Aktualisierung 20.08.2018 01:30:43 Anzahl Tage: 15
07.09.2015
08.09.2015 Kos / Marina – Kálymnos / O. Vathy
09.09.2015 Kálymnos / O. Vathy – Kálymnos / O. Paliónisos
10.09.2015 Kálymnos / O. Paliónisos
11.09.2015 Kálymnos / O. Paliónisos – Lipsi / N. Makronísi – Patmos / O. Meloï
12.09.2015 Patmos / O. Meloï
13.09.2015 Patmos / O. Meloï
14.09.2015 Patmos / O. Meloï – Lipsi / Hafen
15.09.2015 Patmos / O. Meloï – Arkí / Tiganáki
16.09.2015 Arkí / Tiganáki
17.09.2015
18.09.2015
19.09.2015
20.09.2015
21.09.2015
Crew:
Tötterström Patrick
Pusarnig Georg
Traxler Alexandra
Roithmayr Stefanie
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 17:04 Strecke: 86,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
08.09.2015 Dienstag
12:00 Kos / Marina Karte Abfahrt
15:00 Kálymnos / O. Vathy Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 03:00 Strecke: 13,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,5 Knoten
In der Früh machen wir einen Morgenspaziergang zur Hafenpolizei, um unseren Crewwechsel bekanntzugeben, der wie von Tom vorhergesagt, keinen interessiert, ein Stempel pro Jahr ist genug. Uns fällt auf, dass schon viel weniger Flüchtlinge als am Wochenende an der Strandpromenade warten. Die Fähre nach Athen dürfte wieder vorbeigekommen sein. Dennoch kommen immer wieder neue Schlauchboote an.
Gegen Mittag brechen wir auf nach Vathy und ergattern nach einer im Vergleich zur letzten Woche sehr schaukeligen Fahrt bei ca. 20 Knoten Wind einen der letzten Plätze. Ein bärtiger Grieche, der anscheinend gleichzeitig Souvenirverkäufer und Strom- und Wassergebühreneintreiber ist, scheint hier der selbsternannte Hafenmeister zu sein und hilft allen Booten übereifrig beim Festmachen, wofür er sich vermutlich auch einen finanziellen Zuschuss erhofft. Von uns bekommt er zumindest ein gekühltes Bier.
Nach einem Besuch im Meeres-Schwimmbad gleich neben der Bootsanlegestelle, erkunden Steffi und ich den kleinen Ort und decken uns mit Gewürzen ein, die dort anscheinend jeder Bewohner vor seinem Haus relativ günstig aus dem eigenen Garten verkauft. Auf unserem Rückweg kommen wir bei Poppy’s Taverne gleich bei dem Süßwasserfischteich vorbei und bewundern die vielen Weintrauben. Darauf spricht uns die resolute und äußerst geschäftstüchtige Tavernenbesitzerin auf Griechisch an und schickt einen der dort kaffeetrinkenden Männer im Bikerlook auf die Leiter, um uns eine große Schüssel voller Weintrauben „on the house“ mitzugeben. Ihr Plan geht natürlich auf, denn am Abend schaun wir mit den zwei Burschen auf einen Ouzo bei ihr vorbei, weil wir bereits an Bord gegessen haben. Letztendlich schafft sie es aber doch uns ein paar Vorspeisen anzudrehen und einen riesigen frisch gegrillten Kalmar, der ausgezeichnet ist und uns erneut ins Essensdelirium befördert, wie jeden Abend übrigens. Zur Nachspeise, die nette Dame lässt ja kein Nein gelten, gibt es dann noch ein kleines Teller Joghurt mit extrem leckeren sirupartigen eingelegten Weintrauben. Dann rollen wir zurück zum Boot und nehmen uns wie jeden Tag vor am nächsten Tag nur Salat zu essen.
Am Nachmittag hat sich übrigens noch ein extrem riesiger und protziger Katamaran (der Ordnung halber: Typus Lagoon 400) neben uns in die kleine Lücke gequetscht und nur mit Dagegenstemmen auf unserer Seite und der des Bootes auf der anderen Seite Platz gefunden, was zu einem kleinen Menschenauflauf an Schaulustigen geführt hat. Steffi und ich machen uns über die um einiges jüngere Frau des Kapitäns, lustig, die keinen einzigen ihrer lackierten Finger rührt, um ihrem Mann beim Festmachen der Leinen zu helfen, dafür aber eine ziemlich perfekte Frisur hat. Natürlich stellt sich später heraus, dass sie perfekt Deutsch spricht, was allerdings nicht heißt, dass sie auch unseren Dialekt versteht. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es sich um stinkreiche Israeli oder eine andere Nationalität handelt, die hier unter amerikanischer Flagge segeln.
