Aktualisierung 20.08.2018 12:35:35 Anzahl Tage: 14
21.07.2003 Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy
22.07.2003 Psérimos / O. Vathy – Kálymnos / O. Paliónisos
23.07.2003 Kálymnos / O. Paliónisos – Léros / O. Plakouti
24.07.2003 Léros / O. Plakouti – Máratho – Arkí / Tiganáki
25.07.2003 Arkí / Tiganáki
26.07.2003 Arkí / Tiganáki – Arkí / O. Augústa (Hafenbucht)
27.07.2003 Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) – Patmos / O. Meloï
28.07.2003 Patmos / O. Meloï
29.07.2003 Patmos / O. Meloï – Lipsi / O. Platys Gialós
30.07.2003 Lipsi / O. Platys Gialós – Sámos / Hafen Pythagório
31.07.2003 Sámos / Hafen Pythagório – Agathonísi / O. Póros
01.08.2003 Agathonísi / O. Póros – Léros / O. Xirókampos
02.08.2003 Léros / O. Xirókampos – Kos / O. Kamári (Kefalos)
03.08.2003 Kos / O. Kamári (Kefalos) – Kos / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Matthias
Grafl Eveline
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 38:36 Strecke: 210,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
21.07.2003 Montag
18:10 Kos / Marina Karte Ablegen
19:30 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:20 Strecke: 8,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Beate und Eveline fahren Proviant einkaufen und Matthias und ich waschen Deck und Leinen. Nachdem die Einkäufe verstaut sind fahren wir in die Stadt, kaufen diverse Fischfangutensilien und gehen anschließend ins Global Café. Beate bringt mich und die kühlschrankbedürftigen Angelwürmer zurück und fährt dann nach Pyli mit Eveline und Matthias. Ich putze den Flugrost von den Relingstützen und montiere einen neuen Block für die Reffeinrichtung währenddessen.
Um 18:10 legen wir ab und motoren gegen relativ schwachen Wind nach Psérimos, wo wir in der Vathy-Bucht den Anker auf 1,6m werfen. Wir schwimmen und freuen uns über den windlosen Abend. Während wir das Zitronenhuhn zubereiten kommen die bekannten Fallböen schon wieder daher.
22.07.2003 Dienstag
10:55 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
14:00 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 03:04 Strecke: 16,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
In der Nach sind wieder die Fallböen unterwegs gewesen und sie halten an als wir unseren Morgenschwimm machen. Um 11h fahren wir los. Ich lasse den neuerworbenen Köder an der 100m langen Leine hinten nachschleppen. Wir umrunden Psérimos entlang der Südküste, wo ein ziemlicher Verkehr herrscht. Nach Passieren der Insel Platy stuern wir nordwärts gegen viel Wind aber nicht besonders starker Welle. Trotzdem wird die Blodughadda gesalzen. Plötzlich meldet der Autopilot “Low Battery”. Ich gehe die Spannung überprüfen, stelle aber fest, dass die Spannung in Ordnung ist, aber der Stb. Motor die Starterbatterie mit über 17V lädt! Ich klemme die Batterie ab, komme aber darauf, dass das keine gute Idee ist, während der Motor läft, da gemäß Nigel Calder die Diodenplatten der Lichtmaschine dabei draufgehen können. Ich klemme also die Ladeleitung der Lichmaschine wieder an die Trenndiode und siehe da, die Ladespannung pendelt sich bei 14,8V ein. Zwar etwas zu hoch für eine geschlossene Batterie, aber meilenweit von 17V entfernt.
Wir setzen also unsere Fahrt unbeirrt fort und erreichen ziemlich durchgeschüttelt nach 3 Stunden die Bucht von Nikolas. Er steht auch schon auf dem Anlegesteg und hilft uns mit den Heckleinen. er fährt noch hinaus, ein wieder angekommenes Segelboot mit Norwegern zu begrüßen und kommt kurz auf einen Schluck Bier vorbei. Er schnorrt sogleich eine Zigarette und erhält das Sturmfeuerzeug als Geschenk.
