Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2019-09-04 Bürglers 2019

Seite drucken Aktualisierung 12.09.2019 14:55:05 Anzahl Tage: 9
04.09.2019 Kos / Kefalos, Kamari
05.09.2019 Kos / Kefalos, Kamari – Kálymnos / Pothia Tankstelle – Kálymnos / Póthia Hafen
06.09.2019 Kálymnos / Póthia Hafen – Kálymnos / Akti Bucht – Léros / O. Plakouti (Blefuti)
07.09.2019 Léros / O. Plakouti (Blefuti)
08.09.2019 Léros / O. Plakouti (Blefuti) – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
09.09.2019 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine
10.09.2019 Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Kálymnos / Emboriós
11.09.2019 Kálymnos / Emboriós – Kos / Marina
12.09.2019 Kos / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Bürgler Herbert
Bürgler Silvia

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 18:13 Strecke: 101,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten

04.09.2019 Mittwoch
Kos / Kefalos, Kamari
Der Eurowingsflug von Salzburg landet mit nur 5 Minuten Verspätung um 15 Uhr und weil um diese Tageszeit kein anderes Flugzeug landet, sind auch die Koffer schnell da. Wir Kaufen im tollen Supermarkt Kritikos beim Flughafen ordentlich ein und fahren dann nach Kamari. Während Herbert und Silvia in der Taverna Faros warten bringe ich die Blodughadda vom Ankerplatz zur Pier. So ist es leichter das Gepäck und den Einkauf aufs Boot zu bringen. Außerdem können die Wassertanks aufgefüllt werden. Danach geht es wieder zum üblichen Ankerplatz.

Nach einem Begrüßungsouzo und einem Schwimm fahren wir an Land, besichtigen kurz das alte Amphitheater in den Bergen von dem man nicht mehr viel sieht, fahren nach Kefalos und wollen im Mistral essen. Die Musik ist aber zu nervend so dass wir das Auto zurück bringen und gegenüber von Manolis in der Taverna Kampos essen.

05.09.2019 Donnerstag
11:16 Kos / Kefalos, Kamari Karte
15:14 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte
15:50 Kálymnos / Pothia Tankstelle Karte
16:10 Kálymnos / Póthia Hafen Karte
Zeit unterwegs: 04:18 Strecke: 25,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten

Nach lange schlafen und gutem Frühstück fahren wir bei ganz wenig Wind los. Auch nach Umrundung der Kos Südspitze ist wenig los und so kommen wir wenig geschaukelt an der Tankstelle in Pothia an. Die Wartezeit bis die Tankstellenwärter nach meinem Anruf mit dem Moped ankommen wird optimal genützt indem H&S hervorragende Früchte-Joghurtschüsseln herrichten. Gerade fertig gegessen können wir schon tanken, 98 Liter á 1,52 Euro.

Der Stadtkai in Pothia ist schon ziemlich voll. Wir bekommen den vorletzten freien Platz und der sympathische kleine Hafenschackl Yannis hilft mit den Leinen, knöpft das DEKPA zum kopieren ab, verspricht gleich wieder zu kommen mit Stromsteckeradaptern, damit die Batterien über Nacht wieder proppevoll geladen werden können. Tut er auch bald und kassiert 15 Euro Liege- und Stromgebühr, geht ja noch. Er erzählt, dass er vor 23 Jahren zwei Monate lang in Finnland in der Stadt Turku war, wo er ein Mädchen aus Rymättylä kennengelernt hat…

Während der 4:18 Stunden Motorfahrt sind keine Abgase aus dem stbd Motor entwichen. Silvias feine Nase bestätigt das. Also dürfte meine gestrige Reparatur zumindest vorläufig erfolgreich gewesen sein. Die Inspektion des Motors werde ich erst nach der morgigen Fahrt Richtung Nord machen und wenn sich dann keine gröberen Reparaturbedarfsanzeichen zeigen, können wir wie geplant einen langen Schlag Richtung West machen.

H&S bespazieren die Stadt.

