Aktualisierung 21.08.2018 20:35:56 Anzahl Tage: 9
30.07.2013 Ios / Hafen Ios – Schinousa / Livadi
31.07.2013 Schinousa / Livadi – Schinousa / Hafen Myrsini
01.08.2013 Schinousa / Hafen Myrsini – Náxos / O. Réna
02.08.2013 Náxos / O. Réna – Amorgós / O. Kalotarítissa
03.08.2013 Amorgós / O. Kalotarítissa – Astypálea / O. Livadia
04.08.2013 Astypálea / O. Livadia
05.08.2013 Astypálea / O. Livadia – Astypálea / O. Skala (Hafen) – Astypálea / O. Schinunta
06.08.2013 Astypálea / O. Schinunta – Kos Süd / Kefalos Kamari
07.08.2013 Kos Süd / Kefalos Kamari
Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Harald
Melk Lisbeth
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 20:33 Strecke: 133,3 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten
30.07.2013 Dienstag
14:45 Ios / Hafen Ios Karte Abfahrt
18:45 Schinousa / Livadi Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:00 Strecke: 25,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,4 Knoten
Die Highspeed 6 aus Santorin legt in Ios mit 30 Minuten Verspätung an. Harald und Lisbeth kommen an Bord und nach kurzem Begrüßungspalaver wird kräftig im Carrefour Supermarkt gleich beim Boot eingekauft.
Wir fahren los, schauen uns Meganari, die Südbucht von Ios an, die aber nicht besonders attraktiv wirkt, und fahren weiter. In Livadi ist wieder nur ganz wenig Wind, ideale 28° in der Luft und 24° im Wasser – herrlich!
Die Taverna wird für den Abendhunger zuständig und anschließend plaudern wir bei Windstille und einem Glas Retsína im Cockpit.
31.07.2013 Mittwoch
16:58 Schinousa / Livadi Karte
17:16 Schinousa / Hafen Myrsini Karte
Zeit unterwegs: 00:18 Strecke: 1,3 Seemeilen Ø Fahrt: 4,3 Knoten
In der Nacht schaltet sich die Frischwasserpumpe so ca. ein Mal per Stunde ein. Das ist nicht normal. Beim Motorcheck sehe ich warum. Die vom abmontierten Boiler übrige Wasserleitung ist von der Kühlwasserpumpe aufgerieben worden. Eine feine Wasserstrahlfontaine hat alles überflutet.

Mit Leitung kürzen, ohne Loch wieder zusammenfügen und die Bilge mit der Wolfcraft-Impellerpumpe auspumpen ist die Reparatur recht schnell erledigt.
Ca. 15 Minuten dauert die heutige Fahrt in die Hafenbucht Myrsini. Die zwei Megayachten beherrschen immer noch die Szenerie.

Aber egal, es ist herrlich windstill und endlich wirklich warm mit 31°C. Ich weiß, kühl im Vergleich zu den derzeitigen Temperaturen in Österreich.
Am Abend gehen wir in den Ort hinauf und genießen ein sehr gutes Abendessen in Margarita, der Taverne mit der schönsten Aussicht aller Lokale, die wir in Griechenland kennen.

01.08.2013 Donnerstag
13:13 Schinousa / Hafen Myrsini Karte Abfahrt
14:40 Náxos / O. Réna Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 01:27 Strecke: 5,6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,9 Knoten
Der Beweis ist geliefert: Der Chef der in Finnland registrierten Superyacht Inspiration ist Grieche. Er hat nämlich das schnittige Begleitboot durch eine am Bug montierte Fischernetzaufholvorrichtung zum schnellsten Fischerboot Griechenlands umfunktioniert, sozusagen in ein Zischerboot. Die Idee kann nur ein fischfangnarrischer Grieche haben. Hier kommt er mit den aufgeholten Netzen zurück:

Es gibt noch mehr zu sehen. Als wir aufstehen hat das Wasserschiff Rodos bereits angelegt und alle am Kai liegenden Segelboote verjagt. Nach Beendigung der Geschirrwaschaktion landet ein Hubschrauber mit großem Getöse im Garten des nicht ganz bescheidenen Anwesens gleich oberhalb der Bucht.
Gegen Ende der kurzen aber langsamen Überfahrt mit ordentlich Wind und Wellen auf die Nase sichten wir ein paar Delfine. Sie wollen aber nicht mit dem Boot schwimmen. Kurz danach werfen wir den Anker in den feinen Sandgrund von Ormos Réna. Hier ist eine Landleine angesagt, weil der Wind alle paar Minuten aus einer anderen Richtung kommt und der Platz sehr eng ist. Zuerst versuchen wir es am N-Ufer. Aber Harald findet keinen geeigneten Halt für die Leine nahe dem Sandstrand sondern nur weiter östlich davon. Das ist nicht gut. Denn der plötzlich aus W daher blasende Wind treibt uns fast ans Ufer.
Harald darf mit der Leine quer über die Bucht schwimmen und findet einen natürlichen Poller hoch oben auf der Felsnase, die aus W in die Bucht hineinragt.
Am 16.8.2004 war hier niemand außer uns. Am 6.8.2007 nur eine Familie, die hier campierte. Heute sind gleich 6 RIBs und 7 Zelte mit jeweils zugehörigen Leuten zu sehen. Also kein wirklicher Geheimtipp mehr.


Wir schwimmen zur Höhle und zum Strand mit den Quellen, die ins Meer fließen. Der Schafhirtenunterschlupf ist nicht mehr da. Wo er war, stehen jetzt die Zelte.
Leider spielt er Wind verrückt. Er kommt in argen Fallböen mal von Nord, mal von West, aber so wirklich watschenhaft. Dazwischen ist es fast windstill. Bei Sonnenuntergang stabilisiert sich der Wind. Er kommt nur mehr aus West und mit 20 bis 25 Knoten und bläst direkt ins Cockpit. Damit uns der Thunfischnudelsalat nicht von den Tellern weg fliegt, holen wir die sowieso nicht mehr benötigte Landleine herein.
02.08.2013 Freitag
11:17 Náxos / O. Réna Karte
13:30 Amorgós / O. Kalotarítissa Karte
Zeit unterwegs: 02:13 Strecke: 16,6 Seemeilen Ø Fahrt: 7,5 Knoten
Es ist schon verwunderlich, dass in dieser Bucht weit ab von jeder Besiedelung volle 3G Verbindung vorhanden ist. Der schwache Südwind ist auch seltsam, aber sehr angenehm. Ca. eine Seemeile außerhalb von Naxos ändert er sich aber schlagartig in einen mehr als frischen Nordost. Wir ziehen die Genua ein wenig heraus und motorsegeln rasant und ruppig nach Amorgos. Zeitweise ist der Wind richtig zum Fürchten. Meistens über 30 Knoten. Die Höchstmarke ist 38,4 Kn.
Wir erreichen Amorgos aber problemlos und ein anderes Segelboot zeigt uns die schwer auszumachende Einfahrt in die schützende Bucht. Einige Fischerboote liegen hier vor Anker und am Strand versucht eine Kantine das Urlaubsgefühl der wenigen Badegäste zu heben.
Beate, Harald und Lisbeth schwimmen an Land, um das Strandgeschehen zu begutachten. Ich hebe mir den Landgang für der Sonnenuntergang auf.
03.08.2013 Samstag
10:22 Amorgós / O. Kalotarítissa Karte Abfahrt
12:49 36°38’49“N,026°00’36“E Wind weg, Genua weg
16:23 Astypálea / O. Livadia Karte Ankern
Zeit unterwegs: 06:01 Strecke: 41,8 Seemeilen Ø Fahrt: 6,9 Knoten
Amorgos ist eine Windmaschine! Als wir aus der Bucht tuckern, denken wir schon, dass heute ein Flautentag werden wird. Keine 10 Kn Wind. Aber nach 15 Minuten Fahrt sieht es südlich der Insel ganz anders aus. Sie bläst uns mit mehr als 30 Kn, Spitzenwert 38,1 an. Aber nicht in Böen, sondern beständig während ca. einer halben Stunde. Dann beruhigt sich der Wind wieder. 20-25 Kn kommen einem schon richtig gemütlich vor.
Auf etwa halber Strecke schläft der Wind komplett ein. Erst – wie es so üblich ist – auf der Leeseite von Astypálea kommt der Wind wieder mit 5 Beaufort.
Wir ankern an unserem üblichen Platz unterhalb des Kastells von Astypálea. Nach kurzer Besichtigung von Livadi essen wir wieder sehr gut in To Gerani. Harald und Lisbeth gehen in die Chora hinauf, Beate und ich in die Mojito Bar, hauptsächlich um das Passwort für den WiFi Zugang zu erhalten.
Zurück auf dem Boot haben wir das Vergnügen, griechische Popmusik aus einer anderen Bar am Strand live zu hören. Das Wasser trägt jeden Ton perfekt ca. 300 Meter weit. Aber in der Kajüte ist es nicht so schlimm.
04.08.2013 Sonntag
Astypálea / O. Livadia
Wir faulenzen, lesen und schwimmen. Am Abend gehen wir zur Chora hinauf. Zwei Bilder dazu:


Während Harald und Lisbeth zur Festung gehen, setzen Beate und ich mich in das Restaurant Barbarossa. Die Speisekarte macht zwar einen guten Eindruck, aber die Lage ist schlecht. Als nämlich das Lokal im Luv den Oktopusgriller anwirft, kommt der ganze grausliche Gestank direkt daher. Den halte ich einfach nicht aus und wir verlassen Barbarossa fluchtartig.
Die meisten Lokale oben in Chora sind Cafés. Wir trinken was im Archipelago und gehen dann wieder nach Livadia hinunter. In der ersten Taverna direkt am Strand essen wir sehr gut und sehr preiswert.
05.08.2013 Montag
13:14 Astypálea / O. Livadia Karte Abfahrt
13:35 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte Anlegen
14:00 Astypálea / O. Skala (Hafen) Karte Weiterfahrt
14:34 Astypálea / O. Schinunta Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:55 Strecke: 4,1 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten
Beate und ich fahren einkaufen und erhalten ein besonderes Service. Der Inhabersohn bringt den Einkauf mit dem Moped zum Schlauchboot, damit wir ihn nicht schleppen müssen. Dabei war’s eh nicht viel.
Dann frühstücken wir mit frischem Brot, Das dunkle ist wirklich außergewöhnlich gut.
Wir fahren los zu unseren geplanten Zwischenstopp im Hafen Skala. Wir wollen, wenn möglich, Wasser tanken und im Ort auf einen Kaffee gehen. Daraus wird aber nix. Wir legen zwar bestens an, aber gleich nach uns kommt eine griechische Anfängercrew und schmeißt den Anker über Kreuz mit dem Nachbarboot. Fast hätten sie auch unsere Kette erwischt. Der Nachbarskipper ist sehr aufgebracht und muss mit voller Vorwärtsfahrt in die Achterleinen seine Ankerkette so weit nachgeben, dass der andere Anker darüber gehoben werden kann. Denn gehalten hat er auch nicht. Danach legt die Anfängercrew so recht und schlecht auf unserer bb-Seite an.
Der Wind wird stärker und kommt hier in etwa 45° zum Boot. Bevor der nächste Anfänger in den Hafen eindampft und die Anker herausreißt, fahren wir ab. Ich hätte ohnehin keine ruhige Minute in irgendeinem Café.
Unser üblicher Ankerplatz in Schinunta vor dem Kinderinswasserhupfsteg und den zwei Tavernen Astakos und Astifagia ist frei.