Es wird geschwommen und geschnorchelt und einem allein seglenden Australier beim anlegen angesehen.
Am Abend gehen wir zur Taverna von Nikolas hinauf, essen uns satt und plaudern mit Nikolas und Greg, so heißt der Australier. Als Nachtisch gibt es Gigantés und frische Seeigel from the house! Als besonderen Service begleitet uns Nikolas zum Boot.
23.07.2003 Mittwoch
11:24 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Abfahrt
14:30 Léros / O. Plakouti Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:05 Strecke: 18,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
Trotz bester Ausstattung und gewissenhafter Vorbereitung fangen Eveline und Matthias keinen Fisch während der Nacht. Um 5h früh kontrollieren sie die ausgelegten aber leider leeren Fischhaken. Dafür brechen sie um 6:30h auf, um auf den 590 hohen Berg Galatiani hinaufzuklettern. Sie schaffen es fast, müssen aber vor der Steilwand zum Gipfel kapitulieren. Inzwischen habe ich mit Nikolas einen Kaffee getrunken, der eigentlich den Australier Greg vom Nachbarboot zum Zaunbauen wecken wollte. Da ich stattdessen geweckt werde, lade ich ihn gleich auf einen Kaffee ein.
Um 9h kehren Matthias und Eveline zurück und wir frühstücken gemeinsam. Dann lassen wir es uns gut gehen bis wir um 11:24 abfahren. Zunächst motoren wir in Richtung Agathonísi. Der Gegenwind ist zwar nicht sehr stark aber dafür sind die Wellen hoch. Bis Agathonísi würde es mindestens 4,5 Stunden dauern und eine so lange Schaukelei will ich niemendem zumuten. Wir steuern dahen nach Panéli auf Leros zu. Nach 1,5 Stunden kommen wir im mit Segelbooten total gefüllten Fischerhafen an, in der außerdem der Fallwind wie verrückt hineinfällt. Also fahren wir weiter nach Nordwesten bis wir eine knappe Stunde später in die Bucht Plakoutí einsteuern. Obwohl diese nach Norden offen ist, bietet sie im W-Teil hervorragenden Schutz gegen NW-Wind. Wegen der vorgelagerten Inseln und Klippen kommt auch kaum Schwell herein. Das Beiboot kommt ins Wasser und führt uns auf ein Frappee in die einzige Taverna Artemis. Die Bucht ist lieblich und ruhig. Die Wenigen Badegäste liegen am langen aber schmalen Strand mit feinem Kies unter Tamarisken.
Zurück auf dem Boot tut eine Siesta wohl. Matthias und ich fahren mit dem Schlauchboot fischen und ziehen zwei Köder ganz langsam durch die Bucht – mit üblichem Erfolg. Auch die 5 Angeln, die wir mit besten im Kühlschrank aufbewahrten Köderwürmern bestücken, bringen nichts. Es sind einfach keine Fische da.
Während des Thunfischspaghettiessens stellen wir fest, dass das Boot quer zur Dünung steht und zwar nicht viel aber unangenehm schaukelt. Matthias und ich bringen daher einen Heckanker mit dem Schlauch hinaus, womit wir das Boot mit dem Bug zu den Wellen stellen können. So ist für Nachtruhe gesorgt während draussen ein ziemlicher Sturm toben dürfte. Davon merken wir aber kaum etwas, denn es gibt hier keine Fallböen.
24.07.2003 Donnerstag
13:50 Léros / O. Plakouti Karte Ablegen
16:00 Máratho Karte Ankunft
18:43 Máratho Karte Abfahrt
19:00 Arkí / Tiganáki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:27 Strecke: 14,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Alle schlafen lange und gut. Dann frühstücken wir, schwimmen und machen das Boot startklar. Um 13:50 brechen wir auf. Der Gegenwind ist nicht besonders stark und die Welle noch weniger. Ich hänge die Schleppangel hinaus. Als wir Lipsi passieren sehe ich, dass die Angelrute sich starkt verbiegt, stoppe die Motoren und kurble die Leine ein. Leider wieder kein Fisch, aber der Köder ist futsch. Der Schnellhaken für die Köderbefestigung hat sich total aufgebogen und mein teurer Rapala – Kunstfisch ist weg. Also entweder hat ein großer Fisch angebissen oder der Köder hat sich am Meeresgrund verfangen.