Patrick: Schon bevor sich die Lagoon neben uns gezwengt hat, hat unsere Ankerkette die des Nachbarbootes (später Nachbar der Lagoon) um ca. 1,5 Meter gekreuzt. Der Captain jenes Bootes hat mir dann aber versichert, dass sie es geschafft haben unsere Ketten zu „entkreuzen“. Die Kette der Lagoon hat dann der „Hafengschaftl“ entwirrt indem er hinunter getaucht ist und den Anker mit der Hand verschleppt hat.
09.09.2015 Mittwoch
11:00 Kálymnos / O. Vathy Karte Abfahrt
12:30 Kálymnos / O. Paliónisos Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 7,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
Das Ablegemanöver am Vormittag ist äußerst amüsant, da so ziemlich jedes Boot in der Bucht mit mindestens einem der Nachbarboote den Anker Überkreuz hat, was dazu führt, dass sobald ein neues Boot hinzukommt bzw. ein anderes ablegen will, die meisten Bootsbesitzer aus ihren Kajüten gekrochen kommen und besorgt die jeweiligen Manöver beobachten. Für uns ist das ganze kein Problem, da der eifrige Hafenmeister am Vortag unsere Anker noch mit denen der Nachbarn entwirrt hat. Dennoch fängt als das Ablegemanöver beendet ist und der Anker schon heroben ist ein Mann völlig aufgelöst zum Brüllen an, dass wir vorwärts fahren sollen, weil er denkt, dass wir anlegen wollen. Als wir ihn darauf hinweisen, dass wir ablegen wird er plötzlich ganz schnell ruhig und wünscht uns eine gute Fahrt.
Die Bucht von Palionisos ist erstaunlicherweise ziemlich leer, bis auf zwei drei Segelboote und eine fette Charter-Motoryacht. Als wir uns wenig später zu unserem neuen Freund Zakis in sein Strandkiosk auf einen Kaffee setzen, klärt uns dessen Bruder Simon auf, dass es sich bei zumindest einem der drei Männer etwas älteren Semesters um einen libanesischen Bankier handelt, der eine Bank in Quatar besitzt. Weil es natürlich sonst nichts zu tun gibt, bietet sich von unserem Aussichtsplatz am Strand natürlich wieder die perfekte Möglichkeit zum Aufstellen von Spekulationen für Steffi und mich (wobei sich in diesem Fall auch die Burschen hin und wieder beteiligen). Die drei älteren Männern teilen sich nämlich von zwei sehr hübschen, sehr sehr viel jüngeren osteuropäischen Damen die Liegestühle und lassen sich von der Crew die Sektflöten und Champagnerflaschen an Land bringen. Natürlich hat die Yacht auch zwei Jetskis. Zakis nutzt deshalb die Chance und stellt den Männern seine ganze Familie vor und darf mit jedem seiner Kinder mehrmals durch die Bucht düsen. Sowohl Zakis als auch sein Bruder können sehr gut Deutsch sprechen, da ihre Großmutter anscheinend längere Zeit in Deutschland gearbeitet hat. Simon lädt uns auf den Wein ein und erzählt uns, dass er 2. Ingenieur auf einem Onassis-Tanker ist und jedes Jahr 6-9 Monate durchgehend unterwegs ist und nur im Sommer 3 Monate frei hat, außerdem berichtet er, dass neuerdings immer mehr Berühmtheiten in die Bucht kommen und sich das ganze anscheinend zu einem Secret Spot für die Reichen entwickelt.( z.B. Del Piero)
Nach diesem aufregenden Nachmittag gehn wir direkt weiter zu Nicholas und seiner Frau, die uns freudig begrüßen und es gibt wirklich gutes Pastitsio. Selbstverständlich muss sich auch Steffi alle Fotoalben anschauen. Voll gegegessen wie immer, beschließen wir, den nächsten Tag auch noch hier zu verbringen.
