Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2008-07-15 Zakynthos – Lefkas

Seite drucken Aktualisierung 20.08.2018 02:19:28 Anzahl Tage: 12
15.07.2008 Zakynthos / Ag. Nikolaos (Skinari) – Itháki / N. Péra Pigádi
16.07.2008 Itháki / N. Péra Pigádi
17.07.2008 Itháki / N. Péra Pigádi – Itháki / O. Sarakíniko – Itháki / Paralia Gidakiou – Itháki / Vathy Hafen
18.07.2008 Itháki / Vathy Hafen – Itháki / Limeniskos Ag. Nikoláu
19.07.2008 Itháki / Limeniskos Ag. Nikoláu – Arkoudi / SE-Bucht
20.07.2008 Arkoudi / SE-Bucht – Lefkas / Syvota
21.07.2008 Lefkas / Syvota – Meganísi / O. Atherinós
22.07.2008 Meganísi / O. Atherinós – Lefkas / O. Vlycho – Lefkas / namenlose Bucht vor Nydri – Lefkas / Nydri
23.07.2008 Lefkas / Nydri
24.07.2008 Lefkas / Nydri – Meganísi / Bucht ohne Namen bei A. Makriá
25.07.2008 Meganísi / Bucht ohne Namen bei A. Makriá – Lefkas / Hafen Lefkada
26.07.2008 Lefkas / Hafen Lefkada

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Pasalic Anita
Haberfellner Marion

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 44:10 Strecke: 4845,7 Seemeilen Ø Fahrt: 109,7 Knoten


15.07.2008 Dienstag
10:15 Zakynthos / Ag. Nikolaos (Skinari) Karte Abfahrt
13:14 langsamer
15:50 Itháki / N. Péra Pigádi Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 05:35 Strecke: 28,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten


Die Nacht vergeht wind-, wellen- und problemlos. Beate geht einkaufen. Ich fülle den Wassertank mit kostenlosem Wasser. Es ist aber leicht brackig, was aber egal ist, weil wir es sowieso davon nicht trinken werden.
Anita und Marion kommen mit dem Taxi um 10h an. Nach kurzer Begrüßung legen wir sofort ab. Der Windvorhersage verspricht kaum Wind bis 12h und erträglichen Wind aus NW bis ca. 16h. Wir wollen Richtung NW so weit wie möglich. Das Wetter ist total diesig, eigentlich schon bewölkt. Bei absoluter Windstille kommen wir bis zur SE-Spitze von Kefallinia bestens voran. Hier fängt der Gegenwind an. Zunächst erträglich, aber etwa 2 sm vor unserem Tagesziel nach Plan A wird er schon unerträglich. Wir kämpfen trotzdem dagegen an, um einen Blick in den Hafen Poros werfen zu können. Drinnen kocht das Wasser vor lauter Wellen. Damit ist Plan A gestorben. Plan B sowieso, weil der vorgesehen hätte, durch die Straße von Ithaka bis Fiskardo ganz im N von Kefallinia zu fahren, wenn es der Wind zulässt. Das tut er nun definitiv nicht, also Plan C nach O. Ag. Andréou ganz im S von Ithaka. Allerdings kommen die Wellen genau aus dieser Richtung, weshalb ich den Kurs weiter N setze. Das geht ganz gut. die Duschfrequenz nimmt deutlich ab und die Geschwindigkeit zu. Und daraus entsteht Plan D: In eine der Buchten im SE von Ithaka fahren. Das machen wir auch. Die Neuankömmlinge werden gleich am ersten Tag einem Härtetest unterzogen und bestehen diesen mit Bravour und etwas Kabinenschlaf.
Schon lange bevor wir das SE-Kap von Ithaka erreichen nimmt der Wellengang deutlich ab. Als wir in die Bucht Péra Pigádia abbigen, ist er schon fast weg. Als wir durch die enge Durchfahrt zwischen dem Inselchen gleichen Namens und Ithaka fahren, sehen wir die Anlegestelle des Inselchens. Obwohl hier der Wind ordentlich bläst und auch die Wellen fast 50cm hoch sind, bietet sich an der Leeseite des mit Pollern bestens bestückten Betonanlegers ein brauchbarer Platz um längsseits anzulegen an. Marion springt an Land, Anita und Beate reichen ihr die Festmacher. Mit etwas Kampf gegen den Wind, weil ich den achterlichen Festmacher zu kurz gebunden hatte, können wir bestens und sicher anlegen. Das Boot wird mit 6 Festmachern verzurrt, um auch für stärkeren Wind vorbereitet zu sein.
Schwimmen und Kaffeetrinken sowie Windprognose aus dem Internet holen ist angesagt. Es soll stürmischer werden. Das Abendessen wird wegen des Windes im Salon eingenommen. Danach gehe ich zum inzwischen angekommenen Nachbarboot zum Plaudern. Es ist ein deutsches Pensionistenehepaar, das nach vielen Jahren in der Nord- und Ostsee diesen Winter über die holländischen und französischen Kanälen mit ihrem Motorsegler „Lobster“ ins Mittelmeer gekommen sind. Sie erzählen, dass sie im Jänner in den Ardennen im Eis festgefroren sind und jetzt unter der Hitze leiden. Sie wollten in Ag. Andréou übernachten aber der Schwell war dort so stark, dass er den Anker herausgerissen hat. Gut, dass ich auch Plan C verworfen habe.


