Aktualisierung 20.08.2018 13:02:31 Anzahl Tage: 3
23.05.2003 Kos / Marina – Léros / O. Pantéli
24.05.2003 Léros / O. Pantéli – Máratho
25.05.2003 Máratho – Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) – Lipsi / Hafen – Kálymnos / Malisákhas Fischerhafen – Télendos
Crew:
Tötterström Tom
Proisl Robert
Valsamas-Rhallis Stelio
Georgopoli Natalie
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 16:26 Strecke: 84,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
23.05.2003 Freitag
07:49 Kos / Marina Karte Abfahrt
09:50 E von Vathy/Kalymnos segel setzen
13:31 Léros / O. Pantéli Karte Segel bergen
13:56 Léros / O. Pantéli Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 06:07 Strecke: 28,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Stelio und Nathalie kommen um 5:45 h an. Wir frühstücken gemeinsam und plaudern darauf los. Ich zeige ihnen die Marina und um 7:50 h legen wir ab. Wie immer ist der Morgen fast windstill und wir motoren exakt 2 Stunden auf die Höhe von Vathy auf Kalymnos. Der Wind kommt aus Südwest mit 10 Knoten und wir können Segel setzen und kommen bei raumem Wind mit 5-6 Knoten gut voran.
Die kleine Änderung am Topp des Großsegels hat die erwünschte Wirkung: Man kann das Segel jetzt höher hinaufziehen und damit das Vorliek besser spannen.
Der Wind wird veränderlich und bleibt zeitweise ganz aus bis auf die Höhe der Nordspitze von Kalymnos. Dort setzt ein W-Wind mit ca. 15 Knoten ein und beschleunigt die Blodughadda auf bis zu 8 Knoten am Wind. Wir segeln bis kurz vor der Hafeneinfahrt und legen 20 Minuten später längsseits an der Hafenmole an.
Wir essen Feta mit Oliven, Tomaten und Gurke hinuntergespült mit Retsina. Das gibt den Rest zu unserer Müdigkeit nach der kurzen Nacht und alle bis auf Robert machen einen ausgedehnten Nachmittagsschlaf.
Dann tauschen Robert und ich die Genuaschoten gegen das etwas dünnere alte Großfall aus und kürzen die Holeleinen für den Traveller. Inwischen ziehen dunkle Wolken auf und als wir um 20 h zum Essen gehen haben wir alles für den Regen vorbereitet. Tatsächlich hören wir einige Regentrofen als wir in der Taverna Patimenos sitzen, aber der Regen hält höchstens 1 Minute an.
Nach dem Essen hat die Müdigkeit Robert erwischt und er verzieht sich aufs Boot während Stelio, Nathalie und ich einen Spaziergang hinauf zum Hauptort Plátanos machen, malerisch überragt von der alten Burg und vielen Windmühlen, alle schön beleuchtet. Wetterleuchten in der Ferne untermalen die Szenerie.
24.05.2003 Samstag
11:08 Léros / O. Pantéli Karte Ablegen
11:30 Außerhalb von O. Alinta segel setzen
14:30 Segel bergen
15:07 Máratho Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 03:59 Strecke: 19,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten
Während der Nacht zieht eine Regenfront vorüber und bringt ein wenig Wind und wenig Regen. In der Früh scheint die Sonne bei halbbewölktem Himmel wieder.
Während des wie üblich fulminanten Frühstücks, das aus iregendeinem Grund immer der Robert herrichtet, erzählt Stelio, dass ein Griff der Notausstiegsluke gebrochen ist und ein Problem sein könnte. In der Tat ist es ein Problem, denn so ist das Boot in höherem Wellengang undicht. Glücklicherweise habe ich einen Griff in Reserve und kann die Reparatur schnell erledigen.
Um 11 h legen wir ab und können gleich Segel setzen bei gleichem Wind wie gestern Vormittag. Gleich nach Segelbeginn haben wir die Flaute und schieben vorwärts per Motor bis 10 Minuten später ein frischer NW-Wind mit 12-15 Knoten einsetzt. Wir segeln auf fast glattem Wasser bei relativ kühler Temperatur von 22° bis zur Westküste von Lipsi. Eigentlich wollten wir hier irgendwo einen Bade- und Erholungsstopp machen. Badestopp für Robert und mich, Erholungsstopp für Nathalie, die erste Anzeichen von Seekrankheit hat. Aber einerseits weht der Wind in alle Leebuchten hinein und andererseits geht es der Nathalie nach Stutgeron und Keksen und wirklich nur mehr Nullwelle viel besser. Nach zwei Wenden zwischen Turkolimani und Monodendri nehmen wir Kurs auf Arki auf.
Ich schlage vor, zur wunderschönen Bucht an der Ostseite vom Inselchen Maráthi auf eine Jause zu fahren. An einem der Bojen festgemacht, beschließen wir, einen Anlegeversuch mit dem Bug voran längsseits der kleinen Mole. Das geht bestens auf 2 m Tiefe und hier ist es noch dazu fast windstill. Robert macht als Erster den Köpfler ins kristallklare und angenehm temperierte Wasser, das wesentlich wesentlich wärmer ist als in Leros. Ich folge sogleich während Stelio und Nathalie kaum fassen können, dass jemand bei diesen Temperaturen schwimmen geht und machen stattdessen einen Spazier- und Essenserkundungsgang. Wir beschließen, nicht den tiefgekühlten 2,5 kg schweren Fisch um 100 Euro zu essen sondern reservieren für 19 h Kazikaki (junge Wildziege) und Brizola (Kotlett). Dann essen wir wieder Schafkäse mit Oliven, Brot und Tomaten, diesmal von Ouzo hinuntergespült, wonach der Nachmittagsschlaf allen wieder guttut.
