Aktualisierung 20.08.2018 11:55:27 Anzahl Tage: 8
17.07.2005 Rodos / “Marina” – N von Rodos / Bozuk Bükü
18.07.2005 N von Rodos / Bozuk Bükü – Sesklí (Symi) / O. Skomisá
19.07.2005 Sesklí (Symi) / O. Skomisá – Symi / O. Thessálona
20.07.2005 Symi / O. Thessálona – Symi / Hafen – Symi / O. Maróni ( bei Aimilianos)
21.07.2005 Symi / O. Maróni ( bei Aimilianos) – Gyali
22.07.2005 Gyali
23.07.2005 Gyali – Nisyros / Páli
24.07.2005 Nisyros / Páli – Kos / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Wild Sigrid
Wild Carmen
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 21:05 Strecke: 106,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten
17.07.2005 Sonntag
10:20 Rodos / “Marina” Karte Abfahrt
10:50 Bei Rodos N-Spitze Segel setzen
12:42 vor türk. Küste Segel bergen
13:25 N von Rodos / Bozuk Bükü Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:05 Strecke: 16,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
Nachdem der Taxifahrer bei der Zentrale gefragt hat, wo die Fischtaverna Paragadi ist, findet er zur “Marina”-Einfahrt und bringt Sigrid und Carmen um 8:20h vom Flughafen. Nach Begrüßungsquaschen und Einkauf von div. Fischzeug im sehr schönen Geschäft neben der Taverna, legen wir um 10:20h ab. Die total übernächtigen Neuankömmlinge legen sich gleich schlafen.
Gleich bei der N-Spitze von Rodos setzen wir die Segel. Der Wind kommt aus WSW mit 10-12 Knoten. Wir können daher den Kurs 304 direkt auf Bozuk Bükü mit 6,5 – 7 Knoten herrlich segeln. Beate liest, ich filme und der Autopilot hält eisern den Kurs. Unterwegs tausche ich die griechische gegen die türkische Gastlandflagge aus.
Die ziemlich große Bucht 2 sm vom Karaburun, dem Ende der Halbinsel, beherbergt 3 Restaurants, die Anlegestege und Bojen für die ankommenden Boote ausgelegt haben. Um sie herbeizulocken, winken die Kinder der Betreiber mit roten Bojen. Sie fahren sogar mit einem kleinen Motorboot hundert Meter hinaus, stellen sich dort auf und winken mit der Boje. Wir wählen eine Boje ganz im Scheitel der Bucht. Der Bojenwachler hilft mit der Leine.
Am späten Nachmittag dreht der Wind auf N und wird viel stärker. Wir verlegen uns die paar Meter zum Steg, wo sogar Mooringleinen ausgelegt sind. Der Bojenwachler bringt sie und die drei (!) Mädchen von LORYMA Restaurant helfen mit den Bugleinen. Wir brauchen fast gar nichts machen – ziemliches Service! Natürlich gehen wir abends essen und legen 65 Euro für eine Vorspeisenplatte, 4 Hauptspeisen, 3 kleine Bier, einen Tee und ein Fanta hin. Die Mooringgebühr ist also in den Preisen inkludiert.
Für die Nacht haben sich an die 30 Yachten in der Bucht eingefunden, darunter 10 Gulets. Bei recht starkem Nordwind legen wir uns um 11h schlafen.
18.07.2005 Montag
12:50 N von Rodos / Bozuk Bükü Karte Abfahrt
14:30 Sesklí (Symi) / O. Skomisá Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:40 Strecke: 9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück und Schwimmen. Um 10 vor 1 verlassen wir die angenehme Liegestelle. Gegen eine ganz leichte Brise motoren wir langsam Richtung WSW und tauschen beim Grenzübertritt die Gastlandflaggen. Kurz vor Sesklí schwimmt ein Dinosaurier. Wir erbarmen uns und retten das aufblasbare Vieh, das bereits ziemlich viel Vogelscheiße am Rücken hat.
