Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2020-08-11 B&T

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Seite drucken Aktualisierung 02.09.2020 12:01:05 Anzahl Tage: 21
11.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari
12.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari – Gyali / Strand
13.08.2020 Gyali / Strand
14.08.2020 Gyali / Strand – Tílos / O. Livádia
15.08.2020 Tílos / O. Livádia
16.08.2020 Tílos / O. Livádia – Tílos / O. Skáfi
17.08.2020 Tílos / O. Skáfi – Nisyros / Páli
18.08.2020 Nisyros / Páli
19.08.2020 Nisyros / Páli – Gyali / Strand
20.08.2020 Gyali / Strand – Kos / Kefalos, Kamari
21.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari
22.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari
23.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari
24.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari – Kos / Thérma – Kos / Marina Tankstelle – Pserimos / O. Vathy
25.08.2020 Pserimos / O. Vathy – Lipsi / O. Lipsi
26.08.2020 Lipsi / O. Lipsi Nord
27.08.2020 Lipsi / O. Lipsi Nord – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
28.08.2020 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Léros / Lakkí Marina
29.08.2020 Léros / Lakkí Marina – Kos / Kefalos, Kamari
30.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari
31.08.2020 Kos / Kefalos, Kamari

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 30:37 Strecke: 179,9 Seemeilen Ø Fahrt: 5,9 Knoten

11.08.2020 Dienstag
Kos / Kefalos, Kamari
Beate muss sich während 24 Stunden nach dem Coronatest in „self isolation“ befinden. Sollte der Test positiv sein, würde sie innerhalb dieser Zeit benachrichtigt werden. Na gut, gestern war das ja nicht wirklich möglich, aber heute bleiben wir bis am Abend auf dem Boot. Keine Positivtestmitteilung gekommen.
Wir kaufen ein wenig in Kefalos Market ein, machen einen Spaziergang und essen dann eine Meze Platte für zwei im ARGO.

Aussicht auf die Kefalos Bucht von ARGO
Aussicht auf die Kefalos Bucht von ARGO
Griechische Schmankerln in Aussicht
Griechische Schmankerln in Aussicht

12.08.2020 Mittwoch
12:05 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
12:15 Kos / Kefalos, Kamari Karte Längsseits anlegen
12:49 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
14:31 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:52 Strecke: 12 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten

Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Pier, wo wir Wasser nachtanken (90 Liter haben wir seit Montag Abend verbraucht!), den Mist wegwerfen und etwas einkaufen (Fleisch gibt es in den beiden Läden an der Pier nicht), machen wir uns auf den Weg nach Gyali.
In der großen Bucht ankert ein Boot, mit uns werden es also zwei und mehr wird es heute nicht. Diesmal nehmen wir nicht den üblichen Platz, sondern einen direkt vor den Behausungen und den LKW-Wracks. Ich bin nämlich neugierig, ob überhaupt Leute in diesen paar Halbruinen wohnen. Ja schon, aber nicht viele, wahrscheinlich Gastarbeiter, die beim Bimsabbau arbeiten.

Ich freue mich schon auf die griechischen Landwürste zum Abendessen. Aber sie schmecken grauslich! Beate findet den Geschmack in Ordnung, will davon aber nichts essen, weil sie so fett sind. Also gehen sie über Bord. Auf der Verpackung finden wir dann klein gedruckt: „Country sausage with smoked Paprika“. Geräucherter Paprika! Mir ist schon normaler Paprika ein Graus.

Gyali Gastarbeiterbuden
Gyali Gastarbeiterbuden
Gyali Bimsabbau
Gyali Bimsabbau

13.08.2020 Donnerstag
Gyali / Strand
Es ist so herrlich hier. Absolut ruhig, man hört nur den Wind gleichmäßig sausen und das Schlauchboot hinter der Blodughadda in den Wellen kontemplativ plätschern. Luft und Wasser haben 27°C und die Aussicht ist wunderbar. Der Bimsabbau findet nicht statt, von dem man sonst Maschinengeräusche hört. Ich schätze, dass die Lagerhalden voll sind, aber wegen Covid-19 kein Lastschiff ankommt, um etwas davon zu verschiffen.
Wir verlegen das Boot zum üblichen Ankerplatz, der ist doch besser. Nämlich ohne nächtliches Scheinwerferlicht von den „Gastarbeiterbuden“ und mit aus dem sandigen Meeresgrund aufsteigenden Gasblasen.
Abends fahren wir zum Strand. Hier wimmelt es von Bimssteinen. Wir sammeln viele, die Beate mitnehmen will, um sie als Dekoration bei der neuen Kugelgartenlampe in Mödling zu verwenden. Dann gehen wir zum Betriebsgelände der „größten Bimsmine der westlichen Hemisphäre“. Außer einem Jungen, der auf einem Basketballplatz spielt, sehen wir keinen Menschen. Weil wir die Schilder „Entry Prohibited“ respektieren, sehen wir auch nichts von den Aufbereitungsanlagen. Aber einige unbewohnte ferienappartementähnliche kleine Reihenhäuser, deren beste Zeit definitiv schon lange her ist. Und dann jede Menge seltsames Gerümpel links und rechts der Staubstraße, die offenbar zu den Gastarbeiterbuden führt.
Eine Abzweigung nach links macht uns neugierig. Und siehe da, nach ein paar Metern Aufstieg geht es wieder hinunter zum Strand auf der anderen Seite. Auch hier ist ein langer schöner Sandstrand, von dem aus man Kos sieht, also mit auflandigem Wind. Ganz sicher: Wäre auf Gyali nicht der Bimsabbau, wäre die Insel ein Touristenparadies. Das erste ist mir eigentlich lieber.

Gyali Strand
Gyali Strand
Gyali Plan
Gyali Plan
Gyali Appartement
Gyali Appartement
Gyali Telefonzelle
Gyali Telefonzelle
Gyali Auto
Gyali Auto
Gyali Strandbuggy
Gyali Strandbuggy
Gyali Weg zum Nordstrand
Gyali Weg zum Nordstrand
Gyali Nordstrand
Gyali Nordstrand
Gyali Nordstrand
Gyali Nordstrand
Gyali Bimssteinblumen
Gyali Bimssteinblumen

14.08.2020 Freitag
12:22 Gyali / Strand Karte Abfahrt
12:34 Genua setzen, Stbd Motor aus
13:45 Genua weg, beide Motoren
16:00 Tílos / O. Livádia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:38 Strecke: 22,5 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten

Nun wollen wir etwas Abwechslung und entscheiden uns für Tilos Livadia, wo wir voriges Jahr sehr angenehm ankerten. Der Wind hat zugenommen und kommt mit 15-20 Knoten aus NW (natürlich). Eine Zeitlang geht es gut voran mit nur einem Motor und der Genua.
In der Livadi-Bucht ankert nur ein Boot, sonst um diese Jahreszeit mindestens zehn. Aber der ankert genau dort, wo ich ankern wollte! Der Wind ist auch nicht so wie voriges Jahr. Er ist sehr böig und daher unangenehm. Dazu kommen die Wellen, die zwar nicht groß sind, aber doch so groß, dass das Boot dauernd schaukelt. Also kein Vergleich zu voriges Jahr oder zu Gyali.