Wir steuern die malerische Buchts der kleinen Insel Maráthi W von Arkí an und machen an einer Boje fest. Dann packen wir unser Zeug in eine Tasche, legen sie auf die Luftmatraze und schwimmen zur Taverna am Strand. Dort essen wir herrliches “Katzikaki” (Jungziegel gesotten). Anschließend fahren wir die kurze Strecke zu unseren Lieblingsankerplatz bei Tiganáki.
Während ich Kartoffel mit Würstel, Speck und Ei koche sammeln Matthias und Eveline Holz am Strand. Nach dem Abendessen fahren wir alle mit dem Schlauchboot zum Strand und machen ein nettes Lagerfeuer. Etwas ängstlich beobachten wir die Funken, die aufgrund der Winddrehung in der letzten Stunde , teilweise in richtung der Büsche fliegen. Es passiert aber nichts und wir kehren zum Boot zurück, wo wir noch beisammen sitzen und Matthias und ich anschließend Planktonschwimmen zu Mitternacht vorführen.
25.07.2003 Freitag
Arkí / Tiganáki
Die ganze Nacht hindurch bläst der Wind wieder und die Blodughadda schaukelt sanft wie eine Wiege. Entsprechend lange schlafen alle. Wir beschließen, den Tag hier zu verbringen. Wir lassen am Inselchen Avapisto einen Lenkdrachen steigen, der im starken Wind nach einigen Crashlandungen kaputt ist. Eveline und Matthias bereiten eine lange Angelleine mit 10 Haken vor, suchen nach Köder am Sandgrund und fahren nach Sonnenuntergang mit dem Schlauchboot etwas hinaus, um die Leine auszubringen. Das klingt einfacher als es ist, denn alsbald verheddern sich die Haken ineinander und sie brechen die Aktion ab als es schon sehr finster ist.
26.07.2003 Samstag
14:00 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
15:00 Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:00 Strecke: 2,8 Seemeilen Ø Fahrt: 2,8 Knoten
Mit dem geplanten bzw. erhofften frühen Überfahrt zu den Furni- Inseln bei wenig Morgenwind wird es nichts. Die ganze Nacht hindurch pfeift der Nordwind. Wir nützen daher den Vormittag zum Schlafen, Schwimmen und Lesen. Als wir um 13:15h abfahren wollen, sind wir von Ausflugsbooten und vor allem den damit beförderten Badetouristen umzingelt. Wir warten daher bis das Wasser frei ist, und holen um 14h den Anker hoch. Wir motoren um das Südkap, schuen uns die zwei Buchten Gl´papa und Stenó ohne anzuhalten an und fahren in die Bucht Avgústa hinein, wo wir vor dem beschaulichen Hauptort mit Buganker und Heckleinen anlegen.
Beate, Eveline und Matthias machen sich auf, Gemüse und Joghurt einzukaufen aber der Minimarket will weder Gurken noch Tomaten verkaufen. Eine von sieben Tomaten schenkt die Inhaberin her, die anderen will sie für sich haben, deutet sie an…
Am Nachmittag unterhalten wir uns mit einem alleinsegelnden Enländer und den Schweitzern im Nachbarboot. Matthias packt das Angelzeug aus und fängt eine ansehnliche Streifenbrasse.
Abends gehen wir in die mittlere der drei Tavernen O TRIPAS (tel. 0247-32230). Scheint ein Geheimtipp unter den Griechen zu sein aber wahrscheinlich hauptsächlich wegen seiner tollen Musikanlage.