Nach 1:40 Stunden ankern wir in der schönen und heute ganz ruhigen Bucht Skomisá. Das Ausflugsboot Poseidon liegt am Anleger und einige Badegäste sind am Strand. Außerdem hat der Einsiedler Besuch bekommen von der ganzen Familie: Einige Griechen verbringen offenbar hier ihre Ferien und haben ein Zeltcamp aufgeschlagen.
Gegen 17h kommt, wie gestern, ein ordentlicher NW-Wind auf, der immer stärker wird. Damit kommen auch Wellen von der Seite, die das Boot schaukeln lassen.
Nach dem Abendessen – Thunfischspaghetti und Rotkrautsalat – kommt ein Segelboot heran mit zwei Deutschen. Sie erkundigen sich nach der Tiefe und wollen ankern. Ich rufe Ihnen zu, dass wir für sie Platz machen und verlegen das Boot in die Nähe des inzwischen freien Anlegers. Beate und Carmen bringen noch eine Landleine zum Poller und damit können wir das Boot so hinlegen, dass die Wellen nicht mehr von der Seite sondern von vorne kommen. Die Windböen mit 15-20 Knoten halten noch an und werden erst nach Mitternacht schwächer.
19.07.2005 Dienstag
11:50 Sesklí (Symi) / O. Skomisá Karte Abfahrt
12:55 Symi / O. Thessálona Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:05 Strecke: 5,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Seit 4h früh ist der Wind weg. Der Morgen ist wunderschön windstill und die Zikaden konzertieren lautstark in den Bäumen. Mögliche Erklärung für den ungewöhnlichen Nachmittags-Abendwind: Die typische Meltemi-Konstellation ist nicht vorhanden. Das Hochdruckgebiet liegt über dem Zentral-Mittelmeer statt über dem Balkan und das Tiefdruckgebiet ist über Ostmittelmeer UND über dem Balkan statt über Zypern. Die großen Ventilatoren springen daher nicht an und die Thermik kann ihre Wirkung durchsetzen. Dabei wirkt sie auch auf große Entfernungen. Die Sonne wärmt tagsüber das Land im Nahen Osten, Zypern u ev. sogar Nordafrika so stark an, dass dort die Luft aufsteigt und kühlere Oberflächenluft über dem Meer anzieht. Es dauert aber hier wo wir sind bis in den Nachmittag, bevor der Sog wirksam wird und es dauert bis weit nach Sonnenuntergang bis sich dort das Land so weit abkühlt, dass der Sog nachlässt. Die nächsten Tage werden zeigen, ob das so weiter geht, vorausgesetzt, die Meltemiwetterlage lässt weiter auf sich warten.
Gestern habe ich endlich die GPRS-Internetverbindung über Telering+Vodafone zum Laufen gebracht. Wichtig: In der TCP/IP-Einstellung muss IPv6 ausgeschaltet sein. Bereits der Versuch eine automatische Konfiguration vorzunehmen, führt zum Abbruch. Bei T-mobile+Vodafone hilft alles nichts. Ich erhalte zwar eine IP-Nummer und die Nummer des Servers aber ein Datenverkehr ist nicht möglich. Lt. Auskunft der T-mobile Business-Hotline müsste ich das Modem mit +cgdcont=3,”IP”,”gprsinternet” inizialisieren. Aber sie wissen nur wie das bei Windows XP funktioniert. Und ich weiß nicht, wie und wo man das im verwendeten Modem-Script einbauen muss.
Inzwischen haben wir beobachtet, wie ein Boot Säcke und Kisten voller Gemüse abgeholt hat, das der Bauer, der auf der Insel eine schöne Landwirtschaft betreibt, zum Anleger gebracht hat.
Um 10h wacht der Wind langsam auf. So auch Sigrid und Carmen.
Kurz vor 12 machen wir uns auf den Weg und fahren über fast spiegelglattes Wasser etwa eine Stunde lang bis zur schönen Bucht Thessálona an der W-Küste von Symi. Wir legen uns in die NW-Ecke und Beate und Carmen bringen wieder eine Landleine zu einem Stein aus. Um 14h ist es absolut windstill und sehr warm: 33°C.
