Aktualisierung 20.08.2018 01:29:57 Anzahl Tage: 8
31.08.2015 Kos / Kefalos, Kamari – Gyali / Strand
01.09.2015 Gyali / Strand – Nisyros / Páli
02.09.2015 Nisyros / Páli – Kálymnos / O. Paliónisos
03.09.2015 Kálymnos / O. Paliónisos – Patmos / O. Meloï
04.09.2015 Patmos / O. Meloï – Arkí / Tiganáki
05.09.2015 Arkí / Tiganáki – Léros / O. Xirókampos
06.09.2015 Léros / O. Xirókampos – Kos / Marina
07.09.2015 Kos / Marina
Crew:
Tötterström Patrick
Traxler Alexandra
Traxler Claudia
Szwedek Daniel
Tötterström Ilse
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 22:43 Strecke: 134,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
31.08.2015 Montag
18:21 Kos / Kefalos, Kamari Karte
19:57 Gyali / Strand Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 01:36 Strecke: 10,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten
Der Flug von Wien nach Kos hebt 15 Minuten verspätet ab, kommt aber pünktlich in Kos an. Dort holt uns Papa mit einem Fiat Panda ab. Das bedeutet natürlich, dass wir nicht auf einmal fahren können. Wir laden soviele Taschen wie möglich in das winzige Auto und lassen Alex, Claudia und Daniel am Flughafen zurück um zum Boot nach Kamari zu fahren. Da das Boot noch in der Bucht vor Anker liegt springt Papa beim Schlauchboot (Vasi) aus um das Boot mit Beate zum Anleger zu bringen, wo mich Mama mit den Koffern absetzt. Kurz nachdem das Anlegemanöver beendet ist kommen auch schon die restlichen Crewmitglieder angedüst. Papa und ich beginnen mit der Bootsübernahme indem er mir zeigt was alles neu ist , Mama, Alex und Claudia machen sich am Weg zum Lidl um Vorräte für die kommende Woche zu bunkern. Daniel nimmt sich am Strand eine Liege und schläft dort eine Runde. Am frühen Abend sind wieder alle am Boot.
Um ca. 17.00 kommt Vasilis und bringt Papa und Beate zum Flughafen und obwohl noch nicht alle Lebensmittel verstaut sind und wir uns noch nicht eingerichtet haben, dränge ich darauf abzulegen, damit wir noch bei Tageslicht in Gyali ankommen. Wie sich schließlich herausstellt,war mein Drängen gerechtfertigt, denn kurz nach dem wir ankommen, geht die Sonne unter.
01.09.2015 Dienstag
11:30 Gyali / Strand Karte Abfahrt
12:30 Nisyros / Páli Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 01:00 Strecke: 3,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,5 Knoten
Nach einem ausgiebigen English Breakfast mit allem was das Lidl Sortiment zu bieten hatte und anschließender Schnorcheltour zu den Unterwasser-„Blaserl“ und Bimssteinen in Gyali, gehts weiter in den Hafen von Pali, wo’s genau vor dem Captain noch eine große Lücke für die Blodughadda gibt. Dort borgen wir uns Mopeds aus, bekommen wie immer 5 Euro Rabatt und Patrick und ich (Alex) trinken einen Cappucino, der weit abgeschlagen die Bestenliste aller bisher probierten Kaffees auf den Dodekanes Inseln anführt und mit einem so perfekten Milchschaum und einem Hauch von Zimt serviert wird, dass dies eindeutig an dieser Stelle erwähnt werden muss.
Danach tuckern wir die typischen Besichtigungsplätze der Insel mit unseren Zweirädern ab und gehen nach einer Süßwasserdusche am Strand nebenan, die offensichtlich auch andere Bootsleute gerne nutzen, zum Captain essen und probieren uns mit Gyros, Souvlaki und Moussaka durch die Speisekarte.
