Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2015-07-09 Nordwärts

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Seite drucken Aktualisierung 26.08.2021 00:35:24 Anzahl Tage: 16
09.07.2015 Attika / Lavrio – Attika / Porto Rafti Süd
10.07.2015 Attika / Porto Rafti Süd – Euböa / N. Megalo
11.07.2015 Euböa / N. Megalo
12.07.2015 Euböa / N. Megalo – Euböa / Marmari – Euböa / Bufalo
13.07.2015 Euböa / Bufalo – Euböa / Lefkanti
14.07.2015 Euböa / Lefkantí – Euböa / Chalkis Wartekai S
15.07.2015 Euböa / Chalkis Wartekai S – Euböa / Limni
16.07.2015 Euböa / Limni – Euböa / Ag. Georgios Bucht E
17.07.2015 Euböa / Ag. Georgios Bucht E – Skiathos / Kukunaries
18.07.2015 Skiathos / Kukunaries – Skopelos / O. Limnonári
19.07.2015 Skopelos / O. Limnonári – Skopelos / Agnóntas
20.07.2015 Skopelos / Agnóntas – Alonnisos / O. Murtià
21.07.2015 Alonnisos / O. Murtià – Thessalien / Ag. Ioannis
22.07.2015 Thessalien / Ag. Ioannis – Thessalien / Agiokampos – Thessalien / Stómio
23.07.2015 Thessalien / Stómio – Thessalien / Platamon Marina
24.07.2015 Thessalien / Platamon Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 45:58 Strecke: 292,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten

09.07.2015 Donnerstag
17:38 Attika / Lavrio Karte Abfahrt
20:15 Attika / Porto Rafti Süd Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:37 Strecke: 14,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten

In der Früh bringe ich den Christian mit dem Leihwagen zum Flughafen, dauert ca. 35 Minuten. Auf dem Rückweg treffe ich Punkt acht zur Öffnungszeit beim Lidl ein. Ich nütze das Auto, um Getränke für den ganzen Sommer einzukaufen.

Dann gehe ich zur Port Authority, um die Hafengebühr zu bezahlen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Es ist vielmehr unheimlich kompliziert und ein Meisterwerk der griechischen Bürokratie. Dauert fast eineinhalb Stunden und geht so:
Ich trete in den Raum ein. Zwei Skipper sitzen auf Sesseln vor je einem Schreibtisch mit je einer Dame dahinter. Eine schreibt was in einen Ordner, die andere tippt was in den Computer. Eine weitere sitzt allein an einem Schreibtisch vor einem Laptop. Sie weist mir einen Sessel zu, auf dem ich warten soll. Ich glaube, das ist ihre Hauptaufgabe, vielleicht sogar ihre einzige Aufgabe.
Die Computerbeamtin bespricht gelegentlich was mit dem Skipper vor ihr. Die andere schreibt stumm. Dann verschwinden beide nach hinten in das Gebäude. Fünf Minuten vergehen. Wir drei Skipper sehen einander schweigend und achselzuckend an. Ein Mann kommt vom Hintertrakt herein und überreicht uns eine 16-seitige Hochglanzbroschüre der Lavrion Port Authority S.A. Zumindest ich nehme die Wartezimmerlektüre gerne an. Endlich kommt die dickliche Computerbeamtin wieder und sagt dem Skipper, er soll seine Sachen packen und ihr folgen. Sie gehen jetzt gemeinsam in den Hintertrakt. Verwundert und leicht amüsiert sehen wir übrig gebliebenen einander an. Aber die Computerbeamtin kommt gleich wieder allein zurück. Jetzt darf der nächste Skipper zum Sessel vor ihrem Schreibtisch wechseln. Ein Franzose, dessen Boot morgen aufs Trockendock gehoben werden und dann bis Mai nächsten Jahres dort bleiben soll. Ui ui, das ist kompliziert und dauert. Bis ich an die Reihe komme, habe ich die Broschüre ausgelesen und den darin befindlichen Stadtplan auswendig gelernt (ok, das war übertrieben).
Als ich ihr mein Anliegen vorbringen darf – gestern angekommen, Abfahrt heute Nachmittag, möchte Hafengebühr zahlen – denke ich, dass das bestimmt schneller gehen wird. Tut es auch, aber nicht wesentlich. Sie studiert meine Papiere und tippt gelegentlich was in den Computer. Dann verschwindet sie auch mit meinen Papieren nach hinten. Ich mache ein Nickerchen. Sie weckt mich mit den mir bereits bekannten Worten, dass ich ihr folgen soll. Da bin ich echt neugierig.
Ein Mal um die Ecke gekommen sehe ich den Franzosen in einem Zimmer vor einer anderen Computerbeamtin sitzen. Ich muss davor warten und bekomme von Computerbeamtin 1 sogar einen Sessel von einem anderen Raum in den Korridor gestellt. Wahrscheinlich sehe ich bereits ziemlich zerbrechlich aus. Die Früchte ihrer Arbeit bekomme ich in die Hand gedrückt. Ich soll sie der nächsten Beamtin überreichen. Es ist ein Ausdruck der Daten, die sie eingetippt hat, also Ankunftszeit und Abfahrtszeit und einige Angaben zum Boot. Kopien in Farbe(!) der Bootszulassung und des griechischen DEKPA (Private Pleasure Maritime Traffic Document) hängen mit einer Heftklammer daran. Mit Ausnahme der Ankunfts- und Abfahrtszeit und Preis steht auf allen drei Zetteln Bootsname, Flagge, Registrierungsnummer, Eigentümername und Bootslänge.
Computerbeamtin 2 kommt mit dem Franzosen aus dem Zimmer und verschwindet mit ihm in das Nachbarzimmer. Sie kommt alsbald zurück und bittet mich fröhlich zu sich. Ich setze mich auf Sessel Nr. 4 vor ihr und gebe ihr die Papiere. Sie beginnt, in ihren Computer zu tippen. Es dauert und ich wundere mich so sehr darüber, was sie eigentlich macht, dass ich sie danach frage. Na ich muss doch eine ordentliche Rechnung bekommen, sagt sie ganz entrüstet. Ich dachte, die hat doch schon ihre Kollegin geschrieben, sage ich. Nein, das war nur die Vorlage für die Rechnung, die sie jetzt schreibt! Ich erdreiste mich und sage, dass ich gestern auf Kythnos auch beim Hafenamt war und dort hat die Prozedur keine fünf Minuten gedauert und ich bekam ein per Hand ausgefülltes Rechnungsformular, das ich ihr zeige. Aber das ist ja ganz was anderes. Hier in Lavrio ist der Computer direkt mit dem Ministerium verbunden. Auf den Inseln sei man noch nicht so weit und es muss jetzt eben so ablaufen, ob wir nun das so wollen oder nicht. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie das so will.
Sie druckt die Rechnung zweifach aus, überreicht mir ein Exemplar und heftet das andere zu den Vorlagepapieren, nachdem sie zuerst die vorhandene Klammer mühsam entfernt hat. Alles kommt auf einen Stapel in einen Briefkorb und ich darf endlich meine 19,56 Euro bezahlen. Der Franzose bezahlte übrigens per Kreditkarte, wofür die Beamtin im Nebenzimmer zuständig war.

