Aktualisierung 20.08.2018 12:52:19 Anzahl Tage: 7
14.07.2003 Kos Nord / Marina
15.07.2003 Kos Nord / Marina
16.07.2003 Kos / Marina – Kálymnos / O. Paliónisos
17.07.2003 Kálymnos / O. Paliónisos
18.07.2003 Kálymnos / O. Paliónisos – Arkí / Tiganáki
19.07.2003 Arkí / Tiganáki – Psérimos / O. Vathy
20.07.2003 Psérimos / O. Vathy – Kos / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 17:30 Strecke: 99,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
14.07.2003 Montag
Kos Nord / Marina
Nach dem Frühstück bringe ich Patrick und Georg zum Flughafen. Vorher machen wir noch einen Abstecher ins sehenswerte Eisenwarengeschäft, wo ich den ersehnten Abzieher kaufen kann. Am Flughafen ist nichts los und der Check-In ist sofort erledigt. Wir setzen uns noch in der Cafeteria-Ecke zusammen bevor wir uns verabschieden.
Auf dem Rückweg kaufe ich Spirituosen im Getränke-Cash-and-Carry-Geschäft beim Kreisverkehr nach Mastihari und Proviant im Champion-Supermarkt ein. Der Nachmittag vergeht mit Verstauen und Boot herrichten. Mit dem Auto fahren wir noch ins Global Café bevor wir es in der Marina zurücklassen. Dann wird auch schon das reparierte Segel wieder angeschlagen, aber die Kausch ist immer noch an derselben Stelle, wenngleich mit sehr verstärktem Tuch rundherum – hoffentlich hält es.
Abend gehen wir ins En Plo essen und reden noch lange bei einer Flasche Rotwein.
15.07.2003 Dienstag
Kos Nord / Marina
Eigentlich wollen wir heute ablegen aber der scharfe Nordwind hält uns davon ab. Sobald es etwas abflaut, möchte ich gleich losfahren aber wenige Minuten später orgelt es wieder wie verrückt. Wir fragen ein deutsches Ehepaar, das gerade anlegt, wie denn die Verhältnisse weiter nördlich wären und erhalten als Antwort, wir seien besser beraten, heute nicht gegen Norden zu fahren. Dafür verabreden wir uns mit ihnen zum Abendessen. Bis um 18h bläst es mit 20-25 Kn genau aus der Richtung, wohin wir wollen.
Wir machen noch kleinere Besorgungen und verlegen den Cockpitteppich.
16.07.2003 Mittwoch
07:30 Kos / Marina Karte Abfahrt
12:00 Kálymnos / O. Paliónisos Karte
Zeit unterwegs: 04:30 Strecke: 21,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Um 7:30 verlassen wir die Marina. Der Wind hat endlich nachgelassen. Wir motoren gegenan Richtung NW. Auf der Höhe von Pserimos legt der Wind wieder zu und kommt mit 30-35 kn daher. An der Ostküste von Kálymnos nördlich von Vathy sehen wir uns zwei nette kleine Buchten an. Ankern ohne Landleine ist hier nicht möglich und wegen der wechselnden Richtungen der Fallböen wollen wir ohne ausreichende Mannschaft nichts riskieren. Die Buchten sind Almyrés und Vitsiliá im Kartenbuch genannt.
Wir fahren also weiter und kommen um 12h in Ormos Paliónisos an. Am kleinen Anleger steht Mike Makarounas und ruft uns zu, wir sollen doch mit Buganker und Heckleinen anlegen. Tun wir auch und Beate fährt ihr erstes Anlegemanöver bestens. Mike hilft uns mit den Heckleinen und kommt anschließend auf einen Ouzo aufs Boot. Er ist derjenige, den ich mit den Herbsts am 11. Oktober 2002 auf der anderen Seite von Kálymnos in der Bucht Arginonta in der Taverne seiner Grosseltern getroffen habe und die Schwammtauchererlebnisse seines Grossvaters ins Englische übersetzte. Nach einiger Zeit kommt auch sein Vater Nikolas an Bord, den ich mit den Brenners vor 14 Tagen hier kennen gelernt habe. Beate richtet einen griechischen Imbiss her und wir plaudern recht lange. Danach tut eine Siesta mit anschließendem Aufwachschwimm gut.
