Aktualisierung 12.09.2018 23:53:20 Anzahl Tage: 12
01.09.2018 Kos / Kefalos, Kamari – Kálymnos / Pothia Tankstelle – Kálymnos / Póthia Hafen
02.09.2018 Kálymnos / Póthia Hafen – Léros / O. Xirokampos
03.09.2018 Léros / O. Xirokampos – Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Lipsi / O. Katsadiá_Limni
04.09.2018 Lipsi / O. Katsadiá_Limni
05.09.2018 Lipsi / O. Katsadiá_Limni – Furni / Vlychada
06.09.2018 Furni / Vlychada – Sámos / Marathókampos
07.09.2018 Sámos / Marathókampos
08.09.2018 Sámos / Marathókampos – Arkí / Tiganáki
09.09.2018 Arkí / Tiganáki – Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Osteinbuchtung
10.09.2018 Léros / O. Parthéni Osteinbuchtung – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
11.09.2018 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
12.09.2018 Leros – Wien
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Patrick
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 23:50 Strecke: 131,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
01.09.2018 Samstag
11:04 Kos / Kefalos, Kamari Karte
13:19 Genua dazu
15:05 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte
15:13 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte
15:27 Kálymnos / Póthia Hafen Karte
Zeit unterwegs: 04:15 Strecke: 20,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Auf der Fahrt vom Flughafen ist die Luft so feucht, dass man mit Scheibenwischern fahren muss. Wir essen in Santa Barbara, kaufen bei Tiras ein und fahren zum Boot, wo wir noch lange plaudern.
Ohne Hast machen wir uns auf den Weg. Westlich von Kos kommen die Wellen entgegen aber nicht wirklich schlimm. Kurz vor der Tankstelle rufe ich Giorgos an. Ja, wir sollen nur kommen, er ist da. Ich schätze, dass wir 80 Liter brauchen. Genau 80 Liter passen in den Tank. Mit 1,50 per Liter ist der Preis fast gleich mit den Straßentankstellen.
Patrick war noch nie in Pothia. Am Yachtkai ist viel Platz und ein Hafenschackl winkt uns einen Platz zu. Na gut, dann bleiben wir da. Der schmächtige Hafenschackl Jannis nimmt die Bootsregistrierung mit zum Fotokopieren, bringt sie gleich wieder und will 6 Euro Hafengebühr haben. Ich gebe ihm 10, damit er für immer „my friend“ bleibt. Strom- und Wasseranschlüsse wären vorhanden, würden aber ja 7 Euro per Tag kosten.
Es ist angenehm hier, weder heiß noch laut. Na gut, es findet offenbar eine Hochzeit statt. Autos fahren wild hupend durch die Stadt und am Berghang oberhalb werden wohl alte Dynamitbestände aus der Zeit des Dynamitfischens als Böller abgefeuert. Die sind wirklich laut. Nach wenigen Minuten ist wieder Ruhe.
Bei Sonnenuntergang gehen wir die Stadt anschauen und dann in die Taverna Stukas direkt hinter dem Boot. Sehr freundliche Bedienung, gutes und günstiges Essen und sogar eine ordnungsgemäße Rechnung machen das Lokal sympathisch.
Am Abend beginnt das Kartenspielturnier. Wie immer spielen wir Casino. Ich gewinne heute mit 3:1.



02.09.2018 Sonntag
12:45 Kálymnos / Póthia Hafen Karte
16:50 Léros / O. Xirokampos Karte
Zeit unterwegs: 04:05 Strecke: 21 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
In der Nacht schlafen wir bestens. Nach dem Frühstück macht Patrick wieder einen Spazier- und Fotografiergang durch die Stadt bevor wir mit Verzögerung abfahren. Der Backbordnachbar legt nämlich vor uns ab und erwischt unseren Anker. Es dauert etwas bis er die Anker entwirrt hat.