Inzwischen hat T-mobile angerufen und mitgeteilt, dass sie Mac OSX nicht supporten. Aber ich sollte eine andere Einwahlnummer probieren – und siehe da, damit funkts. Zusammenfassend:
Für Telering:
User: web@telering.at
PW: web
Einwahl: *99*1#
Für T-mobile:
weder User noch PW eingeben
Einwahl: *99***2#
Für beide: Moden Script Ericsson Infrared V110
PPP Optionen: Keine Echopakete senden.
Beim Umschalten von einem zum anderen: In Systemeinstellung Bluetooth das neue Verbindungstelefon neu konfigurieren mit den obigen Werten.
Auch um 19h ist es immer noch windstill. Meine Thermik-Theorie ist vielleicht doch falsch. Wir beschließen in der schönen bucht über Nacht zu bleiben und erst morgen vormittags in die wahrscheinlich sehr heiße Stadt zu fahren.
Nach dem Abendessen um 19:30 kommt doch der erwartete Wind. In der Bucht mit den sehr hohen Steilwänden wirbelt sie herum. Die Landleine droht sich vom Stein zu lösen und ich schalte den Motor im Rückwärtsgang ein. Dabei merke ich, dass der Anker, obwohl bestens eingegraben, nicht hält und wir in Richtung Ufer driften. Also heißt es sofort losfahren. Carmen springt ins Wasser und löst die Landleine und Beate zieht den Anker hoch. Sigrid zieht die Carmen an der losgemachten Landleine wieder herbei. Das BB Ruder bekommt einen ganz leichten Schlag von einem Stein aber dann sind wir schon aus der Gefahrenzone. Wir Ankern nochmals mitten in der Bucht auf 6 m Tiefe und ich teste diesmal den Ankergrund besser mit Vollgas rückwärts.
Was noch erwähnenswert wäre: Zu viert schaffen wir es nicht einen einzigen Kartoffel zu verspeisen! Es war allerdings auch der größte der vier Riesentrümmer, die wir vor zwei Wochen gekauft haben. Einen haben wir noch…
20.07.2005 Mittwoch
10:55 Symi / O. Thessálona Karte Abfahrt
11:50 Symi / Hafen Karte Anlegen
16:20 Symi / Hafen Karte Abfahrt
18:06 Symi / O. Maróni ( bei Aimilianos) Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:41 Strecke: 13,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten
Der Morgen ist wieder windstill. Nach dem Frühstück erhalten auch die Fische eine ordentliche Mahlzeit aus weichem Zwieback und altem Brot. Es gibt viele Fische! Um 11 Uhr legen wir ab und sehen uns zuerst den Badeplatz bei Ag. Marina an, wo wir am 3.8.2002 schon Mal bei starkem Wind unter Schutz der griechischen Armee geankert haben.
Wir erreichen den Hafen von Symi kurz vor 12 und legen mit Buganker und Heckleinen an der S-Seite an. Neu aufgestellte blaue Versorgungssäulen versprechen Strom und Wasser! Es zeigt sich, dass nur Wasser zu haben ist, nachdem der Wirt der Imbissbude gleich bei der Anlegestelle den Wassermann Merkurios(?) angerufen hat. Der Strom soll in September vorhanden sein.
Die Frauen gehen einkaufen und shoppen. Dann kommt noch der Dieselwagen und wir können auch den Dieseltank anfüllen. Sigrid und Carmen gehen noch Souvenirs und Postkarten kaufen während Beate und ich aufbrechen, um einen Sekt für den Geburtstag von Sigrid aufzutreiben. Dabei schauen wir in der Tischlerei vorbei, um evtl. eine Sperrholzplatte für die Aquarellmalerei zu besorgen. Gibt es aber nicht und so gehen wir die paar Stufen wieder hinunter. Dabei steigt Beate auf eine kaputte Stufe, verknöchelt und fällt hin. Sie windet sich vor Schmerz. Der Kellner und die Besitzerin der Pizzeria Bella Napoli unmittelbar daneben eilen sofort herbei und bringen Wasser und Eiswürfel. Ich fange sofort an, den bereits anschwellenden Knöchel mit Eiswürfeln zu kühlen. Der polnische Kellner besteht darauf, aus der prallen Sonne in den Schatten des Lokals zu wechseln und hilft tatkräftig mit.
