Blodughadda-Blogbuch
Die Reisen der Blodughadda
Die Reisen der Blodughadda

2016-08-07 Matthias

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Seite drucken Aktualisierung 20.08.2018 00:16:41 Anzahl Tage: 9
07.08.2016 Kos / Kefalos, Kamari
08.08.2016 Kos / Kefalos, Kamari – Kálymnos / O. Vlychádia
09.08.2016 Kálymnos / O. Vlychádia – Léros / O. Xirókampos
10.08.2016 Léros / O. Xirókampos – Léros / Lakkí Marina – Arkí / Tiganáki
11.08.2016 Arkí / Tiganáki – Máratho
12.08.2016 Máratho – Léros / N. Archángelos Ankerbucht
13.08.2016 Léros / N. Archángelos Ankerbucht – Pserimos / O. Vathy
14.08.2016 Pserimos / O. Vathy – Kos / Kefalos, Kamari
15.08.2016 Kos / Kefalos, Kamari

Crew:
Tötterström Tom
Tötterström Beate
Lamprecht Matthias

Gesamt Törn:
Zeit unterwegs: 22:38 Strecke: 140,2 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


07.08.2016 Sonntag
14:46 Kos / Kefalos, Kamari Karte
15:30 Kos / Kefalos, Kamari Karte
Zeit unterwegs: 00:44 Strecke: 2 Seemeilen Ø Fahrt: 2,7 Knoten


Nachdem Claudia und Wolfgang abgefahren sind, folgt die gründliche Bootswäsche. Beate wäscht innen, ich außen. Es dauert ziemlich genau zwei Stunden inklusive Wassertank auffüllen. Dabei stelle ich fest: Der beim Wasserhahn auf der anderen Seite des Anlegers befindliche Schlauch ist privat! Zunächst benütze ich ihn als Zuleitung zur Schlauchtrommel. Dann kommt ein zerfurchter Schnurrbartträger auf seinem Moped und sammelt seinen Schlauch ein. Der junge Hafen- und Waserbebührkassierer kommt mit seinem Auto zufällig auch vorbei und erklärt, dass es für den öffentlichen Wasserhahn noch keinen öffentlichen Schlauch gibt und ich müsse halt meinen eigenen benützen. Also hole ich den selten benützten 35m langen gelben Schlauch aus der Ankerkiste und das Waschen kann weiter gehen. Bitte merken: In Griechenland keine fremden Schläuche verwenden!
Als wir um 12:20h fertig sind ruft Kalliopy jr. an, dass es doch nichts wird aus der gestern geplanten Badefahrt mit ihr und ihren Kindern. Sie erwartet Gäste für Ihre Appartements. Ist uns recht. Dafür kommt Vassilis mit seinem Auto und schlägt vor, auf ein Bier zu gehen. Das ist mir sehr recht! Wir fahren zur Strandbar „Bravo“ während Beate auf dem Boot bleibt. Nach zwei Krügerln á 2 Euro und viel Diskussion bringt mich Vassilis wieder zurück zum Boot.
Wir legen ab und machen eine Runde in der Bucht bevor wir recht weit vor dem Strand östlich des Anlegers ankern. Schwimmen tut wieder gut und weil Sonntag ist, sehen wir uns am Abend einen Tatort-Krimi aus der Konserve an.


08.08.2016 Montag
14:32 Kos / Kefalos, Kamari Karte Abfahrt
18:02 Kálymnos / O. Vlychádia Karte An Boje
Zeit unterwegs: 03:30 Strecke: 22,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,5 Knoten


