Aktualisierung 20.08.2018 11:22:38 Anzahl Tage: 8
18.07.2007 Kos Nord / Marina
19.07.2007 Kos / Marina – Gyali
20.07.2007 Gyali – Tílos / O. Èristos
21.07.2007 Tílos / O. Èristos – Chalki
22.07.2007 Chalki – Alimiá / Ag. Minás
23.07.2007 Alimiá / Ag. Minás – Tílos / O. Livádia
24.07.2007 Tílos / O. Livádia – Tílos / O. Skáfi – Gyali
25.07.2007 Gyali – Kos / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Harald
Götz Renate
Obermann Gottfried
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 22:46 Strecke: 133,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
18.07.2007 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Der Tipp von Stamatis, bei der Autovermietung Autobank gegenüber dem Flughafengebäude nach einem Leihwagen zu fragen, war gut. Es gibt drei Autos zur Auswahl. Ich entscheide mich für das mittlere um € 55 pro Tag weil es nicht viel kleiner als das Teuerste ist. Trotzdem haben nicht alle mit allen 9 Gepäckstücken Platz. Beate, Harald und ich und das gesamte Gepäck passen aber hinein und wir fahren zuerst zum Boot. Gottfried und Renate warten in der Taverna gegenüber der Autovermietung auf die zweite Fuhre.
Die Blodughadda ist nach der langen Winterpause von genau 9 Monaten überzogen von rotem Saharasand. Harald macht draußen sauber während ich innen die winterliche Ordnung in die sommerliche bringe und den Flugsand von überall weg wische.
Beate holt Gottfried und Renate vom Flughafen. Auf dem Rückweg kaufen sie im Champion-Supermarkt ein. Um 20h sind sie beim Boot. Es scheint zunächst wieder unmöglich, alles irgendwo im Boot unterzubringen. Um 22h ist das Kunststück gelungen und wir fahren zum Abendessen nach Platani. Die drei Tavernen am Hauptplatz sind zum Bersten voll. Aber wir finden einen Platz beim „Alise“. Das Besondere hier: Es sind türkischstämmige Griechen und es werden verschiedene Kebabs angeboten.
19.07.2007 Donnerstag
16:05 Kos / Marina Karte Ablegen
20:00 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:55 Strecke: 20,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Während Renate und Beate auf Shoppingtour gehen, machen Gottfried, Harald und ich das Boot startklar. Um 16h ist es endlich so weit und wir können losfahren. Es weht ein mäßiger Nordwind. Wir opfern den Göttern Ouzo und dampfen die ganze Strecke bis nach Gyali, wo wir erst um 20h ankommen. Das Meeresbad ist herrlich. Die unzähligen Fumerolen, die vom seichten Sandgrund aufsteigen sind sehenswert.
Es gibt dann ein herrliches Abendessen mit Schweinskotletts.
20.07.2007 Freitag
15:00 Gyali / Strand Karte Abfahrt
18:30 Tílos / O. Èristos Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 21 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Am Programm steht das Entfernen des Bewuchses vom Unterwasserschiff. Es ist eine anstrengende Tätigkeit obwohl die geringe Tiefe dadurch Erleichterung bietet, dass man sich am Sandgrund abstützen kann. Der meiste Bewuchs lässt sich relativ leicht abbürsten. Es gibt aber Stellen mit weißem, harten, korallenartigen Bewuchs der sich nur mit Rasierklinge á la Ceranfeldschaber entfernen lässt. Besonders die Propeller und die Saildrives sind voll davon. Und weil sie tief liegen und viele Rundungen aufweisen, ist es sehr mühsam, sie einigermaßen glatt zu bekommen. Von schön geputzt kann keine Rede sein.
Um 15h können wir weiter fahren. Ein angenehmer Rückenwind füllt die Genua, der die Motoren unterstützen darf. Wir sind merkbar schneller als gestern, ca. 1 kn, mit dem glatten Rumpf.
Um 18:30h werfen wir den Anker im W-Teil der großen Bucht auf Tílos. Hier sind große Steine am Strand, die sich als Poller für eine Landleine gut eignen. Diese bringt der Harald auch sogleich aus. Weil hier ein Schwell in die Bucht hinein steht, ist es sehr angenehm, den Bug dagegen fixiert zu haben.
Nach Schwimm und Sundowner fahren wir mit dem dem Schlauch zum Beginn des 1,2 km langen Sandstrandes. Wir gehen zur Snack-Bar „En Plo“ nicht unweit des Strandes. Das Essen, der offene Weißwein und das Bier vom Fass sind hervorragend.
21.07.2007 Samstag
12:05 Tílos / O. Èristos Karte Abfahrt
13:35 segel setzen
15:24 Segel bergen
15:40 Chalki / Hafen Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 03:35 Strecke: 21,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten
Nach ausgiebigem Frühstück und Schwimmen machen wir uns um 12:05 auf den Weg. Zuerst sehen wir uns die schönen Buchten an der S-seite von Tilos an bevor wir Kurs auf Chalki nehmen. Kurz nachdem wir die Insel Antitilos passiert haben, setzen wir um 13:35h die Segel. Der Wind kommt passend aus W mit ca. 15 kn so dass wir auf dem raumen Kurs zwischen 6 und 7 kn Fahrt machen.