Kurz vor Sonnenuntergang steuert die Fähre Blue Star Chios direkt auf uns zu. Wie erwartet (und erhofft) dreht sie vorher ab und legt mit elegantem Schwung mit dem Heck zum Kai an. Viel Abstand zu uns war da nicht, vielleicht 40 – 50 Meter.
Ziemlich viele Leute steigen aus und ein, aber kaum Autos. Nach fast genau 20 Minuten legt die Fähre wieder ab.

Weil man bei diesen Bedingungen hier mit dem Schlauchboot am recht steilen Kullersteinstrand nicht gut anlanden kann (im Hafen gibt es keinen Platz für Schlauchboote zum Aus- und Einsteigen, außer für sehr sportliche Leute oder für viel größere Schlauchboote), und es schon am 9.8.2012 passiert ist, dass wir nach dem Tavernenbesuch kaum zum Boot zurückgekommen sind, weil der auflandige Wind noch zugenommen hatte, essen wir Toasts an Bord und lassen uns schaukeln.

Achtung! Fähre in Anmarsch.
Achtung! Fähre in Anmarsch.
... dreht aber ab ...
… dreht aber ab …
... und setzt zum Heckschwung an.
… und setzt zum Heckschwung an.
Die Ent- und Beladung von einigen Hundert Leuten dauert 20 Minuten
Die Ent- und Beladung von einigen Hundert Leuten dauert 20 Minuten
Das Toasteisen im Einsatz
Das Toasteisen im Einsatz

15.08.2020 Samstag
Tílos / O. Livádia
Um 7h ist der Wind weg! Kurz nach 9h ist auch nicht viel da und wir fahren mit dem Schlauchi zum Kullersteinstrand. Obwohl heute der höchste kirchliche Feiertag in Griechenland ist, haben Bäcker und die Supermärkte offen, der Fleischhauer aber nicht.
Wir frühstücken im Café am Hauptplatz, gehen dann zum Hafen das Kanonenboot P22 anschauen, das irgendwann angelegt hat und mit seinen Generatoren blöden Lärm macht.
Nach einem Capuccino und einem Frappee im Hafencafé kehren wir aufs Boot zurück. Der Wind hat immer noch nicht besonders zugenommen und es ist richtig warm, 35,6°C im Cockpit.

Um 13:33h springt der Wind an. Vermutlich wird es so wie gestern werden.

Um 14:10h legt das Kanonenboot P22 mit arg lärmenden und rauchenden Motoren ab. Zuerst wundere ich mich, dass ein Kriegsschiff so viel Motoröl verbrennen kann (blauer Rauch), was ja normalerweise ein Hinweis auf einen Motorschaden ist. Aber dann erinnere ich mich, dass Dimitris sagte, man sollte Motoröl in den Dieseltank bei alten Dieselmotoren geben, weil diese nicht für den modernen Biodieseltreibstoff gebaut sind. Die Motoren der P22 sind garantiert aus dem vorigen Jahrtausend.

Bereits beim erstmaligen Einlegen der Batterien heuer in das bildstabilisierte Fernglas Fujinon Techno-Stabi 1440, hat das Glas nicht so richtig funktionieren wollen. Dann ging es eine Zeitlang, aber jetzt dürfte es leider hinüber sein. Ich schrieb an Fujnon Europa: „Es ist schon 9 Jahre her, dass ich mein 1998 gekauftes und heiß geliebtes Fernglas bei Ihnen reparieren ließ (der Fokussierknopf war gebrochen). Nun wäre wieder eine Reparatur fällig, falls sie überhaupt noch sinnvoll ist. Die Bildstabilisierung funktioniert nämlich nicht mehr:
Nach Drücken der ON-Taste hört man den üblichen „Klick“ und die LED leuchtet orange im Standby-Modus. Nach nochmaligem Druck hört man, dass sich der Motor schwer tut und langsam läuft, die Stabilisierung kommt nicht zustande und die LED blinkt mal kurz grün auf und geht dann gleich wieder auf orange oder die LED blinkt rot.
Da auf dem Aufkleber steht „Flashing Red LED – Problem condition: do not use, return TECHNO-STABI to Fujinon“ wird es wohl nur drei Möglichkeiten geben:
– Das Glas bei Ihnen reparieren lassen (was würde es etwa kosten?)
– Das neue FUJINON TS-X 1440 kaufen (wäre da vielleicht ein Rabatt oder eine Eintauschprämie möglich?)
– Ein neues bildstabilisiertes Fernglas von Canon oder Nikon kaufen (das Zeiss 20×60 T* S kann ich mir nicht leisten…)
Oder haben Sie eine andere Idee?“
Bin neugierig, ob die antworten und was sie vorschlagen. Wahrscheinlich wollen sie das neue ohne Rabatt um ca. € 1.500,- verkaufen. Von Canon und Nikon gäbe es zwar billigere, aber nach Lesen einiger verheerender Rezensionen, will ich die eh nicht haben. Und das Traum-Nonplusultrafernglas von Zeiss hat einen ebensolchen Preis, nämlich € 6.400,-!!!
Das kaputte Fernglas kann man zwar ohne Bildstabilisierung verwenden, aber bei 14-facher Vergrößerung zittert das Bild zu sehr.

19 Uhr: Der Wind hat doch nicht die Stärke von gestern erreicht und wir können zum Abendessen ins „Kritikos“ fahren. Hervorragende Bedienung und gutes Essen, allerdings ist das Hühnerfilet in Pfeffersauce wohl nur für Asiaten ohne Feuerlöscher essbar. Also kratze ich die Sauce ab. Aber die Stimmung ist perfekt direkt am Wasser im schönsten Abendlicht und mit Aussicht auf das einzige in der Bucht ankernde Boot, nämlich die Blodughadda.

23:27h: der Wind kommt wieder mit gleicher Stärke wie gestern. Aber wurscht. Der Anker hält erwiesenermaßen und an Land waren wir auch schon. Ich ziehe aber sicherheitshalber das Schlauchboot auf die Heckplattform, damit es nicht umkippen kann, sollte der Wind in der Nacht noch stark zulegen.