Also ich finde es ganz in Ordnung, eine angemessene Hafengebühr zu zahlen. Aber diese Zahlungsmodalität ist absolut unzumutbar und ich werde daher künftig nicht mehr freiwillig zum Hafenamt gehen – wie die meisten.

Zurück auf dem Boot kommt der Mechaniker daher. Er entschuldigt sich, dass er so spät kommt. Aber er ist in der Früh nach Athen gefahren, um die benötigte Dichtung zu holen! Es wird daher doch was aus der Reparatur der Notausstiegsluken. Er macht sich ans Werk, muss aber dann noch aus seiner Werkstätte eine Spezial-Dichtungsmasse für Alu-Kunststoff holen. Wir besprechen nämlich, dass die Luken sowieso nie geöffnet werden und er sie ruhig zukleben kann.

Um 14h fahre ich zum Flughafen, die Beate abholen. Anschließend kaufen wir beim Lidl Lebensmittel ein und fahren dann direkt zum Autoverleiher in der Olympic Marina. Die Frau bringt uns zum Boot mitsamt Gepäck und Einkauf. Der Mechaniker ist fertig und verschwunden. Wir räumen den Einkauf ein und gehen zum Karahalios auf eine Pizza. Ich rufe die Magdalena an und sage, dass ich die Reparatur bezahlen möchte, bevor wir auslaufen. Sie kommt vorbei und kassiert 150 Euro für alles zusammen. Der Mechaniker hätte zwar nur 120 verlangt. Aber ich bin mit ihrer und der Leistung des Mechanikers so zufrieden, dass ich sage, sie sollen sich die 30 mehr teilen und was gutes essen gehen.

Wir laufen aus. Der Wind kommt wie angekündigt schwach aus Süd (warum nicht schon vorgestern?). Ein Ankerplatz im O. Deskalió bietet sich an, sogar mit großer Boje. Diese ist aber zu nahe an der nächsten und hat einen Fender an einer Leine, die sich unter dem Boot verheddert. Also nix wie weg. Im Südteil von Porto Rafti ankern wir dann weit draußen auf 10m Tiefe. Der Schwimm tut sehr gut. Wir essen was und haben viel zu plaudern. Obwohl wir 370 m vom Land weg ankern, überfallen uns die Gelsen, also hauptsächlich mich, in Staffelflügen über das spiegelglatte Meer. Manchmal wünscht man sich, dass zumindest ein kleiner Windhauch vorhanden sein könnte.

10.07.2015 Freitag
12:04 Attika / Porto Rafti Süd Karte Abfahrt
14:53 Euböa / N. Megalo Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:49 Strecke: 18,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten

Die Nacht ist für mich furchtbar. Es ist heiß, weil alle Luken geschlossen. Trotzdem stechen mich die Gelsen immer wieder. Normalerweise merke ich das gar nicht. Aber jetzt fängt der Stich sofort entsetzlich zu jucken an. Beate hat glücklicherweise eine Salbe gegen Instektenstiche mitgebracht. Drei Mal muss ich sie während der Nacht verwenden. Sie hilft aber wirklich gegen den Juckreiz. Beate merkt von alledem nichts.

Nach Frühstück bei Ö1 Morgenjournal und einer Vormittagsarbeitssitzung fahren wir los. Wir sehen uns die Bucht an, die ich ursprünglich für den Crewwechsel vorgesehen hatte. Lavrion war aber eindeutig die bessere Wahl. Hier hätten wir nicht ein Mal einen Platz am sehr kurzen Kai ergattert.

Bei mäßigem Gegenwind tuckern wir schräg über den Petalischen Golf zur Inselgruppe mit Nisos Megalo und Nisos Chersonissi als größte Inseln. In der Durchfahrt zwischen diesen finden wir einen herrlichen Ankerplatz. Die Durchfahrt ist recht weit und lang, hat aber nur ca. 3 m Tiefe und türkisblaues Wasser. Ein paar Boote ankern verstreut hier und da. Sonst ist auf den Inseln nur Wald zu sehen. Ein ungewohnter Anblick für uns in Griechenland.

11.07.2015 Samstag
Euböa / N. Megalo
In der Nacht pfeift der Wind. In der Früh ist es ganz bewölkt und ziemlich kühl. Erst nach Mittag verziehen sich die Wolken. Wir verziehen uns nicht, sondern bleiben bis morgen hier. Endlich keine Eile.
Beate liest und ich programmiere das Logbuch um, damit es auch auf dem iPad funktioniert. Wird noch eine Weile dauern, bis es so weit ist.
Nach Abendessen und kurz nach Sonnenuntergang wundern wir uns über zwei kräftige Lichter am Himmel. Das Planetarium am iPad gibt Auskunft: Venus und Jupiter.

12.07.2015 Sonntag
10:04 Euböa / N. Megalo Karte Abfahrt
10:57 Euböa / Marmari Karte Längsseits anlegen
12:34 Euböa / Marmari Karte Abfahrt
13:29 Motoren schneller
16:08 Euböa / Bufalo Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:27 Strecke: 26,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten

Wir brauchen vor allem Brot. Der nächste Ort ist Marmari. Falls wir dort einen Platz längsseits bekommen, werden wir anlegen, sonst weiter fahren, ist der Plan. Am Pier ist alles voll. Aber in der Verlängerung des Fähranlegers sieht es gut aus. Gerade als wir mit der Vorbereitung der Festmacher und Fender fertig sind, kommt ein kleines Fischerboot. Der Fischer grüßt freundlich zurück und deutet, wir sollen nicht auf seinen Platz, sondern näher zur Fähre anlegen. Das machen wir auch und er hilft mit den Seilen. Als Dankeschön erhält eine eine Miniflasche Marillenschnaps.
Beate geht einkaufen. Kurz darauf erscheint ein Hafenpolizist, weil die nächste Fähre gleich ankommen wird. Er meint, wir können schon da bleiben, aber sollte ein Fischerboot den Platz benötigen, müssten wir dem Platz machen.
Hauptsächlich ist er aber neugierig und erkundigt sich nach dem Woher und Wohin. Das Warum erzähle ich als Draufgabe. Hinsichtlich Krisensituation meint er, dass er sich darüber Sorgen macht, ob er nächste Woche noch vom Staat seinen Gehalt bekommen wird.
Zwischen freundlichem Fischer und Fähre:

Der Ort ist kein Juwel aber sympathisch mit guten (und prall gefüllten) Geschäften, zwei Bäckereien und vielen Lokalen entlang der Wasserfront. Als ausländische Touristen sind wir hier recht exotisch. Nach einem Kaffe und ein Bier in To Petrino

fahren wir weiter.