10.09.2015 Donnerstag
Kálymnos / O. Paliónisos
Nikolas wollte uns noch am Vorabend Loukumades machen, da wir aber schon so voll waren, haben wir diese auf das Frühstück verschoben. Zwar ist er um halb zehn noch nicht da, dafür unterhalten wir uns bestens mit seiner Frau (oder vielmehr sie sich mit uns). Als Nikolas schließlich kommt, haben wir bereits gegessen und guten Kaffe getrunken. Kurz bevor wir gehen kommt ein Tscheche in die Taverne, der mit dem Kajak(!) unterwegs ist.
Unter Tags tut sich bei uns an Bord nicht viel, wir genießen die Ruhe. Dafür tut sich in der Bucht umso mehr: Alle Bojen sind voll (teilweise doppelt belegt) und einige Boote ankern zusätzlich in der Bucht. Unter anderem kommt ein österreichisches Paar mit einer Belize herein, denen ich den Tipp gebe, dass es beim Anleger seicht genug für Kats ist. Sie nehmen den Tipp an und wir plaudern nachher ein bisschen. Es stellt sich heraus, dass sie ihr Boot auch In Partheni überwintern, aber bei einer neuen Marina auf der anderen Seite des Flughafens.
Gegen 6 gehen wir wieder zu Sakis, wobei das heutige Entertaiment-Programm darin besteht, dass Sakis mit dem Motorboot auf und ab fährt und Petros der Umbrellaman von Palionisos (er vermietet die Strandliegen) versucht auf einem Kneeboard im Schlepptau zu balancieren (und kläglich scheitert). Nach 15 Minuten Motorbootaction beginnt der Betreiber der Taverne Kalidonis das Schreiduell mit Sakis, dass ca. 15 Minuten andauert.
Nach dem Schreiduell sind wir mit unseren Getränken fertig und brechen Richtung Nikolas auf. Dort sitzt auch wieder Pavel, der Tscheche, zu dem wir uns dazu gesellen. Es wir ein sehr netter Abend und wir laden Pavel, Nikolas und Themelina zum Kaiserschmarrn-Frühstück am nächsten Tag ein.
11.09.2015 Freitag
14:37 Lipsi / N. Makronísi Karte Abfahrt
16:00 Patmos / O. Meloï Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:55 Strecke: 30,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
Tagwache 7:00 zum Frühstückmachen! Wir gucken alle ziemlich müde aus der Wäsche, wer steht im Urlaub auch schon so bald auf…
Kaiserschmarrn und Frühstücksplatte wurde pünktlich fertig, aber kein Nikolas war in Sicht. Er hatte sich verspätet und Pavel wurde das leider zu spät. Er war schon komplett fertig im Kayak und ließ sich nicht mehr umstimmen, auf einen Kaffee auf unser Boot zu kommen. Über den Kaiserschmarrn-to-go-Service hat er sich aber sehr gefreut.
Etwas später tauchten Nikolas und Themi am Strand auf. Wie ein italienischer Gondoliere schipperte Nikolas seine Frau zu uns, da er den Schlüssel für den Motor vergessen hatte. Sie war mit ihrem aufgespannten Sonnenschirm im Boot ein toller Anblick!
Während der Fahrt war das Wasser fast die gesamte Zeit spiegelglatt und wir kamen schnell voran. Auf Makronisi machten wir einen Zwischenstopp auf der Nordseite, um in der Dolinen-Formation zu schnorcheln. Alex und Steffi sammelten fleißig marmorierte Steine und Kristalle, während Georg und Patrick todesmutig von den Klippen ins Wasser sprangen.
Nach dem Geplansche fuhren wir auf die Insel Patmos in die Bucht Meloi. Das Ankern klappte nicht gleich auf Anhieb, da wir im Seegras lagen. Das Problem ließ sich aber mit mehr Kette und einer Landleine gut lösen. Den restlichen Nachmittag/Abend verließen wir das Boot nicht mehr und nach dem Abendessen (griech. Teigreis mit Würstel und Tomatensauce) spielten wir Karten.
12.09.2015 Samstag
Patmos / O. Meloï
Heute schliefen wir alle extrem lange und gammelten am Vormittag in der Bucht herum. Patrick und Georg organisierten zwei Mopeds, mit denen wir über den Hügel nach Skala fuhren. Die Burschen wurden in ein Café gesetzt, während die Mädels in den vielen kleinen Geschäften ihrer Shoppinglust frönen konnten. Nach einem kleinen Mittagssnack fuhren wir die steile Serpentinenstraße zum Kloster hinauf. Viele der Geschäfte waren noch geschlossen, das Kloster war erst später am Nachmittag wieder offen. Darum setzten wir uns in eine kleine Taverne, von deren Terrasse man einen grandiosen Blick über die Bucht von Skala und Meloi hatte. Mit großer Spannung verfolgten wir das Ausladen der Touristen von zwei großen Kreuzfahrtschiffen. Alex zeigte Steffi die vielen verwinkelten Gässchen und besuchte mit ihr das Kloster. Georg und Patrick genossen dafür länger die Aussicht und die kalten Getränke des Lokals.