27.07.2003 Sonntag
12:13 Arkí / O. Augústa (Hafenbucht) Karte Ablegen
14:30 Patmos / O. Meloï Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:16 Strecke: 10,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Um 6h früh wandern Matthias und ich dem Sonnenaufgang entgegen. Wir gehen der einzigen befestigten Straße entlang bis sie bei einigen Gehöften aufhört, dann wieder zurück und besichtigen noch das Sonnenkraftwerk, den Heliport und die Müllkippe bevor wir uns wieder in die Betten legen. Es besteht kein Grund, früh auszulaufen, denn der Wind ist auch in dieser frühen Stunde stark.
Der Vormittag wird mit schlafen und frühstücken an Land verbracht.
Um 12:15h brechen wir auf. Ein Grieche hilft uns so eifrig, die Festmacher loszumachen, dass er ins Wasser fällt – welcher Einsatz! Am Anleger für das Verbindungsboot bei der Einfahrt in die schmale Bucht beobachten wir, wie ca. 20 Touristen abgeladen werden und amüsieren uns darüber, dass einer von ihnen einen Schalenkoffer mit Rollen hinter sich zieht. Der Anleger hat nämlich noch keine Straßenverbindung mit dem Ort und die Leute müssen über die Klippen klettern.
Im Schutz der letzten Landzunge machen wir das Boot klar und setzen dann die Fahrt gegen Wind und Wellen fort. Beide sind nicht zu unterschätzen und wir motoren mit 4 Knoten Richtung Furni. Der Wetterbericht um 13h verspricht Gegenwind mit 7 bis 8 bft, also noch zunehmend. Die derzeitige Mindestfahrzeit wäre 3,5 Stunden und die Berg- und Talfahrt geht uns bereits jetzt am Nerv. Also beschließe ich, Patmos statt Furni anzulaufen. Der neue Kurs mit Wind und Wellen von schräg hinten ist wesentlich bequemer und schneller. Ich lupfe die Genua zu 2/3 heraus und lasse den BB-Motor für den Kühlschrank weiterlaufen. So machen wir gute Fahrt und erreichen A. Geranós bereits nach 40 Minuten. Über eine vom stürmischen Wind mit 30-36 knoten aufgepeitsche See erreichen wir O. Melóï eine halbe Stunde später. Nach zwei Ankerversuchen, setzen wir den Anker gezielt auf eine der wenigen türkisfarbenen Sandstellen, wo er sich endlich gut eingraben kann. Auf dem sonst vorhandenen Seegras hat er keine Chance dazu. Auch hier kommen die Fallböen heftig vom Strand her.
Eveline und Matthias schwimmen mit der Luftmatratze zum Strand und gehen im Mini-Markt beim Campingplatz einkaufen. Das Einzige, was sie erhalten sind Tomaten.
Diese bereitet Beate gleich zu einem herrlichen Tomatensalat, den wir mit meiner Spaghetti Carbonara verspeisen.
28.07.2003 Montag
Patmos / O. Meloï
Seit dem 6. Juli, also seit 22 Tagen, hält jetzt der Meltemi an und zwar Tag und Nacht, Mal stärker, Mal schwächer, aber nie weniger als 4-5 bft. Da in dieser Bucht, genauso wie in fast allen geschützten Buchten, Fallwinde vom Land her die Blodughadda alle 2 Minuten erzittern lassen, schlafe ich nicht besonders gut. Aber bei meinem Morgenschwimm kann ich sehen, dass sich der Anker keinen Millimeter bewegt hat und meine Sorgen unbegründet waren. Besser so als umgekehrt.
An eine Überfahrt Richtung Norden ist also auch heute nicht zu denken. Die anderen schwimmen und ich fülle Motoröl im BB-Motor bei 1619 Motorstunden nach und räume im Werkzeugkammerl auf.