16.07.2008 Mittwoch
Itháki / N. Péra Pigádi
Der Wind nimmt in der Nacht ordentlich zu. Zwischen 1 und 2 ist es am ärgsten. Die auf der anderen Seite der Mole aufkrachenden Wellen duschen das Boot. Es schaukelt. Nur die Motoren brummen nicht, sonst könnte man meinen, wir kämpfen uns den Weg durch die Wellen. Aber wir liegen hier ganz sicher und gefahrlos, weil kein Anker ausreißen kann und kein anderes Boot uns durch Unglück oder Unfähigkeit des Skippers bedrohen kann, wie es in einem Hafen oder in einer vollen Ankerbucht leicht sein könnte. Deshalb kann auch ich gut schlafen.
Auch gefrühstückt wird im Salon. Aber gegen Mittag beruhigt sich der Wind. Für die kommende Nacht ist noch Starkwind angesagt und so bleiben wir wo wir sind. Ab morgen soll es eine Woche lang wenig Wind geben.
Ich gehe mit Beate zu den deutschen Nachbarn, weil sie um Tipps für die Weiterreise um den Peloponnes und dann in die Türkei gebeten haben.
Der Tag vergeht mit Faulenzen, Lesen, Schwimmen und Verspeisen von hervorragenden Schinken-Käse-Toasts. Nach dem Abendessen kommen die Nachbarn zum Plaudern herüber. Weil der Wind schon etwas nachgelassen hat, sitzen wir im Cockpit. Als es schon finster geworden ist, gehe in den Salon hinein und schlage ein neues Erlebniskapitel auf: Ratten! Auf dem Kühlschrank sitzt eine und stürzt sich beim Salonfenster hinaus als ich herein komme. Das gibt natürlich Gesprächstoff. Als die Deutschen auf ihr Boot zurück gehen, rennen auch von diesem zwei Ratten davon. Es folgt eine Rattensuche mit der Taschenlampe. Es findet sich aber keine mehr.
Die Damen gehen schlafen und ich setze mich zum Computer. Da höre ich Rattenschritte auf dem Deck und stürze mit der Taschenlampe hinaus. Eine balanciert wie nix über den schlapp hängenden Festmacher und verschwindet in einem Hohlraum des Anlegers. Die zweite versteckt sich unter dem Schlauchboot. Als ich es hoch hebe und die Ratte anleuchte, ist sie wie paralysiert und wagt sich nicht von der Stelle zu rühren. Ich kann auch nicht viel tun mit der Taschenlampe in der einen und das hochgehobene Schlauchboot in der anderen Hand. Ich knurre ganz furchteinflößend und rüttle das Boot und da entschließt sich die Ratte die Flucht zu ergreifen. Zufrieden gehe ich zurück und lege mich schlafen überzeugt davon, dass sich die Ratten jetzt nicht mehr wagen würden, auf unser Boot zu kommen. Kurze Zeit später höre ich wieder die Tapser auf dem Deck aber diesmal kümmere ich mich nicht darum. Wir haben das Boot sowieso rattendicht gemacht.


17.07.2008 Donnerstag
10:00 Itháki / N. Péra Pigádi Karte Abfahrt
10:36 Itháki / O. Sarakíniko Karte anschaun
11:09 Itháki / Paralia Gidakiou Karte Ankern
14:45 Itháki / Paralia Gidakiou Karte Abfahrt
15:45 Itháki / Vathy Hafen Karte
Zeit unterwegs: 02:10 Strecke: 8,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,9 Knoten


Endlich ist es windstill. Wir genießen den Morgenschwimm im absolut klarem Wasser mit den vielen Fischen – wie im Aquarium. Um 10h legen wir ab. Zuerst sehen wir uns die Bucht Sarakíniko an. Diese wäre auch als Sturmschutzbucht geeignet gewesen, allerdings nur für max. 5 Boote.
Wir kommen am schönen Strand Gidaki vorbei und beschließen spontan, hier schwimmen zu gehen. Wir ankern und bleiben ganze 3,5 Stunden. Es ist herrlich hier. Anschließend fahren wir zur Inselhauptstadt, wo wir einen schönen Platz am SW-Kai bekommen. Hier sind jede Menge Festmacherringe und Poller vorhanden. Als Rammschutz sind hier Autoreifen angebracht und diese haben einen gelben Plastiküberzug, gegen schwarzen Gummiabrieb. Man fühlt sich willkommen.
Unsere deutschen Nachbarn sind auch da und helfen mit den Leinen beim Anlegen. Um 15:45 schalte ich die Motoren ab und wir gehen zuerst zum Mistkübel und dann zum nächsten Café. Der Ort hat davon zahlreiche ebenso wie Tavernen, die meisten davon direkt am Wasser. Überhaupt macht der Ort einen gepflegten und angenehmen Eindruck, gar nicht hektisch oder laut.
Die Damen gehen in den Champion-Supermarkt einkaufen und ich versuche die seit Mittag streikende Internetverbindung in Gang zu bringen.
Im Lauf der nächsten Stunden kommt Boot nach Boot in die große Hafenbucht hinein. Bald sind alle Plätze besetzt und einige Segelboote und Motoryachten ankern mitten in der Bucht. Ich zähle ca. 60 Boote. Kein Wunder, dass sich die Hafenpolizei für Papierkram mit Privatbooten nicht interessiert.
Abends essen wir in der Taverna O Bosos nicht so besonders toll aber auch nicht teuer. Beate und ich gehen anschließend in eine Bar auf ein Ouzo bei den riesigen Motoryachten ca. 10 Boote von uns entfernt.