Beim Starten des Steuerbord Motors kommt fast kein Wasser aus dem Auspuff. Die Pumpe muss was haben. Zuerst vermuten wir einen zu lockeren Keilriemen. Das war es nicht. Zum Glück ist ja immer eine Pumpe in Reserve an Bord. Patrick baut die vom Mechaniker Vangelis auf Kos überholte Pumpe ein. Sie befördert das Kühlwasser perfekt, tropft aber. Nach einiger Zeit hört das Tropfen auf. Nein, so nicht, sondern sie rinnt jetzt. Wir fahren trotzdem ab und lassen den Motorraum offen, um den Wasserstand in der Bilge immer wieder kontrollieren zu können.
Auf der Fahrt sage ich zum Patrick, dass wir gerade an eine Stelle kommen, wo man oft Delfine sieht. Kaum habe ich es gesagt, sagt Patrick „da sind sie!“. Leider schwimmen sie, vielleicht vier bis fünf Stück, in die entgegengesetzte Richtung etwa 30m entfernt.
In Paliónisos wollen wir den Nikolas besuchen. Daraus wird nichts. Die Bucht ist schon ziemlich voll und obwohl noch 6 Bojen frei sind, dürfen wir keine nehmen! Von beiden Ufertavernen lauern Männer in kleinen Motorbooten und rufen, dass sie alle reserviert sind. Die Plätze wo man gut ankern kann, sind auch schon belegt. Wir ärgern uns grün und blau und fahren wieder ab. Patrick hat schon früher beobachtet, dass hierher viele Charterboote kommen, denen beim Anlegen an der Boje geholfen wird. Daher dürften die Charterfirmen bei den Tavernenwirten anrufen und Bojen für die wenig erfahrenen Chartercrews reservieren. Und die Wirte machen das mit, um möglichst viele Gäste in ihre Tavernen zu locken. Dabei kämen sicherlich nicht viel weniger, würden sie diesen Bojenservice nicht machen. Ja, Paliónisos war mal ein Paradies, wird nie mehr eines werden.
Wir müssen die Bilge auspumpen. Geht mit der Impellerpumpe auf dem Akkuschreiber schnell und komfortabel. Auf der Fahrt öffne ich die ausgebaute Pumpe und staune nicht schlecht: Von den 6 Flügeln fehlen 4 und einer ist dabei, sich zu verabschieden. Kein Wunder, dass die Pumpe zu wenig gefördert hat. Der Reserveimpeller ist rasch eingebaut und die Pumpe daher wieder funktionsbereit.
In Xirokampos nehmen wir eine gelbe Aloni Mooring und fangen an, die Pumpen zu tauschen. Die jetzt wieder funktionsbereite ist auch nicht dicht! Sie tropft mit einem Tropfen per Sekunde. Es ist nicht einfach zu sehen, woher die Tropfen kommen, von den Schläuchen, vom Pumpendeckel oder aus dem Drainageloch der Pumpe. Ein Spiegel gibt Gewissheit: Es kommt aus dem Drainageloch, das eben da ist, falls die Wellendichtung doch Wasser durchlässt. Also ist die Dichtung bei beiden Pumpen hinüber. Patrick tauscht noch zwei Mal die Pumpe aus, um sie mit dem Akkuschrauber zu testen. Seltsamerweise tropft dabei keine. Die weniger tropfende Pumpe darf am Motor bleiben, die andere werden wir zu zerlegen versuchen. Eine Ersatzdichtung ist ja noch da. Also war das Pumpenservice von Vangelis wirklich nicht gut.
Am Abend essen wir in Aloni und spielen danach wieder Karten in der fast windstillen Nacht.

03.09.2018 Montag
11:30 Léros / O. Xirokampos Karte
13:35 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
14:55 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
16:06 Lipsi / O. Katsadiá_Limni Karte
Zeit unterwegs: 03:16 Strecke: 18 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
Wir umrunden halb Leros auf der Ostseite und nehmen eine Boje vor dem Travelliftbecken. Mit dem Schlauchboot holen wir die mittlerweile angekommenen Solarmodule bei Agmar ab. Es geht gerade noch.
