Aktualisierung 21.08.2018 20:34:52 Anzahl Tage: 21
08.08.2013 Kos Süd / Kefalos Kamari – Nisyros / Páli
09.08.2013 Nisyros / Páli
10.08.2013 Nisyros / Páli – Gyali / Nsis Àg. Antónios
11.08.2013 Gyali / Nsis Àg. Antónios
12.08.2013 36°53’15.5“N,027°18’28.2“E – Pserimos / O. Vathy
13.08.2013 Pserimos / O. Vathy – Pserimos / Bucht Südküste
14.08.2013 Pserimos / Bucht Südküste – Léros / O. Xirókampos
15.08.2013 Léros / O. Xirókampos
16.08.2013 Léros / O. Xirókampos – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
17.08.2013 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Lipsi / Hafen
18.08.2013 Lipsi / Hafen
19.08.2013 Lipsi / Hafen
20.08.2013 Lipsi / Hafen – Arkí / Tiganáki
21.08.2013 Arkí / Tiganáki
22.08.2013 Arkí / Tiganáki – Máratho
23.08.2013 Máratho – Patmos / Livadi Geraniou – Patmos / Livadi Geranou
24.08.2013 Patmos / Livadi Geranou – Patmos / O. Meloï
25.08.2013 Patmos / O. Meloï – Patmos / Agriolivadia
26.08.2013 Patmos / Agriolivadia – Kálymnos / Emboriós
27.08.2013 Kálymnos / Emboriós – Nisyros / Páli
28.08.2013 Nisyros / Páli – Kos Süd / Kefalos Kamari
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 31:56 Strecke: 182,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
08.08.2013 Donnerstag
13:06 Kos / Kefalos, Kamari Karte
14:55 Nisyros / Páli Karte Ankunft
15:04 Nisyros / Páli Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 01:58 Strecke: 12,9 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
Beate legt eine Vormittagsarbeitssitzung ein. Beim Schwimmen zwischenduch erlebt sie was Neues: Ein kleiner Putzerfisch knabbert sie am Finger an!
Als wirklich alle Batterien leer sind, fahren wir los. Unser Stammplatz vor der Taverna Afrodite ist frei. Der Afroditevater hilft mit den Festmachern und in Rekordzeit ist das Boot mit fünf Leinen verzurrt.
Die backbordseitige Versorgungssäule gibt sowohl Strom als auch Wasser her. Ich bediene mich sofort. Was man hat, hat man. WLAN hat man hier auch. Im Lauf des Nachmittags kommt die Wassertante und kassiert die üblichen je 5 Euro für Wasser und Strom. Der Hafenpolizist lässt sich aber nicht blicken. Wie wir später vom Captain hören, kommt er überhaupt nur mehr selten nach Pali. Sparmaßnahmen halt. Dabei gäbe es gerade hier im Sommer für den Staat viel an Hafengebühren zu kassieren.
Nach einem Abendschwimm am Strand essen wir bei Ellinis. Fängt gut an mit geröstetem Brot, Aufstrichen, gebratenen Zucchini und rote Rüben. Aber der Grillteller ist nicht so gut wie letztes Mal.
09.08.2013 Freitag
Nisyros / Páli
Der wärmste Tag bisher mit 32°C. Im Vergleich zu Österreich freilich kühl. Die niedrige Luftfeuchtigkeit macht ein sehr angenehmes Klima. Trotzdem komme ich ordentlich ins Schwitzen, als ich den Schlauch mit Literzähler vor der Druckwasserpumpe ausbaue und vom Kalk befreie. Die notwendigen Körperverrenkungen sind gute Gymnastik.
Am späten Nachmittag mieten wir einen Roller bei Eagle’s Nest. Wir fahren auf den Berg hinauf. Bei der Abzweigung zum Vulkankrater drehen wir um. Die Aussicht über die Caldera genügt uns. In Mandraki trotten wir durch die engen Gässchen. Die meisten Geschäfte haben um 18h noch geschlossen, sperren erst gegen 19h wieder auf. Kirchenglocken bimmeln nervös irgendwo. Dann fängt irgendwo ein Gottesdienst an, der über Lautsprecher übertragen wird. Laut ist dabei das richtige Wort. Sprecher nicht. Müsste in dem Fall Lautsänger heißen, oder besser Lautsingsänger. Der Sprechgesang des Pfaffen legt sich aufdringlich über den ganzen Ort.
Wir setzen uns ins Café Irini am Hauptplatz unter den riesigen Bäumen. Die Kellnerin bestätigt, dass diese Zwangsbeglückung nicht üblich ist. Im Kloster über der Stadt sind Pfarrer von weit her zusammengekommen, um am 14. und 15. August den Marienfeiertag gemeinsam zu zelebrieren. Das ist jetzt nur ein Vorgeschmack, sozusagen öffentliche Messeprobe, die bis nach Sonnenuntergang dauern wird.
Unterhalb des Klosters führt ein betonierter Fußweg zum Lavasteinstrand. Obwohl kein Wind, kommen recht große Wellen daher. Einige wenige Badegäste liegen noch am Strand und gehen trotz der Brandung schwimmen. Wir beobachten eine Weile die weiße Gischt, einen schwarzen Schnorchler und die gelbe tief stehende Sonne. Dann gehen wir zum Roller zurück. Genau da finden wir eine passende Taverna direkt am Meer. Die Brandung ist hier so laut, dass sie die Gottesdienstbrüllerei übertönt. Eine schöne Aussicht auf den Sonnenuntergang ins Meer haben wir auch. Die Essensqualität ist normal aber die gelegentlichen Spritzer von der Brandung und die feine Gischt, die sich auf die Brillen legt, vertreiben uns. So verlassen wir die Taverna Hoklari gleich nach dem letzten Bissen und fahren nach Pali zurück.
Ein Besuch in Pali ohne Besuch beim Captain ist undenkbar. Also darf er für einen Ouzo, einen Wein und eine kurze Plauderei zuständig sein.
Einige Fotos:


Der Hafen Pali. Der einzige Hafen, in dem wir wirklich gerne sind.