18.07.2008 Freitag
13:40 Itháki / Vathy Hafen Karte Abfahrt
15:54 Itháki / Limeniskos Ag. Nikoláu Karte Ankern
Zeit unterwegs: 02:14 Strecke: 9,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,1 Knoten


Alle haben einen guten Hafenschlaf. Marion und Anita gehen schon um 8h vom Boot frühstücken. Ich stehe wie immer um 9h auf und höre die Windprognose auf VHF an und mache den Morgentee. Dabei schaue ich hinaus uns sehe den höchsten Segelmast, den ich je gesehen habe. Ich vergesse das Teewasser und gehe den Kai entlang, um zu sehen, zu wem dieser gewaltige Mast gehört. Nicht ganz unerwartet liegt unter dem Mast ein enorm großes Segelboot. Es ist die Mirabella V stelle ich an der am Schiff (nicht Boot) mehrfach vorhanden Beschriftung und dem weißen Schriftzug der dunkelgrünen Gürtel der Besatzungsmitglieder fest. Sie hat gerade Diesel getankt und gibt sich mit 4.920 Litern zufrieden, wie ich am Literzähler des Dieselwagens feststelle. Ein mit dem Betanken beauftragter, weißbekleideter, grünbegürtelter Mann beantwortet mir die Frage nach der Länge des Schiffes: 75m (also 250 Fuß!) und fügt ungefragt die Masthöhe hinzu: 90m (Neunzig Meter!!!). Im Internet gäbe es auch Infos sagt er. Wikipedia oder Google sagen, es ist die größte Slup der Welt.
Inzwischen hat der pfeifende Wasserkessel die Beate aus den Federn geholt und es wird Zeit für das Frühstück. Marion und Anita kommen auch wieder zurück. Es folgt ein Einkaufsvormittag in dem wirklich sehr netten Ort.
Um 13:40h verlassen wir ihn. Wir tuckern langsam in die nächste Bucht und sehen uns den Ort Kioni an. Der Yachtkai ist schon fast voll. Gegenüber gäbe es aber eine Anlegemöglichkeit für uns per Bugleinen und Heckanker. Aber wir wollen die Nacht in einer Bucht verbringen und fahren daher weiter. Die nächste Bucht, Frikes, hat mehrere Anlegemöglichkeiten an Kiesstränden. Als wir die erste davon ansteuern, meldet der stbd-Motor mit lautem Pfeifsignal, dass er sich abgestellt hat. Etwas verwirrt drehe ich den Zündschlüssel zurück, damit das Pfeifen aufhört und erkenne bald darauf den Grund: Wir schleppen eine Fischernetz hinter uns her! Mit dem bb-Motor nehmen wir neuen Kurs auf einen Strand ganz im Luw des inzwischen frischen NW-Windes. Ich schaue mit der Taucherbrille nach: Der ganze Propeller ist in einem Seilknäuel eingehüllt und davon geht das Seil nach hinten zum Netz weiter. Ich hole den Bootshaken und schneide es durch. Damit kommen wir wieder vorwärts. Nach 20 Minuten erreichen wir den Strand bei Ag. Nikoláu, wo schon 10 Boote liegen und wo der Fallwind ganz ordentlich auf das Meer hinaus weht. Ich inspiziere den Anker und mache mich dann daran, den Propeller zu befreien. Das geht zügiger als erwartet und bald kann ich einen riesigen Seilhaufen herzeigen.
Obwohl hier das Meer mit 23° saukalt ist, gehen wir alle schwimmen. Abends gibt es ein fulminantes Essen mit den Koteletts, die wir in Vathy eingekauft haben. Dann sitzen wir im Cockpit und stellen fest, dass es regnet! Besser gesagt: Es tröpfelt und zwar vom klitschnassen Bimini. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass alles komplett nass ist.


19.07.2008 Samstag
11:15 Itháki / Limeniskos Ag. Nikoláu Karte Abfahrt
15:00 Arkoudi / SE-Bucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:45 Strecke: 20,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten


Auch der Morgen begrüßt uns extrem feucht. Sogar der Boden innen ist grauslich nass. Kein Windhauch versucht, die Nässe zu vertreiben.
Um 11:15h machen wir uns auf den Weg. Das machen offenbar auch andere um diese Zeit. Ich zähle mit einem Rundblick so an die 30 Segelboote, die irgendwohin unterwegs sind. Das ist mindestens das 10-fache dessen, was wir vom Dodekanes gewohnt sind.
Wir steuern die S-Spitze von Lefkas an, um dort die berühmten Felsen inklusive Sappho-Klippe anzusehen. Inzwischen ist wieder etwas Gegenwind aufgekommen so dass wir bei der Betrachtung der imposanten aber nicht wirklich einmaligen Felsen etwas schaukeln dürfen. Wir drehen um und umrunden das Kap Dukáto in die andere Richtung.
Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt erreichen wir die kleine unbewohnte Insel Arkudi. Wir suchen entlang der E-Küste nach einem geeigneten Badeplatz, wie im Kartenbuch von Elias beschrieben und finden schließlich die kleine Bucht. Diese ist allerdings mehr als eng und der Wind kommt aus wechselnden Richtungen. Aber weiter S vor einem vorgelagerten Inselchen, das mit einer schmalen Landzunge, eigentlich Steinzunge, mit Arkudi verbunden ist, lässt sich auf 7m Tiefe ankern. Obwohl der Wind schon die übliche Nachmittagsstärke erreicht hat, geht hier kaum Wind und es gibt auch keine Fallböen.
Endlich wieder schwimmen. Aber bei 22° ist es schon recht erfrischend. Trotzdem wird aus dem Badeaufenthalt ein Nächtigungsplatz.