Das Abendessen in Stukas ist ein Flop. Obwohl Patrick und ich dort vor einem Jahr bestens gegessen haben und ich auch von Anton nur Gutes über das Lokal gehört habe, bekommen wir nur vier unserer fünf gemeinsamen Vorspeisen. Mehr wollten wir gar nicht essen. Alle kommen zizerlweise, die fünfte gar nicht (wäre gebratener Feta mit Honig gewesen). Sie steht aber auf der Rechnung, die wir wohlweislich genau kontrollieren. Die Wirtsleute sind offenbar nicht darauf vorbereitet, dass das Lokal auch mal voll sein könnte.

die elegante Pothia Tankstelle
die elegante Pothia Tankstelle
so lange wie das Boot auf dem Kai werden wir nicht auf die Tankstellenwärter warten
so lange wie das Boot auf dem Kai werden wir nicht auf die Tankstellenwärter warten
die warten auch
die warten auch

06.09.2019 Freitag
09:09 Kálymnos / Póthia Hafen Karte
10:05 Kálymnos / Akti Bucht Karte
12:00 Kálymnos / Aktí Bucht Karte
15:40 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
Zeit unterwegs: 04:36 Strecke: 27,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten

Vor dem Frühstück fahren wir los. Wir haben keine Lust, beim Essen in den Mund geschaut zu werden. Wir ankern in der für mich neuen Akti-Bucht und holen das Frühstück und den Morgenschwimm nach. Allerdings wohl das letzte Mal in dieser von Fischfarmen verseuchten Bucht. Das Wasser ist so trüb, dass man mit der Taucherbrille höchsten 2 m weit sieht.
Weiter geht es mit einer Besichtigung der Vathi-Bucht ohne ankern nach Leros Nord in die Blefuti Bucht. Da ist das Wasser um Eckhäuser klarar als in Akti (wenn auch nicht ganz klar) und das Bootsgedränge geringer als in Vathi (mit uns nur drei Segelboote) in der großen Bucht.

Die Inspektion des stbd Motors ergibt leider nichts Erfreuliches. Wieder ist fast das gesamte Motoröl nach kaum 20 Betriebsstunden ausgeronnen! Es gelingt mir wieder nicht zu eruieren von wo. Jedenfalls war die von der Werft durchgeführte Reparatur nicht erfolgreich.

Herbert ruft seinen Bruder Ludwig an, der als Dieselmotorenspezialist bei AVL List in Graz arbeitet. Er bestätigt die Vermutung, dass sich das Leck nur aus einer sich gelockerten Verbindung oder kaputten Dichtung ergeben kann, wenn sich die fehlende Motorölmenge in der Bilge befindet und nicht verbrannt worden ist.
Einem einigermaßen fähigen Mechaniker müsste es doch möglich sein, das Leck zu finden und es zu reparieren. Leider kenne ich keinen besseren als die Mechaniker der Werft. Also werde ich zwangsläufig bei denen morgen reklamieren und einen neuerlichen Reparaturversuch bestellen.

Abends essen wir in der Taverna Artemis sehr gut mit perfekter Bedienung. Sogar der Wunsch nach gegrilltem Brot wird erfüllt. Danach machen wir auf dem Boot eine lange Kreuzworträtselsession mit Martin, der im Wien im Café Dreier sitzt.

Pothia Stadtkai hat bei der Abfahrt mehr Platz
Pothia Stadtkai hat bei der Abfahrt mehr Platz
Pothia Stadt
Pothia Stadt
Bucht Aktí mit trübem Wasser
Bucht Aktí mit trübem Wasser
Vathi mit drei Ausflugsbooten
Vathi mit drei Ausflugsbooten

07.09.2019 Samstag
Léros / O. Plakouti (Blefuti)
Bei der Werft bekommen wir einen Reparaturtermin für Montagmorgen. Wir beschließen heute hier zu bleiben und morgen nach Archangelos zu fahren. Den geplanten langen Schlag nach Schinousa müssen wir abblasen.

Die Bucht ist wie schon immer bei stärkerem NW-Wind nicht optimal. Die eh nicht großen Wellen, die sich in die Bucht hineinschleichen treffen das Boot von Zeit zu Zeit von der Seite, weil der Wind das Boot so dreht. Damit entsteht ein ungemütliches Schaukeln. Herbert und ich bringen daher einen Heckanker aus, der den Bug Richtung Wellen stabilisiert. Das funktioniert gut aber der „Bulldog“ Leichtgewichtsanker aus Aluminium nicht, er gräbt sich nicht gscheit ein. Wir schnorcheln zu ihm und sehen, dass er komplett schief mit nur einer Flunke im Sand liegt. Wir haben ihn vom Schlauchboot aus auf nur ca. 2,5 m Tiefe fallen lassen und so kann ich hinunter tauchen und ihn drehen. Aber erst als ich ihn mit beiden Händen in den Sand drücke, greift er mit beiden Flunken, einfach zu nahe bei einander angeordnet sind. Sowas funktioniert natürlich bei normalem Ankern nicht.