Der Gegenwind ist recht stark, aber die Wellen nicht schlimm. In Bufalo finden wir einen guten Ankerplatz vor den zwei bereits hier ankernden Segelbooten. Es kommen dann noch ein paar aber alle sieben haben Platz genug. Wir paddeln an Land und vertreten und die Beine ein wenig. Die Bucht liegt landschaftlich sehr schön und die Ortschaft ist beschaulich.


Einige Privathäuser, kein Geschäft und zwei Tavernen „Porto Bufalo“ und „Akrogiali“. Laut WLAN soll es noch eine geben „O Ntouras“, aber die finden wir nicht. Wir gehen ins Porto Bufalo.
Einige Häuser sind zum Verkauf angeboten. Dieses hier wäre sicher ein Schnäppchen:

Um 23 Uhr hört man das Zirpen der Grillen in der Ferne, gelegentlich ein Lachen aus der Taverna, dauernd das dumpfe Grollen der Windräder hoch oben auf dem Bergrücken und immer wieder das Quieken der spielenden Kleinkinder. Aber keine laute Musik oder aufheulende Mopeds.

13.07.2015 Montag
13:47 Euböa / Bufalo Karte Abfahrt
14:08 Motorsegeln
17:10 Euböa / Lefkantí Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:23 Strecke: 22,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten

Es ist zwar schön hier, aber wir fahren heute doch noch weiter. Ziemlich schnurstracks strecken wir über den südlichen Golf von Euböa. Der Wind kommt mäßig aus NE, später dreht er sogar auf SE. Die Genua darf etwas zur Fahrt beitragen.
In Lefkantí wartet eine große Boje auf uns. Das ist angenehm, denn laut Handbuch gibt es am Grund stellenweise Eisenplatten, in denen sich der Anker verheddern könnte. Außerdem gibt es nur in Ufernähe, wo die Boote der Einheimischen an Bojen liegen, passende Ankertiefen.
Wir paddeln zum Ufer und sehen uns die Ortschaft an. Sieht modern und gepflegt aus, fast wie in Spanien, finden wir.



Aber auch griechisch

Wir essen in der großen und sehr schön unter Bäumen gelegenen Ufertaverna Orana als einzige Gäste. Auch in der Nachbartaverna To Limanaki ist um 21:30 nur ein Tisch besetzt. Weil so gut wie gar keine ausländische Touristen hierher kommen, dürften die Tavernen die derzeitige Situation extrem zu spüren bekommen.

Während Judendliche am Ufer Radau machen, sehen wir uns einen Wilsberg Krimi im Cockpit an. Der Bluetoth-Lautsprecher übertönt locker die voll aufgedrehte Autostereoanlage am Ufer. Der Wind schläft vollkommen ein und der Beschlag der großen Boje bumpert gegen den Beam. Ich hänge sie um, so dass sie nur an einer Klampe hängt. Das hilft und so sieht es in der Früh aus:

14.07.2015 Dienstag
11:28 Euböa / Lefkantí Karte Abfahrt
12:45 Euböa / Chalkis Wartekai S Karte Längsseits
Zeit unterwegs: 01:17 Strecke: 7,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten

Bei so gut wie kein Wind motoren wir nach Chalkis. Zuerst legen wir uns am falschen Kai beim Bahnhof an, nach Anleitung des griechischen Handbuches. Ein junger Wasserskifahrer vom entsprechenden Club gleich nebenan informiert aber, dass der rot gestrichene Kai gegenüber eigentlich für wartende Yachten vorgesehen ist und sich auch dort der Kiosk für die Gebühr befinde. Also dorthin. Ein Boot liegt bereits hier, die ZEST. Deutsche aus Heidelberg an Bord. Ich gehe zum Kiosk der Port Authority und darf € 35,36 an Gebühr zahlen – für eine Passage, die kaum 5 Minuten dauern wird.

Nach 4 soll ich zur Hafenpolizei gehen. Sie organisiert die Zeit und die Reihenfolge der Durchfahrt. Nach 4 gehe ich zu Hafenpolizei und erhalte die Auskunft, dass ich zur Port Authority gehen soll. Sie organisiert die Zeit und die Reihenfolge der Durchfahrt. Ich pfeife aber jetzt darauf. Die Nachbarn erhielten schon irgendwo die Auskunft, sie sollen ab 22h auf VHF Kanal 12 hören, weil dann innerhalb der nächsten fünf Stunden (!!!) die Brücke geöffnet wird. Entweder die Brückenbehörde, oder wer auch immer jetzt dafür zuständig ist, kann nicht, will nicht oder will uns sekkieren. Oder eben ganz harmlos eine übliche griechische Zeitangabe.
Also wenn die Nachbarn los fahren, fahren wir auch los. So einfach ist es.

Es ist entsetzlich heiß und laut. Am Nachmittag setzt der Strom Richtung S so richtig ein. Ich schätze mit so an die 4 Knoten. Sieht aus wie ein Fluss.

Etwas ganz Seltenes gibt es hier: Einen Bahnhof


Die Fahrt nach Athen dauert eine Stunde und zwanzig Minuten erzählt der Kellner in der Ouzeri Evripos, wo wir am Abend sehr gut essen. Dann legen wir uns ins Cockpit schlafen. Geht so.

15.07.2015 Mittwoch
03:20 Euböa / Chalkis Wartekai S Karte Abfahrt
06:40 Euböa / Limni Karte Längsseits außen
Zeit unterwegs: 03:20 Strecke: 23,2 Seemeilen Ø Fahrt: 7 Knoten

Die griechischen Krachmacher lassen uns nicht lange schlafen. Herumfahren mit voll aufgedrehter Autostereoanlage bis drei in der Nacht dürfte hier gesellschaftlich geduldet sein, was wir überhaupt nicht verstehen. Zumal wohl die meisten mit offnen Fenstern schlafen wollen. Der Krach ist fast so laut wie das altbekannte Aufheulen von Mopeds ohne Schalldämpfer.
Kurz vor drei erwacht das VHF zum Leben. Die Port Authority (also doch die) fängt an, die angemeldeten Boote anzurufen. Wir sind auch dabei. Also ist ein separater Gang nach Bezahlung der Gebühr irgendwo anders hin eh unnötig. Zuerst kommen zwei Lastschiffe daran, dann die Yachten. Die Brücke hat sich links und rechts in eine „Garage“ unter der Fahrbahn verzogen. Die Durchfahrt dauert nicht Mal eine Minute.