Weil wenig Gegenwind ist, fahren wir nach Lipsi weiter. In der Osteinbuchtung Limni der Südbucht geht der Anker auf 2,8m guten Sandgrund. Ein Boot liegt schon da.
Natürlich müssen wir die Solarmodule auspacken und ausprobieren. Eines legen wir aufs Bimini und schließen es an den bestehenden Regler an. Funktioniert auf Anhieb, liefert aber nicht viel Strom. Naja, es ist schon recht spät und die Sonne schon recht tief. Morgen sehen wir weiter.
Vor dem Kartenspielabend gibt es ziemlich grauenhafte Rinderwürste mit Erdäpfeln
04.09.2018 Dienstag
Lipsi / O. Katsadiá_Limni
Fast den ganzen Tag tüfteln wir mit den Solarmodulen. Wir kommen drauf, dass die angedachte Platzierung in Bootslängsrichtung nicht ideal ist, weil das Modul dann stark gewölbt wird und viel weniger Leistung liefert. Also quer und mit möglichst wenig Wölbung. Zur Mittagszeit zeigt der Solarmonitor 102 Watt als Patrick das Modul senkrecht zur Sonne hält. Das dürfte also die praktische Maximalleistung des 120 Watt Moduls sein.
Wir binden die beiden Module zusammen und befestigen sie so, dass das eine leicht nach hinten, das andere leicht nach vorne geneigt ist, quasi optimiert für Vormittags- und Nachmittagssonne.
Nun müssen wir „nur noch“ innen ein Verlängerungskabel von der Steuerbord- auf die Backbordseite ziehen und dort den neuen Regler an die Kühlschrankbatterie anschließen. Das ist wirklich nicht einfach. Es fängt schon damit an, dass wir kein passendes Verlängerungskabel haben. Um den Leitungsverlust bei 9m Länge möglichst gering zu bekommen, sollte das Kabel mindestens einen Querschnitt von 2,5 Quadrat haben, wie das mitgelieferte 5m Kabel. Nach langen Überlegungen nehmen wir die einzigen möglichen Kabeln, eins mit 10 für Plus und eins mit 16 Quadrat für Minus. Das ist garantiert nicht zu dünn, aber schwierig handzuhaben. Die Rohre unter dem Cockpitboden sind schon ziemlich voll mit Kabeln. Nicht mal die Einziehfeder will durchkommen. Nach einer Stunde haben wir es geschafft. Wir schweißgebadet und die Kabeln glitschig vom Silikonspray.
Regler Montieren und Kabeln anschließen ist dann verhältnismäßig einfach. Und hurra! Auch das zweite Modul funktioniert und liefert in der späten Nachmittagssonne 40 Watt.
Aber – wie könnte es sonst sein – es gibt ein neues Problem: Die Steuerbordmotorlichtmaschine liefert plötzlich keinen Strom mehr. Wir haben heute keine Lust mehr, das zu lösen und hupfen ins Wasser.
Noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang fahren wir zum Scheitel der Bucht, um den Weg nach Lipsi Ort zu erkunden. Mit Google Maps geht das ganz ausgezeichnet. Wir kommen an großen landwirtschaftlichen Flächen, vor allem an Weingärten, und an allerlei Viecher vorbei, darunter auch Pferde. Die haben wir schon tagsüber gesehen, als sie in unsere Bucht zum Baden geführt wurden. Und auf der asfaltierten Straße halbwegs nach Lipsi kommt uns ein Reiter entgegen mit einem hinter ihm trabenden Pferd, das uns neugierig beschnuppert.
Nach 45 Minuten erreichen wir Lipsi Ort, sehen uns die vielen Boote an und gehen ins To Pefko essen. Preis, Qualität und Bedienung sind in Ordnung.
Vor dem Rückweg kaufen wir in der famosen Bäckerei ein und dann noch Wasser für den Weg in einem Geschäft, in dem vier Kinder die wenigen Kunden bedienen.
Beim allabendlichen Kartenspiel kommen neue Karten zum Einsatz. Die sind eindeutig dem Patrick gewogen. Bisher hatte er keine Chance zu gewinnen, heute ich.


