Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2012-07-28 Ziel Ikaria

Seite drucken Aktualisierung 21.08.2018 20:43:37 Anzahl Tage: 11
28.07.2012 Kos Süd / Kefalos Kamari
29.07.2012 Kos / Kamari – Gyali / Bucht bei S-Spitze – Nisyros / Páli
30.07.2012 Nisyros / Páli – Gyali
31.07.2012 Gyali – Kos / Marina – Psérimos / O. Vathy
01.08.2012 Psérimos / O. Vathy – Léros / O. Xirókampos
02.08.2012 Léros / O. Xirókampos – Patmos / O.Gríkos bei A. Nisyríou
03.08.2012 Patmos / O.Gríkos bei A. Nisyríou – Ikaría / Hafen Ag. Kírykos
04.08.2012 Ikaría / Hafen Ag. Kírykos – Ikaría / Fáros
05.08.2012 Ikaría / Fáros – Patmos / Livadi
06.08.2012 Patmos / Livadi – Kálymnos / Emboriós
07.08.2012 Kálymnos / Emboriós – Nsis Nerá – Pserimos / Bucht Südküste – Kos / Marina

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Harald

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 32:07 Strecke: 201,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten


28.07.2012 Samstag
Kos Süd / Kefalos Kamari
Harald landet mit leichter Verspätung um 18:15h. Auf dem Heimweg nehmen wir in Kefalos die Autovermieterin Katarina mit, die uns die 1,7km zur Kamari-Anlegestelle bringt. Damit haben wir uns den Hatscher erspart. Bevor wir aufs Boot übersetzen, sorgt die Taverna Faros wieder Mal fürs Abendessen.


29.07.2012 Sonntag
11:25 Kos / Kefalos, Kamari Karte
13:05 Gyali / Bucht bei S-Spitze Karte Ankern
16:03 Gyali / Bucht bei S-Spitze Karte Weiterfahrt
16:33 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 02:09 Strecke: 13,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


Eine Wolke verdeckt die Sonne! Es ist totale Flaute aber trotzdem leichter Schwell. Bis 11:25 halten wir es aus und dann fahren wir los. Der Himmel ist wieder wolkenfrei und der Wind normal aus Nord. Um 13:05 ankern wir am sehr schönen Badeplatz in Gyali. Die Wassertemperatur beträgt ganze 27,4°C. Gemeinsam mit dem weißen Sand in zwei bis drei Metern Tiefe entsteht echtes Swimmingpoolgefühl. Wäre der Platz vor Wellen besser geschützt, könnte man hier viele schöne Tage verbringen.
Um 16h fahren wir ab und erreichen Pali genau eine halbe Stunde später. Boote sind viele da, aber wir bekommen einen guten Platz direkt vor Restaurant Ellinis. Wir gehen aber zur Aphrodite gleich daneben auf ein Bier und am Abend wie üblich zum Captain. Auch diesmal eine gute Wahl.


30.07.2012 Montag
11:33 Nisyros / Páli Karte
12:25 Gyali / Strand Karte
Zeit unterwegs: 00:52 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,3 Knoten


Um 9:30h kommt endlich die Wassertante und wir können unsere bis auf wenige Liter leeren Wassertanks auffüllen. Nach kurzer Fahrt ankern wir gegenüber am langseichten Sandstrand von Gyali. Ein idealer Platz, um den Waboba-Ball hin und her zu schießen.
Ich habe vor, den am Samstag abgeholten neuen Laderegler zu installieren. Aber zuerst muss ich checken, warum die Klopumpe nichts hinaus befördert. Die Pumpe ist in Ordnung. Aber der Ablaufschlauch ist von Kalk verstopft. Es benötigt vier Hände und viel Kraft, um ihn vom Stutzen beim Ventil abzuziehen und ebenso, für den Ausbau. Ein Glück, dass Harald mit an Bord ist. Vorher versuchen wir lange mittels Cilit-Kalklösetabletten und Gestochere mit einem aufgebogenen Metallkleiderbügel einen Durchbruch zu erzielen. Als wir endlich den extrem steifen und schweren Schlauch auf der Badeplattform mit dem Fäustel bearbeiten und die Kalkbrocken nur so herauspurzeln, sehen wir ein, dass mit ein paar Kalklösetabletten nix zu machen ist. Da bräuchte man wohl einige Liter konzentrierte Salzsäure!