Tilos Livadia Panorama um 8h früh
Tilos Livadia Panorama um 8h früh
Schlauchi am Kullersteinstrand, hinten der Hafen mit Kanonenboot P22
Schlauchi am Kullersteinstrand, hinten der Hafen mit Kanonenboot P22
Tilos Livadia Hauptplatz vom Café aus gesehen
Tilos Livadia Hauptplatz vom Café aus gesehen
Achtung! Kanonenboot in Anmarsch.
Achtung! Kanonenboot in Anmarsch.
... dreht aber auch ab.
… dreht aber auch ab.
Aussicht von KRITIKOS
Aussicht von KRITIKOS

16.08.2020 Sonntag
09:29 Tílos / O. Livádia Karte Abfahrt
10:37 Tílos / O. Skáfi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:08 Strecke: 5,5 Seemeilen Ø Fahrt: 4,9 Knoten

Vor dem Frühstück fahren wir los. Knapp entlang der Küste geht es einigermaßen gut gegen die Wellen, die da nicht so hoch sind. In der Skafi Bucht geht der Anker auf 5 m Tiefe und gräbt sich bestens in den Sandgrund ein.
Außer ein paar wenigen Badegästen, die über die 2 km lange Staubstraße von Megalo Chorio hierher kommen, ist hier nichts als Natur. Ein 50-fuß Lagoon Katamaran von Istion gechartert (das 7. heuer gesichtete Charterboot) macht einen Badestopp.

Abends kocht Beate köstliche Nudeln mit Thunfischsauce und macht dazu einen guten Tomaten-Gurkensalat. Sie ist wirklich seekrankheitsresistent, sonst wäre kochen bei dieser Wackelei nicht möglich. Dann gibt es einen Wilsberg-Krimi unter fantastischem Sternenhimmel.
Obwohl ich sicher bin, dass der Anker halten wird, schalte ich vor dem Schlafengehen doch den Flachwasseralarm auf 4m ein, weil der Wind mittlerweile auflandig und recht stark ist.

17.08.2020 Montag
09:48 Tílos / O. Skáfi Karte Abfahrt
13:04 Nisyros / Páli Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 03:16 Strecke: 11,9 Seemeilen Ø Fahrt: 3,6 Knoten

Also diese Bucht ist bei viel Wind nicht gut zum Übernachten. Die Wellen kommen teilweise ordentlich herein und die Windrichtung und -stärke wechseln oft. Bei Sonnenaufgang sehe ich nach, ob der Wind vielleicht so weit abgenommen hat, dass man einigermaßen bequem dagegen voran kommen könnte. Hat er nicht – vor der Bucht tummeln sich die weißen Wellenkämme. Beim Frühstück überlegen wir, was wir tun sollen. Hier bleiben ist keine Option, weil zu unruhig und vor allem kein Internet! Nordwestwärts nach Nisyros sind es etwa 12 Seemeilen genau gegen den Wind, also 3 bis 4 Stunden, je nach dem wie schnell man gegen die Wellen fahren kann. Zurück nach Livadia ist es eine Stunde bequem mit dem Wind.

Aus der Bucht herausgefahren steuern wir NW-wärts. Es ist zwar heftig, aber es geht. Das Internet geht dann auch und die Windprognosen versprechen den gleichen Wind bis Sonntag! Falls wir also nicht eine Woche in Tilos bleiben wollen (wollen wir nicht) müssen wir irgendwann gegen den Wind fahren. Das machen wir daher lieber gleich.

Die ganze Strecke bis Nisyros kommt der Wind sehr beständig mit 24 bis 26 Knoten genau auf die Nase. Mit geringer Geschwindigkeit sind die Kracher in die Wellen weniger arg. Trotzdem haben wir Boot und leider nicht Fisch in Salzkruste als wir ankommen. Am besten sieht man das auf den Solarmodulen.
Wir legen direkt vor Captain’s House an und ich muss sofort den George begrüßen gehen und auch ein Bier trinken.

In der Nacht auf Sonntag habe ich eine Sammelmail mit den Zugangsdaten zu diesem Blogbuch an 73 Kontakte in meinem Adressbuch gesendet. Ich bekam von GMX die Mitteilung, dass 19 davon nicht zugestellt wurden, weil es Spam sei (554-Transaction failed 554-Reject due to policy restrictions. 554 For explanation visit https://www.gmx.net/mail/senderguidelines?ip=17.58.23.199&c=hi also alle E-Mailadressen @gmx.at, @gmx.com, @gmx.net, @gmx.ch und @web.de). Na gut, jetzt habe ich diese einzeln versendet. Also GMX bevormundet die Kunden extrem. Statt die E-Mails gar nicht zuzustellen, könnten diese zB mit *SPAM* markiert werden und der Empfänger entscheidet selbst, ob es das wirklich ist. Für mich wäre damit eine gmx-Adresse gestorben. Wer weiß, was denen noch einfällt, Werbung in jeder Mail würde mich nicht wundern.

Abends essen wir natürlich beim Captain. Die Bifteki-Fleischleiberln sind extrem gut. Wir erfahren, dass der Sohn Stavros jetzt als Kapitän auf der PANAGIA SPILIANI arbeitet und wenn er nicht unterwegs ist, in der Familientaverna in Pali mit gewinnendem Lächeln und gutem Schmäh kellnert, also exakt wie sein Vater – sehr sympathisch. Auch seine etwas rundliche Schwester Irini sprüht Lebensfreude aus. Sie studiert Sport Management in der Universität von Sparta am Peloponnes im ersten Jahr. Die Schulen in Griechenland werden am 7.9. beginnen, aber wie es mit den Universitäten wegen Covid-19 sein wird, weiß noch niemand. Sie ist schon seit März hier und wartet halt ab, was kommt.

Unweigerlich kommen wir mit einer 8-köpfigen Charter-Männerrunde (Charterboot Nr. 9) aus Linz am Nachbartisch ins Gespräch, alle in einheitlichen orangefarbenen T-Shirts mit der Aufschrift „Hannl Metallbau“. Als sie als eines der wenigen ankommenden Boote mit ihrem großen Katamaran in den Hafen einliefen, hatten wir uns schon auf ein Hafenkino gefreut. Aber das Anlegemanöver haben sie trotz starken Seitenwinds perfekt gemacht. Naja, die Österreicher sind doch die besten Seeleute – und die Oberösterreicher die lustigsten…

Salz auf Solarmodul
Salz auf Solarmodul (man beachte die neuen Tenax-Befestigungsknöpfe)

18.08.2020 Dienstag
Nisyros / Páli
Wir haben beschlossen, heute noch da zu bleiben, einfach um zu beobachten, was sich so tut. Im Vergleich zu früheren Jahren tut sich sehr wenig obwohl der starke Seitenwind prädestiniert für gutes Hafenkino wäre. Es kommen aber nur 7 Boote an und 7 fahren ab. Immerhin gelingt es einem der Abfahrenden (von der gegenüberliegenden Seite, weil der Feigling auf 3,5 m Tiefe sicherlich 80 Meter Kette quer durch den Hafen gelegt hatte), den Anker vom Katamaran der Hannl-Crew herauszureißen und ein gutes Stück über die Ketten der zwei Nachbarboote zu verlegen. Die Crew ist gerade mit Mopeds und Buggy Insel besichtigen gefahren und so platzieren einer der beiden Nachbarn und ich Fender am stbd Heck des Katamarans, weil der jetzt natürlich gegen die Kaimauer schlägt.
Als die Crew zurück kommt, erzähle ich was passiert ist. Auf meine Empfehlung gestern, wollen sie heute nach Gyali und bald ablegen. Das Manöver gelingt perfekt, obwohl die Ankerkette über die der zwei Nachbarboote liegt, Respekt!

