Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2013-07-03 Anreise, auswintern

Seite drucken Aktualisierung 21.08.2018 20:39:19 Anzahl Tage: 6
03.07.2013 Mödling – Schwechat – Kos
04.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
05.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
06.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
07.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine
08.07.2013 Léros / O. Parthéni Agmar Marine

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: :00 Strecke: Seemeilen Ø Fahrt: Knoten


03.07.2013 Mittwoch
Mödling – Schwechat – Kos
Matthias bringt uns zum Flughafen. Wenig los heute. Beim Baggage-Drop-Off-Schalter misstraut man unserer Bestätigung, dass wir je 30kg Freigepäck haben. Also müssen wir zum Übergepäckschalter. Dort ist alles fast in Ordnung. Eine kleine Tasche wiegt aber weniger als 5kg. Das geht nicht. Ein dickes Buch dazu gepackt und alles ist bestens. Von zu leichten Gepäckstücken habe ich bisher noch nie was gehört oder gelesen.
Wir wollen sicherheitshalber etwas zu uns nehmen, bevor wir in eine AUA Maschine einsteigen. Das Meinl Selbstbedienungslokal bietet sich an. Allerdings wundern wir uns über die Preisgestaltung. Nicht über die irrwitzige Höhe, sondern darüber, dass ein Radler in der Dose gleich viel kostet, wie ein Bier in der Dose, nämlich € 4,50, während das gleiche Ottakringer Bier und auch das Budweiser frisch gezapft € 4,20 kostet – jeweils 0,5l.
Die Befürchtung, im AUA-Flugzeug zu verhungern, ist unbegründet. Wir können zwischen Nudeln mit Käse und Hühnerfaschiertem wählen und Getränke gibt es was wir wollen. So wie früher als Austrian Myholiday noch Lauda Air hieß.
Pünktlich kurz vor Mitternacht landen wir in Kos.


04.07.2013 Donnerstag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Die Ankunftshalle wird nunmehr von der Security bewacht und ist eine Einbahn. Hineingehen vom Flugzeug, hinausgehen zu den Autos. Als Abholer darf man also nicht mehr hinein.
Das Gepäck ist innerhalb von 15 Minuten da und mit dem Taxi fahren wir zum Kosta Pallace Hotel beim Kos Hafen, checken ein, holen eine kleine Malamatina Retsína Flasche vom 24-stunden offenen City Market und setzen uns auf den Balkon. Der Blick über den Hafen und die Stadt ist wunderbar.

Das Hotel ist schwer in Ordnung und mit 55 Euro für zwei Personen inkl. Frühstück auch nicht teuer.

Das Frühstück ist auch bestens. Dann gehe ich zuerst zum Vodafone-Shop, um Rubbelkarten für die Internet-Simkarte zu kaufen. Die gibt es tatsächlich noch, kosten aber statt 15 nunmehr 20 Euro für 15 Tage und 2GB. Ist aber auch ok. Als der Fahrkartenschalter bei der Dodekanissos Seaways Anlegestelle um 10:05 aufsperrt, komme ich gerade zurecht und bin als erster dran. Beate und das Gepäck nehmen ein Taxi. Immerhin wiegt es über 70kg.
Mit leichter Verspätung legt der Schnellkatamaran Dodekanissos Pride ab und mit ebensolcher erreichen wir Leros um 12:45. Bisher hat alles absolut perfekt geklappt. Aber jetzt werden wir beruhigt: Der bestellte Mietwagen ist nicht da und ich kann den Autoverleiher telefonisch nicht erreichen. Wir setzen uns in das Hafenlokal. Zwei britische Pensionisten, die ihr Segelboot in der Evros-Marina haben, erleben dasselbe, obwohl anderer Vermieter. Ich erreiche aber das Hotel und dieses erreicht den Autoverleiher, der in nullkommanix daher kommt und uns zum Hotel bringt. Er dachte, wir würden erst morgen ankommen.
Also sind wir doch in Griechenland, was sich auch darin zeigt, dass wir irgendwann anrufen sollen, um die Papiere zu machen und zu zahlen. Jetzt hat er es eilig und steigt in ein anderes Auto um und wir können mit dem Hyundai i10 machen, was wir wollen.
Wir checken im netten Alinda Hotel ein 37°9’44.21“,26°50’7.28“, können das Zimmer auswählen – wir nehmen eines auf der Hinterseite mit Balkon mit Blick auf viele grüne Bäume – und auch hier: Papiere machen wir morgen.
Natürlich bin ich neugierig und sehr gespannt darauf, ob die Werft alle Arbeiten am Boot fertig gestellt hat. Beim Vorbeifahren zur Marinarezeption sehe ich, dass der Mast steht und oben die neue Windmessanlage montiert ist. Die Rezeptionistin Irene bestätigt, dass alles fertig ist, aber die Abrechnung machen wir morgen…
Wir kraxeln auf die Blodughadda und verschaffen uns einen Überblick. Alles sieht bestens aus. Das Deck ist gewaschen. Die Stahlseile samt Spanner sind allesamt neu. Die Motoren sollten überholt sein, aber das überprüfe ich jetzt nicht. Wir nehmen nur die Schmutzwäschetonne und einige Badetücher mit und verschieben den Rest auf morgen…