Es ist auch klar, dass dieser Schlauch nicht mehr verwendet werden kann und wir einen neuen brauchen. Ich schreibe dem Pavlos gleich ein Mail, weil wir ohnehin vorhatten morgen an der Tankstelle in Kos einen Stopp zu machen.


31.07.2012 Dienstag
10:51 Gyali / Strand Karte
11:16 Genua dazu
11:48 Genua weg
13:55 Kos / Marina Karte
14:30 Kos / Marina Karte
16:00 Pserimos / O. Vathy Karte
Zeit unterwegs: 04:33 Strecke: 29,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Um 14h legen wir bei der Tankstelle von Kos Marina an. Diesel und Gas wird gebunkert um über 150 Euro. Aber der blöde Tankwart erlaubt uns nicht, ein paar Minuten länger zu bleiben. Wir gehen gegenüber längsseits. Pavlos hat alles, was ich brauche und nach 15 Minuten legen wir wieder ab. Zwischen Kos und Pserimos kommen spitze Wellen entgegen, deren Spitzer wir entspannt hinter der Windschutzscheibe auf uns zukommen sehen.
Es gibt einen Ankunftskaffee und dann geht es zur Schlauchsache. Mit Kraft und Hirn gelingt die Installation in zwei Stunden. Das Bordklo ist wieder benützbar. Wir sind in jeder Hinsicht erleichtert.


01.08.2012 Mittwoch
13:24 Pserimos / O. Vathy Karte
17:34 Léros / O. Xirókampos Karte
Zeit unterwegs: 04:09 Strecke: 18,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten


Ich montiere den neuen Sterling PDAR Laderegler und um 13:24 fahren wir los. Nach einer knapp über vier stündigen langweiligen Rüttelfahrt nehmen wir eine Gelbe Boje in Xirokampos. Der Besitzer der Bojen, der Wirt von Taverna Aloni, kommt mit dem Motorboot und sagt, wir sollen eine andere Nehmen, da er unsere Boje für einen großen Katamaran reserviert hätte. Na kein Problem. Diesmal fährt Harald auf Anhieb genau zur übernächsten Boje hin. Kurze Zeit später nimmt ein Charterboot unsere vorige Boje. Kein Wirt, kein Katamaran kommt daher.
Der Laderegler hat funktioniert ohne Hochspannungsalarm und ich bin schon wieder erleichtert. Nur zum Schluss der Ausgleichsladung ist die Ladespannung auf ca. 0,1 Volt zu hoch angestiegen. Na das wird die Batterie verkraften.
Beim Bojentausch ruft jemand vom österreichischen Segelboot an der Boje dazwischen „Tom!“. Es ist der Nenad, den ich vom Mittelmeer-Skipperforumtreff in Wien kenne. Nach dem Abendessen in Aloni sitzen wir mit ihm und seiner Frau zusammen und quatschen bis nach Mitternacht.


02.08.2012 Donnerstag
07:54 Léros / O. Xirókampos Karte
11:30 Patmos / O.Gríkos bei A. Nisyríou Karte
Zeit unterwegs: 03:35 Strecke: 22 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten


Obwohl die Windprognose eher nicht (mehr) für eine mögliche Überfahrt nach Ikaria spricht, wollen wir die Chance bewahren und brechen schon kurz vor acht auf. Entlang der Westküste von Leros geht es gut dahin. Aber ab etwa der Hälfte zwischen Leros und Patmos wird die Rüttelei grauslich. Wir ändern den Kurs und setzen die Genua. Das wirkt. Das Boot macht wieder gscheit Fahrt ohne in die Wellen zu krachen. Der Kurs führt uns statt nach Livadi nach Grikos. Auch gut.
Wir nehmen den vor fünf Jahren erprobten Platz hinter dem Minihalbinselchen mit der Miniruine, wo der Wind deutlich schwächer als in der Bucht selbst ist. Es ist schön da und ein hervorragender Platz, um alles zu beobachten, was in die Bucht hinein und aus ihr hinaus fährt. Nicht wenig.
Die Rep.d.T. wird wieder vom Kalk erzwungen: Der Schlauch vom Wassertank zum Wasserzähler ist total mit reiskorngroßen Kalksteinen verstopft, weshalb die Pumpe sehr laut ist und kaum mehr was fördert. Diesmal ist es kein Problem, den kurzen Schlauch abzumontieren und den Kalk heraus zu schlagen.
Wir machen in Grikos einen unfreiwillig längeren Spaziergang – eine Parallelverbindung zum Strand gibt es nicht und wir müssen ganz schön weit hinauf und wieder hinunter gehen, um zurück zu den Tavernen zu kommen. Dafür gibt es aber eine gute Aussicht als Belohnung:

Bei Taverna Diogenis essen wir ausnahmsweise keine griechische Kost: Pizza, Canneloni und grünen Salat mit Roquefortdressing. Die Rückfahrt ist angenehmer, weil wir mit dem immer noch vorhandenen Wind im Rücken fahren.


03.08.2012 Freitag
07:10 Patmos / O.Gríkos bei A. Nisyríou Karte
11:25 Ikaría / Hafen Ag. Kírykos Karte
Zeit unterwegs: 04:15 Strecke: 27,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Heute Ikaria oder gar nicht. Laut Windprognose könnten wir die 20 sm gegenan schaffen, wenn wir rechtzeitig los fahren. Daher holen wir schon um 7:10h den Anker hoch. Die Windprognose hat recht. Der Wind ist nicht so stark, 10-15kn und zwar direkt von Nord. Unser Kurs ist NNW und daher kommen die Wellen von schräg vorne und ermöglichen, die ganze Strecke mit normaler Motordrehzahl 2700 rpm zu fahren. Es geht zwar mit kaum 6kn voran und schüttel- und spritzfrei ist es auch nicht. Aber nach 4 Stunden und 15 Minuten kommen wir im Hafen von Ikaria an – Ziel erreicht!
Blöderweise ist kein Platz frei, denn an der einzigen Stelle für Besucher liegen schon zwei 40-fuß- Boote längsseits. Der Äußere bieten an, im Päckchen zu liegen und das nehmen wir natürlich gerne an. Es ist ein sehr nettes französisches Ehepaar, das 9 Monate im Jahr auf ihrer Sonate Ovni 41 verbringt. Es ist zwar mühsam, über zwei Relinge zu steigen, um an Land zu kommen, aber besser so als gar nicht. Das machen wir auch gleich und machen uns auf, ein Leihauto zu mieten. Die ersten zwei Autoverleiher haben kein Auto. Der dritte hat gar nicht geöffnet. Der vierte kann in einer halben Stunde sagen, ob er ein Auto für uns hat. Wir setzen uns in eines der vielen Cafés am Platz und finden uns damit ab, dass wir das Ziel doch nicht wirklich erreicht haben. Wir wollten ja die Insel mit dem Auto erkunden und nicht nur mühsam hierher kommen. Ich gehe wieder zum Verleiher Nummer vier „Ikaros Holodays“. Überraschenderweise hat der vorderzähnefreie Schnautzbart ein Auto für uns um 35 Euro – hurra! Mit machen den Vertrag. Das Geld will er erst morgen haben und seine Frau wird das Auto gleich bringen. Tut sie auch und wir fahren los. Es ist ein fahrender Schrotthaufen mit 125000 Kilometer auf dem Tacho. Um 15 Euro tanken wir knappe 8 Liter, was für die Inselrundfahrt reichen sollte. Kurz bevor wir den höchsten Punkt der Straße in ca. 500m Höhe erreichen, bleiben wir bei einem Feuerwehrauto stehen, um die grandiose Aussicht zu fotografieren.