Nach 1:50h haben wir die NE-Spitze von Chalki erreicht (A. Peristéria), hinter der der Wind vollkommen abstirbt. Er ist eben nicht stark genug, um über den Berg zu blasen.
Um 15:40h legen wir uns längsseits am Schwimmsteg an „unserem“ Platz an. Die Mannschaft hupft sofort ins Wasser. Dann gehen wir auf eine Erfrischung in eine der Cafés. Nachher ist die Stromversorgung auch gesichert so dass der Kühlschrank und der Computer dauernd laufen können.
Die Ortschaft ist wie immer sehr ansprechend und das Wetter bestmöglich. Trotzdem sind wir etwas irritiert: In der Taverna The Black Sea stinkt es nach verrottetem Fisch und das Essen ist gar nicht so gut wie das letzte Mal. Außerdem ist heute der Tag für das Wasserversorgungsschiff, das mit seinen Pumpen einen ziemlichen Lärmpegel erzeugt. Wir genießen aber den windstillen Abend im Cockpit und bekommen noch kurz vor Mitternacht das An- und Ablegemanöver der großen Fähre von Kreta nach Rodos zu sehen.
22.07.2007 Sonntag
12:58 Chalki / Hafen Karte Abfahrt
14:00 Alimiá / Ag. Minás Karte
14:15 Alimiá / Ag. Minás Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:16 Strecke: 6,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Zum Sonnenaufgang treibt es mich hinaus. Die windstille Morgenstimmung lässt mich gleich auf bleiben. Beate steht auch auf. Sie greift zum Zeichenstift und Reisetagebuch. Ich zur Videokamera und Stativ, gerade rechtzeitig als die große Fähre Vitsentzos Kornaros auf der Fahrt nach Kreta einläuft.
Nach dem Filmen hole ich vom Bäcker absolut frisches Brot und Sandwiches, die wir anschließend zum Frühstück verspeisen. Danach wird die stb-Seite des Bootes ordentlich geputzt, weil wir vom Schwimmsteg aus gut hinlangen können. Einige Tomaten und Gurken werden eingekauft und eine weitere Fähre vom Café aus beobachtet. Ich gehe sogar zur Hafenpolizei und darf ganze € 5,20 bezahlen. Auch der Waterboy kommt und entsperrt den Wasserhahn. Man zahlt hier neuerdings 5 Euro per 100 Liter Wasser wobei maximal 300 abgegeben wird. Leider ist der Boy zu blöd um den Zähler richtig abzulesen oder er versucht uns zu prellen. Jedenfalls dreht er den Hahn ab bevor die Tanks voll sind und behauptet, es wären 300 Liter und er will € 15 kassieren. Ich versuche, ihm zu erklären, dass das unmöglich wäre, weil nicht mehr als 200 hineinpassen kann, was er vermutlich gar nicht versteht. Er beharrt auf seiner Version und ich auf meiner. Also gebe ich ihm 10 € und er nimmt sie wortlos an.
Um 13h legen wir ab und tuckern in einer Stunde zur Nachbarinsel Alimiá. „Unser“ Platz gleich S der Einfahrt in die große Bucht ist von zwei türkischen Gulets verseucht. Wir suchen weiter in der Bucht und finden einen geeigneten Platz hinter einem Kirchlein auf einem Halbinselchen vor Klosterruinen. Der Anker hält beim zweiten Mal und die Landleine darf diesmal auch Dienst machen.
Bei früheren Besuchen auf der Insel habe ich sie immer irgendwie unheimlich gefunden. Das bestätigt sich als ich ganz in die Bucht hinein schwimme, um mir die andere Kirche anzusehen. Sie ist auch total verlottert und um sie herum sind nur Ruinen, die teilweise als Behausung dienen dürften. Es ist aber kein Mensch da, nur kleine Schafe und Ziegen auf einem eingezäunten Steinacker. Der ganze Hang hinter der Kirche ist voll von „Steiniglus“ – mit einer einzigen Öffnung versehene Steinhaufenhütten. Hier haben früher offenbar viele Leute in primitivsten Verhältnissen gelebt.
23.07.2007 Montag
10:40 Alimiá / Ag. Minás Karte Abfahrt
13:45 Tílos / O. Livádia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:05 Strecke: 19,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten
Nach Frühstück und Morgenschwimm machen wir uns um 10:40h auf den Weg. In der großen Livádia-Bucht werfen wir den Anker um 13:45 recht nahe am langen Kieselstrand. Während des Nachmittags kommt eine Segelyacht nach der nächsten herein. Alle ankern in der Bucht, weil sie nicht im Hafen anlegen dürfen. Dieser ist nämlich für die Teilnehmer einer Segelregatta reserviert. Als wir am Abend mit dem Schlauchboot zum Ufer fahren, zählen wir ganze 12 Segelyachten in der Bucht und 15 im Hafen – fast schon kroatische Verhältnisse.