Nach dem Wetterbericht um 19h – NW mit 5 bft, was sonst – gehen wir zur Taverna von Nikolas hinauf. Es gibt Dolmades, griechischen Salat und gegrillten Fisch, alles von Nikolas persönlich zubereitet und serviert. Ein junges Paar aus Österreich, die im Zelt am Strand wohnen, und 3 Italiener, die auch in der Bucht ankern, sind die anderen Gäste. Als alle gegessen haben spielt Nikolas einige Lieder auf einer nicht besonders gut gestimmten Mandoline vor, bevor wir in der stockfinsteren Nacht mit einer ausgeborgten Taschenlampe zum Boot zurückgehen. Dabei stolpern wir fast über die Mutter von Nikolas, die vor ihrem Haus auf einer Liege schläft.
17.07.2003 Donnerstag
Kálymnos / O. Paliónisos
Der NW-Wind schüttelt die Blodughadda während der Nacht und noch immer als wir um 9:30h aufstehen. Wir beschliessen daher, gar nicht weiter zu fahren. Am Vormittag näht Beate die schon ziemlich zerrissene Flagge und ich repariere die Laufmaschen am Trampolin und erneuere die Befestigung des Schutznetzes für die Ankerkette mit Gummibändseln.
Am Nachmittag kommt Nikolas auf einen Kaffee vorbei. Nach einiger Zeit muss er mit seinem jüngsten Sohn und Neffen zum Fischen hinausfahren. Danach kommt er zurück und bringt uns frisch gepflückte Seeigel. Er zeigt uns, wie man diese öffnet und behauptet, sie wären ganz köstlich, roh oder in Olivenöl kurz angebraten und anschliessend mit Nudeln gegessen. Wir entscheiden uns fürs Zweitere und sicherheitshalber trinke ich vorher einen ordentlichen Ouzo. Nudeln mit Seeigelragout schmeckt aber ganz hervorragend, wer hätte das gedacht!
Wir geniessen den endlich windlosen und warmen Abend am Boot. Nach einer Flasche Rotwein und einem Plankton-Schwimm schläft man besonders gut.
18.07.2003 Freitag
12:00 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Abfahrt
16:00 Arkí / Tiganáki Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:00 Strecke: 26,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
Endlich eine fast windstille Nacht, die erste seit bald zwei Wochen. Dafür wache ich im Morgengrauen um 5:30h vom Gebimmel der vorbeiziehenden Ziegen auf. Um 5:45h werde ich nochmals geweckt: Die Zikaden fangen mit ihrem bis zum Sonnenuntergang anhaltendem Konzert an. Auf Griechidsch heissen diese Viecher “Zizikes”, wie uns Nikolas erzählt, der um 9:30h auf einen Kaffee vorbeikommt. Er hat seine “Marketingutensilien” für die Taverna dabei – weitere in Plastik eingeschweisste Hinweisschilder. Ich gebe ihm Schnüre zum Aufhängen und er erzählt, dass bald eine Strasse bis zum Strand gebaut werden soll. Sie endet jetzt 100m vor seiner Taverna aber 7 Jahre lang hat er alles 4 km weit zu Fuss über den Berg schleppen müssen. Strom wird es weiterhin längere Zeit nicht geben.
Wir geben ihm noch etwas Benzin für seinen Aussenbordmotor und einige Zigaretten für seine Sucht bevor er uns hilft, die Leinen los zu machen und wir Richtung Arkí aufbrechen.
Wir motoren gegen NW auf einem leicht bewegten Meer und erreichen Tiganáki an der Südküste von Arkí um 16h. Es sind einige kleinere Boote da aber wir können unseren anker auf 2,2m Tiefe gut ausbringen. Wir schwimmen, essen Feta mit Oliven und Taramasalat, beobachten die Megamotoryacht und die anderen in der Bucht, lesen und faulenzen.
