Aktualisierung 20.08.2018 02:36:40 Anzahl Tage: 5
18.06.2008 Kos Nord / Marina
19.06.2008 Kos Nord / Marina
20.06.2008 Kos Nord / Marina
21.06.2008 Kos Nord / Marina
22.06.2008 Kos Nord / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Patrick
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: :00 Strecke: Seemeilen Ø Fahrt: Knoten
18.06.2008 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Wir landen mit der vollen Lauda Air pünktlich um 16:30 in Kos. Während Patrick sich um das Gepäck kümmert, kümmere ich mich um einen Leihwagen von AutoBank an der Tankstelle gegenüber. Ein Fiat Punto ist noch für € 60,- per Tag zu bekommen. Ich bekomme ihn für 50,- und kann ihn morgen in der Marina einfach stehen lassen.
Auf dem Weg nach Kos Stadt entdecken wir eine neue Lidl-Filiale, in der wir gleich Frühstücksessen einkaufen.
Die Blodughadda begrüßt uns staubig aber sonst so weit in Ordnung. Wir schließen den Strom und den Wasserschlauch an die Versorgungssäulen. Patrick fängt an, den Cockpitsand wegzuwaschen und ich gehe zum Marinabüro, um die morgige Liftaktion zu bestätigen und zu bezahlen (€ 401,58). Die neuen Kapaok-Kissen und die neue Toilette sind auch schon angekommen.
Danach fahren wir zur Hafenpolizei, um das benötigte Papier für das Herausheben zu bekommen und anschließend in die Taverna Ampavris auf wieder köstliche Mezedes.
19.06.2008 Donnerstag
Kos Nord / Marina
Kurz nach 9 Uhr zeigt uns der Kranführer, dass wir in das Travelliftbecken einfahren können. Es eilen zwei Helfer herbei, denen wir die Leinen übergeben können. Dann gehen auch wir an Land. Ich mache den Kranführer auf die angebrachten Markierungen für die Platzierung der Hebegurten aufmerksam bevor er auf den Führerstand hinauf steigt und er bestätigt mit „I know, I know.“. So weit ist alles normal aber bevor wir, also Patrick und ich und die zwei Helfer, das Boot mit den Leinen richtig in Position bringen können, hebt er schon die Gurten an – und zwar mit Vollgas. Weil das Boot weder ruhig noch richtig mittig steht, schubst der Gurt an bb-Heck die Blodughadda Richtung Mitte wobei der Gurt haarscharf am Saildrive vorbeischrammt. Mein Schreien geht im Maschinenlärm unter oder sie helfen doch, dem Kranführer zur Vernunft zu kommen. Er lässt nämlich daraufhin die Gurten wieder etwas hinunter und wartet mit dem nächsten Heben, bis sie einigermaßen an der richtigen Stelle sind, also nur mehr ca. 0,5 m hinter der Marke. Jetzt weiß ich auch, warum hier in den vergangenen Monaten so viele Schäden beim Herausheben entstanden sind: Der Kranführer gibt Vollgas! Der frühere, Minas, war unvergleichlich viel vorsichtiger.
Der Rest geht aber ohne Stress und wir bekommen doppelte Holzpföcke unter den Kielen, damit wir leichter den Krazer daran reparieren können. Als die Kranleute endlich den Hochdruckreiniger in Gang bringen, staune ich nicht schlecht: Der Harte Bewuchs lässt sich wie nichts abscheren. Nur die Muscheln haften zu sehr. Aber mit der Spachtel gehen die auch hinunter. Um 11 Uhr machen wir eine Pause im Marinacafé. Der Unterwasserboden ist praktisch fertig vorbereitet für den Neuanstrich! Der Takis hat nicht zu viel versprochen von diesem Antifouling: „SeaJet 033 Shogun“. Mit dem Anstrich werden wir aber noch warten, bis wir die Seiten und vor allem den absolut grindigen Bereich oberhalb der Wasserlinie sauber bekommen haben.
Wir checken und überlegen, was wir alles besorgen müssen. Als erstes brauchen wir eine neue Passarella, weil diese wieder Mal gestohlen worden ist. Eigenlich eh gut, dass die alte entsorgt worden ist. Takis erklärt mir telefonisch, wo wir eine auftreiben können. Nicht viel später haben wir den 266x25x5cm Prügel um € 15,- ins Auto hineingezwängt. Im Malergeschäft kaufen wir die benötigten Utensilien inklusive Polyesterspachtel für die Kielschramme. Nach einer Sandwichpause finde ich auch das Geschäft von WIND, wo ich eine Wertkarte für Telefonieren und Datenübertragung kaufe.