20.07.2008 Sonntag
13:32 Arkoudi / SE-Bucht Karte Abfahrt
14:30 Lefkas / Syvota Karte
Zeit unterwegs: 00:57 Strecke: 5,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten


Spiegelglatt begrüßt uns der Morgen. Wir frühstücken und schwimmen bevor wir um 13:30h abfahren. Nach einer Stunde erreichen wir die schöne Bucht Syvota. Ich traue meinen Augen nicht: Es ist gesteckt voll obwohl um diese Tageszeit immer ein Platz zu haben sein sollte. Die Segelflottilie SailingHolidays.com hat hier ihre Basis. Ich schätze, dass keines der 39 Boote jünger als 10 Jahre ist und allesamt ehemalige Charterboote sind. Sonntag ist Crewwechseltag und um 15h kommen die bleichen Briten in Scharen. Zusätzlich sind schon 34 Privatboote festgemacht und 7 ankern in der Bucht. Freie Plätze gibt es nur mehr am Schwimmsteg, den es angeblich seit 3 Jahren gibt. Ein Platz kostet hier satte 40 Euro! Wasser und Strom zwar inkludiert aber trotzdem für Griechenland unerhört teuer. Die Duschen im Café Yacht Bar direkt beim Schwimmsteg sind nicht inkludiert und kosten 2,- für 10 Minuten, Automat vorhanden. Der private Betreiber des Schwimmstegs spricht nicht mal Greek-English. Daher kann ich mich nicht erkundigen, ob der Preis für alle gleich oder bootsspezifisch ist. Eine neu angekommene Bavaria 34 zahlt allerdings „nur“ 25,-. Also doch bootsspezifisch. Jedenfalls alles ohne Quittung.

Am Abend essen wir gut und günstig in einem der vielen Tavernas, die, bis auf eine, allesamt mit einer Terrasse im ersten Stock ausgestattet sind.


21.07.2008 Montag
13:00 Lefkas / Syvota Karte
13:20 segel setzen
15:07 Segel bergen
15:45 Meganísi / O. Atherinós Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 02:45 Strecke: 13 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten


Wir nützen den teuren Platz fast 24 Stunden lang aus. Das Boot wird gründlichst gereinigt. Während das Deck und das Cockpit trocknen gehen wir auf ein gutes zweites Frühstück. Der teure Supermarkt und der fahrende Gemüsehändler werden von uns beehrt.
Um 13h fahren wir los. Inzwischen haben schon fast alle Boote von Sailingholidays den Ort verlassen und krebsen vor der Buchteinfahrt herum. Wir setzen mitten in der Horde die Segel, weil endlich passender Wind da ist. Wir umrunden die S-Spitze von Meganísi. Auf der E-Seite lässt sich besonders gut segeln: Der Wind genau in der richtigen Stärke und aus der richtigen Richtung und keine Wellen.
Nach 1:40 erreichen wir das NE-Kap A. Eliá und ab hier gibt es gar keinen Wind mehr. Aber um so mehr Boote! Entlang der N-Seite der Bucht Atherinós ankern 23 Stück davon, alle mit Landleine. Wir finden trotzdem einen Platz ganz innen, gleich neben dem kleinen Kiesstrand. Ich schwimme mit der Landleine zum nächsten Olivenbaum. Davon gibt es hier auch viele. Die Landschaft ist überhaupt sehr grün und lieblich.


22.07.2008 Dienstag
12:30 Meganísi / O. Atherinós Karte
14:51 Lefkas / O. Vlycho Karte Ankern
15:25 Lefkas / O. Vlycho Karte Weiterfahrt
15:55 Lefkas / namenlose Bucht vor Nydri Karte Ankern mit Landleine
19:37 Lefkas / namenlose Bucht vor Nydri Karte
20:21 Lefkas / Nydri Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:35 Strecke: 13,1 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten


Als eine neue Horde Flottiliensegelboote um 12:30h bedrohen, die Ausfahrt von unserem Ankerplatz endgültig zu verrammeln, machen wir uns auf den Weg. Wir sehen uns die vielen Buchten an der N-Seite von Meganísi an. Es sind wirklich herrliche Ankerplätze in schöner Landschaft. Das finden viele andere auch.
Im sehr nett wirkenden Hafenort Vathy wird gerade eine neue Mole gebaut. In der nächsten Bucht, O. Spilia, gibt es zwei Anlegemöglichkeiten. Die Westliche ist bis auf den Schwimmsteg voll. Gewarnt von Syvotaerlebnis versuche ich erst gar nicht, dort anzulegen sonder fahre zur anderen Seite der Bucht. Hier ist ein ziemlich neuer kleiner Hafen vorhanden mit Versorgungssäulen und Mooringleinen. Aber ein Mann deutet uns schon, wir sollen nicht anlegen und schreit als Erklärung „too much Wind“ zu. Er wird wohl meinen, dass sehr starker Wind aus NW für die Nacht angesagt ist. Und der wird die Anlage direkt treffen. Also fahren wir weiter in Richtung Lefkas. Morgen und am Donnerstag wird Starkwind sein. Deshalb bestelle ich per Telefon einen Leihwagen für morgen Mittag, damit wir uns Lefkas ansehen können während der Wind weht. Und deshalb fahren wir in die große und als sicher bei jedem Wind beschriebenen Bucht Vlycho. Unterwegs schrammen wir ganz nah an der Insel Skorpios vorbei, die wir nicht als Nachthafen verwenden dürfen, weil wir nicht Onassis heißen.
Als wir um die Ecke biegen, trifft uns fast der Schlag: Noch mehr Boote als bisher schon gesehen. Die Bucht ist riesig, seicht (zwischen 5 und 10m), mit trübem Wasser und voll mit den merkwürdigsten Booten vor Anker. Am W-Ufer befinden sich zwei Bootswerften vor denen Scharen von Booten festgemacht bzw. einige Rostschüsseln gestrandet sind. Wir machen eine Runde bis zum Scheitel der Bucht und tuckern dann wieder hinaus. Um 14:50 ankern wir auf 9m Tiefe in der Buchteinfahrt. Ich verwende die Ankerboje. Dann beobachte ich diese und die furchtbare Umgebung. Hier ist eine recht starke Strömung vorhanden so dass das Boot sich nicht nach dem Wind ausrichtet sondern über die Ankerboje geschoben wird. Eine prächtige Qualle treibt auch gerade vorbei und da ist es klar: Weg hier! Der Anker kommt herauf grau von Schlamm. Wir fahren wieder zurück um die Ecke, da wo das Wasser wieder klar ist. Eine nach NE offene Bucht bietet sich an. Weil weder im Hafenbuch beschrieben noch irgendein Boot hier ankert, vermute ich, dass die Bucht nicht besonders sicher ist. Wir ankern trotzdem und ich mache eine Erfindung: Landleine auf Slip! Ein Baum bietet sich dafür bestens an. Ich schwimme hin, lege die Leine um den Baum und schwimme damit wieder zurück und befestige das Ende wieder am Boot. Damit ist vielleicht sogar etwas mehr als die Hälfte der 110m Leine in Verwendung und wenn wir ablegen werden, braucht niemand vorher schwimmen gehen.
Aber jetzt gehen alle gerne schwimmen. Wir lesen, faulenzen und beobachten das Wetter. Es ist absolut ungriechisch: Mehr als 50% bewölkt, es regnet zwei Mal kurz und der Wind kommt aus unterschiedlichen Richtungen mit unterschiedlicher Stärke. Als er nach 19h in starken Böen aus SE kommt, wird es für den Anker zu viel. Wir nähern uns dem Ufer schon recht bedrohlich und die Ankerwinde kann die Kette ganz gemütlich hereinziehen. Also müssen wir sofort losfahren. Die Landleine auf Slip bewährt sich, denn wir können ziemlich stressfrei ablegen, was sonst wohl nicht der Fall gewesen wäre.
Es geht wieder zurück in die grausliche Bucht. Wir werden von einem großen Algenteppich begrüßt. Es ist gar nicht so einfach, einen Ankerplatz zu finden, auf dem sich das Boot um 360° drehen kann ohne Kollisionsgefahr mit einem anderen. Gleich S vom Ort Nydri recht nahe dem Ufer auf nur 3m Tiefe und mit nur 10m Kette sollte das gelingen.
Wir essen ein köstliches Gemüseomelett bei angenehmer Barmusik vom Ufer her. Marion und Anita machen wie immer den Abwasch. Diesmal ohne Vorspülen im Meerwasser. Wäre wohl kontraproduktiv.


