Aktualisierung 21.08.2021 19:59:43 Anzahl Tage: 20
08.08.2008 Egina / Hafen – Egina / O. Murioti
09.08.2008 Egina / O. Murioti – Peloponnes Nordost / Tselevinia – Peloponnes Nordost / Ermioni
10.08.2008 Peloponnes / Ermioni – Peloponnes / Korakonísia
11.08.2008 Peloponnes Ost / Korakonísia – Peloponnes Ost / Kilada – Peloponnes Ost / Panagitsa
12.08.2008 Peloponnes Ost / Panagitsa – Peloponnes Ost / Monemvasia
13.08.2008 Peloponnes Ost / Monemvasia
14.08.2008 Peloponnes / Monemvasia – Mílos / O. Ag. Dimitriu
15.08.2008 Mílos / O. Ag. Dimitriu – Mílos / Hafen Adamas
16.08.2008 Mílos / Hafen Adamas – Mílos / O. Ag. Dimitriu
17.08.2008 Mílos / O. Ag. Dimitriu – Mílos / Kléftiko – Sikinos / Hafen Alopronia
18.08.2008 Sikinos / Hafen Alopronia – Astypálea / O. Livadia
19.08.2008 Astypálea / O. Livadia
20.08.2008 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Skala (Hafen) – Astypálea / Bucht E v. Kap Schinunta
21.08.2008 Astypálea / Bucht E v. Kap Schinunta – Chalki / O. Pótamos
22.08.2008 Chalki / O. Pótamos – Chalki
23.08.2008 Chalki / Hafen
24.08.2008 Chalki – Tílos / O. Ag. Zacharia – Tílos / O. Skáfi
25.08.2008 Tílos / O. Skáfi – Nisyros / Pakhiá Ammos – Nisyros / Páli
26.08.2008 Nisyros / Páli – Gyali / Nsis Àg. Antónios – Kos / Marina
27.08.2008 Kos Nord / Marina
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 68:32 Strecke: 398,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
08.08.2008 Freitag
08:30 Egina / Hafen Karte Abfahrt
09:52 Egina / O. Murioti Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:22 Strecke: 4,9 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten
Von Egina Hafen fahren wir südwärts. Wir sehen uns den netten Ort Perdika an, der sehr beliebt sein dürfte, jedenfalls von den Seglern. In den kleinen Hafen wollen wir uns nicht hinein klemmen. Zu den 19 davor ankernden Segelyachten auch nicht. Wir fahren also weiter und finden in der Bucht Muroti ganz im S von Egina einen nicht so besonderen Kiesstrand aber gute Ankermöglichkeit für ein wenig tief gehendes Boot vor.
Bevor ich überhaupt schwimmen gehe, muss ich mich noch ein wenig hinlegen. Daraus werden 4 Stunden Schlaf. Dann bin ich zwar fit aber es gibt nichts zu tun. Ist mir auch recht.
Ein Motorboot mit einem stockverliebten dicklichen Paar ankert viel zu nahe. Nach nicht allzu langer Zeit droht die Kollision perfekt zu werden als der Wind sich nicht entschließen kann, aus welcher Richtung er wehen will. Ich komme gerade noch zurecht, das Motorboot vom bb-Bug abzustoßen. Die Verliebten haben es gesehen und verlegen nun den Anker um 40m weiter von uns weg. Ein Pech, dass das Handtuch der jungen Frau mit Rubensfigur dabei baden geht. Aber der doppelt so alte Rubens taucht es wie nix wieder herauf.
Nun, es gibt wirklich nichts mehr über diese Bucht zu erzählen.
09.08.2008 Samstag
10:45 Egina / O. Murioti Karte Abfahrt
13:43 Peloponnes Nordost / Tselevinia Karte Badestopp
16:40 Peloponnes Nordost / Tselevinia Karte
19:26 Peloponnes Nordost / Ermioni Karte Anlegen
Zeit unterwegs: 05:45 Strecke: 30,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Herrlich ausgeschlafen machen wir den Morgenschwimm kurz vor 10h. Es ist immer noch windstill schön. Warum hier keine anderen Boote sind, wundert mich wirklich sehr. Wollen alle wirklich so sehr eine Taverna an Land, dass sie sich deswegen nur an entsprechenden Orten zusammenrotten oder ist es der Herdentrieb? Eigentlich egal.
Wir fahren um 10:45h los. Zwei Stunden später fahren wir zwischen Poros und Peloponnes in der schmalen Fahrrinne. Die Stadt Poros macht von hier aus einen sehr mächtigen Eindruck wie sie so den Hügel hinaufklettert.
Als wir den Golf von Hydra erreichen biegen wir ab in eine schöne Bucht der kleinen unbewohnten Insel Tselevinia. Wir ankern auf 6m Tiefe in bestem Sand. Ganz wenig Wind kommt vom offenen Meer herein. Das Wasser ist glasklar und herrlich. Noch herrlicher: Außer uns ist hier nichts und niemand. Drei Stunden lang lassen wir die Seele baumeln und fahren dann weiter.
Um 19:15 erreichen wir das Städtchen Ermioni. An der Außenseite der E-Mole sind zu unserer Verwunderung noch Plätze frei. Wir nehmen einen davon. Danach gehen wir eine Runde durch den netten Ort. Was uns auffällt: Hier gibt es viele schöne Pantopolion (Alleshabende = SuperMarket), Obst- und Gemüsegeschäfte und Fleischhauer. Darunter das schönste Fleischhauergeschäft, das ich in Griechenland bisher gesehen habe. Also einer, der das Fleisch tatsächlich ausstellt und nicht im begehbaren Kühlschrank aus 1936 aufbewahrt.
Wir gehen hinüber zum zweiten Hafen des Ortes, also auf die zweite Seite der Halbinsel, wo wir zu Ostern voriges Jahr zu unserem Peloponnes-Landurlaub essen waren. Hier sind wirklich viele und schöne Lokale und wir finden auch dasjenige in dem wir essen waren. Aber wir gehen trotzdem zurück und wählen die Taverna „ To Paradosiako“ (Το ΠΑΡΑΔΟΣΙΑΚΟ) direkt am Fuß der Mole. Die Wahl erweist sich als sehr gut. Wir essen gut und günstig mit bester Bedienung (die uns nicht vergisst sobald wir das Bestellte bekommen haben, wie sonst überall üblich).
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10.08.2008 Sonntag
12:00 Peloponnes Nordost / Ermioni Karte Abfahrt
15:47 Peloponnes Ost / Korakonísia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:47 Strecke: 17,9 Seemeilen Ø Fahrt: 4,7 Knoten
Obwohl Sonntag haben die wichtigsten Geschäfte offen. Wir kaufen Brot und Gebäck beim Bäcker, Gürkchen, Karotten und Orangen beim Obst- und Gemüsehändler und den Rest im Super-Market, darunter ein Sack Eiswürfel um zwei Euro. Diesen Luxus muss man sich hin und wieder gönnen.
Um 12h hat der E-Wind schon ordentlich zugenommen und schüttelt das Boot bereits unangenehm. Wir fahren also ab.
Unterwegs sehen wir uns die Hapimag-Anlage an, in der wir zu Ostern 2007 Urlaub gemacht haben, die Anlegestelle Kosta für die Fähren zur Insel Spetses, die Ankermöglichkeit Chinitsa, wo wir damals den sauteuren Fisch gegessen haben, die Ankerbucht und den Hafen von Porto Cheli. Alles nicht sehr einladend. Also fahren wir weiter.
Der Wind schiebt uns, inzwischen mit ausgerollter Genua, vor sich her in Richtung NW. Kaum haben wir das erste Kap umrundet, bietet sich schon eine Ankermöglichkeit an. Direkt beim Inselchen Korakonisia ankern zwei Motoryachten, die den gesamten Ankerplatz für sich beanspruchen. Wenig weiter an der Peloponnes-Seite wohnt offensichtlich ein Superreicher (erkennbar insbesondere am grünen Rasen, den Palmen und dem Hubschrauberlandeplatz). Da ankern jede Menge großer Motoryachten.