Im Supermarkt stockten wir unsere Vorräte auf und kochten schließlich am Boot.
Abends düsten wir wieder nach Skala machten einen Hafenspaziergang, der erneut mit Wein und Bier im Cafe Plaza direkt am Hauptplatz endete.
13.09.2015 Sonntag
Patmos / O. Meloï
Nach dem Frühstück an Bord gings mit den Mopeds wieder nach Skala auf einen Kaffee. Wir entschlossen uns, eine Nacht länger in dieser Bucht zu bleiben, da Windspitzen bis 35 Knoten gemeldet wurden.
Unser nächstes Ziel war der etwas außerhalb von Skala gelegene Felsen, der dem Strand vorgelagert ist. Am Strand war noch gar nichts los und wir konnten in aller Ruhe am Felsen herumklettern.
Alex wollte nicht mit auf Fotosafari und wir setzten sie am Boot ab. Georg, Patrick und Steffi machten sich mit Kameras bewaffnet auf die Jagd nach guten Motiven. Erster Stopp war die Hafenbucht von Skala. Steffi wollte unbedingt ein Foto vom Kloster mit den weißen Häusern darunter, daher fuhren wir auf die umliegenden Hügel hinauf. Von den Windmühlen in Skala war der Ausblick recht schön und Georg fand vor allem an dem angebundenen Esel Gefallen.
Den steilen Hügel „Prof. Ilias“ schafften unsere Mopeds gerade noch so und oben machten wir eine kleine Pause. Der Wind verblies uns aber fast und darum fuhren wir wieder hinunter zu dem großen Felsen von heute Vormittag. Unten angekommen stärkten wir uns in einer netten Taverne mit Souvlaki.
Den Abend verbrachten wir recht gemütlich an Board mit überbackenen Nachos und Kartenspielen.
14.09.2015 Montag
12:40 Segel bergen
13:30 Lipsi / Hafen Karte Ankunft
Zeit unterwegs: 02:30 Strecke: 10,6 Seemeilen Ø Fahrt: 4,2 Knoten
Heute Vormittag tuckerten wir nach einer kurzen Schwimmrunde gemütlich von Patmos Richtung Lipsi. Am offenen Meer setzen wir die Segel. Angenehm, ohne Motorengeräusch zu fahren und wir waren so sogar eine Spur schneller.
Im Hafen von Lipsi erwischten wir gerade noch den letzten Platz auf der guten Seite der Kaimauer. Leider lagen wir neben ziemlichen Gschaftlern aus Schweden, die sich bei unserem ohnehin perfekten Anlegemanöver ziemlich wichtig machten und sich auch sonst mit nervigen Kommentaren nicht zurückhielten. Wobei wir schon desöfteren bemerkt haben, dass unsere junge Crew häufig überflüssige (und meist überheblich gemeinte) Ratschläge von Seiten der älteren Segler hervorruft.
Kaum waren wir mit Anlegen fertig und wollten uns entspannt zurücklegen, ging es im Hafen richtig rund! Es kamen sehr viele Boote gleichzeitig und deren Anlegemanöver wirkten nicht sehr geübt. Manche der Boote legten sogar ohne Fender an, ließen die Seile ins Wasser fallen und hatten große Probleme mit dem ungeeigneten Ankergrund. Die ganz wichtigen Segler sprangen alle von ihren Booten, gafften die neuen Boote an oder schrieen wild durcheinander. Es dauerte wirklich lange, bis wieder halbwegs Ruhe eingekehrt war. Wir waren nach den ruhigen Buchten so einen Trubel gar nicht mehr gewohnt! Wie sich herausstellte, gehörten die meisten Boote im Hafen zu einer finnisch/schwedischen Göran Skild – Regatta. Aus diesem Anlass hisste Patrick feierlich die finnische Marina-Flagge.