Zunächst waschen wir das Deck einigermaßen ordentlich ab bevor wir uns den Dreck oberhalb der Wasserlinie vornehmen. Dieser ist nicht ein Mal mit dem Vliesaufsatz des Schwingschleifers weg zu bekommen. Die billigen Schwämme gehen nur kaputt. Dann finde ich einen Schwamm, der gemeinsam mit Scheuermilch alles wegputzt! Sogar die braunen Flecken unterhalb von Flugroststellen bei Beschlägen. Patrick meint, dieser Schwamm wäre ideal für Fernsehverkaufswerbung: „Sie brauchen nur noch diesen einen Schwamm für alles. Sparen Sie sich teures Geld! Heute um nur 15 Euro statt 30. Wenn Sie gleich anrufen, bekommen Sie einen zweiten gratis dazu!“
Um 18 Uhr machen wir Schluss, gehen was trinken, duschen und später in die Taverna Koakon auf Choriatiko und Souvlaki.
20.06.2008 Freitag
Kos Nord / Marina
Wir setzen die Bootsrumpfreinigungsarbeiten fort. Leider entdecken wir erst beim letzten Viertel, also dem bb-Außenrumpf, die beste Technik: Mit einem feinen Schleifpapierschwamm nass schleifen. Mühelos geht dabei auch der noch so eingefressene Dreck weg gemeinsam mit einer feinen Schicht ausgekreidertem, stumpfem Gelcoat. Morgen werden wir die Büge kräftig polieren, damit sie wieder glänzen und wasser- und schmutzabweisend werden.
Zwischendurch schauen wir zu, wie eine Comet 50, Segelycht der größeren Art, ins Wasser gehoben wird. Alles geht gut, bis der Kranführer den Befehl gibt, das Boot aus dem Becken zu ziehen bevor die Hebegurten ordentlich hinuntergesunken sind. Die Gurten verheddern sich natürlich an der Propellerwelle. Nach drei Versuchen inklusive selbstaufopferndem Schwimmen eines der zwei Helfer der Kos Marine Yacht Service, gehen wir wieder zurück zur Arbeit. Irgendwann gelingt es doch, die Gurten vom Booot zu trennen.
Als ich später mit Takis telefoniere, erzählt er, dass der Kranführer noch lernen muss. Denn bisher war er Angestellter in einer Hotelwäscherei und habe daher wenig Erfahrung in Führen eines 100-tonnen Krans…
Patrick rührt zum Schluss einen Polyesterkitt an während ich versuche, die Saildrives einigermaßen glatt zu bekommen. Beim bb gelingt es mir gut, beim stbd. nicht. Dem Patrick gelingt eine „Vanilleeishaube“ über dem Kratzer am Kiel. Morgen wird sie geschliffen.
Um 19h machen wir Schluss. Die Dusche haben wir sehr nötig und nützen die Marinadusche ausgiebig. Dann checke ich die E-Mails in der Marinarezeption bevor wir in Touristenlokal essen gehen. Es ist wieder billig und gut. Den Nachtschluck im Jazz- und Blues-Café können wir nicht nehmen, weil das Lokal zugesperrt hat. Der Nachbar überredet uns, in seinem Four Roses Dancing Club Platz zu nehmen. Machen wir auch und müssen natürlich das leidige Spielchen „Where are you from“ über uns ergehen lassen. Der Gin-Tonic ist miserabel und die Happy-Hour Zugabe macht ihn auch nicht besser. Der vom Chef viel gepriesene und gespendete lettische Heidelbeerlikör ist vor allem süß.
Auf dem Rückweg stelle ich auch noch fest, dass eines der nettesten Lokale, En Plo, direkt bei der Marina nun endgültig verschwunden ist und einem obergrauslichen italofilen Griechen anheim gefallen ist. Er legt den Arm um meine Schulter zeigt mit einer ausholenden Handbewegung auf sein seiner Meinung nach so schön gestyltes Lokal und sagt, dies sei eines der besten italienischen Restaurants weit und breit. Ganz besonders stolz ist er auf den glatzköpfigen Pizzakoch, der seine Künste am zur Straße hin offenem Fenster zeigt.
Die Entscheidung, Kos als Liegeplatz für die Blodughadda zu verlassen fällt mir immer leichter.
21.06.2008 Samstag
Kos Nord / Marina
Wir stehen relativ spät auf aber hören mit den Arbeiten dafür erst um 20h auf.
Zu Abend essen wir in der Taverna Lithino und anschließend genehmigen wir uns einen im Marina Café. Dabei checken wir E-Mails und das Wetter – soll für kommende Woche flautig werden. Derzeit ist aber Starkwind wie schon den ganzen Tag.
22.06.2008 Sonntag
Kos Nord / Marina
Heute sind wir früher dran als gestern, machen den Unterwasseranstrich und polieren den Rumpf. Pavlos vom Pavlos Marine Shop leiht uns seine riesige Poliermaschine. Mit dem ist das Polieren etwas weniger öd.