Hinter dem Auto befindet sich er Verschlag und darin ein Feuerwehrmann. Er erzählt, dass er hier Feuerwache hält. Insgesamt gibt es 30 Feuerwachposten auf der Insel. Fotografieren darf ich ihn leider nicht.
Die üppige Vegetation wäre wirklich eines jedes Feuers knusprige Beute. Aber hier ist man also wachsam und Grundstückspekulanten dürften auf der Insel auch keine vorhanden sein. Wahrscheinlich, weil die Kommunisten schon lange das Sagen auf der Insel haben.
Nach 40km Fahrt erreichen wir den zweitgrößten Ort Evdilos, begnügen uns aber mit einer Besichtigung durch das Autofenster. Dann geht es steil bergauf und damit steil bergab mit dem autoähnlichen Gefährt: Es will kein Gas mehr annehmen und stottert und ruckelt ganz fürchterlich. Das noch zusätzlich zum entsetzlich lauten Geräusch, das der Motor vom Anfang an von sich gibt. Wir schaffen es gerade noch im Takt des Motorstotterns nickend auf den Hügel hinauf. Das ist wirklich unangenehm, weil auch der Fahrersitz mit wackelt. Hinunter geht es wieder prima. So hanteln wir uns von Hügel zu Hügel, bis wir eine Autowerkstätte sehen. Nix wie hin! Da kann sogar ein Kunde zwischen Mechaniker und mir übersetzen, das schaut gut aus. Ich versuche zu erklären, was los ist und nach einer Probefahart sagt der Mechaniker, dass der Vergaser was hat, was er nicht reparieren kann. Wir sollen nur wenig Gas geben. Jaha, so weit waren wir schon ohne Mechaniker.
Kurz danach machen wir und vor allem das Auto eine Pause beim tollen Mesakti Beach.

Danach darf Harald fahren. Wir verzichten auf den interessantesten Teil der Insel. Denn nach Christos (Rahes) müsste das Auto wiederum an die 500 Höhenmeter schaffen. Die heben wir lieber für die Heimfahrt auf. Daher fahren wir nur der Küste entlang bis nach Nas. Dürfte ein beliebter Ort für Abendessen sein, nach der Anzahl Tavernen zu schließen. Es ist aber noch lange nicht Abend und vor dem Abend möchten wir die Bergstraße zurück bewältigt haben, falls das überhaupt möglich sein wird. Wir überlegen schon, was wir tun sollen, falls das Auto liegen bleibt. Es ist aber möglich. Harald hat Sanftpfoten und behandelt die Pedale ungleich geschickter als ich, d.h gibt maximal 1 cm Gas. Damit stottert der Kübel nicht und wir haben viel Zeit, die schöne Landschaft zu bewundern bei einem Tempo von 10 bis 30 Kmh.
Um 19h sitzen wir wieder in einem der vielen Lokale am Platz beim Hafen auf ein sehr benötigtes Bier. Da sehe ich den Vermieter entlang der Hafenstraße direkt vor uns entlang schlendern. Ich winke ihn zu mir und erzähle von den Rüttelproblemen seines Autos. Er sagt, ja das kennt er. Es ist, weil die Tankstelle Wasser in das Benzin mischt! Weil damit das Fahren mit dem Auto nicht besser wird, schlage ich ihm vor, die Schlüsseln und 20 Euro sofort zu geben, weil wir mit dem Auto nicht mehr fahren können. Er ist einverstanden und nach einem obligaten Zwischentelefonat am Handy, nimmt er Geld und Schlüsseln und schleicht wieder weiter.
Jetzt überlegen wir: Wie macht das die Tankstelle? Das Wasser sinkt doch sofort zu Boden im großen Benzintank. Und wenn das wirklich irgendwie möglich wäre, müssten doch viele Autos dasselbe Problem haben – und der Mechaniker das Problem kennen. Also beschließen wir, ihm nicht zu glauben und konzentrieren uns auf die Brathendln im Nachbarlokal. Die werden zwar schon am Spieß gegrillt, sind aber noch sehr rosa. Es sind auch kaum Leute in den vielen Lokalen und die Geschäfte sperren erst um 19:30h auf. Beate erkundigt die verwinkelten Gässchen hinter dem Platz und kauft Ansichtskarten in einem schönen Papierwarengeschäft. Harald und ich gehen mit ihr dann noch eine Runde.
So um 20:30h sitzen schon ein paar Leute im Restaurant Stu Tsuri und die Gummiadler sehen schon köstlich aus. Das sind sie auch und werden, wie offensichtlich in Griechenland üblich, mit Senf serviert! Also glücklicherweise in einer separaten Schüssel. Als wir gegen 22h wieder auf das Boot zurück gehen, fängt der Platz an, sich mit Menschen zu füllen. Und als wir um 23h schlafen gehen, ist dort mächtig viel los inklusive aufgedrehter spielender Kinder, die durch die Gegend schreien und Mopedfahrer, die zeigen müssen, wie laut ihre Gefährte heulen können. Na das wird eine lustige Nacht!