Am Nachmittag setzen wir mit dem Schlauch hinüber und leihen uns von Stefanos zwei Mopeds aus. Wir machen eine Runde um den Südteil der Insel: Hafen Skala, Chora, Landzunge zwischen O. Petras und O. Grikos mit dem Totenkopffelsen und kehren auf einen Frappee und Toast in Grikos ein. Von dort aus beobachten wir wie eine vor Anker liegende Megasegelyacht sich anschickt, an dem kleinen Anleger eine Landleine zu legen. Als die “Kauris III” aus Portofino näher kommt, gehen wir zum Wasser und genießen das Schauspiel. Der Wind weht heftig vom Land her und treibt die riesige Sloop sodass sich die starke Landleine sich wie eine Saite spannt. Beate und Eveline fahren vor nach Skala und Matthias und ich sehen uns noch die weiteren Manöver der 4-köpfigen Crew offensichtlich unter der Leitung des Eigners am Ruder.
Danach treffen wir uns in Skala und fahren zurück in die Bucht Meloi. Wir geben die Mopeds zurück und gehen in die Ufertaverna To Meloi und essen uns reichlich satt.
29.07.2003 Dienstag
12:00 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
15:30 Lipsi / O. Platys Gialós Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 12,3 Seemeilen Ø Fahrt: 3,5 Knoten
Zu Mittag fahren wir in die Nachbarbucht in den Hafenort Skala hinüber. Wir legen längsseits an direkt neben dem Wassertankwagen von dem wir auch sogleich frisches Wasser für die Tanks um 7 Euro erhalten. Die anderen gehen Proviant einkaufen und als die Tanks voll sind, gehe ich ins Fischereigeschäft gegenüber. Ich erstehe eine Hochseefischrolle um 100 Euro und lasse sie mit 200m 0,7mm Fischleine befüllen und kaufe noch einen ordentlichen Köder mit zwei großen Dreifachhaken. Jetzt muss sich wohl das Anglerglück einstellen!
Um 14h legen wir wieder ab nachdem Beate und Eveline auch wieder da sind. Der Wind lässt immer noch keine Überfahrt nach Samos zu und so fahren wir an die Nordseite von Lipsi, in die kleine, schöne, seichte Bucht Platys Gialos. Wir spielen Wasserball im kniehohen Wasser mit herrlichem Sandgrund.
Während Eveline und Matthias den nördlichen Hügel zwecks Sonnenuntergangbeobachtung besteigen, kocht Beate herrliche Zucchinilaibchen.
30.07.2003 Mittwoch
10:30 Lipsi / O. Platys Gialós Karte Abfahrt
15:15 Sámos / Pythagório Hafen Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:44 Strecke: 26,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
In der Nacht wache ich auf und stelle etwas Seltenes fest: Es weht nur ein laues Lüftlein! So ist es auch in der Früh und nach Frühstück und dem Morgenschwimm legen wir los nach Samos. Die ganze Strecke herrscht kaum Wind aber ungefähr auf halber Strecke ist eine ungewöhnliche und recht hohe Kreuzsee. Unterwegs spinnen die Lichtmaschienen wieder und liefern viel zu viel Spannung. Nach einem Neustart und geringerer Drehzahl pendelt sich die Spannung aber auf knapp über 14V ein.
Wir sehen uns zuerst den Hafen, dann den Ankerplatz vor dem Sandstrand und schließlich die noch nicht fertiggestellte und wenig einladende Marina an. Das Travelliftbecken ist zu klein für einen Katamaran! So legen wir direkt vor den Cafés im Hafen an.
Wir mieten ein Auto und machen uns auf eine Inselrundfahrt: Chora – Pirgos – Spatharei – Pirgos – Karlovasi – Ag. Nikolaos – Kokkári – Samos und zurück. In Spatharéi schlendern wir herum, bewundern die Aussicht aber bedauern den Verfall. In Ag. Nikolaos kehren wir in eine Fischtaverna am Wasser ein und freuen und auf den Sonnenuntergang im Meer. Wird aber ein Sonnenuntergang im Dunst.
Zurück am Boot hat Eveline Konpfweh, wahrscheinlich vom Fahrtwind im zugigen Jeep, und geht schlafen. Wir anderen machen keinen Versuch, bei diesem Lärmpegel früh zu schlafen und setzten uns in die Café-Bar “Corner” genau gegenüber der Passarella.