Die Carla Luna, ein rotes Segelboot mit belgischer Flagge, kommt in die sonst von den zwei anderen Segelbooten verlassenen Bucht. Nach einiger Zeit beobachte ich, dass es seltsam hin und herfährt. Mit dem Fernglas sehe ich eine Dame mit wallendem Haar am Steuerstand, die in einem wallenden roten Kleid recht verzweifelt wirkt und sehe sonst niemanden an Bord. Wir spekulieren, was mit dem Mann passiert sein könnte. Herbert und ich fahren mit dem Schlauchboot hin. Gerade als wir ankommen, hat sie geankert und steht auf dem Vordeck. Ja alles sei in Ordnung nur der Ankergrund schlecht und es werde schnell flach in der Bucht aber jetzt dürfte der Anker halten sagt die Dame auf deutsch mit schweizerischem Akzent. Sie ist allein unterwegs. Wir schätzen ihr Alter auf ca. 70, allerhand!

Vor dem Abendessen machen wir einen Spaziergang der Straße entlang zum „Pass“ hinauf. Die Aussicht auf die Bucht ist herrlich, auf die auf der anderen Seite nicht besonders. Das Essen in Artemis ist wieder gut und günstig. Viele Tische sind gedeckt. Eine Hochzeitsgesellschaft wird erwartet. Wir müssen natürlich das Geschehen beobachten bis zumindest das Brautpaar eintrifft. Um 21:48 Uhr ist es endlich soweit. Mit viel Trara schreitet das Brautpaar herein. Ihnen voran fährt der gemeinsame Sohn in einem weißen Elektrospielzeugauto mit einem Hut auf dem Kopf. Dann tanzen sie vor dem gesammelten Publikum und schneiden die grell türkise Hochzeitstorte an.
Nach dem schönen Feuerwerk fahren wir zurück und diskutieren über die moderat Laute Tanzmusik, die ich so hasse. Herbert findet sie gut aber lange bevor die Abwechslungsfreiheit wirklich nervt gehen wir schlafen. In der Kabine ist kaum noch was zu hören.

Blefuti
Blefuti
Herbert und Silvia
Herbert und Silvia
Hochzeitsfestbeginn
Hochzeitsfestbeginn

08.09.2019 Sonntag
12:50 Léros / O. Plakouti (Blefuti) Karte
13:31 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 00:41 Strecke: 3,2 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten

Nach Rasur schwimme ich mit einem Fender zum Heckanker, tauche hinunter und hole ihn mit dem Fenderseil herauf – er steckt ja nicht wirklich fest im Sand – und löse den Schäkelbolzen. Der Anker fällt auf den Grund wo er bleiben darf bis ihn ein Fischer oder sonst wer herauf holt, weil er glaubt, ihn brauchen zu können. Habe ich ja auch seit der Anschaffung vor vielen Jahren. Aber nach dieser vielleicht dritten mühsamen ankermäßig unbefriedigenden Verwendung bin ich froh, das unnötige und sehr sperrige Ding aus dem Ankerkasten endlich loszuwerden.

Wir fahren ab und ankern in Archangelos. Wie üblich kommt der Wind hier in Portionen, mal mehr, mal weniger heftig. Nach dem Abendessen in der Taverna Stigma eher mehr.

09.09.2019 Montag
08:17 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
08:38 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
Zeit unterwegs: 00:21 Strecke: 1,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,3 Knoten