23.07.2008 Mittwoch
Lefkas / Nydri
Ich rudere mit dem Schlauchboot zum nahe gelegenen Schwimmsteg. Drei Segelboote liegen hier aber sonst ist noch viel Platz frei. Zwei sind bemannt und die wissen nicht, ob es was kostet, hier anzulegen. Der Steg gehört der Firma Skorpios Charter, stelle ich fest. Das Büro gegenüber ist geschlossen. Ich frage die die Wirtin vom Nachbarlokal, eine Engländerin. Sie sagt, der Deutsche Herbert und der auch deutsch sprechende Edi seien die Besitzer aber beide nicht da, weil alle Segelboote draußen sind. Vor dem Wochenende werden sie wohl auch nicht kommen, denke ich und rudere zurück.
Wir verlegen das Boot ca. 50m also zum Schwimmsteg zwischen einem Charterboot mit finnischen Gästen und einem allein segelnden Griechen. Dieser hilft uns mit der Mooringleine und bald ist das Boot auch schon bestens festgemacht.
Dann machen wir uns auf den Weg, zum bestellten Leihwagen. Auf der sehr lebhaften Hauptstraße hinter der Reihe von Lokalen an der Promenade am Hafen befinden sind zahlreiche Autovermietungen. Bei Avis nachgefragt, finden wir Europcar auch schon. Um € 45,- bekommen wir einen sehr ordentlichen Hyundai Getz für 24 Stunden. Wir wollen das Auto gut nützen und fahren zuerst zum Wasserfall (!!!) – ja wirklich auf Lefkas gibt es einen solchen. Obwohl wir es nicht für möglich halten, dass ein griechischer Wasserfall im Sommer was anderes als Trockenwasser enthalten kann, fahren wir die ca. 4 km in Richtung Berg und gehen dann noch einen immer beschwerlicher werdenden Fußweg ca. 500 m. Und dann hat das Bachbett tatsächlich Wasser. Noch etwas weiter oben geht es weiter hinauf durch eine schmale, hohe Klamm und danach präsentiert sich der vielleicht 20m hohe Wasserfall in voller Pracht. Was wird da so hinunter schießen?, naja ein bis zwei Liter in der Sekunde sicherlich. Würde immerhin über sieben Kubikmeter in der Stunde ausmachen. Vielleicht war es doch nicht so viel.
Dann suchen wir den Serpentinenweg auf den Berg hinauf. Nach einem Fehlversuch gelingt das. Wir werden sogleich mit einer herrlichen Aussicht auf Nydri, die grausliche Bucht und die vorgelagerten Inseln mit den hohen, kargen Bergen des Festlandes im Hintergrund belohnt. Die Kameras knipsen. Von hier oben sieht alles wunderschön aus und das ekelige, undurchsichtige Wasser der großen, seichten Bucht hat eine herrliche türkise Farbe. Also: Aus der Ferne betrachtet ist alles schön.
Wir fahren bis zum Bergdorf Vafkeri hinauf, wo wir unseren Durst im einzigen Lokal „Platanos“ stillen und uns überlegen, welche Route wir anschließend fahren sollen. Hier oben geht der Wind sehr ordentlich und im Schatten ist es sogar mehr als kühl. Wir beschließen, die Straße entlang der Westküste nach Süden zu nehmen.
Sie führt in ansehnlicher Höhe entlang der Formation des Berges mit wunderbarer Aussicht auf das aufgewühlte Meer. Etwas Sorge bereitet uns die Tankanzeige, die innerhalb von 50km von 1/4 auf E gesunken ist und die Warnlampe leuchtet mitten im Niemandsland. Eine Tankstelle haben wir bisher noch nicht gesehen. Aber bergab erreichen wir die südlichste Bucht von Lefkas, Vasiliki. An vielen Hotels und Appartements vorbeigefahren sehen wir endlich eine BP-Tankstelle. Hier machen wir sofort halt und tanken um 20 Euro. Anita möchte unbedingt zum Bäcker gegenüber gehen und Beate ist auch dabei. Der Bäcker verkauft das größte Einpersoneneis der Welt. Und er empfiehlt die Taverna seiner Mutter, Lithdria im Ort Nikolí. Er hat sogar einen A5-Flyer mit Bildern und Speisekartenauszug. Diese perfekte Marketingmaßnahme passt uns sehr gut. Wir fahren los und suchen uns den Weg durch die Olivenbaumplantagen der Ebene und anschließend der Serpentinenstraßen auf den Berg hinauf. Immer wieder tauchen Schildchen auf, die den Weg zur ΤΑΒΕΡΝΑ ΛΙΘΔΡΙΑ zeigen. Ehe wir uns noch versehen haben, taucht die Taverna an der rechten Seite schon auf. Eine Ortschaft „Nikolí“ haben wir eigentlich gar nicht wahrgenommen. Die Mama freut sich über die Kundschaft, die sich über die Köstlichkeiten im kleinen Lokal anhand der singulären Speisekarte und der griechischen Kommentare der Wirtin informieren. Schließlich gehen wir über die extrem wenig befahrenen Straße zu den Tischen auf der Terrasse mit Meerfernblick. Die Wirtin hat Mühe, die obligaten Papiertischtücher aufzulegen, weil der Wind sie immer wieder fortbläst. Aber die Bestellung wird feinsäuberlich auf einem linierten Spiralblock festgehalten, wobei ein Kugelschreiber den Besitzer wechselt, weil der der Wirtin schon aus ist.
Es dauert gar nicht so lange bis sie mit den Getränken und den Vorspeisen kommt, aber die 2 noch benötigten Trinkgläser dauern danach etwas länger. Es gibt lefkadisches Rosmarinbrot (Riganada), gebratenen Ziegenkäse, Tsaziki, Zucchini mit grünem Gemüse, Imam und Huhn in roter Sauce. Der Rosé-Hauswein ist allerdings nicht wirklich genießbar.
Bevor wir nach der Vertilgung der Köstlichkeiten eine Chance haben, etwas nachzubestellen, kommt die Mama schon mit der Rechnung. Es passt eigentlich eh gut aber etwas amerikanisch wirkt es schon. 35 Euro für 4 Personen ist aber nicht wirklich teuer.
Wir fahren jetzt einen anderen Weg und ich beharre darauf, zu sehen, was im Bergdorf Agios Petros auf seinem in den Berg hineingesprengten Fußballplatz abgelagert worden ist. Von oben sieht es sehr seltsam aus. Aus der Nähe sieht man aber sofort, dass es sich um haufenweise Erdhaufen handelt. Der Sandplatz soll also einen Rasen bekommen. Allerdings wuchert das Gras schon recht hoch auf den Erdhaufen, die als erste abgeladen worden sein dürften. Auch die riesige Straßenhobel, die irgendwann diese Haufen verteilen soll, steht mitten drin. Möglicherweise wird der Treibstoff für sie auch noch aufzutreiben sein.
Wir fahren wieder hinunter nach Vasiliki und sehen uns den Ort aus dem Autofenster an – nicht schlecht aber auch nichts Besonderes. Entlang der Straße zurück nach Nydri gibt es einige Fotostopps – unter anderem die gerammelt volle Bucht Sivota von oben – aber sonst nichts besonderes.
Wir finden einen Parkplatz fast beim Boot. Anita und Marion gehen auf Shoppingtour und Beate und ich in die Bar, die uns letzte Nacht mit so schöner Musik verwöhnt hat.