Nach einem ruhigen Nachmittag mit langer Siesta erkundeten Alex, Steffi und Georg die Stadt. Abendessen gab es in der Taverne von Manolis. Wir durften in die Küche kommen und dem Chef in die Töpfe schauen. Er teilte sogar Probierlöffel aus und wir durften uns durchkosten! Als Vorspeise ließen wir uns ein paar Aufstriche und gebackenen Käse kommen, gewählte Hauptspeisen waren total zartes Schweinefleisch aus dem Ofen bzw. Lammfilet.
Weil das ja noch nicht genug Essen gewesen wäre, gönnten wir uns in der tollen Hafenbäckerei noch ein Eis. Von dort hatten wir einen guten Blick auf die schwedisch-griechischen Gesangs- und Tanzeinlagen, die vom Bürgermeister für die Regatta-Leute veranstaltet wurden.
15.09.2015 Dienstag
13:00 Segel bergen
14:00 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 02:10 Strecke: 11,6 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten
Frühstück gab es heute in der Bäckerei, zudem wollten wir abwarten, bis die Regatta-Boote ausgelaufen waren.
Als wir zurück zum Hafen kamen, waren auch bis auf zwei Regatta-Boote alle weg. Eines der zurückgebliebenen Boote verursachte aber ein weiteres kleines Drama, da die benachbarten Österreicher wegen einer verhakten Ankerkette nicht auslaufen konnten. Die armen Österreicher versuchten anscheinend schon seit der Früh, wen auf dem Nachbarboot zu erreichen. Laut ihrer Aussage hatten diese es bis in die Morgenstunden recht lustig… Sie waren dann schon so verzweifelt, dass sie die Hafenpolizei gerufen haben. Die wussten zuerst auch nicht recht, was zu tun ist. Trauten sich aber nach mehreren Rufen doch an Bord, wo allerdings keiner war. Die ganze Aktion hatte wieder viele Gaffer angelockt, geholfen hat aber keiner. Die Österreicher sind dann einfach mal ein Stück raus gefahren, brachten den Anker aber nicht alleine hoch. Patrick war der Retter in der Not, er schnappte sich das Dinghy von dem benachbarten Boot der Engländer, die zu faul waren zum helfen und paddelte ihnen zu Hilfe. Irgendwie konnte er die Anker voneinander lösen und die Österreicher endlich fahren. Vom Ufer erntete seine Aktion kräftigen Beifall.
Nach der ganzen Aufregung konnten wir auch endlich ablegen und Richtung Arkí fahren. Der Wind war sehr kräftig und erreichte Spitzen von 25 Knoten. Wir setzten wieder die Segel und machten eine Wende. Der Wind wurde aber immer stärker und für eine neuerliche Wende hätten wir fast schon bis nach Patmos rüber fahren müssen, damit sich das ausgegangen wäre. Wir wollten aber nicht so viel Zeit verlieren und uns auch vor dem Wind hinter den Inseln verstecken. Daher sind wir die restliche Strecke mit dem Motor gefahren.
In der Bucht Tiganáki lagen zwei Segelboote und ein Katamaran, wir fuhren aber ganz hinein und lagen somit als einziges Boot im ganz flachen Wasser. Anker und Landleine halten uns stabil, sie haben stärkeren Wind gemeldet. Sehr lustig, wenn man neben seinem Boot im Wasser stehen kann. Wassertiefe ist ca. 1,5 m.
Den restlichen Tag wollten wir eigentlich ruhig und entspannt mit Lesen/Schnorcheln/Dösen verbringen, aber die aufregenden Erlebnisse wollten nicht enden.
Georg machte sich mit der Harpune zur Tintenfischjagd auf. Nach nicht allzu langer Zeit schrie er aufgeregt herum und Patrick fuhr im Dinghy zu ihm rüber. Er hatte tatsächlich ein Tier ausfindig gemacht! Das Problem war nur, keine wusste, was nun zu tun war. Alex und Steffi beobachteten alles vom Boot aus, als Patrick wieder kam und um ein scharfes Messer und Anweisungen zum Töten von Kraken bat. Internet sei Dank konnte Alex herausfinden, dass man unterhalb der Augen mit einem Schnitt die Nervenstränge durchtrennen muss. Georg haxelte ziemlich im Wasser herum, da der Krake nicht so leicht aufgeben wollte, verlor aber gegen Georg und sein Messer.
Das Internet machte Probleme und daher wurde Alex Schwester Claudia als Telefonjoker befragt. Sie machte sich schlau, was mit dem toten Tier anzufangen ist und rief uns wieder an.