Ich hatte mich schon gewundert, warum gestern ein Wahnsinniger vor der Hafeneinfahrt ankerte und sich richtig durchschütteln ließ. Heute wurde das Segelboot MISTY MHOR in den Hafen geschleppt. Beim Abendessen beim Captain (da kommt man immer ins Gespräch mit anderen) erfahre ich, dass die zwei Schotten nicht herein fahren konnten, weil nach 40 sm Fahrt von Rodos der Motor plötzlich keine Leistung auf den Propeller brachte – maximal 500 RPM. Ich tippe auf irgendwas, was die Propellerwelle bremst. Der vom Captain herbeigerufene Nisyros-Mechaniker tippt auf ein Problem mit der Dieselzufur. Wahrscheinlich nicht, sonst würde der Motor bei ausgekuppelten Getriebe wohl nicht bis 4.000 RPM drehen

Pali Hafen
Pali Hafen
Parkplatz vor Captain's
Parkplatz vor Captain’s
Viel näher zur Taverna geht kaum
Viel näher zur Taverna geht kaum

19.08.2020 Mittwoch
12:10 Nisyros / Páli Karte Leinen los
12:54 Gyali / Strand Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:44 Strecke: 3,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten

Wir frühstücken beim Captain und kaufen danach in jedem der drei Miniläden (die sich natürlich „Supermarket“ nennen) ein. Man fühlt sich direkt als Wohltäter der Inselwirtschaft, wenn man die horrenden Preise bezahlt.

In der Nacht ist der Wechselrichter Mastervolt 12/300 eingegangen und liefert keinen 230 Volt Wechselstrom mehr. Dabei hat er seit dem 2.8.2014 perfekt funktioniert. Ich bestelle gleich einen neuen bei SVB in Bremen (neben 7 anderen Sachen), weil in der Anleitung steht, „LED leuchtet kontinuierlich rot > Wechselrichterfehler, setzen Sie sich mit Ihrem Mastervolt-Händler in Verbindung“. Bis der neue bei der Werft in Leros eintrifft und wir ihn abholen können, muss ich den für diesen Fall beim Lidl angeschafften Reserveinverter verwenden, um hauptsächlich das MacBook Pro aufladen zu können. Leider piepst das Gerät bei jedem Lastwechsel. Bei Benützung des MacBook wechselt der Stromverbrauch dauernd und so gibt es eine nervige Piepsorgie. Lösung: Aufladen im Ruhezustand und dann ohne Stromanschluss arbeiten bis der Akku leer ist. Dem Lidl-Gerät prophezeie ich keine lange Lebensdauer. Also könnte jederzeit eine Sendepause eintreten.

In Gyali ist wieder Betrieb. Ein laut brummendes Lastschiff wird mit Bims beladen. Gegen 19h ist es voll und legt zu unserer Erleichterung ab. Aber der Betrieb in der Mine kommt dafür in Schwung. Auch zu Mitternacht laufen dort die Maschinen und die Förderbänder und auch die Rückwärtsfahrtwarnpiepser von irgendwelchen Arbeitsmaschinen sind in der sonst windstillen Nacht zu hören. Warum müssen die auch in der Nacht arbeiten? Aber gut, in der Koje ist davon kaum was zu hören.

20.08.2020 Donnerstag
11:38 Gyali / Strand Karte Abfahrt
13:32 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 01:54 Strecke: 10,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten

Bevor der Wind so richtig auffrischen wird, fahren wir nach Kefalos.

Ich komme drauf, dass der Lidl-Inverter auch piepst, wenn die Spannung unter 11 Volt sinkt. Die Batterie hat ständig über 12, meistens um die 13. Aber das Kabel zum Inverter auf dem Navitisch dürfte zu dünn sein für die Länge und dadurch der Verlust so groß, dass stoßweise tatsächlich weniger als 11 V beim Inverter ankommt. Ich zwicke die 6 mm2 Kabeln vom kaputten Wechselrichter ab, montiere Ringkabelschuhe drauf und schließe den Lidl-Inverter im Motorenraum an. Und siehe da, kein Piepskonzert mehr!

Abends essen wir in Santa Barbara.

