es zu tröpfeln an. Ich will gleich zahlen und gehen, aber auch das dauert ewig. Als ich mich dann endlich auf den Weg machen kann, regnet es schon ganz schön. Immer wieder Blitze aber kein Donner. Halbnass rette ich mich ins Café Morano und da geht der Regen so richtig los. 20 Minuten lang schüttet es wie aus der Dusche. Dann ist es schlagartig vorbei.
Im Schlauchboot steht das Wasser. Gscheiterweise habe ich neuerdings immer ein Handtuch drin, quasi als Teppich. Mit dem kann ich das Wasser auftunken und das Sitzbrett abwischen.
Ich befürchte schon eine gröbere Überschwemmung im Salon wegen der offenen Dachluke. Aber siehe da, nichts dergleichen.
12.06.2018 Dienstag
Léros / Kuluki
Gestern hatte ich noch das Anlegemanöver der EKO 1 mit zwei Ankern direkt vor mir mit Vergnügen beobachtet. Ein Schiff, das die Tankstellen der Inseln mit Treibstoff per Tankwagen beliefert. In der windstillen Nacht wunderte ich mich, was denn dauernd wie ein Wasserfall plätschert. In der Früh sehe ich, dass ordentlich viel Wasser aus dem Ankerkettenloch heraus rinnt, warum das eigentlich? Außerdem macht es ordentlich viel Lärm und ich bin erleichtert, als es um die Mittagszeit wieder ablegt.
Der Tag vergeht mit viel Kundenbetreuung und lesen. Am Abend esse ich in „Lyxnari“, naja.


13.06.2018 Mittwoch
Léros / Kuluki
Heute mache ich es anders. Rudere schon zur Mittagszeit an Land mit den Bootspapieren und einem Wäschesack. In dem sind zwei Handtücher und das vamaladeute Bugnetz. Wenn ich es schon nicht verspannen kann, will ich es zumindest in der Waschmaschine der Lakki Marina waschen. Im Wäschereikämmerchen ist ein Stau, d.h. dort stehen schon drei zu waschende Säcke Schlange vor der einzigen funktionierenden Maschine. Ich stelle meinen Sack hinten an und frage bei der Rezeption, was mit der anderen Maschine los ist. Das Türschloss ist kaputt und der Mechaniker wird am Nachmittag kommen, um es zu reparieren – haha.
Bei der Hafenpolizei ist kein Stau. Im Gegenteil, ich bekomme den Jahresstempel ins wichtige Papier in fünf Minuten und das kostenlos und nach nur einem kurzen Blick auf die Versicherungspolizze! Pfau! Das Papier gilt jetzt bis zum 13.6.2019 und bis dahin braucht es wieder einen Jahresstempel. Also da hat Griechenland die Bürokratie wirklich enorm zurückgefahren. Wenn ich nur daran denke, was für eine Prozedur das früher war und insbesondere beim Herausheben des Bootes aus dem Wasser, wo ein Formular benötigt wurde, in dem auch die Vornamen von Vater und Mutter auszufüllen waren. Jetzt braucht man dafür gar keine Meldung bei der Hafenpolizei mehr.
Eigentlich müsste ich das Netz ja gar nicht waschen und die Handtücher auch nicht. Aber es ist angenehm im Café Morano bei einem Toast und einem Bier und mit dem Lesen des Standard auf dem iPad. Zurück im Wäschereikämmerchen sehe ich auf dem Display, dass ich immer noch 32 Minuten warten muss, bis mein Pinkerl drankommen kann. Warte daher unter dem Sonnenschirm vor den Booten und komme mit dem Marinero Michalis ins Gespräch. Er ist froh, seit zwei Jahren eine Arbeit bei der Marina zu haben und außerdem der Ehemann der Irene, die den Laden in Partheni schupft. Ich frage ihn, wer eigentlich der General Manager der Firma ist. Da lacht er nur und sagt, dass die Irene eh alles macht und das oft bis zum Abend. Die Blodughadda kennt er, wie auch sein Arbeitkollege Stelios, der ihn ablöst.
Also kann ich endlich die Waschmaschine befüllen und darf dann noch 50 Minuten warten bis sie fertig ist. Die verbringe ich im geschlossenen Lokal in der Kuluki-Ankerbucht. Als ich dann endlich das gewaschene Netz heraushole, stelle ich enttäuscht fest, dass es gar nicht blütenweiß ist, aber zumindest salzfrei und geschmeidig.

Am Abend sehe ich, dass das Kuluki-Lokal doch wieder geöffnet hat. Mehr als zwei Gäste sehe ich aber nicht.
14.06.2018 Donnerstag
12:44 Léros / Kuluki Karte
14:38 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
Zeit unterwegs: 01:54 Strecke: 10,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
Dieser Ankerplatz ist doch nicht so gut. Zu viel Motorlärm. Am Montag/Dienstag das Tankschiff, gestern und vorgestern Abend von der anderen Seite der großen Bucht irgend ein Motor auf Hochtouren mit einer Frequenz, die man nicht ausblenden kann. Und seit heute der Kompressor eines Kühlanhängers auf dem Fähranleger.
Nach erlegter Firmenarbeit fahre ich ab. Ich erreiche Belfuti und staune: 16 Boote vor Anker! Mehr als vier waren hier noch nie. Hat sicherlich mit dem angesagten Südwind zu tun, der aber eh nicht so stark werden soll.
Doch! Wird er. Um 19:30h kommt er mit bis zu 28,2 Knoten daher. Es kommen auch noch mehr Boote daher. Als ich an Land rudere, zähle ich 22 inkl. meinem.
Ich esse in der einzigen Taverna Artemis nicht schlecht und viel. Der Tomaten-Gurken-Zwiebelsalat hätte für drei gereicht. Ich schaffe etwa die Hälfte. Beim Hühnerfilet mit Champignonsosse bleibt aber nur ein kleiner Rest übrig.
Bevor es ganz finster wird, mache ich mich auf den Weg. Bei dem Wind möchte ich schon sehen, wohin es mich mit dem Schlauchi treibt.