02.09.2015 Mittwoch
15:35 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 06:14 Strecke: 38,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Bei perfekten Windverhältnissen für unsere mehrstündige Überfahrt legen wir gegen 9 Uhr früh im Hafen ab und fahren nach Palionisos, wobei wir nach der ersten Hälfte der Fahrt die Genua rausholen und bei einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen einerseits Diesel sparen und dennoch auf unsere 6-7 Knoten kommen. Die Bucht ist wie erwartet knallvoll, wir hängen uns aber trotzdem an eine der zwei noch freien Bojen. Kaum haben wir das Boot daran festgemacht, kommt schon ein Mann aus der linken Taverne mit seinem Boot dahergestürmt und macht uns darauf aufmerksam, dass diese Boje von seiner Taverne gesponsert wurde, was uns ziemlich egal ist. Aus Trotz auf diese wirklich sehr aufdringliche nervige Art, gehen wir erst recht nicht dort unseren Kaffee trinken, sondern fahren mit dem Dinghy zu dem nett gestalteten Kiosk gleich am Strand. Der junge Mann begrüßt uns gleich äußerst nett und gesprächig auf deutsch und auf eine geschäftstüchtige Art, die uns sehr an Nicholas erinnert.
Am Abend gehn wir auch zu Nikolas, wo wir freudig begrüßt werden, vor allem von seiner Frau und auch äußerst schnell Oktopus stifado, Kazi Kaki und mit Ouzo flambierte Shrimps bekommen. Alles sehr lecker! Außerdem zeigt uns die stolze Mama Hochzeitsfotos von Yannis, der im Juni geheiratet hat. Der großzügige Ouzo am Schluss lässt uns dann zurück zum Schlauchboot wanken. Claudia und Patrick gehen trotzdem noch auf einen kurzen Nachtschnorchelgang und sehen dabei eine Babymoräne.
03.09.2015 Donnerstag
11:40 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Abfahrt
16:00 Patmos / O. Meloï Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 04:20 Strecke: 29 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten
Um Punkt 8 in der Früh warten wir ziemlich verschlafen auf Nikolas, der uns in seinem Boat mitnimmt zum Tuna „Schlepp“-Fischen mit Schnur und Plastikköder. Während wir auf ihn warten, übersieht die Crew des großen schwedischen Zweimasters in der Bucht beim Ablegen anscheinend ihr am Heck befestigtes Schlauchboot und es macht ein ziemlich hässliches Geräusch. Den finsteren Gesichtern nach zu urteilen, dürfte mehr passiert sein, vermutlich hat sich auch eine Leine irgendwo unter dem Boot verfangen. Als wir zurückkommen nach einer Stunde sind sie allerdings schon weg. Leider machen wir keinen Fang, dafür gibts dann zum Frühstück guten Café und frische Lokoumades mit Honig und Zimt. Mittlerweile komme ich mit meinen aus wenigen Vokabeln bestehenden Griechisch Kenntnissen schon so weit, dass ich mehr oder weniger sinnvoll nachvollziehen kann, was mit Nikolas Frau so alles auf Griechisch in Dauerschleife erzählt und wir bekommen viel frisches Spezialbasilikum mit, damit wir die Makarounas Spezial-Tomatensoße an Bord kochen können.
Gegen halb 12 brechen wir dann auf Richtung Patmos.
Circa eine halbe Stunde nach Ablegen entdecken wir plötzlich fünf Delfine, die in der Ferne mit mehreren Booten mitschwimmen. Kurz darauf kommen zwei in unsere Richtung und wir locken sie so lange, bis sie sogar so nah unter dem Netz durchschwimmen, dass man sie theoretisch hätte streicheln können und uns neugierig beobachten. Auf dem Weg nach Patmos sehen wir außerdem ein knallvolles Boot der Küstenwache mit Flüchtlingen in der Ferne, so wie die Eleftherios Venezuelos (keine Gewähr für die richtige Schreibweise), jene große Fähre, die die größeren Inseln abklappert, um die syrischen Flüchtlinge nach Piräus zu bringen. Nikolas hat uns außerdem erzählt, dass Schlepper auch immer wieder vereinzelt Flüchtlinge im Meer vor Palionisos rauslassen, die dann über die steilen Hügel Richtung Pothia wandern müssen.