Ich wache um 18 h auf, schnappe mir die Videokamera und begebe mich auf Wanderschaft. Weit kann man auf dieser kleinen Insel nicht gehen. Außer Ziegenpfade gibt es keine Wege aber es gibt Leckerbissen für Auge und Ohr. Ich versuche die herrliche Bucht, das sanfte Plätschern der kleinen Wellen am Sandstrand, den krähenden Hahn, die Ziege mit der klimpernden Glocke, das stille verlassene Döfchen mit dem immer noch weiß gekalkten Kirchlein und blauen Kuppeln vor dem glitzernden Meer so gut es geht auf das Videoband zu bringen. Es ist mein erster Versuch, Video zu filmen also kann ich für gar kein Resultat garantieren.
Um 19:30h gehen wir die 20 Schritte zur Taverna “To Marathi” , wo wir wirklich gut und günstig essen. So wird aus der Nachmittagsjause ein Abendessen mit anschließender Übernachtung.
25.05.2003 Sonntag
06:00 Máratho Karte Ablegen
06:45 Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) Karte Anlegen
08:50 Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) Karte Ablegen
10:20 Lipsi / Hafen Karte Anlegen
12:18 Lipsi / Hafen Karte Ablegen
15:59 Kálymnos / Malisákhas Fischerhafen Karte Kurzer Stopp
16:23 Télendos / Ort Karte Ankunft an Boje
Zeit unterwegs: 06:19 Strecke: 36,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Kurz vor 6 wache ich von ungewöhnlichen ruckartigen Bootsbewegungen auf. Ich gehe nachsehen. Der Westwind hat auf Ost gedreht und bringt Wellen. Es ist bewölkt und Blitze sind Richtung Osten zu sehen. Robert ist auch gleich da und wir legen sofort ab. Nach 15 Minuten sind wir im Hafen des “Hauptortes” von Arki. Der besteht aus ca 10 Häusern, davon sind 3 Tavernen. Zuerst sieht es aus, als ob wir keinen Platz finden würden aber während wir noch überlegen, wohin mit uns, legen zwei Fischerboote, die längsseits an der Mole gelegen sind, ab. Wir legen uns ebenso dorthin. Während ich mich erkundigen gehe, ob wir irgendwo Frühstück erhalten können, fängt es zu tröpfeln an. Als Robert, Stelio und ich kurze Zeit später bei Kaffee, Omelett und örtlichem (=topikó) Käse sitzen, gießt es bereits ganz ordentlich.
Stelio unterhält sich mit der Wirtin. Sie erzählt, dass 45 Personen auf der Insel leben, davon ein Volksschulkind und ein Lehrer aus Lárissa. Der frischgebackene Lehrer muss ein Jahr in der “Wildnis” unterrichten und kann sich danach einen anderen Platz aussuchen. Es gibt 7 Kirchen. Wenn eine der Kirchen Namenstag hat, kommt ein Pfarrer aus Patmos herüber, um die Messe zu feiern. 3 Mal wüchentlich legt ein Verbindungsboot aus Patmos an und bringt im Sommer, vor allem in August, Touristen auf die Insel. Voriges Jahr sollen es über hundert auf ein Mal gewesen sein. “Das war schon zu viel” sagte die Wirtin. Sonst leben die Einwohner von Fischen und Schaf- und Ziegenzucht.
Kurz vor neun hört der Regen auf und wir legen Richtung Süden ab. Wind ist so gut wie gar keiner aber wir können ein schönes Gewitter mit scharfer Kante zum Schönwetter voraus beobachten. Sonne im Westen (Patmos) Regen südwestlich voraus. Wir tuckern in den fast leeren Hafen von Lipsi.
Nach Spaziergang und Motorcheck fahren wir um 12:15 bei bestem Wetter weiter. Das Gewitter hat sich nach Osten verzogen. Auf dem Weg nach Lipsi hat Robert festgestellt, dass die Motoren etwas dröhnen. Ich stelle fest, dass das von ausgewerkelten Gummipuffer am BB-Motor liegt. Müssen also in Juni ausgetauscht werden. Sonst sind die Füllstände ok.
Wir hanteln uns langsam durch seichte Durchfahrten bei der Inselgruppe Chálavra und beobachten vom Boot aus die tollen Felswände und die Höhe an der Südseite von Makronísi. Per Motor setzen wir die Fahrt bei absoluter Windstille auf Kurs 180 fort.
An der Westseite von Leros sucht uns ene Delfinschule mit recht großen Tümmlern heim. Sie begleiten uns mehrere Minuten lang und schwimmen vergnügt zwischen den Rümpfen. Robert fotografiert, ich filme und Nathalie und Stelio schauen.
Um 16 h setzen wir Stelio und Natalie im Hafen Malisákhas auf Kalymnos ab. Sie wollen ein Taxi zum Hauptort Potia nehmen, um von dort mit der Fähre nach Piräus weiter zu fahren. Robert und ich fahren gegenüber zur Insel Telendos, wo wir nach kurzer Anlegeerkundung an einer Boje vor dem kleinen Ort festmachen. Schwimmen, waschen, relaxen und um 19 h haben wir schon das Schlauchboot zum ersten Mal aufgeblasen, um damit zum Abendessen zu rudern.