Herbert streicht Brote statt wie üblich ein ausgiebiges Frühstück zu machen, damit wir wie mit der Werft besprochen noch vor neun bei der Werft sind.
H&S machen einen Spaziergang und ich warte auf die Mechaniker, die kurz nach neun auftauchen. Sie inspizieren den Motor und kommen zum Schluss, dass meine vor fünf Tagen ausgeführte Reparatur des Schläuchleins zwischen Ventildeckel und Lufteinlass die Ursache für das ausgeronnen Öl wäre weil der von mir verwendete Dieselschlauch nur 7,5 mm Innendurchmesser hat gegenüber dem Original mit 10 mm. In der Tat drückt es beim Ventildeckelanschluss, wo ich mit einem 3 cm Plastikschlauch als Verbindungsstück improvisieren musste, bei Motorlauf mit höherer Drehzahl ein Tröpfchen heraus. Absolut unmöglich, dass dort 1,5 Liter Öl innerhalb von 9 Stunden Motorlauf herausgeronnen wäre.
Die zwei Mechaniker, der Chefmechaniker und der Subchefmechaniker diskutieren im technischen Büro, was zu tun wäre. Wieder fängt der Trottel Michalis an, mich zu belehren, was da nicht alles bei einem so alten Motor sein könnte. Ich sage ihm dann ganz deutlich, dass es mich nicht interessiert, sondern dass ich da bin, weil ich will, dass das Problem jetzt gelöst wird. Die einzige Lösung, die allen vier Spezialisten einfällt, ist den Schlauch gegen einen passenden auszutauschen und dann weiter sehen. Der Marineshop hat aber keinen, jemand muss einen solchen besorgen fahren.
Ich gehe zum Boot und warte. Bei der Gelegenheit will ich den Wassertank auffüllen. Aber es kommt kaum Wasser aus dem Hahn. Naja bei 3 Liter per Minute wird es ca. eine Stunde dauern bis der Tank voll ist.
11:00 h: Drei Mechaniker kommen mit Stromgenerator und Ölabsauger, um den Motor und Motorenraum zu reinigen. Das werden sie wahrscheinlich schon gut können.
11:28 h: Die Reinigung ist fast fertig als die Mechaniker den Luftfilter abnehmen und entdecken, dass dieser ölgetränkt ist und Öl im Lufteinlass vorhanden ist. Einen alten Filter, der mal vorsorglich erneuert wurde habe ich Ersatz aufgehoben. Das Öl im Lufteinlass könnte durch den inkriminierten Schlauch vom Ventildeckel her gekommen sein, denke ich als Mechanikvolltrottel. In der Tat ist Öl im inzwischen abmontierten Schlauch.
11:52 h: Reinigung beendet wodurch es möglich sein wird festzustellen, ob wieder Öl austritt und hoffentlich sogar wo.
12:53 h: Mechaniker kommen mit einem Stück 10mm Schlauch und montieren ihn. Danach sollen wir ein sea trial mit ihnen machen. Das gelingt zunächst nicht, weil der Warnsummer schreit und die Wasserwarnlampe der Saildrivedichtung leuchtet. Kein Wunder, haben sie doch den Motorrenraum auch mit Wasser gewaschen. Es gelingt ihnen den Schreihals ruhig zu stellen, hoffentlich nicht durch abzwicken des Signalkabels.
Dann fahren wir eine Runde mit den drei Mechanikern. Sie diagnostizieren einen Riss im Ventilkopfdeckel, also jetzt die dritte Variante. Zurück am Travelliftbecken wird der Deckel abgeschraubt und mitgenommen. Etwas später kommt Tony vorbei und sagt, dass sie versuchen werden, den Riss zu verkleben, aber ihn wieder montieren geht erst morgen. Also müssen wir hier übernachten.

Ich bestelle bei Giannakos einen Leihwagen, den er auch prompt liefert. Wir fahren in die Westbucht Gourna und dann in die Fischtaverna/Ouzeri O Sotos, die eine sehr nette Terrasse direkt am Meer hat. Wir bestellen Ouzo me Meze. Obwohl Ouzeri genannt, gibt es das nicht, sondern wir müssen extra Vorspeisen zum Ouzo bei der grantigen Kellnerin bestellen. Die Rechnung können wir auch nicht bestellen, sondern müssen ins Haus gehen, wo die Belegschaft untätig an einem Tisch sitzt. Also diese viel gepriesene Taverna, die nur Fischgerichte serviert, muss ich nimmer aufsuchen.

Nach einer Fahrt ganz in den Westen, wo es schöne Aussichten gibt, machen wir eine Pause in der tollen Patisserie Repapis, kaufen einen Ersatz für den heute verlorenen Fender und neue Salingflaggen beim Piperis und Salzerdnüsse im ΣΟΥΠΕΡ ΜΑΡΚΕΤ ΠΥΡΟΒΟΛΙΚΟΣ ein. Danach ein Spaziergang in Agia Marina und ein Abendessen in Hotel Alinda – wieder wirklich gut.