Da unser Sandfleck in Meloi schon belegt ist, nehmen wir uns einen etwas abgeschiedeneren Platz am ersten Baum rechts außen, hauen den Anker raus und schicken Claudia mit der Landleine zum Strand, wo ihr ein freundlicher Grieche gleich entgegenkommt und beim Festmachen hilft.
Als wir Mopeds ausleihen wollen, stellen wir fest, dass weder der Verleih noch der Campingplatz von Stefanos noch existieren und fragen bei der Taverne am Strand nach, ob er uns einen anderen Verleih in der Nähe empfehlen kann. Er gibt uns den Folder von „Billie’s“, wo wir gleich anrufen. Leider hat dieser schon zu, aber er kann uns gern morgen die Mopeds an den Strand bringen, damit wir nicht nach Skala über den Hügel hatschen müssen. Nach dem Essen bei derselben Taverne beschließen wir allerdings trotzdem, einen Verdauungsspaziergang zu machen und gehen dann erst recht nach Skala, den Hafen entlang und weiter hinein, in der Hoffnung, dass noch einer der Mopedverleiher offen hat und uns somit den Heimweg zu Fuß erspart. Bis auf einen, der allerdings 20 Euro pro Moped verlang, haben schon alle zu. Auf unsere Frage bei dem Taxistand, wie viel die 5minütige Fahrt zurück nach Meloi kostet, meint der Fahrer „usually 4 Euros, but you have to pay 6 because you are 5 people“. Wir quetschen uns also überglücklich zu viert auf die Rückbank und freun uns, dass wir den langen Weg nicht zurückgehen müssen. Nach einem Gute Nacht-Ouzo an Bord fallen wir alle gleich ziemlich fertig in unsere Betten.
04.09.2015 Freitag
17:07 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
18:45 Arkí / Tiganáki Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 01:38 Strecke: 9,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Nach dem Frühstück ruft Patrick gleich bei Billi’s Mopedverleih an, der anbietet, zwei Mopeds nach Meloi zu stellen, damit wir die anderen zwei aus Skala holen können. Der Chef ist sehr nett und wir zahlen für jedes Moped 10 Euro. Dann fahren wir zum Kloster und zur Johannesgrotte hinauf und lassen später die zwei Burschen noch auf der Insel herumdüsen, während wir zu dritt zum „Food Market“ in Skala spazieren, den ich auf dem Weg zur Chora entdeckt habe (beim Kreisverkehr nach dem Platz mit den ganzen Cafés in Skala rechts abbiegen – Richtung Chora, befindet sich nach ca. 3-5 Fußminuten auf der linken Seite.) Dieser stellt sich als einstöckiger kleinerer Supermarkt heraus, der im Vergleich zu den Minimärkten wirklich günstig ist und auch mit frischem Brot und Gemüse ausgestattet ist. Im ersten Stock befindet sich zudem eine kleine Drogerie und Haushaltsabteilung).
Nach einem Snack am Hauptplatz fahren wir zum Boot zurück, gönnen uns noch mal eine kleine Abkühlung im Meer und brechen schließlich nach Arki/Tiganaki zur Swimming Pool Bucht auf und werden dabei aufs Bösartigste von beißenden Fliegen befallen, die sich gottseidank hauptsächlich auf Ilse und Patrick stürzen (was beweist, dass Blut für diese Viecher unterschiedlich gut schmecken muss) In der Bucht ankert nur ein kleines Motorboot, wobei der Mann darin unser Anlegemanöver sehr besorgt beobachtet und uns schließlich zuruft, dass es hier sehr seicht sei, was wir ja eh wissen. Nach dem Ankern sieht er sich das ganze noch mal mit dem Schnorchel genauer an und gibt uns schließlich sein O.K., dass alles passt. Schön, wenn man so übervorsorgliche Nachbarn hat.