05.09.2018 Mittwoch
11:40 Lipsi / O. Katsadiá_Limni Karte
15:05 Furni / Vlychada Karte
Zeit unterwegs: 03:25 Strecke: 21,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Wir checken nochmals die Stbd-Lichmaschine und sprühen die Kontakte mit WD40 ein. Hilft aber nichts, sie liefert null Strom. Was mit den Solarmodulen nicht so schlimm ist, weil diese und die Bb-Lichtmaschine für beide Batterien genug Ladestrom liefern.
Über wenig bewegtes Wasser fahren wir nach Furni und kehren gleich in der ersten Bucht ganz im Süden ein. Der Anker geht auf 7m Sand direkt vor einem für die Landleine passenden Stein am Ufer. Patrick schwimmt sie dorthin und so liegen wir mit dem Bug nach Süd sicher vor den auf Furni immer wieder wechselnden Winden.
Es ist schön hier, wildromatisch, recht hohe Berge rundherum, im Scheitel der Bucht ein kleiner Sandstrand, davor ein Fischerboot, darüber ein Haus von dem man eigentlich nur eine Betonmauer sieht. Das Empfangskommittee ist allerdings weniger schön: Fliegen! Zwar nicht von der beißenden Sorte aber sehr viele, also FLAPS 5. So wird das Nachmittagsschläfchen ein zuckendes und wenig erholsames. Ich hänge ein INSECTEX Leimband-Fliegenfänger im Salon auf. Leider interessieren sich die wenigsten Fliegen dafür und so ca. 30, die ich auf die Schnelle zählen kann, schauen nach, was so es auf dem Herd, Boden, Tisch und der Küchenzeile zu betupfen gibt.
06.09.2018 Donnerstag
11:10 Furni / Vlychada Karte
14:01 Sámos / Marathókampos Karte
Zeit unterwegs: 02:51 Strecke: 16,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Patrick mach einen Erkundigungsschnochelschwimm mit der GoPro Kamera auf der neuen Ganzgesichtsschnorchelmaske zum Ufer und löst die Landleine bevor wir abfahren. Es wird eine tierreiche Fahrt. Kurz vor der Durchfahrt zwischen Furni und dem Inselchen Agios Minas sichten wir Delfine. Es sind mindestens 15, die uns gleich darauf hin begleiten. Dann, unmittelbar beim Inselchen sehen wir eine Robbe, die vor sich so hinhüpft. Kurz vor Marathokampos nochmals zwei Delfine und dann noch eine große Wasserschildkröte etwa 15m vom Backbordbug entfernt. Nicht üblich!
Die Fliegen gibt es ja auch noch, aber sie werden weniger. Auf der Leimbandfalle haben sich doch 63 Stück eingefunden und nicht ganz so viele liegen als geklatschte Leichen herum.
In Marathokampos nehmen wir den besten Platz längsseits am Kopf der Mole des neuen Hafens. Da hat man den üblichen Wind von vorne, kann gut schwimmen gehen und an Land steigen. Das machen wir auch bald. Patrick ist angetan von diesem netten Ort, der jetzt am Nachmittag ziemlich menschenleer ist. Die meisten Lokale haben noch nicht geöffnet. Wir bekommen ein köstliches Sandwich im Pizza-Café mit den lustigen Schildern wie „7 course Irish menue -> 6 beers and a potato“ oder siehe Foto.
Uns kommt die Idee, Mopeds zu mieten und morgen die Insel zu erkunden. Als so gegen 19h als der Ort aufwacht fragen wir bei Dimitris Rent a Car nach. Ja, eins wäre da um 12 Euro oder ein Auto um 30. Bei seinem Fotorundgang hat Patrick noch einen Verleih hinter der Bäckerei gesehen. Im Mirto Rentals ist nur ein Schild, dass man anrufen soll. Das macht eine vor dem Nachbarhaus sitzende alte Frau und winkt uns, dass wir kommen sollen. Ja, auch hier gibt es ein Moped um 15 Euro. Wir sollen morgen anrufen und es wird jemand kommen. Bei Dimitris reservieren wir daher auch das Moped.
