Aktualisierung 21.08.2018 21:35:51 Anzahl Tage: 4
08.07.2009 Kos Nord / Marina
09.07.2009 Kos / Marina – Gyali / Nsis Àg. Antónios
10.07.2009 Gyali / Nsis Àg. Antónios – Nisyros / Páli
11.07.2009 Nisyros / Páli – Kos / Kamari
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Harald
Schillab Christian
Schillab Elisabeth
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 7:37 Strecke: 36,8 Seemeilen Ø Fahrt: 4,8 Knoten
08.07.2009 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Die Lauda Air Maschinen (zwei sind gleichzeitig abgeflogen) landen mit 40 Minuten Verspätung. Beate und Elisabeth schaffen es locker, durch die Wärmebildkamerakontrolle zu kommen – gottseidank keine Schweinegrippe!
Kaum am Boot angekommen fahren sie mit dem Christian wieder los, um bei Lidl einzukaufen. Um 19h sind sie wieder zurück mit etlichen Sackerln und Tragerln. Gerade als wir die Vorräte fertig verstaut haben, kommt die Familie Tuma zu Besuch. Gerald ist ein Arbeitskollege der Beate und urlaubt hier mit Frau und sechsjährigem Sohn Maximilian. Wir plaudern im Cockpit und gehen dann gemeinsam ins Lithino zum Abendessen. Als Besonderheit wird heute Live-Musik geboten. Ziemlich alive sind die zwei alten Männer, die abwechselnd und sogar gemeinsam gesangähnliche Töne von sich geben. Den Text kennen sie nicht immer, aber ein „s’agapó“ (ich liebe dich) zwischen den La-Las hört sich immer gut an. Das sie begleitende Keyboard spielt die automatischen Akkorde hingegen souverän. Die Lieder lassen sich manchmal als alte Schlager identifizieren. Die Tischunterhaltung wird vom Lärm ordentlich gestört. Aber das Essen ist wieder sehr gut.
09.07.2009 Donnerstag
11:56 Kos / Marina Karte Abfahrt
15:24 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:28 Strecke: 20,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Elisabeth und Christian marschieren in die Stadt, um endlich die 88 Cent Verwaltungsgebühr beim Steueramt zu zahlen. Zwei Versuche sind bisher misslungen. Es stellt sich heraus, dass das Tax Office ein grünes Tor aber kein Schild hat und nur zwischen 9 und 13 Uhr geöffnet hat. Im ersten Stock bei Schalter 1 wurde Christian zu Schalter 2 geschickt. Das war ganz falsch. Er musste zu Schalter 4, von wo er zu Schalter 5 weiter geschickt wurde, um das notwendige Formular auzufüllen und auszudrucken. Damit durfte er am Schalter 4 die 0,88 Euro zahlen. Die 12 Cent Wechselgeld hatte der Schalterbeamte schon vorbereitet – sehr professionell! Der Output der Aktion ist ein A4-großes blaues Formular, die oberste Seite der 3-fach Durchschreibearnitur wobei zwei Personen damit für ca. fünf Minuten Beschäftigung fanden, also beamtenseits. Früher, als noch die Hafenpolizei diese Gebühr eingehoben hat, fand ich die Prozedur schon lächerlich. Aber das wurde jetzt weltmeisterlich perfektioniert.
Mit dem Papier kann ich nun also zum Hafenpolizeibüro in der Marina Marschieren und die Ausklarierungspapiere und vor allem -stempel holen. Selbstverständlich werden dieselben Papiere kopiert, die vorgestern auch kopiert wurden und feinsäuberlich zusammengeklammert. Aber die Hafenpolizistin (diesmal nicht die hübsche) verlangt gar nicht nach der Quittung für die 88 Cent! Erst als ich frage, ob sie diese nicht benötige, sagt sie „ou yes yes“ und klammert das Papier zu den Kopien. Man darf sich papierlt fühlen. Zur Hafenpolizei gehe ich nur mehr wenn ich absolut muss.
Pavlos ruft an und sagt, dass die Funkfernbedienung für die Ankerwinde angekommen ist. Ich fahre hin mit dem Roller. Die Sache sieht vernünftig aus – ein Empfänger mit Antenne, der mit dem Relais verbunden wird und Ein kleiner Sender mit zwei Tasten und mit einer Halterung, die man irgendwo befestigen kann.
Harald hat mittlerweile die Wassertanks aufgefüllt und so können wir um 11:50h ablegen. Nach ca. 3,5 Stunden und 20 Seemeilen ankern wir am schönen „Privatstrand“ des Inselchens Ag. Antónios bei Gyali. Anker gut eingegraben, 45 Meter Kette und 25 Meter Landleine werden für eine ruhige Nacht sorgen.
Es folgt schwimmen, Bimssteine suchen und Fehler in der Elektrik suchen. Die Schalttafelkonsole wird von unnötigen Kabeln befreit und ein schlechter Kontakt an der Minusleitung entdeckt und sehr mühsam repariert.
10.07.2009 Freitag
14:49 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte Losfahren und Segel setzen
15:30 Vorsegel segeln
16:43 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 01:54 Strecke: 3,6 Seemeilen Ø Fahrt: 1,9 Knoten
Die Nacht war wirklich ruhig aber im Morgengrauen ist die Ruhe vorbei. Da hilft der beste Anker nicht, wenn sich die Möwen ausschreien. Da hilft nur, die Fenster zu schließen. Und so lässt es sich bis zu einem fulminanten Frühstück mit kernweichen Eiern und Toast weiter schlafen.
Irgendwann am Vormittag legt ein Ausflugsboot mit so ca. 60 Jugendlichen an. Trotz voll aufgedrehter Lautsprecher lassen wir uns nicht wirklich stören. Nach ein paar Stunden dampfen sie eh wieder ab.
Wir auch. Um 14.49 lichten wir den Anker. Der Wind ist angenehm und ladet zum Segeln ein. Aber: Weder Hals noch Schothorn haben wir fest gemacht. Und außerdem rollen die Kügelchen in den Lattenw so gut wie gar nicht. Sprich: Wir bekommen das Großsegel nicht in Position. Aber mit ausgerollter Genua schaffen wir immer noch 2 Knoten Fahrt durch das Wasser in die richtige Richtung.
Kurz vor der neu errichteten Hafeneinfahrt nach Pali fahren wir wieder per Motores und ein Hafenschackl weist uns schon einen Platz zu. Keine 10m entfernt von Taverna Ellenis und Taverna Afrodite ist kein schlechter Platz, denke ich. Folgerichtig gehen wir auf ein Ouze me Meze in die Taverna Afrodite.
11.07.2009 Samstag
17:00 Nisyros / Páli Karte Abfahrt
19:14 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 02:14 Strecke: 13 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Christian organisiert einen Leihwagen. Damit wird die Insel samt Vulkan erkundet. Ich bleibe am Boot und montiere die Funkfernbedienung für die Ankerwinde. Außerdem erhält die Passarella Rollen und das Brett, auf dem sie liegt, Bürodrehsesselrollenzapfen. Das funktioniert sehr gut. Das Brett kann nicht verrutschen und die Passarella hat einen perfekten Drehpunkt.
Um 17h legen wir ab und fahren über fast glattes Wasser in 2 Stunden nach Kamari auf Kos. Der Wirt in der Taverna Faros spricht perfekt deutsch und bestellt ein Taxi für morgen Früh. Auf diesen Erfolg hin, bleiben wir gleich bei ihm sitzen und essen ein gutes Abendessen.