Wir essen recht gut direkt an der Strandpromenade und anschließend schwimmen Beate und ich zurück zum Boot. Als der ablandige Wind am späten Abend ordentlich zunimmt und die Böen bis zu 20kn erreichen, beschließe ich, doch noch die Landleine zum Baum am Ufer zu legen. Harald und Gottfried bringen ihn mit dem Schlauchboot aus. Die 110m reichen gerade bis zur Heckklampe. So können wir das Boot mit Hilfe der Winsch drehen ohne neu ankern zu müssen. Ich hatte kein besonderes Vertrauen in den großen Seegrashaufen, in dem sich der Anker festgesetzt hatte.
24.07.2007 Dienstag
10:55 Tílos / O. Livádia Karte Abfahrt
11:50 Tílos / O. Skáfi Karte Ankern
16:10 Tílos / O. Skáfi Karte Abfahrt
19:00 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:44 Strecke: 23,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Der Tag beginnt mit absoluter Flaute. In dieser tuckern wir zur einsamen Bucht Skáfi in N der Insel, wo wir einen Badestopp einlegen. Er ist auch unbedingt notwendig, denn die Temperatur steigt bis auf 38,5° im Schatten. Das Meer hat 28° und kühlt daher nicht wirklich, außer man bleibt lange drin.
Als wir gerade Würfelpoker spielen, hören wir einen lauten Platsch im Wasser nicht weit vom Boot. Ich erblicke einen riesigen Wirbel mit grünem Wasser und etwas Schwarzes, das kurz darin auftaucht und wieder verschwindet. Danach ist nichts mehr zu sehen. Es war also weder ein Delfin noch eine Robbe. Es kann also nur irgendein sehr großer Fisch gewesen sein.
Um 16:10h machen wir uns wieder auf den Weg. Inzwischen ist der Wind angesprungen und kommt schräg entgegen mit ca. 10kn, bringt aber auch keine besondere Kühlung.
Eine besondere Überraschung bietet aber der Ort Pali auf Nisyros: Der Hafen ist gesteckt voll, weil hier eine Sunsail-Flotte Station gemacht hat. Nicht ein Mal „unser“ Platz im Seichten ist frei, weil dort ein Fischerboot liegt. Also müssen wir weiter fahren. Die Hafenmole wird übrigens umgebaut so dass die Einfahrt jetzt nach E zeigt.
Auch unser Platz bei Ag. Antonios/Gyali ist besetzt. Also bleibt nur mehr der Platz, wo wir am ersten Abend geankert haben.
25.07.2007 Mittwoch
10:36 Gyali / Strand Karte
14:15 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 03:38 Strecke: 20,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Auch der heutige Tag beginnt mit Flaute. Um 1/2 9h sind schon alle munter. Gottfried hat bereits wie üblich den Abwasch gemacht und Beate das Frühstück. Nach diesem folgt der Morgensport mit Frisbee-Spielen im seichten Wasser.
Um 1/2 11 fahren wir los. Auf dem halben Weg bleiben wir stehen, weil Gottfried und Harald im fast windstillen Meer schwimmen wollen. Auf der Fahrt versuche ich ein Leihauto zu organisieren, was sehr schwierig ist. Zunächst kann ich nur erreichen, dass Patrick und Christina ein Auto vom Stamatis am Flughafen vorfinden werden und mit diesem zur Marina fahren können.
Um 17:30h kommen sie in der Marina an. Inzwischen haben Renate und Gottfried ihre Koffer gepackt und mit uns im Marina-Café geplaudert.
Wie mit Stamatis vereinbart bringe ich den Leihwagen zu seinem Büro, um ihn gegen ein anderes Auto zu tauschen, weil dieses um 19h gebraucht wird. Patrick fährt mit. Herr Stamatis sitzt mit nacktem Oberkörper in seinem einfachen Büro und telefoniert gestresst. Er beklagt sich, dass er in der Hochsaison täglich 20 Autos zwischen 19 und 20 Uhr abholen, putzen und hinbringen muss. Und dass er für uns kein anderes hat als einen alten Suzuki Vitara-Jeep, den er nicht vermietet, nur für interne Transporte verwendet. Wir können diesen haben, müssen nichts zahlen, nur etwas tanken. Sein Sohn und ein Angestellter bringen uns zum Auto, das irgendwo in der Stadt steht. Nach einiger Zeit finden sie es und wir können umsteigen und zur Marina fahren. Das Auto ist wirklich gerade noch fahrtüchtig (“it is no problem if you drive carefully“). Es hat auch gerade noch Platz für Renate und Gottfried und das Gepäck. Aber tatsächlich ist es kein Problem, sie um 23h zum Flughafen zu bringen.