In der unmittelbar danach folgenden Bucht fühlen wir uns aber schon heimischer. Hier sind nur mehr wenige Segelboote vorhanden, also genau genommen sind es mit uns fünf Stück. Nach Sonnenuntergang, der diesmal akribisch fotografisch dokumentiert wird, sind alle anderen weg. Der Schnorchelgang ergibt, dass der größte Teil der „Bucht“ aus Felsplatten besteht, in denen sich ein Anker sehr leicht festfressen könnte. Dank Polaroid-Sonnenbrille haben wir diese Gefahr bereits beim Ankern erkannt und den Anker entsprechend auf einen türkisblauen Fleck geschmissen – absolut richtig im besten Sand.
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11.08.2008 Montag
10:50 Peloponnes Ost / Korakonísia Karte
12:00 Peloponnes Ost / Kilada Karte
15:35 Peloponnes Ost / Kilada Karte
16:16 Peloponnes Ost / Panagitsa Karte
Zeit unterwegs: 01:51 Strecke: 8,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,6 Knoten
Schon während der Nacht hat Dünung eingesetzt. Wind und Wellen kommen in 90° zu einander. Es schaukelt unberechenbar und teilweise zu viel für mich. Um 10:50h brechen wir auf und erreichen in 70 Minuten den Hafen Kilada. Hier liegen große Fischerboote, teilweise in 2-er Päckchen längsseits. Plötzlich sehe ich mitten im Hafenbecken einen Kopf aus dem Wasser herauskommen und wieder verschwinden. Ich denke, das muss erst ein verrückter Schnorchler sein. Aber er bleibt sehr lange unter Wasser, zu lange. Als er wieder auf- und sofort wieder abtaucht, sehe ich, dass es eine riesige Wasserschildkröte ist. Wir vergessen vorerst, dass wir eigentlich anlegen wollten und zücken die Kameras. Aber auch als sie direkt vor uns kaum 20m entfernt in unserer Richtung schauend nach Luft schnappt, geht es zu schnell, um ein gutes Bild zu bekommen. Ich schätze, dass der Panzer mindestens ein Meter lang ist, eher mehr. Offenbar gibt es hier in diesem trüben, kaum 3m tiefen Hafenwasser genug zu fressen für einen Schildkrötenriesen.
Wir legen uns längsseits an den einzig freien Platz zwischen den Fischerbooten. Zumindest gibt es hier nicht die üblichen Platzreservierungen.
Ich gehe zur Bootswerft ganz innen in der großen Bucht, um mich nach den Kosten für einen Landstellplatz zu erkundigen. Wasserplätze gibt es hier nicht. Es wäre aber möglich, in der großen Bucht zu ankern. Mit 8 Euro per Tag und 420 für das Raus- und wieder Hineinheben ist es gar nicht günstiger als Kos oder gar Leros.
Dann bestelle ich Diesel bei der Tankstelle daneben. Der Bruder der freundlichen Dame wird es mit dem Wagen in ca. einer halben Stunde bringen. Ich gehe zurück, trinke ein wohlverdientes Bier im Café unter den Palmen, wo Beate auf mich wartet. Als wir auf dem Boot zurück sind, sehen wir wieder die Schildkröte direkt beim Boot herumschwimmen. Diesmal gelingen ein paar Aufnahmen. Als wir gerade dabei sind, kommt ein großes, schwarzes, piratenschiffähnliches Segelboot unter österreichischer Flagge in den Hafen herein. Ich deute, dass es an der Blodughadda anlegen könne. Es ist ja alles sonst voll. Das macht es dann auch gerade während ich den Dieseltank auffülle.
Bald darauf sitzt Peter aus Eichgraben samt Frau und Sohn bei uns im Cockpit. Es ist nett, wieder Mal die einheimische Sprache zu hören und zu hören, was sie in der Türkei erlebt haben, weshalb sie jetzt nach Griechenland kommen, und das Boot eben in die Werft in Kilada stellen. http://www.ermionida.info/basimakopouloi/
Wir dürfen das wirklich außergewöhnliche Boot namens Pegasus besichtigen bevor wir abfahren. Wir wollen endlich wieder schwimmen. Beim bestehenden recht starken SW-Wind bieten sich ein paar Badestrände S von Kilada an. Tatsächlich ist der Platz, den wir in 40 Minuten erreichen perfekt: Perfekter Ankergrund, guter Schutz bei diesem Wind, wenige Badegäste, nur ein anderes Segelboot, das bald abfährt und landschaftlich schön ist es auch noch. Wir werden sogar bewacht. In der Nachbarbucht befindet sich irgendein Superreichen-Resort und die Einfahrt dazu befindet sich in dieser Bucht. Das Wärterhäuschen ist Tag und Nacht besetzt.




12.08.2008 Dienstag
11:28 Peloponnes Ost / Panagitsa Karte
18:26 Peloponnes Ost / Monemvasia Karte
Zeit unterwegs: 06:57 Strecke: 41,4 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten
In der Nacht dreht der schwache Wind gegen N und die Wellen kommen auch hier plötzlich seitlich herein. Allerdings nicht so schlimm. Nachdem die zahlreichen griechischen Morgenbader genug haben und das Boot nicht mehr umzingeln, holen wir um 11:20 den Anker hoch. Wir steuern fast genau auf Südkurs und der N-Wind füllt die ausgerollte Genua die ersten 20sm. Wir kommen daher sehr gut voran und erreichen Monimvasia in weniger als 7 Stunden.
Unterwegs tausche ich die alte Frischwasserpumpe gegen die vorsorglich im Frühjahr neu angeschaffte aus. Die alte befördert zwar noch perfekt Wasser aus dem Tank zum Ausgleichsbehälter und den Wasserhähnen. Aber sie schaltet sich alle paar Stunden ein ohne dass ein Wasser entnommen wird und ohne irgend eine Leckstelle. Also kann nur das Rückschlagventil kaputt sein. Die Austauschaktion erfordert kaum technische Anstrengungen, dafür umso mehr körperliche. Die Pumpe ist unter der Bank im Salon ganz hinten montiert. Ich muss also kopfüber in das Loch im Sitz so weit wie möglich hineinkriechen. Es ist zudem unmöglich, mehr als einen Arm und den Kopf durch das Loch zu bekommen. Also kann ich nur mit einer Hand arbeiten, bekomme nach einiger Zeit einen Druck im Kopf und die Panik, mich nie wieder aus dieser mieslichen Situation befreien zu können. Zu allem Überfluss werde ich grantig. Aber wenn die Arbeit begonnen worden ist, muss sie auch zu Ende geführt werden. Beate muntert mich zwischendurch auf und reicht mir die Werkzeuge. So gelingt der Austausch ja doch – was sonst? Die alte Pumpe ist wirklich hinüber. Man kann praktisch widerstandslos Luft durch sie blasen, von beiden Seiten. Es wundert mich, dass sie überhaupt noch irgendwie funktioniert hat. Nach 10 Jahren und sehr intensiver Nutzung darf sie aber auch hinüber sein. Blöd ist nur, dass diese Type nicht mehr hergestellt wird. Wenn die neue Pumpe in 10 Jahren kaputt sein wird, müssen also neue Löcher für die Befestigung gebohrt werden. Das mache bestimmt nicht ich!
Der von einem Sturm vor zehn Jahren stark verwüstete Hafen von Monimvasia ist wieder hergerichtet worden. Statt halbversunkene Pontonbrücken steht hier jetzt eine stabile Betonmole. Mit einem Platz haben wir gar nicht gerechnet aber ein solcher wartet direkt auf uns an der Innenseite der neuen Mole ganz außen. Von hier aus haben wir auch einen freien Blick auf den riesigen Felsen, der vor 600 Jahren von 40.000 bis 50.000 Leuten bewohnt war.
Und auch hier schwimmt eine Wasserschildkröte herum! Zwar viel kleiner als die gestrige, vielleicht 50-60cm lang, aber trotzdem. In bald 500 Griechenland-Tagen habe ich früher nur ein einziges Mal eine Schildkröte im Meer schwimmen gesehen. Und jetzt gleich an zwei Tagen hinter einander! Ich finde das gut.
Die Lokale in Gefira, also dem Ort auf der Peloponnes-Seite, wo auch er Hafen ist, sind weder schlecht noch teuer. Wir essen im „Meltémi“ eine griechische Pizza, die sehr gut schmeckt, aber wir zu zweit nicht aufessen können und von der mir in der Nacht schlecht wird.


