Aktualisierung 20.08.2018 00:27:30 Anzahl Tage: 7
10.06.2016 Liegeplatz – Léros / O. Parthéni Agmar Marine – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
11.06.2016 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Patmos / Hafen Skála – Patmos / Livadi Geranou
12.06.2016 Patmos / Livadi Geranou – Máratho
13.06.2016 Máratho – Lipsi / Hafen
14.06.2016 Lipsi / Hafen
15.06.2016 Lipsi / Hafen – Lipsi / N. Makronísi – Léros / O. Plakouti
16.06.2016 Léros / O. Plakouti – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
Crew:
Tötterström Tom
Brenner Johan
Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 9:04 Strecke: 48,3 Seemeilen Ø Fahrt: 5,3 Knoten
10.06.2016 Freitag
10:40 Léros / O. Parthéni Agmar Marine Karte Abfahrt
11:10 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern
Zeit unterwegs: 00:30 Strecke: 1,6 Seemeilen Ø Fahrt: 3,2 Knoten
Drei Nächte haben wir im netten Hotell Alinda verbracht während der Vorbereitung der Blodughadda für die Sommersaison. Die letzte Nacht verbringen wir am Boot, um Hektik am Tag des Kranens zu vermeiden. Man muss ja um 8 Uhr bereit dafür sein, weil hier die Zeiteinteilung nicht nach Stunden, sondern nach Tagen erfolgt.
Wir frühstücken noch als sich der Travellift in Bewegung setzt. Zum Glück ist ein anderes Boot als erstes dran. In aller Ruhe können wir fertig frühstücken und dann Stromkabel einrollen und das Deck nochmals abspritzen. Um 10h holt uns der Tavellift ab. Der Starkwind der letzten zwei Tage hat zwar abgenommen, aber im Tavelliftbecken ist das Wasser alles andere als ruhig. Routiniert hieven die drei Männer die Blodughadda ins Wasser und helfen mit den Seilen, das Boot aus dem Becken zu reversieren.
Kurze Zeit später ankern wir unterhalb der Taverna Stigma auf Archangelos. Das Schlauchboot wird aufgeblasen (340 Tritte auf die Fußpumpe), der Außenborder mit Benzin und Getriebeöl gefüllt (aus irgend einem Grund ist wieder das Getriebeöl beim Herausheben des Motors aus der Vorderkajüte ausgeronnen – eine ziemliche Sauerei) und die Genua wird angeschlagen und jede Menge andere Sachen werden hin und her geräumt.
11.06.2016 Samstag
09:58 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
12:21 Patmos / Hafen Skála Karte Anlegen
16:00 Patmos / Hafen Skála Karte Abfahrt
16:39 Patmos / Livadi Geranou Karte Ankern
Zeit unterwegs: 03:02 Strecke: 17,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,6 Knoten
Der stbd Motor lässt sich schwer starten. Aber dann kommen wir problemlos über kaum bewegtes Wasser nach Skala. Ein Vodafone Shop gibt es hier nicht, aber der Elektrohändler beim Yachthafen vertreibt alle möglichen Karten und erkundigt sich, warum der Persönliche Hotspot am iPad nicht funktioniert. Ergebnis: Mit der Vodafone International SIM-Karte kann man nur die APN internet.vodafone.gr verwenden und die blockiert irgendwie den Persönlichen Hotspot. Dass so etwas überhaupt möglich ist, höre ich zum ersten Mal. Jedenfalls ist diese Karte für mich unbrauchbar und ich kann die 30 Euro abschreiben. Abgesehen davon, dass die Dame im Vodafone Shop auf Leros mir diese Karte angedreht hat, kommt die Karte mit einem Büchlein daher, die irgendwas erklärt auf Griechisch, Albanisch, Bulgarisch, Rumänisch, Georgisch, Ukrainisch und Russisch. Das einzig Englische in dieser wahrlich internationalen Bedienungsanleitung ist das Wort „Power to you“. Auch auf der Vodafone Homepage ist dieser überaus informative Satz alles, was ich verstehe. Nie wieder Vodafone!