Im Nordteil des Euböischen Golfes erwartet uns totale Finsternis mit unzähligen Lichtern entlang beider Ufer und auf dem Wasser. Viele Boote sind unterwegs, deren Lichter vor den Uferlichtern schwer zu erkennen sind. Der Navionics Plotter am iPad macht sich jetzt wirklich bezahlt. Sie zeigt genau, wohin wir steuern. Ohne würde es natürlich auch gehen, aber nicht so entspannt. Man steuert ja in ein „schwarzes Loch“.
Wind ist kaum vorhanden, dafür eine Strömung, die mit uns ist. Wir kommen gut voran. Viele Fischerboote kommen uns entgegen. Beate merkt, dass die Reparatur der Notausstiegsluken leider doch nicht erfolgreich war, zumindest auf der bb-Seite. Es kommt genau so viel Wasser herein, wie vorher. Aber woher? Die Dichtung kann es nicht sein. Die ist ja neu. Und zwischen Luke und Rahmen ist die neue Dichtungsmasse, die auf der anderen Seite tatsächlich dicht hält.

Kurz nach fünf beginnt die Morgendämmerung. Um 6:14 soll der Sonnenaufgang sein. Als wir bald danach in Limni ankommen, ist es also schon hell. Der ziemlich neue Hafen ist sehr schmal. In der nur 13m breiten Einfahrt liegt ein Arbeitsboot längsseits. Am äußersten Ende der Mole kann man auch längsseits anlegen. Das machen wir und legen uns sogleich todmüde schlafen.

Die undichte Luke geht mir nicht aus dem Sinn. Ist Gefahr in Verzug? Muss das Boot aus dem Wasser, um die Luke reparieren zu können? Ich überlege schon, wo. Denn sollte die Luke oder das Plexiglas brechen, wäre eine Weiterfahrt unmöglich. Die Unterkante der Luke befindet sich nur 20cm über der Wasseroberfläche.
Dann sehe ich mir die Sache von außen schwimmend mit Brille an. Ich stelle fest, dass die Luke nicht richtig geschlossen ist! Auf der achterlichen Seite ist der Spalt zwischen Rahmen und Boot um gut 5 mm breiter als auf der vorderlichen. Das erklärt natürlich einiges. Es ist aber unmöglich, den Verschlussgriff noch weiter anzuziehen, obwohl er lange nicht in der endgültigen Verschlussstellung ist. Das habe ich schon früher probiert und war der Meinung, dass die Luke daher eh vollständig geschlossen sein muss. Ich probiere es mit einer Schraubzwinge, aber erkenne die Bruchgefahr sofort. Ich sprühe den Griff mit WD40 ein und es gelingt mir danach, die Halteschraube um eine Vierteldrehung zu lockern. Jetzt ist der Griff leichtgängig. Ich schmiere die Reibungsklemmflächen mit Vaseline ein und siehe da, der Griff lässt sich bis zum Anschlag drehen. Ich checke das von außen – jawohl kein Spalt mehr da. Halleluja, wenn es das war!

Diese Notausstiegsluken sind sowieso der größte Unsinn. Sie sollen für Sicherheit sorgen, sollte der Katamaran umkippen. Vurschrift für den Fall, der bei Rennkatamaranen zwar vorkommen kann, aber bei Fahrtenkatamaranen weltweit noch nie eingetreten ist. Sollten die Bedingungen so arg sein, dass der Kat tatsächlich umkippen könnte – müsste mindestens ein Orkan sein – wird sich außerdem garantiert kein Mensch in der Kajüte aufhalten, aus der er ggf. durch die Notausstiegsluke gerettet werden müsste. Aber so sind sie die mit Abstand größte Gefahrenquelle der gesamten Bootskonstruktion.

Die Wasser- und Stromversorgungssäulen funktionieren mit einer Karte, die man im Kiosk beim Hafen um 12 Euro kaufen kann. Verbraucht man nicht alles, kann man die Karte angeblich in sieben anderen Häfen auf Euböa auch verwenden. Die Blodughadda wird gewaschen und die Wassertanks mit bestem Trinkwasser gefüllt.

Wir sehen uns die Ortschaft an. Sehr sympathisch. Echt griechisch obwohl blitzsauber und ordentlich. Einige kleine Geschäfte, zwei Bäcker, zwei Fleischhauer, zwei Banken, zwei Hotels, ein sehr gut sortierter proton-Supermarkt und zahlreiche Lokale entlang der langen Wasserfront. Keine Hektik, kein Lärm. Die Leute flanieren zahlreich auf der Uferstraße. Wir essen das günstigste Abendessen überhaupt. 12,90 für zwei Personen inkl. 1 Euro Trinkgeld. Gut, beim Hendlsouvlaki gehen wir von einer Portion mit Beilagen aus, aber es kommt ein einzelner Spieß, der mit 1,40 statt die Portion üblicherweise mit 7 zur Buche schlägt. Die Psitopolio To Pikanto hat halt keine Speisekarte und der Kellner spricht schlechter englisch als ich griechisch. Die fehlenden Kalorien holen wir uns anschließend in der Konditorei.

Gestern Nacht haben wir uns über die Amateurfischer in Chalkis gewundert, die bis drei in der Früh am Kai ausharren. Aber heute sehen wir Fischer an der Hafenmole, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat: Eine junge Frau mit offenen langen blonden Haaren mit Handtasche in einem weißen kurzen Kleid. Daneben vier ältere Popen mit zum Pferderschwanz gebundenen langen schwarzen Haaren mit Bart in schwarzen bodenlangen Kleidern. Schade, dass es zu finster zum Fotografieren ist.

16.07.2015 Donnerstag
10:05 Euböa / Limni Karte Abfahrt
13:20 Euböa / Ag. Georgios Bucht E Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:15 Strecke: 21,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten

Limni verliert etwas an Sympathie. Erstens ist der Platz außen am Wellenbrecher nicht mehr so gut. Obwohl null Wind, sind Wellen aufgekommen, die das Liegen ungemütlich machen. Zweitens hat die Versorgungssäule über Nacht das Guthaben von ca. 3 Euro genullt. Und drittens hat der Bäcker erst ab 9 Uhr frisches Brot. Wo gibts denn sowas? Der Abschied fällt daher nicht schwer. Der neuseeländische Motorbootfahrer mit finnischem Großvater aus Nagu, mit dem wir ein wenig geplaudert haben, wünscht uns eine gute Reise. Wir ihm auch.

Bei schwachem Wind aus N fahren wir schnurstracks auf die westlichste Halbinsel Euböas, Licháda, zu. Beate wünscht sich eine einsame Bucht. Irgendwo entlang der Südküste wird sich schon was finden. Die erste Möglichkeit wäre nach Club Med Gregolimano. Aber da ist es nicht wirklich einsam. Die zweite Möglichkeit ist zwar auch nicht wirklich einsam – am Ufer stehen ein paar Häuser – und eine Bucht ists auch nicht, eher eine Einbuchtung. Aber mit Sandflecken in passender Ankertiefe. Also Anker auf einen drauf und 40m Kette hinten nach. Platz ist ja genügend vorhanden. Wind auch. Hier kommt er aus SE, also direkt herein. Und das mit bis zu 25 Kn. Draußen gehen Wind und Wellen von E nach W und zu uns biegt dann nur der Wind um die Kurve umatum. Dabei sollte hier laut Prognose fast gar keiner sein.
Die Ankerbeschnorchelung bestätigt, dass der Sandfleck genau getroffen wurde. Wenn nicht, wäre es auch egal. Das Seegras steht nur ganz kurz und recht spärlich im Sand.