13.08.2008 Mittwoch
Peloponnes Ost / Monemvasia
Das geplante Programm wird durch meine Magenverstimmung geändert. Ich wollte zu Sonnenaufgang auf den Felsen hinauf steigen und mich anschließend mit der Beate treffen. Jetzt schlafe ich erst zu Sonnenaufgang so richtig ein als endlich das letzte Fischerboot genau an unserem Fenster lautstark hinaus getuckert ist.
Wir bleiben mehr oder weniger den ganzen Tag auf dem Boot. Nur die Beate macht sich einen Termin beim Friseur um 15:30h aus. Während sie dort ist, mache ich mich besonders elegant, d.h. ich rasiere mich und dusche mich. Ich will ja nicht zu sehr auffallen neben ihr. Um € 27,- bekommt sie waschen-färben-föhnen mit durchaus zufrieden stellendem Resultat. Das heißt gegenüber Österreich etwa halber Preis.
Wir treffen uns beim Bus, der von Gefira nach Monimvasia fährt. Es ist vielleicht nur 1,5km aber wir wollen ja in der Stadt gehen, nicht zur. In ein paar Minuten sind wir vor dem Stadttor. Es folgt eine Besichtigung dieses wiederaufgebauten mittelalterlichen Städtchens. Seit meinem letzten Besuch sind viele Häuser dazu gekommen. Aber einige Ruinen gibt es immer noch. Wir streunen durch die verwinkelten und wegen des Platzmangels teilweise über einander und unter Häusern führenden „Straßen“. So werden hier die gepflasterten, verwinkelten Gehwege genannt. Hin und wieder sieht man neben den Häusern eine versteckte Klimaanlage. Aber sonst gibt es keine äußerlichen Zeichen dafür, dass es jetzt 21. und nicht 12. Jahrhundert ist, keine Antennen, keine Strom-/Telefonleitungen oder -masten und keine modernen Baumaterialen. Sogar die Dächer werden mit alten Halbrund-Ziegeln gedeckt wie sie im Mittelalter verwendet wurden (Mönche und Nonnen genannt). Das Regenwasser fließt in eine Regenrinne, die vom abgeschrägten Abschluss der Außenwand gebildet wird, um danach in einer der unter dem Haus befindlichen Zisternen zu landen.
Nach einer Stunde haben wir das Viertel der Unterstadt unterhalb der „Hauptstraße“ absolviert und Beate hat genug. Sie setzt sich am Hauptplatz zum Malen. Ich will mir noch den oberen Teil der Unterstadt ansehen aber ehe ich mich verschaut habe, renne ich schon die Serpentinen hinauf (eine Gruppe lauter Italiener machen mir Beine) und erreiche das imposante Eingangstor zur Oberstadt oben auf dem Felsen. Ich gehe am befestigten Abgrund entlang, der zwischen 75 und 180m weit senkrecht abfällt, genieße die herrliche Aussicht auf die Unterstadt und das Meer und mache zahlreiche Fotos. Bevor ich wieder hinunter gehe, beschließe ich zur Kirche Agia Sophia, Baujahr ca. 1100 n.Ch., hinauf zu gehen. Sie ist die einzige Nicht-Ruine in der Oberstadt und steht am Felsabgrund auf der anderen Seite des Felsens. Leider ist sie mit einem Vorhangschloss zugesperrt. Also laufe ich den unbequemen, schmalen, grob gepflasterten Weg wieder hinunter. Man kann sich schwer vorstellen, dass über diesen einen Weg 1000 Jahre lang sämtliche Waren für alle auf dem Plateau lebenden Menschen transportiert worden sind. In der Hochblüte der Stadt im 13. bis 15. Jahrhundert waren es 10-20 tausend. Genaueres weiß man offensichtlich nicht, weil genaueres nicht zu bekommen ist.
Inzwischen ist Beate auch etwas herum gegangen und leider ihr rechtes Knie verknackst so dass sie kaum gehen kann. Also fährt sie wieder mit dem Bus zurück. Wir kaufen etwas ein beim Bäcker, Gemüsehändler und Gemischtwarenhändler (Eiswürfel) und setzen uns in die Taverna am nächsten zum Boot. Qualität und Preis sind in Ordnung und wir müssen unbedingt noch eine Wassermelone aufs Haus essen obwohl ich schon gehen möchte wegen des Säuglingsgeschreis am Nachbartisch. Die junge Familie mit drei Kindern zwischen drei Jahren und drei Monaten kam so gegen 22h zum Abendessen. Andere Länder andere Sitten.
Als wir am Boot ankommen, sehe ich, dass der korsische Nachbar gerade Wasser bunkert. Der Schlauch vom Wasserhahn in der SW-Ecke ist so oft gestückelt worden, dass er bis zur NE-Ecke, wo wir liegen, reicht. Kurze Zeit später darf ich auch das Schlauchpatchwork ausleihen und die Tanks mit gar nicht schlechtem und kostenlosem Wasser auffüllen. Damit ersparen wir uns morgen ca. 45 Minuten, die ich für das Hinfahren zum Wasserhahn und das Wasserbunkern veranschlagt hatte – sehr fein!





14.08.2008 Donnerstag
06:35 Peloponnes Ost / Monemvasia Karte
06:50 segel setzen
07:45 reffen. motoren aus
10:29 motoren dazu
12:50 36°45.5’N,23°51’E Reffleine gerissen, GPS Antenne abgerissen
16:42 bei Einfahrt zur Bucht
17:15 Mílos / O. Ag. Dimitriu Karte Ankern
Zeit unterwegs: 10:40 Strecke: 66,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten
Ich wache um 6:20 auf und sehe, dass der vorausgesagte vormittägliche Starkwind noch nicht eingesetzt hat. In Milos soll er am späteren Nachmittag eintreffen. Also beschließe ich, sofort loszufahren, um möglichst früh am Ziel zu sein. Zum Glück bleibt der Anker in keinem Müll am Grund hängen und wir verlieren keine Zeit.
Während die Sonne aus dem Meer im Osten aufsteigt setzen wir die Segel direkt vor der Unterstadt von Monimvasia. Stimmungsvoller geht es nicht. Ich binde ein Reff im Groß ein und hoffe, dass es ausreicht.
Kaum verlassen wir den Windschatten, den der große Felsen bietet, ziehen die Segel auch ganz schön. Ich lasse die Motoren noch eine Weile langsam mit drehen, damit sich die Batterien wieder aufladen. Beate macht ein Frühstück, das wir ganz ungewöhnlicherweise während der Fahrt mit vollen Segeln zu uns nehmen. Nach 5sm haben wir bereits perfekten Wind mit 20kn direkt aus N. Unser Sollkurs ist 089. Es geht dann ohne Motor genau so schnell wie mit, nämlich zwischen 7 und 8 Knoten. Die Wellen kommen leicht schräg von vorne so dass sie kaum spritzen. So macht segeln Sinn. Vor uns haben wir ca. 8,5 Stunden Fahrt auf diesem Kurs.
Um 10:30h SW der Felseninsel Karavi verringert der Wind seine Stärke auf die Hälfte. Ich will aber keine Zeit verlieren und schalte die Motoren dazu, um annähernd 7kn zu fahren. Kaum haben wir den Felsen mitten im Meer querab passiert, kommt der Wind auch schon wieder, diesmal etwas weiter aus E, etwa aus 010.
Nach einer weiteren Verschnaufspause entschließt sich der Wind, um weitere 10° nach E zu wandern und mit bisher nicht da gewesener Stärke zu wehen. Das bringt Probleme. Zuerst reißt die Reffleine des ersten Reffs. Wir müssen die Genua bergen und das zweite Reff für das Großsegel verwenden. Abgesehen davon, dass ich auf dem Vordeck stehend komplett geduscht werde, verheddert sich die Großschot in der GPS-Antenne, die sinnigerweise auf einem Mast direkt beim Traveller steht. Eigentlich verheddert sie sich jedes Mal wenn man das Segel setzen oder das Reff austauschen will. Aber diesmal denke ich nicht dran und kurble die Reffleine mit Kraft herein. Damit entferne ich die GPS-Antenne von ihrem einen Meter langen Mast. Glücklicherweise fliegt sie nicht ins Wasser sondern landet auf dem Deck, wo ich sie noch retten kann. Danach geht das Dichtholen des Reffs viel leichter.