04.08.2012 Samstag
10:45 Ikaría / Hafen Ag. Kírykos Karte
11:55 Ikaría / Fáros Karte
Zeit unterwegs: 01:10 Strecke: 5,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,4 Knoten


Nach kurzem Schlafversuch übersiedle ich in das Cockpit. Der Lärm der Leute am Platz ist zwar unter Deck nicht so laut zu hören aber dafür die Fender! Sie reiben am Nachbarboot mit einem fürchterlichem, schnarrendem Geräusch, einer direkt bei meinem Kopf. Es ist unmöglich, das Geräusch auszufiltern, weil es jedes Mal ein wenig anders klingt. Am Boden im Cockpit liege ich auf den Kapokkissen gut aber hier sind wiederum der Lärm vom Land und der Wind die Störenfriede. Naja, zwischendurch kann ich schon ein paar Stunden schlafen. Beate und Harald geht es in ihren Kajüten genau so.
Nach Frühstück, Wassertanks auffüllen und Boot mit dem Gratiswasser reinigen geht es um 10:45h los. Eine Stunde später ankern wir vor der kleinen Siedlung Faros an der NE-Spitze der Insel, gleich südlich des Flughafens. Nach zwei Tagen Meeresbadabstinenz tut es gut, sich wieder in die Fluten zu schmeißen.
Bei Sonnenuntergang essen wir im ersten der drei Tavernen am Sandstrand sehr gut und gehen anschließend in die Strandbar Almyra auf ein Drink. Es gibt noch immer einen guten Long Island Ice Tea. Diesmal muss der Kellner nicht vorher im Cocktailrezeptbuch nachsehen – siehe 29.8.2009.


05.08.2012 Sonntag
12:15 Ikaría / Fáros Karte
15:40 Patmos / Livadi Geranou Karte
Zeit unterwegs: 03:25 Strecke: 26,4 Seemeilen Ø Fahrt: 7,7 Knoten


Um 12:15h fahren wir los. Den Wind haben wir fast genau von hinten und so motorsegeln wir mit der Genua meistens mit über 8kn bis nach Patmos Ostspitze. Nach nur 3 Stunden und 25 Minuten ankern wir in Livadi. Nenad mit Frau sind an Bord der Rondinara, dem Boot von Marcello gleich neben uns. Ich schwimme hinüber und unterhalte mich mit ihnen eine Weile zwischen Wasser und Boot.
Mit Nenad und Frau essen wir gemeinsam am Abend in der einzigen, sehr schön gelegenen, Taverna. Vorher machen Beate und ich einen Strandspaziergang. Es ist ein wirklich schöner naturbelassener Strand. Das finden viele andere auch, hauptsächlich griechische Urlauber. Aber voll ist der Strand noch lange nicht.


