Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2012-08-24 zu fünft

Seite drucken Aktualisierung 21.08.2018 20:41:53 Anzahl Tage: 6
24.08.2012 Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy
25.08.2012 Psérimos / O. Vathy – Léros / O. Xirókampos
26.08.2012 Léros / O. Xirókampos – Léros / O. Plakouti
27.08.2012 Léros / O. Plakouti – Léros / O. Parthéni – Kálymnos / O. Paliónisos
28.08.2012 Kálymnos / O. Paliónisos – Kos / Marina
29.08.2012 Kos Nord / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Matthias
Tötterström Patrick
Traxler Alexandra

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 12:47 Strecke: 78,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


24.08.2012 Freitag
11:25 Kos / Marina Karte Abfahrt
13:00 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
18:41 Pserimos / O. Vathy Karte Weiterfahrt
19:20 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:13 Strecke: 11,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten


Die Blue Star hat fast 40 Minuten Verspätung. Matthias, Patrick und Alex gehen zu Fuß vom Hafen und sind kurz vor 7:30h am Boot ziemlich müde aber wohlauf. Patrick und Alex haben die Nacht fast nicht geschlafen und holen alsbald davon etwas nach. Matthias hingegen ist munter und hilft der Beate beim Einkauf und Wäsche aus Wäscherei holen.
Ich montiere sogleich den vom Matthias mitgenommenen philippi BLM BatterieLadeMonitor. Nach einer Schrecksekunde funktioniert er aber perfekt. Aus irgendeinem Grund erscheint NO DATA => CHECK SHUNT, was aber mit dem Ladegerät und nicht mit dem Shunt zu tun hat. Ladegerät vom Strom trennen, BLM Stecker hinein und dann Strom wieder anschließen.
Babis kommt wie versprochen(!) vor 10h und bringt die bestellten Reserve-Ersatzteile für die Impellerpumpe. Natürlich nicht alle aber immerhin einige. Stelios kommt auch wie versprochen um 10h pünktlich, also 10 Minuten später und bringt die überholte Reserve-Impellerpume. Damit sollte das Boot mit ausreichend Ersatz für dieses heikle Aggregat ausgerüstet sein.
Um 11:25h legen wir ab. Der Wind ist gnädig mit uns und ohne gröbere Erschütterungen erreichen wir Vathy in 1,5 Stunden. Unser Ankerplatz ist besetzt! Wir müssen mit einem weiter östlich Vorlieb nehmen. Aber der hat keinen besonders guten Ankergrund: Der Anker ist nicht eingegraben sondern steht wie ein Stativ auf dem Felsgrund. Trotzdem hält er beim zweiten Versuch.
Der Schwimm tut allen gut. Dann montieren Matthias und Patrick die mitgebrachten neuen Lautsprecher, ihr Weihnachtsgeschenk an mich. Sie klingen ungleich besser als die alten. Naja ein bröseliger Membran kann gar nicht gut klingen.
Um 18:40h wollen wir um die Insel in die Hafenbucht fahren. Aber kaum um die Ecke kommen Wind und Welle entgegen. Das bedeutet, dass diese auch in die Hafenbucht hinein stehen. Das würde keine angenehme Nacht bedeuten. Wir drehen um und fahren jetzt ganz in die Vathy Bucht hinein. Ohne Fallwinde ist es kein Problem, im Seichten zu ankern. Mit dem Schlauch fahren wir an Land und gehen wir in der Abenddämmerung über den Bergsattel in den Ort.


Es ist eine richtige Wanderung über steinige Pfade und es dauert fast eine Stunde. Dann nehmen wir in Annas Restaurant direkt am Sandstrand Platz. Das Essen ist nicht so richtig überzeugend und der Preis mit fast 20 Euro pro Person zu hoch.
Mit guten Taschenlampen ausgestattet stapfen wir zurück. Weil ich schwimme, genügt eine Schlauchbootfahrt zwischen Ufer und Boot. Dann schwimmen alle.


25.08.2012 Samstag
12:22 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
15:28 Léros / O. Xirókampos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:06 Strecke: 19,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


Lange schlafen, ausgiebig frühstücken, noch ein wenig schwimmen und schon ist es nach 12h. Wir fahren los. Nach knapp über 3 Stunden erreichen wir Xirókampos über fast glattes Wasser. Wir nehmen eine rote Boje, die am nächsten zum Ufer. Da ist es nur etwas mehr als 2m tief.
Bevor wir zum Abendessen fahren montieren Matthias und ich die von ihm mitgebrachten Rollen an die Passarella und Patrick und Alex holen ein paar Einkäufe vom einzigen Laden des Ortes.
Das Essen bei Mama Veta ist sehr außergewöhnlich, weil eher bulgarisch als griechisch: Ein toller Salat, Spinat im Tontopf, Souvlaki und Satz, also Fleisch und Gemüse auf heißer Gusseisenplatte. Alles sehr köstlich.


