Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2008-07-31 Brenners

Seite drucken Aktualisierung 20.08.2018 02:14:22 Anzahl Tage: 9
31.07.2008 Peloponnes / Patras – Festland / Nafpaktos
01.08.2008 Festland / Nafpaktos – Trizonia – Festland / Bucht bei Inselchen Glaronisi
02.08.2008 Festland / Bucht bei Inselchen Glaronisi – Festland / Galaxidi Hafen
03.08.2008 Festland / Galaxidi Hafen – Festland / Galaxidi-E-Bucht
04.08.2008 Festland / Galaxidi-E-Bucht – Festland / Paralias Saranti
05.08.2008 Festland / Paralias Saranti – Alkyonídes / Daskalió – Alkyonídes / Zoodochos Pigi
06.08.2008 Alkyonídes / Zoodochos Pigi – Peloponnes / Korinth-Kanalbehörde – Peloponnes / Palea Epidavros
07.08.2008 Peloponnes / Palea Epidavros – Angistri / Drive in Swimmingpool
08.08.2008 Angistri / Drive in Swimmingpool – Egina / Hafen

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Brenner Johan
Brenner Agneta

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 29:44 Strecke: 135,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten


31.07.2008 Donnerstag
17:30 Peloponnes NNW / Patras Karte
19:30 Festland Süd / Nafpaktos Karte
Zeit unterwegs: 02:00 Strecke: 10,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten


Johan ruft an und erzählt, dass sie gerade nach Patras hereinfahren. Ich gehe die 300m zum Gittertor und stelle mich zwischen Straße und Gleis der Lokalbahn. Keine fünf Minuten später bremst sich das Taxi neben mir ein. Wir gehen durch das Tor, das mit einer Kette so angehängt ist, dass es nur ca. 50cm auf geht.
Vor den Augen der Hafenpolizisten, die gerade ihr Boot festmachen, steigt die neue Crew an Bord. An ein ordentliches Ein- und Ausklarieren denke ich erst gar nicht. Ich will nur so schnell wie möglich weg von hier.
Von Patras Traffic erhalte ich per VHF Kanal 13 die Anweisung, die südliche Hafenausfahrt zu nehmen, um nicht im Weg für eines der vielen Fährschiffe zu sein, die sich gerade im Aufbruch befinden.
Wir nehmen Kurs auf die neue Rio-Brücke und erhalten Anweisung per VHF Kanal 14, die südliche Durchfahrt zu nehmen. Kaum sind wir durch, kommt der Wind aus SSE mit guten 5 Windstärken entgegen. Wir fahren trotzdem nach Nafpaktosund tatsächlich, ein paar Seemeilen davor dreht der Wind auf die versprochene Richtung aus NE und wir können wie geplant vor dem Sandstrand des Ortes ankern. Von der herrschenden Dünung lassen wir uns nicht abschrecken sondern rudern mit dem neuen Schlauchboot an Land. Zu viert geht es gerade noch aber die Strecke ist ziemlich weit.
Der Ort ist sehr nett mit vielen Bekleidungsgeschäften und sehr vielen Tavernas und Bars versammelt rund um den stimmungsvollen alten kleinen Hafen innerhalb der venezianischen Festung. Wir drehen eine Runde und setzen uns dann in eine dieser Tavernas. Es gibt nichts auszusetzen aber weil alle ziemlich müde sind, machen wir uns bald auf die Heimruderreise. Bereits kurz nach 23h schlafen alle.


01.08.2008 Freitag
11:34 Festland Süd / Nafpaktos Karte Abfahrt
14:14 Trizonia / „Marina“ Karte Ablegen
17:23 Trizonia / „Marina“ Karte Abfahrt
19:01 Festland Süd / Bucht bei Inselchen Glaronisi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:17 Strecke: 19,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten


Um 11:30h fahren wir los. Der Wind ist noch immer so wie gestern, also mit weißen Schaumkronen aus SE. Auf dem Peloponnes faucht der Wind einen veritablen Waldbrand an. Ein ganzer Berghang brennt, produziert eine gewaltige Rauchwolke und die Flammen sehen wir mit freiem Auge obwohl sie 13 km entfernt sind.
Kurz vor der Insel Trizonia kommen Wind und Wellen fast direkt aus Süd. Aber N der Insel ist es gleich ruhiger. Wir fahren um die Ecke und erreichen die „Marina“. Diese ist wieder ein dreckiges Beispiel griechischer Unfähigkeit. Um Millionen ist hier vor ca. 10 Jahren eine Ankerbucht in eine großzügige Marina umgebaut und diese nie fertiggestellt worden. Die Betonstege sind vorhanden aber sonst nichts. Fast alle Boote ankern längsseits, um den Anker nicht in den bereits ausgelegten Mooringketten am Grund zu verheddern. Viele Boote dürften hier schon seit Jahren unbewegt und kostenlos liegen. Einige davon so voll mit Muscheln bewachsen, dass schon eine Ernte fällig wäre.
Wir legen auch längsseits an und gehen die 200m in den sehr kleinen und netten Ort, der hauptsächlich aus Tavernen direkt beim Wasser bestehen. Eine betreibt sogar einen „Supermarkt“ (Eingang hinten bei den Toiletten, dann links und dann rechts). Wir kaufen das Notwendigste ein, um am Abend einen Griechischen Salat machen zu können und gehen dann in diese Taverna auf Mussakas und Veal in Red Sauce (gulaschähnlich).
Wir suchen anschließend vergeblich nach einem Badestrand, finden aber eine Kirche und einen Friedhof. Dort, wo die Leute Baden, kann man nicht von Badestrand sprechen. Zurück auf dem Boot überlegen wir, wohin wir fahren könnten, um auch schwimmen zu können. Das Festland direkt im E hat einen Sandstrand und anschließend eine Bucht, die geschützt sein müsste. Wir fahren um 17:20h los und kämpfen uns langsam gegen die Wellen. Der Strand erweist sich als unbrauchbar, da bis kurz davor noch 20m tief. Außerdem ist hier viel Wind. Die anschließende tiefer eingeschnittene Bucht ist genau so.
Die Bucht Ag. Nikolaos (auch Skala Kallitheas) auf der anderen Seite der Halbinsel ist zwar offen nach S aber im griechischen Hafenhandbuch steht „Shelter also from the SE winds“. Also schauen wir hinein. Eine kleine Einbuchtung davon scheint tatsächlich geschützt zu sein, aber wir warten mit dem Ankern, um zu sehen, was sich tut. Nach nicht vielen Minuten kommen die Böen auch da hinein. Der Platz ist also nicht geschützt und vor allem sehr eng.
Es geht weiter. Nun wird es etwas kritisch, weil es in etwas mehr als zwei Stunden dunkel wird und da sollten wir spätestens in einer geschützten Bucht sein. Aber bei dem Wind bietet sich die nächste erst in ca. 13sm an. Zurück nach Trizonia wollen wir aber nicht, also versuchen wir unser Glück Richtung E. Dieses ereilt uns bereits nach einer Seemeile: Hinter dem Inselchen Glaronisi, auf der W-Seite der Halbinsel Psaromyta befindet sich eine Bucht, die brauchbar aussieht. Wir fahren hinein und stellen fest: Etwas Wellen und etwas Wind, aber von beiden nicht zu viel. Der Anker geht in den Sandgrund auf 4,5m Tiefe und hält auf Anhieb. Erleichtert werfen wir uns in die Fluten. Johan und Agneta schwimmen zum Kiesstrand und kehren mit einer Menge schöner Steine zurück.
Am Abend essen wir den Griechischen Salat und trinken den ebenfalls eingekauften Retsína mittlerweile ohne Wind und kaum Wellen.