Gässchen in Mandraki. Das untere ist die „Bachgasse“ = Wenn es regnet, ist die Gasse ein Bach.

Die Wasserfront Richtung Wellen und Sonnenuntergang.

Darüber das Kloster mit schöner Aussicht aber Gottesdienstzwangsbeglückung.

Lavasteinstrand- und Sonnenuntergangsbeobachtungsplatz.
10.08.2013 Samstag
13:00 Nisyros / Páli Karte
13:35 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
Zeit unterwegs: 00:35 Strecke: 3,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Beate kauft ein beim Bäcker und den beiden Mini-Markets. Ich hole Wasser und Wein und kann sogar die leere Campinggasflasche gegen eine volle umtauschen.
Wir fahren los und ankern beim Inselchen Agios Antonios in der Gyalibucht. Ein Ausflugsboot aus Kos macht halt, um seine Badegäste kurz zu wässern. Ein Motorboot bleibt länger. Aber ab 19h sind wir allein. Auch die Baumaschinen vom Bimssteinabbau auf Gyali werden friedlich. Ich schwimme mit der Kamera im Wasserdichtbeutel zum Strand, gehe zum Gipfel des Inselchens hinauf und fotografiere die Lage und das nicht besonders elegante Kirchlein. Die Tür ist nicht verschlossen. Drinnen ein Schild THE MONASTERY IS UNDER REPAIR. WE ARE SORRY ABOUT THE MESS in absolut perfektem Zustand. Alles andere im absoluten Gegenteil.


Als ich wieder zum Boot komme, hat Beate köstlichen Thunfisch-, Gurkentomatensalat, und Nudeln gekocht. Dann geben wir uns eine Folge von Pfarrer Braun in unseren bequemen Brunner-Outdoor Strandsesseln im Cockpit.
Es hat sich am Nachmittag angekündigt: Die Schlapfenzeit bricht an. Soll heißen, das Wetter stellt sich um und es wird zum ersten Mal in diesem Sommer richtig ordentlich diesig und feucht. Nach dem Fernsehabend ist auch der Salonboden feuchtglänzend. Bloßhappert unangenehm, aber eben mit Schlapfen kein Problem. Hoffentlich ist damit der Dauermeltémi vorbei. Zumindest soll die Dauerhitzewelle in Österreich vorbei sein.
Aber der Wind fängt ab ein Uhr nachts wieder zu pfeifen an und noch immer ziehen die zahlreichen auf Kos landenden Flugzeuge ihre Landescheife über unsere Köpfe hinweg. Es ist halt die Nacht mit dem größtem Urlauberwechsel und eigentlich eh nicht besonders laut.
11.08.2013 Sonntag
15:07 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
17:58 36°53’24.7“N,027°18’12.4“E Tanken bei Tankstelle Marina Kos
18:18 36°53’15.5“N,027°18’28.2“E Ankern vor dem Strand
Zeit unterwegs: 03:11 Strecke: 20,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Obwohl Sonntag arbeitet der Radlader im Bimssteinabbau gegenüber. Das Geräusch ist aber nicht wirklich störend und macht eine lange Mittagspause. Als diese vorbei ist, sausen wir los nach Kos. Der schwache Wind aus Südwest(!!!) und die Meeresströmung schieben mit an. Bis zur Ostspitze von Kos haben wir dauernd mehr als 7 Kn Fahrt. Und hier kommt der Wind plötzlich aus NW und gar nicht so schwach.
Der Dieseltank und der Benzinkanister für den Außenborder werden an der Tankstelle der Marina Kos aufgefüllt. 77,4 Liter seit Ios verbracht. Eigentlich haben wir vor, nach Pserimos weiter zu fahren, aber ein Besuch in der Stadt hätte auch was. Also ankern wir unweit der Tankstelle. Das Wasser ist so trüb, dass man auf 6m Tiefe nicht sieht, auf was für eine Grundbeschaffenheit der Anker fällt. Nicht Mal mit der Unterwasservideokamera. Aber er hält. Die Schnorchelinspektion ergibt: Bester Sandgrund.