31.07.2003 Donnerstag
14:50 Sámos / Pythagório Hafen Karte Ablegen
18:00 Agathonísi / O. Póros Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:10 Strecke: 16,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Matthias und ich frühstücken ausgiebig in “Corner”. Dann besichtigen wir alle den antiken Wasserleitungstunnel von Eupalinos bevor wir eine kleine Inselrundfahrt zum Hauptort Samos starten. Dieser macht keinen besonders einladenden Eindruck und da wir schon keinen Parkplatz finden, steigen wir gar nicht aus sondern fahren nach Mitilini weiter. In diesem kleinem Ort, der einen genauso heruntergekommenen Eindruck, wie alle anderen Orte, die wir gesehen haben, gehen wir zum Hauptplatz und setzten uns in eines der Lokale. Eveline bestellt einen griechischen Salat, der eiskalt serviert wird und nach nichts schmeckt.
Über Chora kehren wir zurück und geben das Auto wieder ab. Beate und Eveline gehen noch einkaufen, Matthias schwimmen und ich aufs Boot. Es ist absolut windstill und entsetzlich heiß.
Um 14:50 legen wir ab. Draußen gibt es etwas mehr Wind, aber wir sind zu faul zum Segel setzen, da der Kühlschrank sowieso von 20° heruntergekühlt werden muss. Wir steuern auf Agathonísi, 12sm direkt südlich, zu. Unterwegs kommt es immer wieder zu Stromausfällen an der Schalttafel, wie schon früher gelegentlich beobachtet.
Während alle anderen schlafen, steuere ich in die, bei Elías (griechisches Seekartenbuch) als Ankerbucht eingezeichnete O. Katholikó. Die Umgebung ist aber unschön und wird von Fischzuchtkästen und dazugehörigen Personalgebäuden und Servicebooten dominiert. Ich fahre also weiter un die SE-Spitze in die schmale, schöne und windstille Bucht Póros. Um 18h ankern wir auf 1,4m Tiefe und legen eine kurze Landleine. Ich nütze das seichte Wasser dazu, die Bootsseiten von Schmutz und Salz und das Unterwasser von bereits ansetzenden Algenbewuchs zu befreien.
Wir genießen die Stille und beobachten die am Sandstrand spielenden kleinen Kinder des österreichischen Segelbootes CADORO, das als einziges noch in der Bucht ankert.
01.08.2003 Freitag
15:00 Agathonísi / O. Póros Karte Abfahrt
19:20 Léros / O. Xirókampos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 04:20 Strecke: 16,6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,8 Knoten
Der Morgen begrüßt uns mit taunassem Deck und absoluter Windstille. Ich stehe schon vor 7h auf, filme die Umgebung und die am Meeresgrund nach Nahrung suchenden Fische, nütze den Tau, um Deck und Fenster zu putzen. Dann mache ich mich auf die Suche nach dem Stromleck zwischen Batterie und Schalttafel. Allerdings ist es in der Früh nicht vorhanden. Die Spannung ist fast identisch, obwohl sie am Vortag bis zu 5 Volt geringer war.
Als wir um 15h die Motoren starten, hat den BB-Motor Schwierigkeiten zu starten und auf Touren zu kommen. Ausserdem spuckt der Auspuff weißen Rauch hinaus. Ich stoppe den Motor und befürchte das Schlimmste. Der leichte Wind ist aber passend und unter Segel kommen wir mit 4-5 Knoten gut voran. Der Autopilot lässt sich allerdings nicht verwenden, da der Spannungsabfall immer häufiger vorkommt bis er permanent da ist. Beate steuert und ich suche die Fehlerursache, die nur irgendwo an der Minusleitung liegen kann.
In Xirókampus nehmen wir eine der kostenlosen Bojen vor der Taverna “The Wave”. Ich bleibe auf dem Boot, um die Probleme zu untersuchen, während die anderen zur Taverna essen fahren. Zunächst stelle ich zufrieden fest, dass der BB-Motor völlig in Ordnung ist. Die Startschwierigkeiten und der weiße Rauch dürften auf Kondenzwasser im Treibstoff zurückzuführen sein. Ich demontiere den Minushauptschalter und schraube alle Kabeln wieder fest – war aber nicht die Ursache.