Tom in Santa Barbara
Tom in Santa Barbara

21.08.2020 Freitag
Kos / Kefalos, Kamari
Heute mieten wir ein Auto von Manolis. Zuerst bringen wir drei Lidl-Säcke voller Wäsche in die Wäscherei oben im Ort, was nicht auf Anhieb gelingt. Denn die Wäscherei ist gut versteckt ohne Firmenschild unter einem Wohnhaus in Position 36°45’7.53″ N 26°57’27.98″ E an der Straße nach Limionas. Offenbar wird hier die Wäsche für die Hotels in Kefalos gewaschen, aber private Wäsche wird auch gerne übernommen, bzw. auch vom Kamari Hafen abgeholt. Bis am Abend wird sie fertig sein.
Wir waren noch nie in Limionas und erwarten uns ein kleines Dort. Es ist aber ein kleiner Hafen mit schönem Badestrand und einer Fischtaverne. Am Hang sind nur zwei Wohnhäuser, die offenbar unbewohnt sind.
Dann folgen wir einem Schild zum Kokylari Beach. Die Straße endet aber in Sanddünen mit Büschen und die Fahnenstange vom dortigen Kite-Surf-Center wäre ein paar Hundert Meter weiter zu Fuß erreichbar. Da wir aber gerade unsere Surfbretter nicht dabei haben, kehren wir um und fahren über die Insel zur Kos Marina. Sie ist praktisch voll mit Booten. Nur wenige Plätze an den Charterbootstegen sind frei und das in der absoluten Hochsaison. Da merkt man schon sehr, wie sich Covid-19 auswirkt. An den Stegen werden Schiebe-Absperrtore montiert, die wohl dann auch elektrisch betrieben werden sollen. Ich prophezeie, dass sie in spätestens fünf Jahren immer offen stehen werden, weil sie dann eh nicht mehr funktionieren. Aber jetzt sind sie recht hübsch.
Nach einem Getränk im wieder umgebauten sauteuren Café wollen wir auch den Stadthafen und die Stadt besichtigen. Beide habe ich noch nie so leer gesehen. Der äußere Hafen für Großschiffe wird umgebaut, wahrscheinlich waren dort immer noch Schäden vom Seebeben am 21.7.2017 vorhanden. Im Café Aegli am Hauptplatz finden wir einen einigermaßen windgeschützten Platz und essen eine Kleinigkeit.
Auf dem Rückweg kaufen wir im Σκλαβενιτης (Sklavenitis) Supermarkt ein. Es ist wirklich ein schöner, großer Supermarkt unweit von Lidl, den wir diesmal links liegen lassen – absolute Novität.
Um 18h ist die Wäsche fertig (€ 30) und wir setzen uns in das sehr elegante Restaurant MYLOTOPI mit tollem Ambiente und herrlicher Aussicht über die Kefalos „Unterstadt“ und die Bucht. Wir essen nur ein Ciabatta-Sandwich, aber es ist mit Abstand der beste Sandwich, den ich je gegessen habe und dazu ein Salat mit dem besten Dressing bisher in Griechenland. Mir scheint, wir werden wiederkommen.
Dann wird es Zeit für noch einen Einkauf: Ein neuer Edelstahlkochtopf Ø 26, H 13,5 cm darf den fast 20 Jahre alten und eh nicht mehr funktionierenden Schnellkochtopf ersetzen und schöne beige Plastikkörbe das Durcheinander hinter dem Herd aufräumen. Das kleine unscheinbare Werkzeug-, Farben- und Haushaltswarengeschäft oben in Kefalos links vom Café Castelo besteht hauptsächlich aus schön geschlichteten gerammelt vollen Regalen bis unter die Decke. Es ist ein Vergnügen, hier zu stöbern und einzukaufen.

Zu zweit mit allen Einkäufen ist im Schlauchboot nicht Platz genug. Also fahre ich zuerst mit allen bis auf zwei Einkaufstaschen. Einer Gruppe von 5 Burschen im Alter von etwa 13 Jahren macht es Spaß, mitzuhelfen, das Schlauchboot ins Wasser zu bringen und dann einen Schubser zu geben. Ich hieve die Sackerln auf die Heckplattform und will sogleich zurückfahren. Aber als ich nach ein paar Metern Gas gebe, heult der Außenborder auf und kann das Schlauchi nicht mehr schieben. Sofort ist mir klar, dass der Scherstift des Propellers gebrochen ist. Das ist mir zuletzt 1996 in der Karibik passiert. Und das zeigt, wie wichtig es ist, immer Riemen im Schlauchi mitzuführen. Statt zu paddeln hätte ich es sonst nur schwimmend schleppen können, um nicht aufs Meer hinaus getrieben zu werden.
In so einer Situation sind Handys natürlich auch von Vorteil. So kann Beate ein Glaserl Wein in der Strandbar genießen während ich den Motor repariere. Das ist sehr einfach: Sicherungssplint heraus, Propeller abziehen, Stiftreste heraus, Ersatzstift hinein, Propeller drauf, Sicherungssplint hinein.

Blodughadda und Schlauchi
Blodughadda und Schlauchi
Da drunter befindet sich die Wäscherei
Da drunter befindet sich die Wäscherei
Limionas
Limionas
Limionas
Limionas
Beate in Café Aegli
Beate in Café Aegli
Aussicht von MYLOTOPI
Aussicht von MYLOTOPI

22.08.2020 Samstag
Kos / Kefalos, Kamari
So angenehm es ist, bei normalem NW-Wind vor Kefalos zu ankern, so unangenehm ist es bei reinem Nordwind. Denn da steht das Boot parallel zum Ufer und die Wellen kommen direkt von der Seite. Sie sind zwar klein, reichen aber aus, um das Boot nervig zu schaukeln.
In der Windprognose sehe ich, dass der Wind um ca. 15h auf NW drehen soll. So ist es dann auch und um 16h ist die Normalsituation wiederhergestellt.

Kurz bevor wir um ca. 18h zur Pier fahren, um Wasser zu tanken und das Boot zu waschen, entdecke ich Wasser am Boden neben dem großen Frischwassertank. Ich tunke es auf, vielleicht 1/3 Liter. Zunächst vermute ich, dass die von Patrick und mir gemachte Installation des neuen 3-Wegeventils tröpfelt. Tut sie leider nicht, wie ich mit einem darunter gelegten Küchenpapier feststellen kann. Leider, weil dann das Leck eigentlich nur in der Druckwasserleitung oder im Tank selbst sein kann, was wesentlich schwieriger zu reparieren ist, letzteres sogar extrem schwierig. Denn dann müsste der Tank ausgebaut werden, was angeblich möglich sein soll, aber mir praktisch unmöglich erscheint.

Nach dem Bootwasch gehen wir ins CAVOS Fisch essen. Am Ankunftstag der Beate hat sie dort das Fischmenü bestellt und für sehr gut befunden. Der Preis ist auch gut: € 12,- für eine gebratene Goldbrasse mit Pommes, Griechischen Salat und ein Glas Wein. Wir beobachten, dass auch die Einheimischen hierher essen gehen, was ja fürs Lokal spricht.

Um 22h legen wir ab und fahren zu einem Ankerplatz ganz im N der Bucht W des Inselchens Kastri mit der markanten Felsformation, die in der Nacht natürlich dekorativ beleuchtet ist.

23.08.2020 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Jetzt ist es gewiss. Der große Wassertank hat ein Leck. In der Backbordbilge findet sich ca. 40-50 Liter Süßwasser. Das kann wohl nicht von einer tröpfelnden Druckwasserleitung kommen, sonst würde die Druckwasserpumpe sehr oft unmotiviert laufen, sondern nur vom Tank und zwar via Fußende von unserer Koje. Das letzte Eck der Matratze und des Leintuchs sind nass. Diese stoßen an die angeschraubte Zwischenwand zum Hohlraum, wo sich der Tank befindet. Und hier muss der Tank irgendwie ausgebaut werden…

Am Abend erkunden wir diesen Teil des 2,5 km langen Sandstrandes und essen sehr gut in der Taverna Kastri. An 6 von vielleicht 30 Tischen sitzen eh Leute. Die Kellner sind ausgesprochen aufmerksam und vorbildlich Covid-19-adjustiert, sogar mit Plastikhandschuhen.