02.08.2008 Samstag
13:15 Festland Süd / Bucht bei Inselchen Glaronisi Karte
16:30 Festland Süd / Galaxidi Hafen Karte
Zeit unterwegs: 03:15 Strecke: 14,2 Seemeilen Ø Fahrt: 4,4 Knoten


Auch heute weht der Wind laut Vorhersage aus NE aber tatsächlich aus ESE und das nicht gerade wenig. Mit reduzierter Geschwindigkeit schaukeln wir in drei Stunden nach Galaxidi. Wieder sehen wir unterwegs einen Waldbrand. Diesmal viel kleiner auf der Festlandseite. Aber jetzt können wir auch beobachten, wie zwei Löschflugzeuge den Brand bekämpfen indem sie Wasser darüber schütten. Sie werden irgendwo weit im Osten mit Wasser befüllt, wohin sie nach dem mächtigen Wasserlassen abfliegen.
Im Galaxidi Hafen ist Platz genug vorhanden aber auch ein ordentlicher Seitenwind aus NE – hier ist er also. Nach dem Anlegen gehen wir auf ein Bier in die OK-Café-Bar, wo auch schon der Diesel-Wassermann Grivas Fotios sitzt. Per Telefon habe ich ihn von unterwegs für 17h bestellt (Tel. +306977 682576). Der Dieseltank ist schnell aufgefüllt aber die Wassertanks dauern etwas länger. Endlich kann ich auch das Deck ordentlich abspritzen.
Beim einzigen Autoverleiher des Ortes, Alexis, Tel.: +30693 2245438, bestelle ich ein Auto. Der Vermieter weiß genau, dass er der einzige ist, und dass ein Taxi nach Delfi jedenfalls sehr teuer ist. 60 Euro für einen Tag für einen Opel Corsa ist definitiv ein Wucherpreis aber der Alexis lässt nicht mit sich handeln. Ein junger Mann holt mich ab und bringt mich zur Verleihfirma, die eine im Hinterhof versteckte Garage ist. Das Auto hat fast 120.000 km auf dem Zähler und ist entsprechend ausgelaugt. Aber es fährt, wenn auch mit einer Unwucht an einem der vorderen Räder.


03.08.2008 Sonntag
18:15 Festland Süd / Galaxidi Hafen Karte Abfahrt
18:30 Festland Süd / Galaxidi-E-Bucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:15 Strecke: ,8 Seemeilen Ø Fahrt: 3,2 Knoten


Um den Tag zu nützen, sind wir bereits kurz nach 9h unterwegs Richtung Delfi. In Itea machen wir einen Zwischenstopp, um ein Buch über Delfi zu kaufen, aber der Shop hat noch nicht geöffnet. Wir fahren auch bei einem großen Champion-Supermarkt vorbei und freuen uns auf einen Einkauf auf dem Rückweg.
Delfi wirkt auch noch verschlafen aber wir finden sowohl einen offenen Touristenshop als auch ein Café, in dem wir frühstücken können. Danach fahren wir das kurze Stück zum wirklich sehenswerten Museum und Ausgrabungsgelände vor. Diesmal banne ich die Eindrücke auf Videoband.
Der Zugang zur Kastalischen Quelle ist wegen Steinschlaggefahr leider gesperrt aber an einem Brunnen bei der Straße können wir ihr kühles und gutes Wasser trinken. Für mich ist diese Quelle das wahre Heiligtum, denn ohne sie wäre hier nichts.
Auf dem Rückweg kaufen Agneta und Johan eine schöne Porzellanschale in Delfi. Und dann bleiben wir am Aquädukt stehen, das Wasser von den Bergseen westlich von hier bis nach Athen transportiert. Die Betonrinne mit ca. 3x3m im Querschnitt ist fast voll mit ziemlich schnell fließendem Wasser. Und dieses ist ziemlich voll von strähnigen, grauslichen Algen. Wenn daraus Trinkwasser werden soll, dann Mahlzeit!
In Itea haben die schönen Supermärkte am Sonntag leider nicht geöffnet. So müssen wir im sauteuren Mini-Markt in Galaxidi einkaufen. Aber immerhin können wir den Wassereinkauf bis zum Boot mit dem Auto transportieren. Dann fahre ich tanken und vereinbare die übliche Rückgabe des Autos, also nicht absperren und Schlüssel unter dem Fahrerteppich.
Um 18:15 fahren wir los, um nach 0,8sm in der Nachbarbucht zu ankern. Diese ist wie für uns gemacht: Sehr seicht, sehr gut haltender Ankergrund (Lehm mit kurzem Gras) ein wenig Badebetrieb und keine anderen Boote. Es kann also ausgiebig geschwommen werden.