Jetzt können wir den Kurs nur mehr per Kompass einstellen, denn Milos ist noch lange nicht in Sicht. Vorher war die Differenz zwischen GPS-Kurs und Kompasskurs ca. 15°. Also wird es bei viel mehr Wind und Welle von der Seite wohl so um die 20 sein. Blödes Gefühl ohne GPS und ohne Land in Sicht.
Ich öffne den Plastikpilz und stelle fest, dass darin eine sehr primitive Antenne vorhanden ist, aus der ein Koaxialkabel heraus kommt, ca. 50cm ist noch da. Dann stelle ich fest, dass eben dieses Kabel ca. 30 cm vom GPS-Gerät in der Instrumentenkonsole auf primitivste Art gestückelt worden ist und das Ding hat trotzdem funktioniert – na dann! Ich trenne die alte Verbindung schließe die Antenne mit einer normalen Lusterklemme an und lege sie einfach auf das Autoradio in der Instrumentenkonsole. Simsalabim – das GPS geht wieder. Es scheint aber jetzt noch träger zu sein als früher. Eigentlich wäre es schon lange nicht schlecht gewesen, das Valsat 02L GPS gegen was besseres auszutauschen. Aber der Kurs stimmt fast. Um 2° muss ich nur korrigieren. Endlich kann ich diesen depperten Mast abmontieren!
Um 16:40h umrunden wir den mächtig hohen, steil ins Meer abfallenden roten Felsen und biegen in die große Hafenbucht von Milos ein. Der versprochene Starkwind ist nicht da. Ich sehe im Internet nach. Die Prognose wurde geändert. Der Starkwind ist dort, wo das Reff gerissen ist. Na das habe ich ohne Internet auch bemerkt.
Wir wollen endlich wieder schwimmen. Die erste Ankermöglichkeit auf der W-Seite beim Kirchlein Ag. Dimitriu bietet sich an. Drei Boote ankern schon da. Das machen wir auch. Der Anker hält nicht besonders gut aber wir wollen probieren, die Nacht hier zu verbringen. Die Lage ist sehr schön mit Blick auf die Altstadt Plaka hoch oben am Berg am gegenüber liegenden Ufer.

15.08.2008 Freitag
15:02 Mílos / O. Ag. Dimitriu Karte Abfahrt
15:40 Mílos / Hafen Adamas Karte
Zeit unterwegs: 00:38 Strecke: 2,5 Seemeilen Ø Fahrt: 3,9 Knoten
Bis 15h bleiben wir an unserem schönen Ankerplatz. Trotz Meltémi liegt man hier recht gut. Es kommen Böen aus N aber nicht zu wuchtig. In einer halben Stunde tuckern wir zum Hafen Adamas in der riesengroßen Bucht. Gleich W der Fähranlegestelle finden wir einen Platz am Yachtkai. Das Schild „High speed vessels provocate dangerous swell“ verunsichert mich ein wenig. Wie hoch wird der Schwell denn sein? Jedenfalls lege ich das Boot auf maximalen Passarellaabstand, also ca. 2,3m vom Kai entfernt und bringe die Hecksprings in Position.
Mein Bierdurst treibt mich an Land. Ich lande in der Bar direkt oberhalb des Anlegekais. Der nette Inhaber gibt mir ein 0,33l Mythos obwohl er erst um 19h aufsperrt. Und weil er noch geschlossen hatte, bekomme ich das Bier zum halben Preis, nämlich um 2 Euro – 4 Euro für ein kleines Bier, igittigitt!
Ich gehe zurück zum Boot, schließe den Strom und das Wasser an die Versorgungssäule direkt beim Boot. Das Deck und der Cockpitteppich werden von der Salzkruste befreit und der Tank aufgefüllt. Allerdings hat nicht so viel gefehlt.
Kurz nach 19h gehen wir ins Büro vom Autoverleiher „Happy Ride“ bei dem wir telefonisch ein Auto bestellt haben. Damit fahren wir zur Inselhauptstadt Plaka hinauf. Eigentlich wollen wir den Sonnenuntergang ansehen, wie so viele andere auch. Aber er ist sehr wenig spektakulär und findet hinter der unbewohnten Insel Antimilos statt. Kaum ist die Sonne verschwunden, gehen wir schon essen in die Mezedopolio O Foras (Μεζεδοπολειο Ο Φορασ) – nix besonderes.
Unten in Adamas möchte ich gerne noch auf einen Schlummertrunk gehen. Aber die Café-Bars sind einerseits gesteckt voll, andererseits unverschämt teuer. Die 0,33l Flasche Bier kostet tatsächlich überall 4 bis 5 Euro! Offenes Bier gibt es hier überhaupt nicht. Wir landen in einer Taverne, wo wir (=ich) eine 0,2l Flasche Ouzo und eine Flasche Wasser bestelle. Beate trinkt Wasser. Aber sie isst gerne mit von der großen Platte mit aufgeschnittener Tomate und Gurke, die uns der Wirt hinstellt. Kostet ganze 6 Euro alles zusammen – irgendwie erträglicher, wenn nicht sogar preiswert.





16.08.2008 Samstag
18:40 Mílos / Hafen Adamas Karte
19:30 Mílos / O. Ag. Dimitriu Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:50 Strecke: 2,3 Seemeilen Ø Fahrt: 2,8 Knoten
Mit dem Leihauto fahren wir zuerst zur Wäscherei. Zwei große Säcke haben wir mit dabei. Im Gegensatz zu den Ionischen Inseln, will sich die Wäscherei hier nicht eine große goldene Nase an den Bootstouristen verdienen und verlangt „nur“ 10 Euro pro Maschine, statt den 15 auf Lefkas, bzw. Zakynthos für wash and dry.
Die nächste Station ist das Volkskundemuseum in Plaka, untergebracht in einem Haus, das einer Lotsenfamilie gehört hat. Es ist sehr interessant, so ein Haus von Innen zu sehen, obwohl die Museumstante erklärt, dieses Haus sei nicht typisch, wegen hoher Decke und Holzdielenbodens, was sich nur reiche Leute leisten konnten. Sie ist sichtlich erfreut darüber, dass sich jemand für das Museum interessiert und überschüttet uns mit Erklärungen in breitem Amerikanisch. Sie dürfte wohl eine lange Zeit in den USA gelebt haben.
Nach etwa 5 Stunden haben wir fast alle asfaltierten Straßen von Milos befahren und die diversen Naturwunder und pittoresken Ortschaften angesehen. Es wird Zeit für den Einkauf. Nach zwei Fehlversuchen finden wir einen brauchbaren Supermarkt „Atlantis“. Für mich als Einkaufsmuffel ist aber auch dieser ein Horror: So schmale Gänge, dass kein Mensch außer uns einen Wagen benützt, dafür die Einkaufskörbe auf dem Boden abstellt so dass wir nicht vorbei kommen. Dieses Geschäft ist definitiv nur für Leute ohne Berührungsängste konzipiert worden, – äh irgendwie entstanden. Davon sind genug drinnen. Die drei Kassen für Lilliputaner mit entsprechendem Einkauf sind zwar besetzt, aber nachdem wir uns den Weg zur Mittleren gebahnt, indem wir herumstehende Einkaufskörbe beiseite geschoben haben, und gezahlt haben, sitzen wir in der Falle. Beide Ausgänge sind mit dem voll beladenen Einkaufswagen nicht erreichbar. Der eine wird von einem auf die Seite geschobenen Kassiererstuhl auf Rollen blockiert, der andere von etwa 10 Plastiksackerln voll mit Waren, die zwei Frauen dort nach der Kassa deponiert haben. Wir helfen, diese Sackerln auf den Gehsteig hinaus zu tragen und bekommen so die Türöffnung frei. Mein Gedanke dazu: Würde auch hier ein Lidl oder ein Hofer/Aldi eine Filiale eröffnen, wären 80% der „Supermärkte“ innerhalb eines Jahres tot. Denn diese verkaufen die Waren auch noch mindestens doppelt so teuer. OK, jetzt kann man darüber filosofieren, ob es gut ist, wenn die Greißler aussterben. Ich finde schon, wenn man auch zum Greißler mit dem Auto fahren muss, sonst haben sie ja doch eine Daseinsberechtigung. Aber gut, das ist ein anderes Thema.