Um ca. 19h schläft der Wind vollkommen ein und wir haben einen sehr schönen Abend,

der mit Krimi im Cockpit und Nachtschwimm unterm Sternenhimmel ausklingt.

17.07.2015 Freitag
08:16 Euböa / Ag. Georgios Bucht E Karte Abfahrt
11:20 Motoren langsamer
14:14 Skiathos / Kukunaries Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:58 Strecke: 39,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten

Die ersten drei Stunden fahren wir über herrlich glattes Wasser im Affentempo. Der Strom ist mit uns und schiebt bis zu 2 Knoten mit an. GPS zeigt sogar 9,1 Kn über Grund! Aber ab Ak. Kefala ist Schluss mit lustig. Wind und Wellen kommen direkt auf die Nase. Der Wind zwar nur mit so 16 bis 18 Kn. Die Wellen sind auch nicht so hoch, aber durch die Gegenströmung sehr steil. Jede Welle eine Kollision. Wir wechseln auf die andere Seite des Diavlos Trikeri und das geht schon viel besser, wenn auch langsam mit Wellen und Strom gegen uns.
In Kukunaries erwartet uns beileibe keine einsame Bucht. Sieben Segelyachten und sieben Maga-Motoryachten ankern hier. Die Strände sind voll von Sonnenschirmen, Liegen und Leuten. Kleine Schnellboote rasen herum und ziehen Leute auf allen möglichen aufblasbaren Vergnügungsutensilien hinterher. Ausflugsboote kommen und fahren.
Wir finden den begehrten Ankersandfleck vor dem Strand des Hotels, wo kein musikähnlicher Lärm aus Lautsprechern dröhnt. Hoffentlich bleibt das so.

Aus unerfindlichen Gründen fangen die Megayachten, die sich im W-Teil der Bucht aufhalten, sich zu uns an die E-Seite zu bewegen. Hier kommt schon eine. Das Wasserspielzeug wird auch übersiedelt.

Die Entfernung zum kleinen Hafen ist fürs Paddeln zu gross. Der Außenborder kommt erstmals heuer zum Einsatz. Er startet mit dem ersten Zug – brav!
Der kleine Hafen ist an einer Flussmündung angelegt! Ja, tatsächlich gibt es hier einen See, der durch einen kurzen Fluss mit dem Meer verbunden ist. Wir fahren unter der Brücke „flussaufwärts“ und paddeln dann noch ein Stückchen weiter.


In Anführungszeichen, weil es eigentlich kein Fluss ist, eher ein Meeresappendix, weil absolut kein Wasser fließt. Aber schön ist es und massenhaft Fische tummeln sich um das Schlauchi herum.
Wir legen es auf einen niedrigen Schwimmsteg und gehen den einen Kilometer zur Ortschaft durch eine wirklich ungriechische Landschaft: Üppiges Grün und dichter Wald links und rechts. Die Ortschaft sieht auch eher aus wie ein amputiertes Straßendorf in den USA oder so. An der S-Seite ist ein hoher Zaun, der das Naturreservat um den See vor Eindringlingen schützt und hohe Vegetation, die den Blick darauf verhindert. Auf der anderen Seite spärliche niedrige Bebauung mit brach liegenden Grünflächen mit hohem Gras dazwischen.
Am Ende der Geraden essen wir einen sehr guten Salat und grindige Gyros-Pita im „Under The Pine Tree“. Dann ein Glas Wein in der halbverlotterten Stamelos Bar. Wir beobachten die recht zahlreichen Touristen. 90% ist stämmig bis dick, jedenfalls schiach, vermutlich Engländer.

Die gleich hinter der Blodughadda mit Landleine ankernde Yacht Illusion V bietet uns ein nettes Service. Sie illuminiert mit ihren Unterwasserscheinwerfern die halbe Bucht, wie einen Swimmingpool. So können wir Motor und Schlauchi ohne Taschenlampe bestens herauf holen.

Knapp außerhalb ankert die noch größere Sealyon ebenfalls mit Unterwasserfestbeleuchtung. Natürlich müssen wir über diesen Luxuswahnsinn diskutieren. Um den Preis einer Charterwoche auf so einem Ding könnte man locker zwei Blodughaddas kaufen.

18.07.2015 Samstag
12:54 Skiathos / Kukunaries Karte Abfahrt
15:49 Skopelos / O. Limnonári Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 02:55 Strecke: 18,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten

Es ist so weit: Das neue Blogbuch ist eröffnet.
Nicht nur eleganter, sondern auch mit mehr Möglichkeiten:
– Es gibt eine Suchfunktion.
– Kommentare können direkt eingegeben. Sie erscheinen dort, wo sie eingegeben wurden.
– Die Verwaltung erfolgt komplett über den Webbrowser, womit sie auch am iPad funktioniert.

Also bitte um Kommentare…

Kaum haben wir unseren Ankerplatz verlassen, wird er von einem anderen Segelboot genommen. So toll war er aber auch nicht.
Wir sehen uns die Südküste von Skiatos und den Hafen an, verspüren aber keine Lust, anzulegen. An der Südküste von Skopelos bleiben wir in der ersten Bucht. Drei Chartersegelboote ankern und schaukeln in der leichten Dünung. Uns egal, wir legen uns mit Landleine in die NW-Ecke. Bald sind wir das einzige Boot in der Bucht.
Beate schwimmt zum Strand. Drei Strandtavernen und ein Swimmingpool! Und natürlich Bumm-Bumm-Musik. Wir werden an Bord Spaghetti essen.

19.07.2015 Sonntag
11:18 Skopelos / O. Limnonári Karte Abfahrt
11:35 Skopelos / Agnóntas Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 00:17 Strecke: ,8 Seemeilen Ø Fahrt: 2,8 Knoten

Die Wespen verleiden uns das Frühstück. Wir brechen es ab und essen drinnen fertig.
Wir wollen uns die Nachbarbucht kurz ansehen. Hier liegen drei Segelboote längsseits am langen Kai. Wir legen uns dazu und sehen uns den kleinen Ort an. Ein paar Häuser, ein Minimarkt, drei Tavernen, ein Badestrand und eine Gartenhäuschen der besonderen Art. Alles sehr nett.
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2015_07_19_Agnontas02

Lemonis Rent A Car hat ein Werbeschild aufgehängt. Wir rufen an, 6944-582365. Der Zitronis hat ein Auto und wird es in 20 Minuten vorbeibringen. Das tut er auch. Besser gesagt, er holt uns ab und bringt uns nach Skopelos Stadt.

Wir fahren in den Norden über die gebirgige Straße durch mächtige Pinienwälder. Dazwischen Feigenbäume, Zypressen und Olivenhaine. Ziel ist das „Mamma Mia Kirchlein“. Liegt wirklich spektakulär auf einem hohen Felsen, der ins Meer hinaus ragt.