Delfine schwimmen vor dem Boot:



07.09.2018 Freitag
Sámos / Marathókampos
Auf dem Weg zum Frühstück im Pizza-Café holen wir das Dimitris-Moped und dort angekommen rufen wir Mirto an. Er kommt auch alsbald mit einem PickUp – passend. Patrick fährt mit ihm in den Nachbarort Kampos, wo das Hauptgeschäft ist, neben vielen anderen Verleihern. Nach dem Frühstückssandwich geht es los Richtung Marathokampos, also dem Ort auf dem Berghang oberhalb des Hafenortes, der eigentlich Ormos Marathokampu heißt.
Eine große Kirche, eine kleine Platia mit Taverna und Kafenion, sehr enge und verwinkelte Gassen, wenig Leute, viele bellende Hunde.






Weiter geht es über den 350m hohen Bergsattel mit den Windkraftwerken über eine sehr schöne Straße nach Kastania. Eine große Kirche, eine kleine Platia mit geschlossenem Taverna-Kafenion mit Tischen unter einer riesigen Platane und herrlicher Aussicht, schmale Gassen, vier Leute, ein fahrendes Auto.


Die Weiterfahrt nach Lekka bietet eine wunderschöne grüne Landschaft mit vielen schönen Aussichtspunkten und richtigen Wäldern und so gut wie kein Verkehr. In Lekka ist mehr los. Auf der großen Terrasse des Cafés sind sogar drei der vielen Tische unter den Platanen mit Griechen besetzt. Mit Aussicht über den Hafenort Karlovasi bekommen wir endlich was zu trinken. Der Wirt ist unheimlich dick und die Preise schmal, 2,80 Euro für ein Cola und ein Fanta.
Auch die Taverna an der Miniplatia sieht einladend aus, aber wir sind noch nicht hungrig. Es kommen sogar zwei Gäste mit Gepäck in einem Taxi an, die der dicke Wirt ebenfalls mit „Welcome to Lekka“ lautstark begrüßt.



Auf dem iPad finden wir unser nächstes Ziel: Potámi Waterfalls klingt interessant. Zwei Wege führen dorthin. Wir entscheiden uns für den wahrscheinlich weniger befahrenen. Er soll in Lekka von der Hauptroute abzweigen, aber wir finden ihn zunächst nicht. Nur ein rostiges Schild zeigt auf den schmalen steilen Weg hinunter zu Agios irgendwas. Schmäler und steiler wird es und wenig Verkehr ist sowieso. Auf der 4,8 km langen Strecke sehen wir nur zwei Wanderer und erst ganz zum Schluss Autos. Der Weg ist abwechselnd holprig betoniert und eine sehr holprige Schotterpiste. Die wohl nur händisch aufgetragene Betondecke ist streckenweise fast ganz mit Tannennadeln bedeckt und sieht aus, als ob hier in den letzten Jahren kein Auto gefahren wäre. Wir fahren sehr langsam, als ob wir „Mopedwandern“ machen würden, bleiben mehrmals stehen, um auf dem iPad zu checken, dass wir tatsächlich richtig fahren und um die schöne Natur zu bewundern. Dann plötzlich im Nirgendwo steht die schön hergerichtete Kirche mit ein paar wahrscheinlich unbewohnten verwahrlosten Häusern herum. Kein Mensch ist zu sehen.