Wir holen die Wäsche ab, geben das Auto zurück und verlassen den ewig schaukelnden Anlegeplatz, um wieder in der netten Bucht vor dem Kirchlein Ag. Dimitros zu ankern.
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17.08.2008 Sonntag
09:35 Mílos / O. Ag. Dimitriu Karte Abfahrt
11:15 Mílos / Kléftiko Karte Ankern
13:35 Mílos / Kléftiko Karte Weiterfahrt
19:30 Sikinos / Hafen Alopronia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 07:35 Strecke: 45,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6 Knoten
Nach Morgenschwimm und Frühstück fahren wir um 9:35h bei Flaute los. Mit einem der vielen Ausflugsboote machen wir ein unentschiedenes Wettrennen. Was auffällt: Hier werden normale Segelboote als Ausflugsboote missbraucht und mit Leuten voll gepackt. Bei Flaute sicher kein Problem, aber bei Meltémi ein unberechenbares Risiko.
In 1:40h erreichen wir die größte Attraktion von Milos: Kleftiko, ein kurzer Küstenabschnitt ganz im SW der Insel, nur per Boot zu erreichen. Hier hat der Vulkan sonderbare Felsformationen geschaffen mit Türmen, Grotten und Tunnels – alles aus weißem Gestein. Wir ankern davor in bestem Sand auf 8m Tiefe. 2 Ausflugsboote liegen schon in der größten Bucht vor Anker und einige hundert Leute baden im Wasser, naja vielleicht nicht ganz so viele. Wir schwimmen zum Turm vor dem wir ankern und entdecken, dass man durch eine Grotte hindurch schwimmen und somit diesen umrunden kann. Für Beate ist es gerade das Höchstmaß an Nervenkitzel.
Nach und nach füllt sich die Umgebung mit Booten, aber kein Wunder mitten in der Höchstsaison an einem Sonntag mit Flaute. Um 13:35h fahren wir weiter und 1:30h später verlassen wir die milotischen Gewässer. Mein Resümee von Milos: Muss man nicht gesehen haben. Einige nette Natursehenswürdigkeiten und interessante Behausungen am Wasser (Erdgeschoss = Bootsgarage, 1. Stock = Wohnung). Für Yachties wenig Möglichkeiten. Kein Bier vom Fass und sehr teuere Café-Bars.
Über immer glatteres Wasser tuckern wir in östlicher Richtung. Die Temperatur sinkt auf 27°, die Luftfeuchtigkeit steigt auf über 60% und der Luftdruck sinkt auf fast 900mBar. Das äußert sich vor allem in sehr schlechter Sicht. Bereits in 100-200m Abstand sieht man alles wie durch eine Milchglasscheibe.
Um 19:30h erreichen wir Alopronia, die Hafenstadt von Sikinos. Eigentlich ist es ein sehr schöner Badestrand mit anschließender Hafenmole. Ein Platz an dieser wäre zwar noch frei aber wir ziehen es vor, im NE-Teil zu ankern. Feiner Sand und 2m Tiefe sind brauchbar für ein problemloses Ankern. Es dämmert und die Inselberge werden in Wolken eingehüllt. Es ist extrem feucht. Wir essen an Bord ein megamäßiges Menü mit ultraleckeren Sachen (Faschierte Laibchenreste von gestern, gekochte Erdäpfel, Ei und Gigantés).
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18.08.2008 Montag
08:35 Sikinos / Hafen Alopronia Karte Abfahrt
17:20 Astypálea / O. Livadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 08:45 Strecke: 55,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Unser Ankerplatz ist nicht so gut. Es wäre doch besser gewesen, den Platz an der Mole zu nehmen. In der Nacht kommt zwar kein Wind auf, aber Wellen. Wir stehen glüklicherweise mit dem Bug zum Meer hin, sonst wäre es gar nicht auszuhalten. Nach ganz kurzem Schwimm fahren wir schon um 8:35h los. Große lange Wellen schieben uns von schräg hinten an aber Wind ist so gut wie nicht vorhanden. Irgendwo im SW muss er sein, laut Windkarte S vom Peloponnes, also über 100sm entfernt. Ob das möglich sein kann?
Nach etwa einer Stunde werden wir von zwei Delfinen begleitet. Sie schwimmen gute fünf Minuten mit uns, meistens knapp unter den Bügen und schauen zu mir herauf, wo ich im Trampolin ganz vorne stehe. Dann wechseln sie wieder Seiten und begutachten das Boot während sie die typische Luftholrolle machen. Sie sind ziemlich groß, etwa zwei Meter lang und unsere Höschtgeschwindigkeit von 7kn halten sie locker mit minimalen Bewegungen der Schwanzflosse.
In 8:45h spulen wir die 60sm nach Astypálea ab. Das ergibt eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 6,86kn – nicht schlecht, wobei die Genua mitgezogen hat, wo der Wind nicht zu schwach war.
In der Bucht Livádia haben sie jetzt auch Bojen ausgesetzt, um den Schwimmbereich zu markieren. Das scheint jetzt ganz modern zu sein. Hier sind die Bojen recht weit vom Ufer entfernt aber damit auch vom Strandlärm. Außerhalb der Bojen ist mit 5-6m Tiefe über Sandgrund außerdem ein perfekter Ankerplatz, den außer uns vorläufig nur eine Motoryacht der schnittigen und größeren Sorte mit uns teilt (Azimut 103S).
Nach Sonnenuntergang rudern wir zum Strand, gehen etwas herum und landen in „Estiatorio To Geriani“. Das Lokal liegt nicht am Meer sondern am Fluss! Natürlich führt der Fluss jetzt kein Wasser und das betonierte Flussbett dient als Straße, die auch für den öffentlichen Bus zur Chora hinauf verwendet wird. Das Essen schmeckt endlich wieder hervorragend und es gibt Speisen, die man nicht so oft bekommt. Wir essen Saganaki von local cheese, Zucchinibällchen, Schwein in Weinsauce und Huhn in Zitronensauce. Zur Verdauung schwimmen wir zum Boot zurück bei fast Vollmond und Windstille.
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19.08.2008 Dienstag
Astypálea / O. Livadia
Wir schlafen 12 Stunden lang! Dann machen wir einen gemütlichen Tag auf dem Boot, wobei auch etwas Arbeit dabei ist. Abends rudern wir wieder zum Strand und gehen Brot, Joghurt und Margarine einkaufen bevor wir uns wieder ins gestrige Lokal setzen. diesmal gibt es Huhn á la créme und Souvlakispießchen mit gekochten Zucchini und Erdäpfel – wieder wirklich köstlich und günstig.
20.08.2008 Mittwoch
16:20 Astypálea / Bucht E v. Kap Schinunta Karte Ankern
17:23 Astypálea / Bucht E v. Kap Schinunta Karte Motor aus
Zeit unterwegs: 01:03 Strecke: 4 Seemeilen Ø Fahrt: 3,8 Knoten
Als ich morgens, diesmal wieder später als sonst, nämlich schon gegen 1/2 11, meinen Morgenschwimm nackt antreten will und die Handtücher von der Leine unter dem Bimini abnehme, werde ich von einer heiseren Frauenstimme erschreckt, die sagt „don’t worry“. Das tue ich aber doch und setze mich hin auf die Badezeugkiste. Keine 15m vom Boot entfernt sitzt eine junge Dame in einem Kajak, paddelt herbei und brabbelt darauf los. Ich flüchte hinein unter dem Vorwand, nicht englisch zu können und schicke Beate, inzwischen in Badeanzug, an die Front. Sie erfährt, dass die Dame in Australien lebt, aber ihr Vater aus Astypalea stamme. Nach diversem belanglosen Smalltalk paddelt die Dame weiter und ich kann endlich schwimmen gehen, inzwischen auch mit Badehose bekleidet.
Um 13:20h holen wir den Anker herauf und 20 Minuten später liegen wir in der nächsten Bucht Skala längsseits am Fähranleger. Das ist der Hauptort von Astypalea. Wir brauchen dringend Diesel und ein paar Lebensmittel. Während Beate in den Ort sich um diese kümmert, rufe ich die Nummer auf dem Hinweisschild an (22430-61087). Der Dieselmann spricht perfekt Englisch und verspricht in 10 Minuten da zu sein. Das ist er tatsächlich. Er erzählt auch, dass Astypálea jetzt einen neuen Fährhafen in der Nordbucht Ag. Andreu hat und der Pier, an dem wir liegen von keiner Fähre mehr benützt wird.