Ich fahre an Land, um die Busabfahrtszeiten und das WLAN-Passwort von Astifagia herauszufinden. Beides gelingt. Um 18h nehmen wir den Bus nach Skala, gehen ein wenig herum, trinken was im Café Portokáli und fahren um 19:30h wieder zurück. Wir gehen zum kleinen Denkmal für zwei französische Kapitäne, die ca. 1827 die damals hier vorhandene Werft der malteser Piraten zerstört haben. Es ist ausgesprochen kalt auf dem Halbinselchen und wir setzen uns daher bald hinter dem Windschutz in Astifagia und genießen den Special Salad im Teigkorb und noch einiges mehr.
06.08.2013 Dienstag
11:35 Astypálea / O. Schinunta Karte Anker auf
11:50 Astypálea / O. Schinunta Karte Segel setzen
16:47 36°42’29“N,026°59’41“E Segel bergen
17:14 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:39 Strecke: 38,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,8 Knoten
Gleich nach dem Ankeraufmanöver setzen wir die Segel. Das Groß mit zwei Reffs. Die Genua voll. So bleibt es bis kurz vor Kamari, denn der Wind hält sich sehr stabil zwischen 20 und 25 Knoten. Es geht sehr gut voran. Zwischen Segel setzen und Segel bergen sind es 34,8 Seemeilen, die wir in 4:57 Stunden absegeln, macht Ø 7 Knoten Fahrt. Noch bis kurz vor Kamari kommt der Wind gleich stark daher. Aber vor der Faros Taverna ist es ruhiger.
Nach dem Ankern gibt es gleich ein paar Brote zur Stärkung. Die Motoren knattern als Begleitung. Ja, wenn man nicht per Motor fährt, müssen die Batterien eben anschließend geladen werden. 1,5 Stunden dürfen vorerst ausreichen.
Wir fahren an Land und gehen in das von uns voriges Jahr entdeckte Restaurant Sydney – und gleich wieder hinaus. Es ist bummvoll. Kein einziger freier Tisch. Dabei sind wir an zahlreichen leeren oder fast leeren Lokalen vorbei gegangen. Eines von diesen nehmen wir: Golden Fleece. Die Überlegung ist, wenn es sich versteckt hinter Sebastian’s überleben will, muss es was besonderes bieten. Das Ambiente ist es nicht. Auch hier die von den Griechen so geliebte Neonröhrenbeleuchtung. Aber das Service, das Essen und die Preise sind es! Eine gegrillte Zahnbrasse mit allen Beilagen um 8,50 gibt es kaum irgendwo sonst. Auch Harald staunt: Das Mussaka um 5,50 ist besser als das um 15 Euro auf Santorin. Ja, und ein großes Bier um zwei Euro ist auch nicht gerade teuer. Man merkt, dass hier beinharte Konkurrenz um die wenigen Touristen, die noch hierher kommen, herrscht. Es ist zwar absolute Hochsaison aber extrem wenig los, außer in Sydney.
07.08.2013 Mittwoch
Kos Süd / Kefalos Kamari
O Wunder, Windstille! Weniger angenehm: Wellen. Wieso, woher? Erst um 13h stellt sich der Nordwind wieder ein. Bis dahin kreist das Boot mehrmals um den Anker.
Harald und Lisbeth schwimmen zum Strand und gehen anschließend spazieren und Jet-Ski fahren. Ich hole Geld vom Bankomaten und nütze eines der vielen Billigbierangebote in einem Strandcafé.
Am Abend führe ich zuerst Harald und die Koffer zum Strand, dann die Damen. Im Faros essen wir teurer aber schlechter als gestern. Der Wirt bestellt das Taxi zum Flughafen um 21:30h. Es ist gleich da und wir verabschieden uns von Harald und Lisbeth.