Zurück am Boot rütteln uns die Wellen und der achterliche Wind ist mit 20 bis 24 Knoten lästig. Die Biminihecknetze sind in so einer Situation wirklich wertvoll. Wir können noch im Cockpit einigermaßen gemütlich sitzen und plaudern.

nette Seeterrasse der Fischtaverna O Sotos mit der unnetten Bedienung
nette Seeterrasse der Fischtaverna O Sotos mit der unnetten Bedienung
Minikapelle am Ende des Weges
Minikapelle am Ende des Weges

10.09.2019 Dienstag
13:42 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
13:58 Stbd Motor aus, starker Ölaustritt irgendwo
16:40 Kálymnos / Emboriós Karte
Zeit unterwegs: 02:58 Strecke: 15,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten

Die Nacht ist bei dem Wind laut und schaukelig, aber erträglich. Um acht Uhr frühstücken wir und überlegen schon, ob wir das in Ruhe tun können bevor die Mechaniker kommen. Das war aber zu optimistisch gedacht.
10:05 h: Ich gehe zum Tony und frage, wie lange die Reparatur wahrscheinlich noch dauern würde. Er antwortet ca. 1 bis 1,5 Stunden. Also drei schließe ich daraus.
Herbert geht in 30 Minuten nach Blefuti, bekommt in der Taverna Artemis eine perfekte Ouzo me meze um € 2,50 und kommt zurück fast gleichzeitig mit dem Auftauchen der Mechaniker.
13:08 h: Zwei Mechaniker kommen und zeigen mir den mit Epoxy jetzt „reparierten“ Ventilkopfdeckel.
13:19 h: „Captain start the engine please“
13:27 h: Tony kommt und erklärt, dass wir fahren können und immer wieder den Ölstand kontrollieren müssen. Es gäbe noch zwei Stellen an denen Öl austritt (daschauher!), an der Ölwanne und noch wo. Aber das kann nur repariert werden, wenn der Motor herausgehoben wird.
13:42 h: Wir legen endlich ab.
Nach 16 Minuten schaue ich beim stbd Motor nach. Wieder Ölaustritt und zwar genau dort wo er immer zu beobachten war, also auf der bb-Seite des Saildrives. Mit einem Motor weiter. Das Öl muss irgendwo etwa oberhalb des Saildrivetellers austreten und dann zuerst auf diesen tropfen, von wo es mit der Zeit weiter rinnt. Das hat mit den drei Reparaturversuchen der Werftmechaniker nichts zu tun. Mein Vertrauen in diese ist endgültig auf Null gesunken.

Ölaustritt nach 16 Minuten Motorfahrt. Der Pfeil zeigt, wo es heruntertropft.
Ölaustritt nach 16 Minuten Motorfahrt. Der Pfeil zeigt, wo es heruntertropft.

Nach einiger Zeit holen wir die Genua heraus und alsbald darf auch der bb-Motor ruhig sein. Im Emborios nehmen wir eine Boje wobei der stbd Motor nur ganz kurz mithelfen muss. Bis der Ölaustritt repariert ist, wird der Motor eben nur dann verwendet werden können, wenn es unbedingt notwendig ist. Aber wo er repariert werden kann, weiß ich noch nicht.

Wir bestellen in „Dreamcatcher“ nur drei Speisen aber auch diese können wir nicht aufessen.

11.09.2019 Mittwoch
11:39 Kálymnos / Emboriós Karte
12:39 Genua setzen
13:10 Kursänderung, Genua bergen
16:58 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 05:19 Strecke: 28,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten

Ich studiere das Yanmar Service Manual und komme zur Vermutung, dass die hintere Radialwellendichtung (Simmerring) der Kurbelwelle (crankshaft oil seal) undicht sein könnte. Würde von der Lage und den Symptomen her passen. Wenn ja, ist es eine Heidenarbeit, diese zu ersetzen. Nun muss ich versuchen, einen kompetenten Mechaniker zu finden. Gestern beim Warten in Partheni empfahl mir ein englischer Motoryachteigner einen in Patmos. Als dieser am Telefon nicht antwortet, rufe ich den Takis auf Lefkas an, meinen früheren Bootsbetreuer auf Kos. Der damals immer für ihn arbeitende Dimitris arbeitet angeblich immer noch auf Kos. Takis wird ihn anrufen und mir dann mitteilen, ob er sich das Schlamassel in Kefalos anschauen könnte.