Die Eiswürfelbehandlung geht weiter und Sigrid und Carmen kommen auch dazu. Die Leute vom Lokal nehmen direkt rührend Anteil am Knöchelschicksal teil und als das Lokal schließt, bietet die Besitzerin an, den Knöchel einzufaschen und uns mit einem Elektroauto zum Boot zu bringen. Wir nehmen dankend an.
Nachdem die Ansichtskarten geschrieben sind, legen wir um 16:20 ab. Wir motoren eine Stunde lang in der leichten Brise an die Westseite der Insel und erkunden die Buchten Ag. Aimilianos und Maróni. Wir beschließen in der letzteren zu ankern – sehr guter Sandgrund. Allerdings ist die Bucht nach N offen, was sie bei normaler Sommerwetterlage unbrauchbar machen würde.
Sigrid und Carmen schwimmen an Land und erkunden ein derzeit nicht bewohntes Anwesen, das offenbar aber hergerichtet wird. Nur die Ziegen sind anwesend. Ein Meerwasser-WC mit einer U-förmigen, etwa 1,60 m hohen Mauer und einem blau gestrichenen Spezialsitz fasziniert besonders.
Dann kochen sie uns das in Symi eingekaufte inzwischen aufgetaute Faschierte mit Reisnudeln und wir können ein herrliches Abendessen weitab vom heißen und lauten Hafen genießen.
Achja: der Abendwind stellt sich heute auch ein. Und leider fängt die Lichtmaschine des Stbd. Motors mit einer neuen Macke an: Anstatt bisher eher zu viel Spannung (14,6-14,9 V) für die Starterbatterie zu liefern, ist es jetzt zu wenig (ca. 12.5V). Auch lässt sich der Motor nur schwer starten und der Warnton für keine Ladung beim Starten und Ausschalten des Motors ertönt nur eine Sekunde lang statt andauernd bis der Zündschlüssel in Aus-Position gedreht wird. Klingt ganz nach einem Wackelkontakt. Muss ich morgen überprüfen, aber die Stb. Heckkabine ist voll mit Zeug, also alles über dem Motorraum. Naja, wenn der Matthias kommt, muss das Zeug sowieso weg.
Es ist Vollmond und die Nacht ist herrlich. Nach Mitternacht nimmt die Abendbrise wieder ab aber es schaukelt noch ein wenig.
21.07.2005 Donnerstag
04:15 Symi / O. Maróni ( bei Aimilianos) Karte Ablegen
05:00 Stbd. Motor aus
11:41 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 07:26 Strecke: 35,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Obwohl windstill wache ich um 4h davon auf, dass das Boot wackelt. Der Vollmond scheint immer noch und so beschließe ich gleich Richtung Nisyros los zu fahren. Nach etwa einer halben Stunde fahrt finde ich, dass der Stbd.-Motor so klingt, als ob er kein Kühlwasser aus dem Auspuff spucken würde (lauter). Ich sehe mit der Taschenlampe nach, und tatsächlich – statt Wasser kommt weißer Rauch aus dem Auspuff. Ich stoppe den Motor sofort und hoffe, dass er noch nicht zu heiß geworden ist. Zumindest hat die Überhitzungswarnung nicht getönt. Allerdings hatte ich ja gestern festgestellt, dass der Summer nicht gut funktioniert. Jedenfalls hat die Kühlwasserwarnlampe nicht geleuchtet und die habe ich gestern getestet.
Das Zeug in der Achterkabine muss also wirklich weg. Es ist allerdings noch sehr finster trotz des Vollmondes. Es schaukelt etwas und da wird es besser sein, den Fehler zu suchen, wenn es hell und evtl. ruhiger wird. Sigrid und Carmen können also ruhig wieder schlafen gehen. Mit einem Motor kommen wir immerhin noch mit 4,7 Knoten voran, also nur ca. 25% langsamer als mit zwei.