Als wir die Nordküste erreichen, hat uns die Zivilisation wieder. Hinter Potami Beach zweigt eine schmale Straße zu den Wasserfällen ab. Nach ein paar hundert Metern bei einer alten Kirche kann man nur zu Fuß weiter kommen. Der Pfad geht durch ein üppig bewachsenes enges Tal, in dem ein Bach vor sich hin murmelt. Über einfache, aus Baumstämmen und Ästen gezimmerte Stege quert man einige Male den Bach trockenen Fußes. Nach ca. 10 Minuten ist das nicht mehr möglich. Der Bach wird in einem Riss im Fels aufgestaut. Leute in Badebekleidung waten aus dem Riss. Leider haben wir keine Badehosen und entsprechendes Schuhwerk mit. Patrick krempelt die Hose auf und geht barfuß hinein, damit er um die Ecke sehen kann. Er sieht Leute, die bis zur Brust im Wasser stehen und hinauf schauen und er hört den von seinem Platz nicht sichtbaren Wasserfall. Diesen und einige weitere kann man laut Beschreibung hinauf klettern, um sich danach in der Taverna Archondissa zu belohnen. Über eine schwindelerregende primitive Holztreppe könnten wir auch hinauf, lassen es aber sein und gehen zurück.






Am großen Fährhafen von Karlovasi stärken wir uns mit Club Sandwich und Cheeseburger im Café Zefyra und überlegen die Weiterfahrt, bzw. eigentlich schon Heimfahrt. Vor Sonnenuntergang möchten wir jedenfalls wieder zurück sein. Das gelingt uns auch perfekt mit er Route Konteika – Agii Theodori – Pyrgos – Spatharei – Pyrgos – Neochori – Koumeika – Ormos. Wir bleiben mehrmals stehen aber nur in Spatharei parken wir die Mopeds und streunen herum. Die Aussicht über das Meer ist fantastisch von hier oben. Die Suunto Uhr zeigt 570 m Höhe. Sonst gibt es eine große Kirche, eine Platia mit einem geschlossenem Kafenion, sehr schmale und verwinkelte Gassen und kaum Leute. Wie sich die Bergdörfer doch ähneln! Dieses macht aber einen sehr verlassenen Eindruck. Nur in der Ortseinfahrt gibt es eine Taverna, die gerade aufsperrt als wir vorbei kommen. Kaum sitzen wir bei Frappee und Limonade kommen die einzigen anderen Touristen daher, eine Partie Österreicher. Vorbei ist es mit der Ruhe als sie Getränke und Speisen zu bestellen beginnen. Patrick meint nachher, man hätte ihnen sagen sollen „es seids ned in Bibione“ als sie brüllend vino bianco di casa bestellten.




Wir fahren wieder zurück durch Pyrgos. Davor gibt es zwar eine Abzweigung hinunter, die auf Google Maps als Straße eingezeichnet ist. Es ist aber nur eine irrwitzig steile Schotterpiste, die wir lieber nicht nehmen.
Der Weg hinunter von Neochori nach Koumeika ist wieder eine extrem steile kurvenreiche handbetonierte Angelegenheit. In Koumeika würde ich noch gerne im Kafenion auf der Platia vor der großen Kirche was trinken. Es sieht so nett aus hier. Aber es ist schon kurz vor Sonnenuntergang.




In Ormos Marathokampu angekommen geben wir die Mopeds zurück und essen gleich was in der Taverna Trata. Wir fühlen uns richtig gerädert, obwohl es heute keine 80 Kilometer waren. Es war aber die schönste und interessanteste Mopedinselerkundung bisher. Besonders freut es mich, dass ich jetzt einen sehr positiven Eindruck von Samos habe. Bei den letzten Inselerkundungen weiter östlich hat es mir nicht so gut gefallen.
08.09.2018 Samstag
12:30 Sámos / Marathókampos Karte
15:43 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 03:13 Strecke: 20,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Nach Einkauf von Brot und Gemüse frühstücken wir wieder im Pizza-Café. Dann noch ein Schwimm und los gehts Richtung Süden. Auf der Fahrt kann ich das Blogbuch schreiben, obwohl das Boot stellenweise ziemlich wackelt in den seitlichen Wellen.
In Tiganaki ist nicht mehr viel los, nur mehr 5 Boote mit Badegästen, und wir können den üblichen Ankerplatz nehmen.