06.08.2012 Montag
13:10 Patmos / Livadi Geranou Karte
16:40 Kálymnos / Emboriós Karte
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 26,1 Seemeilen Ø Fahrt: 7,5 Knoten


Die schnelle Internetverbindung nütze ich, um ein Firmwareupdate an der XSBoxGo zu machen. So ganz ruck zuck geht das nicht. Aber es lohnt sich: Jetzt wird der Akku des 3G mobilen WLAN Routers auch dann geladen, wenn eine Internetverbindung besteht. Das war ein extremer Schwachpunkt bisher.
Beate arbeitet wieder am EU-Projekt und Harald liest. Nach dem Fahrtvorbereitungsschwimm holen wir um 13:10h den Anker hoch. Wieder Wind fast von hinten, heute deutlich schwächer. Wir kommen „nur“ auf 7,6 GPS-Knoten. Aber das dafür bis zur Boje vor Emporios. Und so benötigen wir nur 5 Minuten länger für fast die gleiche Strecke.
Kaum haben wir die Boje genommen, fängt der Wind an, verrückt zu spielen. Die Böen kommen direkt aus West immer heftiger daher. Stellenweise fliegt die Gischt und es bilden sich kleine Wirbelwinde. Mit dem Handanemometer messen wir die Spitzenwindgeschwindigkeit mit 47 Knoten. Das ist fast Windstärke 10! Zum Glück ist die Boje stark genug und mit beiden dicken Festmacherleinen daran befestigt sollte nichts passieren können.
Auch der junge französische Skipper des Nachbarkatamarans, eine Nautitech 47, befindet die Boje für sicher. Er schwimmt nämlich zu uns, um sich zu erkundigen, wie wir das Schlauchboot handhaben. Denn er hat für sich und seine Familie eine Fidji Baujahr 1990 gekauft, an dem keine optimale Lösung vorhanden ist. Er staunt nicht schlecht, als ich ihm vorführe, dass ich das Schlauchboot samt Motor alleine wie nix ins Wasser schmeißen und wieder herauf holen kann. Bei 33kg Gesamtgewicht auch keine Kunst.
Aber für diese Windverhältnisse ist das Schlauchboot zu klein. An Land fahren würde uns klitschnass machen. Also wird an Bord Erdäpfelgulasch gegessen. Eine hervorragende Alternative zur Tavernenkost.


07.08.2012 Dienstag
10:57 Kálymnos / Emboriós Karte
12:13 Nsis Nerá Karte
13:20 Nsis Nerá Karte
14:50 Pserimos / Bucht Südküste Karte
15:58 Pserimos / Bucht Südküste Karte
17:10 Kos / Marina Karte
17:41 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 04:27 Strecke: 29,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


In der Nacht beruhigt sich zwar der Wind. Aber in der Früh legt er wieder los, fast so wie gestern Abend. Um 10:57 fahren wir ab und mit je einem einstündigen Badestopp auf Inseln Nerá und Psérimos erreichen wir Kos Marina kurz nach 17h.
Ein Berg Wäsche kommt in die Wäscherei und das Schlauchboot wird ordentlich gewaschen. Dann ein gutes Essen in Lithino und ein Drink im Marinacafé.

Auf der Fahrt sahen wir kurz vor Kos ein Segelboot mit gebrochenem Mast und rätselten, wie das bei dem mäßigen Wind passieren konnte. In der Marina sehen wir die X-55 Yacht mit mittlerweile abgesägtem schräg stehendem Maststumpf. Die Verankerung der stbd Want ist aus dem Deck herausgerissen worden! Kann nur ein Materialfehler gewesen sein.

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