Ich gehe auch die paar Hundert Meter in den Ort. Unterwegs stelle ich fest, dass die neue Mole hinter dem ehemaligen Fähranleger bis auf die Versorgungssäulen fertig ist. Ich hoffe, dass sie es irgendwann werden und dieser Ort sich zu einer gern angefahrenen Station mitten im Ägäischen Meer werden wird. Jedenfalls haben wir den Eindruck, dass er sich sehr darum bemüht. So ist seit dem vorigen Jahr auch die brennende Müllhalde verlegt worden oder zumindest der Brand gelöscht worden. Beate zählt 12 Häuser im Bau in der Hafenbucht. Die fertigen machen einen sehr gepflegten Eindruck.
Ich treffe Beate im Minimarkt und anschließend setzen wir uns ins Café mit Aussicht auf den Hafen. Es ist gut, preiswert und mit einer Freizeitatmosfäre gesegnet, in der man stundenlang ausharren könnte. Aber wir sehen auch, dass die Windböen beginnen, die am Pier liegenden Boote in Staubwolken einzuhüllen. Das gefällt uns weniger gut. Wir zahlen, gehen zum Boot und legen sofort ab.
Wir nehmen Kurs auf die Bucht Maltezana im NE. Der NW Wind ist direkt penetrant und die kurze Distanz zum Land in Luw ermöglicht bereits die Entstehung von aggressiven Spritzwellen, wenn auch keine 50 cm hoch. O. Maltezana ist voll von weißen Schaumkronen. die nächste Bucht E davon, O. Schinunta hat weniger wind und wirkt sehr freundlich mit Badebetrieb, einer Taverne und einem Kirchlein. Aber wir wollen weder essen gehen noch in die Kirche und da sehen wir uns die Bucht hinter dem Kap noch weiter östlich an. Hier ist praktisch gar nichts außer einem genau so guten Ankerplatz. Das passt uns sehr gut und wir werfen das Eisen in 5m Tiefe auf mittelmäßig gut haltenden Sandgrund. Aber hier kommen keine so argen Windböen über die doch relativ flachen Hügel.
Wir essen an Bord und sehen uns aus der Festplattenkonserve alte Krimis an.
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21.08.2008 Donnerstag
10:00 Astypálea / Bucht E v. Kap Schinunta Karte Abfahrt
12:13 36°28,01’N 029°41,45’E
13:14 36°25,27’N 026°48,80’E
16:04 36°19,2’N 027°12,2’E
18:15 Segel bergen
19:15 Chalki / O. Pótamos Karte Ankern
Zeit unterwegs: 09:15 Strecke: 62,6 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten
Wieder schlafen wir in der Früh am besten. Aus der geplanten Abfahrt um 9h wird daher 10h. Für heute und morgen ist NW-wind mit 6 bis 7 Beaufort angesagt. Unser Ziel Chalki liegt 65sm entfernt in ESE. Wir werden also die ganze Strecke starken raumen Wind haben. Ich beschließe, die Überfahrt so bequem wie möglich zu gestalten und setze nur die Genua zur Hälfte und lasse die Motoren ebenfalls mit halber Kraft laufen. Damit machen wir gute 7kn Fahrt. Die mitunter sehr mächtigen Wellen heben das Boot in die Höhe und schicken es auf eine rasende Talfahrt, dann von der nächsten Welle wieder gebremst wird. Es ist gar nicht so unangenehm. Der Autopilot schafft es bestens, den Kurs zu halten im Response-Level 2. Beate liest ganz gemütlich im Cockpit und ich schreibe das hier. Ich hoffe nur, nichts geht kaputt. Wie stark der Wind wirklich ist, kann ich nicht messen, weil das Windinstrument schon lange bereits kaputt ist. Das Handwindmessgerät zeigt 15 bis 20 kn, zuzüglich Fahrtwind von 7kn macht 22 bis 27 kn wahren Wind, also genau 6 bft.
Nach 9 Stunden und 15 Minuten werfen wir den Anker in der einzigen Badebucht von Chalki. Nichts ist kaputt gegangen aber wir sind ziemlich durchgeschüttelt. Als wir ins Wasser hupfen werden wir überrascht: Badewannentemperatur! Das Thermometer zeigt 29° aber es fühlt sich noch wärmer an. Hier sammelt sich also das warme Oberflächenwasser.
22.08.2008 Freitag
13:22 Chalki / O. Pótamos Karte Abfahrt
13:50 Chalki / Hafen Karte
Zeit unterwegs: 00:27 Strecke: 1,4 Seemeilen Ø Fahrt: 3 Knoten
Die 50 Gockeln dieser Insel müssen alle vor Sonnenaufgang mindestens 100 Mal gekräht haben. Daher fangen sie bereits um 4 Uhr früh an. Dabei wecken sie nicht nur uns sondern auch die 50 Hunde der Insel, die sich ihrerseits mit einem Gekläffe begrüßen. Erst ab 6:30h wird es ruhiger als die Sonne auf geht. Dann können wir auch wieder schlafen.
Um 13:20h fahren wir das kurze Stück um die Ecke in den Hauptort Emporió, der gleichzeitig der einzige bewohnte Ort der Insel ist. Wir sehen gleich, dass der freundliche Ort Fortschritte gemacht hat. Die Schwammfabrik ist endgültig zu einem fertigen Hotel umgebaut worden, es gibt kaum mehr Häuserruinen zu sehen, sie sind alle sehr schön renoviert worden und der morsche Holzschwimmsteg ist gegen einen aus Plastik und Aluminium ausgetauscht worden. Zudem ist dieser weitaus größer in T-Form und bietet Platz für so an die 15-20 Boote, früher 5-8. An der N Seite sind Mooringleinen ausgelegt und der Einsatz des Ankers daher nicht notwendig bzw. ratsam – war sowieso immer ein Problem hier. Da nehmen wir auch gleich einen Platz. Dabei wird das Anlegemanöver alles andere als perfekt. Der gerade angekommene Holländer und der auch schon hier liegende Schweizer helfen mit der Mooringleine und den Festmachern aber weil die Mooringleine insgesamt zu kurz ist, traue ich mich nicht, die Motoren zu verwenden, damit sich die Leine nicht im Propeller verheddert und damit fegt der sanfte aber doch vorhandene Wind die Blodughadda seitwärts auf das Nachbarboot bevor die Leine fest gemacht ist.
Die Freundin des Holländernachbars ist eine Finnin namens Irene, die mit ihm in Düsseldorf lebt und perfekt deutsch spricht. Wir kommen gleich mit ihr ins Gespräch, ich auf finnisch, Beate auf deutsch.
Der verbesserte Komfort hat auch seinen Preis: Für die Blodughadda zahlen wir 9 Euro pro Tag. Der junge magere Hafenmeister verkauft auch Wertkarten für die neuen Versorgungssäulen auf dem Schwimmsteg: € 2,50 per Stück. Dafür bekommt man entweder 300 Liter Wasser oder 2,5Kwh Strom. Er zeigt uns auch wie es geht: Magnetstreifenkarte in den Schlitz, Taste drücken neben gewünschtem Auslass, Strom oder Wasser fließt bis die Menge verbraucht ist. Dann erlischt auch das rote Lämpchen. Dieses System könnte länger funktionieren als das überkomplizierte Schlüsselsystem in Epidauros.
Wir leisten uns den teuren Strom, denn sonst würde der Kühlschrank bei diesen Temperaturen sehr schnell normale Zimmertemperatur haben. Endlich kann ich wieder auf ein Bier vom Fass gehen, das hier mit 3,50 pro Krügerl wieder leistbar ist, wenn auch nicht billig. Naja, Bier war noch nie billig in Griechenland.
Abends essen wir in der Taverna Maria und nehmen anschließend einen Drink in der Bar. Wir können wieder über das Hafenwasser staunen: Es ist so glasklar, dass jeder Stein und jeder Seeigel von der Uferpromenade aus zu sehen ist. Von beiden gibt es Unmengen.