26.08.2012 Sonntag
12:57 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
14:35 Léros / O. Plakouti Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:37 Strecke: 9,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten


Nach dem üblichen Morgenprogramm fahren wir kurz vor 13h los. Wieder kein Wind und eine sehr angenehme Fahrt. Nördlich von Leros angekommen stellen wir fest, dass der Wind aus West, eher sogar WSW kommt, also in die von uns vorgesehene Bucht des Inselchens Archangelos hineinblasend. Dafür fahren wir gerade an der Bucht Plakouti vorbei. Also dann nicht vorbei sondern hinein. Wir ankern am W-Ufer.
Das immer wieder verschobene Vorhaben Mastkraxeln wird endlich realisiert. Matthias und Patrick ziehen mich mit Fall- und Ankerwinde hinauf. Zu meinem Schrecken sehe ich auf dem Weg hinauf, dass das Vorstag kaputt ist. Nur noch vier der 16 Drähte des Drahtseils (oder sind es 19?) sind noch ganz. Alle anderen gebrochen! Am Masttopp angekommen sehe ich außerdem, dass das Vorhaben altes Windmessinstrument demontieren und neues montieren noch schwieriger ist als gedacht. Ich beschließe die ganze Aktion abzublasen und nehme nur die alte Windfahne mit nach unten. Das neue Vorstag muss sowieso mit Hilfe eines Krans auf Land repariert werden. Da kann der Windfahnentausch in einem gemacht werden.
Das Genuafall sichert zwar den Mast aber wir befestigen zusätzlich das Großfall so dass es den Mast ebenfalls nach vorne zieht. An segeln kann mit diesem kaputten Vorstag sowieso nicht gedacht werden. Ich bin froh, das Havariepotenzial rechtzeitig gesehen zu haben. Denn mit Segeln in entsprechendem Wind hätte der Mast jederzeit nach hinten umfallen können und der Schaden wäre enorm. Jetzt ist er auch nicht gerade gering.
Alex verpasst dem Patrick und Beate mir eine neue Frisur. Meine ist 3mm kürzer als Patricks. Bei Sonnenuntergang fahren Patrick, Alex und ich an Land. Ich bin neugierig, ob in den acht Jahren seit ich zuletzt hier war, sich irgendwas verändert hat. Hat es nicht wirklich. Ein neuer Steg für Kleinboote oder vielleicht zwei und ein in Folie laminierter auf einem Holzhäuschen aufgehängter Fahrplan für den öffentlichen Bus. Die einfache Taverna und der Kiosk für die Badegäste daneben sind noch da. Während Alex und Patrick einen Spaziergang machen, setzte ich mich in die fast menschenleere Taverna auf ein Ouzo. Ich bin sehr froh, dass Beate und Matthias am Boot kochen und wir nicht hier essen müssen. Es gibt dann auch Penne mit Keftédessugo (Fleischbällchen) und Salat.


27.08.2012 Montag
11:17 Léros / O. Plakouti Karte Abfahrt
11:48 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte An Boje
14:02 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Weiterfahrt
16:45 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 03:13 Strecke: 19,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