Vom Hotel Alinda ist der Sandstrand nur eine Straßenbreite entfernt. Dann haben bleiben nur noch ca. 5m ins Meer. Das tut gut.

Die Wäscherei in Lakkí sperrt nach der Siesta um 17:30h wieder auf und hat dann bis 20:30 offen. Also bringen wir die Wäschentonne dorthin. Den Vertrag und die Zahlung für den Leihwagen will ich doch heute erledigen. Die anspruchslose Lobby des Hotels Katerina, ein paar Gassen von der Wäscherei entfernt, ist zugleich das Büro des Autoverleihs. 120 Euro für vier Tage haben wir ausgemacht. Jetzt will er 140, bekommt er aber nicht. Bei Benzin das Übliche: Tank ist ca. 1/4 voll und ich soll nachtanken, was wir verbrauchen. Bei einem Preis von 1,85/Liter eigentlich eine gute Strategie. Dem Verleiher ist es völlig wurscht, wie viel Benzin im Tank ist.

Das Abendessen im Hotelrestaurant ist wirklich gut, die Bedienung ebenso und die Rechnung moderat. Die Müdigkeit treibt uns früh ins Bett.


05.07.2013 Freitag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Das Zimmer ist nicht wirklich optimal. Die drei Steckdosen sind ein wenig wenig für Kühlschrank, Klimaanlage, 2 Nachttischlampen und Netzgeräte für MacBook, iPad und zwei iPhones. Die Balkontür kann man nachts wegen der Gelsen nicht offen lassen, die Klimaanlage bläst einem direkt auf den Kopf und das Wort Geräuschdämmung dürfte es auf griechisch gar nicht geben. Trotzdem sind wir um 8h nach mehreren Portionen Schlaf recht gut ausgeschlafen.
Nach dem guten Frühstück fahren wir via Supermarkt zum Boot. Die Batterien haben nach 10 Monaten 12,6V, stelle ich zufrieden fest, als ich sie wieder per Stromkabel aufladen lasse. Die Wassertanks werden gespült und gefüllt, der Kühlschrank in Betrieb genommen, der Salon vom Staub befreit, der Baum angeschlagen und nach einem Palaver mit dem technischen Subchef Tony fahren wir um 15:30 wieder ins Hotel.

Die neue Lidl-Schnorchelausrüstung darf erstmals ins Wasser. Gar nicht schlecht, jedenfalls für mich vollkommen ausreichend und den Preis mehr als wert.