24.07.2008 Donnerstag
14:45 Lefkas / Nydri Karte Abfahrt
15:50 Meganísi / Bucht ohne Namen bei A. Makriá Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 01:05 Strecke: 4,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,2 Knoten


Wir stehen für unsere Verhältnisse früh auf, um das Auto noch ausnützen zu können. Beate hat leider Migräne und will nicht mitfahren. Anita, Marion und ich fahren mit dem Auto Richtung Norden entlang der Küste. Sehenswürdigkeiten sind hier rar oder, sagen wir höflich, schwer zu finden.
Wir kommen zur Stadt Lefkada, die mit 6.300 Einwohnern viel größer und hektischer wirkt als diese Einwohnerzahl vermuten ließe. Wir fahren gleich quer durch auf der Straße, die zum Festland hinüber führt. Die Schwenkbrücke ist gerade offen und einige Segelboote preschen durch. Wir sehen uns die versandete N-Spitze der Insel an, wo einige wackere Griechen in der Brandung baden. Dann geht die Fahrt zurück in die Stadt über die Straße über den bis auf 3 Wohnmobilen unbevölkerten Lido, die die Lagune nördlich der Stadt umschließt. So etwas ungriechisches habe ich in Griechenland noch nicht gesehen.
Wir erreichen die neue Marina. Während ich den Takis suche und mich im Marinabüro nach einem Anlegeplatz für das Wochenende erkundige, warten die Mädels im Café. Diese sind viel erfolgreicher als ich. Denn der Takis ist irgendwo auf der Insel unterwegs und für das Wochenende ist kein Platz zu bekommen obwohl die Marina für gut 620 Boote ausgelegt ist (laut Prospekt). Eigentlich bin ich froh darüber, denn eine Nacht für die Blodughadda würde sich laut Preisliste mit 70 Euro aufs Budget schlagen. Und das schlägt absolut alles, was ich in Griechenland bisher erlebt habe. Mein schon lang gefasster Entschluss, keinen Bootsstammplatz in dieser übervölkerten Gegend anzustreben, wird dadurch sehr stark unterstützt. Da ist mir die Staubpiste auf Leros noch 100 Mal lieber. Wenn der Stammplatz hier für 10 Monate mehr als das Doppelte des Jahresplatzes in Kos und fast das 3-fache des Platzes in Leros kostet, fällt es mir überhaupt nicht schwer, dieser Gegend demnächst das Nimmerwiedersehen zu sagen.
Wir fahren wieder zurück. Kurz nach der Stadt biegen wir auf den Parkplatz des Lidl-Marktes ab, der zur Freude der Mädels auch hier vorhanden ist. Ein ganzer Einkaufswagen voll kostet keine 90 Euro. Verglichen mit einem durchschnittlichen griechischen Super-Market die Hälfte – höchstens.
Wir laden den Provianteinkauf, darunter 30 1,5L Flaschen Wasser, beim Boot ab und ich bringe das Auto zum Vermieter zurück. Die Europcarbedienstete Camilla sieht sich nicht Mal den Tankzählerstand an. Dabei habe ich sehr genau darauf geachtet, dass die verbrauchte Menge mit der getankten überein stimmt.
Wir essen ein von mir auf dem Rückweg erstandenes gefülltes Sandwich. Marion und Anita machen einen Ortsbummel. Das Wetter ist extrem ungriechisch: 99% bewölkt und Regenschauer. Ich unterhalte mich mit inzwischen am Nachbarplatz angekommenen Schweden. Als alle wieder da sind fahren wir bei besserem Wetter um 14:45h los.
Diesmal sehen wir uns die Onassis-Insel Scorpios von der anderen Seite an. Aber sie ist dort ebenfalls uninteressant. Schon bald nach Abfahrt wird das Wetter noch besser und bei der Einsteuerung in die nördlichste Bucht auf Meganísi ist es schon fast wieder sommerlich.
Wir ankern ganz im Scheitel der Bucht, wo es zu seicht für Kielboote ist. Selbstverständlich liegen einige solche (ich mag gar nicht mehr zählen wie viele) etwas weiter draußen aufgereiht mit Anker und Landleine. Unsere mache ich wieder auf Slip um einen Baum. Dabei merke ich gar nicht, dass die Wassertemperatur schon wieder unter 22° gefallen ist durch den scharfen NW-Wind, der gestern und heute gewütet hat.