Kurz vor Mitternacht meldet die Druckwasserpumpe, dass der große Wassertank leer ist (anderes Geräusch und hört nicht auf, weil der Drucktank nicht voll wird). Also umschalten auf den kleineren Tank und zufrieden sein, den großen gestern nicht aufgefüllt zu haben. Jetzt müsste das Rinnsal also bald aufhören. Und weil noch immer was heraus rinnt, wird das Leck wohl in einer Bodenschweißnaht sein.

Der 196 l-Wassertank ist unter der Salonsitzbank...
Der 196 l-Wassertank ist unter der Salonsitzbank…
...und hinter dieser Trennwand
…und hinter dieser Trennwand
Inselchen Kastri ist hübsch
Inselchen Kastri ist hübsch
Beate auch insbesondere mit den neuen Plastikschuhen
Beate auch insbesondere mit den neuen Plastikschuhen
Links Olivenaufstrich, rechts coronabedingte putzige Einwegmenagerie
Links Olivenaufstrich, rechts coronabedingte putzige Einwegmenagerie
Sehr wundervolle Inselnachtbeleuchtung
Sehr wundervolle Inselnachtbeleuchtung

24.08.2020 Montag
10:39 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
13:24 Kos / Thérma Karte Badestopp
14:17 Kos / Thérma Karte Weiterfahrt
15:16 Kos / Marina Karte Tankstelle
15:25 Kos / Marina Karte Weiterfahrt
16:54 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:13 Strecke: 33 Seemeilen Ø Fahrt: 6,3 Knoten

Für heute ist wenig Wind angesagt. Tatsächlich, südlich von Kos ist gar keiner – perfekt für einen Badestopp an der Therme. Das Natur-Thermalwasserbecken scheint uns noch wärmer als zuletzt am 10.7.2017 zu sein. Trotz Covid-19 sind recht viele Badegäste da, aber doch deutlich weniger als zuletzt.
An der Tankstelle in der Kos Marina dürfen 85,5 Liter Diesel in den Tank. Kostet jetzt € 1,33 / l.

In Vathy ist im Gegensatz zum letzten Mal viel los, 12 Boote! Davon allerdings 6 Tagesausflügler, wahrscheinlich aus Kos, weil der Wind so lau ist. Wir ankern am bewährten Platz nach der ersten Nase am N-Ufer.

Obwohl leer gepumpt, rinnt der Wassertank immer noch. Aber gut, ganz trocken wird der Tank mit der Pumpe nicht.
Zwei weitere Sachen gibt es zu reparieren: Der neue Duschkopf im Bad ist auch nicht dicht. Dabei habe ich ihn erst vor 17 Tagen neu drauf geschraubt, weil der alte auch getröpfelt hat. Gut, ein neuer war noch in Reserve da.
Die zweite Sache ist ganz was Neues: Der Führungsbeschlag für die Ankerkette (der verhindert, dass diese aus der Nuss rutscht) baumelt an nur mehr einer von vier Schrauben. Zwei fehlen und eine ist verrostet und gebrochen. O Wunder! In der reichhaltigen Schraubensammlung finden sich tatsächlich genau drei genau passende Schrauben – keine Improvisation notwendig. Und die Montage unter der Ankerwinde schaffe ich auf dem Bauch liegend ohne dass eine Schraube in den Ankerkasten fällt. Mit den neuen Augenlinsen sehe ich wirklich viel besser…

Heute bekomme ich endlich gute griechische Landwürsteln mit Erdäpfeln, Beate ein Huhn-Gemüse-Fertiggericht.

Kos Therme
Kos Therme
Kos Therme am 23.8.2012
Kos Therme am 23.8.2012

25.08.2020 Dienstag
11:16 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
16:22 Lipsi / O. Lipsi Nord Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:06 Strecke: 32,4 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten

Heute auch wenig Wind und mehrere Meilen. Die Fahrt gegen 6-10 kn bei kaum Welle ist angenehm. In Lipsi wollen wir vor dem Badestrand Paralia Lentou N vom Ort ankern, aber dort liegen schon drei Boote. Daher nehmen wir die nächste Baderstrandbucht, wo wir allein ankern. Recht viel Seegras hier aber der Anker hat einen Sandfleck erwischt.

Wir paddeln zum Strand und gehen in 16 Minuten zur famosen Lipsi Bakery (also quasi ins Zentrum), wo allerdings nichts mehr los ist. An der Yachtpier aber umso mehr. Er ist innen voll besetzt und auf der Außenseite liegen fünf Segelyachten, aber kein türkisches Gulet. In normalen Jahren legen hier jeden Tag immer mindestens drei an. Die Anzahl heuer gesichteter Charterboote im Einsatz erhöht sich um 50% von 16 auf 24. Hier sind sie also.

Um 20h sind wir die einzigen Gäste in YIANNIS Restaurant. Der Wirt tut uns schon leid, dass auch er in der Covid-19 Zeit kaum Geschäft macht. Das war ein Irrtum, denn als wir um 21:30h wieder gehen, wäre von gezählten 32 Tischen gerade noch ein kleiner frei und das Personal rotiert. Das Essen ist sehr gut, insbesondere der gigantische Grüne Salat mit Äpfeln und Walnüssen, den wir zu zweit gar nicht schaffen. Überhaupt dürfte das hier ein Salatlokal sein. Eine ganze Speisenkartenseite wird für das Angebot benötigt.

Auf dem Heimweg erstaunen uns die 12 brandneuen LED-Straßenlaternen: Geht man darunter, werden sie heller! Beim Erreichen der nächsten schaltet sich der vorige wieder in den Sparmodus. Da soll noch ein er sagen, die Griechen wären nicht fortschrittlich. Oder besser gesagt, die Lipsianer. Schließlich haben sie ja schon 2009 Mülltrennung in verschiedenfarbigen riesigen Plastiksäcken eingeführt. Seither laden wir keinen Mist in Lipsi ab. Nicht wegen der Mülltrennung, sondern weil die vier benötigten Säcke viel zu groß sind für das bisschen, was wir abzuladen haben und daher eher umweltschädlich sind.

Der Abend ist wunderbar windstill und um 23:06h legt die Blue Star Chios an und dampft 10 Minuten später wieder ab. Vor genau vier Wochen hatten Patrick und ich das hier auch, aber da waren wir an Bord derselben Fähre.

Pserimos Vathy Sonnenaufgang hinter den türkischen Bergen
Pserimos Vathy Sonnenaufgang hinter den türkischen Bergen
Fußpflege
Fußpflege
Lipsi Ankerplatz
Lipsi Ankerplatz
Lipsi YIANNIS als erste Gäste
Lipsi YIANNIS als erste Gäste

26.08.2020 Mittwoch
Lipsi / O. Lipsi Nord
Wir beschließen noch eine Nacht hier zu bleiben. Die Aussicht ist schön, keine Nachbarboote, keine nennenswerten Wellen. Aber als der Wind wieder zunimmt, kommt er hier mit 15 – 30 kn vom Bergsattel herunter. Weil die Windböen nicht zu heftig sind (keine „Watschenböen“), ist es erträglich.
Am Nachmittag fahren wir an Land und gehen westwärts zur schönen Kirche und dann in die Bäckerei auf ein Club Sandwich.