Um 22:10h ist der Wind komplett weg. Die Gelsen kommen. Irgendein Scheißköter bellt die ganze Zeit. Da wäre mir der Wind schon fast lieber.
15.06.2018 Freitag
10:10 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
11:20 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 01:10 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 3,2 Knoten
Der Morgen ist herrlich windstill und lautlos. Die Badeleiter und mich selbst lasse ich geräuschlos ins Wasser gleiten. So ist der obligatorische Morgenschwimm am schönsten.
Weniger schön ist, dass sich das Boot gedreht hat und jetzt eine Boje in unmittelbarer Nähe irritiert. Eigentlich ist es ein knapp an der Wasseroberfläche schwimmender Plastikkanister mit einem dicken Seil zu einem selbstgebastelten Anker. Keine große Gefahr dass sich dieses Ding im Propeller oder Ruder verheddert. Beim Ankeraufholen achte ich trotzdem sehr darauf, wo es sich befindet.
Ich fahre sehr langsam, um die Batterien möglichst ausreichend zu laden, umrunde die Nordspitze von Leros und sehe mir die zwei kleinen Buchten gegenüber von Archangelos an. Bei dem S- bis SW-Wind könnten sie als Ankerplatz geeignet sein. In der ersten gleich W der Partheni-Bucht werfe ich den Anker auf 7m Tiefe. Würde passen, aber der Mobilfunkempfang ist ganz schlecht. Das passt nicht, weil ich für heute Kundenbetreuungstermine vereinbart habe. Die zweite größere mit dem weißen Häuschen hat dasselbe Problem und außerdem dreht der Wind in die Bucht hinein. Also fahre ich gegenüber in den S-Teil der Archangelos Ankerbucht. Hier passt alles.
Bei Südwind ist das Wetter immer seltsam. Die Windstärke wechselt ständig und am Nachmittag kommen dunkle Wolken auf. Es dauert nicht lange bis es regnet, wenig aber große Tropfen. Dann scheint wieder die Sonne.
16.06.2018 Samstag
07:15 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
07:39 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Boje
08:43 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Ab Boje
09:40 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Land
Zeit unterwegs: 01:21 Strecke: 1,6 Seemeilen Ø Fahrt: 1,2 Knoten
Fast total bewölkt begrüßt mich der Morgen. Ein letzter Morgenschwimm und ab Richtung Partheni. Auf der letzten Strecke gebe ich Vollgas. Beide Motoren rauchen weiß. Beim BB-Motor hört das bald auf, beim Stbd nicht. Außerdem scheint das Kühlwasser aus dem Auspuff nicht ganz sauber zu sein.
Ich nehme eine Warteboje und warte. Nach einer Stunde darf ich in das Travelliftbecken hinein fahren. Bei leichtem Südwind absolut kein Problem. Nach 57 Minuten steht die Blodughadda wieder etwa auf ihrem üblichen Platz.
Die von SVB bestellte Abdeckplane fürs Schlauchboot ist natürlich noch nicht da. Was tun damit? Einerseits möchte ich es nicht in der prallen Sonne auf der Heckplattform liegen lassen, andererseits ist sehr mühsam bis unmöglich, allein das Boot zuerst aufs Vordeck zu schleppen, dann Luft ausleeren, zusammenrollen und in den Salon bugsieren. Dann habe ich die Idee: Statt Abdeckplane nehme ich ein Spannleintuch! Könnte sich von der Größe her ausgehen. Tut es auch haarscharf. Wird zwar nicht allzu lange halten und Regen abhalten schon gar nicht, aber spendet zumindest Schatten und hält den Staub ab. Sicherheitshalber lasse ich auch viel Luft raus. So wird das Schlauchi hoffentlich bis zum 25. Juli gut durchkommen.



In der Nacht ca. um 2 Uhr fängt es zu regnen an. Und der hält an bis 7 Uhr. So viel Regen in Griechenland habe ich wohl noch nie erlebt, wie in den letzten 4,5 Wochen. Die Luft duftet herrlich nach Kräutern. Das Spannleintuch über dem Schlauchi hat viel Spann verloren.
Am Flughafen in Athen kommt wieder, als ich auf den Anschlussflug nach Wien warte, ein 20 minütiger Regenschauer – und wie! Noch nie in Griechenland so viele laufende Leute gesehen.
2 Gedanken zu “2018-05-26 Drei Wochen allein”
da hättest Du in Kos wohl einen versierten Ketten- bzw. Leinenentflechter gebraucht.
Herzliche Grüße, Herbert
Du meinst einen wie zB am 16.6.2017 in Chalki? Ja der wäre gut gewesen. Allerdings war es jetzt um ein Vielfaches einfacher und mit drei Mal Luft anhalten erledigt. Wäre für den Entflechterspezialisten keine wirkliche Herausforderung gewesen.
LG Tom