04.08.2008 Montag
13:06 Festland Süd / Galaxidi-E-Bucht Karte Abfahrt
13:50 segel setzen
15:32 Motoren starten
16:27 Motoren aus
19:30 Ankunft
20:11 Festland Süd / Paralias Saranti Karte Ankern
Zeit unterwegs: 07:04 Strecke: 28,4 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten


Um 13h fahren wir los. Der Wind kommt heute fast schon aus S und so versuchen wir es mit Segeln. Wir kommen zeitweise ganz gut vorwärts aber nicht voran. Um das Kap Makry-Nikolas umrunden zu können, müssen wir die Motoren dazu schalten. Danach geht es aber ganz gut bis das bisschen Wind auch abstirbt. Seltsamerweise kommen trotzdem noch Wellen daher wie wenn es irgendwo ordentlich blasen würde. Die Wellen sind hier im Golf von Korinth überhaupt sehr merkwürdig – als ob sie mit dem Wind nichts zu tun hätten. Ich nenne sie ab sofort „Korintwellen“.
Um 19:30h erreichen wir den weitläufigen Saranti-Strand (paralia = Strand). Zahlreiche Leute sind im Wasser, der kleine Hafen voll mit Fischerbooten und keine einzige Yacht ist zu sehen. Wir fahren entlang des ganzen Strandes auf der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz, kehren aber wieder zurück und werfen den Anker auf 6m Tiefe ca. 60m außerhalb des Leuchtfeuers des Hafens. Überall sonst ist es zu tief. Nur vor dem Campingplatz im E-Teil der Bucht war eine Stelle mit 4m Tiefe.
An der Wasserfront sind zahlreiche Cafés und Tavernen zu denen wir erst nach 21h hinüber rudern. Wir spazieren entlang des Standes zur letzten Taverna und wieder zurück. Der Wirt ist sichtlich erfreut über unseren Besuch in seiner Taverna, die sicherlich selten Nicht-Griechen empfängt. Speisekarte gibt es nicht und der Wirt spricht nur Griechisch. Die Bestellung gelingt trotzdem bestens und der weiße Wein und die Schweinskotletts sind auch gut. Als Nachspeise erhalten wir eine riesige Melonenplatte vom Haus. Teuer war es auch nicht. Anschließend im Café wird der Beweis erbracht, dass es sich hier nur um einen Ferienort für Einheimische handeln kann: Die junge Serviererin kann auch kein Englisch und als sie nicht Mal versteht, dass ich Nescafé und Metaxa haben will, schickt sie ihre Mutter (oder Großmutter?), die in der Lage ist, mein Bestellgriechisch zu deuten.


05.08.2008 Dienstag
14:00 Festland Süd / Paralias Saranti Karte Abfahrt
15:49 Alkyonídes / Daskalió Karte Ankern
17:18 Alkyonídes / Daskalió Karte
17:30 Alkyonídes / Zoodochos Pigi Karte
Zeit unterwegs: 02:01 Strecke: 8,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4 Knoten