Abends holen wir die Wäsche aus der Wäscherei in Lakkí, kaufen Dichtungen im bestens sortieren Geschäft von Andreas Kritikos und essen die besten Souvlakis Griechenlands bei To Petrino, wo sich unser Gespräch hauptsächlich um die brennende Seglyacht dreht. So etwas sieht man kaum jemals: Die C’est La Vie ankert auf der Reede ohne Mast mit total verformtem dunkelgrünen Rumpf. Von den Aufbauten ist bis auf einen verkohlten Windgenerator und Heckgeräteträger nichts mehr übrig. Darunter lodern noch die Flammen.

Zwei Schlauchboote holen den Anker herauf und schleppen das, was vom halb versunkenen Boot noch übrig ist, Richtung Land bis es mit dem Kiel aufsitzt. Der Eigner fotografiert die Katastrophe vom Schlauchboot aus und kommt an Land. Ich kann mithören, wie er auf schwedisch jemandem erzählt, dass das Boot heute in Marina Evros ins Wasser gekommen ist und dass der Brand ohne Explosion an irgendeinem Stromkabel angefangen hat. Er wirkt unheimlich gelassen und als er sein gelbes Schlauchboot besser hinlegt, scherzt er ins zahlreiche Gafferpublikum „This is the only boat I have now.“


06.07.2013 Samstag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Heute kommen die Papiere in der Marina an die Reihe, also die Rechnung. 4.767,41 darf ich bezahlen. Davon 1.175,90 für Motorservice, 3.144,23 für neues stehendes Gut (54,7m Stahlseil 8mm, 9,7m Stahlseil 7mm + alle Wantenspanner und Terminals), 280,18 für Installation der neuen Windmessanlage und neue Dampfer- / Decklichteinheit und 167,10 für Antifoulingfarbe und div. Material. Immerhin wird centgenau abgerechnet.

Nach Genuawaschen,

Biminianschlagen und diversen anderen Tätigkeiten, bunkern wir Vorräte im sehr gut sortierten Supermarkt in Kamara. Nach dem Einräumen benötigen wir wieder ein kühlendes Meeresbad und ein gutes Abendessen. Wir essen wieder im Hotell ganz hervorragend und sehr preiswert. Als wir fast fertig gegessen haben, gibt es einen Stromausfall im ganzen Ort, der eine gute Stunde lang anhält. Das Kerzenlicht ist eigentlich eh schöner.


07.07.2013 Sonntag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Obwohl das Boot vor unserer Ankunft gewaschen worden ist, verpritscheln wir mehrere hundert Liter Wasser. Es wird halt jetzt richtig gründlich gewaschen. Auch die Heckplattform, die auch noch mit Teak Brightener und Teak Oil behandelt wird. Allerdings nur eine Hälfte. Für mehr reicht es nicht und am Sonntag ist der Shop geschlossen.
Der fast elf Monate außer Betrieb gewesene HP-Tintenstrahldrucker funktioniert auf Anhieb perfekt. Wir müssen also keine neuen Tintenpatronen kaufen.

Abends essen wir im Fischrestaurant (was immer bedeutet „der Wirt meint, seine Taverna sei was Besonderes“) Mylos. Ist auch was Besonderes: Sehr schön gelegen mit Wasser auf drei Seiten und davor eine alte Windmühle, die aus dem Wasser ragt. Mit vielen anderen Gästen essen wir wirklich außergewöhnlich gut zu einem noch gut akzeptablen Preis.


08.07.2013 Montag
Léros / O. Parthéni Agmar Marine
Auf dem Weg zum Boot kaufen wir noch beim Bäcker und im Supermarkt ein. Dort hat uns schon der Helfer vom Autoverleiher entdeckt, besser gesagt, das davor parkende Auto. Er bringt uns zum Boot und rauscht dann ab. Kaum haben wir die Frischwareneinkäufe im Kühlschrank verstaut, kommt schon der Travellift daher. Wir rollen das Stromkabel ein, geben die gestern von der Hafenpolizei geholte Erlaubnis zum Wasserlassen, äh zu ins Wasser lassen, und die Fernbedienung für das Einfahrtstor im Büro ab. Dann marschieren wir gemeinsam mit dem Boot auf dem Travellift zum Travelliftbecken.

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