Mit leichter Verspätung treffen wir um 9:15h beim Appartement von Vassilis ein. Er hat uns zum Frühstück eingeladen. Brot und finnischen Räucherkäse bringen wir mit, weil er beides nicht hat. Eh klar beim zweiten.
Danach bringt er uns hinauf ins Dorf Kefalos oberhalb der Bucht. Für Beate hat er einen Friseurtermin um 10h organisiert. Das Geschäft ist aber noch geschlossen. Wir gehen zum Bäcker, um „schwarzes“ Brot zu kaufen. Ist ein etwas dünkleres Weckerl mit Sesam drauf. Dann ist der Friseurladen auch geöffnet. Ein bierkistengroßer Hund begrüßt uns knurrend, danach der junge Herrenfriseur, dem der Laden gehört. In der Herrenabteilung ist er schon beim Schneiden und zwei weitere Herren warten. In der Damenabteilung ist aber noch niemand. Beate muss also warten. Aber ich nicht. Vassilis bugsiert mich zum zweiten Herrenfriseursessel und verpasst mir einen professionellen Scherenhaarschnitt. Er hat das ja schon als junger Bub von seinem Vater gelernt und auch dem jungen Friseurladenbesitzer auf Vermittlung dessen Vaters beigebracht. Was er auf einem über dem Spiegel aufgehängten Foto nachweist. Als ich fertig elegant frisiert bin, ist die Damenfriseuse immer noch nicht da. Vassilis und ich gehen ins Café am Hauptplatz, eigentlich nur eine Straßenkreuzung, an der die Straße von unten ins Dorf mündet und fürchterlicher Lärm herrscht.
Vassilis muss in die Arbeit in der Flughafenbehörde fahren. Ich sehe nach, wie weit Beates Friseurtermin fortgeschritten ist. Ziemlich weit, die Haare werden schon endgewaschen (oder wie auch immer das heißt). Nach Bankomatsuche und Geldbehebung setze ich mich ins Café Castelo. Früher als erwartet taucht Beate auf. Den öffentlichen Bus hinunter zum Strand hätten wir um 11:45h noch erwischt, wenn wir nicht gerade bei Capuccino und Bier gesessen wären. So ein PECH. Der nächste fährt erst in drei Stunden. Aber Matthias holt uns kurz danach mit dem Flughafentaxi ab und erspart uns somit eine 45 minütige Hatscherei in der Mittagshitze.
Nach Getränk im Sydney, Einkauf im Geschäft, Fahrt zum Boot und Schwimm fahren wir los. Bei der S-Spitze von Kos sind wie immer große Wellen, die das frisch gewaschene Boot mit Salzwasser versauen. Aber dann geht es recht kommod nach Vlychadia. Wir essen wieder fulminant gut in Paradisio. Zurück am Boot stellen wir zu unserem Entsetzen fest, dass am anderen Strand, dem im Nord, in einer Taverna eine Veranstaltung mit Live-Musik stattfindet. Das kennen wir schon. Das ist entsetzlich laut und dauert ewig. Auch die einzelnen Lieder. Ich stoppe mit: Mindestens 15 Minuten lang, wovon mindestens 13 exakt gleich klingen, also nicht nur wie das eine Lied, sondern wie alles, was die spielen. Früher schon habe ich über diese akustische Tortur geschrieben. Heute fällt mir nur noch dazu die passende Gattungsbeschreibung ein: Volkstümliche griechische Schlagermusik. Die deutsche und österreichische ist dazu im Vergleich der Inbegriff der Kompositionsvielfalt. Um 4:06h hört die Düdelei auf und ich gehe schlafen.

Die beschauliche 4-Appartementanlage, in dem Vassilis wohnt
Die beschauliche 4-Appartementanlage, in dem Vassilis wohnt

Vassilis empfängt uns zum Frühstück
Vassilis empfängt uns zum Frühstück

Vassilis schneidet mir die Haare
Vassilis schneidet mir die Haare

Das Zentrum von Kefalos Dorf
Das Zentrum von Kefalos Dorf


09.08.2016 Dienstag
13:38 Kálymnos / O. Vlychádia Karte Abfahrt
16:00 Léros / O. Xirókampos Karte An Boje
Zeit unterwegs: 02:22 Strecke: 14,7 Seemeilen Ø Fahrt: 6,2 Knoten