Nach einem fantastischen Sonnenaufgang über öligem Wasser kommt Westwind auf. Zunächst nur als leichter Windhauch, bald aber mit 15 Knoten Geschwindigkeit direkt auf die Nase. Ich beschließe daher, Knidos auf der türkischen Halbinsel Datca anzulaufen, um die Motorreparatur zu machen. Eine sm vor der Einfahrt in den antiken Hafen pfeift der Wind ganz ordentlich um die Halbinsel. Außerdem sehe ich, das das Hafenbecken gerammelt voll ist. Es ist mir sofort klar, dass ein Ankermanöver mit nur einem Motor unter diesen Bedingungen zu riskant ist. Nur mit dem Bb Motor lässt sich der Katamaran ohne Stabilisierung durch die Fahrt durch das Wasser vorwärts nur nach Stbd. und rückwärts nur nach Bb lenken. In einem gerammelt vollem Hafenbecken mit 20 Kn Wind ein absoluter Albtraum.
Also beschließe ich nach Gyali weiter zu fahren. Ich weiß, dass der Ankerplatz dort menschen- und bootleer ist. Ich probiere noch mit der Genua, ob Motorsegeln möglich wäre, aber der Wind kommt genau aus W, also aus Gyali. Der Wind lässt sowieso auch ein wenig nach und so schaffen wir fast die Geschwindigkeit von der Flaute.
Nach und nach tauchen die Damen auf. Sigrid hat Geburtstag und erhält Gratulationstelefonate. Und weil sie es so gerne tut (lt. eigenen Angaben) darf sie köstliche belegte Brote für uns alle machen. Wie bei Beate dürfte es ihr aber schwer fallen, seekrank zu werden. Denn das Boot schaukelt nicht gerade wenig ohne dass es überhaupt ein Thema wäre.
Als der Gegenwind stärker wird und die Geschwindigkeit auf 3 Knoten abfällt, stelle ich was interessantes fest: Wenn ich den Kühlschrank ausschalte, erhöht sich die Geschwindigkeit um 0,5 – 1 Knoten! Die 18 PS des Motors reichen also gerade noch aus, um das Boot mit 4 Knoten zu schieben. Nimmt man davon ein halbes PS für den Kühlschank weg, fällt die Geschwindigkeit auf beinahe 3 kn.
Nach 35 sm und 7,5 Stunden kann ich das Eisen auf 1,5 m Tiefe ins Wasser werfen. Anders kann man das hier notwendige Ankermanöver nicht nennen. Wie erwartet sind keine Boote da, obwohl sicherlich 200 Platz hätten. Einer der besten, sichersten und schönsten Ankerplatze Griechenlands wird kaum jemals benützt. Es wird wohl daran liegen, dass die gewaltige Bimsstein-Abbauhalde unmittelbar daneben auf die Meisten so schrecklich abstoßend wirkt.
Die Inspektion des stbd-Motorraumes ergibt eine Überraschung: Weder Keilriemen gerissen/locker noch ein Impellerschaden sondern der Motorraum so voll mit Wasser, dass die Keilriemenscheiben bereits im Wasser sind und daher der Keilriemen rutscht. Sigrid und Beate betätigen die Lenzpumpe und damit ist das Wasser wieder schnell entfernt. Die Ursache für das Leck finde ich erst als ich die Impellerpumpe ausbaue und genau inspiziere: Die Innendichtung an der Welle dürfte ausgeleiert sein und aus dem Pumpengehäuse tröpfelt das Seewasser heraus, um nicht zu sagen: Es rinnt. Eine Reparatur der Pumpe auf die Schnelle wird nicht möglich sein. Daher habe ich beim Takis von Yacht Shelter per E-Mail eine neue Pumpe bestellt. Hoffentlich kommt sie bis Montag in Kos an.