Hier ist es ja immer schön zu schwimmen und zu schnorcheln. Patrick schnappt seine GoPro und geht Fische füttern mit Brot:
Leider frischt der Wind auf und verspricht keine windstille Nacht, wie es hier am schönsten ist. Als wir um Mitternacht einen Planktonschauschwimm machen, bläst es nicht weniger.
09.09.2018 Sonntag
12:36 Arkí / Tiganáki Karte
14:26 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte An Boje
16:51 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
17:36 Léros / O. Parthéni Osteinbuchtung Karte
Zeit unterwegs: 02:35 Strecke: 13,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Vom Windrauschen, Wellenschaukeln, Ruckeln und vor allem von einer Fliege, die sich für meine Nase interessiert werde ich um 6:45h geweckt. Es ist so frisch, dass ich gar nicht sofort ins Wasser mag. Erst als die Sonne um 9h ausreichend wärmt, schnorchle ich zum Anker.
In diesem Sommer war kaum ein so ungemütlicher Morgen dabei, meistens war er sehr angenehm. Was auch nicht üblich ist.
Nach Frühstück, Abwasch und Schwimm, bei dem Patrick am Arkiufer weiter nördlich einen riesigen Schwarm von Hornhechten entdeckt, fahren wir los.
Gleich südlich von Archangelos sehen wir wieder Delfine. Es sind zwei riesige Exemplare. Einer davon schwimmt gut 5 Sekunden lang direkt unter dem Backbord Bug.
In Archangelos nehmen wir die einzige von der Taverna ausgelegte Boje. Wir haben vor, in die Taverna essen zu gehen und dann für die Nacht eine der Agmar Bojen vor dem Travelliftbecken zu nehmen. Mit Bürste und Schwamm wischen wir mal das Unterwasserschiff vom ganz leichten Bewuchs ab. Während dessen werden die Fallwindböen immer ekelhafter. Das Boot ruckelt so an der Boje, dass man umfallen könnte. In der Taverna Stigma gibt es griechisches Remmidemmi mit entsprechender grauenvoller Musik und Tanz. Das behagt uns auch nicht. Also essen wir nur eine Jause und fahren los.
An den Agmar Bojen kommt der Wind nicht in heftigen Böen, sondern ständig heftig. Der Wellengang ist entsprechend. Hier könnten wir weder schlafen noch an Land übersetzen. Daher fahren wir weiter in die Osteinbuchtung, wo schon viele Boote liegen, die meisten offenbar ständig. Es gibt Moorings und es gibt Ankerplätze und der Wind ist angenehm. Ob man die Bojen verwenden darf, ob sie stark genug sind, ob der Ankergrund gut ist? Wir kurven herum und diskutieren, wohin mit uns. Ein Grieche auf seinem Segelboot sagt uns, die Moorings seien privat, aber der Ankergrund gut. Also ankern wir auf 7m Tiefe als äußerstes Boot. Im Vergleich zu Archangelos und den Bojen vor dem Travelliftbecken ist der Wind sehr angenehm.
Bevor es finster wird wollen wir an Land fahren, weil die Anlandemöglichkeiten mit dem Schlauchboot unbekannt sind. Als wir dem Buchtscheitel nähern kommt uns das Schlauchboot entgegen, das bei der Ankerplatzsuche von einem Segelboot an Land gefahren ist. Einerseits sehen wir, dass der Motor des Schlauchbootes abstirbt und der Mann und die Frau zu rudern anfangen, andererseits, dass es hier nicht ratsam ist, mit dem Schlauch ohne Anker anzulanden. Die Stege sehen fürchterlich aus und würde das Schlauchboot dagegen scheuern, würde es den Rost der Konstruktion abschaben.
Wir kehren um, nehmen das Paar in Schlepptau zu ihrem Boot und holen den Schlauchbootanker von der Blodughadda. Zurück am Ufer sehen wir einen anderen Steg aus Beton, wo viele Fischerboote liegen. Sieht besser aus, aber der Anker ist auch hier zwischen zwei Fischerbooten sehr gut.