Die Mandoline von Nikolas ist tatsächlich eine Laute! Aber der Reihe nach: Wir fahren in die nächste Bucht und nehmen eine der Bojen von Agmar Marina. Patrick, Matthias und ich gehen ins Marinabüro. Nach einer Weile kommen wir dran. Obwohl schon alles per E-Mail geklärt ist, muss ich nochmals bestätigen, dass der Vertrag für den Winterliegeplatz am 8. September beginnen und 10 Monate dauern soll. Es vergeht sicher noch eine Viertelstunde bevor der Vertrag ausgedruckt ist und ich unterschreiben und 2.831,- Euro bezahlen darf.
Anschließend unterhalte ich mich mit dem technischen Direktor, wobei der deutsche Mechaniker Thomas dolmetscht. Eine große Überholung der Motoren inklusive Tausch der Gummimembranen und Lager in den Saildrives steht bevor. Es wird sicherlich mehrere Tausend Euro kosten. Meinem Wunsch, bei der Reparatur selbst anwesend zu sein, kann oder will der technischer Direktor nicht entsprechen. Es sei unmöglich, die Arbeit so zu planen, dass alles in einem Stück gemacht wird. Das verstehe ich ja noch, weil ja immer etwas zum Vorschein kommen kann, wofür man einen Ersatzteil nachbestellen muss. Aber dass es auch unmöglich sei, mir ein paar Wochen vorher mitzuteilen, wann die Arbeit überhaupt eingeplant ist, sehe ich absolut nicht ein.
Ich bin stinksauer und andererseits froh, dass Patrick und Matthias alles mitgehört haben. Da werden wir darüber noch brüten können, was am besten zu tun ist. Wäre der technische Direktor zumindest fähig, ein detailliertes Offert und eine detaillierte Abrechnung zu legen, wäre ich nicht so sehr darauf erpicht, den Mechanikern auf die Finger zu sehen. Aber diesen griechischen Daumen mal Pi Preisangaben traue ich nicht.
Wir fahren wieder weiter über ruhiges Wasser und erreichen Paliónisos um 16:45h. Der Platz am Kopf des kleinen Betonsteges ist frei, womit wir bequem an Land gehen können. Patrick, Alex und ich gehen hinauf zur Taverna Kalidonia. Das Greek Beer ist wie üblich aber der French Coffee der Alex ist eine undefinierbare schwarze Brühe.
Am Abend kommt natürlich Nikolas zum Strand, womit es klar ist, dass wir nur in seiner Taverna essen gehen können. Auch die 9-köpfige Mannschaft einer italienischen Yacht findet sich fast gleichzeitig dort ein. Alex bestätigt uns, dass die unglaublich klingenden Erzählungen über Nikolas keineswegs übertrieben waren. Sie wird ann auch gleich von ihm in die Küche beordert, um die Spezialsauce zusammen zu rühren.


Wir essen vier gute Vorspeisen und dann Spaghetti mit einer halben Languste. Anschließend gibt es zwei Lieder von Nikolas mit seiner Mandoline, die also wirklich eine Laute ist, wie er sagt. Die ist nämlich größer als eine Mandoline. So gegen Mitternacht gelingt es uns, die Rechnung zu bekommen. Wir sind über den günstigen Preis erstaunt: 62 Euro für alles inkl. Getränke. Wir hatten mit mehr gerechnet.


28.08.2012 Dienstag
12:15 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Abfahrt
14:52 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 02:36 Strecke: 18,5 Seemeilen Ø Fahrt: 7,1 Knoten


Um 12:15h legen wir ab. Nikolas hat sich nicht blicken lassen aber der Wind hat, wie vorausgesagt, deutlich zugelegt. Außerhalb der Bucht begrüßen uns große Wellen, die uns in Rekordtempo bis nach Kos schieben. Mit 7,6 kn Durchschnittsgeschwindigkeit kommen wir in weniger als 2,5 Stunden bei der Marina an. Auch bei der Marinaeinfahrt brodelt das Wasser aber wir dürfen gleich weiter fahren und können am Pier D problemlos anlegen. Leider fast ganz außen, wo das Boot in den Wellen schaukelt und der Wind ordentlich pfeift.
Als wir nach dem Abendessen spät auf das Boot zurück kommen, hat der Wind noch zugelegt und die Brecher kommen sogar gelegentlich über die hohe Außenmole. Wir schlafen trotzdem gut.


29.08.2012 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Stamatis ruft Patrick um 9h an und bringt den bestellten Leihwagen. Die Wäsche kommt in die Putzerei und Beate und ich packen unsere Sachen. Matthias checkt die Motoren. Stbd. ist alles ok, aber am bb. fehlt Motoröl und ein kleiner Teil davon befindet sich gemeinsam mit etwas Wasser in der Bilge.
Wir fahren los und erreichen den Flughafen um 14h, wo wir uns von der Mannschaft verabschieden. Der Check-In Schalter ist noch nicht angeschrieben aber die Reiseveranstalter dürften gewusst haben, welcher es sein wird. Denn als kurze Zeit später der Schalter 8/9 aufsperrt stehen dort schon massenhaft Leute in der Schlange. Wir warten lieber sitzend. Nach fast 1,5 Stunden kommen wir endlich dran und haben gerade noch Zeit, schnell im Shop was zu kaufen bevor wir mit dem letzten Zubringerbus zum Flugzeug gebracht werden. Die Landkrankheit macht mir zu schaffen. Es schaukelt einfach alles und ich habe direkt Gleichgewichtsprobleme.

Also wieder ein Griechenlandsommer vorbei. Ein mit wenigen Starkwindtagen und vielen schönen Ankertagen. Mit den obligaten Motor- und Elektrikreparaturen, die aber heuer nicht so nervig waren. Ohne Verletzungen und Krankheiten oder größere Pannen. Nur die griechische Irgendwie-Mentalität ist heuer mehr als üblich aufgefallen. Wahrscheinlich, weil sie dem Land insgesamt zu schaffen macht.

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