Gestern schon fiel uns die Baderampe für Behinderte auf. Wo anders noch nie gesehen und man kann nur sagen „Hut ab!“. Allerdings vermute ich, dass es nicht viele so behinderte Menschen auf Lipsi gibt, dass sie auf einem Sessel über eine Rampe ins Wasser geschoben werden müssten bzw. kaum welche, die das nützen. Jedenfalls haben wir in Lipsi noch nie geeignete Kandidaten dafür gesehen.

Ankerbucht Ormos Lipsi Nord
Ankerbucht Ormos Lipsi Nord
High-Tech Straßenlaterne mit Bewegungsmelder für Lichtstärke
High-Tech Straßenlaterne mit Bewegungsmelder für Lichtstärke
Achtung Schwimmer auf der Straße nach der Kurve
Achtung Schwimmer auf der Straße nach der Kurve
Rampe, damit Behinderte auch ins Wasser können, sogar mit Dusche
Rampe, damit Behinderte auch ins Wasser können, sogar mit Dusche
Eine behindertengerechte Umkleidekabine gibt es sogar
Eine behindertengerechte Umkleidekabine gibt es sogar

27.08.2020 Donnerstag
12:37 Lipsi / O. Lipsi Nord Karte
13:50 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 01:13 Strecke: 6,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten

Mit kräftigem Rückenwind fahren wir nach Archangelos. Die SIONED von Michael Konz ankert schon einige Tage hier. Er ist auch Teilnehmer am Mittelmeer Skipper Forum und jetzt ergibt sich eine Gelegenheit, ihn persönlich kennen zu lernen. Ich besuche ihn mit dem Schlauchi und wir plaudern eine Weile auf seiner Amel Maramu 46. Er ist allein unterwegs, besser gesagt, lebt und arbeitet als IT Spezialist auf dem Boot und bleibt immer lange an einem Ankerplatz und auf seinem Boot, falls niemand sonst mit an Bord ist. Er hat auch heute keine Lust, mit uns am Abend in die Taverne Stigma essen zu gehen.

Wir aber schon. Allein die herrliche Aussicht ist es wert. Das Essen diesmal auch. Die schwarzen Bohnen mit Feta und Tomatenragout und das Mussaka sind köstlich.

Die SIONED von Michael
Die SIONED von Michael
Die Aussicht von der Taverne
Die Aussicht von der Taverne
Die Aussicht von der Taverne als Panorama
Die Aussicht von der Taverne als Panorama

28.08.2020 Freitag
11:35 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
12:45 Ankunft Lakki Marina
13:00 Léros / Lakkí Marina Karte Leinen fest
Zeit unterwegs: 01:25 Strecke: 8,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,7 Knoten

Wir planen einen kurzen Stopp in der Lakki Marina, um Wasser zu tanken und einzukaufen. Daraus wird aber ein längerer und sehr unerfreulicher. Nach Belegen der Mooringleine an der Bugklampe rutscht Beate aus und fällt ins Bugnetz. Dabei verstaucht sie sich den linken Fuß. Die Schmerzen sind fürchterlich und sie kann auf dem Fuß gar nicht auftreten. Sie verkriecht sich (wortwörtlich) in die Koje und ich gehe einkaufen. Als ich zurück komme, sind die Schwerzen nicht weniger. Wir beschließen, über Nacht zu bleiben und morgen ins Krankenhaus zu fahren, sollte sich der Fuß nicht gebessert haben. Das erzähle ich der Marinarezeptionistin. Sie meint, Beate sollte sofort ins Spital und untersucht werden, sie würde sie mit dem Auto führen.
So geschieht es. Das Spital ist für die Inselverhältnisse riesig groß und wirkt wie ausgestorben. Beate wird in der Ambulanz aufgenommen und die österreichische E-Card wird anstandslos akzeptiert. Nach der Erstuntersuchung wird ein Röntgen gemacht und festgestellt, dass nichts gebrochen ist. Sie bekommt einen leichten Verband und wird für morgen 11:30h wiederbestellt (um wie viel Uhr wird man in Österreich wiederbestellt?).
Die Rezeptionistin, ich glaube sie heißt Anna, hat die ganzen 2,5 Stunden gewartet und fährt Beate wieder zurück zum Boot. Über die Passarella kommt sie nur sehr mühsam mit vielen helfenden Händen.
Ich gehe ins Blumengeschäft und kaufe einen kleinen Blumenstock für die Anna als Dankeschön für ihre Hilfe. Das hatte sie offenbar nicht erwartet.
Am Abend bin ich ausnahmsweise für das Essen zuständig. Es gibt Schweinsfilet mit Karotten-Champignignonragout und französischen Minierdäpfeln – habe ich alles am Nachmittag eingekauft.

29.08.2020 Samstag
12:50 Léros / Lakkí Marina Karte Abfahrt
17:58 Kos / Kefalos, Kamari Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 05:08 Strecke: 33,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten

Heute hat Anna nicht Dienst und Beate fährt mit dem Taxi ins Spital. Dort kommt sie sofort dran und ein gestern nicht anwesender Orthopäde stellt fest, dass der Fuß fixiert werden muss. Er verpasst ihr daher einen Gips vom Fußballen bis unters Knie, aber nicht rundherum, sondern nur unten/rückseitig. Und gehen darf sie nur mehr mit Krücken. Mit dem Taxi holt sie diese daher bei der Apotheke und auch eine Antithrombose-Spritze für den Flug.

Inzwischen unterhalte ich mich weiter mit dem deutschen Stegnachbarn Frank, der schon seit 1,5 Jahren auf seinem Segelboot POSEIDON lebt, letzten Winter in der Lakki Marina verbracht hat und jetzt froh ist, wieder Deutsch sprechen zu können.

Wir legen ab und motoren bei perfekten Verhältnissen nach Kefalos, Rückenwind mit 6 kn und so gut wie keine Welle. An der Pier in Kamari können wir problemlos längsseits zwischen einem fetten Fischerboot und einem Zementlastschiff anlegen. Unter ihrer Anleitung packe ich alle Beates Sachen in ihre Koffer und rufe bei der Autovermietung an, dass ich abgeholt werden kann, um den bei Manolis bestellten Leihwagen zu übernehmen. Das funktioniert wie immer perfekt.