Auf dem Weg dorthin nehmen wir zwei Autostopper mit, ein junges polnisches Paar, das schon seit über einer Stunde von der Bushaltestelle in Glossa zu Fuß unterwegs ist. Wir nehmen die zwei auch zurück mit und sehen uns mit ihnen den reizlosen Hafen Loutraki unterhalb von Glossa an. Gut, dass wir nicht hier angelegt gaben. Dann führen wir sie nach Eliós, wo sie wohnen und verabschieden uns. Der hiesige Hafen, Neo Klima, wäre gar nicht so schlecht gewesen, stellen wir fest. Ziemlich neu erbaut mit Versorgungssäulen.

Am Abend essen wir in der mittleren Taverna Pavlos endlich wieder Tabuleh sowie die hiesige Spezialität gekochtes Schweinefleisch mit Pflaumen.

20.07.2015 Montag
13:59 Skopelos / Agnóntas Karte Abfahrt
16:06 Alonnisos / O. Murtià Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:07 Strecke: 11,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten

Die Batterien nähern sich der 12V-Marke, sprich, sie sollten wieder aufgeladen werden. Mit dem Multimeter stelle ich fest, dass Steckplatz Nr. 1 der nächsten Versorgungssäule Strom führt, an dem zuvor das Kabel eines gerade abgelegten Bootes angestöpselt war. 0,96 Euro Guthaben weist das Gigieffe Display noch an. Na gut, sehen wir Mal, wie lange das reicht.
Wir sehen uns Skopelos Stadt und das Folklore Museum an. Alles recht nett, aber nichts Besonderes. Nach einigen Einkäufen bringt uns der Autoverleiher wieder zum Boot. Siehe da, das Guthaben ist immer noch 0,96 Euro und die Batterien fast voll. Gelegentlich ist es vorteilhaft, wenn die Griechen ihre technischen Geräte nicht instand halten.
Nächste Station ist die große Bucht im S von Alonnisos. Wir sehen uns die verschiedenen Ankermöglichkeiten an und entscheiden uns für einen total offenen Platz im E der Bucht. Es gibt zwar Wellen, aber die sind hier überall. Zwei ungewöhnliche Beobachtungen: Ein kleiner Wasserfall, der sich ins Meer ergießt und ein andauernder Pfeifton von irgendwo gleich dort kommt. Zuerst denke ich, dass er irgendwie vom Motorraum kommt, aber unter Deck ist er nicht zu hören. Wir hoffen, dass es sich um eine Wespenvertreibungssirene handelt. Was es wirklich ist, lässt sich vom Boot aus nicht eruieren.

Beate will mit dem eingekauften Schweinefleisch und den Dörrzwetschgen das gestrige Abendessen nachkochen. Es gelingt ihr aber nicht. Es gelingt ihr viel besser! Mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Kapern und getrockneten Tomaten schmeckt es sagenhaft gut! Als Bootessen außerdem sehr praktisch: Einfach alles im Schnellkochtopf garen, also zuerst das Fleisch, dann alles andere dazu. Wir taufen das Gericht „Skopelos Gulasch“.

Dann folgt das Abendkino im Cockpit. Diesmal kein Krimi, sondern der sehr gute Film „Nachtzug nach Lissabon“

21.07.2015 Dienstag
10:25 Alonnisos / O. Murtià Karte Abfahrt
16:21 Thessalien / Ag. Ioannis Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:56 Strecke: 38,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten

Die Abfahrt verzögert sich, weil die Lichtmaschine an stb. Motor nicht lädt. Das Ladekabel ist aus dem Kabelschuh gerutscht. Keine große Sache, trotzdem schweißtreibend zu reparieren.
Wir fahren über glattes Wasser bis N von Skopelos. Trotz fast kein Wind, kommen dann Wellen daher. Der dazu gehörige Wind kommt etwas später mit ca. 15kn schräg entgegen aus N. Nach einer Stunde beruhigt sich die Lage wieder.

Als wir uns die Küste von Thessalien nähern, ändert sich das Klima. Es wird diesiger und drückender. Das griechische Elias-Handbuch empfiehlt die kleine Bucht Damuchari als sicherer Platz mit gutem Ankergrund („Good holding“). Müsste „Final holding“ heißen. Wer hier den Anker wirft, bekommt ihn nicht wieder. Riesige scharfkantige Steine und Felsplatten mit Spalten sieht man am Grund ganz deutlich mit der Polariodbrille. Also fahren wir wieder hinaus. Dabei macht die Bucht einen heimeligen, eigentlich unheimlichen, Eindruck mit steilen Felswänden rund herum und ein paar Häusern im Scheitel.

Wir tuckern langsam einem langen Sandstrand entlang 1,3 sm zum Minihafen von Agios Ioannis. Wie erwartet, ist er voll von Booten und Bojen der Eingeborenen. Vor der Hafeneinfahrt und dem Sandstrand ankern wir auf bestem Sandgrund in 5m Tiefe. Es ist völlig windstill und es soll auch kein starker Wind kommen. Die Luft hat 34°, das Wasser 30,5, erfrischt aber trotzdem.

Achja, noch etwas apropos Reparatur: Beide Notaustiegsluken sind jetzt dicht! Da kommt kein Tropfen Wasser mehr herein. Möge es so bleiben!

Der Landgang erweist sich nach über 30 Stunden am Boot als ein wackeliger. Im Supermarkt wird mir fast schlecht. Der in Griechenland angeblich bekannte Urlauberort hat einen langen Sandstrand auf der einen, viele Lokale und Geschäfte auf der anderen Seite der hoch gebauten Straße mit ziemlich breitem Gehsteig. Die Häuser sind meist mehrstöckig mit quadratischem Grundriss. Wir gehen bis zu einer Brücke über einen Fluss, der ins Meer mündet und wahrscheinlich Wasser führt, wenn es regnet. Dann zurück in die gut besuchte Taverna Galeos direkt vor dem Boot. Die Vorspeisen sind in Ordnung, wenn auch die Zucchini Chips versalzen. Aber dass hier so viele Leute essen, wundert uns nach der Hauptspeise schon bzw. lässt sich daraus schließen, dass in den anderen Lokalen noch schlechter gekocht wird. Das einzige Gewürz am gegrillten Hendlfiletstück ist Salz, und das reichlich. Wie die fetttriefenden Pommes Frittes als einzige Beilage schmecken, werden wir nie wissen.
2015_07_21_AgIoannis01
2015_07_21_AgIoannis02
2015_07_21_AgIoannis03

22.07.2015 Mittwoch
07:55 Thessalien / Ag. Ioannis Karte Abfahrt
08:56 39°29’17“N,23°06’58“E Motoren schneller
11:33 Thessalien / Agiokampos Karte Längsseits anlegen
15:20 Thessalien / Agiokampos Karte Abfahrt
17:44 Thessalien / Stómio Karte Ankern
Zeit unterwegs: 06:02 Strecke: 38,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten

Um vier Uhr wecken uns Wellen auf. Es geht gar kein Wind, aber ordentlich große Wellen kommen direkt herein. Das Boot steht quer zu ihnen und schaukelt wie verrückt. Es knarrt, kracht und plätschert. Wir können aber nichts machen und legen uns wieder schlafen. Man kann sich an alles gewöhnen.
Als wir in der Früh aufwachen, hat sich das Boot mit dem Bug in die Wellen gedreht, was an sich angenehmer ist. Aber die Wellen sind größer. Keine Chance auf ein Morgenschwimm. Verärgert legen wir auch ohne Frühstück sofort ab.
Entlang der Küste nordwärts im tiefen Wasser kommen dann die Wellen sanfter daher. Wir haben Gegenstrom mit über 1 Kn und immer max. 3 Kn Wind. In den hohen steilen bewaldeten Berghängen hängen gelegentlich Streudörfer. Man fragt sich, wovon die Menschen dort leben. Ackerbau geht nicht und die Kinder werden auch kaum Fußball spielen können. Sonst gibt es absolut nichts Interessantes zu sehen.
2015_07_22_Agiokampos01

Wir erreichen den Hafen Agiokampos. Sie ist ziemlich neu mit einem gewaltigen Wellenbrecher. Trotzdem schaukeln zwei Segelboote längsseits an der Kaimauer heftig in der auch in den Hafen stehenden Dünung. Wir legen uns dazu und schaukeln auch, aber nicht ganz so arg.
Es muss hier einen gewaltigen Sturm mit Wellen über den Wellenbrecher gegeben haben. Denn sämtliche Versorgungssäulen sind zerstört. Auch sieht man, wo Laternenmasten mal gestanden sind.
2015_07_22_Agiokampos02

Am Nachmittag wird es unerträglich drückend heiß. Die Luft steht. Ins Hafenwasser wollen wir nicht eintauchen. Zum Strand ist es zwar nicht weit, aber dort gibts weder Schatten noch Duschen. Ich sage zur Beate „wir hätten vielleicht doch weiter fahren sollen“. Sie sagt „können wir ja immer noch“. Wo sie recht hat, hat sie recht. Keine zehn Minuten später sind wir wieder unterwegs.
Etwa zwei Stunden weiter nördlich soll es eine „good anchorage with fine weather“ geben. Jetzt weiß ich, dass man hier nicht die Wind- sondern die Wellenprognose anschauen soll. Wind kommt sowieso die ganze Woche kaum. Die Wellen vor Stomio sollen in der Nacht max. 20 cm hoch sein. Das klingt erträglich.

Wir erreichen Stomio und ankern gute 180m vom Strand auf 3,5m Tiefe. Es kommt eine ganz sanfte Dünung aus E und ein ebensolcher Wind. Es gäbe zwar einen Hafen, aber wir wollen lieber schaukeln als nicht baden können. Außerdem haben wir keine Lust zu erkunden, ob der Hafen auch für uns geeignet wäre.

23.07.2015 Donnerstag
16:45 Thessalien / Stómio Karte Abfahrt
18:20 Thessalien / Platamon Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:35 Strecke: 11,5 Seemeilen Ø Fahrt: 7,3 Knoten

Heute kommen die Wellen um drei. Aus E, aber nicht so heftig wie gestern. Eine schwache Brise weht aus N. Hat also mit den Wellen nichts zu tun. Stellt nur das Boot quer zu ihnen. Schlafen würde besser gelingen als gestern, wenn nicht die Gelsen wären. Trotzdem, irgendwann verziehen sie sich und man kann sich an alles gewöhnen.

Am Vormittag kommt dann endlich zu den Wellen passender sanfter Wind aus E auf. Außerdem ist es deutlich kühler mit 28° und die Luft ist sehr trocken, daher sehr angenehm. Wir sehnen uns gar nicht so stark wie gestern, ins trübe Wasser zu hupfen. Es ist so trüb, dass man den Anker auf 3,5 m Tiefe mit der Taucherbrille nicht erkennen kann.

Wir sind uns einig, dass diese Küste Thessaliens das bootsmäßig bisher uninteressanteste Gebiet ist, das wir bisher in Griechenland gesehen haben. Mag sein, dass es in den Bergen anders ist.

Ich rufe in der Marina Platamon an und erkundige mich nach einem Platz. Ja, genügend frei, wir sollen uns auf VHF Kanal 9 melden, wenn wir ankommen. Also müssen wir uns nicht beeilen. Beate arbeitet und liest. Ich räume auf, sortiere Kabelschuhe und programmiere das Blogbuch fürs iPad weiter.

Wir fahren los und erreichen problemlos die Marina Platamon. Ein Marinero, der perfekt deutsch spricht, hilft mit den Leinen und Mooringleinen. Endlich ein Platz ohne Wellen.
Wir gehen zum Marinabüro und dürfen 70 Euro für zwei Nächte inkl. Strom und Wasser zahlen. Die Leute sind sehr freundlich. Ein neu angekommenes Boot, dürfte hier etwas sehr Seltenes sein.

Ein Ankunftsbier im Marinacafé darf nicht fehlen. Das hiesige Olympos Bier schmeckt gut. Aber nicht mehr, nachdem ich den Preis auf dem Kassenbon gesehen habe: 5 Euro für 0,33 L! Beates Eistee ist mit 3,50 auch nicht gerade ein Schnäppchen. Erst dann studieren wir die Karte. Durchwegs irrwitzige Preise, außer für ein Toast um zwei Euro.

Der Marinamanager kommt vorbei in Badehosen und nassem T-Shirt und fragt, wie es uns in der Marina gefällt. Gut, aber das Bier ist zu teuer, sage ich. Er ladet mich auf ein zweites ein.
Sein Boot liegt direkt vor uns. Es ist ein Mordstrum Sunseeker Motorboot, registriert in Helsinki(!) mit dem blödsinnigen Namen „Salty Blue“ (warum nicht „Sweet Khaki“). Mit dem Jetski, das jetzt auf der hydraulischen Badeplattform liegt, ist er vorher unterwegs gewesen. Deshalb das nasse T-Shirt.