Wir haben es nicht eilig, da ja die Düdelei aufgehört hat. Es ist kaum Wind. Aber als wir aufbrechen kommt ein wenig Westwind auf, allerdings mit recht großen Wellen vom Wind weiter westlich. Weil Matthias der wachhabende Offizier ist, kann ich endlich das machen, was ich so oft möchte: Während der Fahrt in der Kajüte schlafen. Die Schaukelei ist sehr angenehm.
In Xirókampos sind noch Bojen frei – eigentlich wie immer. Trotzdem, mit 18 Booten ein großer Unterschied zu gestern, wo wir allein in der Bucht waren.
Als ich mit Abendrasur und -wasch fertig bin, kommt vom Nachbarboot ein Mann herbei geschwommen. Es ist Gottfried vom Mittelmeer Skipper Forum. Wir plaudern eine Weile vor allem über die Möglichkeiten, das Boot über den Winter abzustellen. Er hat seine Sunbeam 39 „Harmony“ jahrelang in Marmaris gehabt, ist aber wegen der politischen Lage jetzt in der Leros Marina Evros. Viele Bootseigner verlassen die Türkei derzeit, obwohl wahrscheinlich eh (noch) nicht notwendig ist. Aber Segler sind vorsichtige Leute und wissen, dass man dann reffen soll, wenn man das erste Mal daran denkt, dass es notwendig werden könnte.
Wir essen wieder sehr gut bei Mama Veta und wie gestern spielen Matthias und ich anschließend Casino. Heute gewinnt er.
Und was gibt es an musikalischer Unterhaltung? Natürlich volkstümliche griechische Schlagermusik von einer Band in der Taverna To Kyma. Heute zwar etwas leiser und ohne gnadenlose Rhythmusschläge eines Schlagzeugers, aber sonst genau so furchtbar eintönig. Ich glaube, die Griechen wissen gar nicht, welchen Schaden sie dem Tourismus damit antun. Oder vielleicht doch nicht. Wer Unmengen an Ouzo trinkt, findet die Musik vielleicht sogar anregend. Zumindest hinsichtlich des Alkoholkonsums. Nur wer Grieche oder vollkommen eingedröhnt oder musikalisch gehirngewaschen ist, kann diese Düdelei gut finden. OK, jetzt diesbezüglich genug gejammert für dieses Jahr.


10.08.2016 Mittwoch
11:15 Léros / O. Xirókampos Karte Abfahrt
12:18 Léros / Lakkí Marina Karte Anlegen
15:05 Léros / Lakkí Marina Karte Abfahrt
18:15 Arkí / Tiganáki Karte
Zeit unterwegs: 04:13 Strecke: 22,7 Seemeilen Ø Fahrt: 5,4 Knoten


Wir fahren zuerst in die Lakki Marina, um Diesel zu tanken. Weil wir schon da sind, wird auch Frischwasser aufgefüllt und das Deck gewaschen. Beate kauft in der Stadt neue Handtücher und Kopfpolsterüberzüge. Wir treffen einander im Café Morano. Die superfreundliche Kellnerin erzählt, dass auch sie die volkstümliche griechische Schlagermusik nicht mag – obwohl Griechin!
Nach Club- und Thunfischsandwich fahren wir gestärkt weiter. Ich darf wieder bei Wellengang schlafen. Bei der Einfahrt nach Tiganaki staunen wir nicht schlecht, 17 Boote!, davon 6 Gulets. In Tiganaki sind wir aber allein bis auf zwei Badeboote, die alsbald ablegen. Als das größere, das hinter uns ankert, los fährt, staunen wir wieder: 3 Außenborder à 300 PS. Wozu braucht ein normales, etwas größeres Motorboot 900 PS?
Beate kocht uns supergute Thunfischspagetti und Tomatensalat. Dann bin ich an der Reihe, in Casino zu gewinnen.
Um 23h beruhigt sich endlich der Wind auf 10kn und weniger. Gerne wäre ich hier wieder mal bei Windstille, um die absolute Ruhe zu haben. Aber so passt es auch und der Nachtschwimm ist herrlich.