Georg führte die Anweisungen aus, schlug den Kraken zum Weichmachen sehr lange gegen die Felsen und rubbelte die Haut ab. Nach dem Ausnehmen hängten wir ihn kurz aufs Boot zum Trocknen.
Abends gab es fancy Zucchini Risotto mit gegrilltem Oktopus, frischer geht es kaum!
Abendbeschäftigung war Kartenspielen. Zum Sternebeobachten war es leider durch den starken Wind an Deck viel zu kalt. Durch die komplette Finsternis wären die Milchstraße und die restlichen Sterne aber gut zu sehen gewesen.
Statt den Blick nach oben zu richten, wählten wir Nachtschnorcheln als Alternative. Das leicht bläulich leuchtende Plankton ist schon sehr faszinierend, sonst sahen wir gleich ein paar nicht scheue Hornhechte direkt beim Boot, viele Seegurken und ein paar schlafende Fische. Einer der Hornhechte schwamm beim Ausweichen direkt gegen Steffis Taucherbrille. Das Wasser wurde uns aber schnell zu kalt und wir wärmten uns an Bord wieder auf.
16.09.2015 Mittwoch
Arkí / Tiganáki
Der heutige Tag war sehr relaxt. Wir gingen gleich vor dem Frühstück schnorcheln und fanden einige intakte Skelette von Herzseeigeln. Mit Hilfe des Bestimmungsbuches konnten wir einige der gesichteten Fischarten identifizieren: Sägebarsche, verschiedene Arten von Brassen, Meerjunker, die bunten Pfaufische, kleine Schwarmfische und welche, die sich so flach und getarnt am Boden fortbewegen, dass man sie kaum sieht.
Allein in der Bucht waren wir heute nicht, ein türkiser Katamaran aus der Türkei und zwei Touristenboote gesellten sich zu uns. Ein weiterer Kat hätte es versucht, aber der Wind war zu stark. Das war vielleicht auch der Grund, dass die restlichen drei Boote nicht lange neben uns blieben.
Mittags brachen die Burschen zur Thunfisch-Jagd auf, fingen aber keinen. Sonst hätten wir erstens wieder jemanden anrufen müssen und fragen, wie man Thunfische tötet und essfertig macht und unsere zweite Sorge war der geringe Platz im Kühlschrank…
Alex und Steffi erkundeten am Nachmittag den größeren Hügel, von uns „Ziegeninsel“ genannt. Von oben wirkt das türkise Wasser sogar noch schöner und bildet einen tollen Kontrast zu dem Dunkelblau des offenen Meeres und den karg bewachsenen Hügeln.
Den restlichen Tag verbrachten alle entweder mit Schlafen oder Schnorcheln.
Abends gab es gefüllte Paprika in Tomatensauce und während dem Kartenspielen danach bekamen wir richtig Lust, uns einen Film anzusehen. Durch den pfeifenden Wind (Spitzen 31 Knoten) waren wir in Herbststimmung. Kevin allein zu Haus war der einzige Film, den Patrick am I-Pad hatte. War lustig, den wieder zu sehen und passte mit dem Schnee sogar ganz gut zu unserem Herbstempfinden.
17.09.2015 Donnerstag
16:22 Arkí / Tiganáki Karte
18:21 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte
Zeit unterwegs: 01:59 Strecke: 13 Seemeilen Ø Fahrt: 6,6 Knoten
2 Gedanken zu “2015-09-07 Septembertörn 2”
Ja, in Vathy auf Kalymnos gedeihten schon immer die Ankersalate prächtig und die An- und Ablegemanöver sind oft stressig. Deshalb mag ich gar nicht mehr hinfahren, obwohl es dort sonst sehr nett ist.
Es ist schon sensationell, wie sich die Palionisos Bucht entwickelt hat, seit es dort Wasser, Strom und eine Straße gibt. Super beschrieben!
Ich sehe, dass ihr gerade Richtung NW mit fast 7 Knoten fährt und wenig Gegenwind habt. Morgen Abend soll er ja stärker werden. Also tippe ich, dass ihr heute eine längere Strecke macht.
Gute Fahrt und weiter so! Ein paar Essensdelirien werdet ihr schon aushalten.
Hach, kann ich nicht schnell noch mal übers Wochenende zu euch fliegen??? ;-)
Ich sitz übrigens mit Schal und Pulli in der Arbeit!!!