Ich kaufe eVoucher für die Cosmote Internet On The Go Karte vom letzten Jahr und bringe sie alsbald dazu, so zu funktionieren, wie sie soll. Die Preise für Cosmote sind außerdem günstiger als Vodafone. Für 30 Euro bekommt man 30 Tage oder 5 GB, für 18 15 Tage oder 3 GB, Das reicht diesmal, oder sollte eigentlich reichen. Hätte ich eigentlich eh gleich machen können und mir Geld, Mühe und Ärger erspart – wenn ich die Karte vom Vorjahr schon früher gefunden hätte.
Wir essen einen famosen Hamburger in I Netia, wo die ehemalige Campingplatztervernawirtin mich gleich wiedererkennt. Sie ist eine wirklich tüchtige Geschäftsfrau und dürfte auch Autobusgruppen bestens bedienen. Zumindest strömen aus einem Autobus eine Menge Popen und Pilger (vermutlich) ins Lokal.
Im Hafen ist es mittlerweile ziemlich heiß geworden und der Schwimm nach kurzer Fahrt tut sehr gut. Das Wasser hat ideale 25°C, die Luft ebenso.
12.06.2016 Sonntag
12:49 Patmos / Livadi Geranou Karte Abfahrt
14:14 Máratho Karte An Boje
Zeit unterwegs: 01:25 Strecke: 8,2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,8 Knoten
Eine herrlich ruhige aber ziemlich kühle Nacht endet mit einem herrlichen Schwimm im fast spiegelblanken Wasser. Wir haben es nicht eilig und fahren auch nicht weit bis wir die zur Taverna Pirate am nächsten liegende Boje nehmen.
Am Abend essen wir dort die bisher mickrigste teuerste Mahlzeit. Aber das bisschen Katsikaki schmeckt wirklich gut.
13.06.2016 Montag
09:40 Máratho Karte Abfahrt
11:10 Lipsi / Hafen Karte Längsseits anlegen
Zeit unterwegs: 01:30 Strecke: 7,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5,2 Knoten
Es weht bereits ein mäßiger Südwind. Am Nachmittag soll er ordentlich zunehmen und morgen bis 16 Uhr so richtig heftig werden. Sagen alle Windprognosen. Also machen wir uns bald auf den Weg nach Lipsi, um einen guten sturmsicheren Platz zu bekommen. Zunächst legen wir längsseits am Schwimmsteg an der Außenseite an. Der Platz ist aber nicht ideal, weil das Boot gegen den Steg gedrückt wird und alles fürchterlich knarrt. Also verlegen wir das Boot an die Innenseite, wo der Wind es vom Steg weg drückt. Kaum sind wir damit fertig, kommt ein Hafenpolizist und erklärt, dass wir hier nicht bleiben können, weil der Steg nur für kleine Boote geeignet ist. Naja, hier ist die Blodughadda schon mehrere Nächte auch bei Starkwind gelegen, aber was solls. Also zum dritten Platz ganz innen im Hafen. Auch längsseits und nahe dem Restaurant Karnagio. Ganz seltsam windstill hier, nur gelegentlich eine schwache Bö. Verdammt, wo bleibt der Sturm?
Manolis hat vor drei Monaten ein neues Restaurant hinter der Post eröffnet. Das alte ist geschlossen. Er zeigt uns stolz das wirklich schöne und geräumige Lokal mit zwei Terrassen und sehr bequemen, eleganten und gepolsterten Sesseln. Wir versprechen, am Abend zum Essen zu kommen.
Es hat sich ausgezahlt, dem Manolis noch eine Chance zu geben. Wir essen hervorragend gut aber nicht gerade billig. Dann folgt noch der Ouzo im Lokal an der Hafenmole mit Gestank vom gegrilltem Oktopus und Fußballfernsehen. Also bleiben wir nicht lange.
14.06.2016 Dienstag
Lipsi / Hafen
In der Früh regnet es richtig ordentlich und beschert dem Boot eine Schicht vom roten Saharasand. Dann kommt der Südwind auch so richtig in Fahrt. Unser Platz ist bei diesem Wind perfekt, obwohl doch einige umlaufende Wellen sich bis zu uns durchschlagen.