Weil Beate sich auf dem Boot so gut wie nicht bewegen kann, hat Vasilis, unser alter Bekannter aus Thessaloniki, der früher hier am Flughafen gearbeitet hat und jetzt wie jedes Jahr auf Urlaub nach Kefalos kommt, für uns ein ebenerdiges Appartement für zwei Nächte organisiert. Die „Anastasia Appartements“ befinden sich genau zwischen der Taverna Faros und dem Minimarket gleich beim Hafen. Ist aber aufgrund der ungenauen Beschreibung nicht leicht zu finden und die Vermieterin hat beim Boot einfach gesagt, dass es Appartement Nummer 1 ist und dass der Schlüssel innen im Schloss steckt und sie jetzt nach Hause müsse, ziemlich griechisch also. Aber eigentlich tschechisch. Offenbar gibt es ein tschechisches Reisebüro „viamare“, das dieses Haus mit acht Appartements im Programm hat. Alle Aufschriften und auch die „Bedienungsanleitung“ im Appartement sind auf tschechisch und sonst keiner Sprache. Trotzdem finden wir uns zurecht nachdem die tschechisch und sonst nichts sprechenden direkten Nachbarn gezeigt haben, wie man den Strom im Appartement aufdreht.

Von der Taverna Faros hole ich Suvlaki, Keftedakia und Choriatiki, die wir auf dem ebenerdigen Minibalkon verspeisen und dazu vom gegenüber liegenden „Supermarket“ geholten Retsina trinken.

Um 22h kommt Vasilis mit dem öffentlichen Bus von Kos Stadt und begrüßt uns. Nach kurzer Plauderei und Verabredung für ein morgiges Treffen geht er zu seinem Appartement einige hundert Meter entfernt.

Beates Gipsfuß
Beates Gipsfuß

30.08.2020 Sonntag
Kos / Kefalos, Kamari
Die Nacht ist fürchterlich. Weil keine Fernbedienung da ist, lässt sich die Klimaanlage nicht einschalten. Um nicht zu ersticken, lassen wir die Balkontür offen. Aber das Klimagerät oder was auch immer es für ein laut brummendes Gerät auf dem Dach vom Supermarkt gegenüber ist, schaltet sich alle drei Minuten ein und wieder aus. Verhindert das Einschlafen also sehr effektiv. Zudem bekomme ich ärgste Krämpfe in den Beinen, wie ich sie auf dem Boot nie habe. Und Beate verzweifelt, weil sie es nicht gewohnt ist, mit Krücken aufs Klo zu gehen…

Irgendwie geht jede Nacht vorbei und nach einem spartanischem Frühstück und Duschhilfe für Beate fahre ich die Blodughadda von der Pier zu einem Ankerplatz in der Bucht, wo sie keinem anderen Boot im Weg ist und wo sie auch nicht so leicht unbefugt betreten werden kann – obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür eh praktisch Null ist.

Vasilis hat bei der Vermieterin Fische bestellt, die wir am Nachmittag gleich nebenan in der seltsamen Mischung aus Minimarkt und einfacher Taverna verspeisen. Keine Ahnung, was für Art Fische, so ca. 20 cm lang. Aber sie schmecken unglaublich gut. Dazu noch ein griechischer Salat und guten Wein und das Griechenlandgefühl ist perfekt.

Anastasia Appartements hinter Taverna Faros haben leider keinen Meeresblick
Anastasia Appartements hinter Taverna Faros haben leider keinen Meeresblick
Auf dem Erdbalkon
Auf dem Erdbalkon

31.08.2020 Montag
Kos / Kefalos, Kamari
Die Nacht ist herrlich. Mit der mittlerweile erhaltenen Fernbedienung für die Klimaanlage funktioniert sie bestens und wir können mit geschlossenen Läden und Balkontüren in aller Ruhe schlafen.

Nach einem üppigeren Frühstück als gestern (die Utensilien habe ich gestern vom Boot geholt) fahre ich mit dem Leihwagen und Vasilis los. Beate bevorzugt es, im Appartement zu bleiben, weil das Gehen so mühsam ist, obwohl sie schon die Krückentechnik ganz gut beherrscht.

Wir fahren hinauf zum Kefalos Ort, wo Vasislis wie schon vor Jahren beim Friseur meine Haare schneiden will (er ist nicht nur in Graz studierter Bauingenieur sondern auch im väterlichen Betrieb gelernter Herrenfriseur). Der Frisiersalon sperrt am Montag aber erst um 15 Uhr auf. Wir fahren weiter nach Mastichari, wo in einem Lokal ein Freund aus Thessaloniki als Koch arbeitet. Er ist aber gar nicht da, obwohl er dem Vasilis vor einer Woche erzählt hatte, dass er nach Kos fahren würde. Nicht so fein, wahrscheinlich ein Coronakrisenopfer. Vasilis nimmt es gelassen.

Nach einem Bierchen in Kardámena fahren wir wieder zum Kefalos Ort und essen in MYLOTOPI. Die Aussicht und die Gespräche begeistern, aber das Essen nicht wirklich, obwohl sehr schön hergerichtet. Dann ist es schon nach 15h und der Friseur Nikolas hat offen. Aber wegen der Covid-19 Situation will er nicht, dass Vasilis bei ihm mit meinem Haar herumwerkt. Na gut.

Im Appartement bleibt noch Zeit für ein Schläfchen bevor wir duschen, alles einpacken und zum Flughafen fahren. Beate hat gestern bei der AUA die Situation geschildert und offenbar ist der „Fraport Ambassador“ (wie es auf seiner gelben Weste steht) informiert. Der Rollstuhl samt Fahrerin kommen auch alsbald und Beate wird an der ganzen Warteschlange vorbei zum Check-In geschoben. Sie wird dann per Lift und Hebebühne als erste ins Flugzeug befördert. Also perfektes Service.

Ich treffe mich noch mit Vasilis und dem Einheimischen Babis im Café Sunlight. Wir plaudern eine Weile, was etwas schwierig ist, weil Babis nur Griechisch spricht, bevor ich zum Boot fahre und ein herrliches Abendbad im warmen Meerwasser nehmen kann.

Weniger herrlich ist die Lärmkulisse. Das Zementlastschiff an der Pier brummt und die Crew vom Charterboot (das bisher 29. gesichtete) keine 50 Meter entfernt macht Remmidemmi. Ich gehe ankerauf und verlege den Ankerplatz ein paar hundert Meter weiter. Platz ist ja hier genug.

Vasilis und Tom in Mastichari
Vasilis und Tom in Mastichari
Vasilis in MYLOTOPI
Vasilis in MYLOTOPI
Ferienhaus auf Kos wird verkauft. Verkehrsgünstige Lage direkt an der Hauptstraße und dem Flughafen!
Ferienhaus auf Kos wird verkauft. Verkehrsgünstige Lage direkt an der Hauptstraße und dem Flughafen!

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4 Gedanken zu “2020-08-11 B&T”