11.08.2016 Donnerstag
12:00 Arkí / Tiganáki Karte Abfahrt
12:22 Máratho Karte An Boje
Zeit unterwegs: 00:22 Strecke: 2 Seemeilen Ø Fahrt: 5,5 Knoten


Bevor die Ausflugsboote kommen und ihre Gäste in den Drive-in-Swimmingpool werfen, fahren wir los. Nach kurzer Fahrt nehmen wir eine Boje in Maratho.
Matthias und ich sehen uns die ausgewechselten Pumpen an. Die Frischwasserpumpe wollen wir unbedingt öffnen, um zu sehen, wie sie konstruiert ist und um zu wissen, wie ggf. die neu installierte gewartet werden könnte. Es gelingt uns aber nicht, das Gehäuse zerstörungsfrei zu öffnen. Mit Säge, Hammer und Meißel knacken wir es dann und stellen fest, dass diese Pumpe nicht reparierbar ist, wenn sie irgendwann nicht mehr funktioniert.
Anders die Seewasserpumpe des Motors. Da erneuern wir die Dichtung und den Deckel und hoffen, dass er beim nächsten Einsatz nicht mehr tropft.

In der Bucht ist wirklich viel los. Boote kommen und fahren und wir beobachten. Am imposantesten ist der riesige Zweimaster Xasteria, eine Perini mit 170 Fuß, also über 50m lang, der draußen ankert.

Am Abend fahren wir zum Steg der Piratentaverna, gehen zum Kirchlein hinauf und setzen uns dann zum Abendessen. Den Verdauungsouzo, bzw. Bier und Wein trinken wir in der Nachbartaverna Stavragos, die wir noch nie besucht haben. Macht auch einen guten Eindruck.

Wasserpumpe wird zerlegt
Wasserpumpe wird zerlegt

Segelbötchen Xasteria, links das Begleitboot zum Einkaufenfahren
Segelbötchen Xasteria, links das Begleitboot zum Einkaufenfahren
Auf dem Weg zum Kirchlein
Auf dem Weg zum Kirchlein
Beim Kirchlein
Beim Kirchlein
Das Kirchlein
Das Kirchlein
Die Aussicht vom Kirchlein
Die Aussicht vom Kirchlein
In der Piratentaverna
In der Piratentaverna
Die Piratentaverna mit Kirchlein oberhalb
Die Piratentaverna mit Kirchlein oberhalb
Die Taverna Stavragos
Die Taverna Stavragos
Alle drei Tavernen, rechts das Pantelis - sehr gut, sehr teuer
Alle drei Tavernen, rechts das Pantelis – sehr gut, sehr teuer

12.08.2016 Freitag
12:45 Máratho Karte Abfahrt
15:06 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Ankern mit Landleine
Zeit unterwegs: 02:21 Strecke: 11,8 Seemeilen Ø Fahrt: 5 Knoten


Als letztes Segelboot verlassen wir die Bucht. Mit dem Wind können wir die meiste Zeit mit der Genua motorsegeln. In Archangelos legen wir ausnahmsweise eine Landleine, damit wir möglichst weit weg von den sicher noch zahlreich eintreffenden Booten sind. Hier kann der Wind ja plötzlich aus einer komplett anderen Richtung kommen. Das wissen die meisten wohl nicht und ankern dann zu nahe.
Matthias und ich montieren das Solarpanel. Es funktioniert. Liefert mit ca. 1,5 Ampére zwar wenig Strom, aber sicherlich genug, um die Batterien während des Winters voll geladen zu halten.
Nach Besuch der Taverna Stigma spielen Matthias und ich wieder Casino. Dann will ich noch was am Computer machen, aber Supergau! Er geht nicht. Die Batterie ist leer obwohl das Ladegerät volle Ladung anzeigt. Hätte ich vielleicht doch die Warnung ernst nehmen sollen, dass die Batterie gewartet werden sollte.
Das schreibe ich jetzt auf dem iPad und möglicherweise ist es der letzte Eintrag im Blogbuch für diesen Sommer.