Johan erkundet die Insel zu Fuß während ich in der Bäckerei am Computer arbeite. Im Restaurant Karnagio essen wir ein paar wirklich gute Vorspeisen und warten darauf, dass sich der Wind legt. Laut Vorhersage soll das am späten Nachmittag der Fall sein. Ist es auch, aber nicht genug, um die Wellen zu beruhigen. Also beschließen wir, noch eine Nacht hier zu bleiben und morgen früh nach Leros zu tuckern.
Das Abendessen in To Pefko ist auch sehr gut und den obligaten Verdaungsouzo nehmen wir diesmal im Café oben am Hauptplatz ein. Gute Entscheidung: Kein Wind, kein Fernsehen, kein Oktopusgrillgestank.
15.06.2016 Mittwoch
11:07 Lipsi / Hafen Karte Abfahrt
11:34 Lipsi / N. Makronísi Karte Ankern
12:46 Lipsi / N. Makronísi Karte Abfahrt
14:07 Léros / O. Plakouti Karte Ankern
Zeit unterwegs: 01:48 Strecke: 9,1 Seemeilen Ø Fahrt: 5,1 Knoten
Nach Einkauf von Brot, Salami und Käse fahren wir los. Der Wind ist tatsächlich so, wie er laut Prognose sein soll, schwach aus SW. Daher zeige ich dem Johan die Doline auf Makronisi. Wir ankern davor und schwimmen zum praktisch kreisrunden See der eingestürzten Höhle. Ohne Schwimmschuhe (ich verwende Crocs) soll niemand versuchen, über die niedrige Felsbarre in den Dolinensee zu klettern. Der Fels ist sehr schroff und hautunfreundlich.
In Plakouti sind alle bis auf eine der vor drei Jahren ausgelegten Bojen auf Tauchstation gegangen. Egal, wir ankern neben einer solchen Submarineboje. Bei diesem guten Ankergrund sind die Bojen sowieso unnötig. Aber man wundert sich schon, welche Mühe sich da jemand gemacht hat, Traktorreifen mit Beton zu füllen und die ganze Bojenkonstruktion ins Meer zu schleppen, um sich danach gar nicht mehr darum zu kümmern. Es wäre ein Leichtes, die leck geschlagene Boje durch eine dichte zu ersetzen.
Am Abend paddeln wir zum Ufer und setzen uns als einige Gäste in die Taverna Artemis. Wider Erwarten essen wir sehr gut und auch günstig. Dabei war die Einleitung wenig einladend: Der Tankwagen zur Entleerung der Toilettentanks hinter dem Haus macht Lärm und Gestank. Glücklicherweise ist er fertig bevor das Essen serviert wird.
Am Boot resümieren wir über die vergangenen 10 Tage und stellen vor allem fest: Wir haben gezählte 9 Flüchtlinge gesehen. Alle in Lakkí auf Leros und alle überhaupt nicht zum Fürchten. Auf Leros soll es ein Flüchtlingslager geben. Aber wir haben es nicht gesehen. Wegen Flüchtlinge muss also wirklich niemand auf den Griechenlandurlaub verzichten.
16.06.2016 Donnerstag
06:41 Léros / O. Plakouti Karte
07:30 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte
Zeit unterwegs: 00:49 Strecke: 4,5 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten
Um 6 Uhr läutet der Wecker. Die Sonne ist gerade dabei, über die Bergkuppe zu klettern. Das Meer ist spiegelblank. Es ist absolut ruhig. Während Johan ein Morgenschwimm- und wasch macht, mache ich das Frühstück.
Die Fahrt in die nächste Bucht dauert 25 Minuten und kurz nach 7 steigt Johan am Travelliftbecken von Agmar in Partheni vom Bug auf Beton über, um dann die 400m zum Flughafen zu gehen.
Ich fahre nach Archangelos und werfe den Anker. Um 7:40h hebt die kleine Propellermaschine pünktlich ab und ich winke dem Johan zum Abschied vom Deck aus. Ich weiß, dass er mich sieht, weil er auf der Backbordseite beim Fenster sitzt. Aber ich kann ihn auch nicht mit dem Fernglas hinter den dunklen Scheiben erkennen.
Und hier ein paar Fotos vom Törn:











Ein Gedanke zu “2016-06-10 Johan 2016”
Hallo Tom und Beate, wir warten auf Törnberichte. Seid ihr schon auf dem Boot? LG von C+E