02.08.2003 Samstag
12:45 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
18:00 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:14 Strecke: 36,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten
In der Früh sehen wir, dass viele Fische hinter dem Boot herumschwimmen. Wir holen die Angel heraus und fischen mit Maiskörnern und Brot. Die Fische sind aber sehr vorsichtig und es dauert eine Stunde bis Matthias den ersten kleinen Fisch hochziehen kann – ein blauer Laxierfisch mit schwarzem Fleck auf der Flanke. Danach fängt er noch einen während ich die Schalttafelkonsole ausräume und die Ursache für den Spannungsabfall finde: einen ausgebauten 12V-Anschluss, der auf dem Kabelstrang der Plusleitungen oben auf liegt. Durch die Erwärmung der Kabeln ist eine Streuspannung zum Minus an der Metallhülse des Anschlusses entstanden.
Um 12:45h legen wir auf spiegelglattem Wasser ab und Motoren westlich von Kálymnos richtung Süden. Bei meinen Messungen stelle ich fest, dass die Lichtmaschine des Stb- Motors viel zu viel Spannung liefert und die Batterie mit bis zu 19V fast zum kochen bringt. Ich schalte den Motor ab und “freue” mich ein weiteres Problem zu haben.
Mit BB-Motor und Genua machen wir im lauen Wind aber trotzdem über 6kn Fahrt und erreichen um 18h die Kamari-Bucht auf Kos. Wir ankern wie üblich vor den Nacra-Katamaranen von Dirk. Eveline und Matthias fahren einkaufen und anschließend gibt es Zitronenkartoffeln mit Melanzanigemüse (angereichert mit Fischköder) und gebratenen Würsteln.
03.08.2003 Sonntag
12:30 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
13:30 Vor Hotel Porto Bello Ankern
16:45 Vor Hotel Porto Bello Abfahrt
20:09 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 04:24 Strecke: 30,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten
Am Vormittag kommt Fabian Steinkellner, ein Freund von Matthias, mit dem Taxi nach Kamári. Sie machen eine Runde mit dem Jetski bevor wir ablegen. Nachdem wir uns durch die vielen Surfer und Sportkatamarane durchgeschlängelt haben, setzen wir die Segel und segeln gemütlich mit dem optimalen Westwind zum 6.5 sm entfernten Kap Chelóna, wo der Robinson Club ist. Mit der Familie Steinkellner gehen wir auf ein üppiges Buffet-Mittagessen in der Hotelanlage während Eveline ihren letzten Tag auf dem Wasser genießt.
um 16:45 fahren wir weiter entlang der Südküste von Kos mit einem Reff im Großsegel. Außerhalb von Kardamena / Norida Hotel fangen wir einen Wasserball auf. Kurz darauf wird der Wind unbeständig und wir steuern näher zur Küste auf den Fallwind zu. Bald müssen wir auch die Genua reffen und segeln mit 9-10 Knoten in einem 25-30 kn Wind bis zum Kap Fokás. Mit der Kursänderung kommt der Wind sehr vorderlich und wir schalten den BB-Motor dazu, um höher am Wind segeln zu können. Um 20h erreichen wir die Marina, wo wir uns zuerst zur Tankstelle legen. Beate und Eveline gehen in die Marina, um mitzuteilen, dass wir noch tanken wollen. Es dauert fast eine Stunde bis Stavros zur Tankstelle kommt und wir den leeren Reservekanister und den ziemlich leeren Tank auffüllen können.
Nach den Duschorgien gehen wir zur Taverna “Lithino” auf ein Abendessen. Zurück auf dem Boot packt Eveline ihren Koffer und muss dann einige Witzeleien über dessen Gewicht über sich ergehen lassen. Obwohl das Taxi für 6h bestellt ist, wird es ziemlich spät bevor wir ins Bett gehen.