Als wir um Mitternacht im Cockpit sitzen, werden wir plötzlich beleuchtet. Besser gesagt, die ganze Gegend wird erleuchtet und so hell als ob man irgendwo eine riesige Deckenlampe aufgedreht hätte. Nach ein paar Sekunden erlischt sie wieder und über das Spiegelglatte Wasser hört man ca. eine Minute später ein tiefes Grollen wie Gewitterdonner aus der Ferne. Auf den anderen Booten wurde das auch beobachtet und man hört immer wieder das Wort „Meteorit“ (dürfte in allen Sprachen so heißen). Ich bin auch der Meinung, dass es sich nur darum handeln kann, was sonst?
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23.08.2008 Samstag
Chalki / Hafen
Es ist schön, in einem Hafen zu liefen, das so sauberes Wasser hat, dass man ein Morgenschwimm machen kann. Das wird von den anderen Booten auch ausgenutzt. Die holländisch/finnischen Nachbarn sind schon um 7:30h abgefahren und so haben wir gut Platz dafür. Gestern mussten wir noch unter dem Katamaran durchschwimmen.
Wir gehen zur Café-Bar Costas frühstücken. Der Wirt ist sehr freundlich und bemüht aber das Frühstück keine Sensation. Ich hole Brot und Leckeres vom Bäcker Dimitris und kaufe ein paar Nektarinen beim Nachbarn.
Zurück auf dem Boot kommt gerade der Hafenmeister Jannis (ich weiß nicht ob er wirklich so heißt, aber die Wahrscheinlichkeit ist ca. 88,3%). Ich frage ihn, ob er was dagegen hat, wenn ich die zwei Mooringleinen, die ich auf dem Grund liegen gesehen habe, wieder heraufhole und an den Steg binde. Natürlich hat er nichts dagegen. Er wundert sich nur, wie ich 10m tief tauchen kann. Kann ich auch gar nicht, aber ich habe einen kleinen Draggen, den ich an deiner Leine hinunter lasse und mit dem es kein Problem ist, die Leinen wieder herauf zu holen. Mit der Taucherbrille sieht man in 10m Tiefe perfekt alles (nochmals zur Illustration der Hafenwassergüte). Von meinen zahlreichen Leinen suche ich drei aus, die ich spenden kann, damit die Moorings auch die richtige erhalten. Gegen 13h bin ich fertig und der Steg wieder mit je einer Mooring pro Festmacherklampe ausgestattet, bereit die Boote des Tages zu empfangen. Jannis kommt vorbei und bedankt sich für die Arbeit. Dass ich auch Material gespendet habe, bekommt er nicht mit, aber das ist egal. Demnächst wird sowieso wieder eine Mooringleine von irgendeinem unvorsichtig manövrierenden Boot gekappt werden. Ich erfahre, dass eine große Motoryacht auch den Schwimmsteg beim Anlegen ordentlich gerammt hat. Seither ist die Verbindung der beiden Teile gebrochen und das T ein schiefes solches, notdürftig mit zwei Stahlseilen zusammen gehalten. Hoffentlich war das ein Versicherungsfall so dass Chalki sich die Reparatur leisten kann.
Um 17h nehmen wir den neuen Inselbus, um die verlassene Hauptstadt Horio zu besichtigen. Der sehr sympathische Chauffeur und Fremdenführer Nikos Ferteklis lenkt den 16-sitzigen Ford Transit wie nix aus der Ortschaft heraus durch die sich windende gepflasterte Straße, die kaum breiter als der Bus ist. Als einzige steigen wir in Horio aus. Die 8 anderen Passagiere fahren weiter bis zum Kloster Agios Jannis. Mich interessiert die verlassene Stadt aber mehr und in ca. einer Stunde werden wir hier wieder abgeholt.
Die Chora liegt genau in einem Bergsattel und am S-Gipfel thront eine Kreuzritterburgruine. Wir sehen vier intakte Kirchlein, zwei intakte Häuser, wovon eines sogar bewohnt ist, und vielleicht 50 Hausruinen. Zur größten der Kirchen führt ein betonierter Serpentinenweg hinauf, am Ende sind es nur mehr Stufen. Wir umrunden die verschlossene Kirche und traben über einen steienigen Pfad zum nächsten Kirchlein. Menschen sind hier keine dafür um so mehr Ziegen und Ziegenbemmerln! Der ganze Kirchhof ist voll davon. Wundersamerweise ist das Kirchlein nicht mit einem Schloss abgesperrt sondern nur mit einem Riegel so dass wir eintreten können. Zwei Bänke, ein Tisch, ein „Rednerpult“ und natürlich die Ikonostase. Die Ikonen dürften aber nicht sehr wertvoll sein…
Das dritte Kirchlein wäre noch ein Stückchen hinauf und das Kastell noch ein ordentliches Stück. Es ist aber affenheiß und wir haben nichts zu trinken dabei und auch nicht das richtige Schuhwerk. Also gehen wir wieder hinunter. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das vierte Kirchlein auf einem aufgelassenen Friedhof. Ich öffne das klemmende schmiedeeiserne Friedhofstor mit einem herzhaften Fußtritt, der garantiert in der ganzen Ortschaft zu hören war – sonst hört man ja hier nur hin und wieder ein Ziegengemecker. Die Kapelle ähnelt der vorigen in Größe und Attraktivität. Wir setzen uns in den Schatten und warten auf den Bus, der alsbald daher kommt.
Am Boot freuen wir uns, wieder ins Wasser hupfen zu können. Bis zum Abendessen beobachten wir, was sich so tut. Die Temperatur erlaubt keine größeren körperlichen oder geistigen Anstrengungen. Als wir vom Abendessen zurück kommen, machen sich die Anstrengungen des Tages bei mir stark bemerkbar. Ich lege mich im Cockpit kurz hin und schlafe sofort ein. Beate liest noch eine Weile aber ich wache erst auf als es im Hafen total ruhig ist. Dann verziehe ich mich auch in die Kajüte. allerdings nicht für lange. Wir wachen beide auf, weil es so heiß ist. Jetzt legen wir uns beide ins Cockpit und schlafen einige Zeit auf der Bank bis es zu kühl wird…
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24.08.2008 Sonntag
11:50 Chalki / Hafen Karte Abfahrt
14:33 Tílos / O. Ag. Zacharia Karte Ankern
17:48 Tílos / O. Ag. Zacharia Karte
18:58 Tílos / O. Skáfi Karte
Zeit unterwegs: 03:53 Strecke: 22,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten
Wir wachen also im Bett auf, verschwitzt. Das Hafenwasser kühlt nicht wirklich aber wir hupfen trotzdem hinein. Dann mache mich mich daran, die Wassertanks zu füllen. Ich habe beobachtet, dass nicht alle Boote die vollen 300 Liter verwenden, die sie mit der Karte gezahlt haben. Daher zapfe ich zwei noch leuchtende Wasserhähne ab und bekomme tatsächlich die Tanks voll. Die vorsorglich gekaufte Wertkarte kann also nächstes Mal verwendet werden, falls die Säulen dann noch funktionieren…
Beate beehrt den Bäcker, wir frühstücken und machen uns langsam auf den Weg. Um 11:50h ist es so weit.
N von Chalki weht ein mäßiger W-Wind, stark genug, um Spritzwellen entstehen zu lassen. Wir nehmen Kurs auf Tilos, schräg gegenan. Die angepeilte Bucht Eristos scheidet bei dieser Wetterlage aus und so peilen wir die NE-Seite von Tilos an. Eine für uns noch unbekannte Bucht bietet sich als Badestopp an. Wir nehemen das Angebot an und hupfen ins Nass (nicht „kühlende Nass“ denn dieses hat fast 30°C). Gemeinsam mit der in den letzten Tagen extrem hohen Luftfeuchtigkeit trägt die Wassertemperatur nicht gerade dazu bei, sich wohl zu fühlen. Ich stelle fest, dass man die beste Abkühlung bekommt, wenn man sich nur duscht und danach nicht abtrocknet, sozusagen „externes Schwitzen“. Der Effekt ist aber bald verdampft und es fängt das interne Schwitzen wieder an. Beate entdeckt, dass vor dem Boot etwas Abkühlung zu bekommen ist, wenn man sich im Wasser kerzengerade hinstellt. Die Füße erreichen somit eine um ein paar Grad kühlere Schicht.