Wir fahren an Land. An so viele Menschen und Fahrzeuge sind wir nicht gewöhnt. Der Radfahr- und Fußgängerweg ist knackvoll, vor allem von Radfahrern. Wir können nur im Gänsemarsch gehen, um nicht überfahren zu werden. Den rettenden Gehsteig auf der anderen Straßenseite zu erreichen, ist noch gefährlicher. Heil durch den Strom von Autos und Mopeds ohne Rücksicht auf Menschenverluste zu kommen, verlangt schnelle Überquerungsentscheidung.
Wir gehen ins Lithino und freuen uns auf ein gutes Abendessen, vor allem ich. Es wird aber ein totaler Flop. Sohn und Tochter des Hauses begrüßen uns zwar herzlich und sind lieb wie immer. Aber der Beate geht es nicht gut. Ihr wird übel, spürt den Drang, sich auf eine Liege am Strand zu legen und verabschiedet sich sobald die Getränke serviert sind. Ich will nur schnell meinen Hunger mit einem Mussaka stillen und dann nachkommen. Aber mir wird übel und spüre den Drang, sofort zu flüchten, sobald der Alleinunterhalter mit seinem KORG-Keyboard anfängt, eine entsetzliche Schnulze zu spielen. Die Touris am Nachbartisch finden das klasse und können vermeintlich zivilisationsunbeobachtet tanzen. Dann folgt Besame Mucho und meine Verabschiedung ohne Mussaka (hätte vielleicht viel Béchamel gehabt). Der Sohn versteht mein Argument, dass ich nicht Tourist genug bin, um diese Aufführung auszuhalten. Sie findet immer nur Sonntags statt. Also bitte Never on a Sunday ins Lithino! Das Lied wird dort sicher auch tanzgerecht verklimpert.
Beate hat sich unweit des Schlauchbootes auf eine Strandliege gelegt. Ich führe sie zum Boot und sie legt sich schlafen. Ich fahre zur nächsten Strandtaverna namens Mavromatis Restaurant, um meinen Hunger doch noch zu stillen. Auch nicht schlecht obwohl etwas teurer als das Lithino. Aber die übliche griechische Berieselungsmusik ist dezent und wenigstens wirklich griechisch.
Als ich zurück komme, hat bei Beate schrecklicher Durchfall begonnen. Erst spät in der Nacht finden wir das richtige Mittel, um diesen zu stoppen: 4 Mg Loperamidhydrochlorid.
12.08.2013 Montag
18:45 36°53’15.5“N,027°18’28.2“E Abfahrt
20:31 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:46 Strecke: 8,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Also dieser Ankerplatz heißt nix wenn auch nur ein bisschen Wind weht. Er kommt aus West, die Wellen aus Nord. Entsprechend deppert schaukelt das Boot auch bei wenig Welle. Nämlich nicht viel aber mit hoher Frequenz. Ich halte das schwer aus. Der Beate ist es wurscht. Aber ihr geht es immer noch nicht gut, fühlt sich schwach und hat bamstige Beine und Arme. Mit größter Mühe kann sie ein paar Arbeiten am Computer erledigen bevor sie sich wieder schlafen legt.
Ich fahre an Land einkaufen und entschaukeln. Beim Pavlos kaufe ich neue Salingflaggen und plaudere ein wenig mit ihm. Es ist traurig. Für sein Yachtzubehörgeschäft wird es immer schwieriger, Ware zu bekommen. Jede Bestellung, auch noch so kleine, muss im Voraus bezahlt werden. Falls er überhaupt eine Ware bekommt. Die griechischen Kunden sind alle praktisch verschwunden. Nur mehr die Ausländer, die Boote in der Marina haben oder chartern, halten das Geschäft noch aufrecht. Er verflucht die Korruption, die seiner Meinung nach alles verursacht hat.
Auf dem Weg ins Zentrum der Stadt sehe ich viel mehr leere Geschäftslokale mit dem Schild „Zu Vermieten“ als voriges Jahr. Das betrifft auch das Geschäft von Babis, bei dem ich voriges Jahr diverse Ersatzteile für den Motor gekauft habe. Aber das Batteriengeschäft neben der Post hat, was ich brauche: Ein kompaktes Ladegerät für AA und AAA Akkus. Nicht nur das: Eine LED-Laterne fürs Cockpit und ein Frappeequirl fürs Créma mit Löskaffee.
Im Supermarket Agora arbeite ich die Einkaufsliste ab und nach einem wohlverdienten aber teuren Bier im stylischen Strandlokal Spitaki kehre ich zum Boot zurück. Beate schläft immer noch trotz der mittlerweile wilder gewordenen Schaukelei. Ich räume den Einkauf ein, inspiziere die neuen Geräte und teste den Quirl. Kein Vergleich, aufgeschäumter Neskaffee schmeckt unvergleichlich viel besser! (wer es glaubt)
Eine weitere Nacht auf diesem Ankerplatz ist unzumutbar. Also fahren wir, eigentlich nur ich, los. Beate ist einigermaßen erholt und liest wie üblich im Cockpit während wir bei streckenweise wirklich unangenehmen Wellen langsam nach Pserimos fahren. Kurz nach Sonnenuntergang geht der Anker auf hier deutlich sichtbaren Sandgrund nieder. Es gibt Bio Kürbisrisotto aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft. Mit Chili und Parmesan schmeckt es sogar irgendwie gut.
Dann wieder ein spannender Film im Cockpit bei sehr sanfter Wellenwiege und schöner Aussicht auf die Lichter von Kos und der Türkei.
13.08.2013 Dienstag
11:55 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
12:30 Pserimos / Bucht Südküste Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:35 Strecke: 3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
Der Beate geht es wieder gut und wir frühstücken wie üblich bei Ö1 Morgenjournal Podcast. Ein Wunder, dass der geladen werden konnte, weil die Internetverbindung hier fast gar nicht möglich ist. Das geht natürlich nicht und obwohl ich gerne das Ablegemanöver der tollen Nachbaryacht Breath Of Horus beobachtet hätte, machen wir es vorher.
In der Bucht an der Südküste haben wir wieder besten 3G Empfang und Beate kann ihre Arbeit fortsetzen. Außerdem ist es herrlich ruhig und kein anderes Boot hier. Hoffentlich setzen die hier schon erlebten heftigen Fallböen aus unterschiedlichen Richtungen nicht bald ein.
Sie kommen, aber nur ganz sanft. Nach 17h wird es überhaupt fast windstill und wir beschließen hier zu bleiben über Nacht. Ich schwimme wieder an Land für das Ankerplatzpanoramafoto, diesmal mit Kos im Hintergrund:

14.08.2013 Mittwoch
12:32 Pserimos / Bucht Südküste Karte Abfahrt
16:30 Léros / O. Xirókampos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:58 Strecke: 19,4 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten
Herrlich ruhiger Morgen. Gelegentlich ein Lüftchen und ein vorbeifahrendes Boot. So um 1/2 11 werden es mehr. Die Flotte der Ausflugsboote auf Kos rückt aus und versorgt uns reichlich mit Wellen. Die Batteriespannung nähert sich der 12 Voltmarke, unter die sie nicht sinken soll, und wir haben wieder Gusto auf ein Tavernenessen. Also los! Im Pserimos Ort machen wir eine schnelle Besichtigung ohne stehen zu bleiben. Es wäre sowieso kaum Platz für uns da. Weder per Anker noch zum Anlegen.
Bei sehr schwachem Wind, teilweise aus SW, kommen wir bequem voran. Unterwegs muss ich die Schelle auf der Ruderstange neu positionieren und nachziehen. Sie ist darauf nach innen gewandert.
In Xirokampos liegen viele Segelboote. Aber wir ergattern die südlichste rote Boje, was uns sehr recht ist. Damit haben wir bei Normalwind aus dem Cockpit freie Sicht auf die Buchteinfahrt. Allerdings ist der Wind nicht normal, sondern so gut wie tot.