Takis schreibt, dass Dimitris heute Nachmittag den Motor in der Marina Kos anschauen könnte. Daher rufe ich dort an, reserviere einen Platz für zwei Nächte und ändere Pläne und Kurs. Von der SW-Spitze Kalymnos ist es mit ca. 22 Seemeilen ungefähr gleich weit wie nach Kefalos. Um ca 17h werden wir also dort eintreffen und ich soll Dimitris anrufen und er werde dann gleich kommen, bestätigt er mir am Telefon.

Wir kommen auch mit einem Motor mit guten 5 Knoten voran und rollen die Genua für eine halbe Stunde aus bis der Wind nachlässt. Pünktlich um 17h sind wir in der Marina Kos. Dimitris kommt alsbald daher, schaut sich den Motor an und bittet mich, den Motor zu starten. Innerhalb von 5 Sekunden hat er das Problem erkannt. Seine Diagnose ist nicht gut: Die Kolben sind verschlissen und bauen zu viel Druck im Kurbelwellengehäuse auf, wodurch das Öl hinaus gedrückt wird. Er zeigt es mir indem er den Ölmessstab bei laufendem Motor heraus zieht. Da zischt es richtig heraus.

Reparieren kann er den Motor nicht. Er muss in Athen generalüberholt werden oder es müsse ein neuer Motor her. Das sei aber nicht notwendig, denn nach einer Generalüberholung würde der Motor wieder so lange laufen wie ein neuer. Das bestätigt auch Herberts Bruder am Telefon. Da ein neuer 10.000 Euro kostet und die Generalüberholung sicherlich weniger, ist klar was zu tun ist. Motor ausbauen, nach Athen schicken, zurück schicken lassen und wieder einbauen. Allerdings dauert die ganze Aktion so 7 bis 10 Tage, max zwei Wochen. Die will ich keinesfalls von den Werftmechanikern auf Leros machen lassen, die nicht fähig waren, zu erkennen was wirklich los ist, sondern nur Pseudoreparaturen gemacht haben (inklusive Explosion). Also soll sie der Dimitris machen, aber wann und wo? In der Marina kostet der Tag 56 Euro. Matthias wird übermorgen kommen und seine Freunde fünf Tage später für eine Woche. Da wäre es ja blöd, wenn der eine Motor fehlen würde. Jetzt kann man ihn zumindest für die An- und Ablegemanöver für kurze Zeit verwenden, was wirklich wesentlich ist.
Ich frage Dimitris, ob es möglich wäre, den Motor in Kefalos aus- und einzubauen. Ja kein Problem. Also könnte ich mir für die Woche vom Matthias‘ Freundestörn ein Zimmer in Kefalos nehmen und dann den Motor ausbauen lassen und danach am Anker in Kefalos warten bis er wieder eingebaut wird und danach das Boot nach Leros zum Einwintern fahren. Was Besseres fällt mir derzeit nicht ein. Das Boot mit kaputtem Motor über den Winter abstellen ist kein guter Gedanke und würde mich den ganzen Winter plagen.

12.09.2019 Donnerstag
Kos / Marina
Ein letztes gemeinsames Frühstück bei beinahe Windstille. Ich bringe drei volle Lidlsäcke mit Wäsche in die Wäscherei. Herbert und ich waschen das Schlauchboot. Silvia und Herbert packen die Koffer und gehen dann noch eine Runde nach Kos Stadt bevor sie das Taxi um 13h zum Flughafen abholt. Ein leider wegen Motorproblemen nicht so gelungener Törn ist zu Ende.
Und ich muss mich seit der Diagnose von Dimitris so ca. alle 30 Minuten darüber ärgern, dass die Werftmechaniker auf Leros nicht in der Lage waren, die Ursache für den Ölaustritt zu erkennen und nur behauptet haben, sie würden das schon zB mit einem 10 statt 7,5 mm Schlauch reparieren.
Hätten sie irgendwas hinsichtlich Motoren auf dem Kasten, wäre ihnen beim Probelauf nach der vorletzten Pseudoreparatur vielleicht eingefallen, den Ölmessstab während der Fahrt heraus zu ziehen.
Und überhaupt: Die Startprobleme mit dem Motor kamen und kommen garantiert auch von den verschlissenen Kolben, was ihnen nach Einbau der überholten Einspritzpumpe schon im April hätte auffallen müssen.

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