Nach 3:15 Stunden vertreiben uns die Fliegen aus dieser sonst recht angenehmen wenn auch heißen Bucht. Es ist seltsam, dass hier wieder so viele Fliegen sind obwohl hier sonst nichts ist außer Hausruinen und Terrassen, die seit einigen Jahrhunderten nicht mehr bebaut worden sind. Wovon leben die Fliegen, wenn gerade kein Boot da ist?, was sicher selten genug vorkommt. Bevor wir abfahren haben wir sicher so an die 50 Stück erschlagen, also FLAPS 5-6. Wir machen uns auf den Weg zur Bucht Skáfi ganz im N von Tilos, wo meinen Aufzeichnungen nach nur FLAPS 1 herrscht.
Zunächst herrscht hier ein gar nicht so lauer SW-Wind. Wir schmeißen beide Anker (also Bug- und Heckanker) und uns selbst ins Wasser – endlich etwas Abkühlung mit 27°. Auch die Luft ist plötzlich atmungsaktiver und tatsächlich mit geringer Fliegendichte gesegnet.
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25.08.2008 Montag
11:40 Tílos / O. Skáfi Karte
13:09 Nisyros / Pakhiá Ammos Karte Ankern
15:30 Nisyros / Pakhiá Ammos Karte
16:10 Nisyros / Páli Karte
Zeit unterwegs: 02:09 Strecke: 11,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
Diese Nacht bringt eine Premiere: Um 2:30h steht Beate auf und hupft ins Meer. Ich schwitze zwar auch, begnüge mich aber damit, mich in der Nachtbrise abzukühlen. Dabei fällt mir auf, wie wenig man von der menschlichen Zivilisation hier merkt. Zwei Lichter hoch oben auf der türkischen Halbinsel Datca, ca. 12sm entfernt und hin und wieder die Lichter eines weit in der Ferne vorbeifahrenden Bootes sind alles.
Wir übersiedeln ins Cockpit und legen uns auf die Kapokkissen. Der Halbmond beleuchtet die Bucht und uns ganz schön aber schließlich finden wir den Schlaf, bzw. er uns. Kurz nach Sonnenaufgang wird es mir doch zu kalt, der Beate schon früher. Das Thermometer zeigt 24,5°.
Gegen 11 kommen die ersten zwei Badegäste zum Strand. Es ist immerhin fast eine Stunde Fußmarsch vom Ort Megalo Horio hierher. Dann beobachte ich etwa in der Buchteinfahrt einen Schwarm großer Fische, die an der Wasseroberfläche toben und manchmal kurz herausspringen. Ich schätze die Größe auf 50-70cm, so weit man das per Fernglas feststellen kann. Damit sind alle möglichen Beobachtungen dieses Vormittages restlos aufgezählt.
Um 11:40 holen wir die Anker herauf. Am Heckanker muss ich ordentlich ziehen, weil er so fest sitzt. Der Fischschwarm tobt schon wieder aber lässt sich nicht blicken als wir quer hindurch fahren, komisch. Kurz nach der Buchtausfahrt bleibt auch die leichte Brise weg. Die See ist ganz silbrig mit sanften silberblauen Streifen durchsetzt. Der Kontrast zum sehr diesigen Himmel ist so gering, dass der Horizont kaum auszumachen ist. Die Inseln sehen aus wie grau hingemalte Kulissen.
Um 13h ankern wir vor dem sehr schönen ganz dunklen Sandstrand Pakhiá Ammos an der Ostseite von Nisyros. Er ist ca. 300m lang und eigentlich eine Sanddüne, auf der verstreut auch einige Büsche wachsen. Mehrere Zelte sind aufgeschlagen und mehrere Leute verzichten hier auf die Badebekleidung. Das machen wir gerne auch. Die Ankerbeschnorchelung ergibt, dass auf der normalen Ankertiefe viele Steinplatten und Seegrasflecken vorhanden sind. Unser Anker liegt aber genau auf einem Sandfleck. Näher zum Ufer hin wird der Ankergrund besser.
Um 15:30h fahren wir weiter und erreichen Pali in 40 Minuten. Dass der Hafen umgebaut wird, wusste ich schon vom vorigen Jahr. Aber dass das ganze Ufer samt den Plätzen für die Tische der Tavernen direkt am Wasser einem neuen langen Betonanleger geopfert wurde, erstaunt mich doch sehr. Natürlich kann man jetzt auch im Freien essen, aber nur direkt vor der jeweiligen Taverna. Die nette Wirtin der Taverna Afrodite sagt nur „it’s good, more boats, more money“. Die Bäume sollen aber angeblich wieder eingesetzt werden. Jetzt sieht der Ort schon sehr kahl aus.
Beate geht schwimmen zum Strand direkt außerhalb des Hafens. Auch hier gibt es Neuerungen: Umkleidekabinen und Duschen.
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26.08.2008 Dienstag
10:22 Nisyros / Páli Karte Abfahrt
11:00 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte Ankern
16:06 Gyali / Nsis Àg. Antónios Karte
19:00 Kos / Marina Karte
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 21,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,1 Knoten
In der Früh gehe ich auch zum Strand schwimmen. Als ich mich abduschen will, muss ich wieder staunen: Die Hähne sind an allen Duschen abmontiert worden! Man könnte die Dusche nur mit einer Zange in Betrieb setzen. Die habe ich leider aber nicht mitgenommen. Ich dusche daher an Bord. Wasser haben wir ja genug. Wir vermuten, dass diese Wasserhahnaktion verhindern soll, dass das kostbare Gut verschwendet wird, falls jemand den Hahn abends nicht zudreht. Allerdings kontrollieren wir nicht, ob und wann die Hähne wieder montiert werden.
Um 10:20h fahren wir los. Nach 40 Minuten ankern wir als einziges Boot vor dem schönen Strand des Inselchens Ag. Antónios bei Gyali. Viel mehr Boote hätten ohnehin nicht Platz. Wir machen uns einen schönen Tag und klettern sogar den steilen Pfad zur Kapelle des Heiligen Antons auf der Spitze der Insel hinauf, vielleicht 50 Höhenmeter. Die Aussicht ist schön aber die etwa 4 m2 große Kapelle halt so la la.
Um 16h brechen wir auf Richtung Kos. Der Wind ist eine Stunde lang günstig mit etwa 5bft von schräg hinten. Dann kommt das Flautenloch südlich von Kos ungefähr in der Mitte. Dieses ist eine halbe Stunde lang. Danach kommen wir in die Zone der Fallwinde, die von den Bergen von Kos herunterdonnern. Ich messe 30-37kn. Das hält an bis zur E-Spitze Ak. Ag. Fokas. Danach wird der Wind immer schwächer bis wir in der Marina bei schwacher Brise hineindampfen.
Nach 1.198,7 Seemeilen, eigentlich 1.294, weil die Logge um 8% zu wenig zeigt, liegt die Blodughadda nach 2 Monaten und 3 Tagen wieder in der Marina Kos. Sie freut sich auf die nun folgende Süßwasserdusche, genau so wie wir.
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27.08.2008 Mittwoch
Kos Nord / Marina
Wie mit dem Autoverleiher Stamatis vereinbart, warte ich bei der Marinaeinfahrt darauf, dass er mir einen Leihwagen bringt. Zwischen 9 und 9:30h will er da sein. Um 9:45h rufe ich an, wo er bleibt. Ganz hektisch sagt er, in 10 Minuten käme sein Schwager vom Autoverleih ML vorbei. In 15 Minuten ist er tatsächlich da, nimmt mich zu seinem Büro in der Stadt mit und ich kann einen ganz neuen Fiat Panda übernehmen zum Preis von 40 Euro für den Tag.
Wir laden die Taschen der Beate ein und fahren in die Stadt, Schuhe und Mitbringsel einkaufen. Letzteres gelingt gut in der alten Markthalle, ersteres nur was Lederschlapfen anbelangt. Auf dem Weg zum Flughafen bleiben wir in Mastichari stehen und gehen in eines der vielen Strandlokale auf ein Sandwich. Beate meint, es sieht aus wie in Italien.
Auch eine Stunde nach der regulären Ankunftszeit ist die LaudaAir noch lange nicht in Sicht. Der Flughafen ist offensichtlich überfordert. Heute dürfte die Hälfte aller Touristen aus Kos heim fliegen. Wir gehen daher in das Restaurant-Café gegenüber dem Flughafengebäude. Es ist hier angenehmer zu warten. Außerdem sieht man, wann welche Maschine landet.