Liegt man an einer roten Boje, wird erwartet, dass man in die Taverna To Kima geht (gelbe: Aloni und – heuer neu – weiße: Mama Veta). Nachdem bei To Kima die blaue Aufschrift auf der Ufermauer von FRECH FICH auf FRESH FISH korrigiert worden ist, gebe ich dieser von uns sonst gemiedenen Taverna eine Chance. Ein kühles Bier werden sie wohl nicht verpatzen können. Aber zu viel erwartet. Ich setze mich an einen Tisch auf der Terrasse und beobachte das Geschehen, werde aber selbst komplett ignoriert. Ich überlege, welche Funktionen die verschiedenen hinein- und hinausgehenden Personen haben könnten. Zwei junge Frauen dürften das Servierpersonal und ein extrem schmuddeliger bloßfüßiger Dickwanst könnte der Wirt sein. Die übrigen sind wohl nur Gäste, die aufs Klo gehen, weil sie nur ein Mal an mir vorbeigehen. Nach ca. 15 Minuten, in denen ich vermutlich auf gut Glück jemandem hätte zuwinken sollen, gehe ich ins Nachbarlokal Mama Veta. In gestoppten drei Minuten habe ich mein Bier und nach weiteren drei Minuten das Passwort fürs WLAN.
Es ist also klar, dass wir abends zu Mama Veta essen gehen. Und das wie immer absolut köstlich. Der Mama Veta Salat um 8 Euro ist zwar sauteuer, aber mit Eisbergsalatblättern, Avocados, Äpfeln, Pinienkernen, Parmesan und Balsamicocréme einfach traumhaft gut. Und der „Satsch“ ist wie letztes Jahr ein Mixed Grill der besonders schmackhaften Art. Schade eigentlich, dass ich Paprika nicht mag, auch nicht noch so köstlich mitgebraten.
15.08.2013 Donnerstag
Léros / O. Xirókampos
Es ist absolut windstill und das Deck ist triefend nass. Beate nützt das für einen Bootsputz. Erst um 11h kommt schwacher Nordwind auf. Einige der gestern gezählten 20 Segelboote fahren los. Wir bleiben noch bis morgen.
Gleich hinter uns ankert kurz eine sehenswerte Schönheit, die Vaimiti, fährt aber bald wieder ab. Wie bei Breath Of Horus komme ich auf den Bootsnamen, indem ich nachsehe, welche WLAN Netzwerke vorhanden sind – praktisch!
Leider fängt der Voltcraft SWD-300 Spannungsumwandler zu spinnen an. Bereits vor ein paar Tagen hat er sich aus unerfindlichen Gründen immer wieder aus- und dann wieder eingeschaltet, was der WLAN Router gar nicht gemocht hat und deswegen ein Reset gemacht hat. Seither hängt er am Tischinverter. Heute schaltet sich der Spannungsumwandler einfach aus, obwohl noch 12,4V Spannung in der Batterie vorhanden ist. Kann mit schwer vorstellen, dass kurzfristig 11,5V vorhanden war, was den Tiefentladeschutz ausgelöst hätte. Starte die Motoren und der Wandler wandelt wieder. Hmm, vielleicht ein Kontaktproblem irgendwo.
Am Abend wollen wir die Füße vertreten und das Kirchlein auf dem Gipfel des Hügels oberhalb des Ortes ansehen gehen.

Nach 20 Minuten haben wir es geschafft.

Die Aussicht über die Bucht ist herrlich.

Und auch die große Lakki-Bucht auf der anderen Seite sieht man von hier.