Zum Frühstück hole ich frisches Brot vom Supermarkt und Croissants vom Bäcker, den ich erst nachher entdecke. Auch bei Tag präsentiert sich Saranti als ein reiner Ferienort für Griechen, hauptsächlich Pensionisten, die gerne mit Hut und Sonnenbrille im Wasser bis zum Hals stehend sich laut mit einander unterhalten.
Für Segelboote haben sie hier offenbar nichts übrig. Einerseits sind die Bojen, die den Schwimmbereich markieren so weit draußen, dass es davor zu tief zum Ankern ist. Andererseits gibt es hier auch Feriengäste, die sich irgendwie darüber aufregen, dass wir da ankern, wo wir ankern, nämlich am einzig möglichen Platz. Ein anderer regt sich furchtbar auf, weil wir das Abwaschwasser ins Meer kippen. Er kann sogar Greek-Englisch und schreit „no water in the water“.
Johan und Agneta rudern mit dem Mist zum Strand und gehen anschließend was einkaufen und ins Café.
Als sie zurück sind, fahren wir um 14h los. Es ist fast windstill. Wir erreichen die Alkyoniden etwa 2 Stunden später. An der NE-Seite der ersten Insel lacht uns ein Sandstrand an. Wir sehen uns diesen näher an und werfen den Anker. Etwas später sind wir schon alle 4 auf dem etwa 100m langen Sandstrand, der außer Mist auch noch ein aufblasbares Krokodil beherbergt. Während Beate und ich zum Boot zurückschwimmen, gehen Agneta und Johan hinauf auf die Insel und machen dort einen Rundgang. Es gibt hier nichts außer jede Menge Heuschrecken erzählen sie später. Das Boot ist inzwischen von den Fliegen entdeckt worden. Sie überfallen uns regelrecht und die Fliegenklatschen klatschen die ganze Zeit. Nach einer Stunde kehren wir die erste Schicht toter Fliegen weg. Nach einer weiteren Stunde flüchten wir in die Nachbarbucht, eigentlich zur Nachbarinsel. Die zwei Inseln sind durch eine seichte Sandbarre mit einander verbunden. Damit ist praktisch eine Bucht vorhanden, jedenfalls was den Schutz vor Korintwellen betrifft, die am vorigen Platz immer wieder dahergekommen sind.
Fliegen gibt es hier aber auch und von der Fischzucht an der Nachbarinsel kommen gelegentlich nicht so angenehme Düfte herüber. Es ist sonst schön und unheimlich zugleich. Die Inseln sind ganz dunkel, die zwei weißen Häuser, je eines auf jeder Insel, sind unbewohnt, ein verrosteter Traktor steht mitten in der Botanik. Auch hier schwimmen Johan und Agneta zum Sandstrand. Als sie im seichten Wasser gehen, erlebt Johan eine Premiere: Ein Oktopus schlingert sich um seinen Fuß. Er glaubt zuerst, es wäre eine Qualle. Aber bei näherer Betrachtung sehen sie ganz deutlich, wie der Oktopus davon schwimmt und sich dann unter einem Stein versteckt.


06.08.2008 Mittwoch
10:10 Alkyonídes / Zoodochos Pigi Karte
12:20 Posidonia Warten auf Kanaleinfahrt
13:01 Posidonia Kanaleinfahrt
14:29 Peloponnes Nordost / Korinth-Kanalbehörde Karte Längsseits anlegen
14:50 Peloponnes Nordost / Korinth-Kanalbehörde Karte Weiterfahrt
18:26 Peloponnes Nordost / Palea Epidavros Karte Ankern