19.07.2003 Samstag
13:40 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
20:40 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 07:00 Strecke: 42,1 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Wir schlafen lange, schwimmen und essen Seefrühstück (Speck, Eier und Bohnen). Erst um 12h kommt das Boot mit einigen Badegästen aus Arkí. Wir warten bis die beiden zusätzlich angekommenen Ausflugsboote Margerita und Rina wieder abgefahren sind und holen um 13:40h den Anker hoch. Wir motoren los und schauen uns die Bucht Platys Gialos auf Lipsi an, bleiben aber nicht da. Als Badeplatz und auch für Übernachtung ist diese Bucht sehr gut geeignet.
Beim Weiterfahren setzen wir die Segel, weil der Wind gut ist. Zuerst ärgere ich mich über die von Salz stocksteifen Leinen. Dann ärgere ich mich, darüber, dass der Wind gerade nachlässt, als die Segel oben sind und lasse die Motoren weiterlaufen. Der Wind nimmt zwar wieder zu, kommt aber fast genau von hinten. Die Genua ist in so einem Fall überflüssig und wir rollen sie daher wieder ein und lassen den BB-Motor weiterlaufen. So kommen wir gut voran bis zu unserem vorgesehenen Tagesziel Xerokampos an der Südküste von Lipsi. Hier stellen wir fest, dass ein neuer Hafen für Fischerboote gebaut worden ist aber vor allem, dass der Fallwind mehr als unangenehm ist. Wir beschließen, hier nicht zu bleiben und sehen uns einige Ankermöglichkeiten an der SE-Küste von Leros an. Diese bieten aber weder guten Ankergrund noch wirklichen Schutz gegen die aus abwechselnden Richtungen kommenden Fallböen. Wir studieren die Seekarte und beschließen bis nach Pserimos weiter zu fahren. Der Wind ist gut und raum und ich ziehe wieder die Segel hoch – mit dem gleichen Erfolg wie vorher. Es ist einfach nicht möglich, auf fast Vorwindkurs vernünftig zu segeln und ich hole daher die Segel wieder herunter. Unter Motor machen wir mehr Fahrt als unter Motor und Segel!
Zum Sonnenuntergang erreichen wir Pserimos und fahren in die Vathy-Bucht hinein, wo wir an der fallböengeschützen Stelle an der N-Seite auf 7m Tiefe ankern. Beate kocht Thunfischspaghetti und ich schreibe dies.
20.07.2003 Sonntag
14:05 Pserimos / O. Vathy Karte Ablegen
14:27 segel setzen
15:53 vor der Marina
16:05 Kos / Marina Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 02:00 Strecke: 9,7 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
Wir schlafen gut und lange obwohl zwischenzeitlich von Fliegen gestört. Unser Morgenschwimm geht sich noch aus bevor die Ausflugsboote aus Kos herbeistürmen. Ich beobachte, wo und wie sie anlegen und anschließend den Grill anheizen während Beate abwäscht. Bald nach dem Frühstück fahren wir los, um eine kleine Einbuchtung an der NE-Seite von O. Vathy anzusehen. Wir werfen Anker und ich stelle schnorchelnderweise fest, dass hier am W-Ufer ein natürlicher Unterwasserpoller, der nur etwas aus dem Wasser herausragt, vorhanden ist. In Windrichtung bei Meltemi ist ein Fleck mit reinem Sand vorhanden. Also ideal für Heckanker mit Bugleine um den Poller, zumal die Fallböen gerade hier sehr sanft ausfallen. Es ist die östlichere Bucht nördlich des Inselchens Ligkia an der NE-Einfahrt in die Vathy-Bucht. In der unmittelbar westlich davon befindlichen bucht kommen die Fallböen mit unglaublicher Wucht herunter, nur 100m entfernt.
Um 14h fahren wir weiter und setzen sofort Segel, d.h. nur die Genua, denn der Wind kommt schon wieder fast von hinten. Wir lassen uns mit 5kn gemütlich Richtung Kos schaukeln.