Zurück gehen wir dann hintenrum auf der Zufahrtstraße für die Autos. Wir sehen uns den bis auf 4 Zelten leeren Campingplatz an. Er ist sehr schön gelegen in einem Olivenhain aber doch recht weit vom Strand. Der Betreiber ist stinksauer und spricht vom Auswandern. Früher seien täglich mehrere Leute mit der Fähre von Piräus gekommen, jetzt vielleicht zwei per Woche. Ich meine, wenn jemand wenig Geld hat und trotzdem Urlaub machen möchte, wäre doch Camping die ideale Möglichkeit. Ja, aber die Leute, die wenig Geld haben, können sich die Kosten für die Fähre auch nicht mehr leisten, antwortet er.
25 Minuten später sitzen wir in der Taverna Aloni und essen auch sehr gut. Wir finden aber, dass Mama Veta besser ist, wenn auch etwas teurer.
16.08.2013 Freitag
12:20 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
14:08 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankunft
14:22 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:02 Strecke: 11,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Ich rufe bei Agmar an, um wenn möglich heute, morgen oder am Monatag das Dieselleck am bb-Motor repariert zu bekommen. Ja, wir sollen morgen um acht in Partheni sein. Also fahren wir nach Archangelos, um morgen nur ein kurzes Stück bis zur Werft zu haben.
In der Bucht ankern schon 10 Boote, darunter drei Chartererboote mit Italienern, die sich zusammengebunden haben. Aus Lautstärkeerfahrungen in ähnlichen Konstellationen suchen wir einen Platz möglichst weit entfernt im Westteil der Bucht.
17.08.2013 Samstag
07:32 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
07:58 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Längsseits an Travelliftbecken
11:30 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
12:40 Lipsi / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 01:36 Strecke: 8,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
Der Wecker läutet um 7h. Es ist seltsames Wetter: Der Himmel voll Wolken, das Deck nass wie nach ausgiebigem Regen.
Wir tuckern langsam nach Partheni und legen längsseits außen am Travelliftbecken an. Ich rufe wie vereinbart bei Agmar an und teile mit, dass wir angekommen sind. Der Mechaniker Yannis kommt nach 10 Minuten und fängt an, die Ursache für das Dieselleck zu suchen. Es ist kaum auszumachen, aber dürfte bei der Einspritzpumpe sein. Der Technical Manager Michalis höchstpersönlich schaut sich die Sache auch an und erklärt, dass das jetzt nur provisorisch repariert werden kann und die Pumpe als ganzes zum Service an die Spezialisten in Athen gesendet werden muss.
Yannis werkt zwei Stunden lang während mir bange ist, ob der Motor danach überhaupt funktionieren wird. Tut er aber. Ich bezahle 110,20 bei der Marinarezeption und nachdem wir die Wassertanks mit kostenlosem Wasser aus einem unversperrten Hahn aufgefüllt haben, legen wir ab.
So wellen- und windlos war die Überfahrt nach Lipsi in meiner Erinnerung noch nie. Wir wollen unseren bewährten Platz am Kopf der Mole nehmen. Kurz vorher schießt ein kleines silberfarbenes Auto herbei und der Fahrer deutet „nix da“. Ich frage warum, „reserviert für Boote mit Motorschaden“ antwortet der gehfaule Hafenschackl. Wir sollen uns längsseits ganz innen an die Kaimauer legen, wo die Mopeds direkt vorbeiheulen und bei Wind das Boot dagegen gedrückt wird. Na sicher nicht. Am Schwimmsteg unweit der Fähranlegestelle ist Platz genug. Wir nehmen den äußersten Platz mit schönem Blick auf den Ort und wissen noch gar nicht, wie gut dieser Platz ist.
Der Abendspaziergang führt uns rund um den Hafen und dann ausnahmsweise nicht zum Manolis Tastes sondern ins Restaurant To Pefko am Strandweg, der abends Fußgängerzone ist. Eine sehr gute Wahl. Sehr schön angelegt und mit schönem Blick auf die Buchteinfahrt. Sehr gutes und günstiges Essen und eine aufmerksame Bedienung. Was will man mehr?
Während wir im Cockpit lesen, fängt die Livemusik der Hochzeitsgesellschaft im Karnagio an. An unserem Platz ist die Lautstärke erträglich. Wo wir ursprünglich anlegen wollten wahrscheinlich nicht. Denn Karnagio ist kaum 50 Meter davon entfernt.
18.08.2013 Sonntag
Lipsi / Hafen
Jetzt wissen wir, wie gut dieser Platz ist. Die Musik dröhnt die ganze Nacht und hört erst nach 7 Uhr in der Früh auf! In der Kajüte hört man sie zwar auch, aber nicht so laut, dass man nicht schlafen könnte. In den Booten an der Mole wird es wohl anders gewesen sein.
Beate holt frisches Brot vom Bäcker und dann gibt es ein Sonntagsfrühstück mit weichem Ei.
Wir lesen den ganzen Tag. Am Abend gehen wir mit den deutschen Bootsnachbarn Peter und Claudia, Markus und Karin und deren Sohn Konstantin auf ein Getränk ins Lokal an der Pierwurzel und anschließend auf einen Fisch zum Manolis.
Zurück auf dem Boot fängt die Livemusik im Kavos, dem Lokal direkt oberhalb des Liegeplatzes an. Doch kein so idealer Platz. Diesmal hört die Musik schon um drei Uhr auf.
19.08.2013 Montag
Lipsi / Hafen
Beate geht zum Frisör. Als sie fertig ist, ruft sie an und schlägt ein Treffen in der Bäckerei-Konditorei vor. Treffen davor gelingt. Hinsetzen nicht. Alles von Italienern besetzt. Wir gehen daher einkaufen ins Kalypso-Geschäft. Gelingt auch nicht. Alles voll von Italienern. Verärgert gehen wir in einen anderen „Supermarkt“ oben im Ort. Keine Italiener hier. Aber auch kaum Ware. Im nächsten detto. Wir beschließen, unser Glück am Abend zu versuchen, wenn die Italiener mit dem Styling für das Abendessen beschäftigt sind.
Ich bringe einen Sack Wäsche in die virtuelle Wäscherei. Ganz virtuell ist sie natürlich nicht. Sonst könnte ich nichts hinbringen. Aber schon seltsam, dass ich die längste Zeit ein WLAN-Netz mit der Bezeichnung „EasyWash Loundry“ am Computer in voller Sendestärke sehe, aber es sonst unauffindbar ist. Die Frau von den Panorama Studios hilft mir, die Wäscherei in den Poseidon Studios zu finden. Kein diesbezüglicher Schild vorhanden und keine Maschinen zu sehen. Aber ja, hier ist die Wäscherei und ich soll das Ergebnis am Abend abholen.
Die Siesta beginnt um 14 Uhr. Der Winkelschleifer im Kavos und die Fliesenschneidemaschine knapp oberhalb verstummen. Wir lesen, auch stumm.
Dann wird es Zeit für das obligate Panoramafoto:

Ich hole die herrlich duftende, noch ganz warme und sogar gebügelte Wäsche ab. 10 Euro ist OK dafür. Der Abendeinkauf gelingt gut. Wir dürfen einen klapprigen Einkaufswagen ausborgen, um ihn zum Boot zu bringen. Ein geländegängiges Modell wäre von Vorteil. Die betonierte Uferstraße ist so holprig, dass wir nur durch Ziehen und Schieben vorwärts kommen. Aber die ca. 250 Meter schaffen wir pannenfrei.
Wir essen wieder im To Pefko. Kaum sitzen wir, sind alle Tische besetzt und etliche Italiener müssen auf einen Platz warten, hä hä. Das Essen ist wieder gut, aber nicht so überzeugend wie vorgestern. Ich will einen Schweinslungenbraten mit Weinsauce, wenn es den nicht gibt, einen gegrillten Rindslungenbraten, wenn es den nicht gibt, ein Rindskotlett. Ich bekomme ein Schweinskotlett zum Preis vom Rindskotlett. Schmeckt zwar sehr gut, weil dasselbe wie vorgestern. Aber ich bin doch etwas enttäuscht.
Zurück auf dem Boot fängt die Livemusik an… Diesmal auf der Gemeindebühne im Park. Aber auch diesmal klingt es genau so wie die zwei letzten Aufführungen. Es ist „Greek Fidelity“: Zuerst wird eine Geige wird recht virtuos traktiert, aber immer im gleichen Tonfall. Dann kommt die Begleitung auch für ca. 10 Sekunden an die Reihe. Manchmal untermalt von einem sorgenvoll klingenden Vibratorezitativ. Dann wieder die Geige usw., wobei peinlich darauf geachtet wird, dass der immer gleiche stampfende Rhythmus nie unterbrochen wird. Das Gute heute: Frühschluss um ein Uhr.
20.08.2013 Dienstag
10:35 Lipsi / Hafen Karte
11:45 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 01:10 Strecke: 7,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten
Beate holt früh Brot vom Bäcker. Diesmal bekommt sie sogar einen Platz, um ein Capuccino zu trinken. Wir frühstücken mit Ö1 Morgenjournal und fahren ohne Eile los. Der Wind ist wie vorhergesagt zwischen 10 und 15 Knoten. Nur an der S-Seite von Lipsi kommt er mit bis zu 27 Knoten vom Berg herunter.
In Tiganáki müssen wir uns den Weg zum Ankerplatz frei pfeifen, damit wir keinen Schwimmer überfahren. Aber das ist noch gar nichts verglichen mit der Anzahl Köpfe im Wasser um 14h als gleichzeitig fünf Ausflugsboote und noch mehrere Privatmotorboote hier ankern. Die meisten kommen nur auf einen Badestopp von kurzer Dauer hierher. Dafür kommen dauernd neue Boote daher. Macht nichts, es gibt was zu sehen. Zu hören gibt es griechische und italienische Wortfetzen. Vielleicht doch etwas mehr griechische.
18h Korrektur: Kaum mehr griechische, nachdem die Ausflugsboote alle weg sind. Es wird Zeit für das obligate Panoramafoto. Ich schwimme zu Arkí hinüber und gehe auf Ziegenpfaden den Hügel hinauf. Weil es so schön ist, bleibe ich lange auf einem unbequemen Felsen sitzen und beobachte, wie der Sonnenschatten langsam immer weiter wandert.


Um 19:40h bin ich wieder zurück. Das letzte Motorboot fährt auch ab und wir sind mit den Ziegen allein. Beate kocht das in Lipsi gekaufte Fleisch und Gemüse zu einem köstlichen Eintopf. Dann folgt der Krimi im Vollmondschein.
21.08.2013 Mittwoch
Arkí / Tiganáki
Heute hält der wind den ganzen Tag mit 20 Knoten +/- 3 an. Wahrscheinlich kommen deswegen weniger Boote zum Baden. Ab 18h sind alle weg und der Wind auch. Herrliche Ruhe!
22.08.2013 Donnerstag
12:05 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
12:54 Máratho Karte An Boje
Zeit unterwegs: 00:49 Strecke: 2,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,1 Knoten
Bevor es wieder von Köpfen im Wasser wimmelt, fahren wir los. Ganz langsam, denn der Weg ist kurz und die Batterien fast leer.
In Maratho ergattern wir die letzte freie Boje, eine rote von Pandelis. Passt gut, denn dorthin wollen wir am Abend eh essen gehen. Ich will mich erinnern können, dass hier früher mehr Bojen waren als jetzt je fünf von Piratis und Pandelis. Jedenfalls erinnere ich mich, dass die Bar LUV ALL, direkt oberhalb unserer Boje, letztes Mal noch nicht da war. Hat ein WLAN-Netzwerk. Muss ich also besuchen.
Wir beobachten die zahlreichen ankommenden Boote. Hauptsächlich große Motoryachten und hauptsächlich wirklich prächtige Boote, die in Delaware registriert sind. Diese Steueroase Nummer eins muss wirklich sehr attraktiv sein. Garantiert sind diese millionenschweren Yachten im Besitz von Aktiengesellschaften, deren Aktionäre anonym sind. Wären die griechischen Behörden ein wenig fähiger, könnten ganz sicher gewaltige Einfuhrumsatzsteuerbeträge lukriert werden. Aber so lange die Hafenämter die Bootsbewegungen nicht in einer vernetzten Datenbank, sondern wie vor 200 Jahren in einem riesigen Folianten per Hand notieren, wird es bleiben wie immer: Für Steuerflüchtlinge äußerst angenehm.
Das Wetter ist das denkbar beste, 26°C in der Luft und im Wasser, niedrige Luftfeuchtigkeit und eine schwache Brise. So könnte es öfter sein. Über Lipsi hinweg sieht man sogar Leros und mit dem Fernglas die Burg von Panteli, ca. 14 sm entfernt. So klar ist die Luft selten im Sommer.
Wir fahren an Land und gehen in die Bar LUV ALL – was auch immer das heissen soll. Die Aussicht ist wunderbar in dieser Bar:

Auch das Ambiente ist besser als vom Boot aus zu sehen. Laut Jungkellner gehört die Bar zum Pandelis-Imperium. Das glauben wir sofort, als wir die Rechnung zahlen. Trotzdem essen wir bei Pandelis. Sehr gediegene und anspruchsvolle Taverna. Die Steuerflüchtlinge und Italiener fühlen sich hier sichtlich wohl und zahlen sicher gerne ca, 50% mehr als der üblichen Preise. Ist für sie eh nur ein Klacks. Für uns zwar nicht, aber alle fünf Jahre können wir uns das leisten. Dabei finde ich sogar, dass der Preis nicht unangemessen ist. Pandelis hat jahrzehntelang an diesem Lokal auf diesem komplett im Abseits gelegenen Inselchen gearbeitet und etwas sehr schönes geschaffen. Ist ja auch was wert.
23.08.2013 Freitag
10:45 Máratho Karte Abfahrt
12:20 Patmos / Livadi Geranou Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:35 Strecke: 7,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,6 Knoten
Auf der Überfahrt nach Patmos kommt die größte Privatyacht entgegen, die ich bisher gesehen habe, die Mayan Queen IV:

Mit 93m Länge ist sie die Nummer 33 in der Rangliste der größten Yachten. Ich bin fast enttäuscht darüber, dass ich keinen Hubschrauberlandeplatz sehe.
In Livadi ankern zwei Segelboote mit italienischer Flagge. Wir stellen uns daneben in einer Reihe. Die Motoren dürfen noch 45 Minuten weiter laufen, um den bis morgen benötigten Strom zu machen.
Das Abendessen wird zweigeteilt: Erster Teil in der einzigen Taverna mit Zucchinibällchen und Saganaki. Von da gibt es eine schöne Aussicht:

Der zweite Teil mit Thunfischsalat und Oliven am Boot bei absolut perfektem Wetter: 26°C in der Luft und im Wasser, eine leichte Brise, kaum Luftfeuchtigkeit, wie gestern. Ich muss das wirklich notieren, um es in Erinnerung rufen zu können, wenn mich das nächste Mal die Hitze, der zu starke Wind oder die hohe Luftfeuchtigkeit stört.
24.08.2013 Samstag
13:25 Patmos / Livadi Geranou Karte
14:25 Patmos / O. Meloï Karte
Zeit unterwegs: 01:00 Strecke: 3,2 Seemeilen Ø Fahrt: 3,2 Knoten
Möglichst langsam tuckern wir nach Meloi und sehen uns unterwegs die Buchten Kampos und Agriolivadia an. In beiden viele Sonnenbetten und Sonnenschirme. In Meloi ankern zwei Segelboote aber unser Sandfleck ist frei. Weil aber darüber gerade jemand schwimmt, werfen wir den Anker etwas weiter draußen. Prompt hält er nicht die Rückwärtsfahrtprobe und wir müssen nochmals ankern. Der Schwimmer hat sich verzupft und wo er war hält der Anker. Kaum fertig, schwimmt ein anderer daher und meint, wir dürfen nicht so nahe am Ufer ankern, er werde die Hafenpolizei anrufen, wenn wir seiner Aufforderung nicht folgen. Ich sage ihm, das kann er gerne machen und erkläre ihm, dass der Anker nur dort sicher hält, wo er gerade liegt und er aber trotzdem massenhaft Platz zum Schwimmen hat.
Wir mieten ein Moped bei Stefanos und fahren nach Skala. Hier herrscht Hochbetrieb und die Hafenpolizei hat wahrlich besseres zu tun als den Abstand der Blodughadda vom Ufer in der nächsten Bucht nachzumessen. (Abgesehen davon, dass es keine Verordnung darüber gibt, wie weit weg vom Ufer man ankern muss.)
Das Kreuzfahrtschiff Louis ankert vor der Hafenbucht und die Taxiboote sind voll beschäftigt damit, die Passagiere zwischen Schiff und Hafen zu transportieren. Außerdem liegt die Mayan Queen IV am Kai. Ich freue mich, eine so gigantische Yacht Mal aus nächster Nähe ansehen zu können. Wir sind nicht die einzigen, die eifrig fotografieren.



Ein Getränk im Arion mit Beobachtung des Rummels darf nicht fehlen. Dann überlegen wir, wohin wir zum Abendessen fahren sollen. In Skala sehen wir uns einige Tavernen an, aber keines sagt uns wirklich zu. Also fahren wir wieder zurück und essen im To Meloi. Es ist gut, viel und sehr günstig. From the house bekommen wir nicht nur die Wassermelone als Nachspeise sondern auch einen Teller mit Meeresfrüchtenudeln als Vorspeise. Würde der Wirt die extrem unbequemen Sesseln gegen bequemere oder zumindest neue, nicht durchgesessene Kareklas austauschen, könnte man öfter hier essen.
25.08.2013 Sonntag
15:25 Patmos / O. Meloï Karte Abfahrt
15:50 Patmos / Agriolivadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:25 Strecke: 1 Seemeilen Ø Fahrt: 2,4 Knoten
Mit dem Moped erkunden wir wieder Mal Patmos. Zuerst sehen wir uns Meloi von der anderen Seite an:

Dann die nächste Bucht, Agriolivadia. Viele Sonnenbetten zu mieten und eine nett aussehende Taverna.

Ganz im Norden trinken wir einen Frappee im Lokal am Kieselstrand von Lampi. Hier ist man so stolz auf die runden Steinchen, dass ein Steinesammelverbot besteht. Ein Schild weist darauf hin, dass es strengstens verboten ist, die Kiesel zu sammeln. Haben die etwa Angst, die Touristen könnten den Strand leer pflücken? Naja, die Steine wachsen ja nicht nach und ohne Verbot könnte der Kiesel- in ein Sandstrand verwandelt werden – in ein paar Hundert Jahren frühestens.