Zeit unterwegs: 07:56 Strecke: 38,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten


Nach absolut windstiller und ruhiger Nacht knattern ein paar Fischerboote knapp an uns vorbei und überqueren die Sandbarre. Um 8:05h landet die erste Fliege auf meiner Schulter. Es wird Zeit aufzustehen und eine ausgiebige Schwimmtour im herrlichen Meer zu machen. Bald sind auch die anderen dort.
Nach dem J&A-Abwasch fahren wir um 10:10h los. Es gibt weder Wind noch Korintwellen. Um 12:20h sind wir vor Posidonia, der E-Einfahrt des Korinth-Kanals. Zwei andere Segelboote sind schon da und warten auf die Einfahrt. Aber weit draußen wartet ein Containerschiff, das offensichtlich auch durch den Kanal fahren will. So ist es auch. Es dauert bis nach 13h bis es im Schlepptau eines Bugsierbootes endlich in den Kanal einfährt. Inzwischen sind es 10 Sportboote, die auch auf die Durchfahrt warten und den Befehl über Funk bekommen, hinter dem Frachtschiff zu fahren. Dieses Raucht ganz fürchterlich aus den Schornsteinen und daher reihen wir uns an die letzte Stelle der Bootskolonne. Diese Entscheidung war goldrichtig. Einerseits haben wir keinen Rauch, andererseits fährt der Schlepper mit nur 2kn durch den Kanal. Wir haben nach hinten freie Sicht auf den Kanal, den wir bei dieser Geschwindigkeit 1,5 Stunden lang genießen können.
Auf der Isthmus-Seite ist der Platzeinweiser im Stress. Alle Boote müssen hier die Gebühr entrichten. Es sind so viele, dass nicht alle Platz am Anleger haben. Wir bekommen den letzten. Die größere Motoryacht vor uns muss zuerst ankern und darf erst nachher zahlen. Während ich zum Büro gehe, preschen die ersten Boote schon in die Gegenrichtung in den Kanal. Nach der Kleinigkeit von 134 Euro Kanalgebühr fahren wir sogleich wieder weiter.
Es ist wärmer auf dieser Seite des Kanals. Das im Cockpit aufgehängte Thermometer zeigt 36°. An der NE-Spitze vom Peloponnes machen wir ein Badestopp in der Bucht Mikró Ammóni (Dimáni). Das Wasser ist hier tief. Die Motoren dürfen laufen während wir abwechselnd bei 20m Tiefe hinein hupfen. Am Kiesstrand zum Ende der Bucht wäre eventuell eine Ankermöglichkeit gegeben.
Die Weiterfahrt geht über absolut glattes Wasser bei sehr diesiger Sicht bis wir kurz nach 18h in die große Bucht von Palea Epidavros. Weil alle baden wollen, versuchen wir erst gar nicht einen Platz am Kai zu bekommen, sondern ankern vor dem Ort im „äußeren Hafen“. Die Wassertemperatur ist hier mit 28,5° wieder wenig erfrischend. Die zahlreichen dunkelbraunen Quallen und das fast undurchsichtige Wasser tragen auch nicht wirklich zur Badefreude bei. Die einzige Möglichkeit, sich abzukühlen, ist, nach dem Schwimmen das Wasser auf der Haut trocknen zu lassen.
Mit dem Schlauch rudern wir nach Sonnenuntergang ans Ufer, machen einen kurzen Spaziergang durch den Ort und landen in einer der Tavernas direkt beim Wasser, wo wir zum normalen Preis (€ 15,- pro Person für alles) eher unterdurchschnittlich gut essen.