13.08.2016 Samstag
11:15 Léros / N. Archángelos Ankerbucht Karte Abfahrt
12:00 Genua dazu
13:30 Genua weg
15:17 Pserimos / O. Vathy Karte Ankern
Zeit unterwegs: 04:02 Strecke: 30,3 Seemeilen Ø Fahrt: 7,5 Knoten


In der Früh kommt der Wind aus W, also direkt auf die Seite. Wir fahren hinaus und ankern mitten in der Bucht. Es ist ohnehin kein anderes Boot da.
Es wird Zeit, den Kühlschrank anzutauen. Die Eiskruste auf dem Verdampfer ist schon so dick, dass die große Plastikbox nicht mehr hinein passt. Es dauert keine zwei Stunden bis er wieder eisfrei ist.
Bis Montag ist Meltémi angesagt. „Bergab“ ist er zwar auch nicht angenehm, aber erträglich. Die Genua hilft mit. In Vathy ankern wir nach langer Zeit wieder auf unserem Stammplatz. Das dürfte jetzt der Stammplatz der türkischen Gulets sein. Einer nach dem anderen parkt sich links und rechts von uns ein, alle mit Landleine.
Es gibt Rindsbratwürstel mit Braterdäpfel und Tomatensalat und danach das obligate Casinospiel. Heute im Salon, sonst würden die Karten in den heftigen Windböen davon fliegen.


14.08.2016 Sonntag
12:11 Pserimos / O. Vathy Karte Abfahrt
17:15 Kos / Kefalos, Kamari Karte Ankern
Zeit unterwegs: 05:04 Strecke: 34 Seemeilen Ø Fahrt: 6,7 Knoten


Mein MacBook Pro verweigert den Dienst, wenn die Batterie tot oder entfernt ist. Damit hatte ich nicht gerechnet und laut Internetrecherche sollte dieses Modell ohne Batterie betrieben werden können. So ist es aber nicht. Glücklicherweise habe ich am Dienstag ein Vollbackup auf die externe Festplatte gemacht und das Blogbuch vorgestern im Internet aktualisiert. So kann ich die Datei auf Beates MacBook Air kopieren und sie mit den die Daten aus dem Internet aktualisieren.

In der Früh beherbergt dieser Guletparkplatz ganze neun Stück. Keine Ahnung, wie das in den letzten Jahren war, aber der Verdacht kommt auf, dass die Gäste lieber in Griechenland als in der Türkei sein wollen.

Der Wind ist immer noch stark mit 25 kn +/- 3. Die Genua hilft mit, den Speed auf über 8 kn zu erhöhen. Bei Herabsurfen auf einer großen Welle vor Kos Stadt zeigt Navionics auf dem iPad sogar 13,3 kn für eine Sekunde.

Knapp entlang der S-Küste von Kos suchen wir den Windschatten. Heute ist er aber nicht vorhanden. Stattdessen wilde Fallböen mit bis zu 41,3 kn!

In Kamari ankern 12 Segelboote, aber kein Gulet – eh klar, hier geht keine Landleine. Wir fahren zum Ufer, gehen ins Geschäft und dann zur Taverna Fast Food der Kalliopy. Vassilis kommt hinzu nach einiger Zeit. Einige köstliche Kichererbsenlaibchen vom letzten Sonntag sind noch da. Aber auch Gyros, Special-Hamburger und Kebab schmecken sehr gut und kosten kaum was.