Wir gehen los und in 20 Minuten erreichen wir die einzige Taverne in der Nachbarbucht Blefuti. Auch früher war hier das Essen nicht schlecht. Aber heute ist es sensationell gut. Auch das Ambiente, die Bedienung und die Preise sind voll in Ordnung.

10.09.2018 Montag
07:45 Léros / O. Parthéni Osteinbuchtung Karte
07:55 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
Zeit unterwegs: 00:10 Strecke: ,3 Seemeilen Ø Fahrt: 1,8 Knoten
Von unserem Ankerplatz zum Travelliftbecken ist es nur ein Hupfer. Trotzdem scheint es zunächst als ob wir länger brauchen könnten. Denn der Anker will gar nicht hoch kommen. Ich fürchte schon, dass er sich in einer Kette verhängt hat. Es ist keine Kette, sondern ein extrem fester Schlickgrund, der den Anker bombenfest hält. Die Ankerwinde schafft es dann doch, den Anker auszubrechen.
Kaum hängen wir an einer Boje vor dem Travelliftbecken, setzt sich schon der Kran in Bewegung und kurze Zeit später wird uns gedeutet, dass wir kommen sollen. Obwohl der Wind in der Früh wesentlich milder als gestern Abend ist, kommt er ganz schön daher. Patrick gelingt trotzdem eine perfekte Einfahrt in das Becken, das nur wenig breiter als die Blodughadda ist. Um 8:30h wird das Boot gehoben und 40 Minuten später steht es aufgebockt am besten Platz direkt neben dem Segelwaschplatz.
Wir legen sofort mit den Einwinterungsarbeiten los. Herr Giannakos und Frau bringen uns alsbald einen Leihwagen für die nächsten zwei Tage. Damit fahren wir am Nachmittag zu Hotel Alinda, beziehen unser Zimmer Nummer 5, gehen schwimmen, etwas schlafen und um 18h bringen wir die Wäsche zur Wäscherei in Lakkí. Dann noch eine Abendarbeitsrunde und anschließend weit nach Sonnenuntergang fahren wir wieder in die Taverna Blefuti. Und wieder essen wir ganz hervorragend gut.
11.09.2018 Dienstag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Wir sind die ersten beim köstlichen Frühstück und dann recht bald beim Boot. Als es am Nachmittag richtig heiß wird, machen wir wieder eine Pause. Diesmal zunächst mit einem ein Club Sandwich im Café in Dio Liskari und danach ein Nickerchen im Hotel. Kurz nach 18h kommen wir mit der frisch gewaschenen Wäsche zurück. Eine Jause mit den letzten Essenresten tut auch gut. Aber es tut weh, doch einiges wegschmeißen zu müssen, auch wenn es nicht viel ist.
Um ca. 21h sind wir fertig und fahren ins Hotel auf eine letzte Runde Casino. Der Turniersieg gehört mir, was Patrick mit Gelassenheit hinnimmt.
12.09.2018 Mittwoch
Leros – Wien
Wir haben gut Zeit, das köstliche Frühstück zu genießen. Die Hotelrechnung kann man auch genießen – 20 Euro per Person und Tag inkl. Frühstück ist es wirklich mehr als wert, in einem einfachen aber schönen und sympathischen Hotel zu wohnen und bei den Einwinterungsarbeiten keine Rücksicht darauf nehmen zu müssen, auf dem Boot noch schlafen zu können. So müssen wir nur noch einen letzten Check machen und das Boot absperren bevor wir zum Flughafen fahren. Nach dem Einchecken geht sich noch ein Kaffee in der Taverna gegenüber aus.
Die etwa 30 Jahre alte Dash DHC-8-100 hebt überpünktlich um 10:37h ab und 50 Minuten später landen wir in Athen. Weil das Gepäck bis Wien durchgecheckt wurde, können wir gleich im Gatebereich drei Stunden lang auf den Weiterflug nach Wien warten.
Ein angenehmer Reisetag, wie überhaupt der heurige Griechenlandaufenthalt.