Den restlichen Abend verbringen wir schnorchelnd und es gibt Spaghetti mit Tomatensoße und Nikolas Spezial-Basilikum. Dann schalten wir alle Lichter ab, legen uns ins Netz und betrachten den Sternenhimmel. Die Umgebung ist so dunkel, dass man sogar die Milchstraße deutlich erkennen kann. Wieder einmal sind wir schon um 10 so müde, dass sich keiner mehr für den geplanten Nachtschnorchelgang überwinden kann, weil das Wasser halt so kalt, nass und salzig ist. Wir trinken stattdessen Ouzo und gehn schlafen.
05.09.2015 Samstag
16:00 Léros / O. Xirókampos Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 03:20 Strecke: 17,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Den Vormittag verbringen wir großteils schnorchelnd im Wasser. Claudia, Ilse und Ich schwimmen außerdem noch zu dem kleinen Hügel, um die Aussicht zu bewundern. Dann gehts schon wieder auf nach Süden mit dem Ziel Xirokampos. Am weg dorthin entdecken wir auf der Höhe von Lipsi eine Schildkröte, die sich an der Wasseroberfläche treiben lässt. In Xirokampos angekommen hängen wir uns an eine Boje, um Abends bei Mama Veta zu essen. Bei einem Verdauungsspaziergang kommen wir an einer Taverne vorbei, wo gerade eine Riesen-Hochzeit im Gange ist und wir wappnen uns für eine laute Nacht.
06.09.2015 Sonntag
09:25 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
14:00 Kos / Marina Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 04:35 Strecke: 25,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
Wir machen uns Bald auf den Weg um zu Mittag in die Marina Kos einzulaufen. Bevor wir dieses tun tanken wir das Boot und ersetzen eine leere Gasfalsche bei der Tankstelle. In der Marina angekommen, verbringen wir die meiste Zeit im Marina Café. Anzumerken ist nur, dass das Funkgerät nicht wirklich zu funktionieren scheint. Erst als uns die Hafenleute von sich aus anfunken. Abends schaun wir kurz zur großen Markthalle, wobei der üblicherweise sehr schöne Spaziergang in die Stadt diesmal eher bedrückend ausfällt, da beinahe die gesamte Strandpromenade mit Zelten der Flüchtlinge besetzt ist,die auf ihre Papiere bzw. auf die Fähre warten. Diejenigen die sich kein Zelt leisten konnten schlafen auf Pappkartons.
07.09.2015 Montag
Kos / Marina
Während wir darauf warten, dass die Chartermaschine mit Steffi und Georg an Bord Mittags am Flughafen landet, vertreiben wir uns die Zeit mit einem Bootsputz und schrubben die Blodughadda blitzeblank und salzfrei. Auch die Flagge wird in die Wäscherei gebracht. Danach holen Patrick und ich mit dem Mietauto die beiden Neuankömmlinge ab, gehen mit ihnen ins Marina Cafe und verabschieden die alte Crew. Dann gehn wir ins Lithinos essen wo wir herzlich begrüßt werden und später gehn wir wieder ins Marina-Café auf einen Ouzo. Der Kellner kennt uns mittlerweile auch schon sehr gut :-)
Patrick:
In der Früh treffe ich mich mit Stamatis Jr. (Stamatis Sen. ist für längere Zeit in Athen) um ein Auto zu mieten. Es funktioniert alles wie gewohnt, er ist sich aber nicht sicher welchen Preis wir überlicherweise bezahlen. Ich erkläre ihm, dass es üblicherweise 35€ sind und er erhöht auf 40€ -> “because bigger car“(Ford Focus). Das ist in Ordnung für mich, aufgrund der Lieferung und Abholung in und von der Marina.
3 Gedanken zu “2015-08-31 Septembertörn 1”
Ich kann gar nicht sagen, welche Freude es mir bereitet, jetzt das Blogbuch nur als Leser zu konsumieren. Bitte weiter so!
Bei Nikolas alles schnell und lecker? Die Konkurrenz scheint zu wirken.
Hallo September Crew,
Wir (Papa u. Mama), haben sofort euren Bericht gelesen. Alexandra sollte ein Kochbuch schreiben, da sie den Cappucino so beschreibt, als würde man ihn riechen.
Liebe Grüße vom Heuberg
Also ein Update wäre mittlerweile keine schlechte Sache…