25.07.2008 Freitag
13:16 Meganísi / Bucht ohne Namen bei A. Makriá Karte Abfahrt
15:10 Lefkas / Hafen Lefkada Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 01:53 Strecke: 9,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten


Die Nacht ist so absolut ruhig, dass ich schlecht schlafen kann. Aber kurz vor Sonnenaufgang schlafe ich so richtig ein. Erst nach 9h wache ich wieder von einem seltsamen Geräusch auf. Es regnet! Ich schaue nach. Tatsächlich ist es vollkommen bewölkt und der Regen kommt in unterschiedlich intensiven Schauern. Ich gehe schwimmen, denn in Griechenland war ich noch nie bei Regen schwimmen.
Beate macht englisches Frühstück mit Ei, Speck und Baked Beans. Um 11h verzieht sich die Wolkendecke und es bleiben viele weiße Wolken vor blauem Himmel. Die Abwaschspezialisten Marion und Anita machen mustergültige Arbeit.
Die letzte Chance für unsere Mitseglerinnen, schwimmen zu gehen, nützt nur Marion. Bald darauf um 13:15h fahren wir ab. Ich möchte ca. um 15h in Lefkas ankommen, um zumindest theoretisch die Chance haben, einen Platz im Hafen zu bekommen. Die Marina will uns ja nicht. Sollte es auch im Hafen keinen Platz für uns geben, müssen wir ankern. Das wird zwar etwas beschwerlich. Aber Takis hat versprochen, uns irgendwie zu helfen.
Wir erreichen die Einfahrt in den ausgebaggerten Kanal zwischen Lefkas und Festland um ca. 14h. die Landschaft ist wahrlich seltsam und die Fahrt zwischen den ausgelegten Markierungen und der kilometerlangen Sanddüne wie auf einem Fluss, wie die Anita treffend feststellt.
Wir erreichen die Marina Lefkas, bzw. die Tankstelle. Hier legen wir kurz an, um den Dieseltank voll aufzufüllen. Auch den Preis für Diesel mit 1,55 Euro haben sie hier unverschämt hoch angesetzt. Dann fahren wir weiter in den Stadthafen und erblicken unerwarteterweise einen freien Platz. Diesen nehmen wir sofort in Beschlag. Wir füllen ihn nicht einmal voll aus. Aber wir müssen das Landungsmanöver wiederholen, weil der Anker trotz nur 2,5m Wassertiefe nicht hält. Beim zweiten Versuch hält der Anker in 30m Entfernung anscheinend sehr gut. Die belgischen Nachbarn helfen dabei wieder mit den Leinen an Land und haben auch schon gelernt, wie ein Karabiner an einer Kettenschlaufe funktioniert.
Kaum angelegt kommt auch schon der Takis daher. Wir begrüßen einander herzlich. Die Mannschaft erkennt, dass es länger dauern könnte und verabschiedet sich, um die Stadt zu erkunden. Dann zeige ich ihm die reparaturbedürftigen Stellen an der Genua und Bimini. Wir montieren diese ab, damit er sie bearbeiten kann. Vom Schlauchboot kleben hält er nicht viel, weil dieses schon alt genug ist und die Verbindung Boden-Schlauch sicher immer wieder Probleme bereiten wird. Er bestätigt damit meine Überlegungen und daher lassen wir die Luft aus und rollen das Schlauchboot zusammen, damit er es entsorgen kann.
Er hat aber ein neues dabei auf dem Dachträger, weil er uns damit abgeholt hätte, falls wir im Hafenbecken wegen Platzmangels hätten ankern müssen. Wir holen es herunter zur Begutachtung. Zwei andere Bootsbesitzer sind gleich zur Stelle und kommentieren fachmännisch. Takis muss seine Telefonnummer zwei Mal hergeben, bevor wir weiter reden können. Wir bringen das Schlauchboot auf die Blodughadda, damit ich es ausprobieren kann bevor ich mich entscheide. Es soll ca. 800 Euro kosten. Den endgültigen Preis kann er auch noch nicht nennen.
Dann gehen wir auf ein Bier in das im Hafen schwimmende als Café-Bar genutzte, bootsähnliche Ungetüm. Wir erzählen einander hauptsächlich unsere Erfahrungen mit der Marina Kos seit der Umstrukturierung und kommen beide zum Ergebnis, dass sie den guten Ruf der Marina verlieren werden, wenn sie so weiter machen wie seit Oktober. Wer davon profitiert, dass die unabhängigen Serviceunternehmen vom Marinagelände verbannt wurden bzw. der absolut unerfahrenen und unfähigen Firma Kos Marine Yacht Service unterstellt wurden, können wir aber nicht ausmachen.
Als ich wieder auf das Boot zurückkehre, kommen die Damen auch schon wieder. Sie sind mit ihren Einkäufen zufrieden. In einer Seitengasse der sehr belebten Fußgängerzone essen wir ein wunderbares Abendessen in der Taverna Lighthouse und schließen den Ausgehabend in einem Café direkt an der Flaniermeile. Im Cockpit trinken und diskutieren wir noch eine Weile bis es Zeit wird, schlafen zu gehen. Dazwischen kommt der für morgen bestellte Taxler und kontrolliert, dass die Bestellung ernst gemeint ist.


26.07.2008 Samstag
Lefkas / Hafen Lefkada
Alle schlafen gut, insbesondere weil der erwartete Lärm beschleunigender auspuffloser Mopeds doch nicht stattfindet. Nur etwas Discomusik von gegenüber.
Marion und Anita sind schon vor 8h auf den Beinen obwohl das Taxi erst für 9:30h bestellt ist. Aber so haben wir genügend Zeit, uns zu unterhalten und zu frühstücken. Das Taxi kommt überpünktlich. Wir verabschieden uns herzlich. Ein schöner, langsamer Törn ist zu ende.

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