07.08.2008 Donnerstag
15:50 Peloponnes Nordost / Palea Epidavros Karte Abfahrt
17:40 Angistri / Drive in Swimmingpool Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 01:50 Strecke: 8,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,4 Knoten


Nach dem Frühstück verlegen wir das Boot von der Reede zum Kopf des Anlegers. Johan und Agneta fahren mit dem Bus zum antiken Theater. Beate und ich gehen einkaufen. Dann mache ich mich darüber schlau, wie die neuen Versorgungssäulen funktionieren. Eine junge Frau im Stadtverwaltungskiosk erklärt es bereitwillig: Schlüssel mit Einsteck-Karte mit einem Guthaben aufladen. Dieses kann beliebig hoch sein, muss aber mindestens 10 Euro enthalten. Das ist der Pfand für den Schlüssel. Das Wasser kostet 15 Euro pro 1.000 Liter. Was der Strom kostet frage ich gar nicht, weil ich keinen brauche. Ich zahle also 15 Euro und kann damit die Tanks auffüllen und noch das Deck ein wenig abspritzen. So ist es dann auch. Die junge Dame macht an der Versorgungssäule einen regelrechten Crash-Kurs mit mir. Ich muss alles unter ihrer Beobachtung nochmals wiederholen. Es ist ja nicht wirklich schwierig. Nur muss man mitbekommen, dass man die Dialogsprache mit der OK-Taste auswählt und dass man den Schlüssel abziehen muss, wenn man dazu aufgefordert wird. Aber ja nicht vorher, weil dann das Guthaben angeblich futsch ist.
Entlang des Hafens sind mehrere solche Versorgungssäulen seit etwa zwei Monaten in Betrieb. Als Griechenlandkenner wundere ich mich darüber, a) dass sie überhaupt in Betrieb gegangen sind, b) dass sie noch funktionieren. Ich hoffe, dass es so bleiben wird. Denn der Preis für herrlich gutes Trinkwasser ist in der Tat sehr günstig. Ich fülle die drei Trinkwasserkanister ebenfalls auf, die noch seit Spanien an Bord sind.
Dann gehen wir in das Café Blue auf frisch gepressten Orangensaft und frisch gezapftes Bier. Beide schmecken vorzüglich. Die Orangen stammen garantiert aus den weitläufigen Plantagen hinter dem Ort. Dazu bekommen wir automatisch einen großen Krug mit dem guten Leitungswasser und Eiswürfeln. Ich glaube, hier gibt es das beste Leitungswasser Griechenlands, weshalb die Plastikflaschen mit Trinkwasser hier auch besonders günstig sind (1,40 für 6 x 1,5 Liter).
Agneta und Johan kommen mit dem Taxi vom Asklepion zurück und nach einer weiteren Runde im Blue fahren wir um 15:50h ab.
Nach 1:40h über fast blankes Wasser erreichen wir die SW-Ecke von Angistri. Plötzlich ist hier Wind aus NW, also in die Bucht hinein. Trotzdem will ich probieren, mit Heckanker und Landleine hier zu bleiben. Johan darf schwimmen und Leine befestigen. Bald liegen wir leicht schräg wie gewünscht da aber mit dem Wind auf die bb-Seite. Jphan inspiziert den Britany-Heckanker und teilt mit, dass er sich nur mit einer Flunke eingräbt und nicht besonders gut hält. Der Schwimmdrang ist aber groß. Während ich an Bord bleibe, hupfen die anderen in den Drive-In-Swimmingpool, der jetzt gar nicht so gemütlich vom Wind behandelt wird. Ich merke bald, dass der Abstand zum Ufer abnimmt, dass also der Heckanker nicht hält. Ich verstehe das zwar nicht, weil der Ankergrund hier bester Sand ist und der Winddruck nicht wirklich so arg ist. Aber wir müssen weg. Ich rufe dem Johan zu, die Landleine loszumachen und dann auf das Boot zu kommen. Mit den beiden Motoren gelingt es trotz der ungünstigen Befestigungspunkte der Leinen auf dem Boot, den Bug gegen den Wind zu stellen so dass er die Leine gefahrlos entfernen kann. Er schwimmt zurück, holt die Leine herauf und dann den Heckanker. Dabei sehe ich, dass sich der Schäkel, mit dem der Kettenvorlauf befestigt ist, sich vertörnt hat und der Anker daher unter starkem Zug seitlich aufgestellt wird. Daher die fehlende Haltekraft. Wie üblich kleine Ursache, große Wirkung.
Wir ankern nochmals normal mit dem Buganker, befinden es aber doch für etwas zu ungemütlich und außerdem ist die Bucht zu eng, um ohne Landleine sicher zu liegen. Wir umrunden die kleine Halbinsel und finden bei den anderen Booten einen brauchbaren Ankerplatz direkt vor der Taverna und der Einfahrt in den winzig kleinen Fischerbootshafen auf 5m Tiefe mit Sandgrund. Einige Meter weiter draußen wäre es schon doppelt so tief mit Seegrasgrund. Dementsprechend haben Boote, die noch ankommen, Schwierigkeiten mit dem Anker, insbesondere ein Stealth-Bomber-Motorboot, über den wir uns lustig machen. Der Wind legt sich nach Sonnenuntergang nicht, wie ich erwartet hatte. Es ist aber kein Problem, die kurze Distanz zum Betonsteg der Taverna zu rudern. Wir essen Fisch, weil es etwas anderes nicht gibt und trinken einen Wein aus der Bouteille, weil es weder offenen Wein noch Retsína gibt. Johan und Agneta laden an ihrem letzten Abend ein.


08.08.2008 Freitag
06:50 Angistri / Drive in Swimmingpool Karte Abfahrt
07:55 Egina / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 01:05 Strecke: 6,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Ziemlich schlaftrunken fahren wir um 6:50 los. Der Wind ist immer noch da. Wir schaukeln in 1:05h zu Hafen Egina. Hier ist kein Wind und auch kein Platz. Die Segelboote stehen bereits in zwei Reihen an der N-Seite des Hafenbeckens. Drei davon mit schwedischer Flagge unter der Saling sind voll mit schlafenden Leuten an Deck. Dabei ist es schon sehr hell und ziemlich laut. Die vergangene Nacht wird keine trockene gewesen sein.
Wir warten bis das Tragflügelboot um 8h ablegt bis wir Johan und Agneta über den Bug auf die Kaimauer übersteigen lassen ohne anzulegen. Bald darauf kommt das 8:30h-Boot mit dem sie nach Piräus innerhalb von 40 Minuten fahren werden.
Wir warten bis es so weit ist und verabschieden uns nochmals mit Winki-Winki.

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