15.08.2016 Montag
Kos / Kefalos, Kamari
Alle schlafen lange. Matthias holt frisches Brot zum Frühstück. Am Nachmittag fahre ich mit ihm an Land. Wir gehen vor zum Hafen, wo eine riesige Motoryacht längsseits liegt und den gesamten Yachtkai blockiert. Rücksichtsloser ist schwer zu erreichen.
Im Sydney spielen wir die entscheidende Partie Casino. Matthias gewinnt knapp aber verdient. Kurz vor fünf fahren wir mitsamt Koffer zum wackeligen Schwimmsteg von Sydney hinüber. Vassilis holt uns ab und bringt Matthias zum Flughafen. Dann fahren wir zum Kirchlein Panagia Styloti in den Bergen südlich von Kefalos. Da findet heute das Marienfest statt. Nach dem endlos dauernden einstündigen Singsang der Messe im Freien gibt es kostenloses Essen und Trinken für alle und dann Musik und Tanz. Wir treffen vor den meisten Besuchern ein, können uns die Vorbereitungen bestens ansehen und beobachten, wie die Leute nach und nach eintrudeln, inklusive drei Popen. Das Ankunftsprozedere ist immer gleich, auch für Popen: 1. vor der Ikone links des Kirchleineingangs sich bekreuzigen, 2. Ikone küssen (hygienisch nicht einwandfrei), 3. einen Euro oder mehr in die Holzkiste rechts des Eingangs werfen und 4. ein Selbstklebeabzeichen auf die Brust beklebt bekommen, 5. ins Kirchlein gehen, 6. für eine Kerze nochmals spenden und 7. diese anzünden. Das machen Beate und ich auch aber in verkürzter Form, also nur 3. bis 5. Und zwar nach einander, damit niemand uns den Sitzplatz auf dem Mäuerchen wegschnappt.
Um 19h beginnt die Outdoormesse. Davon vollkommen unbeeindruckt treffen massenweise Leute ein, die Bekannte lautstark begrüßen. Es wird eng. Beate und ich gehen auf die andere Seite des Kirchleins, um das Geschehen mit mehr Abstand beobachten zu können. Der große Festplatz mit Betontischen und -bänken ist noch praktisch menschenleer. Die Köche tragen jeweils zu zweit sehr geschickt die riesigen Kasserollen über hohe Stufen hinunter in zwei Ausspeisungskioske.
Wir nehmen einen strategisch sehr günstigen Platz am Anfang der Betonmöblierung ein und Vassilis, der kurz vor Ende der Messe daher kommt, lobt uns dafür. Als die Messe aus ist, stürzen er und ich zu einem der Kioske und ergattern so ziemlich als erste Aluschalen mit Fleisch und Risipisi, dazu Brot und Bier. Es schmeckt erstaunlich gut. Wirklich gut gewürzt das gekochte Ziegenfleisch in Tomatensoße, allerdings nicht ganz einfach mit einer Plastikgabel zu essen.
Vassilis hat heute noch Nachtschicht am Flughafen und entschuldigt sich dafür, dass wir aufbrechen müssen bevor die Musik und der Tanz anfängt. Er weiß gar nicht, wie recht es uns ist! Mittlerweile ist der Platz schon sehr voll von Leuten und immer mehr kommen daher. Am Eingang zum Kirchleinplatz befinden sich einige Verkaufsstände vor allem mit Kinderspielzeug, wie es sich für einen Kirtag gehört. Bei einem Verkaufsstand für Käse aus Kreta kaufen wir eine dicke Scheibe Graviera ein. Laut Vassilis der beste Käse in Griechenland.
Auf der Rückfahrt begegnen uns laufend Autos, die zum Fest hinauf fahren. Nachdem wir uns von Vassilis verabschiedet haben und bevor wir zum Boot fahren, gehen wir noch zum Zacharoplastio auf ein Galaktobureko. Am riesigen Flachbildfernseher sehen wir, wie die Turner in Rio über den Bock springen und dabei unglaubliche Verrenkungen machen. Die olympischen Spiele heute haben wirklich nichts mit der vorhin beobachteten traditionellen griechischen Kultur gemeinsam.

In der Outdoorküche wird mit Holzfeuer gekocht. Ca. 30 Feuerstellen!
In der Outdoorküche wird mit Holzfeuer gekocht. Ca. 30 Feuerstellen!

Vor dem Kirchlein mit Ikone und Geldkiste wird der Outodooraltar geschmückt.
Vor dem Kirchlein mit Ikone und Geldkiste wird der Outodooraltar geschmückt.
Warten auf Messeanfang
Warten auf Messeanfang
Outdoormesse hinter Outdoorfestplatz
Outdoormesse hinter Outdoorfestplatz
Das Essen ist fertig
Das Essen ist fertig
Die Getränke auch
Die Getränke auch
Beate überwacht alles
Beate überwacht alles

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