Wir sehen uns den Ort an. Zuerst nach links, also südwärts. Lebhafte Geschäftsstraße, viele Gyrosbuden, viele kleine Geschäfte, ein paar elegante Hotels, an der Wasserfront auch wirklich elegante 2-3 stöckige Wohnhäuser mit riesigen Balkonen und perfekt gepflegten Rasenflächen. Davor ein wenig einladender Kullersteinstrand. Trotzdem baden einige Leute in der leichten Brandung. In den Quergassen parken auffallend viele Autos mit Kennzeichen aus Serbien, Bosnien Herzegowina und Bulgarien.
Dann die Straße nach rechts von der Marina. Noch mehr Gyrosbuden, auch ein paar Tavernen, nichts Elegantes, sehr viele Leute unterwegs. Der Strand gleich rechts der Straße ist viel breiter als der vorige und von Sonnenliegen- zum Abendcafétischundsesselaufstellplatz mutiert. Beate will gleich in eines dieser Netzregiesessellokale gehen. Aber ich befürchte Marinacafépreisniveau. Eine stinknormale Taverna muss es aber auch nicht sein. Wir biegen ins „George’s Place Grillhouse“ ein. Ein Selbstbedienungsschnellimbissrestaurant mit Kellnerin (heute fallen mir wieder lange Wörter ein). Die Selbstbdienung besteht vor allem darin, dass wir den Cheeseburger und Souvlaki Pita, beide tadelllos, zum Schluss an der Theke zahlen dürfen.
Dann kommt das teuere Strandcafé daran. Ist aber günstiger als das Marinacafé, aber nicht viel. Mein Long Island Ice Tea ist allerdings eine Beleidigung für jeden Barkeeper und sicher keine 7,50 wert.

Gerne würde ich wissen, warum seit unserer Ankunft immer wieder Militärhubschrauber über uns hin und her der Küste entlang fliegen, jedes Mal zwischen drei und fünf hinter einander. Auch jetzt noch um 00:12h. Was das dem Pleitestaat an Treibstoffkosten verursacht!

24.07.2015 Freitag
Thessalien / Platamon Marina
Heute sehen wir Schnee! Zwar nicht viel und nicht aus der Nähe. Aber einige Zungen hoch oben am Olymp leuchten aus dunklen Felsspalten heraus.

Wir mieten ein Fiat Panda von http://rentacar-alexandros.gr/profile um 40 Euro. Wird zur Marina gebracht und morgen wieder abgeholt. Zuerst machen wir uns auf die Suche nach einem uns beschriebenen Gasflaschenverkäufer. Nach einem Irrweg finden wir ihn auch tatsächlich und können die leere gegen eine volle tauschen.

Dann geben wir in Google Maps am iPad Litochoro ein, der Ort in dem die Straße auf den Olymp beginnt. Wir werden auf eine Bundesstraße Richtung N geleitet. Daneben wird an einer Autobahn gebaut. Dann sind wir plötzlich auf der bereits fertigen Autobahn A1 nach Thessaloniki. Navi sagt, in 1,5 Km von der Autobahn abfahren. Nach einem Kilometer kommt die Mautstation. Mein Einwand, dass wir gerade Mal einen Km Autobahn gefahren sind und die nächste Abfahrt wieder hinunter fahren werden, nützt nichts. Zwei Euro Maut müssen wir für 1,5 Km Autobahn zahlen. Teurer gehts wohl nicht.

Nach einigen Kilometern sagt Navi „links abbiegen“. Kein Schild nach Litochoro ist zu sehen, aber Navi wird sicher eine Abkürzung kennen. Die Asphaltstraße hört nach einiger Zeit auf. Noch 4 Km zum Ziel auf der Schotterstraße wird wohl möglich sein. Alsbald würden wir aber dann doch einen Geländewagen brauchen. Die Schotterstraße wird eine Grobsteinstraße, die durch eine Schlucht führt. Um auf der anderen Seite wieder herauf zu kommen, müssen wir eine 180° Kurve machen, nach der ein so steiler Anstieg ist, dass wir hängen bleiben. Die Räder drehen sich einfach durch. Das hatten wir auf Kreta schon Mal – auch auf Anraten des Navi. Diesmal aber können wir uns zurück rollen lassen und Schwung nehmen. Auf der äußersten linken Kante ist festeres Material und mit Vollgas düsen wir rallyfahrermäßig noch um eine Kurve und aus der Schlucht hinauf. Würde eigentlich Spaß machen, wäre da nicht die Sorge, dass ein Reifen an einem spitzen Stein platzen könnte.

Der restliche Weg nach Litochorio ist im Vergleich dazu ein Spaziergang. Im Ort fahren wir auch spazieren bis wir zur Abzweigung auf den Olymp finden. Das depperte Navi haben wir schon lange abgedreht und folgen den Schildern und dem Instinkt, wenn kein Schild vorhanden ist.
Es geht 17 Km bergauf auf tadelloser Asphaltstraße. Nur die letzten Kilometer zum Parkplatz Prioni sind eine etwas holprige Staubstraße. Dann hört die Straße auf. Von da weg würde es zu Fuß in 1.900 Höhenmetern auf den Olymp weiter gehen. Keine Aufstiegshilfe vorhanden. Also setzen wir uns in die Berghütte und bestellen Bohnensuppe, Bier und Bergkräutertee. Dieser schmeckt sehr gesund, sagt Beate. Die Bohnensuppe ist Gigantes in dünner Sauce und das Mythos ganz normal ungesund und gut.
Wir genießen die Berglandschaft mit üppiger Vegetation und einem Gebirgsbach gleich neben der Hütte. Dann sehen wir uns noch das im Wiederaufbau befindliche mittelalterliche Kloster des Dionysios an. Zuletzt haben es die Deutschen 1943 zerstört.

Die üppige Vegetation erinnert uns sehr an die daheim mit tiefen Nadel- und Laubbaumwäldern. Erst als wir wieder zur Schwemmlandebene hinunter fahren, verändert sich das Bild radikal mit unfruchtbaren Steinfeldern links und rechts. Allerdings nicht lange. Wir fahren nach Dion „the city of the kiwi“, wie es auf dem Willkommensschild steht. Kiwiplantagen so weit das Auge reicht. Haben wir noch nie gesehen. Die Anbauweise erinnert sehr an den Weinhochanbau in Österreich.

Einen archäologischen Park gibt es hier auch, inklusive antikem Theater. Wir begnügen uns damit, die steinernen Grundmauerresten von irgendwas vom Auto aus zu begutachten. Archäologiemäßig sind wir Banausen.

Zurück geht es über die mautfreie Küstenstraße an etlichen Campingplätzen vorbei. Wir sehen uns den schrecklichen Badeort Leptokarya an. Elendslanger Sandstrand mit massenhaft Menschen und Sonnenschirmen. Davor ein Straßengewühl, aus der wir kaum hinaus finden. Jetzt haben wir auch einen passenden Namen für diese Gegend: „Balkanriviera“.

Am Abend ergibt sich wieder das Problem der Essenslokalwahl. Erstaunlich bei dieser Anzahl an Lokalen. Wirklich einladend ist aber keines. Aufgrund der außergewöhnlichen Salate entscheiden wir uns für „Dios“ gleich an der Hauptflanierstraße oberhalb der Marina. Die Anzahl uneleganter Menschen, die davor auf- und abflanieren ist gewaltig. Nach ein paar Tausend gehen wir zum Boot zurück.

Nein, diese Gegend ist nichts für uns. Schön sie gesehen zu haben und abhaken zu können. Ab morgen geht es ostwärts in neue unbekannte Gegenden.

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4 Gedanken zu “2015-07-09 Nordwärts”