Wir fahren nach Livadi Geranou, drehen um und sehen uns im Süden den Strand von Petra an. Dann sind wir genug durchgerüttelt und essen ein Thunfischsandwich im Arion. Wieder voll von eleganten und lauten Italienern.
Im Supermarkt Proton kaufen wir ein wenig ein, beim Bäcker das letzte Brot und im Plastikgeschäft neue Kochlöffel.
Bevor wir das Moped zurück geben sehen wir uns die Hafenbucht Skala von der anderen Seite an. Die Pferde dürften den Anblick schon gewohnt sein, obwohl meistens ohne Mayan Queen IV:

Die Bucht Agriolivadi hat uns angetan und wir wollen einen neuen Ankerplatz für die Nacht ausprobieren. Den zu finden ist nicht schwer. Bester Sandgrund mit ein wenig Gras in 3-4m Tiefe und massenhaft Platz. Nur ein anderes Boot ankert hier, ein kleines Segelboot mit deutscher Flagge. Mit dem Schlauch fahre ich an Land, um zu fragen, wie lange die Taverna offen hat. Wie erwartet schließt sie bereits wenn es dunkel wird und die Badegäste verschwunden sind.
Bereits um 19:30h sitzen wir daher im Tavernenteil von „Agriolivadi Skipper“. Daneben im Strandbarteil geben sich die letzten Badegäste die letzten Drinks zur entsprechenden Barmusik. Weder Musik noch Gäste sind aufdringlich laut und wir haben was zu tun: Raten, wer Grieche und wer Italiener ist.
Das Essen ist viel, sehr gut und preiswert. Das vom Wirten empfohlene Imam ist sogar sensationell gut. Wir schaffen es trotzdem nicht, alles aufzuessen.
Die am Südufer recht weit entfernt gelegene TABEPNA hat anscheinend noch offen.

Wenn wir schon da sind, wollen wir uns die auch ansehen. Mit dem Schlauch fahren wir hinüber. Die Wirtsfamilie ist leicht enttäuscht, dass wir nur einen Retsína trinken wollen. Mit schöner Aussicht auf die Bucht, bzw. was man beleuchtet halt so sieht, diskutieren wir darüber, was der Wirt anstellen könnte, um mehr Gäste zu bekommen. Denn auch als wir gehen und die 3,50 Euro bezahlen, sind wir die einzigen. Wir versprechen, das nächste Mal zuerst hierher in die Taverna O Glaros zu kommen. Denn sie macht einen sehr guten Eindruck.
26.08.2013 Montag
13:20 Patmos / Agriolivadia Karte Abfahrt
17:25 Kálymnos / Emboriós Karte An Boje
Zeit unterwegs: 04:05 Strecke: 26,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
Sehr gut kann man hier schlafen. Bei mehr Wind könnte es anders sein. Denn der griechische nautische Führer zeigt hier einen roten Pfeil = Fallwinde. Seit Donnerstag ist der Wind aber angenehm schwach.
Die Mayan Queen IV können wir uns nochmals ansehen, als wir los fahren. Sie ankert vor der Kampos Bucht. Jetzt wird sie aber nicht mehr fotografiert. So schnell kann man sich an einen jeden noch so sensationellen Anblick gewöhnen.
Der Wind ist genauso schnell Richtung Südost unterwegs wie wir. Die Luft ist trocken mit 29°C und die Wellen schaukeln das Boot sanft. Es ist sehr angenehm!
In Emborios angekommen schauen wir uns zuerst die Bojen vor dem Strand etwas südlich der Hauptbucht an. Scheinen auch für Besucher ausgelegt zu sein. Die laute Musik vom Strand verscheucht uns aber und wir nehmen eine der Barba Nikolas Bojen.
Beim Essen in eben diesem kommen wir mit einen österreichischen Paar aus Bad Aussee ins Gespräch. Sie machen hier 14 Tage lang Urlaub und sind hoch zufrieden. Am einzigen anderen besetzten Tisch sitzen acht Deutsche. Also heute Abend ausnahmsweise keine Italiener. Die vom Katamaran an der Nachbarboje bleiben an Bord.


27.08.2013 Dienstag
10:50 Kálymnos / Emboriós Karte
16:00 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 05:10 Strecke: 34,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten
Nach ereignisloser Fahrt nehmen wir fast unseren üblichen Platz in Pali. Ein neuer Rekord: Zwischen erreichen des Hafens und Stromkabel und Wasserschlauch anschließen vergehen gerade Mal 16 Minuten. Der Dieseltankwagen kommt dann auch vorbei und wir können den Tank mit 94 Liter auffüllen. Damit ist der Zweck dieses Palibesuches schon erfüllt: Alle Tanks und die Batterien voll.
Am Abend essen wir beim Captain, der sich über mangelnde Gästeanzahl wirklich nicht beklagen kann. Nach einem Retsína am Boot gehen wir bald schlafen.
28.08.2013 Mittwoch
11:57 Nisyros / Páli Karte
13:58 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 02:01 Strecke: 12,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Wir frühstücken bei der Afrodite. Dann folgt der Bootsputz. Beate innen, ich außen. Der Trinkwasservorrat wird aufgefüllt und der Mist entsorgt. Beate kauft beim guten Bäcker Brot und eingebackene Würstel und dann gehts los Richtung Kos.
Genau am Törnafangsplatz fallen der Anker und nicht viel später wir ins Wasser. Der Tanker Apiliotis führt mir ein Anlegemanöver an die Pier vor während Beate ihren Koffer packt.
Um 19:30h fahre und gehe ich zum Autoverleiher Manolis und hole das gestern bestellte Auto ab. Dann genießen wir Beates letzten Abend an Bord bei recht lautem und hochfrequenten Brummen der Apiliotis.
Wir fahren zum Flughafen. Etwas mühsam, den Koffer der Beate ins Schlauchboot zu hieven. Geht aber dann gut. Die Taverna am Flughafen hat überraschenderweise geschlossen. Im Ort Antimachia neben dem Flughafen finden wir aber die Taverna Panorama. Also Panorama über den Flughafen. Die zahlreichen Flugzeuge machen einen irren Lärm. Ist aber ok. Mal was anderes.
Kurz vor 23h brechen wir auf. Die Air Berlin Maschine aus Berlin landet und der Johan mit nur Handgepäck ist gleich heraußen. Es folgt Begrüßung und gleich darauf Verabschiedung in der Abflughalle, wo Beate sich für den Flug nach Wien anstellt.