Der Motor funktioniert wieder ganz normal aber ich befürchte, dass etwas Salzwasser durch den Lufteinlassstutzen eingedrungen ist, weil das Luftfilter komplett nass war und das Motoröl wässrig wirkt. Werde gleich am Montag einen Ölwechsel vornehmen.
Daraus gelernt: Egal wie gut der Motor funktioniert und wie viel Zeug auf dem Motorraumdeckel liegt, den Motorraum mindestens ein Mal wöchentlich inspizieren ist eine verdammte Pflicht. Wie bewiesen, kann immer irgendwas vorkommen, womit man überhaupt nicht rechnen konnte.
Am Abend feiern wir noch Sigrids Geburtstag und stoßen mit einem Mavrodafni an. Der Vollmond geht auf und die Lichter von Nisyros leuchten zu uns herüber. Wir hören uns Österreichisches von der Festplatte an.
22.07.2005 Freitag
Gyali
Den ganzen Tag in Gyali geblieben. Hauptbeschäftigung: Stbd. Motor dämlich angeglotzt und nichts kapiert. Wahrscheinlich ist der Laderegler kaputt, denn die Lichtmaschine versucht die Batterie mit über 17V zu frittieren. Das einzige, was mir gelungen ist: Den total verrosteten Stecker für den Erregerstrom ziehen, damit die Lichtmaschine überhaupt nichts produziert.
Außerdem hat der Startermotor was abbekommen, denn er springt nur sehr widerwillig an, meistens erst nach einem Hammerschlag auf das Gehäuse.
Ein absoluter Scheißtag.
23.07.2005 Samstag
12:15 Gyali / Strand Karte Abfahrt
13:16 Nisyros / Páli Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:01 Strecke: 3,6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,5 Knoten
Am Vormittag faulenzen wir herum und beobachten die Frachtschiffe, die mit Bimssteinsand beladen werden bzw. vor Anker liegen, um an die Reihe zu kommen. Heute ist mehr los als sonst. wahrscheinlich wegen Arbeitszulage am Samstag.
Um 12:15 fahren wir ab nachdem wir den Motorraum wieder leergepumpt haben. Der Stbd-Motor lässt sich wieder nur durch Hammerschläge auf den Startermotor in Gang setzen. Nach einer Stunde erreichen wir Pali auf Nisyros und legen uns längsseits an die E-Mole. Es ist relativ kühl mit 28°.
Sigrid und Carmen nehmen den Bus zum Hauptort Mandraki. Beate malt Postkarten und ein größeres Bild während ich die Salzkruste des Stbd. Motors mit Frischwasser dusche und den Ladevorgang des Bb-Motors beobachte.
Nach einiger Zeit kommen Sigrid und Carmen wieder mit einer guten Souvenirausbeute. Beate und ich gehen schwimmen zum schönen Lavasandstrand unmittelbar auf der anderen Seite der Mole.
Ein Fischerboot legt direkt vor uns an. Sie haben etwas gefangen, was ich noch nie in Griechenland gesehen habe: Einen etwa 1,5 m langen Schwertfisch.
In der Taverna Afrodite gut und günstig gegessen und nachher in der sehr angenehmen Abendbrise geplaudert und das spärliche Treiben im Ort beobachtet.
24.07.2005 Sonntag
12:56 Nisyros / Páli Karte Abfahrt
16:04 bei Ak. Fokás Genua weg
17:02 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:05 Strecke: 23,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Nach schwimmen, Lavasteine sammeln und Motorbilge auspumpen legen wir um 13h ab. Der Wind ist günstig aus W mit 17 kn. Aber weil ich den Stbd. Motor so wenig wie möglich verwenden will, setze ich nur die Genua und lasse den Bb Motor mitlaufen. Wir kommen gut voran und sind nach 4 Stunden bei der Marina.
Endlich kann das Boot geputzt und gewaschen werden und wir auch.
Das Leihauto von Stamatis ist pünktlich um 19:30 da. Kostet 35,- für einen Tag. Abends fahren wir zur Taverna Ampavris und essen herrliche Mezedes.